Ibcä ® v11*' tin ^M'gsraihFE L-tzz» ä«w E^äu 3i«d. e?n"'>*- Leuten Ä iw« jh ^ZLL ^kiijetnt WW. »füll «.'Äh: • 3>iä JUicejirflBe %, Sötten peniiüE Biedenkopf. < ie ßfifle mitten im w bei der Stabt L I k""ge Zinimer frei_ I «f-fatal von n, Sambctt, ftnoftn . Rrsfiog, Ölei, Zil rc^ Möbeln, Betin '»g, Gold- und Silit-, Münzen und Antic, sRothenberga Neuenweg 22. ische» u.BSgelnemp^ 1 m Otto, Üiebigftt. 63, c j i Waschsran empfichiisiM Äalllhorltrave , I J Büglerin nimmt nJl auyer dem paujt an Aafiansgaßr 3. I I- ca. acht geräutr, lä flimmer,mitgrok i, ruhig unb frei gelt: ten eventl. ju touien Offerten unter 9b. t; tzrpedition b. Bl. pünktlichem Zichorie auf prima lvefchäjiU L 15000 Cfjerten m. 9Lö.< unt 4923 a. b, OOO Bl"' » ichtig-m »6S*®; an die gjP-Arx- jehd’^Sj tMmKmdtstalsk. nnen.)M« nntag d°> ^ #»* B fÄW 2-5 »#«* Nr. 132 Mittivoch, 8. Juni 1904 154. Jahrg. flcrtcbetni fflglt® mtt DuSnahrno v-S SormiaqB. Die „Äleftenet ^omfllenbiaittr“ werden der ^Änzer,,. o\t-mc wöchentlich betgdegt D« *Qc|ß| £anö tr- ertchein xnonatHd) *trw*| Gießener Anzeiger Btofattonttairf tmfc Verlag der UntDCTtttätSönidrrtL 9L Bangt, «tetzea. Redaknon. Lxpedttton «.Druckerei: «chulftr.». Teil. Nr. 6L Tetegr^Ldr.; Lnzetger Hießen. General-Anzeiger, Amt;- unb Anzeigeblatt für den Kreis Liehen. Parlamentarische Perhanolnngen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Äeuifchrr Rrickstay. 9 2. Sitzung vom 7. Juni. 2 Uhr. Das Haus ist s ch w a ch besetzt. Am Bundcsratstisch: Frhr. v. s t e n g e l u. a. Präsident Graf Ballestrcm: Indem ich die Herren Kollegen nach der Pfmgstpause auss ;crzlichste begrüße, erössne ich die Sitzung. Ich habe dem Hause Mitteilung zu machen von einem Traucr- fall. (2ic Mitglieder des Hauses erheben sich.) Seine Kgl. Hoheit der Grotzhcrzog Friedrich Wilhelm von Mccklcnburg-Srrclitz ist am 30. Mai gestorben. Ich habe sofort nach dem Tode die innigste Teilnahme zunächst im eigenen Namen ausgedrückt. Großhcrzog Adolf Friedrich hat infolgedessen die Gnade gehabt, hierfür sowohl wie für die Abiicht, dem Reichstage Mitteilung zu machen, huldvollst und herzlichst zu danken. Wir gedenken in Trauer des Tahinge- schiedenen Fürsten, durch dessen Tod das Großherzogliclze Haus, das Mecklenburgische Land und das Deutsche Reich tief betroffen sind. Meine Herren, Sie haben sich zum Zeichen des ehrenden Gedächt- nistcs von Ihren Plätzen erhoben, ich konstatiere das. Sodann tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Die Ucbersicht der R e i ch s - A u s g a b e n und Einnahmen für 1902 wird in dritter Beratung ohne Debatte angenommen. Es folgt die zweite Lesung des Gesetzentwurfs, betr. die Bekämpfung der Reblaus. § 1 wird ohne Debatte angenommen. Er enthält die allgemeine Ltatuierung der amtlichen Beaufsichtigung zum Zweck der Rcblausbckämpfung. In § 2 werden die einzelnen Vorbeugungs- und Unterdrückungsmaßregeln aufgezählt. Abg. Peter Marzellin Jlschert (Ztr.) beklagt sich über eine in Hessen erlassene Verordnung, die mit den Maßnahmen in anderen Bundesstaaten nicht in Einklang stehe, und verlangt eine größere Einheitlichkeit. Staatssekretär Graf PosadowSky erwidert, dieser Wunsch finde seine Erledigung durch 8 13 der Vorlage, der den Bundesrat ermächtigt, allgemeine Grundsätze für die Ausführung der besagten Maßnahmen aufzustellen. Von jetzt ab werde also alles hübsch einheitlich zugehen. Zu § 3 beantragt Abg. Dr. Blankenhorn (natl.) in Absatz 3 folgende Fassung: Es ist verboten, bewurzelte Reben lstatt Rebenl oder Blindreben (statt Rebteile) über die Grenzen eines Weinbaubezirks zu versenden, einzuführen oder auszuführcn. Ausnahmen für den Verkehr mit Wurzelreben, jedoch nur zwischen benachbarten Weinbaubezirken und zu Gunsten einer Person, welche in beiden Bezirken Rebpflanzungen besitzt, können durch die höhere Verwaltungsbehörde mit Zustimmung des Reichskanzlers zugelassen werden. Abg. Schellhorn (natl J: Unter „Rebteile" versteht man nicht nur die Blindreben, die doch nur durch das Gesetz getroffen werden sollen, sondern auch sämtliche Rebenabfälle, die sich beim Schneiden der Reben im Frühjahr ergeben. Diese werden zu Brennholz verwandelt und von den Winzern nach Hause gebracht. An den Grenzen der Weinbaubezirke sind nun aber die Winzer häufig in zwei oder mehreren Weinbaubezirken begütert, Dürften also in solchen Fällen das Rebholz nicht über die Grenze bringen ohne besondere Erlaubnis. Tas ist zeitraubend und umständlich, daher haben wir unseren Abänderungsantrag gestellt. Bei Seuchenverdacht tritt ja eine andere Bestimmung des Gesetzes in Kraft. Die Abänderung des zweiten Satzes in § 3 Abs. 3 besteht in Hinzufügung der Worte „jedoch nur". Sie bezweckt Beseitigung von Unklarheiten bezüglich der Bewilligung von Ausnahmen. Vom Negierungstisch wird erklärt, von Seiten des Bundesrats lägen gegen den Antrag keine Bedenken vor. Der Antrag gelangt zur Annahme. Eine Reihe weiterer Paragraphen wird debattelos angenommen. Bei § 6 (der den Schadenersatz behandelt) beanttagt Abg. Gröber sZentr.), daß nicht nur der Ersatz des Wertes der vernichteten, sondern auch der durch ein Veräußerungsverbot entwerteten Reben solle verlangt werden können. Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, daß durch die Annahme dieses Antrags das Zustandekommen des Gesetzes ernstlich in Frage gestellt werden würde. Ter Bundesrat könne diesem Antrag nicht zustimmen. Schon die Beschlüsie der Kommission seien bedenklich. Wenn man beim Seuchengesetz, wo die Schädigung der Besitzer eine viel größere sei, von einer Entschädigung abgesehen hätte, so wollte man dies hier erst recht tun. Abg. Tr. Müller (Sagcm, frei). Vp.) beantragt noch eine weitere Ausdehnung der Schadensersatzpflicht. Der Besitzer soll auch, sofern er gewerbsmäßig Reben verkauft, im Falle eines Ver- kehrsverbots oder einer Verkehrsbeschränkung Ersatz des Wertes der unverkäuflich gewordenen gesunden Reben verlangen können. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, auch diesen Anttag könne der Bundesrat schwerlich acceptieren. Der Widerstand in demselben sei zu groß. Man solle nicht glauben, daß er (Graf Posadowsky) jetzt in der 2. Lesung schweres Geschütz auffahre, mit der Absicht, in der 3. Lesung mit sich reden zu lasten. Er finanziere (?) nie mit dem Reichstag. Er sage stets offen und ehrlich, wie die Sache wirklich stehe und wie weit man wirklich gehen könne. Aba. Schulze-Cossebaude (Soz.) beantragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Für derartige im Jnteresie der Allgemeinheit erlassene Maßnahmen dürfte es feine Entschädigung geben. Tas wäre ein bedenkliches Präzedens. Abg. Vogt-Hall (Bund der Landwirte) spricht sich für den Antrag Müller aus. Allerdings würden die Gärtner, deren Jnter- este hier Herr Müller wahrnebme, durch die Handelsverträge mehr geschädigt als durch diese Reblausmahnahmen. Staatssekretär Graf Posadowsky warnt nochmals, zu weit mit den Forderungen zu gehen. Solle nun gar die Entschäoigung aus der Reichskaste gezahlt werden, so würden die Ansprüche ins Un- gemessene wachsen. Denn je weiter der Beutel, desto größer der Anspruch. Abg. Sartorius (frei). Vp.) erklärt sich gegen beide Abänderungsanträge, auch gegen den seines Parteifreundes Müller. Er erkenne an, daß das Gesetz gewisse Härten im Gefolge habe. Das sei aber bei allen im Interesse der Allgemeinheit erlastenen Maßnahmen der Fall. Davon habe doch schließlich auch der betroffene Berufszweig den Vorteil, da er ein Glied der Allgemeinheit sei. Wollte man jeden Bcri^Szweig, der von allgemeinen Maßnahmen betroffen werde, entschädigen, so führe das schließlich dazu, daß der Staat alle diese Berufszweige selber übernehmen müsse, unb so komme man denn auf dem schönsten Wege in den sozialdemokratischen Zukunftsstaat. Abg. Rettich (kons.) erinnert daran, daß die Kommissions- fassung des § 6 auf einem Kompromiß beruhe, und bittet, an demselben nicht zu rütteln. Seine Freunde würden daher gegen die Anträge stimmen. Aba. Dr. Dlankenhorn (natl.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Schulz-. Er meint, man darf in der Tat nicht vergessen, daß die Kommifsionsfassung ein Kompromiß darstellt. Ich bin gegen die Abänderungsanträge, die die Schadens- ersatzpflicbt erweitern wollen, da ihre Annahme das Zustandekommen des Gesetzes unmöglich macht. Meine Freunde werden daher gegen die Anträge Gröber und Müller-Sagan stimmen. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Vogt-Hall (B. d. L.), Müllcr-Sagan sfieis. Vp.), Gröber (Zentr.), SartoriuS lfieis. Vp. , Dr. Blankenhorn (natl.), Schulze (Soz.) führt Staatssekretär Graf Posadowsky aus: Durch den Beschluß der Kommission werde im § 6 eine Entschädigungsvflicht des Staates statuiert, wie sie noch in keinem anderen Gesetze festgelegt sei. Wenn man im preußischen Abgeordnetenhause ein Gesetz einbringen wollte, welches die Forstbesitzer bei Forstschäden durch Kieferspinner und Nonne ebenso entschädigen wollte, so würde das Gesetz sicher eine große Majorität finden. Herr Gröber möge nur solches Gesetz im Abgeordnetenhause beantragen. (Abg. Gröber: Ich werde mich hüten! Heiterkeit.) Es wird hier fortwährend von einem Kompromiß geredet, aber hieran haben sich die verbündeten Regierungen nicht beteiligt. Ich habe im Gegenteil darauf hingewiesen, daß die, Kommissionsfastung des 8 6 zu schweren Bedenken Anlaß gibt. Tie Regierungsvorlage will die Art der Entschädigung den einzelnen Bundesstaaten überlasten. Die Kommistion hat dagegen die Entschädigungspflicht der Bundesstaaten reichsgesetzlich festgestellt. Ties stellt zweifellos einen Eingriff in die Finanz- gebahrung der einzelnen Staaten dar und wird von den einzelnen Bundesstaaten als ein Eingriff in ihr Gesetzgebungsrecht angesehen. Abg. Gröber (Ztr.) bemerkt, er werde keineswegs einen solchen Gesetzentwurf im Abgeordnetenhause einbringen, wie ihn Staatssekretär Graf Posadowsky empfohlen habe, denn man könne doch nicht von ihm verlangen, daß er sich an dem Kampf gegen die Nonnen beteilige. (Große Heiterkeit.) Nach kurzer weiterer Debatte wird § 6 unter Ablehnung aller Anträge in der Kommiss!onsfastung angenommen. Die §8 7—12 (Strafbestimmungen) werden ohne wesentliche Debatte angenommen, desgl. der R e st des Gesetzes. Es folgt die zweite Beratung der Münzgesetznovelle. Nach der Vorlage soll zukünftig das Mischungsverhältnis der 60 Pf. - Stücke nicht mehr 900 Teile Silber und 100 Teile Kupfer, sondern 760 Teile Silber und 250 Teile Kupfer betragen. Die Stücke sollen also dicker werden. Die Kommission hat auch noch die Bestimmung eingefügt, daß in Zukunft auch 3-Mark- Stücke geprägt werden sollen mit dem Mischungsverhältnis 900 Teile Silber zu 100 Teilen Kupfer. Schatzsekretär Frhr. v. Stengel: Daß die Kommistion den Vorschlägen der Regierung bezüglich des Mischungsverhältnisses in den Silbermünzen zugestimmt hat, hat mich sehr gefreut. Weniger erbaut war ich von dem Beschluß der Kommission hinsichtlich des 3-Mark-Stückcs. Ich habe den Eindruck, daß man im Schoße der verbündeten Regierungen schon an sich diesem Beschlüße der Kommistion mit großen Bedenken gegenüberstand. Diese Bedenken sind aber noch wesentlich gewachsen, an Schärfe und Stärke, durch nachherige Kundgebungen, die gezeigt haben, daß man mit jenem Beschluß der Kommission Propaganda zu machen versucht für viel weitergehende Pläne. In einem Artikel in der „Kreuz-Zeitung" mit der Ueberschrift: „Ganze Arbeit", der von einem Parlamentarier herrühren soll, wird auseinandergesetzt, daß jener Beschluß sich dmstelle als der erste Schritt zur Wiederbeseiligung des ganzen Dezimalsystems in unserem Münzwesen. Nicht nur dem 2- und 6-Markstück soll der Laufpaß gegeben werden, es soll auch das 20-Marksttick ersetzt werden ourch das 30-Markstück, das 69-Pf.- stück durch das 30-Ps.-Stück, das 2-Pf.-Stück durch das 3-Pf.- Stück. Und diese grundlegenden Aenderungen sollen entriert werden ohne Prüfung der Bedürfnisfiage. Wenn man den Artikel der „Kreuz-Zeittmg" lieft, so wird man erinnert an eine bemerkenswerte Aeußerung des Abg. Bamberger, die derselbe 1879 bei der Beratung unseres Goldwährungssystems tat. Er sagte damals bei der Beratung eines Anttages, Goldmünzen zu 30 Mk. herzustellen: „Man wird schließlich noch bei der Einführung der Silber» münzen ein 3-Markstück verlangen. (Heiterkeit.) Damit wäre dann die Müuzreform bei der Tür hereingelangt, aber zum Fenster wieder heraus." Ich habe schon in der Kommistion vor der Einfügung des Antrages gewarnt und möchte hier nochmals im Plenum meine warnende Stimme erheben. Man sagt, der Taler sei in der Bevölkerung so außerordentlich beliebt. Tie Erfahrung lehrt aber, daß die Reichsfilbermünzen siq gegenüber dem Taler einer immer steigenden Beliebtheit erfreuen. Herr Dr. Arendt hat geltend gemacht, es handle sich hier nicht um eine Prinzipien-, sondern lediglich um eine Zweckmäßigkeitsfrage. Sehr wohl I Auch für mich ist das praktische Bedürfnis maßgebend, dagegen müssen die doktrinären Bedenken zurücktteten. Wir prägen unsere Münzen nicht für Mathematiker, sondern für das deutsche Volk. Es gelangen oft zahlreiche Schreiben an uns mit allerlei Wünschen, doch niemals ist an eine Behörde ein Antrag gelangt, der die Einführung des 3 Markstücks empfiehlt. Auch bei der Beratung dieser Münznovelle war davon nie die Rede. Der Beschluß der Kommission trifft die verbündeten Regierungen durchaus unvorbereitet. Ich meine aber, bevor eine solche grundlegende Aende- rung an unserem ganzen Münzsystem vorgenommen wird, müssen die berufenen sachverständigen Organe des Reiches, müsten die Vertreter des Handels, Gewerbes, der Landwirtschaft zuerst darüber gefragt werden. Der Reichstag sollte sich in dieser Beziehung nicht mit unkontrollierbaren Schreiben aus irgend welchen Kreisen begnügen. Und deshalb glaube ich, daß auch die Freunde der besagten Münzreform, der Dreimarkstücke, sich davon überzeugen sollten, daß die Frage heute jedenfalls noch nicht spruchreif ist, daß man heute in dieser Sache nur ein „Non liquet" abgeben könne. Die Herren sollten daher von einem positiven Beschluß abstehen und sich mit einer Resolutton begnügen. Wir unsererseits sind — baS habe ich bereits in der Kommission erklärt — gern bereit, eine eingehende Enquete zu veranstalten, die alle sachverständigen Kreise umfaßt, und dann über deren Ergebnisse dem Reichstag Bericht zu erstatten. Ich für meinen Teil neige zu der Ansicht, daß, wenn wir silberne 3 Markstücke einführen, wir die 2 Markstücke aus dem Verkehr ziehen müsten (Höri, höril), weil sonst die Gefahr fortgesetzter Verwechselung geschaffen wird. Nach der im Bundesrat herrschenden Stimmung kann ich wohl sagen: Wenn der Reichstag auf der Kommissionsfastung besteht, dann ist an eine Annahme der Vorlage nicht zu denken. Der Bundesrat würde lieber auf eine Verbesserung des Mischverhältnistes Verzicht leisten und mit den jetzigen Legierungen noch eine Zeitlang auszukommen suchen, ehe er eine solche überstürzte grundlegende Aendomng des ganzen Systems vomimmt. Abg. Dr. Arendt (Rp.) verteidigt den KournissionSbeschluß. In der Kommission sei rein sachlich verhandelt worden, von einer Ueberrumpelung könne keine Rede sein. Nicht die Kommission, sondern die Preste habe währungspolitische Momente binemgezogen. In allen Klasten der Bevölkerung, in allen Städten, tn allen Parteien wolle man die beliebte Münze, den Taler, aufiecht erhalten, nur die verbündeten Regierungen wollen ihn beseitigen. Persönlich bemerkt Redner noch, er fei der Gegenstand zahlreicher Witze geworden, weil er angeblich in der Kommission viereckige Münzen empfohlen habe. (Heiterkeit^ Das habe er natürlich nicht getan, er habe nur von vieleckigen Münzen gesprochen. Den Nutzen des Dezimalsystems für das praktische Leben leugne er entschieden, dies System habe nur einen Vapierweri, wie das Beispiel der Engländer beweise, die auch ohne dasselbe das größte Handelsvolk geworden seien. Abg. Blell (freif. beantragt, die Bestimmungen über die Ausprägung von Dreimarkstücken aus dem Gesetz berauszunehmen. Man rechne doch heute nicht mehr nach Talern, sondern nach Mark; höchstens bei der Bezahlung der Dienstboten werde noch nach Talern gerechnet. Abg. Kern (kons.) tritt für die Kommissionsfastung ein und beruft sich auf die Beweisführung des Dr. Arendt. In Millionen der deutschen Bevölkerung werde der Taler immer noch gern gesehen. Auf dem Lande und bei den kleinen Leuten sehne man sich immer noch nach dem Taler. Tie Weiterberatung wird auf Mittwoch 1 Uhr vertagt. (Außerdem: zweite Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die Kauk- mannsgerichte.) Schluß 6 Uhr. Kur recht öedeuts-rmes Aktenstück Wer die ^emb frage in unseren Kolonien kann die boden- reformeriscye „Deutsche Volksstimme" veröffentlichen: Haus des Alii Sili. Mulimiu, den 18. Juni 1903. Euer Afioga bitten wir ergebensl in der Angelegenheit der Dachttwcträge, wie solche jetzt vielfach auf Grundstücke samoanischer Häuptlinge mir weißen Herren abgeschlossen werden, belästigen zu dürfen. In unserer gestrigen Beratung haben wir uns in Anbetreff Her Grundstücke, diemehrerenSa m oanern gehören unb worüber mehrere Samoaner Herren sind, darauf hin geeinigt, 2lw. Afioga gehorsamst zu ersuchen, ein Verbot in dieser Angelegenheit ergehen lassen zu wollen. — Es müßte tvllen 'Samoanern dieser Inseln, welche durch Ew. Afioga mb das Deutsche Reich beschüt werden, streng verboten werden, Pachtverträge auf solche Grundstücke ab- ttuschließen, welche einer Familie gehören. Wir haben bemerkt, tzaß cs sthr viele Familienoberhäupter und auch andere gibt, denen l2ie Bedeutung der Pachtverträge mit fremden Herren nicht geläufig ist. Sie werden dadurch verleitet, die Pachtverträge M unterschreiben, ohne die Bedeutung und Verbindlichkeit ihrer Ulnterschri t zu keimen. Daraus entstehen viele Streitigkeiten Mischen dem Familicnoberhanpte und seiner Verwanttschast, weil Las Familienoberhaupt sich nicht vor dem Abschluß des Vertrages uai£ ihr beratschlagt hat. Durch solche Familwnstreittgkeiren ent- sliehen die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Ortschaften. Wir teilen dies Ew. Afioga gehorsamst mit und ersuchen Ew. LLsioga ergebens!, ein Verbot als Gesetz auszustellen, welches Samoaner, Deutsche und Fr:mde nicht brechni dürfen. Wir werden unsere Grundstücke, welche uns der gnädige Gott im Himmel geschenkt hat, gut verwahren, auf daß fein anderer' darüber verfügen darf, oder es uns wegnimmt auf Grund solcher Verträge, deren Bedeutung sehr viele Menschen des Landes nicht kennen. Wir bitten Ew. Afioga ergebens!, in dieser Angelegenheit wirken zu wollen. Möge Ew. Afioga leben! Euerer Afioga bester Freund gez. T. T. M. I. Mataafa, Alii Sili von Samoa. Taimua: gez. Tupua, Tamasese, Saipaia, Tuimalealii- fano, Fäalata. Faipule: gez. Lemana, FLausuusu, Tniatua, Asiata, Tufuga, Fata, Fiame, Lauaki, llo, Gale, Maumalo Antagavaia,,Lausa, Toilupe, Mo- lioo, Tuliatu, Fue, Liumüauga, Lealamisa, Fauatea, Vala, Tagaloa, Tautootoo, Päu. An den Kaiserlichen Gouverneur Herrn Dr. Sols, Hochwohlgeboren. Die „Dtsche. Volksstimme" bedauert es, daß wir jetzt die Eingeborenen mit zweierlei Maß messen. Wenn wir, so fährt das genannte Blatt fort, draußen die deutsche Verwaltung ausrichten, so geschieht das unter der Voraussetzung, daß d^e Eingeborenen Unmündige sind, die durch unsere Herrschaft zur Kultur geführt werden müssen. Wenn wir aber Einzelnen oder Gesellschaften erlauben, Pacht- und Kaufverträge über den wertvollsten Besitz der Kolonien, über den Grund und Boden, mit den Eingeborenen abzuschließen, so behandeln wir die Eingeborenen als Mündige, denen sogar unsere römischf- rechtlichen Eigentumsbegriffe geläufig sind. Es ist ent, charakteristisches Zeichen, daß die Eingeborenen selbst cm- fangen, sich gegen dieses Doppelspiel zu wehren, und das Deutsche Reich hat zweifellos die sittliche Pflicht, dem,' Verlangen, das hier die Häuptlinge von Samoa ausge- sprochen haben, ernsteste Beachtung zu schenken! Dolililche Cugesj'chml. Cancellario Bülow, Unter der Ueberschrift „Reichskanzler Graf Bülow — gedenke, daß Du ein Deutscher bist!" veröffentlicht die „Rhein.-westf. Zig." eine Zuschrift Dr. Hans Heinz Ewers auS Capri, die sich — anknüpfend an das Schicksal des wegen „nationaler Verhetzung" der Deutschen Ungarns verurteilten Redakteurs Korn — mit der Manier des Deutschen beschäftigt, im Ausland möglichst schnell alles Deutschtum abzustreifen. Dann geht die Zuschrfft zu den Deutschen über, die in Italien den Welschen spielen, und stellt schließlich folgendes fest: „Oberhalb von Sorrent, wo der dritte Kanzler des Deutschen Reiches, Graf Bernhard Bülow, im Jahre 1903 seine Osterferien verbrachte, lieot das alte Kloster ,11 Die Heliographenstationen Etaneno und wundet worden. Hcrgetiun deserto“, das jetzt in eine Erziehungsanstalt umgewandelt ist. Am 1. April 1903 besuchte der höchste Beamte des Deutschen Reiches das Kloster zusammen mit seiner Gattin und dem Prinzen Lichnowsky. Das Fremdenbuch wurde den Herrschaften oorgelegt; es zeigt folgende Eintragung: „Conte di Bülow, Cancellario (!!!) del Impero Germanico. Contessa di Bülow, nata Camporeale. Principe Lichnowsky Sommerszeit — schönste Aeit! das ist richtig, jedoch auch jetzt sind Katarrhe der Atinungsorgane rc. nicht ausgeichlossen. Haben Sle eine Erkältung, Heiserkeit oder schluck- schmerzen, dann gebrauchen Sie Fay's achte Sodener Nlmeral' Pastillen und wird das Uebel sogleich behoben sein, tleberall zu 85 per Schachtel. 501J Mtßer-'M in bei Die diesjährigen P (§ 133 der Gewerbes' August d. I. abgehaltei Die Gesuche um j Benutzung des vorgesct nelen erhältlich) ipäte1 zeichnete Prüiungskomi der Meislerprüjungs-O' 1. ein kurzer, eigen 2. eine Geburlsurk 3. das Priisungsze Nachweis darü! Anleitung von sich erworben 4. der Nachweis i Geselle, o. die Zeugnisse ü richtsanstalten, 6. ein polizeiliches s Bor der Annieldun- Haudwerlskammer zu 1 gebühr von 25 Alarl eir Gesuche deizulegen. Gießen, den 26. \ Die Meister-Prüsuug < I ■* Okawakuatjiwi werden durch Hererobanden bei Otjikango und Otjipane bedroht; beide Posten sind durch die Kompagnie Welck verstärkt und die Wasserstellen daselbst verschanzt worden. Am 1. Juni stand die Kolonne Estorfs 25 Kilometer nordwestlich von Okamatangara. Samuel soll bei Oka hi tu a am Omuramba-un-Matako mit versammelter Macht sitzen. Osire wurde von ihm wegen Wassermangel verlassen. Die Hauptabteilung wurde am 5.Juni bei Otjosasu gesammelt. Die Kolonne Zülow war am 25. Mai in Naidaus. Hamburg, 7. Juni. Mit den Dampfern „Lucie Woermann" von der Woermann-Linie und „Schleswig" vom Norddeutschen Lloyd fuhren heute vom Petersquai weitere Verstärkungen nach Südwestafrika. Die „Schleswig" führt 21 Offiziere, 300 Mann und 448 Pferde nach Swakopmund, die „Lucie Woermann" wird mit einem Bataillon Infanterie und zwei Feldbattecien in der Lüderitz- bucht landen, von wo die Truppen auf Ochsenwagen weitergeschafft werden. In Vertretung des kommandierenden Generals hielt Oberst v. Dassel vom Regiment Nr. 76 eine kurze Ansprache an die Scheidenden. Zahlreiches Publikum aus allen Bevölkerungsklassen wohnte dem Abschied bei. Nächsten Dienstag gehen weitere Verstärkungen ab. * Eine Rangliste der Schutztruppe für Süd- westafrika ist als Beilage zum „Miiitärwochenblatt" erschienen. Danach besteht das Kommando ans dem Generalleutnant v. Trotha, einem Chef des Stabes, einem Generalstab, einer Adjutantur, einem Kommando des Hauptquartiers, einer Signalabteilung, einer Feldintendantur, einem Sanitätsamt und Feldsustizbeamten. Außerdem steht ä la suite der Schutztrnppe der Oberst v. Leutwein. Die Schutztruppe setzt sich zusammen aus zwei berittenen Feldregimentern, einer Maschinengewehrabteilung, zwei reitenden Feldartillerieabteilungen, einem Eisenbahndetachement, einem Funkentclcgraphendetachement, einem Etappen ko mm and o, einem Psecdedepot, einem Belle idungs- und Ausrnstungsdepot, einer Kolonnenabteilung, einem 'Artilleriedepot, einem Lazarett, der Lazarettverwaltung und einem Proviantamt mit Bäckerei. Sport. s. Gießen, 6. Juni. Am Sonntag den 5. Juni gelang es, wie uns der Rad-Klub Germania schreibt, dem Mitglied des Rad- Klubs Germania, Herrn Friedrich Schaaf-Gießen, in einem vom Radsahrerverein in Fulda veranstalteten Kunstfahren unter starker Konkurrenz den 2. Preis an sich zu ziehen. Herr Schaaf, der bereits im Vorjahre einen ersten Preis errang und sich als auserlesener Fahrer hervorgetan hat, gedenkt in diesem Jahre an größeren sportlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Brieftauben-Sport. lieber den am Sonntag in Aussicht stehenden Preisflug der Mitteldeutschen Reffevereinigung von Hannover aus, bei dem als höchste Auszeichnung die goldene Staatsmedaille zu erringen ist und an dem Mitglieder des Gießener Brieftauben-Klubs ihre Tiere teilnehmen lassen, haben wir kürzlich berichtet. Am verflossenen Sonntag flogen die Tauben an der letzten Station vor Hannover in Northeim, Luftlinie 140 Km., auf, und zwar beteiligten sich sechs Gießener Züchter mit zusammen 78 Tauben. Da man von den Beteiligten den Northeimer Flug als Generalprobe für den kommenden Sonntag betrachtete und genau konstatieren wollte, welch beste Zeit von den zuerst heimkehrenden Brieftauben zur Zurücklegung der Wegstrecke gebraucht würde, so hatten die Interessenten unparteiische Kontrolleure in die Nähe der Schläge für die erste Stunde der erwarteten Rückkehr der Tiere angestellt, welche die Zeiten zu notieren hatten. Wie nun gestern abend in der Versammlung des Brieftauben- Klubs mitgeteilt wurde, ist laut Telegramm am Samstag bei klarem Wetter in Northeim der Antritt der Reise um 5 Uhr 50 Min. vor sich gegangen: Die ersten zwei Tauben trafen zusammen um 8 Uhr 11 Min. auf ihrem Schlage ein; die zweitbeste Zeit wurde um 8 Uhr 14 Min. und die drittbeste Zeit um 8 Uhr 25 Min. von je einer Taube erreicht, dann folgt 9 Uhr 12 Min. usw. Die beste Zeit mit 2 Stunden 21 Min. erzielten zwei Tauben des Weißbindermeisters Neuling, die nächstbesten beiden Zeiten mit 2 Stunden 24 Min. und 2 Stunden 35 Min. erreichten die Flieger des Schuhmachermeisters Hecker. Hiernach beträgt die beste überhaupt erreichte Zeit Northeim—Gießen pro Kilometer eine ein Hundertvierzigstel Minute, eine Schnelligkeit, mit welcher sich der schnellste Schnellzug und selbst die Töff-Töfss beim Gordon-Bennettrennen nicht messen können. Wir bemerken übrigens noch, daß die Kontrollstelle für den am Sonntag statt- findenden Preisflug die Wirtschaft Wiegand int Neuen Weg ist; die Konstatierung des Eintreffens der Flieger in Gießen beginnt dort nach 6 Uhr früh (tagsüber bis abends 9 Uhr). Dort mug lebe in ihren Schlag zurückgekehrte Taube vorgezeigt werden, um mit ihrer Nummer und berjenigen geheimen Kontrollnummer, die sie vor bem Auslassen in Hannover erhalten hat, in bie Liste eingetragen zu werden. Die Liste muß nach Beendigung der Kontrolle geschlossen und, mit bem Poststempel bes Sonntags versehen, an bie Zentralstelle eingesandt werben. Für bie später etwa lanbenden Tauben werben die Zeiten am Montag noch gewertet. Homburg v. d. H., 7. Juni. Für die G o r d o n Bennett- Rennen haben ihr Erscheinen zugesagt: Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Füllt Salm-Reiferscheid, Herzog von Ratibor, Herzog von Arenberg, Fürst zu Fürstenberg, der amerikanische Botschafter in Berlin Tower und andere. Aus Italien, England, Frankreich unb Deutschland sind fast alle Rennfahrer hier eingetroffen. Eine Frau altert frühzeitig, ohnedies nölig ist. Ties geschieht imbebingt, wenn ü" !'ch öei der Wäsche mit einem billigen, schlechten Waschpulver plagt, tny niet) reinigt unb ihr noch nebenbei hi» Wäsche ruiniert, anstatt bequen zu arbeiten nut Gioth's gemahlener Kernseife nut Salmiak uu Terpentin, bie höchste Waichkrait besitzt und inrolgebeiien folo||(Ue Ardellserfparnis bringt. Enthält fein Chlor oder sonst )ct)aoiicoe Substanzen. Fabrikant: I. Giorh, Hanau- Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Die Exkaiserin Eugen ie wird „Majestät" angeredet. G. H. Gegen „ Sonnenbrand" empfehlen sich besonders abendliche Waschungen mit Ziegen- oder Buttermilch, das Bestreichen mit Coldcream, dem einige Tropfen Bcnzoentinklur zugesetzl sind, ober das Aufträgen einer Salbe, die aus 20 g Lanolin, 5 g Glycerin, 3 g Borax, einem Tropfen Rosenöl besteht. Auch das Beseiichlen nut einer Mischung von 100 g Rojemvasser, 5 g Borax und 10 g Benzoetinktur ist von Nutzen. Als Hausmittel wird empfohlen; Alan wiegt eine Handvoll Petersiliengrün mit dem Wiegeiuetzec, gießt Regenwasser darüber, laßt dies 24 Stunden stehen, liebt die Petersilie durch und benutzt das Wasser morgens als Wafchwaster. <^,ie Ziehung 2. Klaffe der 4. H e s s i s ch - T h ü r i u g t- fchen StaatSloltcrie findet am 14. n. 15. dieses Monats statt. Interessenten mögen dis LoScrucueruug nicht verfäumcu. 0tL4 ^erarbeiten vtemhauerarbeiten ^eserung öon ^tabüten40 ä!ei'8lltfe4 7. Äu*. Ä, Einsicht ns zum M «ut ' ben 3u, Troß oeu 15 i HK.- WW lkletbet L Uhren, Aus Stadl und Kund. Gießen, 8. Juni 1904. ** Auszeichnungen. Der König von Preußen verlieh dem hessischen außerordentlichen Gesandten in Berlin Geheimrat Neidhardt die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse und dem hessischen Geh. Oberbaurat, Professor an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Hofmann, den Roten Adlerorden dritter Klasse. ** Ein altes Zunftbuch „der Loh- und Weißgerber wie auch Kürschner zu Gießen", ein stattliches Buch, bis zum Jahre 1630 zurückreichend, ist uns von seinem Besitzer, einem alten „Gießer" heute zur Ansicht vorgelegt worden. Der interessante Inhalt besteht aus unzusammen- hängenden Einträgen über erworbenen Meistertitel, Lehr- lingsanmeldungen usw. und gibt mancherlei Aufschluß über alte hier ansässige Familien. Der Name Löber beispielsweise kehrt häufig luieber. Besonders auch über Verhängung von Ordnungsstrafen innerhalb der Zunft enthält das Buch interessante Notizen, und gar mancher Reichstaler ist so in die Zunftkasse gewandert. Auch an die Armen mußten beispielsweise Lehrlinge, bei ihrem Eintritt kleine Beträge entrichten, neben den übrigen „Aufding-Geldern", dem Beitrag an die Zunft und dem „Gebots-Geld". Außerdem enthält das Buch verschiedene lückenlose Verzeichnisse über Zunftangehörige, die in bestimmten Jahren des 1?. xder 18. Jahrhunderts Meister geworden sinb. Vom Jahre vermischter. * Wilhelm II. unb bie Reform der Frauen- tracht. Bei der gegenwärtig in Dresden tagenden zweiten Delegiertenversammlung der Freien Vereinigung für Verbesserung der Frauenkleidung wurde nach den „Münch. N. N." mitgeteilt, daß sich Kaiser Wilhelm gegenüber den Reformbestrebungen zur Verbesserung der Frauenkleidung ä u ß e r st ablehnend verhalte, und den weiblichen Mitgliedern des Hospersonals sewie den Hofdamen das Tragen der korsettlosen Tracht untersage: dagegen sei die Kaiserin infolge ihres leidenden Zustandes gezwungen, Reformunterkleidung zu tragen. —, Früher hieß es immer, daß auch die Kaiserin Gegnerin der Re- formkleibung sei. * Zur Konitzer Morbaffäre weiß bas „Kleine Jorn." zu melden, daß Kriminalkommissar v. Beckmann seit langem die Spuren verfolgt, die den Verdacht gegen den Arbeiter Maßloff bestärkten. Nachdem Herr v. B. bis zum September 1901 in Könitz geweilt hatte, kehrte er auf kurze Zeit nach Berlin zurück. Im Oktober fuhr v. B., nachdem er Maßloff und Frau Roß, welche zur Verbüßung ihrer Strafe im Zuchthause weilten, vernommen hatte, nach Könitz zurück, mietete sich bei dem Restaurateur Heinrich ein Zimmer, und in Gemeinschaft mit diesem sowie mit bient Oberlandmesser Herrn Lipke, der ins Vertrauen gezogen worden war, wurden weitere Nachforschungen angestellt. Die Ermittelungen, welche bis Ende Dezember dauerten, reichten jedoch zur Erhebung der Anklage nicht aus; deshalb wartete man so lange, bis Maßloff und später seine Schwiegermutter aus dem Zuchthause entlassen worden waren. Maßloff, der bald hier, bald dort arbeitete, erhielt einen als Arbeiter verkleideten Kriminalbeamten zugesellt, welchem es dann auch gelang, das Vertrauen desselben zu erringen. Wie verlautet, hat Maßloff zu demselben noch weitere Einzelheiten in bezug auf das Verbrechen, und zwar solche verlauten lassen, die nur ein Eingeweihter wissen konnte; darauf fand in dem früher von Maßloff, Roß und Berg in der Poststallstraße bewohnten Hause eine Haussuchung statt, welche au et) neuerdings Material gegen die Verdächtigten ergeben haben soll Zur Zeit finden jedoch noch weitere Erhebungen in dieser Sache statt, die noch nicht zum Abschluß gebracht worden sind. * Zur Lage der Wurmkrankheit schreibt der „Neichs- anzeiger": Auf einzelnen Zechen des Wurmreviers, des Oberbergamtsbezirks Bonn und des Regierungsbezirks Aachen sind im April und Mai Fälle von Wurmkrantheit festgestellt worden, nachdem die bis dahin vorgenommenen zahlreichen Untersuchungen von Belegschaftsmitgliedern durchweg ein negatives Ergebnis gehabt hatten. Insbesondere die Belegschaft der Steinkohlengrube Nordstern bei Ritzerfeld ist in nicht unerheblicher Weise von der Krankbeit befallen. Sowohl vom Oberbergamt Bonn als auch vom Vorstande des Wurm-Knappfchastsvereins und den beteiligten Zechen sind unverzüglich die geeigneten Maßregeln zur Bekämpfung der Krankheit getroffen worden. * Düsseldorf, 7. Juni Heute vormittag wurde ein Kahn, in dem sich ein Lotse unb drei Zollbeamte befanden, bei Düsseldorf vom Schlepptau eines Anhängeschiffes umgeworfen, wobei der Lotse »und zwei Zollbeamte ertranken. Ein Zollbeamter wurde gerettet. * Porz bei Urbach, 7. Juni. Heute früh durchschnitt eine Arbeiterfrau ihren beiden Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren den Hals und tötete sich selbst. Tie Tat ist vermutlich in einem Anfalle von Geistesstörung verübl * Nevers, 7. Juni. Das Haupttagesgespräch bilder ein großer Skandal, der sich vor einigen Tagen hier zugetragen hat. Ein Arzt feierte seinen I u n g g e s e l l e n a b s ch i e d, wozu er zahlreiche Offiziere und Präfekturbeamte eingeladen hatte. Nach der Festlichkeit veranstall.ten die Teilnehmer einen Bummel durch die Stadt und verübten in einem Cafe Chantant einen 1629 finden wir in einer solchen Meisterliste u. a. auch einen mit dem adligen Namen Johannes von Sa.ndt. Ueber die Wahl von Zunftmeistern sind auch Einträge gemacht worden und noch zu lesen. — Im Jahre 1867, am 12. Juni, wurden, wie aus einem Eintrag zu ersehen ist, die „Zunft- esfekten" unter die Meister versteigert; es handelte sich um die „Zunftlad", das Zunftbuch, alte Papiere und sonderbarerweise auch um zwei weiße Leichentücher, die gegen geringes Entgelt vergeben wurden. ** Der Allgemeine Deutsche Sprachverein, Zweigverein Gießen, hält eine Sitzung am 16. Juni im Hotel Viktoria ab. Auf der Tagesordnung steht neben der Neuwahl des Vorstandes ein Vortrag von Prof. Dr. W Horn über die orthographische Frage in Deutschland und England. ** Der Schneider als Millionär. In Bensheim a. d. B. wohnt ein biederer, 70 jähriger Schneidermeister namens Georg Ranz, dem auf seinen alten Tagen Fortuna noch eine angenehme Ueberraschuug beschert hat. Ranz ist ein Verwandler des vor ca. 100 Fahren in Indien kinderlos verstorbenen, steinreichen englischen Generals Reinhard. Da damals keine Verwandten des Verstorbenen ermittelt werden konnten, verwaltete die englische Regierung das heute annähernd 100 Millionen Mark betragende Vermögen, und^als sich später Verwandte meldeten, machte die Regierung Schwierigkeiten. Nunmehr ist es aber zwei, von dem Schneider Ranz und vier anderen noch lebenden Erbberechtigten mit der Vertretung ihrer Ansprüche betrauten Londoner Rechtsanwälten gelungen, eine günstige Entscheidung herbeizuführen, derzusolge das alte Schneiber- meisterlein demnächst 20 facher Millionär wird und seine Schneiderkunft in Zukunft an ungezählten Coupons betätigen kann. 8 Ettingshausen, 7. Juni. Hier wurde eine Bürgerversammlung abgehalten, die sich mit dem Eisenbahnprojekt Lich — Grünberg befaßte. Ter Saal des Gastwirts Keil konnte kaum die Interessenten aufnehmen. Tie Versammlung faßte den einstimmigen Beschluß: Wir wünschen dringend eine Bahn. Auch erklärte sie sich bereit, für die Kosten des Geländes aufzukonnnen. Tie Mehrzahl sprach sich dahin aus, die Haltestelle westlich vom Dors zu errichten, da man hier den Einnahmequellen der Gemeinde, den ausgedehnten Waldungen, den Basalt- und Eisensteinlagern am nächsten ist. )( Gr ünb er g, 7. Juni. Einen schönen Erfolg haben die hiesigen Mitglieder des Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtvereins Grün berg zu verzeichnen. Auf der vierten Lokalausstellung zu Ulrichstein errangen Preise: Fr. Jöckel (Ehrenpreis, 1. und 3. Preis), L. Christ - Neumühle (Ehrenpreis, 1., 2. und 3. Preis), Peter Decher (Ehrenpreis, 1., 2. und 3. Preis), Th. Stein (Eyren- preis, 1., 2. und 3. Preis), Grüning 3. Preis. )( Breungeshain, 7. Juni. In unserem Dorfe gibt es in nächster Zeit bauliche Veränderungen, indem die Ortsdurchfahrt der Kreisstraße nach Sichenhausen chauffiert wird und einzelne Häuser dadurch entfernt werden müssen. )( Gedern, 7. Juni. Die Arbeiten an der Nebenbahnstrecke nach Grebenhain gehen eben etwas langsamer von statten. In zwei Schächten ist man auf gewaltige Basaltfelsen gestoßen und es werden tagtäglich Sprengungen vorgenommen. Der tiefste Einschnitt ist wobl bei Hartmannshain, wo schon einige Zeit gearbeitet wird. )( Vom oberen Vogelsberge, 7. Juni. Seit einigen Wochen tritt hier unter den Erwachsenen eine Hustenepidemie, verbunden mit heftigen Kopfschmerzen und Llppetitlosigkeit usw. auf. In einigen Dörfern sind ganze Haushaltungen davon behaftet. Zur Kanalisation der Wacher Straß W in der Stadt Lieferungen in Akkor Präparanden- Maurerarbeiten Maurerarbeiten bi ^sengußliesexung ^emzeuglieferung Malerarbeiten ^eserung von 10 ' , 2 * . 2 ' , 10 (Berlino). Also: Der Prinz Lichnowsky aus Berlin ist nach kurzem Aufenthalte zum „Principe“ geworden und bezeichnet „Berlino“ als fernen Wohnsitz. — Das ist nichts Außergewöhnliches und regt mich nicht sonderlich auf. — Auch die Eintragung der Frau Gräfin nehme ich ihr weiter nicht übel. Sie ist natürlich Deutsche als Frau eines Deutschen und dürfte daher auch deutsch sich einschreiben. Die als Fremde geborene Frau eines englischen Lords würde gewiß sich englisch eintragen und weder Contessa noch nata schreiben Aber immerhin, die Gräfin Bülow ist eine geborene Italienerin. — Nun aber komme ich zu dem Manne, der die höchste Stelle im Deutschen Reiche inne hat. Graf Bülow war jahrelang unser Vertreter in Rom, seine Gattin ist Sizilianerin. Man sollte also wirklich meinen, es sei nicht zu viel verlangt, wenn man ihm einige italienische Sprachkenntnisse zutraute. Man sollte meinen, unser Vertreter in Rom müßte wissen, wie der Titel seines höchsten Vorgesetzten auf italienisch lautet; man sollte meinen, ein deutscher Reichskanzler, der so enge Beziehungen zu Italien hat, sollte wissen, wie man auf italienisch die Stellung bezeichnet, die er inne hat! — Graf Bülow schreibt „Cancellario“, das ist glatter, barer Unsinn! Ein vom Grafen Bülow höchst eigen und höchst falsch erfundenes Wort! Das betreffende italienische Wort lautet: „Cancelliere“. Cancelliere aber bedeutet „Vorsteher einer Gerichtskanzlei", „Stadtschreiber", „Gerichtsschreiber" ; in der Bedeutung Kanzler . ist es dem Italiener nur in der gebräuchlichen Verbindung „Gran-Cancellieie dell’ Impero Tedesco“ bekannt. — Ich bin der Ansicht, wir Deutsche können verlangen, daß ein Mann, der unserVertreter inRom ist oder war, italienisch versteht. Ich bin ferner der Ansicht, wir können verlangen, daß des Reiches höchster Beamter, des Deutschen Bismarck Nachfolger, die Mode, sich im Auslande mit ausländischen Federn zu schmücken, nicht mitmacht l Und deshalb rufe ich ihm die Worte des tapferen deutschen Redakteur A. Korn zu: „Gedenke, daß du ein Deutscher bist!"_______________________ Zer Ausstand in Aeutsch-Sübrvestasrika. Berlin, 7. Juni. Gouverneur Leutwein meldet aus Okahandja: Am 31. Mai sind bei Outjo in einem Patrouillengefecht zwei Herero gefallen und mehrere ver- berartigen Lärm, daß die Polizei cinschreiten mußte unb zahlreiche Verhaftungen vornahm. Unter den Verhafteten befand sich auch der B ü r g e r m e i ft e r der Stadt, mehrere Mitglieder der Präfektur und verschiedene Offiziere. Ter Präsekt veranlaßte sofort die Entlassung des Bürgermeisters und mehrerer Präfektur-Sekretäre. Die betreffenden Offiziere erhielten 60 Tage Arrest. * Wien, 7. Juni. Der Göttinger Professor R. Meißner, der unmittelbar vor seiner Hochzeit aus Wien verschwand, wurde vorgestern in Paris von seiner Braut und deren Großmutter gesund aus gefunden. Im Telegramm an ihre Wiener Angehörigen teilte die Braut mit, daß alles in Ordnung sei unb die Trauung unverzüglich stattfinden werde. Kunst und Wissen Schaft. — Der welsche „Roland von Berli n". In seiner „Zukunft" macht Maximilian Harden einige gute Bemerkungen über Leoncavallo und den ihm gewordenen Aufttag des Kaisers, aus bem Rolandroman von Willibald Alexis eine Oper zu machen. „. . . . Der Auftrag schien unbegreiflicher Stimmung entstammt. Wir haben kräftige deutsche Talente: Strauß, Psitzn.r, Humperdinck, Weingarttur, Sch.ll.ngs, manchen anderen vielleicht noch; unb ein italienischer Effekthascher wirb vom Repräsentanten der Volkheit aufgeforbert, einen urmärkischen Stoff als Nachdichter unb Komponist zu gestalten. Sind bie Zeiten wiebergetehrt, wo beutsche Fürsten sich von reichlich bezahlten Schaumschlägern aus Welschland ihre Kunstleckereien bereiten ließen? „E h r e t Eure beut sch en Meister", bann bannt Ihr gute Geister!" Ist Wagners Meistersingermahnting verhallt? Herr Leoncavallo hat mit der derben Zirkusmusic des „Bajazzo" einen lange nachhallenben Mobeerfolg gehabt; bie Musik seiner „Mebici" Rang nicht nur, sonbern roch sogar abscheulich; zwei anbere Opern konnten selbst burch bie pfiffigste Reklamekunst römischer Talentpächter nicht in bie Mobe gebracht werben. Also ein Mann, der einmal, mit völlig unkünstlerischen Mitteln, auf ben Brettern gesiegt hat. Den Fein ernster Musiker schätzt. Ter nicht beutsch spricht, deutsches Leben, deutsche Geschichte nicht kennt, das tiefste Wesen in der robusten Kunst Willibald Alexis' also gar nicht zu fühlen unb noch weniger natürlich zum Tönen zu bringen vermag. Ein Mann, ber wenige Jahre nach Wagners mühseliger Lebensart in Teutschland höchstens als Eintagsamuseur im Winkel gebulbet werben bürste. Der gierig nach jeher Erfolgsmöglichkeit hascht; gestern „Zaza", eines ber schmierigsten Hetärenstücte, komponierte, morgen der Tingeltangeltänzerin Torta- jada eine Zugoper auf ben bräunlichen Leib schreiben wirb. Dem wirb eines von ben Reichskleinobien märkischer Dichtung vom Throne her zur Bearbeitung geliefert; ein winziges, boch ein. echtes. . ." lSSS 4959 Hausschürzen Mk. 0-50 bis MO Einen Posten Damen-Schürzen mit Träger Mk. 0,65 bis 150 dto. Zierschürzen Mk. 0.25 bis 0.40, 0.50 Einen Posten Damen-Corsetten 4608 Die Direktion: Georg Klamm. K 4. Bestes Antiseptikum 6. 6. Mk. Lieferung >/ u 900.76 ii machen. 5041 u vom ,1 Heller. 4992 II II II II H II Gießen, den 7. Juni 1904. Großherzogliches Amtsgericht. zureichen. 14 Tage. Optische Waaren s Giessen Seitenweg 30 Anleitung von Lehrlingen nach § 129 der Gewerbeordnung sich erworben hat, der Nachweis über eine mindestens 3jährige Tätigkeit als Geselle, die Zeugnisse über etwaigen Besuch gewerblicher Unterrichtsanstalten, von V Maurerarbeiten . Maurerarbeiten daselbst Eisengußlieferung Steinzeuglieferung Pflasterarbeiten . Gießen, den 6. Juni 1904 Städtisches Tiefbauamt. Braubach. 956.— 328.84 47.28 1497.15 114.— 50.— 64.— 80.— 28.— Zuschlagsfrist 5006 welche Heilung suchen, sollten nicht versäumen, sich sofort die Broschüre über sichere Heilung dieser Krankheiten kommen zu lassen. 5021 Dieselbe wird auf Verlangen an Jedermann umsonir u.portofrcigesandt W. IJeinriciis «fc Co. Klingenthal, Sa. 1898.50 1017.78 588.— 200.— 1890.— 80.— 1339.40 e-, dem Mitglied des M R "f-Giem, in einte I tcten Zlunitfahren untr g ziehen. Sen Schaoi '■kreis errang und sitz at, gedenkt in hielt:; mngen ^teilzunehrnen. n am Lonntag in 3iü» cn Re.sevneinigung liszeichnung die golk Mitglieder des Gietzen, assen, haben wir kürjL ien die Tauben an te im, Luftlinie 140 K ebener Züchter mit p Heiligten den Norlhei^- den Lonntag betrachtni sie Zeit von den zum jung dec Wegsnecle gp parteiische jtontrolkun itunbt der erwartet!' eiten zu notieren Hatter nlung des Brieftauben» amm am Samstag k" t der Reife nm 5 Ufr I zwei Tauben trafen •- B Schlage ein; die zm ' rd die drittbeste Zeit c [ reicht, dann folgt 91L" 1 Handwerkskammer zu Darmstadt, Waldstraße l1/,, eine Prüfungsgebühr von 25 Mark einzuzahlen Eine Quütung hierüber ist dem Gesuche beizulegen. Gießen, den 26. Mai 1904. 4610 Die Meister-Prüfungskommission für die Provinz Oberhesseu Trader, Vorsitzender. Mk. 1.50, 2.00, 3.00, 4.00 Reeller Wert das Doppelte. 4436 Mund und Zähne BBhenmatismus- und iAsthma Kranke 10 2 2 10 Einsicht offen. Die Angebote müssen in Prozenten ausgedrückt lein und sind bis zum 13. lfd. Mts., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bei uns abzugeben, woselbst öie Eröffnung stattsindet. — Zuschlags- ffcist 8 Tage. Lich, den 6. Juni 1904. Großh. Bürgermeisterei Lich. A. Holterhoff Söhne, GÄn- Derdingung. Die für die Befestigung der verlängerten Bismarckstrabe und des Platzes vor dem Bibliotheks - Neubau erforderliche Bordsteinliesernng, sowie die Maurer-, Pstaster- und Chauffterarbeit soll Montag den 13. Juni d. I., vorm. 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, dec daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns em- Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Geschäftsführers Peter Kro- nenbcrg zu Gießen wird heute am 7. Juni 1904, nachmittags 6 Uhr 40 Minuten, das Konkursverfahren eröffnet, nachdem seitens eines Gläubigers diesbezüglicher Antrag gestellt und die Zahlungsunfähigteit glaubhaft gemacht ist. Der Rechtsanwalt Ferdinand Arnold zu Gießen wtrd zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 25. Juni 1904 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und ein» tretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Dienstag den 5. Juli 1904, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin an- beraumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 25. Juni 1904 Anzeige zu Einen Posten garnierter Kincfer-Strohhüte jetzt nur‘mlTso’/loo, o.so Dieses Mundwasser ist den neuesten Forschungen der Wissenschaft entsprechend z u s am m e n g e s t el 11, hat sich ganz hervorragend bewährt und wird ärztlich empfohlen. Preis pro Flasche Mk. 1.50. Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Fritz Schulz, Leipzig Chemische Fabrik. ein polizeiliches Führungszeugnis. Vor der Anmeldung zur Prüfung ist an das Sekretariat der SM von höchster V ollendung Einmal probiert, immer wiedergenommen! Flaschen ä 20, 80 u. 50 Pfg. 1 Literflasche 1.50 Mk. 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Beizufügen sind nach $ 2 der Meisterprüfungs-Ordnung folgende Unterlagen: 1. ein kurzer, eigenhändig geschriebener Lebenslauf, 2. eine Geburtsurkunde, 3. das Prüsungszeugnis über die Gesellenprüfung, oder der Nachweis darüber, daß der Gesuchsteller die Befugnis zur rÜSSBODEN-OELLACKFARBE fmueneb garantirt blei- u. giftfrei. Bester Fussbodenanstrich haltbar, hochglänzend, elegant, über Nacht trocknend. Alleinverkauf bei August Q Noll, Drogerie, Bahnhofstr. 51. 0 mb 2 Ltunden oo S- neislcrs Sieder. W- t dtotthelin-GlekK. 'inute, eine Schnells undiEdteTM i können. Wir bevL c den am Sonntag Kl .and im Neuen W heget in ©ießen k 9 Uhtj. Tor,, he oorgezetgt weck MnKonttollnMZ Iten hat, m die ~ icb Beendigung/el el des Zonnlags M , Für die if«; n Wntag nochg^ Kordon ®e.r;. Herzog Ml M °°n PE- verzog °o" be Lolfchaster 'N .. 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Eine Reihe hervorragender Musikstücke wird nicht allein in der ihnen eigentümlichen Instrumentierung, sondern mit den hierfür berechneten Instrumenten ausgeführt. ßlllGt© im Vorverkauf ä 75 Pfg. sind zu haben im Neuen — - ■ ■ ii Saalbau und bei Friseur Stier, Neueubäue, Kassenpreis 1.— Mk. 4795 neuen Saalbau früher Steins Garten. Donnerstag den 9. Juni: I. Abonnements-Konzert aus geführt von der 4953 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Groesh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg. MMtt für W, Militär nnö Reise in größter Auswahl empfiehlt Emil Schmidt, 16 Neuenweg 16. 4155 Kdonnemntz-Wrerte. Die Kapelle des Infanterie-Regiments »Kaiser Wilhelm* (2. Großh. Hess.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Cyklus von Abonnements-Konzerten einzuladen. Die Konzerte finden im Neuen Saalbau (vorm. SteinS Garten) statt. — Dieselben werden mit Militärmusik ausgeführt, wozu ein musik- und kunstliebendes Publikuin ein- geladcn wird. Der Abonnementspreis für 6 Konzerte beträgt: Familienbillet bis zu 4 Personen 7.— Mk. u » v 8 ■ 6. , Personenbillet. . . . . 2.20 , Kassenpreis ..... 0.50 , Die Liste zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird im »Gießener Anzeiger" bekannt gegeben. 0. Krausse, Großh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Ehallier, Neuenweg, zu haben. 4756 Spargel täglich frisch gestochen. 03094 Ehr. Pfeiffer, Schiffenbergerweg. war, ist und » blcibtbad befte Schutzmittel geg. Motten. 2VPsq. Adler-Drogerie Sellersweg 39, Otto Schaaf. Leibwäsche Grossei Räumungs-Ausverkauf VOIl 4892 Seltersweg Beeter Seltersweg zu den bekannten auffallend billigen Preisen hat begonnen. Koni'iiti'on ~—~j Kieiderstoffe l-—Bettwäsche ...................rr. GW Mittwoch de« 15. Juni 1904, abends y29 Uhr im ^ostkesser: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. 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