Nr. 33 Vrscheinl täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden int Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- bllitter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch-u. Steindruckerei. OL Lange. Hebtrftion, fcpebttto* und Druckerei: Gchnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Steßen. Fernsprechanschluß Nr.bl. Dienstag 9. Februar 1904 154. Jahrgang Erstes Blatt. Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Sichen ve-ng-pret-r monatlich 7bPj., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bte Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12PH, auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit und all gern. Teil: P. Wittko: für „Stadt und £anb' imb „Gerichtsjaatt: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Eichener Anzeiger General-Anzeiger " Krieg! verstärkt. , Amerikaniscberseits werden Major Wood das spanische und wahrscheinlich Brigadegeneral Men das russische Heer als amerikanische Militärattachees begleiten. Zwischen der japanischen Gesandtschaft in Wien irrt» der japanischen Regierung herrscht ein lebhafter Tepeschen- wechsel. So wurden z. D für eine Depesche nach Tokio 1800 Kronen Gebühren bezahlt. wenn Japan allein ist. Ist Japan nicht allein, dann könnte es nur England sein, von dem es unterstützt würde. Turch eine am 7. Februar abends in Peking ein- getroffene russische Truppenabteilung wurde ^r MMM« schaftsbestand der dortigen russischen Gesandtschaftswache Man schreibt uns aus Berlin, 8. F^r Je weniger es zweifelhaft sein kann, daß es sich bei dem Konflikt zwischen Japan und Rußland am Ende um bte Vorherrschaft in Ostasien handelt, umsomehr Interesse beansprucht die Haltung derientgen Mä^e, btc bte Frage der Vorherrschaft in besonderem M«He angeht. Deutschland gehört nM M ihnen, ® Ostasien auf die Provinz Schantung beschräE blervt, und feine Macht darauf ausgeht, chm bie „offene Tütt dort zuzuschlagen. Die Mandschurei ist zwar von Kraut schon nicht allzuweit entfernt, aber es gibt nach den ^orttudes Grafen Bülow keinen Ort der Erde, an dem wm weniger zu suchen hätten, als in der Mandschurei. Dcch England die Vorherrschaft in Ostasien cmstvM, ch Ztlansem em Lehrsatz der Polltischen Wissenschaft Es Wgrt «MI«; als bestehe er nicht mehr unbedingt zu Recht, als wolle England mittelbar durch seinen Verbündeten Japan ferne politischen Geschäfte in Ostasien fordern, nn übrraen a^r sem Augenmerk auf Südasien konzentrieren, tote der Vorstoß nach Tibet und die Reise des Vizekomgs von Andren nach dem Persischen Golf erkennen lassen. Wohl tn Annahuw, der Kampf um Indien werde dermaleinst Nicht im Nord- often, for^rn int Südwesten Mens Msgefochten werd^ Den im Hinblick mif die Zukunft ^^^rugendsten Anteü mr der Frage der Vorherrschaft m OMien habtzn zweifelhaft die Vereinigten Staaten, und deren Verhalten rm Konflikt zwischen Japan urrd Rußland ist daher beftnd^er Aufmerksamkeit wert. Mit der Besitzer^rer^ng der Phr- lippinen hat die Union sozusagen euren Posten vor das Tor Astens gestellt, desjenigen Landes, das sur die Union dte allergrößte Bedeutung erlangt, wenn der PanEakanal rerliaaefieHt sein wird, an den man bekamrtltch vrele M>U. Dollars wendet. Die nordamerikanische Union tottb deshall» bebGcnt sein müssen, ihr Eisen in dem Kriegsseuer zu schmte- den eine Aufgabe, bei der die Männer in WaschMtonzetgeu könnNt^bob sie Meister in der Politik sind. Znerst tmtt- man wohl versuchen, sich der Regierung tn Peking,, anzugliederw, -N ia schon während der chinesischen Wirwn über eine entgegenkommende Behandlung seitens des W-lshmgtoner Kabinetts quittieren konnte. . Ein anderer Der lin'er Mitarbeiter schreibt Das bereits im heutigen Morgenblatt mitgeteilte Dele- gramm des Admirals Alexejew an den Zaren, das auf unserer Redaktion kugz nach 10 Uhr eintraf, ist die erste Nachricht von dem Beginne der Feindseligkeiten zwischen Japan urrd Rußland. Drei russische Kriegs schiffe auf der äußeren Reede von Port Arthur sind durch einen Minenangriff der Japaner beschädigt! Japan hat den Knoten zerhauen und den Krieg begonnen, noch ehe die letzte Antwortnote Rußlands ihm überrercht worden ist, wie es wenigstens behauptet. Zu wessen Gunsten der Krieg auslaufen wird? Das mrt absoluter Bestimmtheit vorauszusagen, ist — wie für jeden Krieg, in dem nicht erdrückende Uebermacht auf der einen Seite keinen Zweifel über den endlichen Ausgang lätzt^ natürlich unmöglich Es kommen da verschiedene Einftüsse und Einwirkungen in Betracht (wie z. V. Geist der Trup^ pen, Tüchtigkeit der Führung und Kriegsglück), die sich rechenmäßig rricht festlegen lasten. Nicht immer entscheidet die Zahl, wenn auch ihre große Bedeutung — ganz besonders in einem j apanisch-rusfischen Kriege — nicht m Abrede gestellt werden soll. Der erste Gedanke ist der, daß ein Volk von 131000 000 Seelen (Rußland) entschieden einem solchen von noch nicht 50000 000 (Japan) überlegen sein und es einfach erdrücken müsse, zumal, wenn beide, tote hier der Fall, ihre Wehrkraft auf den Grundsatz der allgemeinen Dienstpflicht gründen. Aber Zeit, Raum, die mili» tärpolitrsche Gesamtlage und die Eigenart des Kriegsschauplatzes spielen in einem russisch-japanisckMr Kriege eme gewaltig ausgleichende Rolle. Rußlands Streitkräfte sind zu einem wesentlichen Teile an anderen Punkten des wert- gedehnten Reiches gebunden. Verstärkungen des mandschurischen Heeres gebrauchen zur Fahrt auf der aus verschie- dencn Gründen nicht sehr leistungsfähigen sibirischtzmand- schurischen Bahn etwa vier Wochen; auf eben dieser einzigen Bahn muß der ganze Kriegsbedarf einschließlich des größten Teiles der Verpftegung nachgefuhrt werden auf Tausende von Kilometern. Daher kam jeder Dag Zeitgewinn bis zum Losbruch den Russen zu gute, und daher fnirWen öle längst fertigen, durch Monate in öhrem Erwerbsleben gestörten Japaner mit den Zähnen über die so erfolgreich geübte russische Verschleppungstaktik. Im übrigen können ste chre ganzen Streitkräfte bis auf den Lanostnrm und eitrige Reserven gegen Rußland verwenden; sie haben alles hübsch in der Nähe, und das Meer trennt sie nicht von dem voraussichtlichen Kriegsschauplätze: es dient ihnen als bequeme Wasserstraße — vorausgesetzt, daß sie Herren zur See sind. Die Nordd. fflj Ätg" die fast täglich mis ngenem, k B nachtotoat oder Instruktion des Auswärtigen Amtes, dt?^-bung?n zwischen Rußland imb Fcqmn tnr» gloslrert bM?Ecklich galten die Bemerkungen der Kriegs- KW«®« ^M'Ägi^n'khL von aX bet ttrisis an Warschau lich z genannt. I znftied Aus Nagasaki wird gemeldet, daß der deutsche Konsul daselbst die Vertretung der russischen Interessen übernommen habe. Tie russsische Dampfbarkasse der chinesischen Mahn fuhrt die deutsch «Flagge. Japan hat noch 11 Handelsschiffe aus hoher See, die rm Falle einer Kriegserklärung von Rußland gekapert werden könnten. In Petersburg ist die Stimmung der Presse und' des Publikums durchaus ruhig und gemäßigt. Tas Per- [ sonal der japanischen Gesandtschaft verläßt Petersburg heute, Dienstag, Baron Rosen Tokio am Freitag auf einem französischen Dampfer. Gin Brüsseler Blatt weist daraus hm als bezeichnend sür die Haltung Englands, daß die indische Armee sich seit einiger Zeit in voller Kriegsstärke befinde und das englische Mittelmeer-Geschwader nie so groß gewesen sei. Ties fei darauf zurückzufuhren, daß das Geschwader die Ausfahrt der rusfischen Flotte aus dem S ch wa r z e n M e er und das Passieren der Dardaruellen verhindern solle. (??) Tie Truppen des Warschauer und des Kiewer Militär- Bezirks erhielt-en Befehl, sich $nm sofortigen Abmarsch, nach- Ostasien bereit zu halten. Ter Pariser „Eclair" nennt d.e Haltung Japans einen kühnen „Blufft und sagt, Japan sei ein noch sunaes und kleines Land, welches bereit sei, das Beispiel des eisernen Kanzlers nachzuahmen. „Maria hofft auf eine Intervention, wodurch der Krieg vermieden wurde. „AutoritS" sagt, wir verstehen die Haltung Japans nicht, so offensichtlich im Einverständnis Gehandelt, daß zweifellos unsere amtlichen Stellen von den Vorgängen eine so genaue Kenntnis besaßen, wie nur irgend wer im verbündeten Frankreich. Deutschlands BTr?bnngen gingen einfach dahin, nach Möglichkeit den Krieg im fernen Osten vermeiden zu helfen; die natürliche Folge war, daß unsere offiziösen Organe die Weisung erhielten, der Kriegshetze entgegenzutreten, wie sie von englischer Seite fortgesetzt betrieben wurde. Der Abbruch der diplomatischen Mzieh- ungen durch Japans Initiative hat alle Welt überrascht; niemand konnte auf diese schroffe Form gefaßt sem ..uch Ider Kaiser, der noch vor wenigen Tagen im neuen Reichstagspräsidialgebäude lebhafte Unterhaltung mit dem japanischen Gesandten in Serin Pflog, durfte nicht den Eindruck empfangen haben, daß die Verständigung DarlamenlanscheS ÜUS MkXU aussichtslos sei. Noch am Sonntagmorgen war die Sprache \ der Nordd. Allq. Ztg." beruhigend. Heute vormittag hatte Eine neue Regierungsvorlage betrifft die Nachweisungen der „Kaiser eine Besprechung mit dem Reichs- über Ginnahmen und Ausgaben an Domanial- und StaatS- kanzler. Wie wir vernehmen, steht die offizielle vermögen psw. für die Finanzperiode 1897/iyou. Ne utralitätserklärung Deutschlands für ben| Ter erste Ausschuß beantragt Zunahme des ganzen FaN des russisch-japanischen Krieges bevor. Dieser Krieg i Gntwurfs eines Gesetzes, die Bildung emes Aus gleichs- scheint nunmehr auch in unserem Auswärtigen Amt als f o n d s betreffend. Er äußert sich dazu u. a. folgendes unvermeidlich anaesehen zu werden. Verlautet doch sogar, maßen: Wie in anderen Bundesstaaten, so har auch tu daß^^dn Kaiser seine ^Mittelmeerfahrt anläßlich .Hessen die große wirtschaftliche Krisis der letzten der Wendung in Ostasien a u f g e g e b e n habe. Mindestens Jahre auf die Gestaltung der letzten Staatsvoranschla^e wird wohl eine Hinausschiebung der Reise ui Betracht einen ungünstigen Einfluß ausgeübt. Wir kommen Fehlbeträgen zu rechnen, die einmal mn durch eine Wir fügen hinzu, daß nach Mitteilung von gut unter- Grhöhung der Vermögenssteiler und weiterhttr nur durch rkchteter Srite schon vor Wochen der Gedanke einer Ver- weitgehende Inanspruchnahme der Vermogensreste gede« Mittelung von Rußland höflich, aber bestimmt zu- werden konnten. Aber die Zeit der wirtschaftlichen De- rückgewieseu wurde. Der japanische Gesandte Zession ist allem Anschein'.nach üier wund en; der hat sich heute zum Auswärttgen Amt begeben, nm bie Gründe Staatsvoranschlag für 1904 bietet hierfirr hiineicheTch B^ sür Entschließung der japanischen Regierung darzu- lege. Während es dem Finanzmmifter im Matsjahr legen. Ein höchst wichtiger Fattor in einem russisch-iapa- ftrotz aller Betätigung von Sparsamkeit nicht möglich war, nischen Kriege ist die Haltung Englands. Die eng- einen voranschlagsmäßigen Fehlbettag m der Hohe von lische Botschaft in Berlin wünscht vorläufig ein näheres 2 360061 Mk. zu vermeiden, weist der neue Boranschiaa Einehen crafbie Sache a^ulehneu. Die führenden Lon- eine Besserung um 1 055 7 50 Mk. auf, auf Gru^ doner Blätter find selbswerständlich der Meinung, England der neuerdings eingegangenen Nachttage zum Budget eme dürfe Japan nicht allem lassen Durch das Bündnis ist weitere beträchtliche Steigerung ^rfahrp aber England erft dann verpflichtet, Japan zur Hilfe M Die Erfahrungen. der letzterJahre haben zur Genüge kommen, falls Japan zwei Mächte als Kriegsgegner hat. g^eigt, daß ein Dell unserer Staatseinnahmen rm- Wie erinnerlich hatte der Zar seinerzeit der Königin bettächtlichen Schwankungen unterworfen ist. Mfreu- von Enalaud das Ver^preckeu gegeben, Eng- lickzerweise sind hierzu die Erttagniffe der diretten Sttuenr lands Gebundensein in Süd afrika nicht aus- nicht zu rechnen, die im Gegenteil trotz der llngunst der zunutzen. Dies loyal gehaltene Versprechen könnte der wirtschaftlichen Verhältnisse keine Gmbuße erlitten — eine englischen Regierung den Entschluß erleichtern, zu- Tatsache, die einen erfteulichen Rückschluß auf die Zunächst gänzlich neutral zu bleiben. Aus der anderen n a h m e d er W o h lh ab en heit d er Be v ö l kerun g ge- Sette wird auch Frautteich dem verbündeten Rußland keinen stattet. Bedeutenden Schwankungen waren dc^egen unter* militärischen Beistmid leisten. Die wohl unumgängliche morsen die Erttägnisie der preußisch-hessischen Eis e n- inanzielle Hilfeleistung steht auf einem anderen bahngemeinschaft. Während Hessen im Rechnungs- Blatt Die „Deutsche Tagesztg." erfährt sogar schon von der jahr 1900/01 noch über einen Nettoüberschuß von 2253 060 Wegnahme dreier russischer Schiffe durch die Mark verfügte, verringerte sich derselbe m den beiden Japaner. (Diese Meldrmg ist zweifellos falsch und wohl folgenden Finanzperioden um mehr als eme Million Mark, nur eine voreilige Kunde von der Beschießung der drei oben- Tie entgegengesetzte Bewegung vollzieht sich tn raschem genannten russischen Schifte. D. Red. d. Gieß. Anz.) Einen Tempo zu Gimsten der Finanzen unseres Landes. Der cüwarzen Tag hat die l-euttge Berliner Börse zu ver- Bruttoanteil Hessens konnte im voriahrrigen BoransMaa zeichnen. Fast alle kettenden Werte erlitten namhafte nur auf 10100 000 Mark bemessen werden; auf Mund Einbußen in erster Reihe russische Renten. Ider bedeutenden Einnahmen der letzten Monate ist me • ~ I Regierung in der Lage, für 1904 eine Einnahme von Aus Port Arthur meldet die Ruft. Tel. Agen^ 12 Millionen Mark vor^sehem Das bedeute somit^binE vom 9. d M.: AuL der M and schur eib a h n ist die Jahresfrist bei den Einnahmen der Annahme und Bestellung der Frachten e i n g e st e l l t. Schwankung im Umfange von bald.2 Millionen Tie russisch-chinesische Dank ist angewiesen, ihren Kredtt Recht ungünstig.gestaltete sich ttn Laufe der letzttu an Private ein^ustellen. Die Schifte des Geschwaders gehen Jahre das f^anzielleVerhältnisderGinzel- ^t tt^ See Maß^aeln zur Uebe^rwachung des Horizonts staaten zum Reich, und es ist bis noch nicht ge- uud Bewachung d« Vorräte, besonders Kohlen, sind ge- Lungen, eine Besserung herbeMfuhr^. Wahrend dte troffen Wegen mangechafter Zufthr steigen die Markt- zelstaateii noch im Jahre 1M9 Kostgänger des Reiches mil'^ Bereits gestern waren die meisten der Japanern waren, und Hessen vom Reich einen Betrag von rund gehörend Läden geschlossen. Ihre Inhaber ver- 250 000 Mark erhieft, hatte es schon im Jahre 1902M ließen Port Arthur Aus Soeul wird das Eintreffen umgedeckte Mattiftllarbeittäge m der Höhe vwn ru^ü» avcmftcher Pioniere gemeldet. Unter den Bewohnern ha-1500 000 Mark an das Reich zu Mlen, was eme i^rsMch- sellst herrscht in Erwartung des Eintreffens japanischer ternng de? Staatsbudgets nm T50 000 Ma^ Druppm Unruhe. Nachricksten liegen über die Landung einer wesentlicheBesserun g des smanzieNen^rh°ltniftes Mw japanischer Truppenabteilung in Masampho vor. Reich steht nach Lage der Dinge -m cchsehbarer Zett lecher ^^Tas Verl. Tagebl" meldet aus Petersburg: Als Ober- nicht in Aussicht, was vom Standpunkt einer geregel- kommandierender der Landttuppen wird General Push- ten Finanzwirtschaft der Einzelstaaten außerordent- rewski, der Gehilfe des GeneralgouvemeurZ in Warschau lich zu beklagen ist; man wrrd wohl vorerst damtt 'zuftieoen sein, wenn die Zuschüsse der Einzelstaaten an das Reiche sich nicht noch steigern. Auch die Erttägnisse der Lotterie werden in der Zukunft mehr oder weniger Schwankungen unterliegen. Um nun einen Schutz gegen so bedeutsame Schwankungen in diesen wichtigen Posten der laufenden Verwaltung herbeizuführen und eine leichtere Balanzierung des Staatsvoranschlags in günstigeren Jahren zu ermöglichen, schlägt die Regierung die Bildung eines Ausgle ichsfonds vor. Die Verwirklichung dieses schon längst gehegten Planes erscheint als ein dringendes Gebot einer vorsorglichen Finanzgebahrung und erst recht opportun in einer Zeit, wo eine wesentliche Besserung der Finanzverhältnisse eingetreten unb damit die Möglichkeit zu Rücklagen gegeben ist. Wiederholt ist in den Verhandlungen der zweiten Kammer der Wunsch nach einer stärkeren Schuldentilgung zutage getreten. Stellt man aber die Frage, ob eine außerordentliche Schuldentilgung der Bildung von Rücklagen an den projeftierten Ausgleichsfonds vorznziehen ist, so muß diese Frage nach Lage der Tinge verneint werden. Zunächst ist daran zu erinnern, daß in ungünstigen Zeiten mangels ausreichender Mittel eine Schuldentilgung in größerem Umfange sich von selbst verbietet und schließlich auf die Gestaltung des Staatsvoranschlags einen wesentlichen Gin- flnß nicht ausübt. Tie Schuldentilgung bewirkt lediglich eme verhältnismäßig geringe Ersparnis an Zinsen, wäh- i rend es die wichtigste Aufgabe des Finanzministers fein | muß, die vorhandenen Einnahmen zunächst zrim Ausgleich des Voranschlags zu verwenden. Während einer auher- ! ordenttichen Schuldentilgung somit zunächst die Besettig- img des Fehlbetrags vorausgehen muß, haben auch noch !andere Bedürfnisse vor ihr den Vorrang. Die vor zwei Jahren notwendig gewordene Erhöhung der Vermögenssteuer von 55 auf 75 Pf. pro 1000 Mark Vermögen ist in der Bevölkerung als eine zwar notwendige, aber recht unerwünschte Maßnahme empfunden worden, und es muß das Bestreben der Regierung sowie der Landstände sein, sobald die Finanzverhältnisse es erlauben, den Steuercoeffizienten wieder auf den frühren Betrag zurückzuschrauben. Ob dies in den nächsten Jähren schon erreicht werden kann, erscheint allerdings zweifelhaft; es wird dies in erster Linie von der weiteren Gestaltung der Eisenbahneinnghmen und der Erträge der Steuern abhängen. Jedenfalls muß die Herabsetzung der Vermögenssteuer stets im Auge behalten werden und es soll auch ihr der Vorrang vor einer außerordentlichen Schuldentilgung eingeräumt werden. — Des weiteren erscheint es dringend notwendig, bevor man >zu einer Tilgung der Staatsschulden im größeren Umfange scbreitet, gewisse Ausgaben, die in der Vermögensrechnung erscheinen und somit auf dem Wege der Staatsanleihe gedeckt werden, in die Betriebsrechnung zu überführen, um sie aus den laufenden Einnahmen zu bestreiten. handelt sich dabei um solche Aufwendungen, die keine direkte Bereicherung des Aktivums des Staatsvermögens darstellen, vielmehr ihrer Natur nach aus den laufenden Einnahmen zu bestreiten sind. Tatsächlich liegt es in der Absicht der Regierung, in der Zukunft eine solche reinliche Scheidung der Ausgaben schrittweise herbeizuführen und auch diesem Verfahren den Vorrang voe einer ausgedehnteren Tilgung der Staatsschulden einzuräumen. Ter Vorstellung von Gehilfen im mittleren Eisenbahndienst betreffend ihre dienstlichen Verhältnisse be- tm tragt der erste Ausschuß keine Folge zu geben. Oer Kesehenlrv rrf über die Dienstverhältnisse der hessischen Staatsbeamten. Gießen, 8. Febr. 1904. Der 2. Kammer der Stände ist im Juni 1903 ein Gesetzentwurf, die Dien st Verhältnisse der Staatsbeamten betreffend nebst Begründung mit dem Ersuchen um verfassungsmäßige Beratung und Beschlußfassung zugegangen. Die 2. Kammer dürfte demnächst in die Beratung über Viesen Gesetzentwurf eintreten, ein kurzer Hinweis auf die Fortschritte, die der neue Entwurf gegenüber den seither geltenden Bestimmungen bringt, aber auch die Betonung der Seiten des Entwurfs ist wohl am Platze, die vielleicht hier oder da zu Bedenken Anlaß geben werden, umsomehr, als die Veröffentlichung des Gesetzentwurfes und seiner Begründung in der „Darmstädter Zeitung" nur stückweise und in 9 verschiedenen Nummern zerstreut (Nr. 302 bis 342) erfolgte, sodaß lieberblick und Vergleich erschwert war. Die allgemeine Begründung des Entwurfes weist darauf hin, daß die augenblicklich geltenden Best!mm- ungen in verschiedenen Einzelgesetzen, zum Tell noch im Edikt vom 12. April 1820 ihre Grundlage hätten, daß aber .manche dieser Gesetze, was sich auch gelegentlich bei ihrer Anwendung gezeigt habe, nicht mehr den heutigen Anschauungen entsprächen. Nach Artikel 1 des Entwurfes ist Beamter im Sinne des Gesetzes, wer von dem Großherzog oder von einer zuständigen Behörde im Dienste des Staates angestellt ist und über die Anstellung eine Urkunde („Anstellungsurkunde") erhalten hat. Im Artikel 11 ist aber hinzugefügt, daß die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes auch „auf Personen, die noch keine Anstellung erlangt haben, aber mit Genebmig- ung oder auf Anordnung der Ministerien im Staatsdienst beschäftigt sind", Anwendung finden soll. Damit erhalten diese Personen, die nach dem Wortlaut des Artikels allerdings noch näher bestimmt werden sollen, für viele Fälle Beamteneigenschaft und damit billigerweise eine Erweiterung ihrer Rechte. Es ist wohl anzunehmen, daß in diesem Artikel an die in Verwendung befindlichen Assessoren, ferner an die sogen. Aspiranten in den verschiedenen Zweigen der Staatsverwaltung und an andere mehr gedacht ist. Der Entwurf bietet gegen seither zwei wesentllche Fortschritte, die der modernen Auffassung durchaus entsprechen. Seither konnte jeder Staatsbeamte, durch Verfügung der obersten Staatsverwaltung, zu feder Zeit in den Ruhestand versetzt werden. Hiervon waren nur die Richter und die denselben gleichgestellten Beamten ausgenommen. Dieses Recht der Regierung wird nun nach 2 Richtungen eingeschränkt, . erstens dadurch, daß die Voraussetzungen, unter denen die Versetzung in den Ruhestand eintreten kann, im Gesetze bestimmt werden, zweitens aber dadurch, daß für die Fälle, in welchen die Versetzung in den Ruhestand ohne Ansuch endesBeamten erfolgen soll, ein gesetzlich geordnetes Verfahren vorgeschrieben wird. Dieses besteht darin, daß einem Beamten, der ohne sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt werden soll, dies vorher -unter Angabe der Gründe mitzuteilen ist. Es steht ihm sodann das Recht der Einwendung zu, das zuständige Ministerium beschließt, ob dem Verfahren Fortgang zu geben sei, die Entscheidung erfolgt durch kollegia- hische Beschlußfassung des Staatsministerrums. Die in diesem Bewahren etwa streitigen Tatsachen sind, soweit nötig, unter eidlicher Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen, festzustellen; der Beamte, oder sein gesetzlicher Vertreter, darf diesen Vernehmungen beiwohnen und sich über das Ergebnis der Feststellung äußern. Genau das gleiche Verfahren ist einzuschLagen, wenn — und das ist der zweite Fortschritt des Entwurfes — einem Beamten nach Artikel 5 Absatz 3 des Gesetzes vom 9. Juni 1898 (Besoldungsgesetz) „wegen mangelhafter Dienstführung" eine Gehaltszulage „ganz oder teilweise versagt" werden soll, seither konnte der Beamte gegen diese Versagung keine gesetzlich begründeten Einwendungen vorbringen. Auch das Kapllel des Entwurfes, das sich mit den Dis- ziplinarverhältnissen befaßt, zeigt wichtige Veränderungen gegenüber dem seitherigen Verfahren. Während seither das in erster und einziger Instanz entscheideirde Disziplinar- prafgericht für nicht richterliche Beamte der Verwaltungs- gerichtshof war, tritt neu hinzu die Ausübung der Diszi- plinarstrafgerichtsbarkeit durch die Disziplinarkam- mern als erste Instanz, während der Verwaltungsge- richtshos zweite Instanz wird. Dabei wird für jede Provinz eine Disziplinarkammer gebildet, die ihren Sitz in. der Provinzialhauptstadt hat, sie besteht aus 9 Mitgliedern, von denen 4 richterliche Beamte sein müssen. Der Vorsitzende und die Mitglieder der DiSziptinarkammern werden von dem Landesherrn aus der Zahl der aktiven Ttaatsdiener ernannt. Eine Neuerung des Gesetzes — und damit wird eine in vielen außerdeutschen Staaten bestehende Einrichtung noch»- geahmt — ist die vorsichtige Einführung einer Altersgrenze. Es kann (nicht muß) ein Beamter in den Ruhestand versetzt werden, wenn er das 65. Lebensjahr erreicht hat. Diese Bestimmung des Gesetzes ist durchaus berechtigt, sie liegt im Interesse des Staates. Dagegen ist an einer anderen Stelle des Entwurfes das 65. Lebensjahr eingefügt in einer Weise, die wohl nicht überall günstig ausgenommen werden wird. Seither hatte ein Beamter den Anspruch auf Versetzung in den Ruhestand, wemr er das 70. Lebensjahr vollendet, oder wenn er eine pensionsfähige Dienstzeit von 40 Dienstjahren erreicht hatte. Der neue Entwurf fordert im letzteren Falle noch die Zurück- legung des 65. Lebensjahres, mit der Begründung, daß „diese Regelung der Tatsache Rechnung trägt, daß erfahrungsgemäß kein Bedürfnis besteht, vor Erreichung des 65. Lebensjahres den Uebertritt in den Ruhestand zu erleichtern." Durch diese Einschränkung zählen also in diesem Zusammenhang alle vor dem 25. Lebensjahr geleisteten Tienstjahre nicht mit, es gibt aber, namentlich im Subalterndienst Beamte, die bereits vor dem 25. Lebensjahr ihre Dienstzeit beginnen und man sollte nicht fragen, wenn sie nach 40 jähriger Dienstzeit sich müde und matt fühlen, ob sie denn auch 65 Jahre alt seien. Man sollte die 40 Dienstjahre des etwa 63- jährigen geradeso werten, wie die des 65 jährigen. Auch im Beamtenbesoldungsgesetz spielt für staatliche Gegenleistung in mancher Beziehung das Lebensalter mit, wo nur das Dien st alter entschiede. Bleibt es besser bei dieser einschränkenden Bestimmung, so müßte auch das Pensionsgesetz geändert werden, denn seither hat man, um nach 40 jähriger Dienstzeit den Beamten leichter zur Eirrreichung seines Pensionsgesuchs zu veranlassen, die Bestimmung getroffen, daß längere Dienstzeit (als 40 Jahre) keine Erhöhung der Pensionsbezüge zur Folge haben sollte. Dies trifft nicht zu, wenn ntart mit 40 Dienst;ahren den Anspruch auf Pensionierung nur bedingungsweise zugesteht. Eine weitere Neuerung des Gesetzes ist die in gewissen genau angegebenen Fällen vorgesehene Verkürzung des Ruhegehaltes. Diese Abkürzung soll namentlich auch dann eintreten, wenn der pensiouierte Beamte Uus einer „dauernden Verwendung im Dienste des Reick-es oder eines andern Staates, oder im Kommunal-, Kirchen- oder Schuldienst^^ eine Nebeneinnahme erzielt, welche mit Hinzurechnung der^ Pension den früheren Gehalt um mehr als 10 Prozent übersteigt. Die Tendenz dieser Bestimmung ist durchaus berechtigt, sie kann aber zu Härten führen, die vermieden werden, wenn auch hier das Gesetz nur die Möglichkeit, dieses Verfahren? vorsieht, nicht aber dieses Verfahren direkt verschreibt. Es wäre sogar durchaus . gerechtfertigt, die Möglichkeit der Kürzung der Pension auch dann vorzusehen, wenn der pensionierte Beamte eine dauernde Nebeneinnahme durch Beschäftigung in industriellen Betrieben (Verwaltungsrat, Auffichtsrat u. dgl. mehr) erzielt, zumal der Gesetzentwurf ausdrücklich verlangt, daß auch der pensiouierte Beamte die Genehmigung des Ministeriums zur Nebernahmc derartiger Stellungen einzuholen hat. Tie Härten, die mit der gesetzlichen Festlegung der vorgesehenen Kürzung des Ruhegehalts verbunden sind, würden sich namentlich bei Subalternbeamten zeigen, namentlich bei solchen, die vielleicht den Strapazen ihres Dienstes nicht mehr gewachsen sind lForstwart, Steueraufseher u. dgl.), die aber durch eine leichtere Dureautätigkeit (Schreiber- oder Rechnerstelle) als Pensionäre die finanzielle'Lage ihrer Familie bessern könnten. Bezieht z. B. ein Subalternbeamter mit einem Maximalgehalt von 1800 Mark eine Pension von 1620 Mark, so darf er nach dem Gesetz nicht mehr als 360 Mark an jährlichen Nebeneinnahmen verdienen (1620 plus 360 gleich 1980), einem Mehrerlös stände eine gleiche Kürzung der Pension gegenüber. In Wikel 10 des Gesetzes wird mit vollem Recht von den pensionierten Beamten gefordert, „sich der Achtung und des Ansehens, die sein Stand erfordert, würdig zu erweisen"; die Folgerungen aber, die im Artikel 9 der Ergänzungsbestimmungen über die TiStziplinarverhältmsse daran geknüpft werden, scheinen uns bei demnächstiger Beratung in der Kammer einer gründlichen Erwägung wert. Es ist uns bekannt, daß auch in weiteren Kreisen der Beamten schon auf >ie Bedenklichkeit dieser Folgerungen hingewiesen worden ist. Tie Besorgnisse, die hier gehegt werden, kommen u. a. zum Ausdruck in der „Zeitschrift süddeutscher Finanz- beamten" Nr. 10, Oktober 1903. Es heißt dort: „Im allgemeinen kann man mit dieser Forderung des Artikels 10 einverstanden sein, aber die Folgerung, die die Regierungsvorlage hieraus zieht, indem sie sämtliche m den Ruhestand versetzte Beamte bezüglich ihres Wohlverhaltens ständig unter die Disziplinargewalt der Ministerien stellt (Artikel 9) der Ergänzungsbestimmnngen über die Dis- ziplinarverhältnisse), mit der Strafandrohung des Verlustes des Titels und Ruhegehaltes oder eines Teils der letzteren, so ist dies so weitgehend und ungewöhnlich, die Freiheit und Selbständigkeit des pensionierten Beamten beschränkend, daß hiergegen Stellung genommen werden muß. Der in Ruhestand getretene Beamte steht wie jeder andere Staatsbürger bei Verfehlungen unter dem Strafgesetzbuch. Bei Vergehen von Beamten außer Dienst siird die ordentlichen Gerichte nach wie vor zuständig. Tie Aberkennung des AnspruW auf Ruhezehalt müßte auf die Fälle beschränkt bleiben, in welchen lurdj strafrechtliche Verurteilung auf Unfähigkeit eines Pen- ionärs Zur Belleidung öffentlicher Aemter erkannt wor- ren ist. Tarüber hinausgehende Kontrollen werden kaum m einem andern Bundesstaate bestehen. In der Begründung der Vorlage ist auch nur auf § 123 des badi- chen Beamteugesetzes hingewiesen, der sich aber auf im Dienste begangene Pflichtverletzungen nrittlerweile pensionierter Beamten bezieht. Taß der Begrift des „würdigen und unanstößigen" Verhaltens sehr dehnbar ist, namentlich auch auf dem Gebiete des politischen und sozialen öffentlichen Lebens, darüber dürfte kaum ein Zweifel be- Die vorstehenden Betrachtungen beweisen, daß die Tendenz des Gesetzentwurfes eine den Beamten durchaus wohlwollende ist, daß aber einzelne Punkte doch einer aufklärenden Besprechung und Beratung in der Kammer unterzogen werden könnten Srvtsthes Keich. Berlin, 8. Febr. Der Kaiser empfing heute im Schlosse u. a. den Architekten Bodo Mchardt. — Reichskanzler Graf Bulow empfing eine Abordnung de§ Verbandes der Kriegsfreiwilligen von 1870—71, die ihm das Diplom als Ehrenmitglied überreichte. Graf Bülow betonte in seiner Erwiderung, daß er die Bestrebungen des Verbandes voll würdige, daß auch er die Erinnerungen an 1870—71 zu den schönsten seines Lebens rechne, und das? diese Erinnerungen ein unerschöpflicher LebenS- born für alle Mitkämpfer jener großen Zeit bleiben würde. — Die „Tägl. Rundschau^ hört, der Chef deS General- stabS, General der Kavallerie, Graf Schlieffen, sei mit der heimischen Oberleitung des HererofeldzugeS betraut. — Zum Arbeiterschutz in der Petroleum-Industrie hat der Staatssekretär Graf Posadowsky unter Hinweis auf die in Nordamerika beobachteten spezifischen Erkrankungen von Arbeitern in Betrieben zur Gewinnung oder Verarbeitung von Rohpetroleum Erhebungen anstellen lassen, insbesondere auch darüber, ob Erkrankungen beobachtet sind, die auf die Einwirkungen des RohpetrolcumS zurückzuführen waren; zutreffendenfalls, von welcher Art diese Erkrankungen waren, wie lange sie gedauert imb welchen AuSgang sie genommen haben; ob und wo aus Anlaß solcher Erkrankungen besondere Schutzmaßregeln bisher vorgeschrieben worden sind. — In Bezug auf den Verlag der „Freisinnigen Zeitung" wird in der nächsten Zeit insofern eine Aenderlmg erfolgen — selbstverständlich ohne jede Aenderung in der politischen Richtung oder Haltung der Zeitung — daß als Verlegerin anstelle der „Aktiengesellschaft Fortschritt" eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung tritt. Die neue Gesellschaft wird in derselben engen persönlichen Beziehung zum geschäftsführenden Ausschuß der Freisinnigen Volkspartei stehen, wie es bei der Aktiengesellschaft Fortschritt der Fall ist. Diesen Sachverhalt, so schreibt die „Frs. Ztg.", verdreht der „Vorw.", indem er ihn fälschlich so darstellt, als sei die „Freisinnige Zeitung" in „finanzielle Schwierigkeiten" geraten. Soweit überhaupt die neue Gesellschaftsbildung zugleich größere Geldmittel mit sich bringt, sind dieselben bestimmt, mehr Spielraum zu schaffen für die weitere Ausgestaltung und Verbreitung der „Freis. Ztg." Breslau, 8. Febr. Die russischen Studenten werden neuerdings streng überwacht; mehrere wurden von russischen Geheimagenten auf der Straße angehalten und vor einem weiteren Besuch sozialistischer Versammlungen, sowie dem Weiterhalten revolutionärer Zeitungen gewarnt. Koburg, 8. Febr. Dem heute eröffneten koburg* gothaischen Landtage ist ein Gesetzentwurf zugegangen, welcher die bisherige öffentliche Landtagswahl aufhebt und die geheime Zettelwahl mit Wahlkuverts und Jsolier- raum bei den Urwahlen einführt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Februar 1904. ** Zur Vermehrung der Kriminialpolizei in Gießen ist es, wie man uns von verschiedenen Seiten versichert, notwendig, zu betonen, daß die Bemerkung des Land- gerichtsratS Dr. Schäfer in der letzten Stadtverordnetensitzung, „die Kriminalpolizei in Gießen sei nicht die beste", lediglich so verstanden werden muß, daß die Beamtenzahl nicht genüge und die Organisation nicht richtig sei. Dies ist insofern selbstverständlich, als die vom Polizeiamt beantragte Vermehrung und Reorganisation der Kriminalpolizei zur Tagesordnung stand. Davon, daß die Fähigkeit der Beamten angezweifelt worden sei, kann gar keine Rede fein, im Gegenteil hat Landgerichtsrat Dr. Schäfer das besondere Geschick und die erwiesene Fähigkeit des Kriminalschutzmanns Pfeffer, dem z. Z. die Kriminalangelegenheiten obliegen, hcrvorgehoben, wie er für die Vermehrung und Reorganisation der Kriminalpolizei eingetreten ist. " Personalveränderungen der Ober-Post- direktion Darmstadt. Verliehen wurde: Von dem Kaiser von Rußland: dem Postdirektor Schad in Darm- stadt der Ruff. St. Stanislausorden 2. Klaffe, dem Ober- Postpraktikanten Arnold und dem Postsekretär Wlßmann in Darmstadt der St. StaniSlauSorden 3. Klaffe und dem Ober-Postschaffner Haustein in Darmstadt die Silberne Medaille zum Stanislausorden. — Versetzt wurde: Post- assistent Massoth vvon Butzbach nach Moers. — Gestorben ist: der Postdirektor a. D. Amelung in Darmstadt. ** Die Februarversammlung des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins und die damit verbundene Versammlung der Süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller kommt am 11. Februar d. Js. mittags 12 Uhr und zwar nicht rote üblich in Mainz, sondern in Frankfurt a. M. im Hotel Schwan zur Abhaltung. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Generalsekretärs H. A. Bueck-Berlin über Arbeitgeberverbände. 4- Waldgirmes, 7. Febr. Zu der am Donnerstag hier anberaumten Gemeinde-Nutzholzversteigerung hatte sich eine ungeheure Menschenmenge eingefunden, neben vielen Holzhändlern vor allem viele Handwerker. In der Tat war eine Auswahl geboten, wie sie wohl nirgends in der hiesigen Gegend zum Ausgebot kommt. Allgemeine Bewunderung erregten die stattlichen Eichenstämme, deren Zahl etwa 230 betrug, darunter auch ein Riese von 3,47 Festmetern, welcher von einem Geschäftsmann aus Gießen für 234 Mark erworben wurde. Darm stadt, 8. Febr. Von den drei an den Folgen der Vergiftungsaffäre im Elisabethenstist liegenden Schiwestern geht es einer recht schlecht, während die beiden attoeren sich auf dem Wege der Besserung befinden. fc. Vom Odenwald, 7. Febr. Am 21. Februar findet auf Schloß König i. O. die Taufe des am 4. Januar geborenen Sohnes des Erbprinzen von Erbach-Schönberg statt. Zu der Feier treffen der König und die Königin von Württemberg, die Königin Wilhelmine der Niederlande und der Prinzgemahl Heinrich, sowie der Großherzog von Hessen in König ein. r. Mainz, 7. Febr. Die hiesigen Post- und StaatSeisenbahnbeamten haben eine Petition an den Reichstag gerichtet, in der sie unter Hinweis auf die hohen Miet- und Teuerungeverhältnifie in Mainz um Ver- etzung von Mainz in die Servisklasse A nachsuchen. Die mittleren Beamten würden dadurch statt des Wohn- ungSgeldzuschusseS von 432 Mk. einen solchen von 540 Mk. beziehen. Die Stadt gewährt don Lehrern 600 Mk. WshnungSgeld. (r) Mainz, 8. Febr. Auf Beranlassung der hiesigen Staatsanwaltschaft wurde der frühere Eichmeister des Eichamtes in Oppenheim, Adam Prier, verhaftet imi> gestern abend in das Mainzer Äepmgnis ei«-. WWUMWWN Wetter t?D 9 H Februar 4- am 7.-8. Telephonischer Kursbericht« Frmnktnrt ». *»., . 9Februar nun 117.00 4250 2» 9" 203.75 217.10 137.50 186.73 194.50 5,6 6,1 5,7 97 96 93 2 4 4 4,9 l- C. 1,7 ° C. Februar 1904. Höchste Temperatur Niedrigste Deft Kredit. Deutsche Barr? Darmstädter Bank Bochumer Guß . + 3,4 4- 4,9 + 4,0. 1904. . 26.0» . 84.00 . 102.00 . 89.65 . 102.15 . 89.60 . 100 50 . 99.50 . 101.40 99.75 . 98.50 . 101.10 . 58.09 . 57.50 Bed. Himmet „ Himmel Regen 205.60 217.50 139.25 187.— Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Heesen Oberheeeen 5$ «j eo GROSSHERZOGLHESS HOFLIEFERANT ■“ ” KAISERLICH RUSS HOFUEFERANT Firma von Weltruf.Tonangebend für moderne VORNEHME InNEN-DeKORATION. NUR SELBST FABRIKATION NACH ORIGINALENTWÜRFEN DES EIGENEN Ateliers u. der hervorragendsten Künstler des In- und Ausl an des. Grösste permanente Ausstellung geschmackvoll arrangirter Wohnräume. Auf Wunsch Vorschläge und Vorlage von Skizzen ohne Verbindlichkeit. 732,9 729,8 732,3 * Hetzer den Brand in Baltimore wird noch berichtet: Bereits um 6 Uhr abends war die Hitze so groß, daß die Feuerwehr nickt in die Nähe der brennenden Gebäude kommen konnte. Nauck und Staub waren so stark, daß die Löschmannschaft zu Dutzenden erkrankte. In den Hospitälern liegen bereits mehr als 100 Verletzte, darunter der Chef der Feuerwehr, der unter eine zusammenstürzende Mauer geriet. Die Stadt ist taghell erleuchtet, obwohl die gesamte künstliche Beleuchtung versagt. Der vom Brande verursachte Luftdruck trägt die Feuerbrände in entlegene Stadtviertel und setzt dort weitere Gebäude in Flammen. Mehrere Banken sind grrrcrvn- ^nr^oeryainmg skUT Tvegen vergütend« Ttn r er- schlagungen und Urkundenfälschungen Bei dem Eichamte in Oppenheim erfolgt sein. Mainz, 8. Febr. Eine junge Dame auS der ersten hiesigen Gesellschaft wollte, wie das „M. Tgbl." berichtet, an einem der letzten Abende einen Ball besuchen, der in einem nicht weit von ihrer elterlichen Wohnung entfernten Hause abgehalten wurde. Die junge Dame stieg in ihrem Ballstaat in eine Droschke, die den Auftrag hatte, sie die kurze Entfernung bis zu dem betreffenden Haus zu fahren. Statt besten fuhr der Kutscher nach der Rheinallee; er beachtete die Zurufe der Dame nicht, sondern raste immer weiter bis nach der Jngelseimer Au. Dort sah die Wageninsastin in einer Kantine Licht und in ihrer unbeschreiblichen Angst sprang sie aus dem Wagen, um sich in das erleuchtete Häuschen zu retten. Zwei darin weilende Arbeiter nahmen sie sofort in Schutz und brachten das Mädchen, das sich durch ihren mutigen Entschluß aus einer sehr gefährlichen Lage befreit hatte, zu ihren Eltern nach Hans. Der Kutscher war mit Wagen inzwischen davongejagt. Der Mensch soll sinnlos betrunken gewesen sein. Nieder-Ingelheim, 7. Febr. Vor einiger Zeit wurden auf einem dem Obst- und Gartenbau-Verein der beiden Ingelheim gemeinsamen Versuchsfelde vorschiedene Male zusammen weit über 100 Frühobst bäume vernichtet. Neuerdings fand man auf mehreren Obstfeldern hier an der Steig 10 sehr kräftige Obstbäume von oben bis unten vollständig geschält. Hier scheint kein Racheakt, sondern krankhafteZerstörungswut vorzuliegen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und tzen Nachbarstaaten. In Frankfurt verunglückte ein junger Italiener namens Pelligrini dadurch, daß er bei dem Versuch, einem Trambahnwagen nachzulaufen, gegen einen Hydranten rannte. Ec trug so schwere innere Verletzungen davon, daß er nach kurzer Zeit verstarb. — In Oberndorf feierte am 7. Februar Gemeindevorsteher Diehl sein 25jähriges Amtsjubiläum. — Das Schweinefleisch ist in Worm S, wie aus einer Anzeige der Fleischerinnung heroor- geht, etwas billiger geworden. Es kostet von jetzt ab bei allen der Innung angehörigen Fleischern nur noch 60 Pfg. per Pfund. — In Bieber bei Rodheim wurde für die Oberförsterei Strupbach die erste Brennholzversteigerung abgehalten, welche ziemlich stark besucht war. Der Raummeter Buchenscheitholz wurde durchschnittlich mit 8 Mark bezahlt. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Roten Adler-Ordens zweiter Klaffe mit Eichenlaub dem Polizei- Präsidenten Frhrn von Müffling in Frankfurt. — In Wetzlar wird die KarnevalSgesellschast ,®u Merkst Du was" am kommenden Sonntag nachmittag eine Kappenfahrt durch die Stadt unternehmen; die städtische Kapelle ist hierzu bereits gewonnen, ebenso haben einige Fuhrunternehmer ihre Wagen zur Verfügung gestellt. — In Leihgestern hielt am letzten Samstag abend der Kriegerverein „Hassia" seinen Familienabend, verbunden mit Kaisers Geburtstagsfeier in dem prachtvoll dekorierten Saale des Wirtes Arnold ab. BO/0 Mexikaner . . tVs'Vo Chi nee en . . Electric. Sch ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diekonto-Kommandit Darmetädter Bank . Dresdener Bank * . Berliner Handelegee. Oeeterr. Staatebahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum..... . 93.00 . 10300 . 199.40 der fahrlässigen Tötung seines eigenen Kinde- angeklagt. Der Angeschuldigte nahm in der Nacht des 11. November sein 2 Monate altes Zwillingskind Katharina zu sich in sein Bett. Seine Frau warnte ihn noch, ja acht zu geben, damit das Kind nicht ersticke und unter die Bettdecke gekate. Am anderen Morgen lag das Kind unter der Bettdecke mit dem Gesicht auf der Matratze und war tot. Der Sachverständige Dr. Fr es en ius- Worms führte in seinem Gutachten ans, daß der Tot des Kindes durch Ersticken eingetreten. Der Angeklagte wurde für seinen Leichtsinn mit 3 Monaten Gefängnis bestraft. Wegen Herausforderung zrim Zweikampf auf Säbel ohne Binden und Bandagen verurteilte die Karlsruher Strafkammer den Studenten Heinr. Holomoucky auS Köstritz (Neuß j. L.) zu zwei Wochen Festungshaft. Der Student Fritz Meiß aus Lörrach erhielt wegen Kartelltragens drei Tage. Vermischtes. ♦ Lübeck, 8. Febr. Ein 24jähriger Diensttnecht ans Westfalen wurde in Lützenb-urg ermordet auf gefunden. * Budapest, 8. Febr. In Agram beging eine Schar Artilleristen Ausschreitungen. Es führte zu Zusammenstoß mit der Menge. Die Artilleristen zogen blank, die Polizei schritt ein. Letztere sowie die Volksmassen verfolgten die flüchtenden Soldaten bis zur Kaserne, wo sie die Auslieferung der Exzedenten forderten. Ein Unteroffizier verweigerte dies, ein Soldat schlug den Poli- zei chef mit dem Seitengewehr, daß dieser schwerverletzt wurde. Der Soldat tmrrde festgenommen. * Graz, 8. Febr. Auf dem Hanseberge in Obersteier- mark wurden 5 Holzknechte von einer Lawineverschüt- 8. 8. W. Harpener Tendenz: schwach. Sandel und Verkehr. Dolksmirtschast. Berliner Börse vom 7. Februar 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Japan Eingesandt. (Für Form und Inhalt auer unter Dtcfer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lang-Göns, den 8. Februar. Kunst und WiffenschasL — Aus Frankfurt wird uns heute mitgeteilt, daß Wilhelm Jordan zu fernem 85. Geburtstage vom L a n d g r a f en Ale^s von Hessen einen prachtvollen Blumenkorb erhielt. — Das Befinden'des greisen Dichters ist heute weniger znirleden- stellend. — In unserem gestrigen Artikel rst ein sinnstörender Druckfehler enthalten; es heißt von den Nwelungen" rrchtrg: „Drese geniale Dichtung hat durch ihre ko ossa e Gedankenwucht, durch die u n o e r g l e i ch l i ch e (statt „unglaubliche") Verbindung re. ac. auf derartige Äußerlichkeiten sonst nicht zu achten. Das Verhalten des Blochmann siel jedoch auf, und als er den Dienstraum verlaffen und man die Tür hinter ihm geschloffen hatte, bemerkte der Stationsvorsteher zu einem Beamten: „Man sollte doch ein Schild anbringen: Bitte, den Hut ab» .zunehmen!" Blochmann hörte dies draußen durch die dünne Glastür, brüllte laut: Was wollen Sie? und wollte den Dienstraum wieder betreten. Der Beamte antwortete ihm ruhig: „Die Sache ist erledigt, bitte, gehen Sie nur. Man sollte von einem Herrn mit Ihrer Bildung erwarten, daß er in einem könig lichen Dienstraum den Hut abnimmt." Die in anmaßendem Ton gegebene Antwort war: „Ach, 'haben Sie sich nur nicht so mit Ihrem „Königlichen", Sie Flegel!" Der beleidigte Beamte verlangte nun von dem Stationsvorsteher die Feststellung des Beleidigers. Der Vorsteher ersuchte den Blochmann nunmehr vier mal, den Hut abzunehmen, da er sich in einem königlichen Dienstraum befände. Blochmann antwortete jedoch mit „Rein!", worauf der Stationsvorsteher bemerkte: „Wenn Sie den Hut nicht abnehmen wollen, werde ich ihn abnehmen', er ergriff den Hut mit zwei Fingern, nahm ihm die Kopfbedeckung ab und legte diese auf den Tisch. Blochmann erhob nach dieser Entblößung seines Hauptes ein großes Geschrei, rief: -Fassen Sie mich nicht an, sonst werde ich tätlich", riß den Hut an sich und versetzte dem Stationsvorsteher mit geballter Faust drei Schläge ins linke Auge und gegen die Schläfe. (Roch nach vier Tagen waren am Kopfe des Beamten starke Anschwellungen benterkbar.) Die anderen Beamten rissen nun Blochmann zurück, und hierbei mag er wohl auch eine erklärliche Schramme oder Beule abbekommen haben. Darauf ließ man den „unartenlosen" Doktor ruhig seiner 'Wege gehen, der beim Verlassen des Raumes noch die Bemerkung machte: „So etwas kann einem nur bei königlichen ^Beamten passieren." . 183.00 . 134.00 . 144.00 . 147.60 . 135.00 . 14.00 . 189.00 . 222.00 . 181.00 186.00 tet Nur 2 wurden gerettet. • Ein Dr. Blochmann auS Berlin soll, wie vor ein paar Tagen gemeldet wurde, in Kaulsdorf, als er im Stationsgebäude eine Zuschlagskarte löste, ohne den Hut abzunehmen, in grober Weise von dem dortigen Stationsvorsteher und mehreren Beamten wörtlich und tätlich beleidigt worden sein. Die antisemitische „Staatsb.-Ztg.", die alsbald feststellte, daß Dr. Bl. Israelit ist, gibt nun folgende Darstellung von dem Vorgänge: „Blochmann betrat das Stationsgebäude mit brennender Zigarre im Munde und dem Hut nach orientalischer Manier auf dem Kopfe. Die mit Arbeit überlasteten Beamten der Station pflegen $lriir|te Meldungen. Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Harpener Bergbau . . 196.25 Tendenz: Matt. Kerichlssaal. ä M ainz, 6. Febr. Vorder Strafkammer war der 23jährige Fabrikarbeiter August Kragus aus Worms Ludwig Alter Hof-Möbelfabrik PREIS-PLAKETTE, rx . „ GOLD DARMSTADT DARMSTADT. MEDAILLE 1901. —> -es TVRIH1902. verbrannt. Direktoren und Angestellte schaffen eifrig Wertpapiere und Bücher weg, indessen werde für das Stahlgewölbe der Banken, das große Summen an Papiergeld enthält, Befürchtungen gehegt, daß es der Rotglühhitze zum Opfer fallen wird. Die Gesamtzahl der niedergebrannten Käufer beträgt 700. Montag nachmittag wütete das Feuer immer noch Gebäude auf einem Raum von 140 Morgen sind niedergebrannt. Tie Straßen sind an vielen Stellen zehn Fuß hoch mit Trümmern bedeckt. Eine mili-l Die H u n st a d en st r a ß e in unserem Ort ist in einem torische Bewachung ist eingerichtet. Die Ordnung ist nicht schrecklichen Zustand, daß Abhilfe dringend geboten erscheint. Die gestört. Aus Washington sind Pioniere mit großen Mengen Bewohner der Straße haben seit Langem darunter zu leiden und Schießbaumwolle unterwegs, um durch Sprengung dem hoffen, daß der Ortsvorstand die Sache endlich in die Sand nimmt. Feuer die Nahrung zu entziehen und so die Weiterausdehn- Es wurden früher für die Nmbessernng der vunstadenstraße 6000 unq zu hemmen. Bürger aller Klassen verlassen die Stadt, Mark vorgesehen, aber bis heute hat noch niemand wieder daran Hunderte von Äfiffen, die in dem Hafen liegen, gingen gedacht. ^iehrere Bewohner. in See, um den Flammen zu entgehen. Der bisher an- ■—— ~ , gerichtete Schaden wird auf 200 bis 300 Millionen Meteorol0stNme Beobachtungen Dollars geschätzt. der Station Gießen. und Rußland führte heute zu einem Verkaufsandrang, wie er hier : kaum erwartet worden war. Verstimmend wirkte dazu noch die 8 | Veröffentlichung des englischen Blaubuchs in der Tibet-Angelegen- 8‘ heit und die Nachrichten vom Balkan. Da auch der Kaffamarkt l g' allseitige scharfe Rückgänge aufwies und die anfängliche Deckungs-1 lust Londons durch forcierte hiesige und Pariser Abgaben erschöpst wurde, schließt man hier nahezu zu den niedrigsten Kursen. Arn besten behauptet blieben amerikanische Werte, für welche offenbar in London Kaufordres vorlagen. Wir unterlassen es heute, Prämien- offerten zu machen, da die Sätze bei den großen Schwankungen zu unverlaffig sind und bitten eventuell um gefl. feste Ordres. Privat-Diskont 21/, Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Gotenburg, 9. Febr. Ein Liebesdrama hat sich hier abgespielt. Ter Kapitän Lindbom gab sich und seiner Geliebten durch Gift den Tod. Paris, 9. Febr. Telcassä empfing den japanische« Gesandten, der sich dahin äußerte, er habe zwar nicht _ „ o ,r . . m ,, - ..-.^i offiziell eine Bestätigung der Geriichte erhalten, wonach Berlin, 8. Febr. Der Abschluß der Nationalbank für Handelsschiffe unter russischer 587171 *33 ™b sMbw bÄXÄilSU j.J« v°n>°n J'°Pan-ru ^genommen w°r. ein verfügbarer Reingewinn von 3 703174.65 Mk. Der für den den feien, erklärte aber daß der Kriegszustand t a t- 26. März er. cinguberufenben Generalversammlung wird die Ver-I sächlich begonnen habe. teilung einer Dividende von 5 Proz., die Zuweisung von Wien, 9. Fabr. Der Kommandant des österreichischen 40 000 Mark an d-n Bearntenpensions- und Unterstützungs-Wachtpostens in Peking telegraphierte, daß die russische sonds und ein nach Abzug der Tantiemen rc. verbleibenderGe- Flotte aus Port Arthur ausgelaufen sei und winnvortrag aus neue Rechnung mit 312 080.84 Mk. vorgeschlagen ^e japanische Regierung auf 40 Schiffen iverben. ... , . Ä Ml- »bri&n ih« «m; röte o. JoucguiöreS vom Reichsamt des Innern, von der Hagen Pathie für Rußland aus. Die „Wetscherna Posta" fordert vom Handelsministerium rc. Die Versammlung nahm einstimmig sogar auf, die bulgarische Armee zu mobili- eine Resolution an, welche die Regierueg ersucht, sie möge bem fieren, um Mazedonien in Schach zu halten. für deutsche Kauffahrteischiffe durch kaiserlichen Erlaß vorn 1. April Konstantinopel, 9. Febr. Ein Jrade des Sultans 1905 an oorgeschriebenen Ruderkommando internationale£®iltig- 5e«cblt dem 2. Armeekorps sofort zwei neue strate- text verschaffen und die Lootsen anwelsen, auf ihren Schiffen nur . ,, Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweme- fleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleffch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 64—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 65—74 Pfg_ Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50-6,00 Mk., Weißkraut per Stück 5—7 Pfg^ per Zentner 1.3Ö—1.60 ML, Zwiebeln pr. Zentner 4^0—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 ML, in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 35—40Pfg. 1382 Gießen-Singapore. Die glückliche Geburt etne§ Junge« zeigen an Sigmund Katz und Frau. U 1 WAGG/ 'inWirrfeln. für 2 gute Teller Suppe vou Wohlgeschmack sind. Bestens Adolf Lenhar 1353 Bekanntmachung. Die Beerdigung findet Donnerstag den 11. Februar, nachmittags 2% Uhr, in LaunSbach statt. Danksagung. Für die Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Onkels Todes-Anzeige. Gestern mittag verschied unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Heinrich. Schneider ® Werkmeister nach längerem Leiden im 56. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Herrn Friedr. Wilh. Locbcr sagen allen herzlichen Dank Die Hinterbliebenen. Die trauernde« Hinterbliebenen. Lmmsbach, den 9. Februar 1904. 0657 O ■■ Krmrer-KaU Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. und bet Behörden gut Gewinnbringende 26 66 98 ist 10 2 rm Stocks 1329 rm Rsr. 1374 1386 Braubach. holl Die hm, Baurat. 1380 800 10 12—23 m Länge ----- 30 fm, Kiefernstämme, 30 fm haltend, Fichten-Derb- und Reisstangen, 18 fm haltend, rm Bohnenstangen. Das Holz ist ohne Rinde gemessen. Der Anfang Vl». iü ÄK»!z-8ttßelgems Gemeinde- und Markwald zu Muscheuheim. Montag de» 15. Febrrrar, morgens 10 Uhr, werden teigert: > Eichen-Schnittholzstämme von 40—t?5 cm mittl. Durchmesser, 4—18 m Länge — 40,4 fm haltend, > Eichen-Bauholzstämme von 28—52 cm mittl. Durchmesser, 5—15 m Länge, zusammen 46,35 fm, ! Fichtenstämme von 13—30 cm mittl. Durchmesser, vou unerreichter Güte und empfohlen von Frankfurterstraße 66. Bohne«, weiß Erbse«, gesch. Erbsen, uugesch. Erbsen, grüne Linsen a PACKET.25 PFENNIG. Sie werden den Versuch nicht bereuen!- -a Zn haben in Apotheken und Drogerien. Patent vorhanden. Gefl. Offerten unter 8. Iv. 1360 an die Exped. d. Bl. erbeten. Holzverkauf Königliche Odersörsterei Krofdorf. Donnerstag den 18. Februar 1904, vormittags Uhr, kommen in der Freuud'schen Wirtschaft in Krof- AM" Frei g. Rch«. vou 41/, Mk. Ä Ranchaale */ Psd. ff. Lachs 8 Dos. ea. 60 Rollmps., Oelsard. u. Delikateß- der. u. noch 40 Ostseedückt. Rur folg.Bor.! E. 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Die Arbeiten uud Lieferungen zur Erbauung einer Quellwasserleitung für die Gemeinde Wiefeck, bestehend in der Herstellung von 7300 Meter Guß- oder Mannesmannrohrleitung, der Lieferung und dem Embauen von 120 Schiebern und Hydranten, der Herstellung von 500 Hausanschlüssen und der Herstellung eines Hochbehälters von 200 cbm Inhalt sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebote, die sich sowohl auf sämtliche Arbeiten und Lieferungen, als auch auf einzelne Titel des Voranschlags beziehen können, sind bis Donnerstag den 25. Februar l. FS., vormittags 9 Uhr, bei der Gvoßh. Bürge rmest'terer Wiefeck, wo alsdann die Eröffnung derselben stattsindct, abzugeben. Die Pläne und Bedingungen liegen im Bureau des Unterzeichneten — Brandplatz 9 Zimmer Nr. 23 — zur Einsicht offen und können Angebotsformulare dort gegen Erstattung der Selbstkosten in Empfang genommen werden. Gießen, den 8. Februar 1904. Der Großh. 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Den Besitzern solcher Stücke wird jedoch frei gestellt, deren Zursfuß auf 3l/zo/o herabsetzen zu laffen; aus derart umgewandette Stücke zahlt die Stadt Meßen eine einmalige Vergütung von 1%. Die umzuwandelnden Stacke sind im Lauf des Monats Tiara mll den nach dem 15. Mar fällig werdenden Zinsschemen nebst Erneuerungsschein unter Beifügung eines doppelten Nummernverzeichnisses bei einer der nachbenannren Einlösungsstellen vorzulegen. Das eine Starnmernverzeichms wird mit Empfangsbescheinigung sofort zurückgegeben. Die abgestempelten Stacke mit neuen Zinsscheinbogen und der Herauszahlung mit leL rönnen in der Zell vom L bis 14. Aiai bei der Hinterlegungsstelle gegen Rückgabe der Empfangsbescheinigung entgegen genommen werden. Die Verzinsung der nicht umgewandelten Stücke hort mll dem 14. Mai ds. Js. auf. Die Umwandlung unb die Einlösung der nicht umgewandetten Stücke erfolgt: bei der Stadckaffe Gießen, bei dem Bankhause Aron Heichelheim in Gießen, bei dem Bcullhauje Gebr. Neustadt in Frankfurt a. M. Gießen, den 8. Februar 1904. 1266 Gr. Bürgermeisterei Gießern Mecum. Vorzügliche frische Vogelsberger üurtMtt Süßrahm-Tafelbutter frische Landeier soeben eingetroffen bei (998 E. EL lughardt Inh.: August Wallenfels Marktplatz 15. Telephon 390. Winterschuhe zu billigsten Preisen empfiehlt Friedrich MagunS, 126 Weidengaffe 10. NeveMM-Kartoßelll p. Pfd. 15 Psg^ empfiehlt 11379 L Steinhäuser _______Neuen Baue 17._______ R 11 kaufm. tu sonst. ArutK- B g I /k hrcherr, Broschüren u. il B |o Werke liefert prompt 1und billig die best- Lfl.ll V eingerichtete N»chdr»Lerei von Konrad & Kokztnger 1230| in Ku«gen. O Man verlange unsere Preise. 0 Polster- und Tapezier-Ar- bette« fertigt 0554 Carl Reh, West-Anlage 25, pt. 1369s bei Gebrüder Berdnx. Selbst eingemachtes vorzügliches Sauerkraut Salz- und Essiggurken; empfiehlt 1296 A. Koch Nachfolger, Schulslr. Wahill-LchlbM, Pfd. 1.15 Mk., Landeier, Mz L. Kalkhof Rachf. (H. Erle). rm Hinterwald beim Eichen-Schnittholz. Muschenheim, am 7. Februar 1904. Gvoßherzogliche Bürgernreisterei Muschenheim. ______________________Becker.__________________1368 SubmWons-Kolzverkauf. Das in den Waldungen der Gemeinde Haufen Distrikt Bruch, Beckerswald u. s. w. lagernde Stamm- und Stangenholz und zwar: 2 Eichen-Schnittholzstämme ----- 2,68 fm, 88,03 fm Fichtenstämme, 31,07 fm Kiefernstämme und 5,54 fm Fichtenderbstangen soll im SubmissionSwege verkauft werden. Unter den Kiefernstämmen befinden sich 3 Schnittholzstamrne mll 2,68 fm. Das Fichtenholz eignet sich meistens zu Sparren uud Balken. Diesbezügliche Gebote können auf jedes Sortiment und Holzart getrennt, und auch zusammen, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bis zum 15. d. Mts., mittags 2 Uhr, bei der mrterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht werden, woselbst alsdann die Eröffnung m Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Hausen, den 8. Februar 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. Müller. 1371 ^insendrmg von 150 Mk. durch das städtische Tiefbauamt Großh. Bürgermeisterei, IZimmer 6 bezogen werden. Ebendaselbst liegen in den Dierrststunderr die Vedingungsunter- lagen zur Einsicht auf. Auskunsr erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmick, Darrrr- stadt, Mühlstraße 60. Dte Angebote sind versiegell und mit der Aufschrift: „Angebot auf die Lieferung von Zemcutrohreu" bis zum 29. Februar d. I. portofrei bei dem städtischen Tresbauanll einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote am genannten Lage vormittags 11 Uhr un Leisem etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 8 Wochen. Gießen, am 5. Februar 1904. Städtisches Tiefbauamt. I. Saathafer, Juwel von Erfurt. reift mittelfrüh, wächst kurz ober stack in Stroh, ©erträgt die stärkste Düngung ohne zu lagern, liefert infolgedessen die höchsten Körnererträge. Bei der letzten Ernte wurden auf einem Plane trotz der großen Trockenhell im Vorsommer 25,25 Ztr. Körner pro Blorgen geerntet. II. Ligowo. Frühhafer, reift bei rechtzelliger Bestellung im Juli, verträgt infolge seiner Schnellwüchsigkeit stacke Düngung. Bei der letzten Ernte waren 58 Alorgen angebaut, hat bet 40 Pfund Aussaat 20 Ztr. Korner geliefert. Bei der letzten Landesausstellung in Gießen, wo beide Hafersorten ausgestellt waren, ist mir ein Ehrenpreis und die silberne Staatsmedaiüe zueckannt worden. Beide Hafersorten werden hoppelt gereinigt abgegeben i 100 Kilo Mk. 16.— ab Hof oder gegen Slachnahme zur Bahn bei J. Schuch Hof Lchleifsld bei Nidda. Säcke werden mit Mk. 0.40 pro Stück berechnet zugegeben, aber nicht zurückgenommen.1385 Ei« Versuch überzeugt, daß Pascoes 1 Brust-Pastillen <5 kaufet * KNORR- • Suppen & Haferniehi y