Nr. 133 Donnerstag, 9. Juni 1904 154. Jahrg. . LanS t»»' ectoetn monatlich etnmal Gießener Anzeiger RflfaHtwiebmrf tmb Verlag bet vrÄhl*tche» UntDcrtUZittotudereL 8L Sangs, LNeßeU. Äebaftton, <8$pti>ttton u Druckerei: Schulstr.R. leL Nr. ÖL teiegivtlbi.; Ln-stg« Gtstz«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Partameniarische !verNanolmiqen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 9 3. Sitzung vom 8. Juni. 1 Uhr. Das Haus ist sehr schwach besetzt. Am Bundesraisllsch: Frhr. o. S t e n g e l u. a. Die zweite Beratung der Novelle zum Münzgesetz wird bei dem Artikel I (neue Fünfzigpfennigstücke und Ausprägung von Drei marfftüdcn) fortgesetzt. ,Abg. Lfel^Ztt.): Ich möchte von meinem Standpunkt als Süddeutscher den Schatzsetterär darauf aufmerksam machen, baß der preußische Taler sich die Herzen jenseits des Mains schon längst erobert hat, ehe man noch eine besondere Vorliebe für Norddeutsch- land dort gefaßt hat. Auch heute ist der preußische Taler in Süd- deurschland sehr beliebt. Wenn meine Freunde in der Kommission für die Prägung der Dreimarkstücke gestimmt haben, so haben sie es keineswegs getan, um damit währungspolitische Tendenzen zu verfolgen. Zu bimetallischen Kunststücken ist hier doch absolut nicht der Ort und einen Angriff auf unsere Währung beabsichtigen wir keineswegs. Einzig und allein der Umstand, daß der Taler in weiten Kreisen sehr beliebt ist, ist für die Kommission maßgebend gewesen. Es ist auch nicht richtig, daß das Dreimarkstück im Widerspruch mit dem Dezimalsystem steht. Man kann mit einem Dreimarkstück ebenso gut dezimal rechnen, wie mit einem Zweimarkstück. Ich möchte deshalb wünschen, daß der Bundesrat sich nicht darauf kapriziert, den Taler unter allen Umständen herauszubringen. Es ist nicht wahr, daß die Fünf- markstücke so beliebt im Volke sind. Sehr beliebt sind sie höchstens bei den Lederfabrikanten. Seitdem ich in Berlin bin und so viele Fünfmarkstücke im Portemonnaie habe, nützt sich das viel mehr ab als früher. (Zuruf: Aul Heiterkeit.) Ich bitte Sie daher, schonen Sie die süddeutschen Gefühle und behalten Sie den Taler bei. Sie werden sich dadurch den Dank der Leute jenseits des Mains erwerben. Bayerischer Ministerialrat v. Burkhard: Der Vorredner hat oehauptet, daß in Süddeutschland der Taler außerordentlich beliebt sei. Er bat es sogar so dargestellt, als ob ihm ein Taler lieber sei, als ein Fünfmarkstück. Demgegenüber konstatiere ich, daß der bäuerischen Regierung nichts davon bekannt ist, daß in Bayern ein Bedürfnis nach einem Taler besteht. Im Gegenteil, es wurde weder von amtlichen Organen, den Handels- und Gewerbekammern, noch von privater Seite jemals ein solcher Wunsch geäußert. Im Gegenteil, die Taler sind überall in die öffentlichen Kassen zurückgeflossen und es wurden Ein- und Zweimarkstücke dafür verlangt. Ein Bedürfnis nach einem Taler besteht also nicht. Namens der bayerischen Negierung habe ich zu erklären, daß sie lieber auf das ganze Gesetz und auf die neuen Fünfzigpfennigstücke verzichtet, als daß sie die Kommissionsbeschlüste annehmen würde. Wenn das Haus etwas tun will, so kann es höchstens eine Resolution annehmen und daraufhin werden dann amtliche Erhebungen veranstaltet. Ich bitte Sie also, um das ganze Gesetz nicht zu gefährden, die Regierungsvorlage wieder herzustellen. Abg. Tr. Pochnicke (freis. Vg.ft Ich möchte dem Abg. Osel widersprechen. In solchen Fragen darf nicht der persönliche Geschmack, sondern muh das Bedürfnis der Gesamtheit entscheidend sein. Es läßt sich gar nicht bestreiten, daß der Taler in weiten Kreisen des Volkes unbeliebt ist. Er wird stets aus dem Verkehr gezogen und strömt immer wieder der Reichsbank zu. In den Gewölben der Reichsbank liegen für 170 Millionen Taler. Dies ist doch ein deutlicher Beweis dafür, daß das Volk den Taler nicht liebt. Tas Treimarkstück ist erst in der Kommission hineingebracht worden. Man kann wohl sagen, daß es improvisiert worden ist. Aber mit solchen Improvisationen haben wir auf dem Münzgebiete stets schlechte Erfahrungen gemacht. Denken Sie nur an das goldene Fünfmarkstück und an das Zwanzigpfennigstück. Beide haben sich nickt bewährt und mußten wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Tie Handelskammern, die doch auch das Recht haben, hier mitzu- sprechen, haben sich ebenfalls gegen das Dreimarkstück erklärt. Abg. Kirsch (Zentr.): Die Beweisführung des Herrn Schatzsekretärs ist eine sehr mangelhafte. Das Zurückströmen der Taler in die Reichsbank kommt daher, weil die Leute glauben, die Taler würden doch bald eingezogen werden. Tiefe Erscheinung bietet also nicht den geringsten Beweis dafür, daß der Taler etwa unbeliebt sein sollte. Im Gegenteil, an sich würde man den Taler vielleicht ganz gern behalten. Ich persönlich bin auch der Ansicht, daß die Beibehaltung des Talers einem Bedürfnis entspricht und ich bitte das Haus, wenigstens in der zweiten Lesung dem Kom- mistionsbeschluste zuzustimmcn. Bis zur 3. Lesung können die verbündeten Regierung sich die Sache vielleicht nochmals überlegen und eine freundlichere Stellung dazu einnehmen. Abg. Raab (Antis.): Der Herr Schahsekretär hat gestern einen Artikel der „Kreuzzeitung" zitiert und hinzugefügt, derselbe rühre von einem bekannten Abgeordneten her. Wer ist denn dieser Abgeordnete? Herr Tr. Arendt hat erklärt, er sei es nicht. Taß ich cs nicht bin, bedarf wohl keiner Versicherung, denn die „Kreuz- Zeitung" würde schwerlich von mir einen Artikel aufnehmen. Ta erscheint es noch glaubhafter, daß der Artikel von einem Regierungs- kommistar herrührt (Hörti Hörti), der damit dem Kommisswns- bcschluß ein Bein stellen wollte. Der Schahsekrctär bittet uns, wir sollen von dem Kommissionsbeschluß abstehen und statt besten eine Resolution einbringen. Ich habe früher nie begriffen, was die Juristen unter dem Begriff eines „untauglichen Mittels an einem untauglichen Objett" verstehen. Jetzt weiß ich es. Wenn dem Bundesrat vom Reichstag eine Resolutton überwiesen wird, so ist das im allgemeinen ein untaugliches Mittel am untauglichen Cbjeft. (Heiterkeit.) Der Bundesrat nimmt ganze Waschkörbe von Resolutionen entgegen. Man sieht ja, derselbe Schatzsekretär, der Die Forderung nach 3-Markstücken für unannehmbar erklärt, will gleichzeitig sehr erfreut darüber fein, wenn derselbe Wunsch in Form einer Resolutton auftritt. Er meint, dann habe es damit gute Weile. Wir aber wollen doch darauf nicht hineinfallen. Ich kann keineswegs den Satz unterschreiben, daß unsere Goldwährung sich so gut bewährt habe. Warten wir doch erst eine wirklich große Krisis ab, einen Krieg oder dergleichen. Dann wollen wir einmal sehen. Vorläufig haben wir Der Goldwährung nur die passive Handelsbilanz und den Abfluß unseres Goldes in die Silberländer zü danken. .. Abg. Sartorius (freis. Vp.): Die Behauptung, die Bevölkerung hänge an der alten, lieben Gewohnheit des Talers, gehört eigentlich'm den preußischen Landtag (Heiterkeit), denn in Süddeutschland kannte man ja gar nicht den Taler (Sehr gut!), also kann man auch nicht an ihm hängen. Sehr gefreut habe ich mich aber über den demokratischen Geist, der hier mit einem Male aus der Rechten aufgeblüht ist (Heiterkeit); vor kurzem hat sie in einer andern Frage sehr wenig Rücksicht auf die Volksieele genommen. Zur Sache ?elbst: das 6-Markstück soll unbequem fein I Ja, daS ist immer sehr relativ. Sollen derartige Erwägungen genügen, um das wohldurchdachte Dezimalsystem zu durchbrechen? Abg. Bartling (natl.): Ter Schatzsekretär hat die Frage der Wiedereinführung der 3-Markstücke eine reine Zweckmäßigkeitsfrage genannt. Auch für meine politischen Freunde ist sie dies und nichts anderes. Tie Mehrzahl meiner Freunde lehnt den Anttag Blell auf Streichung der 3-Markstücke ab. Sie ist der Meinung, daß die 3-Markstücke in der Tat einem Bedürfnis entsprechen. Die 5-Markstücke sind sehr unbeliebt. Wenn der Schatzsekretär eine Enquete veranstalten wollte, so würde er sicher überall dieselbe Wahnehmung machen, und deshalb stehe ich auf dem Standpunkt, daß wir uns dem Wunsche der Bevölkerung nach einem 3-Mark- stück nicht widersetzen sollen. Besonders die Leute, die Löhne aus- zahlen müßen, gebrauchen sehr gern den Taler und empfinden das 5-Markstück immer wieder sehr lästig. Ich bin_ also der Meinung. daß wir das 3-Marksiück ruhig einfüfiren können. Abg. Tr. Arendt (Rp.) tritt der Auffassung entgegen, als ob jetzt auch die Silbermänner mit der Goldwährung sich abgefunden hätten, weil sie cingesehen hätten, daß ihre Bestrebungen keinen Erfolg hätten. Das sei durchaus falsch. Redner hält hierauf seine bekannte Silberrcde und schließt mit den Worten, wenn man ein Referendum über den Taler veranstalten würde, würde das deutsche Volk in erschreckender Mehrheit sich für den Taler aussprechen. Abg. Tr. Miillcr-Saqan (freis. Vp.): Es ist bekanntlich leichter, einen Mohren weiß zu waschen, als Herrn Tr. Arendt von seinem Bimetallismus zu heilen. (Heiterkeit.) Meine Freunde legen Wert darauf, daß diese wichtige Frage von einem beschlußfähigen Hause erledigt wird. Heute wollen wir als lovalc Kollegen der Abstimmung keine Schwierigkeiten in den Weg legen. Wir werden aber verlangen, daß die definitive Abstimmung bei einem beschlußfähigen Hause stattfindet. Abg. Gothcin (freii. Vag ): Wenn Tr. Pachnicke gewußt hätte, daß er dem Tr. Arendt Gelegenheit zu seiner Silberrede geben würde, hätte er sich gewiß gehütet, den schlafenden Silberlöwen zu wecken. (Heiterkeit.) Für den Taler werden allerhand romantische Gründe ins Feld geführt. Vielleicht erinnern Sie sich all der schönen Momente, wo Sie einen Taler los geworden sindl (Große Heiterkeit.) Aber schließlich: der Taler war doch nicht notwendig. Es gebt schließlich auch so. Somit schließt die Diskussion. Der Anttag Blell auf Streichung der Dreimarkstücke wird abgelehnt. Es bleibt also bet der Kommissionsfassung. Der Rest des Gesetzentwurfs wird debattelos angenommen. Abg. Blell sfteis. Vp.) begründet sodann folgende von Ver- ttetern verschiedener Fraktionen eingebrachte Resolutton: „Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die neu aus- zuprägenden Fünfzigvfennigstücke zur besseren Unterscheidung von den Fünfpfennigstücken auf der Rückseite mit einem kleineren Reichsadler, umgeben von einem Eichenkranz, Herstellen zu lasten." Abg. Kirsch (Ztt.) findet es im höchsten Maße ungerecht, daß der Heinere Adler auf das größere Geldstück kommen soll. Der größeren Münze der größere Adler! Abg. Tr. Arendt (Rp.) schließt sich dem Vorredner an. Schatzsekretär Frhr. von Stengel: 1877 hatten wir bereits den Eichenttanz auf dem Fünszigpfennigstück. Trotzdem kamen Verwechslungen vor. Allo hat die Sache wenig Zweck. Wenn Sie aber durchaus wollen: meinetwegen I (Heiterkeit.) Abg. Raab (Antts.) findet diese Resolution noch zwecHoser als Resolutionen es schon im allgemeinen sind. Tic Resolution wird abgelehnt. Damit ist die 2. Lesung der Münznovelle erledigt. Es folgt die 2. Beratung des Gesetzentwurfs, bett, die Kaufmannsgerichte. 8 1 bestimmt, daß zur Enffcheidung von Streitigkeiten au§ dem Dienst- undLehrverhältniste zwischen Kaufleuten einerseits und ihren Gehilfen oder Lehrlingen andererseits bei vorhandenem Bedütfniste Kaufmaniisgerichte errichtet werden können. Tie Abgg. Auer u. Gen. (Soz.) beantragen, Die Errichtung der Kaufmannsgerichte obligatorisch zu machen. Referent Dr. Hiebet (natl.) gibt einen übersichtlichen Bericht über die Verhandlungen der Kommission. Er empfiehlt die Annahme der vorgelegten Fassung, unter Ablehnung etwelcher Aende- rungen. Abg. LipinSki (Soz.) begründet den Anttag seiner Fraktion. Man solle doch gleich ganze Arbeit machen. Sonst käme die Angelegenheit nicht in Ruhe. Was hätte das für einen Zweck, daß der Reichstag sich immer wieder mit der nämlichen Materie beschäftigen müsse? Man solle doch lieber von vornherein das tun, was sich doch schließlich als Notwendigkeit herausstelle! Abg. Trimborn (Ztr.) führt aus, daß Der § 2 ja dies Obligatorium doch zum größten Teil herstelle, nämlich für alle Gemeinden über 20 000 Einwohner. Ein Darüber hinausgehendes Bedürfnis liege zur Zeit nicht vor. Abg. Beck-Heidelberg (natl.) stimmt den Ausführungen des Vorredners vollständig zu. Die Kommissionsfastung trage dem vorhandenen Bedürfnis vollständig Rechnung. Der Anttag Auer sei überflüssig. Abg. Tove (freif 93g.): Nachdem einmal der Ausschuß an Die Amtsgerichte abgelehnt ist, lehnen wir auch aus prakttfchen Gründen das Obligatorium Auer ab, da in kleineren Orten sich schwer die Zusammensetzung Der Kaufmannsgerichte ermöglichen ließe. Unsere definitive Stellungnahme zum Entwurf machen wir davon abhängig, wie sich die Weiterberatung gestaltet, d. h. ob noch wesentliche Verschlechterungen hineinkommen oder nicht. Abg. Lattmann (Antis.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde zum Antrag Auer, um das Prizip auftechrzuerhalten. Sie hätten den Antrag selber nicht eingebracht, weil sie davon überzeugt seien, daß er doch keine Aussicht auf Annahme habe. Abg. Henning (kons.) bittet, den Antrag Auer abzulehnen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (freif. Vp.1: Meine Freunde sind gegen den Antrag Auer, weil wir prinzipiell gegen die Automisie- rung unserer Rechtspflege sind. Wtt stehen überhaupt nur deshalb auf dem Standpunkt des Gesetzes, weil wir der Meinung des Staatssekretärs sind: „Bis hierher und nicht weiter!", weil wir das Ganze als ein Provisorium ansehen, als ein Uebergangsstadium zur allgemeinen Reform unserer Rechtspflege, die sich nun erst recht als eine Notwendigkeit Herausstellen wird. Abg. Tr. Semler (natl.): Schon in der ersten Lesung habe ich die Bedürfnisfrage aufgeworfen und in Der Kommission habe ich den Anttag gestellt, die weitere Ausdehnung der Sondergerichte abzulehnen und die Regierung aufzufordern, eine Reform des Amtsgerichtsverfahrens emzuletten. Ich brauche also über meine Stellung nichts weiter zu sagen. Ich hatte gehofft, daß an der Hand von statisttschem Material in Der Kommission das Bedürfnis zu diesem Sondergerichte nachgewiesen werden würde. Das hätte in einer Generaldiskussion geschehen können. Wie ist aber Der Verlauf der Sache gewesen? Eine Generaldiskussion hat überhaupt nicht stattgefunden. Ueber die Bedürfnisfrage ging man einfach hinweg, und warum dies? Weil eine große Agitation seitens der organisierten Handlungsgehilfen in die Wege geleitet war, der man sich fügte. Ich gestehe. Die Agi- tatun ist energisch und geschickt betrieben worden, insbesondere von Dem Deutsch-nationalen HanDlungsgehilfcnverbanD. Aber eine Agitation ist eine überaus bedenkliche Grundlage einer Gesetzgebung. (Widerspruch bei Den Soz.) Neben Der Agitation muß das Bedürfnis nachgewiesen werden. Wäre es nachgewiesen, dann hätte auch ich nichts Dagegen einzuwenden. Der Staatssekretär hat gesagt: „Bis hierher und nicht weiter!" Ja, warum Denn bis hierher? Aber selbst das könnte er garnicht durchsetzen, denn Die Grundlage dieser gesetzgeberischen Aktion, eben jene Agitation, kann er nicht beenden. In Der ersten Lesung ist Der Anschluß an Die Amtsgerichte ge» forDcrt worden. Weite Kreise unseres Volkes haben sich seitdem Dafür erklärt. (Abg. Stadthagen ruft: „Wer denn?") Ter deutsche Richterstand hat sich Dafür erklärt, man kann sagen, Der gesamte Deutsche JuristenstanD, Der Deutsche HanDelstag hat sich auf Denselben StanDpunkt gestellt. Eine ganze Reihe von Petitionen liegt vor aus Kaufmannskreisen, aus HanDlungsgehülfentteisen, Die dasselbe verlangen. Ja, noch mehr, in Der Kommission sagte ich. Der preußische Justtzminister hätte mit größerer Energie sein Restart wahren sollen, unD was erhielt ich zur Antwort? Ich tue Dem preußischen Justizminister Unrecht. Er hätte sich Die größte Mühe gegeben. Den Anschluß an Die Amtsgerichte Durchzusetzen. Aber es wäre ihm nicht gelungen, Der Kosten wegen. Also auch Die größte juristische Autorität steht Dafür. Besseres Recht zu schaffen, besseres Recht zu geben, Das ist Die vornehmste Aufgabe des Staates. Tie Kostenfrage sollte hier keine Rolle spielen. Der Verzicht des Staates auf seine Hoheitsrechte zu gunsten von Gemeinden und Korporationen scheint mir eine höchst bedenkliche Schwäche. Ich will nicht schlechtweg gegen Die Organisation an sich sprechen. Ich weiß, sie ist Die Voraussetzung für Die Hebung eines StanDes. Aber gleichzeitig Stände organisieren unD auf Hoheitsrechte verzichten. Das scheint mir ein beDen!« sicher Vorgang. Ich begreife das garnicht: Sind Denn Die Vertreter der Regierung geradezu mit Blindheit geschlagen. (Lachen bei den Soz.) Was bleibt denn überhaupt noch von dem Staate übrig, wenn sie Das Zivilrecht atomisieren? Was bleibt anDers übrig, als nur Der Strafrichter unD Der Exekutor? Zur Begründung der Kanfmannsgerichte ist immer Die Analogie mit Den Gewerbegerichten gezogen worden, mit Unrecht. Tie Einrichtung der Gewerbegerichte mag notwendig gewesen sein wegen der Notstände auf gewerblichem Gebiete, wegen der großen Streiks, von denen unsere Jndusttie heimgesucht wird. Wo aber haben wir etwas von einem Streik der Handlungsgehilfen je gehört? Mait sagt, das liegt an ihrem mangelnden Standesbewußtsein, an ihrem mangelnden Zielbewußtsein. Ja, der Zweck dieses Gesetzes ist ja geradezu, eine zielbewußte Richtung unter den Handlungsgehilfen hervorzurufen. Halten Sie es denn für ein Glück, wenn man die jungen Kaufleute daran gewöhnt, ihre Rechte bis ins letzte Titelchen waHrzunehmen? (Gelächter bei Den Soz.) Ich rächt. (Zuruf bei Den Soz.: „Das glauben wir!") Der Handlungsgehilfe muß sich daran gewöhnen, oaß es auch außerhalb seiner Rechte noch etwas gibt, vor Dem er halt machen muß! (Zuruf bei Den Soz.: Er soll ein Lakai sein!) Tas will ich nicht. Fragen Sie Doch heute Die jungen Kaufleute, ob sie sich als Lakaien fühlen. Ter Vergleich mit Dem gewerblichen Arbeiter paßt ganz unD gar nicht. Tie richtige Konsequenz Dieses ersten Schrittes ist Die Auflösung unserer ganzen heutigen Gerichtsverfassung. Ter Staatssekretär sagte: „Vis hierher unD nicht Weiterft Mit welchem Rechte? Weshalb soll man auf Dem LanDe nicht auch Bauern- gerichte verlangen können? Man kann Doch nicht mit einem Stand eine Ausnahme machen! Man kann eben auf Diesem Wege nicht willkürlich Halt machen. £$a, Daß Die Sozialdemokraten alles Recht auf Die Organisationen übertragen wollen, das ist konsequent und klar. Aber von Den anderen Parteien verstehe ich das nicht. Und überhaupt: Wo liegt denn Die Konsequenz im Gesetz? Bekommt wenigstens der ganze Handelsstaat sein Sondergericht? Mtt nichten! In Wahrheit wird territorial nur ein ganz Heiner Teil Des Kaufmannsstandes getroffen. Tie Kaufleute Der Gemeinden unter 20 000 Einwohner bleiben außerhalb des vermeintlichen Schutzes dieses Gesetzes! Weshalb sollen diese desselben nicht teilhaftig werden? (Abg. Singer ruft: Sttmmen Sie doch für unseren Anttag! Heiterkeit.) Ja, ich erkenne ja an, daß Ihr Antrag zielbewußt ist Ich spreche Ihnen die Konsequenz nicht ab. Nur die anderen Parteien verstehe ich nicht! In meinem Wahlkreis gibt es z. B. gar keine Gemeinden über 20 000 Einwohner! Also alle Diese fallen aus Dem Gesetz heraus I Ta soll bann Der HanDlungsgehilfe nach Dem neuen Gesetz zum Ortsvorsteher oDer Bürgermeister geben. Gewiß wirD Der ihm nach bestem Ermesien Recht sprechen, aber glauben Sie nicht. Daß Der Handlungsgehilfe, wenn er Unrecht bekommt, Dies Darauf schieben wird. Daß der Ortsvorsteher seinem Arbeitgeber näher steht als ihm selbst? Ich sehe darin eine erhebliche Verschlechterung des geltenden Rechts. Wenn man auf anderen Gebieten der Polizei die Entscheidung über Rechtsfragen überließe, dann würde man Das als krasse Reaktton bezeichnen, warum soll es denn hier geschehen? Und wie ist es nun mit den weiblichen Handelsgehilfen? — Ich spreche hier gar nicht im Namen Der Mehrheit meiner Fraktion, sondern im eigenen Namen, aber ich meine, es kann nicht bestritten werden, daß man gewissermaßen Den Bock tum Gärtner setzt, wenn man ihnen kein aktives Wahlrecht gibt und sie von einem Gericht Recht nehmen läßt, das sich zum Teil aus ihren männlichen Konkurrenten zusammensetzt. Bei (streitigfeiten über schwierige Rechtsfragen, wie sie z. B. mit Der Konkurrenzklausel verknüpft sind, wird das Kaufmannsgericht ebenfalls oft versagen. Ist Denn der ßanDrai oder ein wenig erfahrener Assessor Der geeignete Mann, um in solchen Fragen Recht zu sprechen? In kleinen Städten kommen auf einen Großkaufmann zehn Tetaillisten, also ein Detaillist wird gewählt, und dazu gesellt sich dann als zweiter Beisitzer ein Handlungsgehilfe, Der solange Das Gericht zugleich eine Interessenvertretung dar stellt, ein Agitator sein wird. •*, "'eint h». M mit rKrL H fegÄ« «h)ucf, £ct N 1,:bcn^'t u iirf* ■'"men, Ä W 's das hatten bie fcl verhind^°^urs das Qnni ‘ ,0"iien, littet ft?' "ber- das föcipfe y,c'e? zu,lande M- S*ä™ »' Meinen bin rö S-hrcnt b=t ctiS s? *• k w < [>?’ 1 wird unter Ableb- 8 enon> mxn. baBjür £rte über N°u>ch jein sollten. WO umzeinandcli. 'e ÄeiNmmuiigcn bar, Aulen mit über 5000 '^Hülsen feine 51n= ’ikre Beratung aut 'erniung des Reb- Voige;unben. Zen.' itgen der Leiche. 2;: e gedrungen und ha.t i, die Rippen teil« könne darnach abjolü ußte sofort nach b:c v*s» Hw-?-- ind '* Itionbt ' *** «? fet, w iX»« Ä Ä-S Lroß-^jimmern Ms. n des Lorzeugen ar. den Betundungen fei" itgegen, dessen 6ot- lutuniersuchungen is J Meines Aufsehen n ! urde im Gerichts^ >c mit dern Lfenund Situation am Soli: bekundet zunächst: it dem UmerjuchM: cnahm. Ec sand lxi?. rt, das Blut mehra nderer Flecke, dir t. eidern des Sroiofit- ch die Leiche, bie - rnrde, zuey'l.au, 'tötete muß sich * Lage befunden ste und dem bar. putzten Stiesel if elputzen doj. (2er 2achver,u nordeten anzie^ ■den, und zeigt' andere, von V ! Die am ^en zusamE s in, daß das , termels i vollständig r ‘imnte, M*? itii -in- S®1', Ä rs Ddedizinalrat Dr. Danneberger bekundet noch, eins der wichtigsten Zeichen gegen die Annahme eines Selbstmordes fei die von ihm Vorgefundene Krümmung des linken Arms gewesen; der linke Unterarm lag nicht fest auf dem Körper auf, sondern schwebte in der Luft, er sei also erst nach Eintritt der Leichenstarre in diese Lage gebracht worden. Sanitätsrat Dr. Vierheller erklärt ebenfalls, daß er einen Selbstmord für unmöglich halte. Die Verhandlung wird darauf um halb acht Uhr abgebrochen. Die morgige Sitzung soll schoA um 8 Uhr früh beginnen. ♦ Darmstadt, 9. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Vei Beginn der heutigen Verhandlung kurz nach 8 Uhr machte derVorsitzendediesensationserregende Mitteilung, daß der Angeklagte sich in der Nacht an seinem zerrissenen Bettuche erhängt habe und man daher die Verhandlung einstellen könne. Der Angeklagte war gestern abend ohne Anzeichen besonderer Erregung in seine Zelle gebracht worden. Hier wird er wohl unter der Wucht der belastenden Sachver- ftändigen-Aussagen zur Erkenntnis gekommen sein, daß er überführt sei. So hat er sich denn am Fensterkreuz er- hänat in derselben Zelle, wo vor 14 Jahren ein Verbrecher sich auch mit seinem Bettuch auf dieselbe Weise umgebracht hat. Die Sach? erregt hier natürlich Aufsehen. Dec Tote hinterläßt eine Frau und 4 Kinder. Um beS» willen ist dieser Ausgang vielleicht der beste.______________ Oenchlsjaal. Berlin, 8. Juni. In der heutigen Sitzung desPornmern> öank-Prozesses brachte Zeuge Budde, Direktor der aus der Pommernbank hervorgegangenen Berliner Hypothekenbank zur Sprache, daß, wie längst getuschelt wurde, die Angeklagten Schultz und R o m e i ck im Jahre 1900 insgesamt 685798 Mk. von der Jmmobilienverkehrsbank, einer Tochtergesellschaft der Pommernbank, entnommen hätten. Die Angeklagten erklären, dies Geld sei zur Förderung der Pommernbank und der Immobilien-Verkehrs- bank verroenbet worden. Sie lehnten es aber ab, den Empfänger des Geldes zu nennen. Budde teilte nun mit, die Zahlungen seien größtenwils an Exzellenz Frh. von Mirbach, den Oberhofmeister der Kaiserin, gelangt, den der Angeklagte Schultz über seinen und seiner Bank Reichtum irre gesührt hätte, indem er vorgab, er sei in der Lage, in großem Maßstabe Wohltätigkeit zu üben. (Bei der Verhaftung der beiden Direktoren Schultz und Romeick ging bekanntlich das Gerücht, daß sie mehr als eine halbe Million für Kirchenbauten hingegeben hätten, wodurch sie der Pommernbank den Titel „Hofbank" verschafften. D. Red.) Der Aiigeklagte Schultz behielt sich eine eventuelle Erklärung vor. Die Verteidigung befielt sich vor, auf die Angelegenheü zurückzu- kommen. Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft. Aus der Dabatindunrie. Dir Periode der ^i|u;iaif» ung, die sich kurz nach Weihnachten im Geschäftsgang der Zigarrenindustrie einstellte, ist im Jahre 1904 rasch überwunden worden, da durch ein ziemlich günstiges Weihnachtsgeschäft die Ware in ziemlich erheblichem Umfang dem Markte entnommen worden war. Im Laufe des März und April wurden in verschiedenen Gegenden, namentlich aber in Westfalen und süddeutschen Plätzen, recht bemerkenswerte Neueinstellungen oorge- nommcn. Die Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte ist fast in allen Bezirken nunmehr wieder so groß, teilweise sogar noch größer, als vor dem Beginn der Krise. Die Lohnverhältnisse freilich haben sich noch keineswegs erholt. Die Fassons, für die während der Krise recht niedrige Preise angesetzt wurden, werden auch jetzt noch weiter gearbeitet, und es ist ungemein schwierig, für Fassons, die zu einem bestimmten Preise eingeführt sind, Lohnerhöhungen durc^usetzen. Nur dort, wo gegenwärtig neue Fassons in Aufnahme kommen, dringen die Arbeiter auf bessere Preise. Die Fabrikanten indessen suchen an den Löhnen möglichst zu sparen, da der Rohstoffmarkt für sie augenblicklich nicht günstig liegt Die überseeischen Tabake stehen im Preise ungewöhnlich hoch, sodaß viele Fabrikanten sich veranlaßt sehen, mehr als in anderen Jahren deutsche Tabake als Einlage zu verwenden. Hauptsächlich wird dazu Pfälzer Tabak verwandt Auf dem Mannheimer Rohtabakmarkt zeigt fich denn auch sehr starke Nachfrage, namentlich nach neuen Tabaken. Die Preise der Pfälzer Rohtabake sind im Steigen begriffen. Fast noch günstiger als das Zigarreugeschäst hat sich in letzter Zeit der Absatz in Zigaretten entwickelt Bei den größeren Zigarettenfabriken Deutschlands ist eine fortgesetzte Zunahme im Versand gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen. Wenn auch ein Teil davon auf den Verbrauch int Auslande entfällt, so steigert sich doch noch mehr der Absatz auf dem deutschen Markte. Die Konkurrenz in der Zigarettenindustrie hält den Preis der fertigen Ware ziemlich niedrig, sodaß das rauchende Publikum die Zigarette häufig der Zigarre vorzieht. Freilich bedingt diese Steigerung des Zigarettenverbrauchs auch große Aufwendungen der Zigarettenfabriken für Reklame und Propaganda. Wenn trotz alledem manche Betriebe finanziell überaus günftig abschließen, und vereinzelt bis zu 12 Proz. Dividende gezahlt wird, so ergibt sich daraus am besten, in wie güngstiger Entwicklung die deutsche Zigarettenindustrie begriffen ist. Für Stautabaf ist der Markt noch immer befriedigend, wenn auch die Zunahme des Verbrauchs gegenwärtig lange nicht mehr so stark ist wie in den Jahren der Krise. (Hann. Cour.) Russische Anleihegerüchte. Es ist ausgerechnet worden, daß die in Frankreich aufgenommenen 300 Mill. Rubel gerade zwei Monate reid>cn, da der btrieg das russische Reich pro Tag, wie behauptet wird, 5 Mül. Rubel kosten soll. Da an ein Ende des Krieges, ttotz aller gegenteiligen Gerüchte, noch lange nicht zu denken ist, so wären die erborgten Mittel bereits Mitte Juli zu Ende. In gut informierten Kreisen nimmt man an, daß zur Befriedigung des neuen Geldbedarfs abermals 5 Proz. Schatzbons mit mehrjähriger Laufzeit zur Ausgabe gelangen, und es wird nach wie vor vermutet, daß dann deutsche Firmen wegen Unterbringung der Anleihe angegangen werden. Uebrigens weiß auch die „Times" von russischen Anleiheverhandlungen in Berlin zu melden, bei denen die Emissions- bäufer Bedingungen für innere Reformen stellen und auch weitere Erleichterungen für die Juden und die Modifikatton der finnischen Polittk verlangen. __ Märkte. Limburg a. d. L., 8. Juni. Fruchtmarkt. Durch- schnittspreife pro Matter. Roter Weizen 14.25 Mk^ weißer Weizen 14.25 All., Korn 9.85 Mk^ Gerste 0.00 9J1L, Hafer 9,38 Mk^ Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 All. Kunst und Wissenschaft. Karlsruhe, 8. Juni. Der Großherzog bat den Generalintendanten Dr. Albert v. B u e r k l i n auf sein Ansuchen auf das Ende der gegenwärtigen Spielzeit seines Amtes als Vor ft and der Generaldirektion des Hoftheaters enthoben und zum Geheimen Rat er st er Klasse ernannt. Die ^tarlsr.Ztg." veropenNicht cm L!Ueryocy|tes pauoicyreweu, m vorn der Großherzog die Verdienste des Scheidenden während der 15 Jahre, die er in genannter Stellung verbrachte, würdigt. (Buerklin war einst ein armer Hauslehrer, wurde aber durch die Ehe mit der einzigen Tochter seines Brotherrn bald Besitzer zweier Güter in der Pfalz. Von 1884—1893 war er nat.-lib. Mitglied des Reichstags, 1893 auch deffen Vizepräsident. D. Red. d. Gieß- Anz.). — Unter der Spitzmarke „Vom Dichter zum Großkaufmann" bringt eine Zeitung die Nachricht, Richard Skowronnek wolle die Schriftstetterei aufgeben, um fortan in Wiesbaden als Teilhaber einer großen Lacksabrik zu wirken. Dazu bemerü das „B. T.": Schon feit längerer Zett ist der beliebte Schriftsteller im Nebenberuf für die Verwertung eines Patentes tätig, das feinem Schwager, eben dem Besitzer jener großen Lackfabrik, gehört. Das hat ihn aber bisher nicht gehindert, auch als Schriftsteller zu arbeiten, und wird ihm in Zukunft ebensowenig ein Hindernis für seine literarischen Bestrebungen sein. Er hat im Gegenteil eine ganze Reihe neuer Arbeiten unter der Feder. Sport. Homburg, 8. Juni. Hier herrscht bereits ein recht bewegtes Leben. Automobile saufen brummend und surrend über die sonst so stillen Straßen und stempeln das schöne Taunusland im Verein mit dem internationalen Verkehr zur Großstadt. Die in- und ausländischen Fahrer, die an dem Gordon- Ben nett -Rennen teilnehmen, sind zum großen Teü bereits eingetroffen und siegen auf der Strecke fleißig dem Training ob. Auf der Saalburg, wo sich em selten gebotenes internationales Leben und Treiben während des Rennens entwickeln wird, ist man noch fleißig bei der Arbeit. Tie große, von Geh. Baurat Jakobi entworfene Tribüne, die ein wahres Kunstwerk zu werden verspricht, ist nahezu fertig gestellt. Die Arbeiten für das große Restaurationsgebäude und die sonstigen umfassenden Vorbereitungen, die die gewaltige Veranstaltung erheischt, sind noch im Gange. In dem auf eine weite Strecke hinaus emgefriebigten Saalburg-Park werden dem Publikum alle erdenklichen Bequemlichkeiten geboten sein. Post und Telegraph sind zur Stelle. Auf angebrachten Tafeln wird man die telephonisch übermittelten Resultate von der ganzen Linie zu jeder Minute erfahren und die Chancen der einzesiien Rationen erwägen können. Arbeiterbewegung. Hamburg, 8. Juni. Der Schiedsspruch des Einigungs» amtes im Brauer st reit wurde heute veröffentlicht. In demselben wird bemerkt, daß für die Arbeiter kein genügender Grund vorgelegen habe, in den Ausstand zu treten. Der von den Arbeitgebern angebotene Taris enthalte gegen früher mehrfache Verbesserungen. Es könne den Arbeitgebern nicht zugemutet werden, sämtliche ausständige Arbeiter sosott wieder einzustellen. Die Arbeitgeber verspreclien jedoch, die Arbeiter nach und nach ohne Maßregelung nach Bedars wieder einzustellen. Die Parteien muffen bis zum 13. Juni erklären, ob sie sich dem Schiedsspruch unterwerfen wollen. Seitens der Brauereien ist dieses beretts heute geschehen. Die Kindergedeihen H Hervorragend vorzüglich dabei bewährt1 bei & leiden nich Brechdurchfall, an Vsrdauungs^Ekg* ’X Diarrhoe Störung. etc- ( 245 Bekanntmachung. Das erste Ziel Gemeindesteuer für das Rechnungsjahr 1904 ist innerhalb acht Tagen bei Meidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkaffe zu bezahlen. Zahlstunden täglich vormittags von 8 bis 12 Uhr. Gießen, den 9. Juni 1904. 5078 Der Stadtrechner: Doepfer. Bilanz des Spar- und Vorschuß Vereins AktiengeselW. zu Großcn-Linden nach dem Bestand am 31. Dezember 1903. Aktiva. «JfC £ 1. Ausgeliehene Kapitalien und zwar: ä) SDhgationen und Schuldscheine 953656.69 0) Wertpapiere 74249.— c) Guthaben bei Banken 357.95 d) Konto-Korrent- verkehr 15250.— 2. Güterkauf- schillinge 12033.11 3. Kassenvorrat 747.09 4. Ausstände 57887.21 5. Unersetzte Vorlagen 122.05 1114303.10 Passiva. £ 1. Einzahlung der Aktionäre 12500.— 2. Aufgenommene Kapitalien 1037865.19 3. Rücklagefond 15915.16 4. Reservefond 40953.52 5. Reingeipinn 7069.23 1114303.10 Großen-Linden, beit 8. Juni 1904. 5064 Der Borstand. Festlichkeiten des Garde-Bereins und sammelt sich am Sonntag nachmittag auf dem Oswalds Garten zum Festzug. Der Vorstand. Der Verein beteiligt sich bei den Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. 5068 IMzWM Minhtai (Inh,: Carl Maas jr., Gießen) Ringoien-ülalkwerke. km- Mil Wch-M«W stets vorrätig. 785 Telephon: ^alkwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282. Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (Darmstädter Bank) Giessen Eingezahltes Kapital 132 Millionen Mark Gegründet im Jahre 1853 Bankgebäude: Johannesstrasse 1. — Telephon 120. Diebes- und feuersicheres Gewölbe. Vermietbare Schrankfächer (Safes). Wir machen hierdurch bekannt, dass unsere Abteilung für Spareinlagen gegen Ausstellung von Einlagebüchern Geldbeträge zur Verzinsung entgegennimmt und zwar ,s l; , von 8 bis 12 Uhr vormittags, taglicii „ 2 „ ö1/, •„ nachmittags, 2595 Samstags nur bis 4 Uhr. Unser Institut ist vom hessischen Ministerium zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt worden. Auslösung vön schllldvttjlhreibuugeu. Bei der heute vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen der Evangelischen Kirchengemeinde zu Gießen — betreffend die drei älteren 4prozentigen Anlehen — wurden nachverzeichnete Stücke zur Heimzahlung gezogen: von Lit. A zu 50 Mk. , , B , 100 , , , C , 300 , , , D , 500 , 5 , E , 1000 , Nr. 46 87 103. , 27 57 120 148 171 182 234. , 126. , 66 104 130 279. „ 68 111 142. Die Rückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. Oktober 1904 zum Nennwert gegen (Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und zugehörigen Zmsfchein-^lnwcislm;cn, und zwar bei der evangelischen Kirchenkasse (Herrn 'Nendant Doering) dahier oder bei den hiesigen Bankhäusern. Vom 1. Oktober d. I. an hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, den 8. Juni 1904. 5071 Der Evangelische Gesamt-Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Kaufmännischer Herein Souutag den 12. Juni 1904: Ausflug nach Münzenberg Abfahrt über Butzbach 217 Uhr nachm. Fahrpreis 1.20 Mk. Rückfahrt über Lich 931 Uhr abends. Der Ausflug findet auch bei ungünstiger Witterung statt. Besondere Einladungen an die Mitglieder und werte Familien ergehen nicht. Es wird um zahlreiche Beteiligung gebeten. 4914 Der Vorstand. Um möglichst während der Saison in heKiiDaUtii LömienHirKen vollständig zu räumen, habe die Preise derselben 4552 ganz bedeutend reduziert. Tchimfkblik M. LevL ■ 'M • Carl LMckrattz - Sießen HlöbeVfabrik Hftcriücg S7 Edcrftraße 8 Gegründet 1868 emkachfle wie reiche Braut Ausstattungen zu allcrbüligftcn Prcifcn CinzeblUöbel Sofas Komplette Betten In großer Buswaßl Bardinen in creme und weiß ganz bedeutend im Fretfe ermäßigt eigene Polütx>/ CiftlUcn und Dekorationen) erMtättm 4194 Garde-Verein Gießen. Am 11», 12. und 13. Juni: Ieier des Iafinenweiße-Iestes. Festplans TMstag öen 11. J«ili, -b--»- sV,»--- Grosser Kommers *Ä£iS?“ verschiedener Gesangvereine, sowie der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess) Nr. 116. Eintritt frei. fintinfnn hrtl 1? ^nni vormittags. « Uhr: Weckruf. Vormittags von 11 Uhr ab: Früh- vvnmuy VlU iv* ttouzert un Garten des Stotel Buschmann. Eintritt frei. Nachmittags 2 Uhr: Aufstellung des Festzuges auf Oswalds Garten. Von nachmittags 3 Uhr ab: 4944 Grosses f^orazert im Arten des Neuen TaalSancs ausgesührt von der gesamten Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter persönl. Leitung des Gr. Ätusikdircktors Herrn Krauße, sowie unter gefl. Mitwirkung des Baner'fchen Gesangvereins, unter Leitung des Dirigenterr Herrn Kapellmeister Polster. .SMF* Weitae j?er Faätaie. dÄ Beinstigungen aller Art. ^rkeisichieszen. Tanz. Crillfriffanrrifö*e Veranstaltungen des Nachmittags für Nichtzugteilnehmer an der Kasse 50 Psg. — In den Borverkaufsstelleu bei den Herren R. Buch acker, Neuen- bciue 11, Karl Graf, Kirchenplatz 15, Ph. Herrmann, Selterswea 33, C. G. Kleinhenn Bahnhofstr. 59, Joh. Seibel, Luünngsplatz, 44) Pfg. Familienkarten auf Namen mit2 Beikarten 1 Ntk. Gleichzeitig wird die Einwohnerschaft um Schmückung der Häuser, Haupt- sächlich der Straßen, die der Fcstzug passtert, höflichst gebeten. *t®a43iL Festzugteiluehmer freien Eintritt, "«ex.' Zum neuen. Saalbau früher Steins Garten. Donnerstag den 9. Juni: I. Ä'jnnements-Konzert auHgeführt von der 4953 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Kransse. Anfang 8 Uhr.Eintritt 50 Pfg. jin Würfeln. für 2 gute Teller Suppe. Stets irisch und in den verschiedensten Sorten zu haben bei Ludwig Steinhäuser, Neuenbäue 17. WWAAl Wer Freund einer guten Suppe ist, verwende W/'fi» Apstllöschr» alkoholfreier, kohleusaurehal tiger Apfelsaft m Flaschen v. ca. 600 Gr. Inhalt zu haben bei 5045 J. K. Spiess Mittelweg 7. Fernsprecher 370. Empfehle prima Flaschkubier war, ist und ■ ■ ■■SS-Skca bleibt ba5 befte Schutzmittel geg. Motten. 2V Pig. Adler-Drogerie Seltersweg 39, Otto Schaaf. aus der 03157 Brauerei Bichler. Friedrich Weber Tiefenweg 6, nächst der Bahnhofstr. iicisli. UrifflÄw des Evaug. Kirekengesangvereins zum Besten des Kirchbaues der ev. Gemeinde Judenburg (Steyermark) Sonntag den 19. Juni, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche, unter Mitwirkung der Konzertsängerin Frl. Lisbeth Gott- schick aus Tübingen (Sopran) sowie geschätzter hiesiger Kräfte, unter Leitung seines Dirigenten Herrn Univ.-Musikdirekturs G. Trautmann. 5057 Preise der Plätze: Am Altar und auf den Emporbühnen Mk. 1.—, im vorderen Teil des Schiffes Mk. 0.50, im hinteren Teil Mk. 0.20 Karten sind in der Musikalienhandlung von E. Challier zu haben. Neue Matjes-Smnge Neue Emmer-MM-Kartoffeln frisch emgetroffen. 4983 L. KaUkhof Macht. Neu eingetroffen! Ein grosser Ein grosser Ein grosser Ein grosser Ein grosser Posten Damen- und Kinder-Wäsche Posten Sommer-Handschuhe Posten Strümpfe und Socken Posten Korsettschoner Posten Touristen-Hemden ganz bedeutend unter Preis. 4783 3. Htaan ja*., Kreuzplatz. in jeder Preislage. Solide Ausführung unter Garantie. — Franko Lieferung. —* Eigene Werkstätten. Möbelmagazin Aug. Ossmann 89 Seltersweg 89. Giessen. Neuer Saalbau. Freitag den 10. Juni, abends 8 Uhr: KONZERT des Königl. Musikdirektors Adolf Boettge (Begründer der historischen Nationalkonzerte) mit der gesamten (50 Musiker) Kapelle des Bad. Leib-Grenadier-Regts. (Karlsruhe) Programm: „Oesterreich-Ungarn in Lied und Tanz“ mit Nationalinstrumenten. Einleitung: Kaiser Franz Joseph-Fanfare (für Heroldtrompeten). 1. Böhmen. Mein Vaterland, Sinfonische Dichtung Smetana. 2. Dalmatien. Slavischer Tanz .... Chabrier. 3. Steiermark. Im Austragstüberl .... Köunemann. Ober-Ländler für zwei Solo-Violinen, vorgetragen von Herren Dünkler und Schubart. 4. Ungarn. Käköczyweisen mit Cymbal . . . Knzek. 5. Galizien. Lied und Marsch für eintönige kupferne Hörner ......... Zarzycki. 6. Nieder- und Ober-Oesterreich. Allerhand ergötzliche Jagdmusik für Hifthörner, so bei der Sau- und Hirschjagd vor Fürsten und vornehmen Herrschaften seind aufgeblasen worden, und ist eine rechte Abkonterfeiung eines lustigen Waidmannes Schantl. 7. Slovakei. Volksweisen, wie sie von hausierenden slovakischen Spielbanden wiedergegeben werden. Wetaschek. 8. Tirol und Kärnthen. Männerchor, mit Begleitung von Zither, Mandoline, Guitarre und Xylophon Koschat. 9. Bosnien und Herzegowina. Hochzeitsreigen . Kremser. 10. Wien bleibt Wien mit seiner herzgewinnenden Gemütlichkeit und heiteren Lebenslust . . Komzäk. Die Kapelle hat es unternommen, musikalische Aufführungen zu veranstalten, welche dem Publikum ein getreues Bild von der historischen Entwickelung der Nationalmusik aus aller Herren Länder geben soll. Eine Reihe hervorragender Musikstücke wird nicht allein in der ihnen eigentümlichen Instrumentierung, sondern mit den hierfür berechneten Instrumenten ausgeführt. Fluss- und Seefische J. M. Schulhof Telephon 119. Btomötrc Versandt nach oufim. Billete im Vorverkauf ä 75 Pfg. sind zu haben im Neuen .....-..... Saalbau und bei Friseur Stier, Neuenbäue, Kassenpreis 1.— Mk. 5u61 Lchck's «Ode Bahnhofstraße. 5002 W. frische Mecrbmle. la. Speise- und Salatkartosfeln empfiehlt 2592 I. Hantel, Schlobaasse 6. Aus „ ** Das Gro « cl6 folgens ^oßh. Ministerium Mhmigten Umlag« feinden des Kce Meinde Dalheim. - ft ^ligwnsge: fFÄÄ der Komin Wonsgemeinden de r bas Fahr 1904 ftb genannter (? Abenden und vor "ohmigten Umlagen °om Großh. Minute genehmigten s? Mit seinen ftbez, ^nlbanes Krafts K Mn, 8*6111 hattet- t5' wie dif k? * »« di- Äfc Mgen- Anschrift e ^nzen SS H dienten öletl Ur Adener feta ( -Nd-^'Ns hj h (®.) bei ;On £.uc r u bin. stetigq f) e! Lbuitl) Sri ätzten S’hiben Q1‘ iüpS-n, L11 L-2. E o °y K eE;s- n CP e ö?co - eg s3 2 K N enöS s=> e « Ä '- e :. «4? S='-/= •Äg?.! ES es 5?x>: ,'±*8’ 2 E 5 :<5 o r- rs w t! nst S Zarzycki I" <5? o '•£? o nj( Schantl. L) *b » 5 o$t p «i Wetaschek ss-es « <35 Komzäk ^L2t ^iO E musikalische a Ä'tS £< VN-2 * V y -- s E <» C?JA • np r-l Smetana. Chabrier. Könnemann. E'S's en — 7 E D ES E E 55 3 ,V 8 Koschat. Kremser. le« esS? es F.E ä s 0S> o» P E^ 5*2" ZD qOEE£ & o? «•- 2 L) -oÄ 2 ‘St ost £ »$• ö 5 en C7. EE er EE CO ES CO ° .E ES ES ES +* e S? e E “*0 w o gan ES c ° ES 3 2 ex See« L ^“2 <= _ £ 5 61 B e * ^B M & d s g_cD D= c — o ro — « 5 2. ° CB S =' » ZS ZS Cf a «0 O er O' 3 cs « n <» ♦t «M <- er gm C 2. = O 3 Ti -KZ Cb « s O .—* •3 « 2. Cb V 3 <5 Z». o « ZS a» c 5 cs ! 3 cs 3 SV S dt» 3 E «S- °r. 5" 2-cs L 2. <1 Ct> s —. üb üb c —- . er e r» AZ <ä) Ö§ n o Co -T’- -e 2.'s *o O* » o 3 =? 2 J3 " 2. 2 = CU 3 — o" 3 2 §■ ZA O "' B 7: Ä. n> 2 » O ftFS O CJ* O' /— “ - 5 » (5) B s 'n 3 S b er O 4- s® o er ct> s 5 ÖD 3 cs ro CD O- ß» cr o" s 3 13« ro er S o- 3 ■>£3* 3 S <3* 6)2 3* * 'S* Sb 3 £< i -er e es » er Ä <-i ö s "CS< kV er 8* 3 3 JT er- -^» ?n E-Z 3 D CT- &§ 3 • er p sffI 5.H' gBg' g(Q« »2- ST. w r» kV 3 ry.3 H !®-^ S -- 2 5Fay72 er Q . r» r/yi 3 *5 5 es -2 3 eoO' « « er ä- * S^g^S^S &3 Z^3 kV O BS 3^Z2. 3^^§ Ong’3 * 2 .S.ZAKLAZZÄ^tz9Z-2° ZA^BöH-H^K^Z Kg.§ $ C£ 2 ' Z 3 3 ä"h.9 Zrg» 2.3 3 3 § L^^S 3 2 er rT 3 '-’- 2. 2 s» = 2 rt-^3^83 ^3=t|oM3^ ... 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