Nr. 211 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen L Ein arrSgeblirbarer Gast. 9t Berttrr, 7. Sept. obgefHegenen Großherzogin-Witwe Anastasia und ihrer Tochter Cecrlre anwesend. Nach etwa einstündigem Aufenthalt in den Gemächern der beiden Fürstinnen erschien der .Kronprinz gegen ^0 Uhr abends vor dem Hotel nnd bestieg mit ihnen das Auto- modll. Die beiden flirstlichen Damen nahmen die Sitze im Fond des vievsitzigen Automobils ein, der Kronprinz nahm auf einem ?er beiden Rücksitze Platz. Die Fahrt sollte zum Stettiner Bahnhof gehen, von dem die beiden fürstlichen Damen die Heim- fahrt nach Heiligendamm antreten wollten. Da die ylbfahrt des ZugeS erst nach etwa einer Stunde erfolgte, bat sich der Kronprinz von den Fürstinnen die Erlaubnis aus, sie durch die Stadt zu fahren. Großherzogin-Witwe Anastasia, die bekanntlich eine gwße Freundin des Sports, insbesondere des Automobilsports ist — sie ist unter anderem Protektorin des Deutschen Antomobil- klubs — sagte zu, und der Kronprinz zeigte darauf in etwa dreiviertelstündiger Fahrt den beiden Herzoginnen die schönsten Teile der inneren Stadt. .Die Herzlichkeit und Lebhaftigkeit des Verkehrs zwischen dem Kronprinzen imb der Herzogin Cecilie fiel den Augenzeugen damals besonders auf. Dann fuhr der Kronprinz mit den Damen zum Bahnhof. Auch die Verabschiedung trug ein sehr herzliches Gepräge. Mögen sich kleine vorbereitende Vorgänge so abgespielt haben,, wie oben geschildert ist, oder anders, vorgekommen sind sie sicher; und d-as Volk würde sicherlich Freude darüber empfinden, wenn neben den Gründen der Stcmts- weisheit auch herzliche Zuneigung die zarten Fäden der beide Fürstenkinder nun so eng umschließenden Bande mitgesponnen hätte. Der Vater der Braut, der 1897 verstorbene Großherzog Friedrich Franz III. war, ehe schreckliche Krankheit ihn packte, eine, imposante Figur, hoch, schlank und von vornehmster Distinktion; dabei lag über dem Gesicht unendlich viel Freundlichkeit und Herzensgute. Mer ihn in Doberan mit seinen Bauern scherzend gesehen hat, nrußte ihn lieb gewinnen. Großherzogin Anastasia, welche am 28. Juli ihr 44. Lebensjahr vollendete, ist heute noch eine bildhübsche Frau. Der Kronprinz, welcher die 2. Kompagnie des ersten Garde-Reginrents -pi Fuß befehligt, dürste nach den Ma-> növern zum M a; o r aufrücken. Der „Standard" schreibt zu der Verlobung: England werde ein freundliches Jnteresie an der öffentlichen Bekanntgabe des deutschen Kaisers von der Verlobung seines Sohnes nehmen. Die Bevölkerung der kleinen deutschen Staaten beobachteten vielleicht nicht mit so persönlicher Teilnahme die Geschicke des Hauses der Hohenzollern wie die Bewohner der alten Provinzen Brandenburg und Preußen, aber die Einheit des Reiches sei jetzt so befestigt, daß das regierende Haus jetzt überall mit der Loyalität erfreut werde, die einer nationalen Dynastie zustehe. Am 7. September trafen der Großherzog und die Großherzogin aus Hamburg auf Jagdschloß Gelbensande ein. Am Bahnhof war der Kronprinz mit der Herzogin- Braut anwesend. Auf den dem Kaiser vom Staatsministerium in Schwerin ausgesprochenen Glückwmrsch ist nachstehendes Antwort- telegrantm eingegangen: Handelsverträge und Parlament. Der Reichstag wird seine Verhandlungen out' 29. November wieder beginnen. Bekanntlich betonte Graf Aer Kronprinz mrd seine Arant. Mit der Heirat des Kronprinzen entstehen unzählige neue Verwandtschaftsverhältnisse. Vornehmlich werden die Beziehungen Preußens zum russisch-danisch-welfi- schen Zirkel intimer, wobei zu beachten ist, daß auch das Haus Bourbon-OrleanS in die dänische Verwandtschaft durch die Prinzessin Waldemar von Dänemark, Tochter des Herzogs von ChartreS, miteinbezogen ist. Auch mit den Niederlanden entstehen durch den Prinz-Gemahl Heinrich, einen Vatersbruder der mecklenburgischen Prinzessin, erneute verwandtschaftliche Bande. Das neue Blut, das dem Hohenzollern- stamm jetzt zugeführt wird, ist durchaus deutschen Ursprungs. Die Vatersmutter der Herzogin Cecilie war die erste Gemahlin Friedrich Franz II., Prinzessin Auguste von Reuß- Kostritz; ihre VaterSgroßmutter, Prinzessin Alexandrine von Preußen, ist die Schwester Kaiser Wilhelms I. gewesen. Die ältere Schwester dieses Kaisers jedoch, Charlotte, Gemahlin Nikolaus I., ist wieder die Muttersgroßmutter der Herzogin Cecilie, und die Königin Luise von Preußen, geb. Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz, somit die gemeinsame Ahnfrau (Vaters- und Mutters-Nrgroßmutter) des Brautpaares. Der, unbeschadet der Geburt des Cäsarewitsch, dem russischen Thron immer noch sehr nahestehende Großfürst Wladimir von Rußland ist ein Oheim, seine Gemahlin, die Großfürstin Marie, eine Vatersschwester der Prinzessin-Braut. Sie ist mit Rücksicht auf den damaligen Stand der Thronfolge, vor drei Jahren am Weihnachtsfeste, heimlich zur orthodoxen Kirche übergetreten. Ueber die Braut des Kronprinzen lassen sich die „Münch. N. Ncichr." von einem „alten eingesessenen mecklenburgischen Hofmann" allerlei rührende Züge erzählen. Der Hofmann sagt unter anderem: Prinzessin Cecilie hat viel Humor und Gemüt. Eine seltene Anhänglichkeit bringt sie ihren alten Dienerinnen entgegen, ihr ist es ein wahrhaftes Herzensbedürfnis, dieselben durch kleine Arrftnerksamkeiten zu erfreuen. Als Kind war sie eine sogenannte „wilde Hummel". Wenn bei Großherzogs Kindergesellschaft war, dann überlegten sich die Mütter der eingeladenen Kinder sehr, ob letztere auch das beste Kleid anziehen sollten; denn meistens kamen sie in einem Zustande zurück, der nur darauf schließen ließ, daß die Kinder furchtbar „getollt" haben mußten. Aber es war doch zu nett bei Großherzogs gewesen, die blonde Prin- jzessin Cecilie, die vorzüglich Kopffchießen konnte, sei die An- sführerin von allen Streichen gewesen. Die Prinzessin, die nicht m Mecklenburg, sondern m Cannes und in Dresden erzogen worden ist, werde vom mecklenburgischen Volke ge- iradezu verehrt. »Wir Mecklenburger", so behauptet der ^hochstehende" Gewährsmann des Münchener Blattes, „übertreiben nicht, wenn wir betonen, daß die Prinzessin ein wahres Juwel ist, ein Fürstenkind von seltenen Anlagen, von großer HerzenSgüte, der auch gar häufig der Schalk aus den Augen sieht." Herzogin Cecilie ist eine hohe, stattliche Erscheinung, das Mrßerordentlich freundliche Gesicht von blondem Haar urn- rrahmt. Nachträglich den Propheten spielen, ist zwar keine sehr lhoch bewertete, dafür aber eine um so sichere Tätigkeit. Sre wird zurzeit von einer ganzen Reihe von Zeitungen aus- geübt, denen von „zuverlässiger Seite" allerhand Wahrnehmungen über den Kronprinzen mitgeteilt werden, die vor längerer oder kürzerer Zeit gemacht wurde:! und ganz sichere Schlüsse auf die Entstehung zarter Beziehungen zwischen ihm und der Herzogin Cecilie gestatteten. Dieses varmlose Vergnügen hat immerhin das Gute, daß unter Mutmaßungen und Erfindungen auch Geschichtchen bekannt > werden, die viel Wahrscheinlichkeit für sich haben und daher rtitteilenswert erscheinen. So wird dem ^Berl. Dgbl." ge- i s chrieben: i Vor einigen Wochen hielt eines Abends vor dem hiesigen /Berliner) Hotel „Kaiserhof" das Automobil des Kronprinzen. Dieser selbst war im Hotel zum Besuche der dort „Altona, 6. Sept. Dem Staatsministerium spreche ich für die freundlichen Glückwünsche zur Verlobung des Kronprinzen und der Herzogin Cecilie von Mecklenburg meinen wärmsten Dank ans. Ich habe mich über die allgemein freudige Teilnahme, welche das glückverheißende Ereignis auch in der Heimat der erlauchten Braut hervorgerufen hat, sehr gefreut. .Mögen alle an den Herzensbund des jungen Brautpaares geknüpften Hoffnungen und Segenswünsche durch Gottes Gnade reichlich in Er- ülluW gehen, igez.) Wilhelm." Anläßlich der Verlobung sandte der Senat von Bremen ein Telegramm an den K a i s e r. Hierauf ist folgende A n t- wort eingegangen: Dem Senat der freien Harrsastadt Bremen: Sehr erfreut durch die treuen Glückwünsche zur Verlobung des Kronprinzen pveche ich dem Senat meinen wärmsten Dank auS. (gez.) Wilhelm. DieVilla Jugenheim in Potsdam wird, wie ein Berichterstatter wissen will, dem Kronprinzenpaar später als Wohnstätte dienen. In Berlin wird der Kronprinz keines d er königlich en Palais beziehen. Dagegen wird das Schloß Chcerlot-tenburg jetzt für ihn hergerichtet. Unter den fürstlichen Manövergästen des Kaisers fehlt einer, dem die Einladung schon vor Monaten., zuteil-geworden ist, wenn anders der offiziöse Draht öantals zutreffend berichtete. Es ist König Alfons' von Sparn e n. Mit i hm hatte Kaiser Wllhelm gelegentlich seinckr Mittelmeerfahrt eine Begegnung, wobei die Ernennung des jugendlichen Königs zum Admiral der deutschen Flotte erfolgte. Die Politik wird von dieser Wngelegenhett' zwar nicht unmittelbar berührt, aber es ist doch bemerkenswert, daß von einem Grunde für das Mchterscheinen König Alfons' nichts verlautete. Es' liegt allerdings Nahe, ihn in Gesundheitsrücksichten zu suchen, weil die rauhte Lust des Nordens dem zarten Organismus des jungen Königs nicht zuträglich sein Mächte. Man wird deshalb auch der neuerlichen Meldung einstweilen Zweiffl entgegensetzen dürfen, König Alfons beabsichtige, irrt nächsten Jahre mit einem Geschwader nach. Kiel xu Lmrmen und den Beran- Mtnngen der Kieler Woche beizuwohnen. Das ist allzu erne Zukunstsmusik. Für jetzt steht fest, daß Kaiser Ml- helm der erste ausländische Souverän war, der König Alfons, wenn auch nicht tn Madrid selbst, besuchte, mti> in der ehrenvollsten Weise auszeichnete. Selbst von seinem nächsten Verwandten, dem -Kaiser' Franz Josef, kann sich I König Alfons dessen nicht rühmen Umsomehr müßte es überraschen, daß dieser der Eblladung zum deutschen Kaifer- manöver nicht Fotze leistete, tvenn man nicht, wie gesagt, der Gesundheitsrücksichten sich erinnerte. Gleichwohl vermißt man einen entsprechenden offiziösen Hinweis, da auch im Auslände das Fernbleiben König Alfons' bemerkt werden dürfte. Pokriksche Tagesschau. Die Krisengerüchte in Preußen. Wie die „Staatsb. Ztg." aus guter Quelle erfahren haben will, bestätigt es sich, daß der Minister des Innern Freiherr v. H a nt m e r st e i n demnäcbst aus feinem Amte scheiden werde. Sein Entlasinngsgesuch liege dem Kaiser seit längerer Zeit vor und an seiner Annahme sei nicht zu zweifeln. Dagegen sei die Frage seines Nachfolgers noch nicht entschieden. In erster Linie komme allerdings der Oberpräsident von Hannover Dr. Wentzel in Frage. Er habe aber den Reichskanzler gebeten, von seiner Ernennung Ab st and zu nehmen. Gras Mlow wünsche indessen die Ernemrung Tr. Wentzels auAdrücklich» weil dieser mit dem Agrar-Konservativismus nicht affiliert sei. In Hannover spricht Man davon, daß Minister Von Hammer st ein der Nachfolger Dr. Wentzels als Oberpräsident 'von Hannover werden soll. Me „Nordd. Ällg. Ztg." nimmt würdevoll von 5en Erörterungen über das Gehen oder Bleiben des preußischen Ministers des Innern keine Notiz. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß an den Krisengerüchten gar nichts wäre. Nur, ob filst Frhr. v. Hammerstein sich zum Abschieds rüstet, begegnet manchem Zweifel. Nachfolger werden auchj sonst genug genannt, u. a. auch der „ewig^ Ministerkandidat Frhr. v. Manteuffel, dessen Name schon vor Wochen in demselben Zusammenhang auftauchte. Wir wiederholen: Veränderungen in der Regierung betreffen vermullich ein anderes Ministerium, als das des Frhrn. v. HanÄnerstein, der zu sicher steht, um durcht den Fall M i r b^'a ch umgerissen zu werden. Was sollto es auch helfen, wenn Frhr. v. Hammerstein das Feld räunrte? Die parlamentarische Diskussion über das System Mirbach wird stattfinden, wer immer Cbef des Mtnisteriums des Innern ist. Schließlich könnte der Ministerpr äs ident Graf Bülow um eine umfassende Auskunft bemüht werden. Zweites Ä 154. Jahrgang Donnerstag 8. September 1804 erfdjehrt toglld) mit Ausnahme d-S Sonntags. © * -- AM *111 ■tML 4k. A AA Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'sch« Di« „«ietzencr ZamilienblStter- werden dem « El W 17 HZ UM HD Er H f' Z WB O W* UnwersttStSdrucker-i. R. Lang-, Meßen. .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der UV M i UM S £ lÖ i I! < ’A M i Hf H _ . ------ JHflW tontoW erscheint monatlich einmal. ▼ 'V U W W' W U V" d AU W *&- fei WS SL Redaktion, Expedition mDructecei: Echulstr.7. v Del. Rr. bl. Telegr^-Adr, > Anzeiger Bteßea. Eduard Morikc. Su seinem hundertjährigen Geburtstage (geb. 8. Sept. 1804). Von Eugen Jsolani. (Nachdruck verboten.) Ein Menschenalter hat seit Mörikes Tode beinahe vergehm müssen, ehe man zur vollen Erkenntnis dessen, was man an ihm besessen, kam, ehe seine Werke, die stets von einer kleinen, st'llen Gemeinde verehrungsvoll genossen und bewundert wurden, zmn Q/cmeingut der deutschen Natron wurden, .und erst jetzt n wir daran, den ganzen tiefen Bronnen, der aus seinen Werken Qiiilit, vollkommen ausznschöpfen. Nachdem der Name des Dichtet >?m größeren Publikum beinahe unbetoimt geworden war, hat man sich plötzlich in den letzten Jahren des Dichters erinnert, Biographien erschienen, kritische Zergliederungen und Würdiger n seiner Werke, und Mörikes Landsleute Rudolf Krauß und k'iiri Fischer machten sich daran, .eine vollständige Sammlung >-iner Briefe hcrauszugeben, ein monumentales Werk, das als ii'iuals-Hntdigung für den Dichter zu seinem Hundert- Ei -inen Geburtstag aufgefaßt werden darf, wie man es sich ihvuer n,cht denken kann, denn ein Denkmal ans Stein und Erz ■iuyrl ' männlein", aus welchem noch die VON brr schönen einzeln er säßen gefflymilcff mit Bildern, die M önkes kongenialer Freund und Bewunc Moni, von SäMninb lieferte und ferner das „Idyll vom Bi njee'' sonn'e die Novelle ,.Mrznrt auf der Reise nach Prag", die von den Prosa-Sckwpftrngen Mörikes die früieiytt vor Dertnfpmg deN Hauses dop ein' KttfiTnn: 3zrfeinlidcheit nach sind noch bedeutende Differerrzpnnkte M. Überwinder^ sodaß eine schnelle Erledigung der Arbeiten rrickrt tn Aussicht gestellt werden rann. Man wirb von egcn Beratung! her Verträge uverÜos sein, rmd es wird vielleidxt noch eurige Zeit "nam der Eröffirrurg der Debatten vergehen, ehe die ttridTttgercn Verträge msarirmen vorgelegt werden. Die Zusammenfassung derselben in eine Vorlage gx'fcbicBt Ih> sander« aus dem Grunde, weil man vor .zehn Jahren die üble Erfahrung gemacht hcch daß sich bei der Dor Bringung der einzelnen 53ertrugc die Debatten vielfach wiederholten, wodurch viel Zeit verloren geht, d« anderweitig befjer verwendet werden kann. Neuerrmgeu in der Marine. Don besonderer Seite wird um 5 ge schrieben: Aus einer her durch den russisch- j apanischen frrieg gegebenen Lehre scheint deutscherseits bereits die Nutzanwendung gezogen $u werden: der nächste Mariueetat soll, wie auS technischen Kreisen verlmrtet. eine Forderung enthalten zum Dau eines Werkstätten - schiffeL Daß dieses Fahrzeug nicht das einzige feiner Art bleiben wird, ergibt sich aus seiner Deftimmung Es wird besonders ausgebildetes Personal imb alles erforderliche Material an Bord haben, bannt größere Reparaturen an in See l>estnd- ltchen Krtegsschifsen alsbald bewerkstelligt werden können. Es ist davon natürlich nicht die Rede, daß jedem auf brr Fahrt befindlichen Schtffe der Marine in Zukunft ein Werk- stätteusahrzeuy folgen soll Je ein solches dürfte vielmehr ^oeckmäßrg W stationieren sein in der Ost- und Nordsee imb bei den Geschwaberverbändon tut Auslände. Denn ein beschädigtes Kriegsschiff verliert seinen Eofechtswert. wenn es nicht ruiverzüg lickt ausgebeffert werden kann. Ans den Kriegsschiffen selbst eine Werikstätterrabteilung zu eta filieren, geht wegen Raummangels nicht an. Auf her anderen Seite sind an Bord moderner Kriegsschiffe der Maschinerien so zcchlveich? »mb verschiedenartige, daß z. D. eine Beschädigung int Gesicht zu einer Katastrophe führen kann, sofern nid# das WerkstäkkenschLff helfend ein greift. Die Bemannung des Kriegsschiffs fft im Ernstfall durchweg voll in Anspruch genommen und außer stände, mit Repara- turarbeiten sich zu befassen. Rußland, England und die Vereirngteu Staaten besitzen bereits solche Werkstattenschiffe. besten ist in dieser Hinsicht aber Oesterreich-Ungarn mit ferner verhältnismäßig kleinen Marine ausgerüstet. ES hat einen mustergiltigen rrrgmrifterten Martnetraiu, Spezialfahrzeuge f3r Reparatur-, Geschü^, Mdren-, Munition-, Telegrafie-Material, Provi-antiernng nstv. Auch in Frankreich ist die Erbauung einiger Trainschifst, deren eine- dem SauitLtswesen dienen soll, in Anregung gebracht. Mit der Schaffung eines tegelovchten Marinetra i u s kann DeutschlaÄ sich Zeit lasieu, beim es stehen nn Ernstfall schnelle H ande lsd am pfer zur Verfügung, die sich ohne großen Zeitverlust für besondere Zwecke einrichten lassen. Ein Beispiel hierfür ist die Hilfsaktion eines Danrpstts der Hamburg-AmerikcEmie zu Gunsten der Abgebrannten in Aalesund. Aber bei der weiteren' Ausgestaltung der Marine und im Hinblick darauf, daß die Schnelldampfer der Handelsflotte im Ernstfall als Hilfskreuzer Verwendung finden, beM. als Kohlentranspord- schiffe. fiann die Marineverwaltung nicht umhin, die allmähliche Vermehrung her „Spezialschiffe" ins Ange zu fassen. Da das Deplacement der Linienschiffe großer nicht gewählt werben soll, jeder Fuß an Raum auf ihnen aber bereits jetzt vergeben ist, bleibt nichts anderes röbrig, als die Aufgabe, du nicht unmittelbar zur Schaffung der Gefechtseinheit gehört, aber zur Wiederherstellung dieser Einheit unentbehrlich ist, besonderen Fahrzeugen zu übertragen. Der ehemalige Sozialdemokrat Rudolf LebinS, Sohn einer einst hochangesehenen Kaufmannsfamilie in Tilsit in Ostpreußen, der nach seiner eigenen Angabe 7 Jahre — 2% Jahre als Redakteur, 41/, Jahre als freier Schriftsteller — im Dienste der sozialdemokratischen Bewegung gestanden hat imb seit einiger Zeit Herausgeber der nationalsozialen »Sachsenstrmme PilatuS" ist, beginnt in seinem Blatte mit einer Artikelserie ,®ri nncrungcn ein eS ehemaligen Sozialdemokraten", welche sich mit der deutschen Sozialdemokratie und ihren Führern befassen sollen. Er führt ait6, zum Verständnis der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung gehöre nicht bloß die Bekanntschaft der Parteigrößen, sondern auch der Subalternoffiziere; cm solcher sei er. Weiter hinaus zu gelangen, dazu habe er nicht genug Energie gehabt. Sie sei ihm durch den Zweifel gelähmt worden, wie vielen anderen Genoßen. Er werde infolge seiner Veröffentlichungen Anfeindungen und perfide Vrrdächti- gtmgcn erleiden, ober dab fei nun einmal nicht anders, „denn der in btr Sozialdemakratie groß gezüchtete ByzantiniLmuS gegen die Arbeiter fürchtet die Wahrheit genau wie bet monarchische Byzantinismus". Er sei Revisionist gewesen, und als solcher könne man entweber, wie schon einmal Pfarrer SQaunmnn in Dreßben gesagt habe, innerhalb ber Sozialbcmokratie bemsteinisch mittun, ober auch nationalsozial innerhalb beS BürgertiimS wirken. Das sehe äußerlich aus wie ein Glaubenswechsel, sei eS aber nicht; in feinem Inneren bleibe man baöfclbc. ♦ Krenndwillige Genosienschast. Die sozialbemokratische ^Fra nkf u rt er V o lkS st im m e" deS ,Genoffen" Quarck schreibt gegen btc sozialdeiuokratische ,Leipz. VolkSztg." beS , Gen offen" Mehring, mit der sie schon längere Zeit in Fehbe liegt: »Dieser Erguß einer weder von „Eitelkeit" noch von „Recht- haberet" ober von „unbefriebigtem Partcießrgeiz" aitflcftccflcn schöllen Vartelseele steht allerdings völlig „aus der Höbe" der systelnatischen ParteivergifNrng, jener Spezialität der „Leipz. VolkSztg.", die auf jede sachliche Diskussion verzichtet, sich aus Wllt barüber, daß unser absolm sachlicher unb upcriönltcbev Älrtikel von einer gmlzen Reihe angesehener Parreiblätter bis auf daS letzte Wort übernommen worben ist, zu lügenhaften Unter ft ellungcn verleiten läßt, diese grundlosen Untcrflelhmgeu mit Tingeltangel- witzchen schmackhail zu machen sucht »md andererseits gegen einen Parteigenossen fpeit, wie inienb ein dunkleSRevoloer- blatt. In solchem sinnlosen berget muß sich schließlich die dort aufgespeicherte höchste ParteiweiSbeit ansluden! Pfui Teufel!" Daraus erwidert daS also gekennzeichnete ^dunkle Revolverblatt" solgenbermaßcn: Genosse Chiavcf ist htrdjfbar ernpsindlich, unb ich muß gestehen, llichtS ist lan^roeiliger imb abgeschmackter als ein weinerlicher Gegner" — mit diesen Worten charakterisierte einst 2luer in Gocha die Quarck'sche RückzligStaktik. Auch jetzt ist man in Frankfurt wieder auf ber Retirade und macht in n>e in oct ich er Empfindlichkeit und sittlicher Entrüstung, um schließlich mit Gestank adzusahren. ,^*üqenbnfie Unterstellungen", „Tiilgeltangelwitz- chen", „speien", „dunkles Revolverblatt", daS sind die respektablen Ergüsse des guten Tons, nach denen die Franksurterui allerdings das Recht hat, gesittet Phu zu sagen. Journalistische Beckmesserei!" Eiur historische RemmiScenz. In bidfem Monat sind es Ijambert Jahre her, daß R a - Poleon I. ben am linken Rbermrsir gelegenen, ncuerobertcu Departements einen offiziellen Besuch abgefbatiet hat. Mit großem Pompe trat der kurz zuvor rum Kaiser emporgestregenr Herrscher auf; überall am Rheine ließ er sich alS Nachfolger Karls be5 Großen feiern, intb dir Bevölkernng, die mit seinem Regimente nicht nnrufrreden war, wetteiferte, ihm ihre Huldigungen dar- znbrrngen. Nachdem ber Kaiser längere Zeit in Boulognc geweilt hatte, betrat er am 15. Fructidor XU — 2. September 1804 — die Grenze des Departements Roer. Der Präfekt Mechm an5 Aachen bearüßte ihn an der Landesgrrnze mit ben schwülstigen Worten: .Die Bürger fragen fick', wünsck)en sich GMict umarmen sich; der Landmann verlätzt fern Feld unb eilt bie Wege ans- znbeffern; keine Stadt, kein Flecken, kein Dorf ist vorhanden, daS nicht nach ber Ehre geizt, (SSfam zu begrüßen. DaS Jubel- «fchrei deS Lagers bei Bovlogne hallt bin wieder. Die Asck)c KarlS des Großen wird lebendig und seine große Seele lebt in Napoleon." liebet Krefe Id, wo die Fabrikdrbeiter beim Einzug des Kaisers Spalier bildeten, ging bie Reise nach Köln. Hier wie alletwärts empfing Napoleon die Vertreter bet verschiedensten Stände unb suchte sich nach jeder Richtung hin zu informieren. Die Kaiserin Josephine, mit der er sich in Aachen vereinigt hatte, reiste von Köln allein nach Mainz. In Mainz wurden große Zvrüstimgen znm Empfang gemacht Die Fremden reisten in so großer Zahl zn, baß auf der großen 'Striche und aus dem Tiermmckte kjetzt Scbisierplatz) für ein Fenster 12 Livres, für ein Stockwerk von vier Zrrnmern auf acht Tage 20 LouisborS bezahlt wurden. Am 20 September traf hier die Kaiserin von Bingen her zu Schiff ein, ber Kaiser zog an demselben Tage, von Kreuznach, wo man ihm einen feierlichen Empfang bereitet hatte, kommend durch das Münstertor ein. Ein merkwürdiges Mißgeschick wollte es', daß die Kaiserin einige Stunden zu früh eintraf. Infolgedessen waren alle Schaulustigen nach dem Win- iifcr geströmt, und der Kaifer, der von zwei Regimentern Kavallerie begleitet wurde ritt zu seinem großen Mißvergnügen durch öde, menschenleere Straßen. In den nächsten Tagen fand in Mainz eine Art von F ü r sten kongr e ß, wie er 1808 in Erfurt tagte, statt. Der Kurfürst von Baden, der Landgraf von Hessen-Darmstadt .die Fürsten von Nassau, Hessen- .Hombnrg, Isenburg, Sasin, Leiningen > Sck'^arzburg- Rndolstadt, Renß u. a m. erschienen, unb es scheint, als ob man danmls in Mainz bereits über die Osiündnng eines Rb/einbnndes verbandest habe. Festlichleiten wechselten in den nächsten Tagen mit Paraden. Daneben verfehlte ber Kaiser nicht den Zweck, ber ibn eigentlich nach Mainz geführt batte: Er unterwarf die Befestigungen Ater nnmblichcit Besick^ignng und erteilte BeseNe zu ihrer Ausbesserung. Am 3. Oktober erfolgte die Abreise; über WonnS Frankentl-al, Kaiser'slantern, Kreuznach, Simmern, Trier begab sich Napoleon wieder 'in dos Innere .Frankreichs und kam am 15. Vend^miaire XTI — 7. Oktober 1804 — int Palast zu S t. Cloud nn. Die Zeitungen ans iener Zeit wissen den Herrscher, namentlich seine WeiMit, Rnhe und Lentsesigkeit, nicht genug zn rühmen. So schreibt die „Mainzer Zeitung", daß der Plick des Herrschers ernst und düster, seine Haltung ohne Leben unb Bewegung sei. So sah man ihn eine Stunde lang im Schanspielhanse in sich verloren, ohne daß er seine Stellung nur int geringsten veränderte. Zu Zeiten fuhr er mechanisch nach feiner ^ose, um Tabak zu nclrmeit.^ Ferner wird berichtet, daß der Kaiser bei Hochs»eiet einen Bürger in deutscher Sprache an- geredet unb ihn nach dem Wege nach Moorlautern gefragt^hnbe. Selbst nnbednilrnbe Einzelbriten vorgißt man nicht zu erwähnen. So schreibt das .tenannte Blatt: „In ber Nähe von Simmern bei der Lack-mühle ließ der Kaiser halten, stieg aus, ließ auf freiem Vlatz^ Feuer machen, aus der Mühle irische Milch holen und Kaffee kochen." nnd 2=fofte. Metz, 7. Sept. Amtlich wirb b kanntgegeben: Die Korps- manöver des IG. Armeekorps, welche in der Zeit vom 19. bis 21. Sept, in der Gegend um Diedenhofen fhrttfrnbcn sollten, fallen wegen des in den Kreisen Diedenbofen-Ost und Dieden- Hofen-Weft 'hcrrick'enben Wassermangels aus. ^irdje und ‘r-(fl«fe. Magdeburg, 7. Sept. Wegen Beleidigung deß VavsteS nach ^166 des Str.-O^B. wurde der Missions- Inspektor der bfutfcfwm freien Mission Friedrich Neumann ang.'llant. Tir Beleidigtlna wird in einer bildlichen Darstelsimg in der Schr i f t d?S Angekla'rten: ,,TieBestieinMenschen- gcstalt oder der Antichrist" gefinrden. Sämtliche Schriften wurden b c schlagnahmt__________________________ Aie euanq^lische Konferenz für das KroßKerzosttum Kiffen. (CtigimtMIrtiM dc? fr. Friedberg, 7. Sept. Die sogenannte Friedberger Konferenz hielt heute hier ihre JahreSversa-mmlung ab. TrTan Sturmfels-Seligen^ stadt, der Vorsitzende, begrüßte die Gäste, Prof. Dr. Burst und Divisionspfarrer Witt, welcher dankte. Das Andenken von drei verstorbenc?n Mitgliedern wurde durch Erheben von ben Sitzen geehrt. Der Vorsitzcrrde las dünn einen Brief aus der Anstalt 5?eppenheim a_ d. B. vor, der über bad Befinden des dort befindlichen Direktors Dr. Weidenbach, den früheren Vorsitzenden der Koirferenz, befriedigenden Ausschluß gab. Im Geschäftlichen teilte der Vorsitzende mxt, daß dem Redukteur des Korrespondenzblattes ein Honorar von 100 Mt gewährt unb ein Kredit von 50 Mk zum Abonnieren von Zeitschriften zur Verfügung gestellt werden soll. Rach kurzer Debatte wurde der Antrag angenommen. Dann erstattete ber Schatzmeister den Bericht über die Rechnungsablage. Die Konferenz zählt 197 Mitglieder. DaS Vermögen beträgt 1900.60 Mik, während e^ta vorigen Jahre 1697 Mt betrug. Es konnte also eine Steigerung der Einnahmen konstatrert werden. Die Rechnung?- ablage wurde genehmigt. Dekan Sturmfels machte dann Mitteilung über 'Beteiligung der Konferenz an der Gründung eines akadetnisch-theologischen Ferienkurses. In Gießen hat schon eine Vorbespreckmng sbattgefimden. Der Kursus soll in diesem Jahre in der Woche btrr dem 1^. Oktober in Frankfurt stattfinden. Vorträge haben zugesagt: bie Professoren Holzmann-Gießen, Trews-Gießen und Labe* Marburg. Pfarrer Förster-Frankfurt l)at sich bereit erklärt, die Vorbereitungen für den Ktrrsus zu treffen. Eine Ausschußsitzung wird am 19. September tn Frankfurt stntt- finden. Man kam barm zum Thema: „Allgemeine Em- füT)rimg ber evangelis chen G e nre indekrank e n- pfleg e", worüber der Vorsitzende referierte. Er lezetch- ncte die Krankenfilrsorge als notwendig vom rciigrofcn Standprmkte. Dem Kranken müsse auch int Namen der sttrligiov geholfen werden. Nachdem die Kirche sich mü den verschiedenen religiösen Bestrebungen ab gesunden nrw mit den politischen Gewalten geeinigt habe, müsse )te sich weiteste Derbrritmrg gefunden hat, unb welche von Paul Heyse und Hermann Kurz rn deren „Deutscher Novellenschatz" als Meister- und Musterstück einer Novellendichtung Aufnahme haben hat. Neber diese herrliche Schöpfung Mörikes sagen die beiden genannten Herausgeber: „Tas Ganze: wie Mozart zur ersten Arrsführnng seines Don Inan nach Prag reisend imternten,* ein Abentener besteht, das nach kurzer Verwickelung die schönste Lösung findet, indem er eine beabsichtigte Neberraswung verdirb^ und zugleich eine doppelt freudige bereitet; die kindliche Un- benmßkheit im Ungrichick, die mrr ihm, aber chm auch unbedenklich, znzntranen ist, die eben so kindliche Sicherheit des Vertrauens, ,das denn auch reichuch belohnt wird; die porträt- ähnlich bertrortretmbe Eigenart des Mannes, .dem in eigenartigen Redewendungen, die man um keinen Preis misten möchte, der Dichter selbst mitunter Gesellschaft leistet; her Glückstag, ben er seinem Helden gönnt, welcher den nie verwirklichten Glücke tranm eines so kurzen Lebens ein paar seltne Stunden lang durchtränmen darf, heimisch in der sorgenlosen Fülle eines edlen Hanfes, unter mehr ober minder verwandten Gemütern, beim die Persönlichkeiten sind weislich cWftnft; der Vorschmack, den rt seinen neuen Freunden am Klavier von dem großen Klang- gebi'frtt gibt, dessen Wirkung in Worten geschildert wird, die xt Musik wahrsich nicht uachsteßen („wie von entlegenen Sternen- kresten fallen die Töne ans silbernen Posaunen, eiskalt, Mark und Seele durchschneidend, herunter durch dieblaue RachtBl die errichten Abteilungen der Erzählung so frin als einfach aus- riiunrber h-nvor^ehenb: zum Sckltffse endlich die Ahnurrg eines frf'Twm T>d-*s, die auf den so Hellen Lebenstag ihren schwer- S^ Uten wirst: dieses Ganze kann man nur (an eine in ber E^ihlunn sckbst vorkommende Bergleickmng anschließendl eine Achtete Srmvbonie nennen, deren ineinandergreifende Sätze die rimhürtinr Tdes großen und liebenswürdigen Ton- NUristrrS OriTf^iwrm." Am tÜKnitertbürn indessen erscheint Mörike in seinen ur mrnn auch erst spät, nach seinem Tode, hat man ' ’-'rmnt urh ihm, nfj ein rrxl'trv '■ ’*r nach 0'>n-»he, ben Rang neben Heine und Eichen- \--v; - - - p In dielen Gedichten von herrlichstem Stimm- maSv V-. unb erntr unmittelbar wirkenden anschaulichen Na- turfdnßyenntg offenbart sich eine so reich empfindende Dichternatur, und dabei guilsi der Born dieser Poesie mit solcher Na- türliackrit, daß unS nirgends rhetorische Phrasen stören, sondern überall ein frischer Volkston entzückt. Am 4. Juni 1875 starb Mörike tn Ssirttgart: sein Landsmann Vischer hielt ihm bie Grabrede, „tief ergreifend, Ivie mit Herzstößen in gewaltsamer Fassung gesprochen", wie Berthold Auerbach sagt. .Aber wenn von entern gesagt werden darf, daß mit seinem Leibe nicht der Geist begraben ward, so darfis von Mörike so heißen, denn fein Geist blieb lebendig unter uns, nein, er ward lebendiger mit jedem Ialwe, .unb heute lebt Mörike mehr imb gewaltiger unter uns, als viele, die noch auf Erden wandeln. die Eiiüvickiung ihren Höhepunkt errerchi. Tie Sictena regia blüht in beiden einens dafür erbauten Gewüch^ Häusern fast täglich und bedeckt mit den großen, über-wer Meter Durchmesser l>altenden Blättern die Wäsferfiache. Sehensivcrt sind die indischen Lotosblumen vom ®row .Hofgarten in DcrvmM>t (die Lotosblumen sinh bcfcinntuch1 bie bevorzugten Blüten unseves 0>oßherzogs). Suber Haupthcille vor dem wunderbaren Dioramcr des deutschen Bergwaldes, dessen Rasen jetzt von blühenden Heibekräu- 'tern g^-bildet wird, haben die seltensten Kulturerzeugnisst einer der erst«: belgischen Gärtnerfirm-a ihren Platz ge- Gärtet: der Reichen. stunden. _ 3m Freien blühen die Rosen zum zweitenmale und btc Blumen haben sich zum Teil jetzt schöner entfaltet als in der Sonnenhitze des Furn. Alle Blumenbeete, Sonnenblumen und Staudenfammsitngei: stehen in üppigstem Flor, sodaß wer der schönen Rheinstvbt unb ihrer einzig in ihrer Art dastehenden Ausstelsimq einen Besuch zugedacht hat, gerade im September auf seine Kosten kommen dürste. Vom 6, bis 11. ist Dahlien (Ge orginen '»-Ausstellun g. Von: 17. bis 20. Bindekunstz Hierauf folgt vom 24. bis 2. Okt. die große internationale Obftausstellung. Am 23. Oktober ^on der Kroßen KartenKau-Ansstellnng in Düsseldorf Wird uns geschrieben: Am 3. September fand bie Eröffnung der großen Herbst- crnsstellung statt, deren Dauer biö zum 9. bemessen ist. Die weiten Raume und Hallen sind Wieberirm bis auf ben wird die Ausstelsimg geschlossen. Der Besuch ber Ausstellung hat stetig zu genommen. Trotzdem macht man sich auf ein Defizit gefaßt, weil die ständige llnkerh-altung, namentlich infolge der großen Trockenheit und 5-itze enorme Summen gekostet hat. Atrch das Heranziehen der Anssteller vorn In- unb Auslände, beneu man die Kosten voll ersetzte, war ohne große Geld- opfer nicht möglich gewesen. Mer man hat es verstanden, in den breiten Mafien der Bevölkerung Interesse für Gartcubm: rmd Blumenschmuck zu wecken unb dem Fach' mann Belehrung und Anregung zr: bieten, iubcin man Er- zeugnisse der Gartenkirnfl herauzog und der £)c ff entlief) feit I .geigte, bie sonst ein DmmrvschjQ^Dasein füJxtcu in den letzten Platz gefüllt mit seltenen, tropischen Pflanzen unb farbenprächtigen Blumen. Auch diesmal übt, wie im Frühjahr, der Orchideentempel mit seinen taufenbett ber kostbarsten Bsirmenaebilden bie Hauptanziehung auf das Publikrmr aus. Wahrend im Frühjahr die hellen, zarten Fapben der OdemtogloffuM und Laelien vorherrschten, sind es jetzt die satten, dutrkten Farbentöne der riesenblütiget: Eattleyen, welche dem Gesamtbild den Eharakter geben. Am meisten bewundert werden die großen Schaupfianzetr- von Banda eoerulea. G? ist dies eine der kostbarsten und schönster: Orchideen aus -Ostindien mit großen rein himmelblauen Müterr. Jede der großen Pffanzen reprafimtiert rin SSermögm. Irr großer Mcmnisfsal"tigleit sind bie Berrus- schuhe, die lieblichen Miltonien und hmidevte anderer Arten vertreten, deren rnersiviirdig geformte Blüten gleich tropischen Schmetterlingen über dem Grün zu schlweben scheinen. In den Wasserpslanzcnhäusem tutb txu Sccrosenteichen hat jetzt tu erfto Strrie bet MrsgestallMg bet KemtkenPfleNe wümren. Die evangelischen Genreinden müßten auf eigene Hemd dahingehende Einrichtungen treffen. Der Redner nahm Bezug auf die Verhandlungen des Berens für evangelische Wohlfahrt, der KU. der Finge Stellung genommen habe: „ßn konfessionell gemischten Gemeinden sei noch ein besonderer Grund vorhanden Kur Einrichtung der evarrgeli- schert GenreindeLrmrkenpflege, da von katholischer Seite in jene Gegenden mit Vorliebe katholische Kmnkeuschü^stvrn gesandt würden. Leider sei ein Schwefternmio. n gel vorhanden, man müsse deshalb Jungfrauen und Frauen für den Beruf ausblloen und dafür sorgen, daß der Beruf als gesicherter Lebensberuf angesehen werden könne. Zu dem Zwecke schlug der Redner vor, daß sich verschiedene Gemeinden zu einem Pensionsverb and e zusammen- schlösjen. Die Pflegerinnen müßten unter der Aufsicht des MrchenvorstMdes stehen, damit ber evangelische Ehaxakt^r der Einrichtung gewahrt werde. Der Redner schlug die Bildung eines Ausschusses zur eingehenden Prüfung der Frage vor. Dabei ift auch zu untersuchen, ob die Krankenpflege mit der Leitung einer Kleinkinderschule verbunden werden kann. In der Diskussion bemerkte Direktor Burst, daß die katholische Kirche nicht so ^kirchlich" sei, die Krankenpflege direkt von der Kirche abhängig zu machen. Nur die Diakonissinnen hätten bisher Gemeindekrankenpflege geleistet. Man dürfe sich die Sache nicht zu leicht vorstellen. Er möchte die Krankenpflege nicht verkirchlicht wissen. (Anmerkung der Red.: Dies ist auch unser Standpunkt, denn wir glauben, daß die Pflegerinnen allen bedürstigen Kranken ihre üebreiche Hilfe zuteil werden lassen sollen. Die Aufgabe, im besonderen evangelischen Sinne zu unterrichten und einzuwirken, sollte dabei im Interesse der Kranken den Schwestern erspart bleiben, wenngleich evangelische Krankenpflegerinnen sehr geeignet sind. Die Einrichtung einer Kleinkinderschnle sollte mit der Krankenpflege nichts zu tun haben.) Ueber die Krankenpflege in ihren Gemeinden machten verschiedene Hetren Mitteilung. Die meisten Redner find nicht dafür, daß eine Krankenpflege mit direkt kirchlichem Eharakter geschaffen werden soll. Nach eingehender Besprechung, an der sich besonders die Herren Dekan Schulte- Mainz, Professor Eger, Pfarrer Prätorius und Professor Aimmer beteiligten, nahm man am Schluß der Tagung eine Resolution gegen die geplante Aenderung des Lokalkirchen- wesens an.___________________________________________ In der Angelegenheit der Prinzessin von Koburg schreibt „Genosst Reichstagsabg. Dr. Südekum der Fnmk- furter „Volksstimme" unter airberem: „Im Jahre 1902 trat eures Tages ein bleicher und offenbar hart mitgenommener Mann i-n mein Zimmer in der Dresdener Redaktion, der mir einen Brief von Austerlitz in Wien übergab. Ich wußte sofort, daß ich Herrn Mattachich vor mir hatte, der damals gerade, zwei Jahre vor dem Ablauf seiner „Strafe"/ begnadigt worden war. Mattachich wollte in Dresden eine Verbindung mit der Prinzessin Luise herzustellen suchen, da er ihr das Versprechen gegeben hatte, sie nicht aufzugeben. Wer für ihn tarn es nicht darauf an, die Prinzessin zu befreien, sondern Mich sich ihre Zeugenaussagen für eine Wiederaufnahme seines "?twfprozesses zu. sichern: es mußte also versucht werden, .mit Hilfe von Attesten unbefangener psl)chiatrijcher Autoritäten die Entmündigung der Prinzessin aufzuheben. Dies! das Ziel. Die Versuche, die Mattachich und ich im Jahre 1902 machten, der Prinzessin Luise zur Flucht cox» Koswig zu verhelfen, hatten nur teilweise Erfolg: nach einer Unterredung, die die beiden mit» einander im Walde hatten, wurde die Internierte mit so großer Sorgfalt bewacht, daß ihr ein Entweichen unmöglich war. Aber eine Verbindung! war doch hergestellt worden, und sie ist auch nicht wieder ganz unterbrochen worden — trotz des Eifers, den Sachsen bei dieser Gelegenheit an den Tag legte. Ich habe im Walde bei Koswig manche heitere Stunde verlebt, wenn ick) aus sicherem Versteck die schnauzbärtigen Gendarmen aus der halben AmtÄhaufamannschaft Meisten auf ihren Streifen beobachtete. Mit welchen Mitteln man Übrigens arbeitete, mag man daraus ersahen, daß der Prinzessin in Koswig, wie ich natürlich prompt erfuhr, Briefe übergeben wurden, die angeblich ich ihr geschrieben hätte. Ich habe ihr nie auch nur eine einzige Zeile gesandt! Während ich die Angelegenheit nach meinem Wegzuge aus Dresden (Juli 1903) mehr aus dem Auge verlor, muß es Herrn Mattachich gelungen sein, immer mehr Terrain zu gewinnen; darauf deutet die unwidersprochene Notiz in den Zettungen, daß er neulich eine Unterredung mit der PrinzMin in der Dresdener Kunstausstellung gehabt hat; auch die allmählich bekannt werdenden Umstände lassen darauf schließen Uebrvgens hat dabei auch die Gefangene eine Gescksicklichkett und Entschlossenheit gezeigt, die nicht gerade zum Bilde eines ,perblÄ>enden" Menschen passen." Inzwischen ist die Prin^eL^» wie feststeht in Paris .einge troffen. Kaiser Franz Josef, dem die Prinzessin Luise nie sympathisch gewesen sein soll, ließ sich, wie die ,L3eit" meldet, nach ihrer Flucht ans Bad Elster Bericht erstatten. Weitere Mitteilungen über die Sache lehnte er ab, indem er sagte: „Ich nsill endlich mtt dieser Affäre Ruhe haben." Dcrmt ?cbtcs. * Brände. Am Mittwoch nachmittag entstand in dem großh. t mecklenburgischen Forst, unmittelbar hinter dem großh. Jagdhause Gelbensande, wo bekanntlich soeben die Verlobung des Kronprinzen stattgesimden hat, vermutlich durch Funken dec Lokomotive eines kurz vorher vottlbergefahrenen Zuges, ein Waldbrand. Aas .Feuer brach an Mei verschiedenen Stellen des Forstes aus. Tie großherzogliche Famllie und der Kronprinz beteiligten sich lebhaft an den Löscharbetteu. Das großh. .Jagdschloß war bedroht. Ter .Waldbrand wurde bis fünf Uhr indes soweit gelöscht, daß jegliche Gefahr für das Jagdschloß ausgeschlossen war. —.LAe die „Franks. Oderztg." meldet, sind in Neu-Ian cke 16 Gebäude niebergebrannt. Es wird Brandstiftung vermutet. — Der in Dingelftädt ausgebrochene große Brand entstand durch die Explosion eines1 Motors in der Fabrik von Engelhardt. Der Wind trug einen verheerenden Funkenregen über eine Reihe von Straßen, .bereu Häuser in Brand gesetzt wurden. 14 Feuerwehren arbeiteten an der Rettung der Stadt. 102 Familien konnten nur das nackte Leben retten. Einige Personen trugen leimte Verletzungen davon. Von der anfangs stark bedrohten kathol. Hauptkirche haben nur der Dachstuhl und die Fenster be* Gotteshauses Schaden genommen. Das Großfeuer hat 51 Häuser vernichtet und einen Schaden von drei Millionen Mark an^erichtet. * Unglücksfälle. Beim Dorfe Kummer in Mecklenburg verunglückte der Oberlentna-ntt Moritz Eichhorn von der 2. ^Schwadron des 115. Hufarenregiments in WaudÄeck. Er befand sich im Automobil auf Patrouille, «lls dieses infolge eines AcUenbruches in voller Fahrt gegen einen Baum raunte. Der Offizier wurde heranSgeschleudert nnv mtt pyweren inneren Verletznngen in das Ludwigsluster Krankenhaus überführt. Ter Chauffeur und der Bursche sind ohne Verleg ungen davottgekommen.— Dem „Malin" zufolge ist der Genfer Sch n e l l z u g nach Chamounix auf der Brücke bei Estampldre mtt einem anderen Zug zus.ammengestoßen. Ter Maschinist des Schnellzuges wurde getötet, desgleichen drei Pasfa- giere. ,30 wettere Passagiere wurden verletzt. — Der spanische- Jnfanterieoberst Resbo, Gouverneur Jüan Iran, .geriet auf dem Bahnhof in Hendaye zwischen zwei rangierende Wagen und wurde totgequetscht. * Veruntreuungen. Tas (nicht sehr zuverlässige) „Neue. Wiener Abendblatt' meldet, daß bei der Inventaraufnahme in der Kanzlei des Rechtsanwalts Herr,.der sich vor einigen Tagen erschossen hat, .das Fehlen verschiedener ihm an- vertrauter Depots in Höhe von mehr als .einer Million Kronem sich ergeben habe. Bon anderer Sette wird diese Mtt- teilimg angezweifelt. — Tie We ch.se lfälsch ungen des Ton- werksbesitzers Johannes Peters in Dortmund sind wett umfangreicher, als anfänglich angenommen wurde. Ter Bettag von 150 000 Mark dürfte weit überschritten werden. Hande! und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 7. September 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie,IGteßen.s Privat-Diskont 2% Prozent. Oest. Kredit. . . Deutsche Bank . . Darmstädter Bank . Bochumer Guß . . Harpener Bergbau Tendenz: Anfangs- u. Schlußkurse. . 205.25 20450 . 225J.0 225J.0 . 143.10 143.10 . 209.60 209.60 . 218.20 21850 Schwächer. Märkte. Limburg 1 iS D • S . er Di £ O ra ZS C Co«, o —;CD d 3 s D C/~ CD «ö 2 «ö u J5 u <3 5 «SV Q D 5 ? 2 5 ^CD S- ««.g CT Z ” %) , , c 00 § 00 -V 5 cd *sr *-T> W Tz ALZ 3 er "zn ty o 8< to" "Ö 2 »: 3’ g E «So %■ 8 S « cd" " er 3 D er er 2". ? § *1 CD *3 D « «» Z 3 a "H? CD ** c er n 2« to' D 2.3 (y. p 2 •— ■ TO TO tio 5 " ' d ® ($ cy q- TO rj d TO ZT. 2. ö 5\ 3 o 5 CZ D- <1 CD (5 c ** 2.-^ D^Ö to 35 "^CD xm " 2 35 « or-^ tt-' TO 3 3 ö TO to Co» - --G^LLK" 3 CD O O w ^-» - C'au to «*• 3 CD C D ** IS, « TO rt rr TO D r-i Dt- rr — rv.^3'n 3^8 ooS^g " - 3 S'S TO <2* TO TO TO 5' TO _ @ D TO TO 2 -Hj ° <5. TO w- w c C 35 to o jx 2 § 'S? ? . er to- 3 «Jo 2 er ^-TO’ CD 3 5 5 TO C 3 ' « ^^cr — _ TO D TO X’ T 2.TO - D TO, SX« XX 5 TO 27- ** D X5 2. o 2 TO tt «» 35 35 4^ to< to CT cd Q< to «SO 'D* Cf TO Cf to C to 35- to to 35 37- __, TO to >CT to-- -2, to d 2 TO o 53 D D g O 3 3P w TO *3 o to e 5; ** 35 2* g ÖD 2. 53 CD TO TO-.D ——< TO o ÖCD 2 TO D; w Cf «to- «-<££> 2 «7» 35 TO TO 3 TOVf Dy — ** g. to to lO S ~ 2 to *3 en -ü. CTO*1 |g|® * 5» cd to JZ, TO TO er er S" spi- _ a 00 § TO "O h" S «A S- h I-* V w Nk Bekanntmachung. Die mrtorru 30. JuU L JL. angeordnete Sperre der Südanlage -wrschen Bleich- und Goethestraße wird hiermü aufgehoben. Gießen, den 8. September 1904. GrohderzogUMev 'bou^eiamt Gießen. ________________Herberg. _________________ Bekanurmachung. Da- Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garte«- und Felddesiyer an Z>en ihren Grundbesitz an öffeutlicheu Aahr- oder Kußwegeu eiufriedtgeudeu Hecke» tm La nie des wlonat» September d»e neue» Sprößliugc wiederholt zu be- schuetdeu oder zurück zu dtudcu haben, wird mit dem An- innen rotcberhaU aur ögenlltchen Kenntnis gebracht, daß Zuwider- hanblungen aui Grund des Art. 81 des Feldstrasgesetzes mit Geld- praie von 1—10 Mk. bestraft werden. Gießen, den 8. September 1904. B /, Großherzoglicpc Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betretend: Die Bildung der Scksiiffen- und Lcglvurgerichte. Dre Urliste für die Lchöffeu und Geschworenen liegt eine Äoche lang, und zwar von Donnerstag den 8. September 1904 bis Donnerstag den 15. September 1904, auf dem Lürgermeisterei-Büreau zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb ser Äenlegungsfrist kann gegen die Nichtigkeit oderBollständigtett der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache erhooen werde». Dießen, den 5. September 1904. B% Eroßherzoglupe Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Versteigerung von Immobilien. Montag den 12. September L I., nachmittags 3 Uhr, /ollen aut hiesigem Ortsgericht die Imnwbilien des verstorbenen Christian Busch in Gieße» erdverieilungshalder einer uoch- nw.igeu und letzten öffeiulichen Versteigerung ausgesetzt werden. Ba annehmbarem Gebot wird der Zuschlag sofort erteilt Zum Aufgebot kommen: Flur 1 Nr. 79 — 783 Meter Hosraue auf dem LelterSweg, e 1 e 71 «= 2247 , Gradgarten daselbst 4 e 166 = 863 , Srabganen am kleinen Eteinweg. * 36 , 218 = 1018 , 1 Acker auf der Harth, über der e 38 , 225 = 943 , / Kropbach (Felsenkeller). Zn der Ho traue auf dem eelterSroeg, genannt ,ßaiiergarten', mürbe seither eine gutgehende Duftschaft betrieben. TaS Grund- fiüd eignet sich aber auch infolge seiner vorzüglichen Lage an der Hauptstraße Gießens zu allen anbereu Geschaftsz wecken. Gießen, den 7. September 1904. B7/, Großherzogliches Onögencht Gros. Vergebung. Es soll vergeben werden die Lieferung von ungefähr 52 000 Kg. Roggen-, Weizen- und Staubmehl, lOuOOO Rg. Speisekartoffeln und 18 Tonnen Heringen. Kostenfreie, verschloffeue und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote werden erbeten bezüglich des Mchis diS zum Eröffnung^ termin: Samstag de» 24. September 1904, vormittags 10 Uhr, tmb der übrigen Gegenstände Montag den 10. Lttober 1904, vormittags 10 Uhr. Beugstch der Kartoffeln, die i» Angebot mit der Sorte näher z» bezeichnen stad, sind auch Angebote von Teillieferungen von mcht unter 2500 Kg. zulässig. Em Test der Kartoffeln, etwa 40000 ftg^ ist erst tm Februar 1905 zu liefern. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der GefchäftSstude des Großh. Deloitomen bezw. deS Großh. Derk- mersterL offen, können auch gegen Zahlung von 70 Pfg. abschriftlich bezogen werden. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgesthneben, das zum Preise von 10 Pfg. auf unserer Schreib- fmbe erhältlich ist. Zuschlags frist 14 Tage. Butzbach, den 7. September 1904. D8/, Groß herzogliche Zellenstrafaustalt. Bcstrkssparkaße Hicßcn. LS wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß her AuffichtSrat beschloffen hat, Einlagen, welche am erste« Heschäftstage eines Monats gemacht werden, vom 1. dieses Monats an zu verzinsen, und für am letzten Geschäststage eines Monats zurückerhobene Gelder bis zu -Ende dieses Monats dre Zinsen zu vergüten. Gießen, am 2. September 1904. d8/. Der Direktor der Bezirksjparkaffe Gießen. I. V.: Schaum. Zuschneide -Lehranstalt Grünbergerstratze 14a (Mittelbau). Matzuehmcu, Musterzeichneu, Zuschucive» und verarbeiten kann jede Dame grüiidlich erlernen. 7220 MT Der Kursus bcgiuut am 26. September 1904. JLina Petri, gesrästk ührerill. 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September 1904. Heute früh etugetroffcn: Feinste CasteHamare-Tafeltrauben per Pstmd 30 Pfg. 5 Pfund-Kistchen 1.30 Mk. 9 Pfund-Kistchen 2.30 Mk. Kreitag etutreffcnd: la. Zwetschen, ""'S“' per dentner 4.50 3)IL a’/• 50 Pfund 4 S Pfg., 20 Pfund 4 6 Pfg., 10 Pfund 4 7 Pfg. B-lmh°si>r"İLinde«pl°h.2 Gebr. BerrfUX. Zamstag ätn 10. n. Sonnton Den 11. ceptemöer sowie Hioital irn 19. Ztpkniitr bleiben meine Geschäfts- und Fabriträume 7233 hoher Ieierlage wegen geschlossen Sdjitöfalirik M. Levi. j Was ist Elvira mit dem Bär? H 7211 | Schwedische Preiselbeereu in feinster, trockener Ware, 72)7 Feinste Tasel-Trnuben. Spiegelkarpfen, lebendfrisch, per Pfund 70 Psg." Xelcpljou 119. J. 51. Schulhof, Markljlme 4. Meine GeSChäftsräume bleiben Lavlstaz öen 19. null Loiililag Sen 11. Leptembn sowie Msiitag de» 19. September ae/-1 Feieriägsiialber geschlossen. Jacob Heilbronner. Ififepen hoher Feiertage bleibt mein Geschäft Lürnstag 5(ii 19. H. sonntflfl Den 11. September ßeschlojsea Bitte meine geehrten Kunden, Bestellungen bis zum Freitag morgen abzugeben. 06108 Julius Rosenbaum, M(W(r, Üirchenplatz 4. ?oniitrDtü0.1ä.2(pt.l9Ol uachmittagS 3 Uhr, wird die vor dem Flamen der Franz Schmidt 11. Eheleute stehende Parzelle der Gemarkung LbKoerjteigeruilg der Grast. Verwaltung Arnsburg. SamStag den 10. d. M., Wasser-Reinigungs- Apparate D. R.-P. engem, aatom. wirkend Reinigung von Kesselspeise wasser sowie sonstiger gewerblicher mr l.rauereien, Wäschereien. Papierfabriken. Garantie für Erzielung reinen, weichen, von KesselsteinbUduern vollkommen beli sers. GlAnzende Zeugnisse. Vorzügl Referenzen. — Billige Preise. Kostenlose Wassernntcrsuchung durch eigenes Laboratorium. Prospekte und Kostenanschläge gratis. Dampfkeseelfabrik voriu. Arthur Rodberg, A.-G Darmstadt. — Vertreter gesucht. Lahnkalk-Iniiusirie Hr.-Linden-Qissseii (Inh.: Carl Haa* Jr., Gießen) Ringofen- Kalkwcrke. 8rsr- und Wcig-sMiilk». Sadtalt stets vorrätig. 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