£ 1 vorn r . ÄKS tuf*1"' felulte0.*'® Ds-W «e,<^ '"«hielt Ä> ’ 51"lro»rt b,8 $äÄ § N(: <« >°«j n°ch,2'7»s ■■ 11 »°p'ind^ fj 'äSfefc* ä-Ä ^ehen worden. ini Janj, d-n März M4. /WeräJ9 ist, beglch- 1 W&. Schösser b. Le? Q95 10 Uhr 4 Min.^ Met einem Geschenke» hleslgen Gemeinde ÜK e von Holland der M, rhrend der Antvesenheiu den Ehren- und Licheih^^ me Äelohnung von 100 8- •mgüi&er geheimer €fe Versammlung fc n: Regierung und der nten Bedingungen Juri: 1 einstimmig angencr noch mitgeteilt tvurk. li und noch vor Antrit'.. ic kaiserliche Kabinetts- cht kommenden Umwall.- chr Tage sind feit der?.i< nftein verflossen, ot: S,L-s ttischem und russischem Militär zu einem Zusammenstöße in der Nähe von Kangge, wobei etwa 80 Russen getötet sein sollen. Tie Russen seien über den Jalu zurückgetrieben. Aus Tokio verlautet gerüchtweise, daß zwischen Frankreich, Korea und Japan Differenzen entstanden seien wegen des Baues der Wiju-Eisend ahn. Die Franzosen sollen gegen die Erbauung der Bahn durch japanische Ingenieure Protest erhoben haben, da die koreanische Regierung den Dau der Bahn durch französische Ingenieure hatte ausführen lassen wollen. China erteilte den für Mukden und Dntung ernannten amerikanischen Konsuln das Exequatur. Da aber beide Orte von Russen besetzt seien und zurzeit kein Handel mit den Vereinigten Staaten bestehe, liege dem Staatsdepartement nichts daran, auf der Einführung bestehen. Die Konsuln treffen am 7. März in Schanghai ein und warten die weitere Entwicklung der Dinge ab. In Kairo spricht man von einem ernsten Zwischenfall zwischen dem russischen Agenten Maximow und der egyptischen Regierung in der Frage der Kohlenversorgung des russischen Geschwaders im Suezkanal und Roten Meere. Der Zar erteilte dem Prinzen Nikolaus von Griechenland die nachgesuchte Erlaubnis, an dem Krieg in Ostasien teilzunehmen. Der Gemeinderat von Paris beschloß eine Shmpatbie- adresse an die Stadtverwaltung von Petersburg, in der die Wünsche für das Wohlergehen Rußlands, seiner Armee und Marine ausgedrückt werden. Sodann wurden einstimmig, mit 69 Stimmen, die Sozialisten nahmen teil, 20000 Fr. für verwundete Russen und Japaner bewilligt. Politische Taqes schau. Au8 dem Reichstage. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 7. März: Tas schier Unmögliche soll Ereignis werden. Aus Gesprächen, die heute in den Foyers des Reichstags zirkulierten, ist zu entnehmen, daß der Etat mit Hilfe von Abendsitzunaen bis zum Beginn der Osterferien fertig gestellt werden soll. Ein heroischer Entschluß! Er läßt erkennen, daß die Volksvertretung sich auf ihren eigentlichen Beruf besinnt, der nicht mit dem eines Reichs- Debattierklubs zusammenfällt. Herrn Bebel freilich wird es nicht leicht, seiner Gepflogenheit, lange Reden zu halten, zu entsagen. Seine heutige Replik gegen den preußischen Kriegsminister v. Einem war wieder in einen ziemlich weiten Rahmen gespannt. Er wollte bei dieser Gelegenheit der Regierung und den bürgerlichen Parteien klar machen, wie die politischen Verhältnisse in Teutsch- land liegen, daß die Sozialdemokratie eine Macht sei mit der man nicht spielen, die man nicht malträtieren dürfe. Ter „Diktator" sorgte aber auch für Kurzweil. Er flocht einige Späßchen ein, die das Auditorium haß ergötzten. Ter „herrschenden" Klasse, den bürgerlichen Parteien, eröffnete er, daß sie an ihrer „Borniertheit" zu Grunde gehen würden. Tenn wo hätte es je eine herrschende Klasse gegeben, die Vernunft anaenommen hätte? Stürmische Heiterkeit. Auf dem Dresdener Parteitag sei keineswegs geschimpft worden, man habe sich nur mit allem Freimut die Wahrheit gesagt. Erneutes Gelächter. ES ist eben nirgends so prächtig bestellt, wie in der „Partei Bebel". Tie Abgg. v. Riepenhausen (kons.) und Liebermann v. Sonnenbura lAntis.) konstatierten, daß die heutige Rede des Sozralistenführers an dem parlamentarischen Siege des preußischen Kriegsministers nichts geändert habe. Ter derbe Humor des Abg. v. Liebermann — er bezeichnete u. a. die Sozialdemokraten als „G i f t b l ü t e" d e r N a t i o n — erhielt das Haus anfangs in Stimmung. Später aber wurde dieser Redner streng sachlich und langweilig. Wenn der Abg. Dasbach (Ztr.), der die heutige Debatte eröffnet und die Tuellfrage angeschnitten hatte, glaubte, dadurch eine längere Ausführung des preußischen Kriegs- Ministers provozieren zu können, so erfuhr er eine Ätt- täuschung. General v. Einem beschränkte sich auf die Bemerkung, daß er auf dem Standpunkt der Kabinettsordre vom 1. Januar 1897 stehe. Umso ausführlicher beschäftigte sich der Minister mit der Rede des Abg. Bebel, mit dem die Klinge zu kreuzen, Herrn v. Einem offenbar Freude macht. Er ironisierte die Erklärungen Bebels über die Stellung der Sozialdemokraten zum Kriege und gedachte spöttisch der „Disziplin" auf dem Dresdener Parteitag und der sozialdemokratischen „U eb er-Jn telli g en z". Je länger der Minister sprach um so wirksamer wurde seine Abwehr. Die Mannen Bebels fühlten sich höchst unbehaglich und suchten den Redner durch höhnische Zwischenrufe zu verwirren. Sie gaben ihm aber dadurck nur Gelegenheit, seine Geistesgegenwart zu zeigen, sooaß ihm noch lebhafterer Beifall zuteil wurde, als letzthin. Als sicherer Debatter zeigte sich schließlich! wiederum der bayrische Militärbevollmächtigte v. Gndreß, der die Bemühungen des bayrischen Kriegsministers um Beseitigung der Soldatenmißhandlungen kennzeichnete. Tie Generale v. H a h n k e und v. Ke s s e l, beide bekanntlich aus der Umgebung des Kaisers, beglückwünschten in der Hofloge den preußischen Kriegsrmnister zu seinem neuen rednerischen Erfolge. Ausländer an deutschen Hochschulen. Jüngst ist die Frage wieder in den Vordergrund gerückt, ob es nicht zweckmäßig sei, das Ueberwuchcrn des Ausländertums an den deutschen Hochschulen etwas zu b e s chr ä n ke n. Zu diesem Zwecke wird der Vorschlag gemacht, sämtliche Ausländer, die eine deutsche Hochschule besuchen wollen, einer obligatorischen Aufnahmeprüfung zu unterziehen, in der der Prüfling dasselbe Maß von Kenntnissen nachzuweisen hat,, das von dem inländischen Hochschulbesncher verlangt wird. Die Forderung hat gewiß vieles für sich; aber ihre Erfüllung würde nicht genügen, da es trotzdem den Ausländern möglich sein würde, zwar nicht als vollberechtigte Studierende, wohl aber als sogenannte zuaelassene Hörer die Hochschulen zu besuchen. Tie „Tisch Tagesztg." meint, man olle nicht den Ausländern den Besuch unserer Hoch- chulen überhaupt verlegen. Aber sie vertritt die Forderung, daß der inländische Steuerzahler für diese Ausländer keine Zuschüsse zahlen solle. Tie Gebühren für ausländische Studierende bei der Immatrikulation, bei dem Vorlesungsbesuche usw. -müssen überall so erhöht werden, daß ein Zuschuß der Steuerzahler nicht mehr nötig ist. Tie Ausländer mögen unsere höhere Bildung mit genießen; aber das kann man vom deutschen Volke nicht verlangen, daß es noch besondere pekuniäre Opfer für die Herren bringt. Unberechtigter Pessimismus. Man schreibt uns von besonderer Seite: Ueber die H andels v ertr ag s verh andlun gen sind seit einiger Zeit pessimistische Meinungen verbreitet. Es werden insbesondere Besorgnisse gehegt, ob ein Vertragsschluß mit Rußland und Oesterreich-Ungarn auf der Grundlage der deutschen Getreide- Mindestzölle überhaupt im Bereich der Möglichkeit liege. Mir erfahren hierzu an unterrichteter Stelle das Folgende: „Die Besorgnisse sind überflüssig. Daß solche Verhandlungen eine Reihe von Schwierigkeiten bieten, ist selbstverständlich; aber eS ist gar kein Grund vorhanden, am günstigen Ausgang zu zweifeln. Die Getreide-Mindestzölle bilden keineswegs ein so ernstes Hindernis, wie dies vielfach angenommen wird. Wenn in Oesterreich-Ungarn Hoffnungen gehegt werden, daß Rußland hier gewissermaßen Bresche schlage für Oesterreich-Ungarn, indem die russische Negierung die Ermäßigung der Getreidezölle bei Deutschland „durchsetze", so möge man sich auf das Fallenlassen dieses Gedankens einrichten. Die russische Regierung weiß, daß die Mindestsätzeunabänderlich sind, und wir glauben, daß sie sich mit dieser Tatsache bereits abgefunden hat. Es bleibt Raum genug zu anderen, wichtigen! Zugeständnissen auch auf landwirtschaftlichem Gebiete. Daß der Krieg wesentliche Verzögerung der Verhandlungen speziell mit Rußland herberführt, ist kaum zu befürchten. Größer ist vielleicht die Wahrscheinlichkeit des Sichhinziehens der Verhandlungen mit Oesterreich-Ungarn. Mutlosigkeit wird aber nur den Flaumachern im Auslande einen Dienst leisten, die aus leicht erkennbarer Absicht, zum Zweck der Erzielung möglichst günstiger Bedingungen, die deutsche Position als schwach und ratlos hinstellen möchten. Man unterstützt unsere Aktion, wenn man weniger Ungeduld, weniger Pessimismus an den Tag legt und mit Ruhe die Ergebnisse abwartet." Deutsches Reich. Berlin, 7. März. Ter Kaiser hörte heute inr kgl. Schlosse die Vorträge des Reichskanzlers, des Chefs des Zivilkabinetts, des Hausministers und des Finanz- Ministers. — Ein ernsthaft zu nehmendes französisches Blatt, das ,^Jvurnal des Tebats", bringt eine Mitteilung, die auf die Möglichkeit einer Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Präsidenten Loub et auf der bevorstehenden Seefahrt des Kaisers, vielleicht in N e a p e l, hinweist. Das Blatt bespricht die Sache sehr freundlich, und erwartet davon, falls die Begegnung wirklich stattfindet, eine Förderung des Weltfriedens. sTie Nachricht klingt kaum glaublich. Handelt es sich vielleicht um einen Fühler? Deutscherseits würde man kaum abgeneigt sein, einem Wunsche der französischen Regierung, eine solche Begegnung herbeizw- führen, zu entsprechen.) Der Aufwand in Deulsch-SüdwestafriLa. Ter „Köln. Ztg." wird aus Swakopmund telegraphiert: In Swakopmund herrscht Arbeitermangel, der die Neuformation der Truppen und die Le- bensmittelzufuhr erschwert. Die Eisenbahn fährt aufwärts mit überladenen Zügen, die fiir die ganze Sttecke vier Tage brauchen. Baldige militärische Operationen sind nicht vorauszusehen, da man die Ankunft der in Argenttnien gekauften Pferde abwarten will, die auch noch ausruhen und beschlagen werden müssen. Die Kriegführung ist schwierig und langwierig, weil der Gegner in den Bergen mit Wasserstellen starke Stellungen findet. Er hat vermutlifthi seine Hauptstärke in dem Gebiet von den Etjo- bergen bis Waterberg. Major v. Estorfs wartet daher, bis ein konzentrisches Vorgehen möglich ist. In dem zehnstündigen Gefecht vom 25. Februar dürfte der Gegner sich verschossen haben. Ausland. London, 7. März. (Unterhaus.) Bei Vorlegung des Heeresbudgets erklärt Krieg sm inifber Arnold Forster, weitgehende Veränderungen seien nötig gewesen, um eine Armee zu erhalten, die den Anforderungen des Landes entspreche. Das Kriegsamt habe beschlossen, einen neuen Typ schwerer Feldgeschütze einzuführen, auf die das Land stolz sein könne und Die in Europa gewiß unübertroffen seien. Die Regierung hoffe, während des nächsten Finanzjahres 108 schwere und 18 leichte Feldgeschütze Herstellen lassen zu können, die nach Indien 154. Jahrgang Erstes Blatt Dienstag 8. März 1904 aus Tokio vont 7. ds. wird an dcas Feuer auf den Hafen düe offene See hinaus. Vchnlpratze 7. Sbrefie für Tepefchen: Anzeiger Gießen. Fernkprechanlchluß Nr. bl. .........., zuverlässigen Üseuter-Meldungen aus Soeul 'lassen sich die russischen r cuppen in Nordkorea viele Ausschreitungen zui schulden kommen. Am 4. März kam es zwischen k o r e a- Nach einem Telegramm genommen, das russische Wladiwostok-Geschwader sei jetzt im der Nachbarschaft des Tumenflusses zur Deckung der Bewegung der Truppen von der Possiet-Bai nach dem Tumintal. Aus verläßlicher Quelle verlautet, die russischen Äufklärungspattouillen seien bis etwa Kjoengsoeng nach Deem Süden vorgedrungen. An den russischen Bewegungen im Nordost-Korea scheint jetzt eine wesentliche Truppenmacht beteiligt zu sein. Es wird geglaubt, die Russen sollten am Turnen eine starke Posttion besetzen und be- fc-stigen. Tas erfolglose Bombardement Wlat üwostoks durch die Japaner wird dahin kommentiert, daß Japan zur Er- ößfnung des Parlaments, von dem eine Verdoppel- i n g der Einkommensteuer gefordert werden soll, einen neuen Scheinerfolg nötig hatte, der in Tokio als großer Sieg gefeiert worden ist. Ter deutsche Dampfer „Hafis" wartet im Hafen üdii Wladiwostok auf die Erlaubnis, eine große Anzahl an Bord befindlicher chinesischer Flüchtlinge aus der Hingegend nach Japan zu bringen. Weiteres zur Kriegslage. Nr. 57 Grschetvt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Giehener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Fiotattonsdruck u. Verlag der Brüh l'schen lUuvers.-Buch-u. Steindruckerei. 0t Lange. Redaktion, Expedition Port Arthur: Im Rayon sind keine Verän- hrungen eingetreten. Tas Wetter ist gut. Ter „Newyork Herold" meldet aus Tientsin: Es ist unmöglich, die Absichten der Russen zu er» r tat en. Sie entfernen aus Niutschwang alles, was transportfähig ist, Eisenbahn-Materialien usw. 5000 Mann russische Truppen sind in Inkai eingetroffen. Sie erklärten, daß sie sofort wieder abgeschoben und durch andere ersetzt werden würden. Kangolin sowie verschiedene aridere größere Stationen werden von Maxim-Schnell- semer-Geschützen verteidigt. Auch sind daselbst Verschanzurigen aufgeworfen. In anderen Küstenplätzen sind bisher ke ine russischen Soldaten gesehen worden. — Tas Blatt be- stc'.tigt ferner die Meldung, daß sich am vergangenen Freitag Kosaken eines japanischen Tranzportzuges bscm ächtigten, wobei sie 100 Pferde und große Mengen Munition erbeuteten. Nach einer Tepesche au§ Tokio begibt sich der ehe- tnralige japanische Minister Kaneko, begleitet von dem Bize- miäsiDenten der japanischen Staatsbank, nach Newyork, um ernte Anleihe abzuschließen. — Nach einer Ndeldung aus soeul wurde der Gouverneur Kiljungsu, der zugleich Oeeiter der Hausierer gilbe ist, aus deren Kreisen die jüngsten 9 ombenattentate organisiert worden sind, d e g r a- kie r t und in ein Torf dritten Ranges geschickt. Nach amerikanischen, also nicht sehr zuverlässigen Air Krieg zwisälen Japan uvd Außland. Wladiwostok. Ter Rufs. Tel.-Ag. gingen folgende Mitteilungen zu: Wladiwostok: Tie vorige Nacht verlief ruhig, He Stimmung Der Bevölkerung und der Truppen ist un- cewöhnlich gehoben. In der ganzen Stadt wird eine Nazzia auf Japaner veranstaltet. Turch Mauer- o nschläge wird bekannt, daß die Polizei für jede Anzeige t on anwesenden Japanern eine Belohnung erteilt. Personen, die Japaner bei sich verbergen, werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Turch die Beschießung von Wladiwostok wurde /irgends eine ernsthafte Beschädigung ange- riichtet. Bei dem Holzhäuschen eines Arbeiters, welches von dem Geschoß eines zwölfzölligen Geschützes durck- stlilagen wurde, wurde eine jVrau getötet. Jü die Wohnung des Obersten Shukow drang ein Gesuch o ß ein und explodierte erst, nachdem es das Zimmer durckchchlagen" hatte; die Schildwache, die unverletzt llieb, rief, ohne die Geistesgegenwart zu verlieren, man möge die Fahne aus dem Hause retten, was bann die Gattin des Regimentskommandeurs mit Soldaten ausführte. Ein Geschoß platzte im Hofe t erMarinekaserne, wodurch fünfMatrosen leicht t erwundet wurden, sonst aber niemand verletzt wurde. Feuer ist nirgends ausgebrochen. Tie russischen Batterien erwiderten nicht das feindlicne Feuer wegen der zu großen Entfernung und ferner aus dem Grunde, weil man dem Feinde nicht ohne Not die Lage derselben tierraten wollte. Es wird angenommen, daß das feindliche Geschwader au9 einem Panzerschiff, vier gepanzerten und zwei nicht ge- jf»Ti».»*xrv gSpretOr monatlich7bPs^oiettel» GletzenerAMgerm General-Anzeiger 17 den poIÜ. und allgem. Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen MAZ V 1 *** -eigenteil: HanS Beck. panzerten Kreuzern bestand. Ein Telegramm des Admirals Alexejew in den Zaren aus Mukden vom 7. d. M. lautet: In Ergänzung meines Telegramms vom 6. März melde ich cl'.leruntertänigst, daß um 1 Uhr 25 Min. nachmittags von siieben feindlichen Schiffen fünf gegen die Forts ton Suwarow und Minnewitsch, gegen die Stadt und die tobe im Tale bes Flüßchens Ojasnewije bas Feuer ec-öffneten. Dasselbe dauerte bis 2i/4 Uhr, worauf das jupanische Geschwader südwärts zu dampfen begann und um 51/2 Uhr außer Sicht kam. Auf Batterien und Befestig- umgen keine Verluste. Jü der Stadt ein Matrose verwundet, eine Frau getötet. Nach eben eingeaangener Meldung ist das feindliche Geschwader heute früh acht Uhr abermals in Sicht der Festung erschienen. Nach einem Telegramm des Kommcindanten des Häsens ton Wladiwostok vom 7. März an Admiral Alexejew, rickstete d:as Bombardement des Hafens keine ernsten Verwüstumgen an. Tie Festung erwiderte das Feuer des Feindes niicr,t. Heute mittag drang der Feind wieder in die Bai £ ufjonci ein, näherte sicv dem Orte, von wo er gestern eröffnete und fuhr bann auf geschickt werden sollten. Indien sei das einzige Land, ui dem eine Begegnung mit einer großen europäischen Machtmöglich sei. Die Regierung sei außerdem mit der Anfertigung eines neuen Gewehres beschäftigt, von denen ebenfalls eine große Anzahl nach Indien geschickt werden sollte. — Die englische königliche Jacht „Victoria and Albert" hat Befehl, am 28. März in Port Victoria zu sein, um eine Reise über die Nordsee anzutreten. Man bringt dies in Zusammenhang mit dem geplanten Besuche König Eduards in Kopenhagen, wo zum Geburtstage des Königs Christian vielleicht mich der Zar eintreffen wird. Man hofft, daß eine solche Zusammenkunft die jetzt in Petersburg gegen England herrschende Stimmung etwas mildern wird. Einem dem „Manchester Guardian" mitgeteilten Privatbriefe aus Petersburg zufolge ist die Stimmung gegenwärtig so schlimm, daß die Mitglieder der englischen Botschaft fast boykottiert werden. Rom, 7. März. Die Frauenrechtlerinnen Haven tm Parlament einen Sieg errungen. Auf Initiativantrag des Mg. Socci ist beschlossen worden (mit 115 gegen 95 Stimmen, während 300 Deputierte fehlten) die Frauen zur Rechtsanwaltschaft zuzulassen. (Das mag theoretisch ganz hübsch sein, praktisch ist es ein Fehler, denn herrscht in der italienischen Advokatur schon eine so gewaltige Ueberfüllung, daß sich infolge ihrer Beschäftigungslosigkeit kürzlich 18 Wvokaten um die Stelle eines Oberhuissiers bei der Bank von Italien beworben haben.) Prag, 8. März. Gestern abend wiederholten sich die Ansammlungen auf dem Graben, die immer mehr anwuchsen. Die Demonstranten, worunter sich viele tschechische Studenten befanden, sangen nationale Lieder und stießen Schstnährufe aus. Zwischen der Menge und mehreren Kouleurstudenten kam es zu Reibereien. Die Wache bewog letztere, sich in ein Kaffeehaus zurückzuziehen und drängte die Menge zurück, die hierauf vor das deutsche Küsino zog, wo sie abermals auseinandergetrieben und Verhaftungen vorgenommen wurden. Movinzial-Ausschnß. Gießen, 7. März. Samstag, den 5. März l. Js., vormittags 9 Uhr, fand unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Dr. Breidert eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes hier statt. Dem ersten Punkt der Tagesordnung, Gesuch des Conrad Nürnberger zu Lollar um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft betreffend, liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: Conrad Niirnberger bat am 25. Juli 1903 vor der Großh. Bürgermeisterei Lollar um Erlaubnis zum Betrieb einer Schlankwirtschaft. Ter Gemeinderat zu Lollar bejahte in seiner Sitzung die Bedürfnis- fvage mit Rücksicht auf den in Lollar herrschenden starken Passantenverkehr. Vor dem Gesuch des Nürnberger lief bei Großh. Kreisamt Gießen ein Schriftsatz des Wirts Gottlieb @rnft zu Lollar ein, in welchem er die Mrtschafts- verhältnisse in Lollar schildert und um Versagung der Konzession an Nürnberger bittet. Tie Bürgermeisterei Lollar, zum Bericht hierüber aufgefordert, widerlegt die Angaben in dieser Eingabe zum größten Teil und bemerkt insbesondere, daß der Fremdenverkehr in Lollar sehr lebhaft sei. IN einem Orte, in welch,em ein so reger Industriebetrieb sei, wo in den Eisenwerken mit Beamten- personal über 700 Personen, auf dem Tampfsägewerk des Zimmermeisters Nuhn etwa 40 Arbeiter und von Maurermeister Deibel, wie von den Steinbruchsbesitzern gegen 100 Personen beschäftigt würden, sei Wohl ein reges Leben und Absatz für Geschäftsleute vorhanden. Auch werde die Frequenz der Wirtschaft des pp. Ernst durch die Errichtung der von pp. Nürnberger projektierten nicht leiden. Es könnten beide Wirtschaften recht gut neben einander bestehen, und es sei wohl sehr übertrieben, wenn Ernst behaupte, bei Errichtung der Nürnberger'schen Wirtschaft an den Bettelstab gebracht zu werden. Tie Akten wurden dann dem Kteisausschiuß zur Entscheidung vorgelegt, welcher in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 14. Dezember 1903 zu Reckst erkannte, daß das Besuch mangels Nachweises eines Bedürfnisses abzulehnen sei. Ter Kreisausschuß ging hierbei von der Erwägung aus, daß ein Bedürfnis zur Einrichtung einer weiteren Schankwirtschaft in Lollar und insbesondere in der hier fraglichen Gegend nicht nach- ttewiesen und auch nicht im Entfe-rntesten vorhanden sei. selbst wenn die von dem Gemeindevorstand zu Lollar zur Rechtfertigung der von ihm bejahten Bedürfnisfrage geltend gemachten Gründe, insbesondere bezüglich des starken Passantenverkehrs von Lollar, der Wirklichkeit entsprächen, so könne hieraus doch kein Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft hergeleitet werden. Der Kveisausschuß erachtet die zurzeit in Lollar bestehenden 17 Wirtschaften, welche sich auf eine Bevölkerungsziffer von 1523 Einwohner verteilen, für vollkommen ausreichend, um auch einem steigenden Verkehr gerecht zu werden. Dazu komme noch, so führt das K'reisausschuß- urteil weiter aus, daß in der hier fraglichen Gegend der von Nürnberger projektierten Wirtschaft sich in einer Entfernung von 272 Meter nickst weniger als 8 Wirtschaften besinden, womit jedem Bedürfnis reichlich genügt sei. Gegen dieses Erkenntnis verfolgte der Vertreter des Ge- fuchstellers Rekurs an den Provinzial-Ausschuß mit dem Anträge, unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisausschusses vom 14. Tezember 1903 dem Gesuche stattzugeben. In der heutigen Verhandlung vor dem Provinzial- Ausschuß, in welcher nicht weniger aks 12 Zeugen erschienen waren und sich zum größten Teil für die Errichtung der projektierten Wirtschaft aussprachen, versuchte der Anwalt des Gesuchstellers in längeren Ausführungen ein Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft nachzuweisen. Indessen bestätigte der Provinzial-Ausschuß das Urteil des Kreisausschusses und verurteilte den Rekurrenten in die Kosten des Verfahrens sowie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 10 Mark an die Provinzialkasse. Ter Provmzial-Ausschuß konnte sich, wie der Kreis-Ausschuß, von dem Vorhandensein eines Bedürfnisses zur Errichtung einer weiteren Schankwirtschaft in Lollar nicht überzeugen. (Schluß folgt.) Aus Stadt uuS Kaud. Gießen, den 8. März 1904. • * Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 11952, vier Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 1315 19925 56193 63592, Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 860 1902 27689 30159 39056 39297 45140 50810 61089 70896 72487 76636 81137 89171 97149. (Ohne Gewähr.) * * Gießener Rudergesellschaft. Der Herrenabend ist auf acht Tage verlegt worden. — Die Hutfabrik W. und G. Schuchard feierte gestern ihr 25 jähriges Geschäftsjubiläum. „Im Prinz Karl" fand von nachmittags an eine Festveranstaltung statt. * * Eine prächtige Wildgans ist, wie man uns mitteilt, gestern in der Gemarkung Hausen von Forstwart Mank geschoßen worden. * * Eine Böschungsmauer an der Wieseck bei der Balmhofsstraße, die int wesentlichen aus Pflastersteinen, die aufeinandergeschichtet waren, bestand, ist durch Wosserunter- spülung plötzlich eingestürzt, sodaß die Steine und Erde in die Wieseck sielen. Ter Schaden ist ganz unbedeutend und teilweise schon wieder beseitigt. •• Ein Streit von allgemeinem Interesse droht hier zwischen den Bäckern und der Gesellenorganisation auSzubrechen. Letztere, der nur ca. 10 hiesige Gesellen angehören, bei einer Gesellenzahl von etwa 50, glaubt sich benachteiligt. Sie hatten das Verlangen an die Meister gestellt, sich schriftlich damit einverstanden zu erklären, daß kein Geselle entlassen werde, der der (sozialdemokratischen) Organisation angehört. Diesem Verlangen haben 15 der Meister zugestimmt, alle übrigen aber haben eine Antwort abgelehnt. Die Gesellenorganisation fordert nun in einer Flugschrift das Publikum auf, nur bei diesen 15 Meistern ihr Brot zu kaufen. In Gießen, Mieseck, Heuchelheim und Lollar finden Versammlungen mit Protestkundgebungen gegen die übrigen Bäcker statt, die, wie man hieraus ersieht, sich selbstverständlich nicht von den Herren Gesellen terrorisieren lassen wollen. Also Pflicht der Bürgerschaft erscheint es nun, die von der Sozialdemokratie boykottierten Meister zu unterstützen. •• Aus dem Bureau des Stadttheaters. Um irrigen Auffasiungen entgegenzutreten, konstatiert die Direktion, daß Frl. K. Dülfer, die als Klärchen jüngst im Egmont gastierte, nicht als eventueller Ersatz für Frl. Hohl in Aussicht genommen ist, sondern das Fach der Sentimentalen spielen soll, das einer ausgesprochenen Fachvertreterin in letzter Zeit hier ermangelte. Für Frl. Hohl ist ein anderer Ersatz in Aussicht genommen. — Freitag, den 11. März, findet außer Abonnement ein zweites und letztes Gastspiel der Nachtasyl-Tournee statt, und Sonntag, den 13. d. M. geht Kneisels übermütiger Schwank „Pap ageno" in Szene. '* Das deutsche Zentralkomitee vom Roten Kreuz hatte beim Hess. Landesoerein angefragt, ob der Hess. Alice-Frauenoerein für Krankenpflege bereit sei, zu einem den russischen Truppen zu sendenden Lazarett 6 bis 8 Krankenpflegerinnen zu stellen. Der Alice-Verein stellte ohne Zögern sieben seiner Schwestern zur Verfügung. Hierauf hat nach der Darmst. Ztg das deutsche Zentralkomitee jetzt diesem Verein seinen Dank für die Bereitwilligkeit aussprechen lassen, mit welcher dieser Schwestern für eine eventuell zu entsendende Abordnung vom Roten Kreuz nach dem ostasiatischen Kriegsschauplatz zur Verfügung gestellt habe. Man werde eventuell später daraus zurückkommen. Vorläufig aber werde eine aus Aerzten und Pflegepersonal bestehende Expedition nicht zur Absendung gelangen, da nach den Mitteilungen der russischen und japanischen Gesellschaften vom Roten Kreuz die dortigen personellen Hllfskräfte zunächst noch ausreichend erscheinen. § Lich, 7. März. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf der Straße von Nieder-Bessingen nach Lich. Der Knecht des Gutsbesitzers Klein vom Hof Albach hatte eine Stute nach der Beschälstation Grünberg gebracht. Auf dem Rückwege scheute das Pferd an der Ranzenmühle bei Bessingen und warf den Reiter ab. Dieser blieb jedoch mit dem Fuß am Sattelgurt hängen und das Pferd schleifte ihn eine halbe Stunde Weges bis nach Lich, wo es in einem Hofe stehen blieb. Der bewußtlose Knecht wurde ins Hospital gebracht, wo er schwer verletzt darniederliegt. 4- Rodh eim a. d. Bieber, 7. März. Am Sonntag, den 6. März feierte hier im engsten Familienkreis der Werkführer Wilhelm Diehl ein seltenes Arbeitsjubilämn. Er hat bereits über 50 Jahre bei der Firma I. B. Noll in Gießen in Diensten gestanden; am 6. März. d. I. waren es aber gerade 40 Jahre, daß er derselben Firma alsWerk - führ er seine Kräfte widmet. Seine Kinder, Schwiegersöhne und Töchter nebst Enkeln, die alle in der Ferne weilen, hatten ganz im stillen ein gemeinsames Zusamentreffen in der Heimat verabredet, um dem Vater eine große Freude und lieber» raschung zu bereiten. Viele mündliche und schriftliche Glückwünsche gingen dem Jubilar an diesem Tage von fern und nah zu. -s- Butzbach, 7. März. Die Nebenbahnstrecke Butzbach-Lich ist jetzt volleudet; am 14. März findet die landespolizeiliche Abnahme der Strecke statt. Der Sonderzug wied um 9 Uhr in Lich abgehen und an den Stationen von den Gemeindevertretern empfangen. Der Zug wird über die Stationen Kolnhausen, Hof-Güll, Muschenheim, Trais-Münzen- berg um 1/a 1 Uhr in Münzenberg eintreffen und nach einer Mittagspause um 3 Uhr über Ober-Hörgern, Gambach, Griedel nach Butzbach weitergehen. R. B. Darmstadt, 7. März. Zur Bankaffäre Schade verlautet, daß der erste Gläubigertermin auf den 19. März anberaumt worden ist. Die in verschiedenen Blättern enthaltene Mitteilung, daß bei dem Buchhalter Lupus von der Firma Schade eine mehrstündige Haussuchung stattgefunden habe, bestätigt sich nicht. Es heißt vielmehr, daß Lupus selber mit zu den Geschädigten gehört, indem er Schade sein Geld anoertraute. Bezüglich der Flucht Schades neigt man mehr und mehr der Ansicht zu, daß das Verschwinden schon lange vorbereitet worden ist und im Einverständnis mit feinem in London als Bankier tätigen Sohn erfolgte. Dieser sandte häufig an die hiesige Bantfirma sogenannte „vertrauliche Berichte", die natürlich vorher verabredet waren und als Unterlagen für die Schwindelmanöver des Vaters dienten. Es soll auch in letzter Zeit alles flüssig gemachte Geld und selbst ein Teil der Depots nach London an den Sohn gesandt worden sein. An den Spekulationen der Firma, durch die der Zusammenbruch her- beigeführt wurde, sind je drei Firmen in Paris, London und Brüssel beteiligt. Von den vielen Depots im Werte von über y, Millionen Mk. wurden nur wenige, in Kassetten | verwahrte unverletzt vorgefunden. Darmstadt, 7. März. Von den vielen Gaunereien Schades, so schreiben die N. H. Vbl., die jetzt erst ans Tageslicht kommen, verdient eine aus der jüngsten Zeit be- sonders hervorgehoben zu werden. Ein hier wohnender höherer Offizier i. P. hatte eine Erbschaft von etwa 60 000 Mark gemacht. Schade bekam davon Wind, und machte sogleich, obwohl er stets ein Feind aller Förmlichkeiten und Zeremonien war, dem Glücklichen, der ihm bekannt war, seinen Besuch, um ihn zu der Erbschaft zu beglückwünschen. Mit seinen erbärmlichen Hintergedanken brauchte er zunächst garnicht herauszurücken, da ihm der Offizier selbst entgegen» kam. Dieser kam nämlich im Laufe der Unterhaltung ans die Frankfurter Mordtat zu sprechen und äußerte in Verbindung damit Besorgnisse hinsichtljch der Sicherheit seine? Geldes. Das war natürlich Wasser auf die Mühle Schades, der die Gelegenheit sofort beim Schopfe nahm, indem er aus- rief: „Aber Herr . . ., ich habe ja zwei feuer- und diebes- sichere Kassenschränke, geben Sie doch Ihr Depot bei uns ab und Sie sind frei von jeder Sorge usw." Und richtig, der Offizier ging dem Gauner in die Falle und betrauert heute natürlich den Verlust seiner gesamten Erbschaft. — Von Rechtsanwalt Schimmelpfeng, dem Verwalter des Konkurses, werden, wie die Frkf. Ztg. berichtet, bedeutende Lieferungen von Wertpapieren und Barzahlungen, die Schade in den letzten Tagen vor seiner Flucht leistete, angefochten. Zu der im Uebrigen dürftigen Aktivmasse gehört der Inhalt des Schade'schen Weinkellers, der 1200 Flaschen Weiß- und Rotweine, ühc-r 100 Flaschen Sekt und zwei Fäffer Rotwein enthält. d. Mainz, 8. März. Der Reisende Wilhelm Müller aus Stromberg bei Bingen erschoß sich im hiesigen Bahn- Hofhotel. Der Schwerverletzte wurde ins Rochusspital verbracht, starb aber dort innerhalb einer Stunde. Aus einem hinterlassenen Schreiben geht hervor, daß er sich aus Lebensüberdruß erschossen hat. In der Stadt war das Gerücht verbreitet, der Bankier Schade aus Darmstadt sei der Erschossene; auch ein hiesiges Blatt brachte diese Nachricht. Wiesbaden, 7. März. Im hiesigen Polrzei- direktionsgebäude verübte in der Sonntagnacht der beschäftigungslose Heil einen Einbruch. Beim Erbrechen des Kassenschrankes wurde er jedoch erwischt und verhaftet. fc. Frankfurt a. M., 7. März. Heute nachmittag erschoß sich in der Brückenstraße ein Handwerksmann, der in den 30er Jahren stand. Der Selbstmord wurde zum Schrecken der Vorübergehenden auf offener Straße begangen. Frankfurt a. M., 7. März. Wie der „Frkf. Ztg." mitgeteilt wird, ist der Privatdozent für Kunstgeschichte in Halle, Dr. Ludwig Justi, Sohn des Bonner Kunsthistorikers Geheimrats Dr. Karl Justi, an Stelle des nach Stuttgart berufenen Professors Dr. H. Weizsäcker zum Direktor des Städel'schen Instituts in Frankfurt ernannt worden. Es sollen sich nahezu 200 Personen um den Posten beworben haben. () Marburg, 7. März. Ein gemeingefährliche) Gauner, der es hauptsächlich auf Gastwirte abgesehen hat, machte in den letzten Tagen hier die Gegend unsicher. Als Eisenbahningeur auftretend, versuchte er in einem hiesigen Hotel den Wirt um Geld anzupumpen, indem er das Kommen weiterer Herren der Eisenbahnkommission anmeldete. Der Wirt war schlau und verlor nur die nicht bezahlte Zeche. Von hier aus ging der Schwindler nach Anzefahr, wo er in einer Wirtschaft einen Grünberger Reisenden veranlaßte, ihm bei dem schlechten Wetter einmal den Mantel zu borgen, er wolle schnell einmal die Bahnwärterposten revidieren. Selbstredend kam der Herr Ingenieur nicht wieder, trotzdem die Zeche noch zu bezahlen war. In Kirchhain spielte er bann noch einen Haupttrumpf aus. Er aß und trank dort gut, bestellte für ein Dutzend Eisenbahner Essen und Quartier und bat den Wirt, die Meßgeräte, die diese mitbrächten, sorgfältig aufzubewahren. Dann ließ er sich schnell etwas Vorschuß geben und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Jetzt scheint der Gauner das Feld seiner Tätigkeit in eine andere Gegend verlegt zu haben. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Lauterbach ist dieser Tage das Hotel Schütz in den Besitz des Herrn Georg Schütz, Bruder des seitherigen Inhabers Wilh. Schütz, übergegangen. — In Offenbach hielt im Evangelischen Volksverein am Sonntag abend Unioersitätsbibliothekar Dr. Heuser aus Gießen einen Vortrag über „Unsere Kolonien in Deutsch-Südwest- Afrika" mit besonderer Berücksichtigung des jetzigen Aufstand- gebietes. — In Alzey fand unter dem Vorsitz der KreiS- behörde eine gemeinschaftliche Sitzung des Vorstandes der Ortskrankenkasse und der Aerzte statt zur Regelung des Aerztehonorars. Trotz warmer Fürsprache des Kreisrats Süffert kam eine Verständigung nicht zustande, und die Verhandlungen wurden abgebrochen. Vermischtes. * Berlin, 7. März. Der flüchtige Prokurist Reinhard der Firma Brendel u. Co., der große Summen unterschlagen hat und seit Donnerstag verschwunden war, stellte sich heute abend der Polizei. — Während der Vorstellung des „Fliegenden Holländer" im Opernhause schlug eine Klapptür dem Kammersänger Bertram so heftig gegen den Kopf, daß die Wunde genäht werden mußte. * Staßfurt, 7. März. Auf dem Schachte 3 der herzoglich-anhaltischen Salzwerke wurden vergangene Nacht nach Absturz von Salzmaffeu 3 Bergleute getötet D:e Leichen sind bisher nicht geborgen. * Thorn, 7. März. Infolge des starken Frostes des Nachwinters in den letzten Tagen sank das Thermometer auf 12 Grad Celsius unter Null. Auf dem Weichselstrom ist erneuerter Eisgang so stark eingetreten, das nochmaliger Eisstand erwartet werden kann. * Posen, 7. März. Der Wirt Karger tn Nekla- Kauland erschoß seine Frau und sich selbst. * Dresden, 7. März. DaS Kapital zum Neubau des Schauspielhauses hat Kommerzienrat Liug" ner zur Verfügung gestellt • Finkenwärder (Elbe), 7. März. Während des Gottesdienstes erkrankte durch Einatmen von aus- strömende*nKohlenoxyd eine Anzahl von Kirchgängern. gestocl ., K.-L. Darmst Fr * «■ H°Oadt ihr,, ld>'«erer Hz," $er Singefl, hat in beulei wachter Karl är ">dk'L ÖV aehen, mit :'n>ach um sich m A vor der £ "°rden war wildem 22S3 Zat m -at vo nachUZ°r- Als mehre. jähre /Oo>otiqi Zrucksack Miums ^klendeck schreib. soll int fei ki-rchenoft",s M Lt EiSlM-s et jpg, ,ind Munich 9 (in S«i'‘nma7. * ' Aden, Agenten, Kapl r t -in Bisher 1 UWnreS'^ Grurtellungd H > Gefolge battc' 9 93 Division Berui (Wu5frnint> dtt S S, in beten Ne « wurde der MW* trat Heide -usgelch° Zwilchen roegen bi Freiherr Ompt* zum Sumpfe” Verhandlung wirb i der Strafkammer m x Offizier, der feinerjei verbände ausgeWd barfeit unterlebt, n Mitte Januar d. I. nach der Villa Jüm übergesiedelt; gegen SOlarie Florence ge scheidungsklage beim • Der vom 6 Ar en berg ist nad führt worden. Kurz Kriegsgericht istPri Kreisphysifus unters der Prinz als ,9er unterzubringen sei. Kranke noch am Fr • eines Kriminalbeami Anstalt Herzberg« war bereits von bi Bescheinigung be§ Ge worben, bie batjin 'priDntinenanftflli jet intemierenben Geistesk vorstand ferner die G die behördliche Erlau! in Koblenz aus der i Hierdurch mar den der Kranke nicht in 1 mal seine Verwand verpflichteten, für al Kosten auskommen z 'icherer Bedeckung n * Durch ein anb zahlreiche blühe, Flusse (Pennsylva, lind die Folge des l^'fes infolge Taur trunken, viele werd Familien obdachlos lichen Gebäuden suä ganzen Ueberschwem Gerichtssaal. norden war. Als besonders erschwerend kam in Betracht, daß nach Aussage mehrerer Zeugen Grimm sein Opfer vor Begehen ' 2296 196.50 215.75 132.00 184.25 186.10 . 101.70 . 89.45 . 101.55 . 89.60 . 100.25 100 90 196.60 215.50 132.60 184.30 Reicheanleihe do. Koneole . do . . Heesen nach eingehender Beratung die Schlußkapitel b e 8 Etats, die sämtlich nach den Anträgen des Finanzaus- chusses genehmigt wurden. Am Schluß entspann sich eine teilweise sehr erregte Debatte über die Kammerbericht- erstattung in den verschiedenen Zeitungen, wobei besonders der Abg. Köhler in den st ä r k st e n Ausdrücken sich ereiferte. Berlin, 8. März. Vor dem Landgericht II ist auf den jahre 1904/05 benötigten: Drucksachen Briefumschläge Aktendeckel Schreib- und Zeichenmaterialien und des Schreibpapiers Oest. Kredit . . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . S1/, % Oberheesen . 4% Oeeterr. Goldrente W/o 3'/, 3V,o/c 3Vn 3*/t0/n : ruF Pistolen gefordert. Der Zweikampf, der in der Dresdener Heide auSgefochten wurde, verlief unblutig. Huppfeld ist inzwischen wegen dieser Skandalaffäre aus dem Heere geschieden Freiherr v. Ompteda wird sich nun wegen Herausforderung zum Zweikampfe vor Gericht zu verantworten haben; die Verhandlung wird voraussichtlich schon in nächster Zeck vor bet Strafkammer in Dresden stattfinden, da der angeschuldigte Offizier, der seinerzeit wegen Schwerhörigkeit aus dem Heeres- nerbanbe ausgeschieden ist, nicht mehr der Milltärgerichts- IKictdt untersteht, v. Ompteda ist mit seinen beiden Kindern Mitte Januar d. I. zu dauerndem Aufenthalte von Dresden nach der Villa Jünichen, genannt Klammschlößchen, in Tirol übergesiedelt; gegen seine aus Südfrankreich stammende Gattin Wie Florence geb. Motard hat er inzwischen die Ehe- schsldungsklage beim Landgericht in Dresden eingereicht. • Der vom Gerichtshof freigesprochene Prinz -'Urenberg ist nach der Privatirrenanstalt Ahrweiler über- • [führt worden. Kurz nach Beendigung des Prozeßes vor dem Kriegsgericht ist Prinz Arenberg nochmals in Berlin von dem KueiSphysikuS untersucht worden, der amtlich beglaubigte, daß bcc Prinz als .gemeingefährlich" in einer Irrenanstalt Hluutcrzubringen sei. Auf Grund dieses Zeugnisses wurde der ■flwmfe noch am Freitag abend unter Begleitung eines Arztes, eines Kriminalbeamten und zweier Krankenwärter nach der Anütalt Herz berge gebracht, wie wir schon meldeten. Dort ivlnr bereits von dem Vormund des Prinzen eine amtliche Belcheinigung des Gemeindevorstandes von Ahrweiler deponiert iDo.i-ben, die dahin ging, daß die in Ahrweiler befindliche Puvatirrenanstalt jede Gewähr für die Sicherheit des zu nuernierenden Geisteskranken biete, und daß der Gemeinde- ■uocftanb ferner die Garantie übernehme, daß dec Prinz ohne die behördliche Erlaubnis seitens deS Regierungspräsidenten in Koblenz aus der Anstalt nicht entlassen werden würde. Hierdurch war den gesetzlichen Vorschriften genügt, so daß dec Kranke nicht in Herzberge festgehalten werden konnte, zu- m»l seine Verwandten, beziehungsweise der Vormund sich verpflichteten, für alle in der Anstalt Ahrwecker entstehenden floaten aufkommen zu wollen. Der Prinz wurde daher unter sicherer Bedeckung nach Ahrweiler gebracht. * Durch eine ungeheure Ueberschwemmung ins zahlreiche blühende Städte im Tal des SuSquehanna- z-l ufse (Pennsylvania) gefährdet. Die Ueberschwc^mungen inb die Folge des plötzlich eingetretenen Schme^rns des Lises infolge TauwetterS. 11 Personen sind bereits ertrunken, viele werden vermißt. In Harrisburg sind 200 z-amilien obdachlos. 1000 Personen haben Zuflucht in öffentlichen Gebäuden suchen müssen. Die Erwerbstätigkeit in dem ganzen Ueberschwemmungsgebiet ist ernstlich bedroht. Nehme mit dem Heutigen meine Praxis wieder auf. Zahnarzt Wilhelm Koch, i SelterSweg 24. 4% Ungar. Goldrente . . 40/ Italien. Rente , . . 4%% Porta gieser » . . 30/ Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose .... 4% Grieoh. Monopol -Anl. 41l,% äussere Argentiner von Herrn Professor Dr. H. Dlemar aus Marburg: Philipp der Großmütige bei der Eroberung von Landstuhl und dem Tode Sickiugens Gäste sind willkommen. ________________________ Bei mehreren Frauen und Kindern zeigten sich erhebliche Vergiftungserscheinungen. Das Schadhaftwerden^des llirchenofenS hatte die Erkrankung mittelbar herbeigeführt. • Lübeck, 7. März. In Großbarnitz sind drei Knaben beim Eislauf ertrunken, in Schwerin zwei Knaben. • Wien, 7. März. Die akademische Malerin Her- mind Munsch hat sich durch einen Revolverschuß getötet. • Bochnia, 7. März. Im hiesigen Postamte wurde rin Kassenmanko von 100 000 Kronen entdeckt. * Aden, 7. März. Der Assistent eines politischen Agenten, Kapitän Warnford wurde durch Araber erschossen. • New-York, 7. März. Hier stürzte daSDarl 1 ngt0n- Hotel ein. Bisher sind durch den Einsturz des Baues 21 Lpfer festgestellt. • Der Eheroman des Schriftstellers. In der buellaffäre des bekannten Romanciers Georg Fr ei Herrn v. Ompteda gegen den Rittmeister Huppfeld vom 17. Ulanenregiment in Oschatz, die eine kriegsgerichtliche Verurteilung des Letzteren zu sechs Monaten Festungshaft im befolge hatte, legte der Gerichtsherr gegen das Urteil der 23. Division Berufung ein. Die Angelegenheit wird da- ber demnächst noch das Oberkriegsgericht zu beschäftigen laben. Huppfeld hatte, wie wir seinerzeit berichteten, als Hausfreund der Familie die Gattin OmptedaS entführt und sich in deren Begleitung nach der Schweiz geflüchtet. Hierauf wurde der Rittmeister von Freiherrn v. Ompteda zum Duell 101.00 57.60 57.20 119*60 41.10 42 80 | 30/0 Mexikaner . . 4 er in einem ljiefa indem er datz Roxr ftxon MvnwJMt in ,t iW brzaWD. ad) Anzefahr, n n m -ifenden veranlag, iff n Mantel zu bW, « osten revidieren, vdl '1 cht wieder, Kirchhain spielte n k aß und trank hört s- Essen und Luartier se mitbrächten, ior^- । schnell etwatz W-’ Wiedersehen. i in eine andere w .•»«ff«""! -ch i|t n ®torg ütz, übergegangen^ Dolksoerein am Siufer «ui* ien in no iti 9bem So«1« * „« d-? 58o"* i M -u- ,t zustande, und 25. d. M. die Hauptverhandlung gegen die Inhaberin einer Raturheilanstalt in Cbarlottenburg und Hermsdorf, Frl. Kube, wegen Kurpfuscherei aug-setzt worden. Mitangeklagt sind zwei Aerzte, Dr. Wolf Schlesinger und Dr. Ferdinand Kohlemann. Würzburg,' 8. März. Die Werke des Professors Schell und des Dr. Müller sind von der Index-Kongregation nach einer nochmaligen Prüfung auf dem Index belassen worden. London, 8. Mä'-z. „Daily Mail" meldet aus Pingyang: 2C00 Mann russische Kavallerie mit sieben Geschützen zogen sich nach W'ju zurück und zerstörten auf dem Marsche sämtliche Telegraphenleitungen. London, 8. März. .Daily Chronicle" meldet auS Shanghai vom 6. b. Mts.: Ter russische Gesandte in Peking ' ermächtige telegraphisch den hiesigen russischen' Konsul, die Armierung des Kanonenboots M and schür" entfernen zu lassen, das die Japaner an der Iang'ftemündung festhielten. Tie Geschützverschluß- stücke und die Munition werden wahrscheinlich den Zollbehörden übergeben. Ter japanische Kreuzer „Akut'ushna" wird Schanghai nach der Tesarmierung des „Mandschurs" verlassen. — Tic „Times" meldet aus Tokio vom 7. d. M. Tas japanische Geschwader besetzte am 29. Februar Haijuentaw, auf e.uer Ellrot'.nsel, da die Russen nm 23. Februar verließen.- wurden nur Kvhhlenvorrate und Signalflaggen vorgefunden. London, 8. März. Die „Times" meldet aus Tokio: Ein japanisches Geschwader hat die Insel Lar- yun t au besetzt. , „ , , „ . Paris, 8. März. Phiousan, der Hauptort Nord^ Koreas, ist von Kosaken besetzt worden. — Im Juni wird auch das Geschwader bc3 russischen M>mrrals M- renius, das in Cadix und Algier liegt, mit dem aus der Ostsee heraufrommenden Geschwader vereinigt, werden. Wien 8. März. Bon diplomatischer Seite wird w richtet, daß die Kab'nette von P ari s , L o n d o n, Wjen , Rom und Berlin sich eingehend mit der Frage einep Vermittlung im ost asiatisch en K'r i e g e beschaf- tigen. Man will jedoch die erste große Land sch lacht ab wart en, da erst dann der Boden für ein Eingreifen genügend vorbereitet sein werde. Tie Vermittlung soll übrigens eine für beide kriegführenden Teile ehrenvolle Auseinandersetzung bezwecken. , Wien, 8. März. Wie tre „Polck. Korrefp." erfahrt, wurde in W l a d o w o der Sohn des angesehenen Gr^echep W a p k a von Komitatschsis ermordet. Das gleiche Schicksal traf in Sambowo den griech schen Notablen AntomuS Emanuel, weil er Geldzahlungen an das Komitee verweigert hatte. Zwei Exarchisten im Dorfe Titsche und ein« Sohn des einen sollen aus demselben Grunde von Komi- tatschis getötet worden sein. New York, 8. März. Die „Associated Preß" meldet aus M o s k a u, es seien daselbst drei j a p a n i s ch e S P i o n e verhaftet worden, die sich als M ö n ch e v e r k l e i d e Tie Behörden glauben, auch ihrer Komplizen bald habhaft zu werden. , , ,, 3 , Newyork, 8. März. Ein furchtbares Lynch- v erb rechen ist jetzt nach zwei Jähren entdeckt worden. Im Jahre 1902 wurden bei Charleston drei Neger wegen angeblicher Ermordung einer weißenFrau,lebendig verbrannt. Der Ehemann der Frau hat jetzt auf beten Sterbebette bekannt, daß er selbst seine Frau ermordet habe und daß die verbrannten drei Neger unschuldig waren. Telephonischer Kursbericht. Franklnrt a. ü., 8. März. ä; Soft "Nl-S'k ...brauchte er T W« selbst ent?6'1 7^ sw.' |].k *!' ° u“b / • wota bei ? ' b,f schade in unb3t- iroei Wc Robvn nb« Wilhelm Müst 'l5 "n hiesigen Bot, l"§ Rochusspstal % ^tunbe. Aus e^- °8er sich aus Leben!, -ladt war das Darmstadt sei der tz. hte diese Nachricht 1 hiesigen Polij!, °er Sonntagnacht k uch- Beim fischt und verhastkt ärz. Heute nachn-E n Handwerksmam, k Belbftmorb wurde p 's offener Slr°-! Wie der.Jrks.^- l sür KunstgeftiLlk- ! Bonner KunslhüieM ille des nach cr zum Direktor)!! inffurt ernannt mim m den Posten 6a R.-B. Darmstadt, 7. März. Die erste diesjährige Schwur- «ericktsperiode nahm heute unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats tr. Haustädt ihren Anfang. Zur Verhandlung stand ein Fall dimerer Körperverletzung mit tätlichem Aus- i n n g. Ter Angeklagte, Taglohner Friedrich Grimm aus Ober- Itoben, hat in Heusenstamm, wo er beschäftigt war, dein Nachtwächter Karl Jakob, als dieser den auf der Straße liegenden Angeklagten in der Nacht zum 18. Januar dss. Js. aufforderte, nach •huife zu gehen, mit seinem Messer einen so schweren Stich in den topf beiqebracht, daß Jakob bald darauf verstarb. Grimm will )en Nachtwächter nicht erkannt, sondern in trunkenem Zustande "iiisach um sich gestochen haben, da er, was auch festgestellt wurde, •m-6 vor der Tat von jungen Burschen überfallen und geprügelt 4'!.% Oesterr. Silberrente 100.50 " ~ . 98.80 Harpener Bergbau . . 186.40 Tendenz: Ruhig. lieber die heutige Börse läßt sich im allgemeinen recht wenig berichten. Von Anfang an herrschte vollständige Stagnation, welche, da auch an den westlichen Börsenplätzen jede Anregung fehlte, bis zum Schluß anhielt. Die kleinsten Schlüsse veranlaßten Kins- schwankungen, welche sich jedoch in engstem Rahmen bewegten. Die Haltii'ng war im allgemeinen eine gut behauptete, wovon am besten unser Kassaindustriemarkt Zeugnis ablegt. es. Prokurist erschwunden n,ar-1 »«* 'Lu«» l'6': ourdrn .tötet. ' <0etg(eut< 9 d-s gen so"l Bi#1'. Sf (|l && ,».A ihl o""' Literarisches. Margarete Böhme: Wenn der Frühling kommt. — Roman. — Verlag von F. Fontane u. Co. in Berlin. — Preis Mark 3. In diesem Werke erhalten wir einen Eindruck in die Kämpfe eines edlen Frauenherzens, das sich frei von jeder eigennützigen Regung weiß. Gefesselt an einen Mann, den sie nur aus Sorge ür ihre kranke Mutter und ihren leichtsinnigen Bruder geheiratet, und der geistig auf einem weit tieferen Niveau steht als sie, hält die Heldin der Erzählung es doch für ihre Pflicht, bei ihrem Manne auszuharren, solange eine Initiative zur Trennung nicht von ihm ausgeht. Tieser Ansicht folgend, weist sie den geliebten Mann, der es wagt, ihr seine Hilfe anzubieten, von sich, obgleich ihre Ehe innerlich längst zerrissen und die Rücksicht auf ihre Familie später nickft mehr maßgebend ist. Ihre Erlösung führt dann ein Unfall ihres Mannes herbei, und geläutert geht sie einem neuen Glück entgegen. Im Gegensatz zu dieser sympathischen Persönlichkeit steht em anderer, hypermoderner, weiblicher Charakter, der unser Interesse nicht minder wach hält. Tie Schilderungskunst der Verfasserin zeigt sich außer in der Gestaltung ihrer Charaktere in der plastischen Darstellung des rheinischen Volkslebens, das den Hintergrund zu den politischen Bestrebungen abgibt, deren sich der Gatte der Heldin bedient, um seinerseits eine Rolle in der Welt zu spielen. Tie Lektüre des Romans ist ungemein fesselnd und regt zum Nachdenken über die verschiedenartigsten Zeit- probleme an. Handel und Verkehr. Uolkswittschasl. Berliner Börse vom 7. März 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-DiskoiU 3 7. Prozent r, t Anfang?- u. Schlußkurse. ioU im Wege des Angebots vergeben werden. Bedingungen und Angebotsformulare sind auf unserem Sekre- I tariatc erhältlich. Daselbst können auch die herzustellenden Druck- fachen sowie Qualitätsmuster für Aktendeckel unb Briefumschläge einigesehen werden. ., Angebote mit Muster sind bis zum 20. März b. Js. emzurelchen. Gießen, ben 7. März 1904. 2294 Großherzoguclu -'urgermeifterei Gießen. Mecum. Neueste Itlrlinuiani. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 8. März. (Eigener Draht- b er icht.) Die heutige Sitzung der 2. Kammer erledigte ©litrHIWt GesWIsmm. Donnerstag den 10. März, abends S1/^ Uhr, im Hotel Schütz ES starben an: Zusammen: Erwachsene im Lebensjahr: 2.— vorn -15. Jahr Jnfliienza 1 1 — — Krebs 3 (2) 3 (2) — Schlagfluß 2 2 — — Herzfehler 1 (1) 1 (1) — — Totschlag 1 — 1 Veriinglückung 1(1) - 1(1) — Atrophie 1 — — 1 Summa: 10 (3) 7 (3) 2 (1) ’ 1 Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an wie viel der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Sängerkranz Giessen. Konzert am 13. März 1904, abends 7 Uhr im Neuen Saalbau. Dirigent: Franz Bauer. Solisten: Fräulein Margarethe Mietau aus Frankfurt a. II., Sopran. Herr Ernst Krausse aus Giessen, Cello. Herr Theod. Haubach, Vereinsmitglied, Bariton. Herr Musikdir. Krausse, Viola. Herr Julius Hahn Klavier. 2293 I. 1 Quartett, G-moll, für Klavier, Violine, Viola u. Cello W. A. Mozart. a. Allegro. b. Andante. c. Rondo. 2. Zwei Männerchöre: a. Am Rhein K Attenhofer. b. Unterm Lindenbaum W. Sturm. 3. Drei Lieder für Sopran: a. Heimweh H. Wolf. b. Abendlied B. Scholz. c. Wiegenlied K. Kern. 4 Konzert für Cello, h-moll........G. Goltermann. 5. Arie für Bariton a. d. Op „Der Rattenfänger von Hameln“ ...........V. Nessler. 6. Zwei gemischte Chöre: a. Morgengebet F. Mendelssohn b. Das erste Lied W. Tschirch. II. ?. Zwei russische Lieder für Klavier, Violinen. Viola: Glinka. 1. A-moll, Moderato. 2. D-moll, Andante moro. 6. Zwei Volkslieder für Männerchor .... Fr. Sil eher. a. Der Schweizer. b. Der Soldat. 9. Drei Lieder für Sopran: a. In meiner Heimat E. Hildach. b. Madrigal Chaminade. c. Tamburin Sekles. 10. ^wei Stücke fitr Cello: a. Gavotte ......D. Popper. b. Wiegenlied .........H.Schleumüller 11. Zwei Männerchöre: a. Ein Stündchen wohl vor Tag . . . L. Tuille. b. Tanzlied...........F. Nagler. WWs-MrdMl'tt in WM. Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei dem am Mittwoch den 16. März d. I. slallsindenden Pferdemarkt eine Pferdejchau mit Prämiierung abzuhaltett und zwar speziell für im Privatbesitz befindliche Neu-, Wagen und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein-, zwei- oder vierspännig, auch im Geschirr vor^esührt werden. Die Prämiierung beginnt vormittags um 11 Uhr, die Vorführung und PreisverleUung mittags 12% Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring. Während der Vorführung der prämiierten Pferde und Wagen Konzert der hiesigen Regimentskapelle. Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung. Anmeldungen haben bis zum Montag den 14. März bei Herrn August Schwan, Weinhändler in Gießen, zu erfolgen. Pferdebesitzer laden wir zur Beteiligung ergebens! ein. Gießen, den 7. März 1904. 2288 Die städtische Pferdemarkt-Kommission. _______________________Jean Kirch._______________________ BBB Kichm W r-GeskWfl Eingetr. Verein, gegr. 1873. Der Herren-Abend ist auf 8 Tage verlegt, wovon wir die verchrlichen Mitglieder Vermerk zu nehmen bitten. Liste zirkuliert.j$l Die Hchmjieigeriillg vom 3. d. Bits, ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 14. d. Mts. an bei den Hebestellen in Empfang genommen werden. Die Ueberweisung des Holzes erfolgt Dienstag den 15. d. Mts. 2290 Gießen, den 7. März 1904. Großh. Oberförsterei Wieseck. Weigand. Freitag den 18. März, nachmittags 2 Uhr, werden im Versteigerungslokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung verschiedene Mobiliarstücke, sowie einige Kassaschränke und Pferde aus den Rückständen von Holzgeld, Schulstrafe, Berufsgenossenschaft, Krankengeld für November und aus anderen Rückständen versteigert. 2274 Germann. WpfMiunmi Aprikosen Apselrtnge Brünetten Birnen Kirschen Zwetschen bei 2236 <2 CL> o § a*~ a Emil Fischbach. Ticke BMrii-HkMse, auch Mainzer, versendet ab hier gegen Nachnahme 500 St. Bauernhandkäse zu 25.— 500 „ Mainzer „ 17.50 Bei Abnahme von 1000 Stück frco. Postkolli Mk. 3.50. [2129 Käserei A. Schmidt in Ortenberg 8 (.Hessen). Brennholz per Ctr. zu 1,20 Ml. liefert frei ans Haus August Helfeubeiu, 1405 s_________Schottstrabe 19. jUouttfta Marke: Dr. Hommel „ „Reichsadler" la. 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