Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 8. Oktober 1904 General-Anzeiger v Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezug»pret»r monatlich 75 3M.« viertel» jfihtlid) Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährt, ausschl. Bestetlg. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenvreiS: lokal 12 Pf^ auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich füt den poltL und adflein. Teil-. P. Wittko: für .Stadt und Land^ und .Gerichtßfaalft August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Nr. 237 ©rl^rtnt ßüglich Au|$et Sonntags. Dern Grehener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blauer viermal in der Woche beigelegt. RotalionSbruck u. Verlag bet Brühl 'schen Un kverf.-Buch-u, Stein- bmderei. W Lang«, Redaktion, ®rv«Mihm un- Druckerei: Schot st ratze 1. filbrefle für Devefchent Anzeiger Gießen« jstmipr-'äianichlußNr 51 'e heutige Murwer uurfaßt 20 Seiten. Nolitische Tagesschau. Der Konflikt der Stadt Berlin. Die Stadt Berlin hat jetzt ihren „großen" Konflikt mit der Negierung, nachdem eine lange Reihe kleinerer Streitigkeiten die Kampscsstnnmung auf beiden Seiten geschürt hatten. Wer ist § er r in den Gemeind e s chul en, die Stadt Berlin als Eigentümer der Gebäude, oder die Negierung? Auf diese Frage spitzt sich der neueste Fall zu. Es waren seitens des Berliner Magistrats u. a. auch polnischen und freireligiösen Vereinen Schulräume — Aula und Turnhalle — vorübergehend überlassen worden. Hiergegen erhob die Negierung durch daö Provinzialschulkollegium Einspruch, und als der Magistrat Bedenken hinsichtlich des Protestes geltend machte, erließ das Provinzialschulkollegium kurzer Hand die Weisung an die Schnlrektoren, die Schulen für die erwähnten Vereine geschlossen zu halten. In einer sehr erregten Sitzung der Stadtverordneten ist die Angelegenheit zur Sprache gekommen. Oberbürgermeister Kirschner hielt eine Rede, in der er unter allseitiger Zustimmung ankündigte, daß die Stadt fest und bestimmt die Rechte der Selbstverwaltung wahren werde. Bei dieser (Mcaentyeit fand Erwähnung, daß die städtischen Schulen nimt ohne ministerielle Genehmigung Ausländern gezeigt werden dürfen. Da es sich hier um eine Frage von großer grundsätzlicher Bedeutung handelt, wird wahrscheinlich auf beiden Seiten zu den entschiedensten Mitteln gegriffen werden. Zunächst geraten dabei die Leiter der Berliner Gemeindeschulen in eine schwierige Lage. Denn folgen sie der Verfügung des Provinzialschulkollegiums nicht und halten sie nicht die Schulen den als staatsfeindlich betrachteten Vereinen geschlossen, so haben sie ans dem Disziplinarwege Bestrafung zu gewärtigen. Die Negierung nimmt den Standpunkt ein, daß sie ebenso wie über den inneren Betrieb, auch über die äußere Verwaltung der Gemeindeschule maßgebend zu befinden hat. Bei einer etwaigen Nichtausführung des Befehls könnte es unter Umständen dahin kommen, daß die Polizei zur Räumung der Schulgebäude in Anspruch genommen wird. Oberbürgermeister Kirschner hatte also Recht, die Situation als so ernst zu bezeichnen, wie er sie noch nie erlebt habe. Der sozialdemokratische Llbg. Singer, in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter, machte den Vorschlag, den bctr. Vereinen andere städtische Räume zur Verfügung zu stellen, wo das Provinzialschulkollegium „nix to seggen hat". Das kann allerdings der Berliner Magistrat tun — der freireligiösen Gemeinde ist bereits der Bürgersaal des Rathauses ein geräumt—, aber es wird dadurch nicht das mindeste an der Regierungsversügung über die Schulen, geändert. Ebensowenig ist eine Anfechtrmg der kultusministeriellen Verfügung im Wege des Verwaltungsstreitverfahrens zulässig. Man darf also gespannt sein, welche weiteren Schritte nunmehr die Stadt Berlin zur Wahrung des Selbstver- waltungsrechts tun wird. Der Magistrat hat bereits einen Ausschuß eingesetzt, der sofort über die noch zu treffenden Maßregeln gegen den Ansturm des Schulkollegiums auf die Selbstverwaltung Beschluß fassen soll. Auf das preußische Abgeordnetenhaus sind geringe Hoffnungen zu setzen. Erstens hat hier die Regierung die Mehrheit für sich, und zweitens genießt die Stadt Berlin, dieser „Wasserkops", wie sie einmal spöttisch genannt wurde, nicht ein Uebermaß von Sympathien. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß bei Zuspitzung des Konfliktes mit der Errichtung der „Spreepräfektur", der Schaffung eines Oberpräsidiums Berlin, seitens der Regierung Ernst gemacht wird. Die „Voss. Ztg.", die Beziehungen zum Berliner Magistrat hat, überschrieb den Artikel an leitender Stelle mit den Worten: „Die Selbstverwaltung unter Vormundschaft". Was beabsichtige die Regierung mit diesem Kampf gegen das Bürgertum, und wo sei die treibende Kraft in dieser Fehde? Die „Voss. Ztg." ist in der Lage, ein interessantes Aktenstück mitzuteilen, zur Illustration, wie sich in elf Jahren die Ansicht der Regierung über die Behandlung der Polen geändert habe. Am 7. August 1893 wurde dem damaligen polnischen Reich stagsabg. v. Koscielski — wegen seines Eintretens für Marineforderungen „Admiralski" genannt — aus dem preußischen Kultusministerium m i t g e t e i l t, es stünden der Ueberlassung von Räumen in den Berliner Gemeindeschulen zwecks Erteilung polnisch e n Spr a chunterrichts seitens der staatlichen Schulaufsichtsbehörde keine Bedenken entgegen. * Treubruch. M a n schreibt uns von besonderer Seite: Prozesse wegen Verrats militärischer Geheimnisse, gehören in Deutschland erfreulicherweise zu den Seltenheiten. Das gegen einen Geheimsekretär der Kieler Germaniawerst anhängig gemachte Strafverfahren scheint zu einem solchen Prozesse zu führen, beim es sind auf das einen neuen Typ darstellende Linienschiff „Braunschweig" bezügliche Konstruktionszeichnungen abhanden gekommen, die der Beamte an eine fremde Macht (genannt wird England« veräußert haben soll. Man könnte sich zunächst versucht fühlen, es für bedenklich zu halten, daß die Regierung so wichtige Bauaufträge einem ^Zrivatunternehmen erteilt, d ff en Angestellte nicht vereidigt sind. Es fommt aber im Grund, weniger aus die Formalität der Eidesleistung als aus die Ehrenhaftigkeit der Person an. Graf Posadowsky hat es im Reichstage gelegentlich der Erörterung einer „Enthüllung" des „Vorwärts" mit Recht als Treubruch bezeichnet, wenn durch Angestellte des Staates unbefugterweise Abschrift genommen wird von amtlichen Schriftstücken. Gleichwohl dürfte nicht die letzte Abschrift dieser Art auf den Redaktionstisch eines sozialdemokratischen Blattes geflattert sein. Ein Akt der Veruntreuung bei Privatbetrieben kann also für den Staat kein Grund sein, diesen seine Aufträge vorzuenthalten. Unehrenhaftigkeit liegt aber im Verratsfall auf der Seite dessen, der das, wie ihm Wohl bekannt, veruntreute Material erwirbt. Das wird auch nicht entkräftet durch den Einwand, im internationalen Leben herrsche immer der Kriegszustand, und da sei jedes Mittel, die eigene Position möglichst günstig zu gestalten, erlaubt. Es muß einmal festgestellt- werden, daß Deutschland niemals die Hand geboten hat zum Treubruch eines fremden Staatsangehörigen. Anerbietungen dieser Art sind der Reichsregierung sicherlich ebenso zugegangen, wie den Regierungen anderer Länder. Aber nicht in einem einzigen Hochverratsprozeß konnte nachgewiesen werden, daß Deutschland auf unrechtmäßige Weise zur Kenntnis fremder Staatsgeheimnisse gelangt war. Wenn für andere Regierungen die Haltung der Deutschen hier beispielgebend wäre, dann würden solche Veruntreuungen bald aufhören, denn wo der Hehler fehlt, wird auch kein Stehler fein. Es ist im übrigen möglich, eine ziemlich weitgehende Information über die Waffentechnik fremder Staaten zu erlangen ohne das.Mittel.eines Treubruchs. Der preußische Kriegsminister erklärte bei der Beratung des letzten Militäretats z. B., er gebe d'm deutschen Feldgeschütz vor dem vielgerühmten französischen Rohrrücklaufgeschütz den Vorzug. Der Minister konnte zu diesem Urteil ,nur kommen aus Grund der Kenntnis der Konstruktion und des Gefechtswertes des französischen Geschützes. Tatsächlich geben ja die Berichte der zu dm fremden Manövern zugelassenen Militärattachees und die technischen Journale genügenden Aufschluß über bemerkenswerte Einzelheiten einer Waffenneuerung und über das Ergebnis der Probeweifen Verwendung. Ordnet aber eine Regierung aus begreiflichen Gründen die Geheimhaltung einer Besonderheit an, dann muß das nationale Bewußtsein die Eingeweihten v?r Nichtachtung eines vaterländischen Interesses schützen. Es ist erbärmlich, materiellen Gewinnes wegen an diesen Interessen Verrat zu üben. Ehrlich' Spiel also hüben und drüben, wo es gilt, Intelligenz und Leistungsfähigkeit aufs äußerste anzustrengen zum Schutze von Haus und Herd. Aus Kiel wird dazu noch mitgeteilt: Es scheint fest- zustehen, daß es sich nicht um Pläne von Unterseebooten, sondern um Zeichnungen handelt, welche aus der Kon- struktionsabteilung des Reichsmarineamtes hervorgegangen sind. Das Verbrechen ist entdeckt worden, als diese Zeichnungen nicht rechtzeitig von Kiel nach Berlin zurück- gelaugten. Deutsches Reich. Berlin, 7. Okt. Der Kaiser besuchte auf seiner gestrigen Reise von Königsberg nach Danzig, von Schloß Schlobitten kommend, das Ordens, folge der Volksschulktinik beton md, die mustergiltig dastehe. Dann begannen b:c wissenschaftlichen Vortruge. Fl . r f - । t, r> Okt. Am 1b. und 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, findet hier im ^Hotel National" die 27. Generalversammlung des Internationalen Vereins zur Reinhaltung ber Flüsse, des Bodens und der Luft statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht des Vorsitzenden, Medizinalrat Dr. Mittermaier-Heidelberg über die Tätigkeit des Vereins int letzten Jahre; 2. Kassenbericht; 3. Neuwahl des Vorstandes; 4. Bericht des Schriftführers des Vereins, Dr. Bonne-Klein-Flottbek, über die Enquete betreffend Vernichtung ber deutschen Binnenfischerei durch die Flußverunreinigung ; 5. Bericht des Schriftführers des Vereins, Ingenieur Classen-Zweibrücken, über die Klagen an? industriellen Kreisen über bie zuuehmeube Flußverschmutzung; 6. Stellungnahme des Vereins zu dein Gutachten des Geh. Obermedizinalrgteö Bumm über bie diesjährige Petition des Vereins an den deutschen Reichstag zwecks Schaffung eines ReichöflußschutzgesetzeS, sowie zu den immer dreister und un- iviffenschaftlicher austretenden Tendeiizen gewisser Jndustrie- kreise und Stadtgemeinden, die Flüsse unter der Parole ,Abwässerfreiheit" offiziell zu Kloaken des Landes zu erklären. vermischtes. * Loschwitz b. Dresden, 7. Okt. In der vergangenen Nacht brach auf deni Dachboden des Künstler Hauses auf unaufgeklärte Weise Feuer auS, welches nach und nach mehrere Etagen ergriff. Die Ateliers der Dialer Schwenk, Walther und Otto Fischer wurden vom Feuer ergriffen. Das Atelier WaltherS ist vollständig ausgebrannt, sänitliche Bilder sind vernichtet; Otto Fischer gelang es, die kostbaren Platten seiner Radierungen zu retten. Schwenk rettete seine KartonS durch HinanSwersen auS dem Fenster. Das Atelier des Malers Müller-BreSlau blieb unversehrt. "Karlsruhe, 6. Okt. Einen tragischen Ausgang nahm gestern eine vom hiesigen Grund- und HauS- besitzer-Verein einberufene Versammlung, in welcher Protest gegen eine vom Stadtrat erlassene neue WasserbezngS- Ordnung erhoben werden sollte. Der Vorsitzende, Architekt Benzinger, wandte sich in einer Entgegnung gegen eine vorher gemachte Ausführung eines Stadtrats und wurbe dabei (o erregt, daß er sich mit den Worten: ,Meine Herren, ich kann nicht weiter", erschöpft auf einen Stuhl sank. Gleich daraus fiel er, von einem Herzschlage getroffen, tot zu Boden. • New-Pork, 7. Okt. Ein Telegramm auS Fort-de- France vom 6. Oktober meldet: Der Mont Pelö entwickelte einige Tage hindurch eine große Tätigkeit, aber der Ausbruch hatte keine schweren Folgen. Große Mengen Dampf und Asche wurden vor einer Woche heraus» geschleudert. Der Dampf, der am 29. September den ganzen Tvg dem Krater entstieg, bildete eine Wolke von 8000 Fuß Höhe. Erst gegen Abend ließ die Dampsentwickelung nach. Vom Fuße des Kegels stieg Feuer auf, jedoch nicht in solcher Stärke, daß das Tal hierdurch Schaden litt. • lieber eine MilitärbesreiungSassäre wird auS Prag folgendes berichtet: Ein junger Mann namens v. P., der eben erst eine gut dotierte Anstellung erhalten hatte, wandte sich im Jahre 1901 an einen Prager Gerichtsbeamten, damit dieser versuche, ihn vom Militärdienst zu befreien. Ter Gerichtsbeamte ließ sich von ihm 4000 Kronen geben und wollte zunächst einen Professor ber tschechischen Klinik zur Unterstützung in ber Angelegenheit veranlassen. Als ihm bieS nicht gelang, begann er mit einem in Prag sehr bekannten praktischen Arzte Unterhandlungen zu pstegen, und gemeinsam mit diesem soll eS ihm tatsächlich gelungen sein, den jungen Mann vom Militärdienst zu befreien. Vor zwei Jahren wurde v. P. großjährig und erbte ein Vermögen von 180 000 Kronen. Diese Summe brachte er in verhältnismäßig kurzer Zeit durch, und als er vollständig mittellos geworden war, forderte er von dem Gerichtsbeamteu jene 4000 Kronen zurück, die er ihm seinerzeit für die Befreiung vom Militärdienste als Gegenleistung auSgezahlt hatte. Durch die Streitigkeiten, die sich hieraus ergaben, kam schließlich die Angelegenheit zur Kenntnis der Behörde, die eine strenge Untersuchung eingeleitet bat. * Der belgische Luftschifferklub hat auf Vorschlag seines Präsidenten dem Ausstellungskomitee in Lüttich den Antrag auf Organisation eines großen Wettstreites für lenkbare Luftschiffe anläßlich der im nächsten Jahre stattfindenden Ausstellung unterbreitet. Der Preis für die Sieger soll aus 100 000 Franks normiert werden. Die näheren Einzelheiten über die Bedingungen der Wettfahrt sind noch nicht festgesetzt, jedoch wird eine Hauptbedingung die sein, daß der Sieger zweimal die Entfernung zwischen Spaa und Lüttich, im Ganzen 104 Kilometer, zurücklegt. Wie verlautet, haben SantoS Dumont und Lebaudy bereits zugesagt. * Der heftige Herb ft sturm, welcher in der Dort) ergangenen Nacht weite Strecken Nord- und Süddeutschtands fyi.n- luchte, uns in Hessen dagegen ziemlich verschont ließ, hat in Berlin und dessen Vororten großen Schaden angerichtet. Der Baumbestand im Tiergarten, im Humboldt-Hain und Friedrichshain wurde stark in Mitleidenscliast gezogen. — Im Hafen von Hamburg hat der Sturm eine Flut von 7,17 Meter erzeugt, also eine gefährliche Höhe. — In München bat der Ätnrm überall namhaften Schaden angerichtet. Auch auf der Oktober- Festwiese hat er furchtbar gehäuft. — Für die holländische Fischerflotte bedeutet der e>timn eine Katastrophe. Allein im Zuider-Hascn gingen 4 Schiffe mit ihrer Besatzung unter, während zahlreiche mit Havarie eintrafen. Pei Zandvoort und Egmond scheiterten drei Schiffe. Ter Dampfer Gauß, der aus Bremen im Zuider Hafen eintraf, berichtet, daß er 50 Fischerboote aus dem offenen Meere traf, von denen mehrere gekentert sein dürften. * Kleine Tageschronik. In Nörten bei Göttingen sind seck>s Wohnhäuser mit Nebengebäuden niedergebrannt. — In Newyork stürzte ein 70 Kilometer pro Stunde fahrendes Automobil, in welchem fünf Frauen und drei Männer saßen, von einem dreißig Fuß hohen Abhang herab auf das Gleis der Zentralbahn, auf dem ein Zug heranbrauste und das Automobil zertrümmerte. Zwei Insassen ivurden getötet, die anderen sind tödlich verletzt. — Aus P alma (Majorka) kommt eine Trahtmeldung, wonach in dem dortigen Torfe Campos eine fanatische Menge eine evangelische Kapelle belagert und geschossen und die Fenster der Kapelle zertrümmert hat. Stundenlang ließen die Behörden sie gewähren, ohne einzuschreiten. Tann erst haben die Gendarmen die Menge zerstreut. — Ter frühere Lehrer Ludwig Ried in Oggersheim bei Ludwigshafen ist wegen Unterfchlagmig und Fälsckinng von Kreditbriefen der Spar- und Tarlehnskasse zu Oggersheim zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worben. — Ter Bischof von Augsburg entsetzte den Pfarrer Kuehle in I l l e r e i ehe n wegen schwerer sittlicher Verfehlungen seines Amtes. Ter Pjarrer ist flüchtig. — Tie Weinlese in der Südpfalz ist beendet. Im allgemeinen war das Mengeergebnis beftiedigend, je nach Lage der Weinberge 78—90 Grad nach Oechsle. Bezahlt wurden für 50 Liter Most 9.50 bis 11.50 Mark. Für gekelterten Wein bewegt sich der Preis zwischen 250 und 300 Mark. Ter Handel ist noch stau. — Auf der Insel Alsen erschoß der Landiuann Christensen aus Haraskop an der Grenze nachts versehentlich zwei Brüder, die er in der Tunkelheit für Rehe hielt. Er stellte sich freiwillig der Behörde. 0>cti4f5faar. 0 M arburg, 6. Okt. T'er bei der Kanalisation in Gießen beschäftigte Erdarbeiter Homberger von hier wurde heute vom Schöffengericht wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt und sofort verhaftet. Köln, 7. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Gatten- mörder G r o s ch k e der in der Nacht vom 30. Mai seine Frau aus Eifersucht ernwrdete und sich freiwillig ber Polizei stellte, zum Tode. Wegen zahlreicher Sittlichkeits-Verbrechen hatte sich der Oekonom vom Asyl für verwahrloste Mädchen und entlassene Gefangene, Ludwig Freund in Neudeich bei Glückstadtz vor der Strafkammer in Itzehoe zu ver- worten. Er wurde beschuldigt, im Jahre 1897 bis 1902 mit Pfleglingen unter 14 Ialwen unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Tas Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. W ü r z b u r g , 7. Okt. Heute beaann vor dem hiesigen Schwurgericht der Prozeß gegen den griechischen Konsul, Weiu- aronbänbler Friedrich Karl Ott, wegen 9)1 e i n e i b e 6 , deu derselbe im Jahre 1895 in dem Vorfahren eines Beleidigungsprozesses aeleiftct haben soll. Für bie Verhandlung sind zwei Tage in Aussicht genommen. Wochenbericht der Knxenabteilung des Bankhauses S. H. Oppenheimer jr. Hannover, 7. Oktober. Aus dem Markte für Kali-Werte hat die Tendenz im allgemeinen eine leichte Abschwächung erfahren, ohne daß jedoch die Lebhaftigkeit der Umsätze im geringsten Einbuße dadurch erlitten hätte. Von schweren Ausbeutepnpieren lagen Wilhelmshall und Neustaßsurt etwas stärker im Angebot, wohingegen in Hohenfels bei 12150 Mk. Geld und in Glück aus Sondershausen bei 14 800 Mk. Geld das verfügbare Material schlank ausgenommen wurde. Hereynia stellten sich aus 23100 Mk. Geld, 23 250 Mk. Bries. Von mittleren Werten lagen Earsfund nach einem anfänglichen Rückgang wiederum sehr fest und wurden hierfür 7825 Mk. gern bewilligt. Beienrode, Kaiseroda und Justus I. waren um 100—150 Mk. billiger gegen die Vorwoche offeriert. Mehrfache Kauflust zeigte sich für Bürbach bei 9250 Mk., Großherzog von Sachsen bei 6050 Mk., Hohenzollern bei 7400 Mk., Aler-audershall bei 6725 Mk., und namentlich für Wintershall bei 8950 Mk., ohne daß jedoch nennenswerte Umsätze getätigt wurden. Von leichten Werten interessierten oornel)nilid) Albrechtshall und Emilien hall zwischen 150 und 175 Mk., Deutschland zwischen 850 und 900 Mk., Güntershall zwischen 1825 und 1875 Mk., Hansa-Silberberg zwischen 1150 und 1200 Mk. und Friedrichshall-Aktien zwischen 1550 und 1575 Mk. Salzgitter-Aktien setzten ihre Aufivärtsbelvegung weiter fort und gehen mit 740 bezw. 1025 Mk. Geld aus dem Verkehr hervor. Außerordentlich fest lagen Großherzogin Sophie, die auf große Käufe hin bis aus 400 Mk. anziehen konnten. Der K o h l e n - K u x e n m a r k t lag in der abgelaufenen Woche für s chwere Werte wiederum recht fest. Im Vordergründe des Interesses standen König Ludwig, die bis 28 500 Mark, und Konstantin der Große, die bis 3500 Mk. bezahlt wurden. Mont-Genis waren vergeblich mit, 17600 Mk. gesucht. Umfangreicher Verkehr gestaltete sich in Auguste Victoria, die bei steigenden Ktlrsen bis 9300 Mk. erzielten. Gras Schwerin, sowie Eintracht-Tiefbau weisen bei 8700 Mk. bezw. 8500 vorwöchentliche Notizen auf. In Siebenhlaneten machte sich bet 3175 Mk., Tremonia bei 3200 Mk. und Trappe bei 3225 Mk. wieder größeres Kaufiuteresse be- merkvar. Alte Haase bleiben mit 1475 Mk., Altendorf mit 1625 Mk. und Borussia mit 2250 Mk. Brief auaeboten, die Nachfrage stellt sich 25 Mk. unter diesen Kursen. fjnniid und Verkehr. Volkswirtschaft. — Di e Wurst- und F leis ck>n>aren-Verk auf s- genossenscbaft in Rosenberg in Westpr., welche üot etwa zehn Jahren von Großgrundbesitzern des Kreises Rosenberg gegründet wurde, muffte den Konkurs anmelden, weil der Leiter große Veruntreuungen, Unterschlagungen und Fälschungen sich zu Schulden kommen ließ. Tie Unterschlagungen betragen angeblich 40 000 Mark. _ nr — Berliner Börsen-Wochenbericht. Manche Anzeichen im Börsenverkel-r deuten daraus hin, daß die Laste zurzert nicht als ganz normal zu betrachten ist. Tie Hochnnanz. arbeitet anscheinend mit voller Zuversicht an der netteren 'Steigerung der tonangebenden Papiere, und verschiedene Umstande smo dieser Aufwärtsbewegung günstig. Man nimmt an, daß die dies- jährigen Mschlüsse ' der großen Banken ^rchans befricbigcitbe Ergebnisse anfw-eisen werden. Es ist unbestreitbar, daß die Danken an il/ren Effekt en beständen iai Laufe.des Jahres sehr anselmliche Gewinne erzielt haben. ,>luch glaubt man, daß neue in Vorbereitung begriffene große Finanzgesch)äste mit gutem Erfolge durchHnführen sein werden. Zugegen ist der veichältnis- mSfia tntre GkManb alö ein feincäW« lmbcdmNikbcs jil betrauten. Zu Aufan-r d» Woche war der Zinsfuß für tag; lick-er Geld noch 5 Prozent. Inzwischen ist der Latz ans 41,4 tz-rabgegangen. Priva«diskcmto notiert 31,8 Prozent. Es beweist dies daß die am Markte verfügbaren Geldsummen stark in Anspruch genommen sind Der UmLand, daß von feiten deS Reiches und Preußens große Poften -Lchatzscheme zu 3V2 Prozent ansgegeben sind, laßt darauf schließen, daß für neue Emissionen in nächster Zeit große ffüssige Mittel nicht zur Verfügung fteben. Es fragt siw daher, ob für die neuen Emissionen türkischer Papiere ebenso wie für die trotz aller Mengnungen wohl in nicht ferner Zeit auszugebende russische Anleihe die Verhältnisse des Marktes als vielversprechend zu bezeichnen sein dürften. Von Einzelheiteir ist bezüglich der ^nrse der Bankaktien zu bemerken, daß die beschlossenen Kapital-Etzhöhungen tonangebender Institute viel neue Papiere an den Markt bringen, und daß die Tivi- dendenzghlungen auf die gewaltig angewachfenen Kapitalien nachgerade ungeheure Summen erfordern. Einheimische Fonds liegen fest, diirsten aber schwerlich bei dem starken Angebot neuer Emissionen erheblicher Steigerungen entgegen selben. Russische Papiere werden von ersten Firmen gehalten. Tie Lage der russischen Finanzen erscheint indessen in so unklarem Lichte, daß auf feste Behauptung der Kurse keineswegs sicher zu rechnen ist. Von auswärtigen Renten dürften namentlich Mexikaner uub Argentinier weiter Beaclftung verdienen. Tie tonangebenden Papiere de9 Mon- Idümarktes haben im Laufe der Wocbe zum Teil sehr ansehnliche Steigerung erfahren. Einzelne Berickfte großer Jnduftriewerke iveisen erl-eblich höhere Tividenden als im Vorjahre aus. Trotzdem ersck^eint die Lage der Eisen-Industrie zurzeit durchaus nicht glänzend, da die erzielten Preist im Jnlande sowohl wie für den Export noch immer fetyr viel zu wünschen übrig lassen. Tie Bewertung der Kohlcnaktien hat in diesen Wochen neue große Fortschritte gemacht. Namentlich Gelsenkirchener sind ca. 8 Prozent gestiegen, auf die demnächst zu^ beschließende Fusion mit dem Aachener Hüttenverein und den Sckwlker Gruben. Von Eisenbal^-Aktien sind Lübeck-Büchner wesentlich höher auf ziem tid) fragliche Verstaatlichungs-Gerüchte. Für amerikanische Bahnen nchält sich günstige Meinung. SchiffahrtS-Aktien sind gut behauptet. Zement-Aktien fest, trotz der vis jetzt gescheiterten Kartell- bestrebungen. fcÄ'ä öS”M lä.®ÄCra?eiS°n9uUH,b ^"^de beteiligt waren mV 25. Sept.: Ein unehelicher Sohu, Adolf Hans, geb. dm 13. Sept. wL .9: » \ Mystrfrtatwn herausstellte. Dem Treuer Karl Fischer ein Sohn, Karl Rudolf, geb. den 10 Aug z <_ 71 DFt‘ @cute wurde in Quessant eine *^n Wagnermeister Heinrich Spies eine Tochter, Anna Elise, ge- Station für drahtlose Telegraphie eröffnet, für den Ä D-rkchr mit auf der Fahrt befindlichen Schiffen. Oktober: Telephonischer Kursbericht, Verlobte V T osSes-Äsizeige Hiermit die traurige Mitteilung, dass unser innigst geliebter Vater, Bruder, Grossvater und Urgrossvater Herr Moses Strauss gestern abend 6 Uhr im 87. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Giessen, Nieder-Weisel, New-York, den 8. Oktober 1904. 7817 Die Beerdigung findet Sonntag den 9. Oktober, nachmittags 31/. Uhr, in Nieder-Weisel statt ÄL 101.90 89.80 101.85 89.80 100.10 . 101.90 100 85 . 100.50 . 103.90 . 63.00 . 62.40 3V8% yy0 8V,% 9°/n W/o Reicheanleihe do. Koneols . do. . . Hessen Sonntag Dienstag Donnerstag Freitag Sonntag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonntag »Liebesmanöver." »Liebesmanöver." : „Der Talisman/ »Der Talisman." „Die Ebre." »Nebeneinander." ,Ter Talismann." : „Die Journalisten.' Liebesmanöver." : „Emilia Galotti", „Die Ehre." 130.30 47.90 43.70 | Keuchhusten Darmkatarrh Lungenentzündung Krebs Gallenkrankbeit Altersschwäche Verunglückung Krämpfen Gießen: Gießen. Marburg Gießen: Gießen: Gießen: Gießen: , Marburg Gießen:, Weilburg Paris, 8. Okt. Nach einer Petersburger Depesche hat der Zar die formell unregelmäßige, aber durch die Umstände gerechtfertigte Einberufung des Kriegsgerichts gegen den Admiral Fürsten Uchtomski in Port Arthur gut geheißen. General Stössel hatte hierfür, wie für die Ernennung Wirens zum Kommandanten des Geschwaders persönlich die volle Verantwortung übernommen. 3V, % Oberhessen . , . 4 % Oesterr. Goldrente . 4’/ß% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrentej . 4O/o Italien. Rente , . , 4%% Portugieser . . , 3°/ Portugiesen. . . . 1 % C. Türken . . . Türkenlose...... 4% 0riech. Monopol.-Anl. 4’/,% äussere Argentiner Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Strauss Schisssnachrichten. Red Star Linie Vertreter Carl Netter, Gießen, Bleichstraße 8. Der Postdampfer „Zeeland" der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 4. Oktober wohlbehalten in New-Pork angekommen. Oktober. . . 29.40 . . 90.55 . . 120.10 . . 105.20 . . 212.00 . . 193.40 < . 142.00 . . 155.80 . . 161.60 . . 140.30/ . . 17.90 . . 100.90. . . 252.75 . . 214.00 . . 218.50 verlangt von der Darmstädter Möbelfabrik (Srohli. Hess. Hoflieferanten), Darmstadt, Offerte und Preisliste. Bedeutendstes Einrichtungshaus Mittel, deutschlands. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Ea. 200 Zimmereinrichtungen einschl. Küche stets wohnungsferfig aufgestellt und lieferfertig. Spezialität - cornpl. Einrichtungen v.m 1000-50000. Preisejestu. offen ausgezeichnet' Franco-Lieferung, lOfähr. Garantie. 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Dem Kellner Heinrich Nau ein Sohn, Franz, geb. den 24. Juni. Dem Fuhrmann Peter Stumpf ein Sohn, Johann Georg Karl, geb. den 28. Aug. 2. Okt.: Dem Schlossermeister Wilhelm Ziegenhain eine Tochter, fr' »nkfnrt a. M., 8. Paris, 8. Okt. Bei Salso Maffiore stürzte der Her-' zog von Orleans mit seinen Schwestern, der Herzogin von Aosta und der Prinzessin Louise mit seinem Automobil in den Straßengraben. Die Verletzungen der Insassen und des Chauffeurs sind anscheinend unerheblich. Toulouse, 8. Okt. Der Kongreß der radikalen Partei hat eine Resolution angenommen, in der die Mehrheit der Deputiertenkammer aufgefordert wird, die Frage der Trennung der Kirche vom Staate noch vor den im Jahre 1906 abzuhaltenden allgemeinen Wahlen zur Dcputiertenkammer zu erledigen. Ferner ist erklärt worden, daß diejenigen Radikalen, die nicht für. die Trennung stimmen werden, aus der radikalen Partei ausgeschlossen werden sollen. In anderen Resolutionen hat sich der Kongreß für die Säuberung des diplomatischen und des Konsularkorps von antirepublikanischen Elementen ausgesprochen sowie für ein Schiedsgericht zur Beendigung des russisch-japanischen Krieges. Petersburg, 8. Okt. Nach dem „Echo de Paris" soll es nunmehr endgiltig entschieden sein, daß die neue Flotte in zwei Abteilungen absegeln wird, und zwar werden die Torpedoboote den Suezkanal benutzen, während die Schlachtschiffe ihren Weg um das Kap der guten Hoffnung nehmen werden. Warschau, 8. Oktober. Wegen der in letzter Zeit sich wiederholenden Arbeiter-Demonstrationen erließ der Generalgouverneur Czertkow einen Tagesbefehl, in dem er den Truppen, welche bisher bei Demonstrationen intervenirten, seinen Tadel ausspricht, weil dieselben in die Luft geschoßen und die energische Verfolgung der Demonstranten unterlaßen haben. In Zukunft sollen die Truppen rücksichtslos von ihren Waffen Gebrauch machen und die Verantwortung nicht scheuen. Shanghai, 8. Okt. Eingetroffene Berichte laßen keinen Zweifel mehr über die Tätigkeit von geheimen Gesellschaften aufkommen, welche ernste Besorgnisse Hervorrufen« Es ist bekannt, daß chinesische Beamte große Anstrengungen machen, um für ihre Soldaten Waffen und Munition zu erhalten. Man weiß jedoch nicht, ob diese Waffen gebraucht werden sollen im Falle eines Aufruhrs, oder um einem eventuellen Angriff der Japaner vorzubeugen für den Fall, daß diese nicht siegreich bleiben sollten. Newyork, 8. Okt. Carnegie hat einen Brief an den internationalen Friedens-Kongreß gerichtet, in dem es heißt: Nehmen wir an, daß Frankreich, England, Deutschland, Amerika und die übrigen kleineren Staaten sich der Bewegung anschließen und vereinbaren, die Ergreifung der Waffen zur Schlichtung von Konflikten zu verhindern und sich bereit erklären, eine friedliche Lösung zu erzwingen, so würde der Krieg unzweifelhaft abgeschafft werden. Carnegie schlägt vor, zur Prüfung dieser Frage einen Ausschuß zu ernennen. 8% Mexikaner . . 4Vi5/q Chinesen . . Electric. Sckuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonbo-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeisges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . , Laurahütte .... Bochum ..... Harpener .... Tendenz: ruhig. Spietplan der vereinigten Stadttheater Gietzcn-Marbnrg und des Großhcrzoglicheu Kurtheaters Bad-Nauheim. (Direktion SteingoetferX den 9. - "■ - MlhrnlMkAkbkrMdkr Tndcsfäßr inbtrSlnM(6Hcn. 38. Woche. Vom 11. bis 17. September 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 linkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 20,80 nach Abzug von 4 Ortsfremden: 13,23 7^. Kinder Cs starben an: Zusannnen: Erwachsene: im vom cm- Tochter, Lini, geb dm 9. Juli. 2. Ott.': Tein tzeizer Karl Menk eine Tochter, Erna Emina Marie, geb. den 6 Sept 6. Ost.: T-em Rentner Paul Eim ein Sohn, Siegfried Ewald Paul', geb. den 22. Juni. — Militärgemeiude. 2. Ost.: Dem Vizefeldwebel Wilhelm Ermentraudt eine Tochter, Gertrud Eleonore Henriette Marie Karoline, geb. den 14. Aug. Dem Sergeant Heinrich §eyh ein Sohn, Heinrich Willi, geb. den 2. Sept. Beerdigte. ?e“• e»«d.e. 28. Sept.: Helm- Traber, geb Müller, Ehesten des Vranddirestors und Hauptlehrers an der Handwerkerschule Ludwig Traber, 50 Jahre alt, starb den 25 Sept. — Iohannesgemeinde. 27. Sept.: Christian weder, Magenmeister i. V., 56 Jahre alt, starb den 24. Sept. Zlnwersttlits-Uachrichttu. , —- Der Kaiser von Oesterreich genehmigte die Wahl des ehemaligen italienischen Botschafters Grafen Nigra, des Sanskritprofessors an der Universität Utrecht Dr. Kern und des Pro- feff^rs in der philosophischen Fakultät der Universität Bonn Dr. Usener zu Ehrenmitgliedern, sowie die Universitätsprosessoren Dr. Schrader und Adolf W a g n e r-Berlin, Dr. v. H e i g e N München, Dr. Groebe r-Straßburg, Villar i-Florenz, P c r r ot- Paris, M o i s s e a u - Paris , Dr. R o s e n bu s ch ° Heidelberg, Dr. B u e t s ch l i - Heidelberg , Dr. Ostwald und Pfeffer- Leipzig und N e w a o t u o-Baltimore zu' korrespondierenden Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften zu Wien. Neueste Mcwuttqen. Originaldrahtmeldnugeu des Gießener Anzeigers. Kopenhagen, 8. Okt. Dec diesjährige medizinische Nobel-Preis soll, wie verlautet, Professor Robert Koch zufallen. Paris, 8. Okt. Es ist nunmehr festgestellt, daß der Erbschaftsprozeß, der von dem spanischen Schmied Niere gegen den Marguis de Casa Riera angestrengt war, auf Betrug und Erpressung beruht. Die nationalistischen Deputierten Marauis de Mion, Firmin Faure und Paumier geben jetzt zu, daß sie in gröblicher Weise mystifiziert worden sind. Der Totenschein, durch den der 100 Millionen besitzende Marguis de Easa Riera als untergeschobene Per- onlichkeit bezeichnet werden sollte, hat sich als plumpe Fälschung erwiesen. Der Pariser Untersuchungsrichter Ledet hat durch die Vermittelung des Ministeriums des Auswärtigen die spanischen Gerichtsbehörden ersucht, die Einzelheiten dieser Fälschung au ermitteln. Die Angelegenheit bildet ein Seitenstück zu der allerdings politischen Nor- thon-Affäre vom Jahre 1892, an der die nationalistischen Biehhandel. Nach dem Gesetze haftet der Verkäufer beim Viehkauf nur für die Hauptmängel. Will der Käufer ihn darüber hinaus haftbar machen, so muß er sich entweder das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften oder die Abwesenheit bestimmter Mangel besonders zusichern lassen. Eine solche vertragsmäßige Zusicherung, eine Garantieübernahme für bestimmte Eigenschaften liegt aber nicht schon dann vor, wemr beide Teile eine bestimmte Eigenschaft übereinstimmend als vorhanden voraussehen und diese Voraus- etzung auch aussprechcn. Tetr § 459 Abs. 2 B. G.-B. sieht eine 'trengere Haftung des Verkäufers vor, wenn besondere Eigen- tchasten ausdrücklich zugesichert sind; es ist aber nicht anzunehmen, daß unter den „besonderen Eigenschaften" auch solche verstanden werden müssen, welche von den Parteien als vorhanden vorausgesetzt werden. Es ist vielmehr als eine iveitere Bedingung einer vertraglichen erheblichen Zusicherung anzusehen, daß der Käufer in erkennbarer Weise seinen Kaufwillen von dem Vorhandensein bestimmter Eigenschaften der Sache abhängig macht und zugleich dem Verkäufer seinen Willen, dafür einzustehen, zu erkennen gegeben hat. In einem vom Oberlandesgericht Frankfurt entschiedenen Falle (Entsch. des Oberlandesger. Bd. 9 S. 2) halte der Verkäufer das verkaufte Pferd als vierjährig bezeichnet. Eine solche Aeußerung, auch wenn sie wiederholt getan ist, enthält nur den Ausdruck der Ueberzeugung des Händlers von der Walwheit seiner Aeußerung, ein Garantieversprechien ist nicht darin zu erkennen. Der Verkäufer ist aber haftbar, wenn ihm nackNenstesen werden kann, daß er wider besseres Wissen, also böswillig daS Aller des Tieres unrichtig angegeben hat. Tann greift, auch die gewöhnliche Verjährungsfrist, nicht die kurze des Viehhandelsverkehrs Platz. Es ist also erforderlich, die Eigenschaften, welche man an der Sache zu haben wünscht, ausdrücklich auszumachen und den Verkäufer dafür die (am. heften schriftliche) Garantie übernehmen zu lassen. AvoMg ßBs dkll AlmrLkssmIsrkMkro irr Stellt Eiktzro. Aufgebote. Am 80. Sept. Georg Ludwig Schäfer, Weichensteller in Worms mit Margarete Elisabeths Karoline Walther dahier. — Karl EinbLuser, Schlosser dahier mit Marie Laux in Leihgestern. Am 2. Oll. Heinrich Eisenbach, Postillon dahier mit Katharine Käs in Allendorf a. Lda. Am 3. Okt. Berthold Richard Walther, Schreiner dahier mit Dorothea Werner Hierselbst. — Hermann Bender, Schutzmann dahier mit Anna Corvinus Hierselbst. Ehcschlietzrtrrgerr. Am 1. Oki. Victor Hugo Hisgen, Anstreicher und Lackierer dahier mit Luise Katharine Seipel Hierselbst. — Karl Christian Martin Möser, Schlaffer dahier mit Emma Friederike Karoline Amalie Lüter Hierselbst. Geborene. Am 26. Sept. Dem Taglöhner Heinrich Schulz ein Sohn. Am 28. (Sept, Dem Postschaffner Adam Schmitt eine Tochter. — Dem Zugführer Johannes Friedrich Preiß em Sohn, Hans Karl Mathias. Am 30. Sept. Dem Glaser Wilhelm Wadenpsuhl eine Tochter. Am 2. Okt. Dem llniversitätsprofessor Dr. Max Leberecht Strack ein Sohn, Paul Richard Leberecht. Am 3. Oll Dem Artisten Friedrich Jörg ein Sohn, August. — Dem Kutscher Heinrich Karl Wenzel eine Tochter, Emilie Karoline. Am 4. Okt. Dem provisorischen Hallenmeister Karl Malkomesius eine Tochter. Gestorbene. Am 1. Okt. Dorothea Schuster, geb. Dietz, 81 Jahre alt, Witwe des Steuerrats Franz Schuster dahier. Am 4. Okt. Heinrich Krack, 4 Jahre alt, Sohn des Wasenmeisters Jnnocenz Krack da- hier. Am 6. Okt. Elisabethe Lehmann, geb. Philipp. 54 Jahre alt, Witwe des Schmieds Friedrich Wilhelm Lehmann oahier. Auszug «uo itn Kjrchrvbiichtt!! da Stadt Cießc». Eoangeli.sche Gemeinde. Getraute. Markusgemeinde. 25.-Sept. : Karl Otto Knörr, Brrch- halter zu Gießen, und Johanna Bechthvld, Tochter des Schneidermeisters Johannes Bechtho.d zu Gießen. — Lukasge nteinbe. 24. Sept.: Gustav Bley, Kaufmann zu Gießen, und Marie Klara Henriette Rohleder, Tochter be* Gießmeisters Ernst Friedrich Wilhelm Rohleder zu Gießen. 1. Okt.: Karl Christimr Martin Möser, Schlosser zu Gießen, und Anna Lüter, Tochter be# Wirts LouiS Lüter zu Gießen. — Johannesgemeinde. 24. Sept.: Jakob Steinmeyer, Restaurateur zu Gießen, und Marie, gen. Anna Storck, Toch-ter des Großh. Hausverwalters Friedrich Wilhelm Storck zu Gießen. 29. Sept.: August Heinrich Arendt, Lehrer zu Hanau, und Auguste Luise Johanna Ulrich, Tochter des verstorbenen Gastwirts August Friedrich Louis lllrich zu Gießen. 2. Okt.: Viktor Hugo Hisgen, Anstreicher und Lackierer *u Gießen, und Luise Katharine Seipel, ToMer des Taglöhners Adam Seipel zu Gießen. 1 — — 1 1 — 1 _ 1 1 — _ 4 (2) 4(2) — — 1 (1) 1 (1) — — 1 1 — — Kl) KD — — 2 1 — ■ ■ La.u: Giessen. 35 Bahnhofstrasse 35. Telephon 441. Betfiesi BSöbe! 10 I W“ Franko-Lieferung Eigene Werkstätten. *^>3. M Uebernahme kompletter Wohnungseinrichtungen von der billigsten Preislage beginnend bis zu den besten und solidesten Fabrikaten. Bekanntmachung, das Oktroi vou Obstwein betreffend. Wir bringen hiermit in Erinnerung, daß nach den bestehenden Vorschriften alle Obstweinprodnzenlen vor Beginn der ttcltcrung von Obst bei der unterzeichneten Stelle von ihrem Vorhaben Anzeige zu macheii und einen Erlaubnisschein emzuholen haben, welcher beginn und Dauer deS kellerns ieiljetzt. Die Silchlbeiolgung dieser Vorschrift luub bestraft. Äreßen, den 7. Oktober 1904. B’/io Großhorzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekannt rriachang. Die mit Beendigung der diesjährigen Ernte lelhfällig werdenden 117 Tricbvicrtel sollen Montag den 17. Oktober auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Vormittags kommen die rechts der Grünbcrgerstraße nach dem Friedhof zu, nachniittags die links der Grünbergerstraße nach dem Philosophenwald zu gelegenen Triebviectel zum Ausgebot. Tie Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr aus der Licherstraße, Ecke der Wolfstraße und nachniittags Uhr auf der Grünbergerstraße, Ecke der Wolfstraße. Gießen, beit 7. Oktober 1904. Be/10 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir bringen zur Kenntnis dec Beteiligten, bnu die am 29. v. Mts. erfolgte Neuverpachlung der Güter des städtischen Hospitals und der Plockifchen Stiftung in unserer Sitzung vom 4. ds. Mts. genehmigt worden ist. Gießen, den 5. Oktober 1904. B8/l0 Die Arnten-Tevutation der Stadt Gießen. Cursch mann. Empfehle mein grosses Lager in } lartiger Herren- und Knaben-Garderobe $ , 1 als > Herren- n. Knaben-Anzüge J ' Distern, Paletots, Capes ( ; Lodenjoppen. < Gediegene Ausführung. Tadelloser Sitz. S ,' Billigste Preise. > i Anfertigung nach Mass. S Köberl Nchich / ' ( 7813 Schneidermeister. ? Geschäfts - Eröffnung. Dem hiesigen, sowie auswärtigen Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich 05914 Neustadt 75 (WerS Körten) eine Wagatevet errichtet habe, und halte mich in allen in mein Fach einschlagenden Arbeiten bei guter Bedienung und annehmbaren Preisen bestens empfohlen. Achtungsvoll _____Geopg WaM. denera-A^cntnr. 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