Dienstag 8. NovemberLS04 134. Jahrgang Erstes Blatt Schulflratze 1. Adresse Mr Depesche»,: Anzeiger Gtetzeu. Fernsprechanschluß Nr.51. vezug-pret», monatlich 75$t,DterteU jährlich Tlf. 2.20; durch Aohole- iL Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch disPost Mk.Ü.-^Vierrel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf« auswärts 20 Pfg. Verantwortlich füt den poftt und abgem. TeU: P. Wittko: Mr .Stadt und £anb* und .GerichtLsaatt: August Goetz; für den An« zeigenteil: Han8 Beck. Nr. L63 Vrscheiut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kcsfijchen Landwirt A die Gietzener Familien» U Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen An wers.-Buch-u. Stein* brudeteL 9u Langs. Are yeuirge Kummer umfaßt 10 Seiten, Innsbruck. Ein Mitglied der Redaktion her*„Münch. N. Nachr." weilte dieser Tage in Innsbruck und fand Gelegenheit, mit allen in Betracht kommenden Faktoren Fühlung zu nehmen. Es wurde auch vom Statthalter v. Schwartzenau zu einer längeren Unterredung empfangen. Ter Vertreter der ,.M. N. N." schildert in einem längeren Artikel die Auffassung der Innsbrucker Kreise und betont, daß der Zusammenstoß von deutscher Seite beabsichtigt war, während man auf italienischer Seite im voraus darauf gerechnet habe. Kein einziger deutscher Student war mit Schußwaffen versehen, während die ganze italienische Teilnehmerschaft, die beim allerersten Zusammenstoß auf der Straße war, in einer Reihe von etwa 40 Meter Länge ein Vistolenfeuer eröffnete. Tie Schuld an dem Eingreifen des Militärs gebe man dem Statthalter. Ter Korpskommandant Erzherzog Eugen habe die zweimalige mündliche Bitte um Militär auf das bestimmteste abgelehnt, und erst der dritten schriftlichen Aufforderung notgedrungen entsprochen. Ter Vertreter der „M. N. N." gibt dann wörtlich die Auffassung des Statthalters Frhrn. v. Schwartzenaü wieder. Tiefer gibt zu, daß die geradezu unverantwortliche Weise, mit der einzelne italienische Studenten vorgegangen sind, die Schuld trage, indem sie auf die anwesenden, nicht sehr zahlreichen deutschen Studenten R e v o l v e r s ch ü s s c abgaben. Tas Militär sei erst 'nach mehreren Stunden ausgerückt, als sich 'verschiedene Anzeichen geltend machten, daß. die , von ernsten Absichten beseelte städtische Mache nicht mehr die Situation beherrschte. Es sei nicht mit Ucberstürzung gebandelt worden, denn das Militär habe noch ’8A Stunden nach seiner Ankunft gewartet und sei erst eingeschritten, als sich zeigte, daß die Bemühungen des Bürgermeisters, das Publikum zum Auseinandcr- gehen zu veranlassen, nicht von Erfolg begleitet waren. Ter Statthalter verwahrt sich nachdrücklichst dagegen, daß man ihn für den bekannten traurigen Vorfall verantwortlich machen könne. Nur der rein zufällige Umstand, daß das Bajonett eines Soldaten etwa einen halben Fuß von der geraden Richtung abwich, oder daß der Getroffene im Gedränge nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte, fei die Ursache des traurigen Falles. Bezüglich der Heranziehung von auswärtigem Militär bemerkte der Statthalter: Seit Freitag mittag feien nahezu 10 Stunden lang in der Stadt anarchische Zustände eingetreten. Tie längere Fortdauer derselbe:: sei mit dem Ansehen des Staates unvereinbar erschienen. Von einer Provokation der Bevölkerung könne keine Rede sein. 11 eher das fernere Schicksal der italienischen Rechtsfakultät sich auszusprechen, sei ihm zurzeit unmöglich. Tie Ausschreitungen würden die Regierung zu einer Veränderung der Verfügungen nicht bestimmen. Gegenüber diesen Aeußerungen des Statthalters stellt der Berichterstatter der „M. N. N." fest, daß die anarchischen Zustande am Freitag nur in den Ausschreitungen unreifer Buben bestanden hätten, die die Fenster einwarsen, die Schilder herabrissen usw. Wenige Schutzleute hätten hier Ruhe halten können. Ernsthaft in Betracht kommende politische Kreise waren daran nicht beteiligt. Wie Universitäts- und städtischen Kreise seien darin einig/ daß die i t a l. Rechtsfakul töt in Innsbruck unmöglich geworden sei. Man sei fest entschlossen, auch das Provisorium fortan mit allen Mitteln zu verhindern. Tie „M. N. N." veröffentlichen ferner eine längere Zuschrift einer mit den Tiroler Verhältnissen vertrauten Persönlichkeit über die politischen Ursachen des Konflikts, in welcher betont wird, die Folgen des Unglücks könnten nur verschwinden, wenn die Politik, welche die östreicbische Negierung in der WälschUrolerfrage betreibe, eine gründliche Aenderung erfahre. Tie Tiroler Italiener ließen sich nicht versöhnen, weil sie nicht versöhnt werden, wollen. Jedes Zugeständnis an sie bedeute eine Forderung der antiöstreickn- schen Jrredenta. Turch das ganze östreichische Staatsinteresse sei es geboten, das Deutschtum in Tirol zu unterstützen, denn das Deutschtum repräsentiere das staatstreue Element, im Gegensätze zu dem mindestens staatsfremden, an Losreißung denkende Wälschtum. M Ter Leiter der Innsbrucker Polizei, Magistratsrat Neuner, hat die Strafanzeige gegen die alldeutschen Abgg. Franco Stein und S ch r e i t e r wegen öffentlicher Gewalttätig* leiten erstattet. Ter Rektor der Wiener Universität ersuchte das Universitäts- Rektorat zu Innsbruck, ihm die Namen derjenigen italienipben Studenten aus Wien anzugcben, welche mit Revolvern nach Innsbruck gereist sind. Tie deutschen Studenten der Universität Wien zogen am Montag nach einer Versammlung, in der eine Sympathiekundgebung für ibite deutschen Kommilitonen in Innsbruck beschlossen wurde, in geschlossenen Reihen vor das Parlamentsgebäude und demonstrierten auf dem Franzensring. Tas Wiener „Fremdenblatt" meldet: Tie Gerüchte von einer Demission des Kabinetts widerfprecheu vollständig den Tatsachen und sind auch absolut nicht von feiten der Regierung ausgegangen. . y , . . In Triest kam es im Theater zu einer d e u t jch?A er n o - l i ch e n Demonstration infolge der Vorgänge in Jnnsbruct. Ter Führer der Antisemiten, Ingenieur Dompeiri, nntßte das Theater unter den Rufen der Menge: „Hinaus mit o em Verräter", verlassen. ---- UoMische Tagesschau. ttrlcgSminisier Andrö erklärte in einer Unterredung, die in seinem Arbeitszimmer stattfand, er sei vollkommen erholt. Er hoffe,, am namiien Freitag in der Kammer bei der Interpellation über den tvau des Hauptmanns Cuignet seinen Mann stellen zu können, ^m .Kriegsministerium ist man trotzdem über den Gesundheitszunano Andrös noch imimr beunruhigt. Er erlitt am Samstag bei Unterzeichnung von Schriftstücken einen Schwächeanfall. Andr6 erteilte seinem Sohne, dem Leutnant Andr6, den formellen Befehl, UW sofort nach seiner Garnison zu begeben. Ein Duell findet also n *Cl) Inteansigeant" veröffentlicht folgende Erklärung S v v e - /ans' Da ich den Vater nicht stellen konnte, so hoffte ich den Sohn 'n tressen. Ter erstere sowohl wie der letztere verstecken sich nh !■ 6intct ben acrichtlichen Vcrkolguna-n Sie Men wahr- r,; rifh n eher her eine n o ch der andere eine Evrc U ibiVcn unbber Leutnant AndrSläßt auf her Wauqe bes Armeechefs die Schmach sidcn, die ich ii,m jÄÄ ,?,Sr NmMellt, war die jüngste A b st i m m u n a zugunsten des Kriegsministers A n d r 6 , die nur zwei Stimmen i Mehrheit ergab, irrig war. Drei radikale Abgeordnete, von ; denen das Amtsblatt versicherte, daß sie sich der Abstimmung enthalten hatten, versichern, daß sie ihre Stimme abgegeben • haben, sodaß sich eine Stimmenmehrheit von 5 Stimmen ergibt. 1 In der Kammer teilte Präsident Brisson mit, er erhielt das l Ersuchen um die Genehmigung zur Einleitung einer straf- r rechtlichen Verfolgung gegen einen T-evutierten. Es . handelt sich dabei natürlich 'um Syveton. Tas Ersuchen wurde t den Ausschüssen überwiesen. Tie Ausschreitung des Nationalisten S t; v e t o n wird übrigens i wahrscheinlich in wenigen Tagen vergessen sein. Durch diesen < Gewaltakt ist auf die Dauer weder die Stellung des Kriegs- j Ministers noch des Kabinetts gefestigt worden, denn das r a d i - . kale Ministerium hat sich unverkennbar a u s g e l e b 1, blickt ■ es doch auf ein für französische Verhältnisse ziemlich langes Bestehen zurück. Tie Frage bleibt also aktuell, wer , von den ; Mitgliedern des Kabinetts Combes sich in das neue Ministerium < hinüberretten werde. Nach allgemeiner Auffassung dürfte -daS ; nur dem Minister des Auswärtigen T e l c a s s 6 gelingen, der 1 für einen der gewiegtesten Staatsmänner gehalten wird, und : gegenwärtig im Zenith seines Ruhmes steht. In Wirklichkeit ist . Telccssss vom Glück begünstigt worden, wie kaum einer seiner ' Amtsvorgänger. Tie Erfolge seiner auswärtigen Politik sind nur ■ zum kleinen Teil sein Verdienst. Tie Anregung beispielsweise für den vielgerühmten französisch-englischen Schieds- > gerichts vertrag gab König Eduard, wie er. es denn . auch war, der der Vermittelung Telcassos bei den durch den H u l l e r Z w i s ch e n f a l l entstandenen Differenzen zwischen Ruß- land und England Vorschub leistete. Ter Einzige, der Delcasse das politische Konzept — es bezog sich auf den Balkan — verdarb und ihm dadurch das Prestige zu beeinträchtigen^ drohte, der russische Minister des Auswärtigen Graf Lamsdorff, sieht sich hinsichtlich der Einwirkung auf die inetrnationale Politik matt- gesetzt und auf einen wenig aussichtsreichen Kampf beschränkt gegen die ,,Großfürstenpartei" am russischen Hofe. Präsentiert sich also Minister Teleasss als der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht, so dürfte der Leiter des Marinewesens, Pellet an, als Ressortchef im Kabinett Combes zum, letzten Male Regierungsmitglied gewesen sein. Nicht sowohl die Einsetzung des parlamentarischen Ausschusses zur Untersuchung über die Zustände in der französischen Marine, als vielmehr die Unbeliebtheit Pelletans im Mariueoffizierkorps läßt die erneute Ueber- tragung des Portefeuilles an diesen originellen Politiker als ausgeschlossen erscheinen. Auch an der Spitze anderer Verwaltungen wird schwerlich Raum für ihn sein, da das radikale Element im nächsten französischen Ministerium wohl nicht mehr anzutreffen sein wird. * Einen wichtigen Antrag zur Kanal-Vorlage hat Abg. Tr. Am Zehn b off sZlrss eingebracht. Er beantragt, folgenden neuen Paragraph hinzuzufügen : Zur Turchführung der in diesem Gesetz beschlossenen Arbeiten wird hiermit ein aus Kommissaren der Regierung und Vertretern der verschiedenen in Betracht kommenden Interessenten zusammengesetzter Beirat gebildet. Ter Vorsitzende wird vom Könige ernannt. Tas Nähere wird durch königliche Verordnung geregelt. , Wenn in der Kommission der Antrag die Mehrheit findet, daß auf den neuen Wasserstraßen das staatliche. Schleppmonopol zur Einführung gelangen soll, dann sind die schicksalsreichen Kanalvorlagen endlich im Hasen. Denn dann glauben die Vertreter der Landwirtschaft darüber beruhigt sein zu können, daß die Wasserstraßen nicht die Einfuhr von Getreide fördern helfen. Ter Westfälische Bauernverei n,,gab dem S ch l e p p m o n o p o l seine Zustimmung, mit der Begründung, es könnten dabei die Abgaben für Kanalfrachten so hoch bemessen werden, daß durch 'die Einfuhr ausländischer Erzengnine die Preise für die Erzeugnisse der heimischen Land- und Forstwirtschaft nicht wesentlich beeinflußt werden. Man begreift, daß Kanäle mit hoch bemessenen Kanalfrachten, die der Staat eben durch ben Ausschluß des privaten Wettbewerbs in Bezug auf ben mechanischen Betrieb nach Belieben zu normieren vermag, mit einem Schlage die Wassersttaßeninteressenten sehr ernüchtert hat Bei dieser Sachlage wird es nicht in Erstaunen fetzen, wenn sowohl die Freisinnigen, als grundsätzliche Gegner bon Staatsmonopolen, wie die Nationalliberalen die mit solchem Bleigewicht versehenen Kanalprojekte, insbesondere den Rhein-Leine-Kanal ablehnen Allerdings würde dadurch nicot die Annahme der Vorlagen im Abgeordnetenhaus verhindert werden, weil Rechte und Zentrum zusammen bei weitem über die erforderliche Stimmenmehrheit verfügen. Doch'läßt sich keineswegs sagen, oh dann auch die Kanäle gebaut werden. Tie Grundbedingung für den Bau bildet die Zusicherung erheblicher Beiträge von Interessenten. Ob nun nach dieser Verschiebung der Sachlage die Garantieleistungen aufrechterhalten oder zu einem größeren Teile zurückgezogen werden, das ist die Frage. Unmöglich erscheint die Zurückziehung lemeswegs, nach dem lebhaften Widerstand, den der Antrag Am Zehnhoff in den Kreisen der buftrie findet. Deutsches Reich. Berlin, 7. Nov. Heute hörte der Kaiser den Vortrag deZ Chefs des Zivilkabinetts und empfing den Prinzen Johann Georg von Sachsen zur Notifizierung der Thronbesteigung des Königs Friedrich August, sowie den sächsischen Gesandten Graf Hohenthat, zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens. — Auf ein Huldigungstelegramm des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation ist folgendes Antworttelegramm des Kaisers eingegangen: Generaldirektor Fritz Maare, Bochum! Ich spreche den zur 50 jährigen Jubelfeier deS Bochumer Vereins versammelten Männern für ihren treuen Gruß meinen wärmsten Dank ans. Die große Anzahl der nmücieuben Inbilare von mehr als 25- jähriger Zugehörigkeit zum Werke ist ein glänzendes Zeugnis für den Geist, in dem das Werk geführt wirb, und das treffliche Verhältnis von Arbeitgebern zn Arbeitnehmern. Möge das Werk, welches sich in den ersten 50 Jahren seines Bestehens in so er- treulicher Weise entwickelt bat, auch ferner wachsen und blühen als Musterstätte treuer Arbeit, tüchtiger Wirtschaftsführung und tatkräftiger Fürsorge für das Wohlergehen der Angestellten und Arbeiter." , _ Die Kosten für das Wohnhaus des Neichs- tags prüf ident en in Berlin betragen nach amtlicher Mitteilung 116 300 Mk. Dabei sind das Architektenhonorar und die Kosten für die Bauleitung, für die Gartenumwehrung, das Stallgebäude und das Maschinenhaus nicht in Ansatz gebracht. Für die Anschaffung der Möbel, der Einrichtung' der Küche, des Geschirres, des Silberzeuges usw. sind außerdem noch 230 000 Mk. ausgegeben worden. Der Neichs- siskus hat also für das Wohnhaus des Neichstagspräsidenten 1393 000 Mk. aufgewandt. Wieviel außerdem für den Zaun, den Stall und das Maschinenhaus verwendet worden ist, ist nicht bekannt. Auch ist in Betracht zu ziehen, daß das Maschinenhaus gleichzeitig für die Heizung und Beleuchtung des Neichstagsgebäudes selbst dient. Die Aufführung des Baues hat rund drei Jahre gedauert. — Die „Statist. Korr." veröffentlicht die Ergebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau sowie der Trichinenschau vom 1. Juli bis zum 30. September 1904 für den preußischen Staat. Danach sind der allgemeinen Schlachtvieh- und Fleischbeschau in runden Zahlen unterzogen worden 16 000 Pferde, 500 000 Rinder, 540 000 Kälber, 2 Millionen Schweine, 550000 Schafe, 25 000 Ziegen und 237 Hunde. Von den über 2 Millionen Schweinen, die der Trichinenschau unterworfen wurden,' waren 226 trichinös und 805 finnig. Dresden, 7. Nov. Das „Dr. I." schreibt: In der Tagespreffe finden sich widersprechende Mitteilungen über die Zivilliste. Wir sind in der Lage, demgegenüber mit aller Bestimmtheit zn erklären, daß von keiner maßgebenden Stelle beabsichtigt worden ist, eine Erhöhung der Zivil- liste bei der Standeversammlung zu beantragen. Kirche und Schule. — Ein hervorragender Geistlicher, der Berliner Pfarrei D. Max Fischer, soll auf dem Protestantentag feine Ansichten in folgender Weise geäußert haben: „Schars abzulehnen ist die Christus-Anbetung, die offen oder verhüllt vielfach an die Stelle der Gottesanbetung getreten ist. Jesus kann nicht Gegenstand der Religion, nicht ©egen»'; stand der Anbetung fein". Ausland. Rom, 7. Nov. Bis Mitternacht sind 492 Wahl» resultate bekannt geworden. Gewählt sind 294 Ministerielle, 46 Mitglieder der konstitutionellen Opposition, 27 Radikale, 25 Sozialisten und 16 Republikaner. 84 Stichwahlen sind bisher erforderlich. Tanger, 7. Nov. Dicht unterhalb des Stadtwalles von Larrasch wurde ein Spanier ermord et und seine Frau geschändet. Die hiesige japanische Gesandtschaft lchat sich des Falles energisch angenommen. Bei. Tanger wurde heute morgen ein Mann mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. — Der Kapitän des Dampfers „Nordfee" ist gestern zurückgekehrt und brrichtet, daß etwa 50 Schüsse bei Larrasch; auf fein Boot abgefeuert wurden. Der britische Gesandte erhielt einen Bericht, in welchem die Ruhe und die Energie des deutschen Vizekonsuls bei den Unruhen in Larrasch lobend hervorgehoben werden. — Sämtliche Gesandten unterzeichneten eine Note an den Sultan gegen das Verbot der Getreidekabotage überhaupt, nachdem anfangs gegen die kurze Kündigungsfrist Einspruch erhoben worden war. Newyork, 7. Nov. Das demokratische Nationalkomitä beschuldigt die Republikaner der Verausgabung von 5 Millionen Dollars zum Ankauf der Präsidenten-' schäft. Inzwischen nehmen die meisten demokratischen Führer den Sieg Roosevelts als ziemlich wahrscheinlich an. Wom Kriegs sch aupkahe. Petersburg, 7. Nov. General Ssacharow meX» bet vom 6. Novomber an den Generalstab: Am 4. November drangen Freiwillige in die japanischen Schanzen vor der H o u t h a i- 5) ö h e ein, wo sie sich den ganzen Tag über behaupteten und ein energisches' F-euer gegen den Feind unterhielten, der die Schanzen am Fuße der .Höhe beseht hatte. Am Morgen desselben Tages wurden mehrere von unseren Geschützen in Stellung bei einem Dorfe ein Werst südlich vom Dorfe Guantum gebracht; sie beschossen das Dorf Judeilatsi, ein Werst südlich von Sahepu, und die feindliche Befestigung auf der Houthai-Höhe. Das' Dorf wurde auch von der Belagerungsbatterie beschossen, wobest die Gebäude in Brand gerieten. Die Blindagen in der Be-i festigung Ivurden zerstört. Die feindlichen Batterien bc*. mühten sich vergeblich, bis' zum Einbruch 'der Dunkelheit unsere maskierten Batterien zu treffen und feuerten gegen tausend Brisanzgranateu und Schrapnels ab, ohne uns Verluste zuzusügen, da sich unsere Truppen in gut 'gedeckter Stellung befanden. Wir beantworteten das F-euer des Feindes mit 92 Bomben, 4 Mörserschrapnels und 90 Schnell- feuergeschossen. — In der Nacht zum 6. November Ve- ; schossen wir ein vom Feinde besetztes Dorf mit Mörsern. —> , Heute sind keine Meldungen über Kämpfe eingelaufen'. Marseille, 7. Nov. Der. Kapitän des englischen. ' Dampfers Formosa, von Shanghai kommend, berichtet, daß i die Schiffahrt dort sehr gefährlich sei. Auf der Höhe von » Tschisu sei der Dampfer mit knapper Not der Gefahr einer ' schwimmenden Mine entgangen. Ferner sei der Dampfer von den Japanern angehalten und unter* r su ch t worden, wo uf sich die Japaner entfernt hätten, i' । g e n. Mukden, r Nov. Tie Chinesenmäntel der russi- kammerwahlen die alten Mitglieder der Kammer Gießen, 8. November 1904. für den hier beabsichtigten Neubau sieht für den Saalban einen größeren und einen kleineren Saal mit den erforderlichen Nebenräumen und einer Restauration im Erdgeschoß vor; das Theater ist so gedacht, daß bei außerordentlichen Menschheit bringen. ' -Der h essische Zentralvercin fürErrichtung billiger Wohnungen hat einen gedruckten Bericht über ** Deutscher Verband kau fm än n i scher Ver- eine. Der Vorstand des hiesigen Kaufmännischen Vereins bittet uns um Aufnahme folgenden Artikels: Die Stellen- vermittluug der Kaufmännischen Vereine ist nicht nur eine Andernfalls wird man kann man sich schon den Preis des seltenen Stoffes vorstellen. * T 'Dieser betrug zu Anfang 20-30 Mk. pro Milligramm und ist jetzt von 80 auf 150 Mk. gestiegen. Zum Schlüsse zeigte der Redner an einer photographischen Platte, auf die er mehrere Metallgegenstände gelegt und sie mit Radium hatte bestrahlen lassen, daß die Strahlen inehr oder weniger Holz, Metalle und Papier durchdringen. Möge die Zukunft uns noch die gewünschten Aufschlüsse zum Segen und Vorteil derer kund en sei. Der r u s s i s ch e E i s b r e ch e r „Jermak" ist unter rusir- scher RegierungsflagFe, nicht Kriegsflagge, in Kiel ern- getroffen; er erhielt die Erlaubnis, zur Untersuchung von Unter wasser schaden kurze Zett in der faiserl. deutschen Werft einzudvaen: die eigentliche Reparatur ist nicht gestattet. Das Schiff soll nach Reval gehen. Die baltische Ilotte. Der Dampfer ,Laroslaw" der russischen Freiwittigen- schasten als solches sind noch nicht gänzlich erforscht. Nadin,n strahlt bekanntlich Lichtstrahlen auS, die aber erst dann für unser Auge sichtbar werden, wenn sie auf andere fluoreszierende Körper treffen. Diese Strahlen sind aber keine Lichtstrahlen, wie man zuerst irrtümlich annah,n, sondern ganz geringe Mengen Uratomen des Metalle? selbst, die sich etwa mit der halben Geschwindigkeit des Lichtes fortpflanzen; diese Teilchen sind ober so klein, daß sie mit dem schärfsten Mikroskop nicht sichtbar sind und man bei der Ausstrahlung^' keine Gewichtsabnahnlc der ursprünglichen Substanz erkennen kann. Die Strahlen des Metalles sind gleichzeitig mit Elektrizität behaftet und saugen dieselbe auch begierig in sich aus. lDieS zeigte Herr Algardi sehr deutlich an einem Elektroskap, dessen Ladung durch Annäherung von Radium verschwand. ! Chemisch zeigt dieses sonderbare Metall ein ganz merkwür- adt und v. Heeringen auS Kassel, der Gouverneur von Mainz, Generalleutnant v. Voigt, der Kommandant von Mainz, Generalmajor v. Kettler, und die anderen hiesigen Generale, ferner Oberbürgermeister Dr. Gaßner. Im ganzen zeigte die Tafel 123 Gedecke. Reiche, kostbare Geschenke waren dem Ofsizicrkorps von allen Seiten zu teil geworden. Die Stadt hatte zwei silberne Tafelleuchter gestiftet. Die erste Ansprache hielt der Großherzog, der das Hoch auf den laiser auLbrachte. Oberst v. Gersdorff forderte dann zu einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Landesfürsten auf und General v. Eichhorn feierte in seinem Trinkspruch das 117. Infanterie-Regiment. Der Großherzog wohnte der Feier bis gegen 9 Uhr bei und fuhr dann mit dem fahrplanmäßigen sich Prinzipal und Gehilfe feindselig gegenüberstandcn. Möchte man auch bei der „Hanptsielle deutscher Arbeitgeber- Verbände" rechtzeitig die Einsicht bekommen von der verhängnisvollen Tragweite der beabsichtigten Neuerung. Der „Deutsche Verband kaufmännischer Vereine", der 112 Vereine mit 88 685 Mitgliedern, darunter 21684 Prinzipale, umfaßt, und der immer für gemeinsames Wirken von Prinzipal und Gehife eingetrelien ist, hält es für seine Pflicht, dem Plane entgogcnzutreten, und auf das Entschiedenste vor einem Vorgehen zu warnen, das in seiner Wirkung nur Gelegenheiten Theater und Saal zu einer großen Raum- billiger Wohnungen hat einen georucilen -Oerlcht uvei gruppe vereinigt werden können. Als Bauplatz ist bekanntlich seine dritte Hauptversammlung (29. Juni in Darmstadt) er- Schulers Garten in Aussicht genommen. scheinen lassen, welcher uns heute zugegangen ist. ES werden "Mietwohnungen. Bei der eben stattfindenden darin einige recht mteresiante Gegenstände behandelt. Der gesetzlich vorgeschriebenen Mietwohnungsrovision wurde vom erste betrifft das Thema Erbbaurecht und Klein- Wohnungsinspektor die Wahrnehmung gemacht, daß in vielen Wohnungsbau", Referat von Professor ttndrö- Fällen die Anmeldung der Mietwohnungen und Schlafräumen Marburg. Als Anlagen sind einige der m neuerer Zeit zu- uicht stattaehabt hat. Wir machen die Vermieter derartiger stände gekommenen Erbbauverträge (aus Fronksuit a. Räume darauf aufmerksam, daß, soweit es noch nicht geschehen Leipzig, Berlin) abgedruckt, ebenso die ciufchlagigen ft int» ist die alsbaldige Anmeldung bet dem Polizeiamt hier zu mungen deS Bürgerlichen Gesetzbuchs und per UriinobncI)» geschehen hat, wo auch die notwendigen Formulare zu er- ordnung. Der Bericht bietet niithin die Möglichkeit, sich über । a(ten sind. Wird durch den Wohnungsinsvettor die Unter- den neuesten Stand der Frage des Erbbaurechts eingehend lassung der vorgeschriebenen Anzeige festgestettt, so ist Be- zu unterrichten. Das zweite Thema betrifft einen Vortrag strafung ?n befürchten. Im übrigen verweisen wir auf die von Rechtsanwalt Dr. Stein-Darmstadt liber die Frage, wie Bekanntmachung des Polizeiamts im heutigen amtlichen Teil, die auf gemeinnütziger Grundlage zum Verkauf an M inder- > , T Stadtverordneten wähl können am 15. bemittelte errichteten Häuser auf möglichst lange Zei ---- ----- i -A entzogen werden können. — Der Bericht H von der Geschäftsstelle des genannten Vereins in Darmstadt, Wilhelminenstraße 3, gegen 1 Mk. zu beziehen. roa nu ___„ ...........u... _ •• Der Detailistenverein hielt gestern abend seine lachung zur Wahl der Stadtverordneten ist der Hinweis' Generalversammlung ab und beschloß, zu den Hande lZ- sckicn Soldaten werden durch die allmählich neu eintrcsfen- le« wffWn ^ititcmmnter ersetzt; atlgeuwin ,st in den fehten Wochen eine ^Verbesserung und größere Gle i ch in äßigkeit in de r Au S r il st u ug zu bemerken, mci den Anstalten des Roten Kreuzes werb Geldmangel Mlbar; anfangs wurde an? dem Vollen gewirt- schäftet setzt herrscht zum Teil auch durch vereinzelten t ß brauch großer Summen Notstand. "Theater- und Saalbau-Projekt. Wir erhalten folgende Zuschrift: Nach achtmonatlicher Pause trat gestern abend das Gesamt-Komitee im Sitzungssaal d» Stadtverordneten wieder zusammen, um die von Professor Martin Dülf er in München ausgearbeiteten P läu e, nachdem sie zuvor dem Unterausschuß mehrfach Vorgelegen hatten, in Augenschein zu nehmen. Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden, Kommerzienrat Heichelheim, mit der sehr beifällig auf-, —, u- > ■ . .. . . r ,s genommenen Mitteilimg eröffnet, daß bereits Mk. 130 00 0 digeS Verhalten. Im reinsten Zustande verändert eS bald -i, d°m Bau in Aussicht gestellt seien. Seine Kosten seine Farbe, ohne ledoch seme phystkastschen und chemischen sind veranschlagt zu insgesamt Mk. 750000. wovon Mk. Eigenschaften zu verlieren; mit flüssiger Lust zusammen. 350 000 aus das Theater, Mk. 400 000 aus den Saalban gebracht, entsteht Helium, cm anderes Element und dieses entfallen Nicht cingeschlosicn in diese Summen sind der Verhalten wird den Forschern Anlaß geben, zu ii undin, o Bühnenfundus und 'die Mobiliareinrichtung de? Saalbans. Radium wirklich alS Element vorhanden ist, und wird, wenn Em Blatt der Dülserschen Pläne, die Aiitzenansicht, ist, wie ^eseS eintristt wiederum eme große Umwälzung d« letzlgen uns mitqcteilt 'vird, im Schaufenster der Kunsthandlung Hirz st-heone aus che»nsch->n Gebiete Hervorrusen. Ferner hat das am SelterSweg ausgestellt. Tas Komitee beauftragte den Radium praktische Slnwcndung in der Medizin gesunden. Ausschuß, die Fraae der Finanzierung weiter ihrer Lösung DiescS sonderbare Metall kommt nur m ganz geringen Mengen entgegen zu führen. Soffen wir nun, daß es gelingt, so viel auf der Erde °°r. Bedenkt man, daß em Eisenbahmvaggon an Zeichnungen zusammen zu bringen, als zur Ausführung | R-hst^e °E Bruchteils Es Gm.nmeS Radium^ liefert, ^o deS ganzen Pro,etts erforderlich ist. ---------------- Bescheidenheit üben und sich vorerst mit Ausführung der einen Hälfte des Projekts begnügen müssen. Der im Auftrage deS zur Förderung des Theater- und Saalbaues eingesetzten Komitees von Professor Tiilser in München, dem Erbauer der Theater in Meran und Dortmund, gefertigte Entwurf Htniversttäts-Wachrichtett. (a) Marburg, 7. Nov. Nach vorläufiger Feftsielluug erreicht die Zahl der Studierenden an der hiesigen llni- versität ca. 1300, die höchste Ziffer, die bisher in einem Wintersemester erreicht wurde. In Mulden besteht feine E'otfnunn mehr, Port ?lrtbm durch dar Landheer s u entsetzen. TaS Heer ist für den Winterseldiiig ietzt gut eingerichtet. . „ Ein Erlaß deS Zaren ordnek die E, nb er ufung d c r Jie serveosfiziere und MilitLrarzte der Reserve >n den Militärbezirken Vetersburg, Wilna, Warsamu, Krew, Odessa, Mos-1 kau, Kasan, Kaukasus und im Dongebiet an. Die russische Gendarmerie verhaftete m Dünaburg und 'N anderen großen Städten eine Reihe von Agenten, die rumsche einqezoaene Reservisten ins Ausland in Massen beförderten. Zahl- reiche Militärs!üchtlinge wurden gleichzeitig festgenommen. Die jährliche Ausfuhr an Fischen aus Kamsichatka,nach ^apan beträgt etwa 30 000 Tonneu. Gegenwärtig linden keine^-ufer ungen statt, da der Versuch der Japaner auf Kamtschatka im uli mißlang. Voraussichtlich wird a r o N e r -V a n g c l a n Fischen i n I a v an eintreten, was für b* *e Bevölkerung sthr ungünstig sein dürste, weil Fische neben Reis das V a u p t n ahrun g smittel der Japaner sind. Noveiubce nach der berichtigten Liste 3576 Wähler ihr der Spekulation Stimmci ht Misüben, ca. 180 Wahlberechtigte mehr als vor'"'' 3 Fahren. Damals haben im Ganzen 2019 Personen ihr Recht, zu wählen, auSgeübtt — Bet der diesmaligen Be- kanntm Zuge nach Darmstadt zurück. Mainz, 7. Nov. Die Mainzer Liedertafel und Damen, gesangverein hat unter Mitwirkung des Großherzogs von Hessen eine Kaiserin Friedrich-Stiftung ins Leben gerufen zur alljährlichen Ausführung von Oratien in der Art, daß Mainz gewissermaßen zu einem Oratien- Bayreuth werden soll. Der Großherzog hat zugesagt, zu jeder Oratienaufführung den Kaiser und die Kaiserin ein- ^n(abcn. Der Chef der Maschinenfabrik Julius Römhel d, Geheimer Kommerzienrat Römheld, ist heute morgdn im Alter von 30 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Vorsitzender der Süddeutschen Eisen- und Stahl-Berufsgenossen- schäft und bekleidete zahlreiche Ehrenämter. Mainz, 7. Nov. Die Delegierten der demokratischen, sozialdeuiokratischen, freisinnigen und nationalliberalen Partei haben sich bezüglich der bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen geeinigt und werden gemeinsame Kandidaten aufstetten, vorbehaltlich der Zustimmung der General-Versammlung der verschiedenen Parteien, welche aus morgen ein- berufen werden. Kleine Tages chronik. Tie Ausstellung in St. Louis wurde bisher von 16 567 737 Personen besucht. — Kurz vor der Station Seesen sind gegen einen Güterzug und dann gegen, den Berliner Nachtschnellzug Attentate durch Schwellenlagen verübt worden. Ein entlassener Bahnarbeller aus Gittelde ist unter dem Verdacht der Täterschaft,verhasttt worden — In der Nacht geriet der Amtsvorsteher Mawr a. D. Richard Plewig aus Oberueulaud aus das Geleis der Bahnstrecke Neiße-Teutschwette, wurde von einem Zuge überfahren u iw getötet. _________ ausgefallen, nach welchem der Artikel 12 der Städte- ordnung vorschrcibt, daß die Hälfte der Stadtverordneten wieder vorzuschlagen, dem höchstbesteuerten Drittel bar Wählbaren angehören muß, welcher Hinweis bei den Bekanntmachungen zu früheren Stadtverordnetcnwahlen fehlte. Die Vorschrift deS Art. 12 der Städteordnung war bei früheren Wahlen dadurch ersiillt, I Xcmcinnübi6c” ^11'11) bic Toftenlofc Bedienung für Mitglieder daß unter den Stadtverordneten, welche sich nicht der Neu- sur Prinzipale, wofür alljährlich große Beträge aus den wähl zu unterziehen hatten, die erforderliche Anzahl Zuge- Mreinsmitteln aufgewendet werden müssen, sie hat auch höriger zum höchstbesteiierten Drittel der Wählbaren vorhan- weiter den vom sozialpolitischen Standpunkte aus gar nicht den war. Wegen solchen Kandidaten, wie sie zur Hälfte die hoch genug zu schätzenden Vorteil, daß die Vereine infolge Stüdtcvrdinmci vorschrcibt, wird man aber nicht in Vorlagen, der Stclkcnbermittknng in sortwüflrendcm re0«n Werkchr h/i f mi n S e at f/e Mebrbrit her bisher bekannt «c- mit den Prin-ipa en alter Kescbäs szw-ffge stehen. Dieser heit kommen, vte grouc vermittelnden Tätigkeit der Kaiismännflchen Vereine ist es wordenen Bewerber nm em Stadtoewrdnetenmain ot ge b t flroßC]l Kcit j,t danken, daß das Handelsgewerbe frei zu dem höchstbesteuerten Drittel der Lalflbaren, Ev stebörtk ist von Klassenkümpfen und daß ein Gefühl der dazu nur ein Steuerkapital von nicht ganz 70 „(orr. -ver Solidarität zwischen Prinzipal und Gehilfen Platz gegriffen also nur ein Einkommen von 2600 Mark hat und dieses auf Grund dessen die sozialen Fortschritte in Bezug auf versteuert, zählt zu dieser bevorzugten Klasse. Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen nicht gegen die Prin- " 4u dem Bericht über die Mitglicderver- -ipale, sondern zum großen Teile mit ihrem Einverständnis kammlnna des somaldem. Vereins schreibt uns der und unter ihrer Mitwirkung erreicht werden konnten Hier- Vorükende Herr Beckmann, daß seine Maßnalnne bc5 Aus- nach besteht auch nicht der mnidofle Grund, eme Aenderung ÄS WÄÄÄÄ S sprachen. deutscher Arbeitgeberverbände" geplant ist. " Die Sanitätskolonne wird mit ihren ttebungen^nen solchen Nachweis, der schon wegen der ihm inne- am nächsten Mittwoch beginnen, ivie au§ der Bekanntmachung wohnenden Tendenz der einseitigen Interessenvertretung ^-lotte^^v a ssre r^t c^mit'einer 'Ladung K oh le n und L Anzeigenteil hervorgeht. ES ist sehr erwünscht, wenn noch niemals da? Vertrauen der Gehilfenschaft haben könnte, Wasser für die baltische Flotte die Straße berl™ Neuanmeldungen erfolgen. ginge der ständige Kontakt zwychen PrmzrPal und Gehrlse Dardanellen: andere russische Schiffe mit der glercheu „ Uncr(oubtcS Schießen. In der Nacht vom 5 verloren, kldmiral mit dem Ausdruck vollster Ergebenheit des Be- dem hiesigen Bahnhof eine fremde geisteskranke ;unge schwader^ für den Zareil. Ter Tagesbefehl Rvfchdfest- Dame angehaltcn und un Intercsie ihrer eigenen Sicheiheit wen^kys der diese Depeschen zur Kenntnis brachte, schloß bcr übergeben, die dann ihre alsbaldige Uebersührung mitten Worten: „Was der Zar befiehlt, wird geschehen, h bic psychiatrische Klinik veranlaßte. fick?mst den Delegierten des Hüller Amtes an Ort und und Basalt hergestelltem Pflastermaterlal Herstellen. - ** Der Gesangverein Heiterkeit brachte am Älle des eiwrickienfalleA begeben Ter Bericht über die handelt sich dabei um anscheinend feste Platten, welche auf ^mstag abend seinem Mitglied, Bauunteru-Hmer Winn llutersuchung wrid dem SchiedSgerichts-Ausschuß unter- Betommterlage eingebettet werden. hu seinem 50. Geburtstag ein Ständchen. Auch der Verein breitet werden. Das Ergebnis der Untersuchung wird vor - Votivtafel AuS Anlaß deS 400. Geburtstages der Fünfziger ließ.Herrn Wmn Sonntag ;ruh durch die Ende dieser Woche erwartet. . T htthilinns deS Großmütigen wird in, Schloß am RenimentSkapelle an ©011^150^1br’«ac"- .... . Wie aus bester Quelle verlautet, ist Admiral F0ur - > 1 . ... NniversttötSkanzlei) eine künstlerisch au«. b- Darmstadt, 7. Nov. Um 6. November hielt der nier ausersehen, als französischer Delegierter tu dem Vrandplatz ruyere UUidc 1 5 1 । Zwecke Verband der GnbelSbergerschen Stenographen Schiedsgericht wegen der Hutt-Affäre zu fundieren. t- »n der Kiebetteite 'deS Baues nach der des Main- und RheingaueS und von Heffen-Nafsau un Gegenüber einer Newyorker Meldung des „Echo de bat man bereits nn tk > rf Kaisersaal" seine Herbstvertreterversammlung ab, in welcher Paris" daß Rußland der UntersuchMngskommission für den -^enbergstraße zu eme groge Oestnung m das Mauerwerk - J Verschmelzung dieses Verbandes mit dem- Vorsatt aus der Dogger Bank den Beweis für die ^paupt- gebrochen und em Gerüst aufgeschlagen. Wir hScen, daß . . ,,„d Waldeck verhandelt wurde. Gin» ung unterbreiten werde, daß der diplomatische Vertreter!^ Erinnerungszeichen, von einem namhaften Darmstadter ... Vereiniaung auS Der Japans im Haag einen Anschlag g c gen b a 5 B al.L f ( entworfen, in Sandstein hergestellt, reiche Bildhauer- l,mm,g sp ach man s ch für d efl Veremiguni au ~er tische Geschwader Rußlands organisiert habe, ’ib letztgenannte Verband tagte zur selben Sunde '» Kassel, und erklär' der Haager japanische Gesandte in einer Mitteilung flrbc,t J ..... .. herüber und hinüber gingen die telegraphischen Mitteilungen an das Reutersche Bureau, daß diese Behauptung völlig " Vortrag über das Radi um. Gestern abend ben beiderseits übereinstimmend gefaßten Beschlüssen. Die - . hielt der Physiker Algardi >m neuen Saalban einen Vor- Leitung des neuen großen Verbandes liegt bis trag über das Radium. Im Jahre 1898 wurde bn, Radium b(?r in ber „wehste» (Frühjahrs-)Versamnittmg erfolgenden von Frau Curie in PanS als Element entdeckt; seine Eigen- ^^^^ndswahl in den Händen einer aus fünf sch°st-n als solches sind noch mcht gänzlich erforscht. Raduuu ' bestehenden Kommission. we aber erst dann tur >- 5. 9}ou. glänzender Weise hat gestern daS Offizierkorps deS 117. Infanterie-RegimentS sein neues Kasino eiugeweiht. Zu der Feier war der Großherzog in Begleitung des Generakadjutanten v. Wachter unb des Hauptmanns Freiherr Schäffer von I Bernstein eingetroffen. Außerdem wohnten der Vermistaltung a. noch ais Gäste bei: Generalleutnant v. Eichhorn, kom- I innnbicrenbcr General des 18. Armeekorps, der Chef vom Generalstab deS 18. Storp«, Oders! v. Werder, die DivisionS- komumndeiire Generalleutnants Freiherr v. Gall aus Darm- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Trais-Horloff für daS Jahr 1905/06 liegt vom 11. November d. I. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. 6291 TraiS-Horloff, den 7. November 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Trais-Horloff. B o r n m a n n. KerilLtsiaat. Neueste Meldungen. nach Abzug von Kinder KD 2 (2) Gießen gebrachte Kranke kommen. Getreidepreise in Mannheim Kl) 1 2(2) 1 1 KD Zusammen: 1(1) 1(1) 1 2(2) 1 1 1 (1) 3(3) vom 2.—15. Jahr 1(1) Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gictzener Fleisch- und Brotpreise am 4. November 1904. London, 8. Nov. Am Montag sand, wie der „Standard" meldet, ein Kabinettsrat statt, an welchem alle Kabinettsmitglie- dev Teilnahmen. Es handelte sich um die Besprechung von Etw- zelheiten, die einer Erklärung bedurften ehe eine internaNo-, uale Kommission bestimmt werden könnte. Tiefe werde im Laufe des Monats die Untersuchung beginnen. Ter Kronanwalst sei nicht zugegen gewesen, da alle Fragen des Rechts befriedigend gelöst seien. Paris, 8. Nov. In der Sitzung des Gemeinderats ist auf den Antrag derieniaen nationalistischen Mitglieder hin, die gegen die Symvathie-Adresse für Rußland gestimmt hatten, eine Sympathieadresse für die Fischer von Hüll angenommen worden. Berlin, 8. Nov. Nach einer japanischen Zeitung soll Kaiser Wilhelm während der Herbst-Manöver gegenüber dem japanischen Militärattachee von den Erfolgen der vieltägigen Schlacht bei Liaujang gesprochen und dabei die japanische Armee ebenso wie die vorzügliche japanische Taktik, die militärische Ausbildung und den Nachschub als gleich ausgezeichnet gelobt haben. Von der japanischen Marine sagte er, ihre Creierung sei gleichzeitig mit der deutschen begonnen worden. • Beide Marinen aber seien trotz ihrer großen Jugend gleich hervorragend. Berlin, 8. Nov. Baron von Knorring, der langjährige Sekretär der russischen Botschaft in Berlin, ist soeben vorn Krst bauplatz in der Mandschurei, wo er als Telegierter des russis - n roten Kreuzes weilte, nach 'Berlin zurückgekehrt. In einer Unterredung äußerte er u. a.: Sehr angenehm hat in Rußland die bevorstehende Entsendung einer Kolonne des deutschen Roten Kreuzes von Berlin nach Irkutsk berührt, deren ärztliches Personal am 23. ds. von Berlin ab- 7?ist Ueberhaupt sei man in Rußland bei den Truvpen und im ^ande des Tankes voll für die Sympathie-Beweise Deutsch- lauds Insbesondre sei das Volk Kaiser Wilhelm auf das herzlichste zugetan. Bei der Schilderung seiner sonstigen Eindrücke erwähnte der Baron die begeisterte Stimmung der Truppen, welcke auf Kuropatl'in schwören. Tie Bewachung und Leistungsfähigkeit der sibirischen Bahnlinie sei ausgezeichnet. Damit habe sich Fürst Chilkow ein großes Verdienst um sein Vaterlanderworben. __ Erwachsene: im 1. Lebensjahr: Arv^ilervlweffung. Hamburg, 5. Nov. Ter Schlächterstreik ist nach dreiwöchiger Taiter zu Ung linsten der streikenden Ge- feilen beendet. Tas Flcischboykott soll aber fortgesetzt werden. vermischtes. • Hofjagduniforme n pflegt bekanntlich der Kaiser (einen Jagdgästen zu verleihen. Drei Damen der englischen Aristokratie, die eifrig dem Jagdsport huldigen, hat er, wie der „Weserztg." bestätigt wird, Stoff zur 'Jagdkleidung geschenkt, wie er selbst sie trägt. Die „Weserztg." hebt als bemerkenswert hervor, daß der Stoff in einer deutschen Fabrik in Kettwig hergestellt wird. Es ist ein praktisches graugrünes Gewebe, das also durch Vermittelung des Kaisers zum erstenmal von englischen Jägerinnen in Gebrauch genommen wird. * Bus der Zeit. „Schulden, Gerichtsvollzieher, Offenbarungseid, zahllose Liebesabenteuer, Jeu, Duette — das alles zusammen nennt sich Vorleben Deines Bräutigams." — Braut: „Famos, da weiß ich doch, daß ich einen Kavalier heirate!" Bekanntmachung. Auf Grund des § 60 der Verordnung die Anlegung, des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betr. von: 13. Januar 1900 wird bestimmt, daß das Grundbuch für Grüningen in Ansehung der Grundstücke VIII/86, VIII/87, IX/232, 1/338, 1/411, 1/412, IX/435 vom 10. De-^ zember 1904 an als angelegt anzusehen ist. Alle nach dem Ablaufe der Anmeldefrist erworbenen Rechte und Einwen^ düngen, in Ansehung deren es nach § 31 der vorerwähnten^ Verordnung einer Anmeldung bedarf, sind vor dem Zeitpunkte, in welchem das Grundbuch in Ansehung der fraglichen Grundstücke als angelegt anzusehen ist, bei dem Amtsgericht anzumelden, widrigenfalls ein Vorrang gegenüber den in das^ Grundbuch einzutragenden Rechten, in Ansehung deren die Anmeldung nicht versäumt worden ist, verloren geht. — Lich, den 5. November 1904. B8/u GroßherzoglicheS Amtsgericht. Zeit und Ort der Untersuchung tunlichst zu entivrechen. Tie bei ihm eingehenden Anträge hat er binnen einer Frist von 24 Stunden in dem Tagebuch zu vermerken." ad. 2. Es kommt in Betracht § 9 der Dienstanweisung vom 9. April 1903: „Tie Fleischbeschau hat m ö g l i ch st im unmittelbaren dl n s ch l u ß n n die S ch l n ch t u n g zu erfolgen und ist von henifc(ben Beschauer auszusühren, welcher auch die Schlachtviehbeschan vorgenonuueu hat. ad. 3. Es kommt in Betracht § 1 der Tienstanweisung vom 9. April 1903. § 9 des Neichsfleischschangesetzes und pos. VI des Amtsblattes Nr. 13 Großh. Ministeriums vom 9. April 1903: „Tie Ausübung der Schlachtvieh- und Fleischbeschau hat nach den Bestimmungen der Fleischbeschau-Ordnung vom 9. April 1903 (Reg.-Bl. Nr. 230) zu erfolgen." Uebcrtrctungcn werden strafrechtlich verfolgt. Alter Abonnent. Ein Zehnmarkstück mit dem Bildnis Kaiser Friedrichs vom Jahre 1888 hat keinen höheren Geldwert. P. A. 100. Tie Verfolgung einer Beleidigung tritt nur aus Antrag ein. Der Antrag ist binnen drei Monaten zu stellen. Kandel und OerKeYr. Ao lkrw irisch aft. Tie Börsentendenz. Trotzdcnr noch immer keine Aufsicht vorhanden ist, daß die geänderte Börsengesetzvorlage dem demnächst zusammentretenden Reichstag baldigst vorgelegt wird, sind die deutschen Börsen recht guten Mutes und es verdmu hier sestgestellt zu werden, daß das Interesse des Publikums am Effektenhandel eine große Belebung erfahren hat. n^gunmge Bewegung geht zum Teil vom Heimatland aus, zum imyi sie sich auf die guten Dispositionen an den Auslandvborien. friedliche Erledig mm des Hüller Zwischenfalls hat em oroße^ Sickstrheitsgefth' geschef'en. ein fast zu großes für die gespannte politische Lage. In London ist am Markt der ,,Kaffernwerte infolge der befriedigend lautenden Nachrichten über die Ärveirer- frage am Witcwatersrand eine wesentliche Besserung eingetreten. Tie Amerikanischen Bahnwerte befinden sich in steigender Tendenz. Boni dortigen Eisen- und Stahlmarkt werden überschlvangliche und deshalb gerade recht vorsichtig auszunehmende Berichte hcr- übergesandt. Tie Pariser Börse zeigt vorwiegend gute Haltung für Spanien und Türken. Und so lebt man eigentlich an den Börsen in dulce jubilo trotz Krieg, teuren Sold und Unsicherheit auf viele): industriellen Gebieten —Teutschlanh. Kunst und Wissenschaft. Kopenhagen, 7. Nov. Tie dänische l i t t e r a r i s ch e Grönlandexpedition ist mit dem Dampfer „Fox" zuruck- gekehrt. Sie erzielte bedeutende tvissenschastlicye und kulturelle Erfolge. Weizen 100 Kg. 18,75 Alk. Roggen 100 „ 14,75 „ MürnlliMlkbkrM der Todesfälle m der Stadt Gießt« 40. Woche. Vom 25. September bis 1. Oktober 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 iinkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 20,80 8 Ortsfremden: 5,67 °/on. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Univer sitäts - Druckerei, Schulstr. 7 London, 8 .Nov. „Daily Telegraph" meldet vom' 7. November aus Tschifu: Tie außerordentlich tapferen Frontalangriffe der Japaner vermochten die ?yefhttt1g Port Arthur nicht zu Fallt zu bringen Tie Angriffe waren sehr verlustreich. Hinter der F schütze erfolgt in Raten innerhalb 3 Jahren. London, 8. Nov. „Daily Mail" meldet aus T,chlfu vom 7 November: Ein aus der Mandschurei und' Korea cingetrossener europäischer Ingenieur teilte mit, daß der Unterbau der Eisenbahn An tun g-LiUUj ang biv Föngwanqtscheng fci-ttgticftcHt lei. In Ham- henng ständen 4000 Russen, die einen Teil des Ortes be- setzten und in steter Verbindung mit Wludiwostok standen. Tie Winterkleidung der Japaner wird von dem Jügenicur als unzureichend bezeichnet. London 8 Nov. Der Kolonialsekretar Lyttleton sprach gestern abend in Lcamington über Lage und erklärte, daß der in einigen Morgenblattern erscknmene angeblich Wortlaut des englisch-russischen Abkommens mcht authentisch sei. Man tue gut, mit seinem Urteile zu warten, bis der endgiltige Text vorliege Er nehme als sicher au, daß das Abkonimeu dcmuächst veröffentlicht werde. Lyttleton bemerkt ferner- England habe natürlich an den von ihm ursprünglich gestellten vier Forderungen festgehalten Tie Fordermngen seien in höflicher und fester Sprache geftellt norden und das englische Volk habe ihnen sugestrn.unt. Im Bczüa auf die dritte Forderung, Bestrafung der Schuldigen, habe der Zar ausdrücklich erklärt, daß die ermittelten schuldigen die gebührende Strafe treffen solle. Er glaube uicht zuviel zu sagen, wenn er feststellt, daß ausgezeichnete Hoffnung dafür vorhanden sei, daß die Forderungen sofortige Erfüllung fmden würden. Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 52 Psg. Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg^ Es starben an: Dpphtherie Tuberkulose der Lungen Gefäßverkalkung Eingekl. Bruch Atrophie Leberisschwäche Eczem Verilnglückung __ ____ Summe 11 (8) 6 (5) 3 (1) 2 (2) , Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben am wie viel der Todessätte in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach R. B. Tarmstadt, 7. Nov. Die wiederholten großen ( Kupferdieb stähle, die im August und September v. I. : in dem hessischen Kupferwerk an der Landstraße zu Gustavs- ! bürg stattfanden und Aufsehen erregten, gelangten in einer 1 bis heute abend i/29 Uhr ausgedehnten Sitzung der Strafkamm e r zur Aburteilung. Es standen sieben Angellagte v?r den , Schranken: Taglöhner Selb aus Kastel, Taglöhner Rudhard- . Kostheim, Küfer Franz Nfeiwr-Kastel, Anstreicher Johann Groß- Kastel, Sandf-wchner Ltnspach-Kostheim irnd die Händler Joh. : Müller-Bretzenheim und Anton Konradi-Babenheim, die ersterM drei des schweren Tiebstahl«, die beiden folgenden der Mithilfe usw. und die beiden letzteren der Hehlerei angeklagt. Ter Küfer Pfeifer hatte in dem Kupferwerk kurze Zeit gearbeitet und dabei in Erfahrung gebracht, daß in der Nacht zum Sonntag zwischen 12—V2I Uhr niemand in dem Werk beschäftigt ist, da die Nachtarbeiter dann kurze Ruhepause haben. Er wußte daher den Ruthard und Seib zu b^reben, daß sie gemeinsam mit ihm dort lagernde Kupferabsälle entwendm wollten. Sie kamen deshalb im August kurz nach 12 Uhr nachts im Nachen von Kostheim Mainaufwärts, landeten an einer dortigen Treppe,^ überstiegen den Bretterzaun und begaben sich durch das offenstehende Oberlicht in den Schmelzbau des Werkes,, in dem die Kupferabfälle lagerten. Hier nahm jeder, so viel er tragen konnte und warf es durch das Oberlicht in den Hof, wo das Metall dann in Säcke gepackt und mit dem Nachen nach 'Kostheim geschafft wurde. Vierzehn Tage darauf wiederholten sie dasselbe und ebenso in der Nacht zum 27. September, wo jedoch durch das entstandene Geräusch die schlafenden Arbeiter geweckt wurden und die Eindringlinge Reißaus nahmen. Tas Ergebnis des ersten Diebstahls, "337 Kilo Kupfer verkwiften sie an den mit- angellagten Müller in Bretzenheim, der dafür 120 Mark bezahlt haben will, während die Tiebe nur 86 Mark erhalten haben wollen. Tie zweite gestohlene Kupfermasse, 305 Kilo, bot Müller, der für den ersten Posten bei einem Mainzer Händler 148 Mark erhielt, verschiedenen Händlern an die aber der Sache nicht trauten und den Kauf ablehnten, worauf Seib und Pfeifer den zweiten Posten bei dem jetzt flüchtigen Händler Albrecht in Wiesbaden unterbrachten. Weiter stahlen die drei Kumpane aus einer Lagerhalle im Eisenbahnhasen drei d^r dort aufbewahrten schweren Kupferringe, die Händler Konradi in Bubenheim für 120 Mark kaufte; der wirkliche Wert betrug 240 Mark. Ferner hat der Anklage zufolge Pfeifer unter Mithilfe von Groß im Februar v. I. fünf Säcke Gerste der Firma Altschüler in Mainz aus der bei Gustavsburg gelegenen Fruchthalle gestohlen und endlich drangen Pfeifer und Seib unter Mithilfe des Ruthard in den in der Kostheimer Gemarkung gelegenen umzäunten Garten des Gastwirts Follert aus Kastel ein und stahlen daselbit aus dem verschlossenen Holzschuppen ein Schwein, das sie töteten und unter sich verteilten. Ter Ger' htshof nahm bei den Angeclagten teils große Not, teils schlechte Familienverhältnisse als mildernde Umstände an und verurteilte Seib zu 2 Jahren 5 Monat, Pfeifer zu 3 Jahren, Ruthard zu 1 Jahr 4 Monat, Groß zu 1 Jahr und Anspach zu 7 Monaten Gefängnis, Müller wegen zweimaliger Hehlerei zu 4 Monat und Konradi wegen einfacher Hehlerei zu 1 Monat Gefängnis. Seib, Pfeiffer und Ruthard wurden ferner die Ehrenrechte auf 2 Jahr aberkannt, Seid, Ruthard und Groß je 3 Monat, Anspach 14 Tage auf die Untersuchungshaft angerechnet. , Leipzig, 7. Nov. Vor dem Strasienat 2 dev Reichvgericksts fand am 4. November die Verhandlung wegen der von Tr. Magnus Hirschfeld unter den Studenten der technischen Hochschule in Berlin veranstalteten wissenschaftlichen Engueten über die Verbreitung der Homose^"alität statt. Sowohl die Revision des Oberstaatsanwalts Tr. Jsenbiel, als die des ^er.ei- gers Rechtsanwalts Chodziesner wurde verworfen und das Urteil des Landgerichts I zu Berlin als zu Recht bestehend anerkannt, da ein Formfehler nicht nachzuweisen sei. Es wurde besonders betont, daß durch Freistpechung em ^’retr?lÖ für Wiederholungen oder Rundfragen ähnlicher Art ausgestellt werden würde, was vermieden werden müßte. P a r i s , 7. Nov. In der heutigen Verhandlung des Prozesses D a u t r i ch e und Genossen erklärte der Negierungskornmlssar Rabier unter großer Ueberraschiing des sehr zahlreichen Publikums: Er sei von seiner vorgesetzten Behörde ermächtigt worden, die Anklage gegen die vier Angeklagten fallen zu lassen. Inder Verhandlung sprach das Kriegsgericht die vier Angeklagten einstimmig frei. Ehe das Urteil verkündet ivirrde, verlas einer der Verteidiger einen scharfen Protest gegen die unbegründete Anklage, die die vier Oisiziere zu entehren suchte, die jetzt großer, als sie vorher gewesen seien, aus der ungerechten, grausamen Prüfung hervorgingen. Oberst Rollin erklärte, er verlasse «.en Gerichtsfaal erhobenen Hauptes und mit ruyigem Osemissen; die Dualen, die er erduldet habe, bringe er Frankreich und ver Republik ziim Opfer dar. Tie übrigen dlngeklagten schlossen sich seinen Worten au. sd. Darmstadt, 8. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Der hessische Landtag wird am 16. ds. Mts. wieder zusammentreten. Paris, 8. Nov. Der Kommandant Lejaille vom 26. Jägerbataillon hat dem Abg. Syveton seine Zeugen gesandft Dus Duell dürste heute schon stattfinden. Paris, 8. Nov. Der Rittmeister de Gail in St. Germain hat an den nationalistischen Deputierten Syveton ein Schreiben gerichtet, in dem er diesem sti e Verachtung über das am Freitag von ihm gegen Kriegsminister Andre in der Deputiertenkammer verübte Attentat aussprichst Man glaubt, daß es deshalb zu einem Duell kommen wird. Innsbruck, 8. Nov. Die Stadt zeigt das gewöhnliche Gepräge. Es herrscht vollste Ruhe. Die Trauerfahnen sind wieder abgenommen worden. Vor der italienischen Fakultät werden Schutthaufen weggeräumt. Mit den inneren Renovierungsarbeiten wurde bereits begonnen, doch dürften diese Wochen in Anspruch nehmen. Der Sozialistenführer, Dr. Vattist, Mitglied des Trienter Gemeinderates, befindet sich unter den Verhafteten. Die Kunsthandlungen haben sämtlich Bilder Pezzey ausgestellt. - Kalisch, 8. Nov. Das Urteil gegen den Kellner Adolf Leseynski, der im Dezember 1902 die Witwe Auguste Vudwig ermordet hatte und beim Ueber- schreiten der russischen Grenze verhaftet wurde, lautete auf 20 Jahre Zwangsa rb eit in den BleiwerkenSibiriens. Ne-vyork, 8. Nov. Der Newyorker Expreßzug, der abends 7 Uhr Washington verließ, wurde von Banditen überfallen, die den Postwagen erbrachen, ^a^ Zugpersonal verjagte die Räuber indeß glücklich und veranlaßte ihre Versolgung. Vom Kriege. London, 8. Nov. Tie Morgenblätter melden' aus Tschifu, daß die Russen aus Tschifu durch chinesische Dschunken Lebensmittel erhalt.cn. — Tie Transporte von Truppen aus Japan nächt Talny dauern an. — Es wird berichtet, daß die Japaner den Tilungt- schan-Berg, der die Stadt beherrscht, genommen Gietzener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 9. November 1904: Vorwiegend trüb, windig, kühler, öfters Regenschauer, besonders im Nord osten. In höheren Lagen (Vogelsberg, Taunus) auch Schnee. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. _____ Briefkasten der Redaktion. M. 190. ad. 1. Es kommt in Betracht § 13 der Fleischbeschau-Ordnung vom 9. April 1903 (Neg.-Bl. Nr. 25), welcher besagt: „Die Fleischbeschau bat möglich st i m ?l n s ch l n ß a n d i e Schlachtung zu erfolgen. Zu dem Zweck ist dem Fleisch- beschauer st e t s die Zeit der Schlachtung rechtzeitig vorher anznzeigen." Ferner kommt in Betracht § 2 der Dienstanweisung für die Fleischbeschauer, welche nicht die f)lvprobation als Tierarzt besitzen, vom 9. dlpril 1903, welcher besagt: „Der Beschauer-Hat allen in ordnungsmäßiger Weise an ihn ergehenden i)lufsorderungen zur Ausübrmg seines Amtes alsbald Folge zu leisten und hierbei den Wünschen der ?lntragsteller iubezug auf Ist Istnm Iyre chesundheik (ießt Dann trinken Sie keinen Bohnenkaffee, der nach einer Veröffentlichung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes die Anfänge der Vergiftungswirkungen des Koffeins in sich trägt, sondern den durchaus bekömmlichen Kathreiner's Malzkaffee D8/ji Ein salomonisches Urteil fättt jede Hausfrau, die sich unter der großen Auswahl vvu Speisefetten für „Palmin" entscheidet, denn dieses hochfeine Pflanzenfett vereint die Vorzüge der Kuhbutter mit größter Billigkeit: ist dabei weder Kunstspeisefett noch Marga°^ rine ' sondern ein reines Naturprodukt und muß zum Kochen, Braten und Backen als ein vollwertiger Ersatz für Naturbutter angesehen^ werden. -- Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M. Fleischpreise in Gießerft Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 71-73 Mk. l/„ Kg. Schlachtgew. 81—85 Pf. IV" , 60-61 „ 7. Kg. 80 Pfg. 7i , 70-74 , 7, „ 60-72 „ Metzelsuppe Morgens: Wellfleisch mit Kraut. 06701 Marktplatz 10. 8269 Amm A sucht Stelle. [06665 Uulluu Steinstrabe 70. ^Cliobl. Zinuner an Kaufmann, *. • oder Beamten zu vermieten 3 Bruchstrane 17, I. 06621 Schmackhaftü Most erzielt die Hausfrau mit erteilt. ^lsterweg 39, II. 06747 Ber Stellung sucht 886/J verlange die „yeuische ~ Aalulllsrn-poK" Eßlinica a. |L 06451 H, hv; ii g'15: ZuntzTee Ernte 1904/05. Eigene Einfuhr. Telephon 319. Nirchenvlatz. in großev Auswahl. 8297 MffWWW MWDdEnD MAGGI ipffcnc Steifen unübertroffen zum kochen, braten u. dacck?» Papierhandlung fcäch* tioil MäuSburg 7. Telephon 292. Alan ncijtc aui Schausenster. M-Utensilien Farbkasten (Lieben, den 4. Nov. 1904. Der Großh. KreiLbaumspektor des Kreises Gießen. D i e h m, Großh. 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