Hüften zu Grüningen ist Bläschenausschlag sestgestellt worden. *1 (/> dernen die der Benennung <> S 2 S ft - s* *4 ft Nv. 32 trf^etnt tLgNch außer Sonntags. Dem Gietzenet Anzeiger werden Im Wechsel mit dem tzeMscheu Landwirt die Lietzener Kamilien» blätter viermal in bei Woche beigelegt. 'NoutURStxud u. Bet* Gie ßen, den 3. Februar 1904. Großhe rZogliche s Kreis amt Gieße». I. D.: Dr. Kranzbühler. Bekanntmachung. Geir.: Bläschen ausschlag in Grüningen. Bei einem Gemeindebullen, sowie in soeben in Form einer Denkschrift im «Lotzyerzogluyrm i und 3toaS: Men- Staatsverlag im Druck erschienen, betitelt: „General- La»tervach » kulturplan für den oberen Vogelsbergs. Drr schürf, Damwrod Denkschrift ist verfaßt vom Ministerialrat Brann, hem < * Vorsitzenden einer im Jahre 1898 vom Ministerium des Jlbeshmrsen^ Innern gebildeten, früher an dieser Stelle schon genann-' ten Kommissimr. Die Kosten der Ausführung des gesamten Kulturplans sind auf 3 200000 Mk. veranschlagt. Der 150 ?ra s"h selbst national« 'fachen, als der deut« Namentlich in Nord- ä’?n «Mlvicrigkeitcn in m bestraft worden, J Mglird abMclden. ^eeme gesagt worden, wre Ticnstbcäen ausgc- - würden ohne weiteres e Abhaltung vom Tier- ? Nscht abhalten, denn geboren rind die Männer tot) Sie Mtglievcr- t, um Material für die nlenvsleger-Vereine gehe schon sogar, ihre alten Punkt, wo das Zentrum rbeit zu schützen. Tenn c Süröe des deutschen 1 weitere Beratung auf e: Tritte Lesung de- große Seiten Tabellen nnd o-—r*? > , ilebersichtskarte, eine Löhenschüchtenkarte und eme Starte über die Wasserläufe im Vogelsberg beigegeben, sodaß stch «uch der gebildete Laie über die Vorschläge und Absichten der Kommission mit Hilfe der textlichen Erläuterungen lenht «tu klares Urteil bilden tont Die Bestrebirngen zur Verbesserung her DoderM-irftchaft stmckten. ________ Wilhelm Fo rd a u wird heute (Montag) 85 Jahre alt. Am 8 Februar 1819 wurde er zu Jniterburg ru Dftrreuftert geboren. Ein bewegtes Leben liegt hinter ihm, MZ'6tSin*Erfrfgel Ter Sohu des w-t-reu hdtficben rationellen Plan für die erforvern^r bei Löhe mit flachem Wald- und! bei Weizen 12, Roggen 16, Gerste lb, ^ferl3 Karwffeta ^£SÄ7^C ^fonCT3O^OCÄ^ I (’-n begirita« wfcWXÄ Äta aÄ& Superintendenten Karl August A., eines Erforschers der littautschen Sprache, ging er von der Theologie zur Ph^- ophie uUd dann zu den Naturwissenschaften über, wurde- Publizist, Politiker und Dichter. Freienwalde hatte ihn in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Ws Rat im Ministerium des Reichsverwesers Erzherzogs Johann arbeitete Wilhelm Jordan in hervorragender Werse an der Gründung der ersten deutschen Flotte mit Er blieb dann dauernd in Frankfurt«. M., wo er am Taunus- platze sein eigenes Haus besitzt. Seine große Äugens üchtuug „Demiurgos", ein dreibändiges grandioses Werk in teils lvrisch-epischer, teils dramatischer Form, faßt das gesamte moderne Weltwissen zusammen Dwr Mittelpunkt seines Schaffens bildet die Neudichtung der „Nibelunge" in der von ihm neu gefugten Form des Stabreims. Diese geniale Dichtung hat durch «yre kolossale Gedankenwucht, durch die unglaubliche Verbindung der nordisch-germanischen Wslt- und Reliigionscmschaimng mit dem ethischen Gehalt der christlichen Hrtlslehre und der modernen Desrendeuz- nnd Enftvickelun gslehre^ ih^ große Bedeutung. Jordan ist, bis in die letzten Y hinein, bis er, der einst bärenstarke Hüne, iu^uuhrtlbar^ Siechtum versiel, immer her wirkungsvollste Rhapsode seines Epos gewesen. Ws Sophokles-, Shakeft>eare-, mer- und Edda-lleberscher, als kraftvoller ^ysiker als Autor der beiden großen Religrons- irnd Krlturromane „Die Sebalds und -Zwei Wregen^ hat uns der Dichter reiche Proben seiner saft alle Aborte hn Pvefw umfassenden großen Dmic gegeben Sem ^rslusffM „Durchs Ohrt', das im Frankfurter Schauspielhause heute abend ihm zu Ehren zur Aufführung kommt, gehört ga deu feinsten und zartesten Fluten der Weltduhne — Die Stadt T «sit, in der Jordan seine Ghmnasialzeit verbrachte, übersandte ihm, tute wir erfahren, zum heutigem Lage eme Glückwurrschadresse. Uns wirtd noch! aus Frankfurt jrMy । g rt * 'enqfteu Familienkreis und bei bestem Wohlfeil feiert heute Wilhelm Jordan seinen 85. Geburtstag. - Zah^eiche Tekegxamme und Geschente find eingetroften. Klimas und der ungünstigen B^mrergE^e o^E^ schaftsbetrieb im obMn.Voge^er^kMM^dw Wtg LÄÄS W ®|MÄÄÄS’SRSÄ El"” Uete He toa^exßärtniffe fei nur ^ *^«8 intb Weise wie die Landwirtschaft betrieben weiche, .^Each ^^Ä'^mnmissivn oft Veranlassung, zur Ent- von der Gesamtfläche (31940 Hektar) als Hoftaiteu 14 Pro^, ^gch^rw^iästia In diesem Bericht wurde gleichseitig Hebungen g^^d« Ko^flwu osr s \ Ackerland 26.2 Proz., als Mesen 3L6 Pro^, als Dreh- SüTfÄni ffc Hne b^cfjgrnf.'TtixJ^g IL^ft ^fot He genaue weiden 11 8 Proz. mtb als Wald 25« PrA bmmtzt wurden. ^I-Zwirts-h-stlichM KerhaltMe gemacht, f» SÄLjVta 29 W, Sn 18 ©emartungen des Kreises L-r-^L «rb? &u,i v cn wir '*ii< i fthn '9 und Ct k Nicht unter?' °b« !^°n, ist b*e Te- ne P^,, ° "lese da?, ita5 Quften für "'^rung » >Ge- n Streit Qnge- 'NE ■ °°° °i« L Z S2 ”n atw Ä . ^octzt habe Verteidigung Jr Politik alz > x^unsweL EXT*me&t S -Incrtennunq verlangen toefie der Gesamtheit. H°us-s fast under- allc Staatsbürger das Aouzerl-Krrrin. SießeÄ,8. FeLr««. Ende gut alles gut, kann num vonder mtt gestrigen Konzert abgeschlossenen sagen Wenn wir an die ersten wer Kvnze^^^erckvn, so waren es die herrliche Symphoime von die wohlgelimgene AuffÄsrung von ,ches fieit der Lieder- und Klavierabend Wede^-Doastm^ im vierten Konzert die nnübertroftemm Klaviervorträge des Klavierkünstlers Lamond. n Tas gestrige Konzert war ein Beeichovemabend, dessen Programm den geläuterten G^^ack mchr m ehrten Musikdirektors Drautmann m » M erster ©telfe ^tagtt Mel in Bezug auf Erfindung tmb V°N- envet schönen Werkes können wrr nur sagen, daß pe be6 Äm^otinW * «1b. M« klang reiches Instrument fmd tae feiern Künstlerin ersten Mnges Wm gr^e ^sten ließen. An zwei Sätzen des klangschönen Ixgleitnng und dritten, waren es uament^ __ Virtuosität der gespielten Cadenzen, trt denen £f^tn f Cello Mt pr Sturm zm MmShl>ch tia> zieht sich das Gewitter, und dm Symphome schließt nrtt einem heitern Hirtengesang, dmstohemch dankbare sühle nach dem Stmune ^ldert. Das KAtverdr«st am guten Gelingen aNer Orchesterwerke gebührt m-rstm Linie Serm MuslkHrektor Drautmann, der weder Mühen noch Opfer scheute, um seine Aufführungen zu t^cHofen^u AltestDuch unserer wackE ^teaiTnar^ muiü 'die ’hen Angaben des D-rrgenten unt großer Aus- mXXt ^igie, gernch« »°ll-s. «seiugeschrLnkt-s Lob *55 A&üfC % er hierin unerreicht, npfindungen bei her rscht eine Stimmung vor, vollauf entspricht. war Gchttlftraße 1. Äbte Ile tüt Deveschenr «vzetger Gtetze». Frrntp rechanfchluß Nr. 51. I warfen * b ÄÄÄ ^EMOsweift « ^25^J^^nrbir»e1nTröc5 lan?s' doch sind seine Lavastzröme noch wenig erforscht wor- mäßrge Avgrerrzuug des verschied^rev Ku tu ge , , j bcMt ans den Verwitterungsprohukten im Dogtlsberg. umsasfen, welche g<»^°ber«nn größten Test hoher als bkss bfS diesen 6 bis IS Prozent, wilhrmd » .... ... i_. —---«;xÄS"&.e,«!WÄ. sataasK sss -g-lrod, .Srebenham, H-rb^b 24g und 1861 14 502, sie, N °ls° in 57 Jahren nur um Ilbeshausen, Jlbeshauser Wald, Sauzmcharu, ^tzlo», $r0 t Mmmiommcn; bi sämtlichen 41 Orten waren Meder-Moos, RöSberts, Ob^Moos, Bartsham mL Wcid° S S ,mb 1900 nur 18639 Tinwohner Moos, zusaurmeu 12524 Hektm betmlrgter vorhanden, es zeigte sich also ein- Abnahme der Be- D^kschEt'f^'Ech W Spezial. I W°’fZg1 ta BÄölk^ugsv^rch^ fo^at^lM '^*** dläne, eine Htrnfib»«, tfUlff. ta b« R- *--?• Ulrichstein. Bolkartshain und Wohnftld, rf«™“ “41ß ®r0,ent^^t>er Grundeigentümer, 1 bis 5 Hektar 28.47 Proz., ___ «L^MLMMEMDSWER.MZ d» zogew 2tas der «^arbeiteten 5.7P^«en. Die Ze^plitterrmg,ist nicht so weit- SE--ELIWHMMM AZMWLSW ‘ .SJ» yM ;,Jr«S±,Wto® fei ™r ««, =MW. » «L. 8 kDastovale) opc 68 in y^mr, komponiert 180L Alles, d« große EeninS bte)S/^ten MMerS der " als den wir ihn mit Recht verehren, in den süns Sätze- bt-ftr herrlichen ShSPst"« verewigt hat, ist aus dem Leben gegrissen und gehört in Bezug auf Timcharbeitw der Dhemen nt die Mteoe 3eit seines Schaffens. Ms Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 8. F°brnarl»04 a««u. EÄ mona ^otertet» GiehenerAnzeiger» Gemral-Anzeiger " ** Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MW fetter) 6.5 Doppelzentner. Weiter sind int oberen Vogelsberg 13 669 Aepfelbäume, 6897 Birnbäume, 28 680 Zwetschen- bflume, 10 275 Kirschenbänme nnd 570 Walnußbäume, im gtmzen also rund 60000 Obstbänme vorhanden, deren Ge- samterträgnis 1900 auf 2145 Doppelzentner veranschlagt wurde, lieber die Viehzucht heißt es in der Denkschrift, daß 1900 in den 44 Gemeinden gezählt wurden: 1017 Pferde 18 573 Stück Rindvieh, 8260 Schafe und 10 289 Schweine, -sodaß auf 100 Hektar Kulturgelände im oberen Vogels- "berg 8.51 Stück Pferde gegen 12.48 in Hessen, 155.42 „ Rindvieh „ 69.53 „ 69.12 „ Schafe „ 17.15 „ 86.10 „ Schweine „ 65.89 „ „ entfallen. Die Viehzucht und Viehhaltung int oberenVogels- berg ist hiernach bei Rindvieh, Schafen tmd Schweinen -eine viel größere, als in den anderen Teilen Hessens. Soweit die statistischen Angaben der Denkschrift. Im nächsten Artikel werden wir uns mit den bisherigen Meliora- ? timt en und den Verbesserungsvorschlägen der 'Kommission zu beschäftigen haben. Aer Aufkand der Kereros. In unserem heutigen Morgenblatte haben wir bereits ein paar Telegramme aus Swakopmuud veröffentlicht. Ausführlichere Nachrichten vom Kommandanten des „Habicht melden folgendes vom 6. d. M.: Häuptling Michael 'ist ziemlich sicher tot. Auf unserer Seite sind tot: Fcld- 'Webel Müller, Unteroffizier Otto Pries, Gefreiter Linke, Scherrer, Reservist Seel m and, Landwehrmann Perlitz; verwundet sindi Leutnant Driesch'ach, Nathusius, Wollwerth, Sergeant Tank, Unteroffizier Hecker, Ullrich, Gefreiter Milke, Kaul, Reservist Hoffmann, Lazemann, Wahl; vermißt: eine Patrouille, ein Unteroffizier und sechs Mann. Verwundete scheinen außer Gefahr. Ich habe das Korps vom ,/Habicht" und das Korps Winkler nach Karibib zurück- • berufen, von wo voraussichtlich morgen der Vormarsch nach Omaruru erfolgt. Tie Dahn ist bis Windhuk nach .Möglichkeit in Sicherheit gebracht. Ter Kommandant des „Habicht hat ferner folgende Verlustliste nach der letzten Zusammenstellung telegraphisch -übermittelt: Gefallen: Karl Eugbart, Gefreiter Tröltzsch, Rudolf, Reiter Gerwinsky, Unteroffizier Päch, Reiter Weiß, Lokomotivführer Ta kker t, Assistent Rock, Schliepen , die Freiwilligen Fossati, Pietro, Feldwebel Kuhnen, die Reservisten Grundmann, Hellige, Unteroffizier Hottler, die Reiter Rackete, Hiescher, Dormschke, Sergeant Platent, Unteroffizier Goß, Reiter Nordbruch, Tierarzt Kämpny, die .Freiwilligen Stokamp, Gaushorn; ermordet: Hermann Koszarski, Richard Tausendfreund mit seinem Sohn Max, Vorberg, Moritz Pilet, Ferdinand Dames, Ernst Blohm, Eduard Scüber, Meßgehilfe Mosenhauer und Hackelberg, Kind in Kl. Barmen, Kaufmann Tieckmann mit Frau und ,Legationsrat Höpner und Watermeyer, Farmer Lange mit Kind, Leo Utrtz, Farmer Lauge tu Sucyriver, Ernst Ütz mit Frau, Schultze, Händler Kuntze, Ansiedler Bremen und Kux, Ansiedler Peters, Hermann Uhlhorn in Kierstein, Farmer Müller und Lecking, Händler Rosenhauer, Bertermann, Garmeier und Rieske, Farmer Zimmermann, Diesmansky, Koezerowsky,^ Hübner, Gräfe, Schauwecker, Streckenwärter Lehmann, Händler Meuter, die Frau des Farmers Müller, Kronewiller, Joost, Max Schröder, v. Falkenhausen, Händler Knelbel; außerdem werden 51 vermißt. Tie Ereignisse von Omaruru kennzeichnen die g e f a h r - '.volle Lage des ganzen Nordens der Kolonie. Tie Outjo-Kompagnie hatte ein Gefecht bei Ekaneno. Nach einer über Kapstadt eingetroffenen Meldung des .'Gouverneurs Leutwein aus Porth Nalloth stehen gegenwärtig im Süden Truppeuabteiluugeu in der Gesamtstärke von 300 Gewehren und 4 Geschützen, die vorläufig dort ver- 1 bleib en sollen. Zu den durch den Herero-Aufsimch Geschädigten gehört auch die deutsche Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika. Sie hat auf der von den Wilden ausge- roubten Station Heusi die Ermordung ihres zweiten Beamten Ganshom zu beklagen, dessen Leiche jetzt ge- fnnden wurde. Das Bceh konnte zum größten Teile nach Windhoek gerettet werden. Auch der in Spitzkopjes statio- jtrierte Aufsichtsbeamte Loutsch ist ermordet worden. -Auch hier wurde das Vieh noch rechtzeitig in Sicherheit -gebracht. Die Rede des Kaisers zum Abschiede des Ver- istärkungstransportes, der am Freitag Berlin verließ, lautete folgendermaßen: „Es fteut mich, daß chr euch so zahlreich und opferwillig für die schwere Aufgabe bereit erklärt habt, die eurer harrt. Ich habe euch hinausschicken müssen, damit chr Ruhe und Ordnung in unserem Schutzgebiete in Südwestafrika wiederherstellt. Wenn auch bessere Nachrichten eingetroffen finb, so bleibt für euch doch noch ernste Arbeit zu tun übrig. Durch das heldenhafte Verhalten der dortigen Truppen sind Erfolge erkämpft worden, und ich erwarte von euch, daß ihr euren Kameraden nachtut. Eure Aufgabe ist aber nicht nur die, zu kämpfen, sondern, wenn die Ruhe wiederhergestellt ist, zu trösten und wieder aufzurichten. Haltet treu zu den Deutschen da draußen und lindert chren Schmerz. Tut eure Pflicht tapfer, selbstlos und hingebend. Ich wünsche euch allen ein herzliches Lebewohl. Adieu!" In Hamburg inspizierte am Samstag der kommandierende General des 9. Armeekorps Bock-Po lach diese Truppen. Nach einer Ansprache des Generals nahm der Trans- portfuhrer Hauptmann v. Bagenski das Wort. Er sprach Dem General und den Vertretern des Senats für chr Erscheinen, sowie der Stadt Hamburg für ifyre den Truppen gespendeten Liebesgaben Dank aus. Um 5y2 Uhr gab der Kapitän des Dampfers Befehl zum Loswerf en, worauf das Schiff langsam den Hafen verließ. Ker Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Außland und Japan. Im Anschluß an die im heutigen Morgenblatt veröffentlichte Petersburger Depesche des russischen Ministers des Aeußeren an die Vertreter Rußlands rm Auslande, die wörtlich folgendermaßen schließt: »Eine derartige Handlungsweise der Tokioer Regierung, welche nicht einmal das Eintreffen der dieser Tage abgesandten Antwort 'der kaiserlichen Regierung abwartete, wälzt Japan pie ganze Verantwortung für die Folgen zu, welche durch den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen den Reichen entstehen*, äußert ein Extrablatt der Petersburger „Rowoje Wremja" Folgendes: Drei Monate bemühte sich die russische Diplomatie, die japanischen Vorschläge friedliebend zu prüfen und alle mög- .üchen Zugeständnisse zu machen, die zulässig sind, ohne die Würde Rt,ßlandS zu schädigen. Rußland wurde beschuldigt, daß es die Verhandlungen zum Zwecke der kriegerischen Vorbereitungen hinziehe. Ohne sich durch die niedrige Verleumdung beirren zu lassen, erfüllte Rußland seine Pflicht ge- I n issenhaft im Vertrauen auf die Gewissenhaftigkeit deS ■ Gegners. Wie es sich erweist, war der ganze Roten- echsel eine Komödie. Japan, nicht Rußland mußte d n Moment abwarten, bis zwei in Italien gekaufte Kreuzer die chinesischen Gewässer erreichen. Die Kreuzer haben Singapore erreicht. Die Japaner werfen die Maske ab; sie warten nicht einmal die russische Antwortnote ab, sondern beriefen die Gesandten ab. Die Asiaten zeigten sich als Asiaten; sie vermochten nicht einmal den äußersten Anstand zu beachten. Die Geschichte kennt keinen Fall eines ähnlichenBetragenS. Wir sind überzeugt, daß die öffentliche Meinung Rußlands den Japanern die gebührende Antwort geben wird. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen bedeutet noch nicht Krieg. Die Geschichte kennt Beispiele des Abbruchs der Bezieh- ungen ans Jahre ohne nachfolgenden Krieg. Solche Beispiele aber find selten. Bei einem normalen Gang der Dinge bedeutet der Abbruch der diplomatischen Brziehungen entweder den Beginn des Krieges oder die Notwendigkeit der Vermittlung dritter Mächte. Somit stehen wir mit dem heutigen Tage vor drei Lösungen: Krieg, Vermittlung oder sich in die Länge ziehenden Konflikt. Letzterer ist am wenigsten wahrscheinlich. Die Interessen beider Staaten sind allzu intensiv und allzu entgegengesetzt, als daß die Möglichkeit zugelassen werden könnte, sie im Wege faktischer Besitzergreifungen in Einklang zu bringen. Vermittlung wird wahrscheinlich nicht eintreten. Somit bleibt die ultima ratio der Vö lker und Staaten. In dieser schweren Minute halten wir es für unsere Pflicht, müßige Voraussagungen zu unterlassen. Eines nur scheint unzweifelhaft: nach dem gestrigen Schritt der Japaner wird es kein ehrenhafter Ausländer für möglich halten, uns aggresiver Haltung zu beschuldigen. Rußland steht an der Grenzscheide großer Ereignisse. Jeder Sohn Rußlands ohne Unterschied der Ueberzeugungen wird heute bewußt auftichtig sagen: Die Japaner haben es selbst gewünscht, so sei es! Gott helfe uns!" Der Zar wird sich demnächst heute (Montag) nach Moskau begeben. Dem Vernehmen nach reift die japanische Gesandtschaft in Petersburg nach Berlin. Die englische Botschaft hat die Vertretung der japanischen Interessen in Petersburg übernommen. Von Moskau gingen bereits am Sonntag abend auf der Kafanbahn vier Schützenkompagnien nach Ostasien ab. Auf dem Bahnhof waren die Spitzen der Behörden anwesend; vier Musikkorps spielten. Die zwei Gesellschaften der Kirchenbannerträger brachten den Fortziehenden zwei Banner dar, die Kaufmannschaft ein Heiligenbild. Ein zahlreiches Publikum gab den Schützen das Geleit. In Tokio wird erklärt, daß durch das über 3 Wochen währende vergebliche Warten auf die Antwort auf die lefcte japanische Note vom 13. Januar und den während dieser Zeit ostentativ betriebenen Au sm ar sch der russischen Armee nur die Geduld Japans erschöpft sei, sondern auch die Ueberzeugung erweckt wurde, daß eine weitere dilatorische Behandlung der Frage nichtmitdenJn ter essen Japans zuver- einb ar en sei. Der Pariser „Demps" veröffentllcht eine Unterredung mit dem Pariser japanischen Gesandten, der erllärte, daß der japanische Minister des Aeußem am Samstag noch keinerlei Antwortnote von der russischen Regierung erhalten habe. Japan habe sich eben deswegen zu einer lästigeren Handlung entschlossen. Die japanische Regierung kenne den Inhalt der russischen Note nicht. Die Ursache des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen liege erstens in den Verzögerungen seitens Rußlands, welche die japanische Regierung cllsbeleidigend angesehen habe, und zweitens in den Drohungen, welche die militärischen Maßnahmen Rußlands in der Mandschurei und in Korea bedeuteten. Auf der ruffischen Botschaft wurde dem Mft> arbeiter des „Temps" erklärt, nicht weil die ruffische Note am Samstag noch nicht hi Tokio emgetrosfen war, wurden die Beziehungen abgebrochen. In Wirklichkeit brachen die Japaner die Beziehungen ab, um )ie russische Note nicht zu empfangen. Wenn Japan 3 Wochen gewartet habe, werde es auch noch 24 Stunden warten können!. Aber Japan w o lle d en Bruch um jeden Preis. Das Journal des departs" schreibt mit Rücksicht darauf, daß Rußland die Landung japanischer Truppen in Korea vielleicht nicht als easus belli ansehe, bestehe eine allerdings sehr schwachje Möglichkeit, daß der Frieden erhalten bleiben könnte. Das Blatt gibt weiter dem Bedauern Ausdruck, daß ein Dell der englischen Presse sich von instinktivem Hasse gegen Rußland habe leiten lassen, um die Japaner zu ermutigen, alles Zaudern aufzugeben. Im französischen Ministerium des Aeußem hatte man erwartet, daß der Abbruch der divloma- tischeu Beziehungen noch vor der Ueberreichung der russischen Antwort erfolgen werde. Man verhehle sich nicht den großen Emst dieses Ereignisses, sehe es jedoch nicht als durchaus irreparabel an, insofern als trvtzalledem dank der guten Dien sie dritter Mächte die Verhandlungen doch noch fortgesetzt werden könnten. Demnach scheint also das mssenfreundliche Frankreich die Rolle des ehrlichen Maklers auf seine Schullern nehmen zu wollen! Volttische Tagesschau. Ein interessanter Vorgang bei Prüfung eines Wahlergebnisses, pielte sich! in der vierten Abteilung des Abgeordnetenhauses ab. Diese hatte gleich nach dem Zusammentritt des Hauses die Wahl des konservativen Aba. Stockmann (Wetzlar) für giltig erklärt, nachdem die Berichterstatter mitgeteilt hatte, gegen das Verfahren Kege kein Bedenken vor und es sei Protest gegen die Wahl nicfyt erhoben. Nachträglich waren jedoch Zweifel darüber entlauben, ob nicht ein Protest vorliege und ob nicht das Wahlverfahren an einem erheblichen Mangel gelitten habe. (Sn von dem Nationallib eralen Wahlverein zu Wetzlar gegen die Urwahl erhobener Protest war nämlich entgegen dem Wahlreglement nicht von der Wahlmännerversammlung erledigt, es war vielmehr bei der Hauptwahl beschlossen worden, „die Enffcheidung über den Protest dem Abgeordnetenhaus zu überlassen". In der Abteilung wurde von der einen Seite die Ansiot vertreten, daß ein Beschluß auf E-iltigkeitserklärung der Wahl vorllege, der nicht ohne weiteres beseitigt werden forme, während die andere Seite hervorhob, daß der Bericht des Referenten unvollständig gewesen sei, und daß die Entscheidung anders ausgefallen wäre, wenn die jetzt mitgeteilten Tatsachen bei der Beschlußfassung bekannt gewesen wären. Tementsprechend wurde von dieser Seite Verweisung der Sache an irte Wahl- Prüfungskommission beantragt. Diese Verweisung muß erfolgen, wenn ein Protest gegen die Wahl vorliegt, oder wenn zehn Mitglieder der Abteilung Zweifel an der Giltigkeit der Wahl haben. Tie Abteilung entschied mit zwölf gegen zwölf Stimmen, daß ein Wahlprotest nicht vorliege (weil der vorhandene Widerspruch sich gegen die Urwahl nicht gegen die Hauptwahl richtete und die Heber» Weisung der Entscheidung an das Abgeordnetenhaus dem Wahlreglement widerspreche). Es wurde aber beschlossen, dem Hause über die Wahl schriftlichen Bericht zu erstatten. Durch Abstimmung wurde festgestellt, daß zehn Mitglieder Zweifel an der Giltigkeit der Wabl hatten; eine Verweisung der Sache an die Wahlprüfungskommission hielt aber die Mehrheit der Abteilung mit Rücksicht auf den früheren Beschluß nicht für zulässig. Aer Entwurf des neuen Kemeindeumtagegesehes R B. Darmstadt, 7. Febr. Wer sich die Verhandlungen in der zweiten Kammer über das zurzeit geltende Gemeindeumlage-Gesetz aus dem Jahre 1901 ins Gedächtnis zurückruft, wird sich erinnern, daß damals aus der Kammer heraus Stimmen laut wurden, die eine baldige, endgiltige Revision des Gemeindeumlagenwesens als eine drängende Notwendigkeit hin- stellten; insbesondere wurde dies für notwendig befunden mit Rücksicht auf die im Jahre 1899 erfolgte Umgestaltung des staatlichen Steuerwesens. Dem damals verabschiedeten Gesetz wurde nur eine interimistische Geltung und Bedeutung beigemessen, es sollte bis zum 31. März 1904, an welchem Tag dies Gesetz außer Kraft tritt, falls es nicht etwa um ein Jahr verlängert wird, eine Neuregelung von Grund aus erfolgen. Eine solche bezweckt nun der Gesetzentwurf, der schon jüngst den Bürgermeister — und anderen Sachverständigen zur Aeußerung ihrer Ansichten Vorgelegen hat und der demnächst auch als Regierungsvorlage der zweiten Kammer zugehen wird. Ter neue Gesetzentwurf lehnt sich eng an das gegenwärtig geltende Gesetz an. Er hat die (Ankommensteuex der staatlichen Gesetzgebung nicht übernommen, sondern ermächtigt die Gemeinden zur Erhebung von bireften Steuern (Gemeiudeumlagen) vom Grundbesitz, vom Gewerbebetrieb und vom Kapitalvermögen (Recllsteuern) sowie vom Einkommen der Steuerpflichtigen. Dem vielfach geäußerten Wunsche, man möge sich den Grundlagen der staatlichen Besteuerung anschließen, tft der Entwurf nicht nachgekommen. Der Grundsatz der staallichen Steuergesetzgebung, die sich nur nach der Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen richtet, ist verlassen und man hat sich dem System zugewandt, daß einer Leistung der steuernehmenden Körperschaft auch eine entsprechende Gegenleistung des genießenden Steuerpflichtigen zu entsprechen habe ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Steuerzahlers. Tas bei den Staats steuern vorhandene auf dem Grundsätze der Leistungsfähigkeit basierende Prinzip brachte es mit ffich, die Schulden des Steuerpflichtigen, da er aus denselben kein Erträgnis hat, bet der Feststellung des steuerpflichtigen Kapitals in Abzug zu bringen. Dies konnte der Staat um so eher, als oer hierdurch ihm entstandene Ausfall durch Beschaffung anderer Teckungsmittel beglichen werden konnte, auch die in einzelnen Landesteilen vorhandene starke Verschuldung durch anderwärts bestehende günftige Verhältnisse ausgeglichen werden konnte unb die im ganzen Land vorhandenen Schulden doch nicht übermäßig hoch waren. Tiefe Umstände treffen in den Grenzen, innerhalb deren die Umlagen der einzelnen Gemeinden festgestellt und erhoben werden, nicht zu; sonstige Teckungsmittel haben die wenigsten Gemeinden. Ein Ausgleich zwischen geringerer und stärkerer Verschuldung ist innerchalb der einzelnen Gemeinden naturgemäß nichft möglich und es würde soweit nur erübrigen, den Steuersatz für die in Betracht kommenden Objekte so hoch! xu halten, daß für den verschuldeten Steuerpflichtigen die durch. den Schuloabzug eintretende Entlastung wenigstens tellweise wieder aufgehoben, für den unverschuldeten Pflichtigen die Steuerlast aber zu einer in vielen Fällen unerträglichen gestaltet würde. Um nun die Gemeinden vor chiweren finanziellen Bedrängnissen, die Gemeindesteuer- pflichtigen aber vor allzu starker Verschiebung in der Steuerbelastung zu bewahren, erschien eine einfache Ueber- uahme der Staatssteuergmndsätze in die Gemeindebesteuerung ausgeschlossen und insbesondere eine Berücksichtigung )er den Steuerpflichtigen belastenden Schulden, wie sie bei der staatlichen Besteuerung erfolgte, unmöglich Der Entwurf erklärt demgemäß bei jeder d'er drei Realsteuem ausdrücklich, daß ein Mzug von Schulden ober persönlichen Lasten nicht ftattfinbe. Wie gesagt, billigt der Entwurf die Erhebung der Gemeinbesteuem als Realsteuem nach dem seitherigen System, doch will er bezüglich des B-esteuemngsmaßstabes nnt diesem Prinzip brechen. (Schluß folgt.) Aer neue yesfifche ßtal. n. Neubauten an der Landesuniverfitat Gießeu. 1. Neubau einer chirurgischen unb einer ophthalmologischeu Klinik. Im Voranschlag 1901/02 wurden 305 000 Mk. für den Ankauf von ca. 61000 Quadratmeter Gelände zur Errichtung einer chirurgischen und ophtholmologischen Klinik gefordert. Bei der Erwerbung des Geländes aber wurden so über trieben hohe Preise gefordert, daß gegen einzelne Besitzer >as Enteignungsverfahren eingeleitet werden mußte. Trotzdem ergab sich, daß die geforderte Summe nicht ausreichend für den Geländeerwerb sei, da allein für die im Enteignungsverfahren erworbenen 30 488 Quadratmeter 235 462 Mark (ohne die ca. 8000 Mk. betragenden Kosten) bezahlt werden mußten. Trotzdem eine Einschränkung des Baugeländes stattgefunden hat, werden sich die Kosten für ca. 48 800 Quadratmeter auf ca. 345 800 Mk., also um 40 800 Mk. höher belaufen, wie ursprünglich angenommen. Um eine Nachforderung zu verrneiden, soll diese Mehrausgabe aus den Ersparnissen der auf 1573 000 M. veranschlagten Bausumme gedeckt werden. Der Ausschuß beantragt: der zu Titel 5 nachgesuchten Ermächtigung die Zustimmung zu erteilen. 2 Psychiatrische Klinik. Um zu verhindern, daß Privatbauten in unmittelbarer Nähe der Klinik erbaut werden unb so Ursachen für die Belästigung der Insassen und Störungen im Betrieb gegeben werden, soll ein Gelände von rund hindert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 8. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konftrmandensaal der Johanneskirche. Text: Jak. 4, 1 ff. Pfarrer Euler. Kaiserin" mit. — Anläßlich des Geburtstages der Gräfin von Bülow fand gestern abend im Reichskanzlerpalais eine musikalische Soiree statt, an der auch der Kaiser teilnahm. Auch Prinz und Prinzesiin Heinrich von Preußen waren erschienen. Unter den Geladenen befanden sich FrauCosima Wagner und Siegfried Wagner. — Der Zusammenschluß der Juden Deutschlands zu einem Zentralverband ist, nach dem „Jsr. Familienblatt" beschloßene Sache. Am 25. April wird, wie da§ Blatt mitteilt, die konstituierende Delegiertenversammlung zusammentreten. Nach den von dem „Engeren Ausschuß für die Gesamtorganisation der Israeliten Deutschlands" au§- gearbeiteten und vom weiteren Ausschuß angenommenen Statuten bezweckt der,Verband der deutschen Juden" die Vertretung aller den Juden Deutschlands gemeinsamen Jntereßen. Hauptversammlungen, deren Sitzungen öffentlich sind, sollen mindestens alle zwei Jahre stattfinden. K i e l, 7. Febr. DieAbfahrt der „Hohenz ollern" erfolgt am 15. d. MtS., Plymouth, Gibraltar und Malta werden zurj Kohleneinnahnre anlaufen. In letzterem Hafen beabsichtigt der Kaiser bie Yacht zu besteigen. Welcher Kreuzer diese begleiten wird, ist noch unbestimmt. Köln, 6. Febr. Aus Anlaß des Aerzte streiks beschloßen eine zahlreich besuchte Krankenkaffen-Versammlung nach einer sehr erregten Debatte, ein Telegramm an den Kaiser abzusenden, worin der Monarch unter Hinweis auf die kaiserlichen Erlaße gebeten werden soll, über 100 000 Krankenkaßen-Mitglieder, die durch die bekannte Regierungs- Verfügung mit ihren Familien den Aerzten auf Gnade und Ungnade übergeben worden seien, zu schützen. In der Versammlung wurde ferner bekannt gegeben, daß den Kölner Aerzten zur Abfindung ihrer neuen Kollegen 750 000 Mark zur Verfügung ständen. Während der Diskussion wurden die anwesenden Aerzte aus dem Saale gewiesen. Bald darau verließen auch die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden den Saal. Halle a. d. S., 6. Febr. Wegen des Artckels „Kcnser- insel"?ist'gegen den Redakteur Fette vom „Volksblatt das Verfahren wegen Majestätsbeleidiguug eingelette worden.__ __ Deutsches Reich. Berlin, 7.Febr. Der Kaiser, der gestern einer Ein« ladung des Großh. Regierungsrats Prof. Tr. Paul Güß- feldt zur Tafel entsprochen hatte, erschien in der Uniform deS Gardejägerbataillons und wurde vom Gastgeber und deßen Gemahlin an dem blumengeschmückten Eingang der Wohnung empfangen. Unter den sonstigen Gästen befanden sich fast durchweg Teilnehmer an den Nordlandsfahrten des Kaisers. Der Monarch unterhielt sich sehr lebhaft und war außerordentlich srßch. Erst in der vierten Nachmittagsstunde verließ der Kaiser daS Haus und nahm den vor seinem Gedeck liegenden rosafarbenen Nelkenstrauß „für die Vermachtes. * Danzig, 6. Febr. Heute früh erschoß sich in seiner Wohnung der Feuerwerks-Ob e rleutn an t Hammermeister. Das Motiv ist unbekannt. * Görlitz, 7. Febr. In Oberherredorf bei Lauben erhängte eine Fabrikweberfrau ihre beiden Kinder und darauf sich selbst. Das Motiv zu der Tat dürfte m unglücklichen Familienverhältnissen zu suchen sein. • Brüssel, 7. Febr. Bei der Rekrutenaushebung kam es gestern zwischen Polizeiagenten und der Volksmenge zu Zusammenstößen. Hierbei wurden fünf Personen durch Säbelhiebe verletzt und ein Arbeiter erschossen. Der Bürgermeister überwies den Hinterbliebenen des Getöteten 200 Francs als Unterstützung. — Auch in Antwerpen kam es zwischen einem Soldaten und emem Rekruten zu einem Streit, in dessen Verlauf der eine den anderen erstach. • Turin, 7. Febr. Der für verloren gehakte Codex hierbei, daß die Mitglieder der Wartkmrgia nicht allein gute 5 Touristen, sondern auch gute Humoristen sind. Etwa gegen । Mitternacht wurde von einem Mitglied eine photographische Aufnahme gemacht, welches Bild vortrefflich ausfiel. Die Mitternachtsstunde war lange vorüber, als man sich trennte. — Eine Erklärung auf den Antrag Joutz, betreffend eine Eisenbahn Lich —Grünberg, haben nun, wie unS unser Grünberger Korrespondent vom 7. dsS. Mts. schreibt, die Bürgermeister der an diesem Bahnprojekt beteiligten Gemeinden an die Ständckammer gerichtet, deren Wortlaut folgender ist: Grünberg, 5. Februar 1904. Tit. Zweite Kammer der Landstände sür das Großherzogtum Heften in Darmstadt. Der Landtagsabgeordnete Herr Joutz veröffentlicht in verschiedenen Zeitungen einen von ihm bei HoherKammer eingercichten Antrag zwecks Herbeiführung der Bewilligung eines Staatszuschuffes zu den Kosten sür die Erbauung einer noi-malspurigen Elsenvahn von Lich nach Grünberq und sagt m demselben u. a. wörtlich: Heute hat sich meine Annahme bestätigt, indem ich b te generellen Vorarbeiten auf Kosten der Gemeinden anfertigen lassen konnte" u. s w. n. s. w. So sehr wir daS, was in der Begründung von der sJ beizuwohnen. 2100 Quadratmeter für 4300 Mk. erworben werden. Außerdem soll ein Keller zum Aufbewahren von Kartoffeln, Ge- 1 müsen usw. erbaut werden, da sich der seitherige Kellerraum infolge der Nähe der Zentralheizung als zu warm erwiesen hat. Neber dem Kellerraum soll ein Schuppen für Gerate usw. errichtet werden. Die Kosten betragen 12 000 Mk. Der Ausschuß beantragt: die angeforderten 4300 Mk. bezw. 12000 Mk., zusammen 16300 Mk., zu bewilligen. 3. Erbauung veterinärmedizinischer Institute. Als letzte Rate werden 258000 Mk. gefordert. Dazu kommen die Kosten für die innere Einrichtung im Betrag von 66 400 Mk. Der Ausschuß beantragt: die geforderten 258 000 Mk. und 66 400 ML, zusammen 324400 Mk. zu bewilligen. , , . , .. . o r • t r • xt.» Neubau einer Universitätsbibliothek. Der Ausschuß beantragt: die Er m ä chtig un g zu erteilen, den Ersparnissen an den Neubaukosten die Mittel zur Bestreitung der Kosten der inneren Einrichtung, der Einrichtung des Universitätsarchivs und des Umzugs in das neue Gebäude, insgesamt mit 36 050 Mk., entnehmen zu dürfen. ,. r r ,. , , , 5. Umbau der alten Universitätsbibliothek. Durch den Neubau der Universitätsbibliothek werden die seither benutzten Räume frei. Es besteht die Absicht, folgende Institute darin unterzubringen: 1. Das botanische Institut, 2. das landwirtschaftliche Institut, 3. das geographische Institut Um dies zu erreichen, müssen verschiedene Um- und Er- gänzunqsbauten vorgenommen werden, die emen Kosten- äuftoanb von 35 000 Mk. verursachen. Der Ausschuß beantragt: die angesorderten 35000 Mk. zu bewilligen. 6. Botanischer Garten. Der Ausschuß beantragt: die nachgesuchte KredttüLe- , tragung zu genehmigen. In unserem Auftrag zu handeln ist allein der Vorsitzende unseres Eisenbahn-Komitees, Herr Louis Moll in Grimberg, berechtigt, der auch demnächst eine entsprechende Vorlage bet Hoher Kammer einreichen wird. Zum Schluffe verweisen wir auf bie tn dieser Sache bei Großh. Kreisamt erwachsenen Akten, aus welchen bervorgeht, wie wir mit dem Herrn Landtagsabgeordneten und Direktor der Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft Butzbach-Lich Joutz zu Butzbach in besagter Angelegenheit stehen. Zimmer, Großh. Bürgermeister zii Grunberg. Schmidt, Großh. Bürgermeister zuQueckborn. Keil, Großh. Bürgermenter zu Ettingshausen. G 0 n t t.u m, Großh. Bürgermeister L» Munster. Kühn, Großh. Bürgermeister zu Ober-Bessingen. v 0 r st, Großh. Bürgermeister zu Nieder-Vessingen. Heller, Großh. Bürgermeister zu Lich. Zur Aufklärung dieses Vorgehens der genannten Gemeinden diene noch, daß die Vorarbeiten zu diesem Bahnprojett im Auftrage der Gemeinden von Herrn Moll dem Geometer Pfeffer von der Firma Lenz u. Comp. übertragen und auch aufs eingehendste vorgenommen wurden, zu gleicher Zeit aber Herr Joutz auf seine persönliche Veranlassung durch einen anderen Geometer ebenfalls die Vermeßungen in allerdings nur drei Tagen ausführen ließ, trotzdem die beteiligten Bürgermeister ihre anfangs gegebene Zustin,mung nach acht Tagen wieder rechtsttäftig zurückgezogen batten und dieses Vorgehen noch kürzlich in einer unter dem Vorsitz des Kreisamtmannes Dr. Kranzbühler in Grünberg abgehaltenen Sitzung (wozu auch Herr Joutz eingeladen, aber nicht erschienen war) einstimmig dahin bekräftigten, daß sie in der Eisenbahn-Angelegenheit mit Heren Joutz nichts zu tun hätten und nur die von Herrn Moll in Grünberg, welcher seinerzeit in einer allgemeinen Versammlung wiederholt einstimmig als Vor- itzender des Eisenbahnkomitees bestimmt worden war, vorgenommenen Maßnahmen und Arbeiten anerkennen könnten. s. Vetzberg, 7. Febr. Gestern abend beging der , hiesige Gesangverein „Eintracht" bei Gastwirt Becker sein diesjähriges Stiftungsfest, verbunden mit Kaisers Geburtstagsfeier. Der Vereinsdirigent, Lehrer Hähn zu Rodheim, hiett eine Festrede; Theater-Aufführungen von Mitgliedern des Vereins, Gesang- und Musikvorträge wechselten gegenseitig und wurden zu einer recht schönen Feier. )( Grünberg, 6. Febr. Das Gasthaus zum wilden Mann ging heute um den Preis von 28 000 Mk. an Herrn Hoxtermann auS Oehnhausen über. — Der Turnverein veranstaltete heute abend in der Turnhalle eine karnevalistische Sitzung mit nachfolgendem Ball; nachmittags war ein Konzert vorausgegangen, und zu beiden Veranstaltungen war die Kapelle des 6. Thüringischen Manen- Regiments aus Hanau engagiert. sd. Darmstadt, 8. Febr. (Drahtbericht.) S. K. H. der Großherzog wird heute nachmittag 4 Uhr 6 Minuten aus London mittels Sonderzuges wieder hier eintreffen. Marburg, 8. Febr. Herr v. Gerlach veröffentlicht in seiner „Hess. Landesztg." eine „Erttärung" als Leitartikel. Er bestätigt darin seine Teilnahme an der hiesigen Kaiser- Geburtsta gsfeiev und behauptet bann, Generalleutnant v. Pentz habe ihn mit der Ablehnung seiner Nachbarschaft brüskiert. „Daß aber ein Generalleutnant das Kaisergeburtstagseßen, bei dem meiner monarchischen Auf- faßung nach alle Parteiunterschiede hintantreten sollten, dazu benutzen würde, um seiner gesellschaftlichen Abneigung gegen einen Andersdenkenden Ausdruck zu geben, das ist etwas, wofür ich bisher konservative Offiziere für zu wohlerzogen gehalten habe". Zum Schluß führt Herr v. G. auS, es habe beim Bürgereßen des „sonderbare Verhalten" des präsidierenden Herrn eine Szene herbeigeführt. Er, v. G., habe ferne politische Rede halten wollen, sondern er sei aufgefordert worden, über Heer und Vaterland ein paar Worte zu sprechen. Das habe der Tapetenfabritant Schäfer ver- Berry-Deumann, das kostbarste Stück der nieder- gebrannten Bibliothek, wurde zwar beschädigt, aber in restaurierbarem Zustande aufgefunden. • Agram, 7. Febr. Im Dorfe Benamarnel forderten sich zwei zwölfjährige Knaben wegen eines Mädchens. Das Duell, welches mit sog. spanischen Meßern auSgefochten wurde, endete mit dem Tode eines und der schweren Verwundung des zweiten Knaben. * Baltimore, 7. Febr. Heute brach hier in dem Teile in dem sich die großen Manufakturwrren-Lagerhäuser befinden eine Feuersbrunst aus, die drei Lagerhäuser und zwei Bankgebäude einäscherte. Menschen sind nicht^verunglückt Der Sachschaden wird auf etwa 15 Mill. Doll, geschätzt Bisher ist es noch nicht gelungen, das Feuer zu löschen Die Feuerwehr vermag wenig gegen den Brand aus- uirWen Man unternimmt jetzt zunächst die bedrohten Baulichkeiten mit Dynamit in die Luft zu sprengen, um einer W^teenerbressung E>nbalt zu tun. Nachd Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Todes-Anzeige Heute abend 51/2 TThr verschied sanft nach längerem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater und Grossvater Herr Karl Wllker im 80. Lebensjahre, Giessen, den 7. Februar 1904. Die Beerdigung findet Dienstag den 9. Februar, nachmittags 3 Uhr auf dem alten Friedhof statt. Loschen Treis a. Lda., den 6. Februar 1904. 1334 Voi b. M^ond fr ÄLlM dolvsi Aul Gesetzes bei den Aerztetz weder i meinen 20 Aer Hefe di katilina vorbesti der Ss wollen sie könr Die © sitzen u und eg Vorgän Bitte 6' nomm Hi- amts Wfd in Strei Aerzte < beiter fl die Kass den Ae Frau A. Jughardt Wwe., geb. Kohlermann Familie W. Friebel Familie L. Schwalb Wwe. Heute nachmittag 5 Uhr entschlief sanft im Alter von 54 Jahren unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Giessen (Bahnhofstrasse 33), den 7, Februar 1904. Die trauernden Hinterbliebenen- 0627 toenigfa (ßeWi W ClMldem von ihner Wundern, Gerechtiff kräftig sc AnsiH fi werben, traten gt zu den al soziale R und der noch 6eu Meneniu- sein könne Teil dem fumigen.) ^J.G.HOVßEN SOHN CARL, AACHEN Prospecto gratis-; Vertreter fln fast allen Plötzen Men em Dr. Mugt Kranz cnr griffe Dr. freie Aerz trotte. I kapitalistss werden, s der Krank gegen die davon. 'A handeln. Des 1 6on Hcvl steuer, die °us irrtim MUM-Ansftellüng. Die Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand ist täq^ lich mit Artsnahine Samstags von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. An Sonn- uub Feier tagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nicht Mitglieder des Llunstvereins an Wochentagen ÖO Psg., an Somr und Feiertagen 20 Psg. 3( 1850—1900. In Füllung einer traurigen Pflicht, teilen wir den Herren Altersgenoffen ergebens! mit, daß unser Alters- genösse Herr Zahntechniker Julius Kohlermann gestern durch den Tod von seinen langen, qualvollen Leiden erlöst wurde. 1349 Die Beerdigung findet Dienstag den 9. Februar, nachmittags 4 Uhr, oom alten Friedhöfe aus statt. Wrr bitten um möglichst vollzählige Beteiligung. Der Borstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem Schmerze beim Verluste unseres lieben Gatten, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Schwagers, des GrH. Försters Schick sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir Vorgesetzten, Kollegen, Kriegerverein, den Sängern des gemischten Chores, sowie allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren tiefgefühlt« Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Arun Schick und Kinder. Ernst Chalüer (Rudolphs Nacht.) Glessen. Spffl-GKhätt für fcüwaara aller in Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien-Handlung und -Leihanstalt Spezialität; Billige Ausgaben. Stadt-Theater Eietzen. Direktion: Steingoetter. Dienstag den 9. Kebr. 1904: 8. Bolksvorstelluug. Doktor Klaus. Lustspiel in 5 Akten von Adolf L'Arronge. Preise der Plätze: Num. Loge 1.— Mk. Nicht num. Saal 40 Pfg., Gallerte 20 Psg. □OCQÖOOOOc u, Düsseldorf 1902 -^oklöedfülle^ ^silberne Staatsmectaille . Aachener «teder