Freitag 8. Jamrar 19V4 Erstes Blatt 154. Jahrgang Nr. 6 Erscheint täglich autzer Sonntags. Dem «Lietzener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Keffifchen Landwirt btt Stehener Kamillen- blätter oicrmal tn der Woche de »gelegt. StolalronSdruct a. Der- lag bei Brühl 'ichen Untvers.-Buch- u. Stein- d rackeret (Pretlch Erden) IRebattton. ttrpcbiiUMi und Druaeret: Schnlftrahe 7. -ldreiie 1üt Develchenr «nzetger Sieben. FrrMprrchanicktubAr 51. vezag»prei»> V V GlchenerAnzelgerW W Seneral-Anzeigek " 3“S " * poitL and augent, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW V -a>r ’ zetaentell: Pana Beck. Deutsches Reich. Berlin, 7. Jan. Ter Kaiser nahni heute die Borträge des Kriegsministers, des General-Inspekteurs der Festungen, des 'Cl>efs des Generalstabes der Armee und des Chefs des Militärkabinetts entgegen. — Aus gut unterrichteter Quelle wird der „Post" zu- folge versichert, daß der Kaiser das Abschiedsgesuch des kommandierenden Generals des 11. Armee-Korps, General-Adjutanten von Wittich nicht genehmigt f)a6e. da von Wittich im nächsten Jahre sein 50 jähriges Ticnstjubiläum feiert und alle Generaladjutanten des Kaisers in ähnlichen Fällen bisher ausnahmslos im Dienst geblieben sind, (bis zu dieser Zeit). — In ungarischen politischen Kreisen wird, wie man LUs Budapest von besonderer Seite schreibt, die Möglichkeit eines Besuches des KaisersFranz Jesof am d eu t- schenKaiserhose erörtert. Hierbei spielt die Frage erne gewisse Rolle, ob der Besuch, welchen Kaiser Wilhelm im September dem befreundeten Souverän abstattete, als ein solcher aufzufassen ist, der in einem gewissen Zeitraum einen Gegenbesuch erforderlich erscheinen läßt. Bekanntlich hatet sich ja Kaiser Wilhelm nicht offiziell ungesagt, sondern lediglich die Einladung des Erzherzogs Friedrich zu einer Jagd in Belye angenommen und sich erst viel später entschlossen, auch der Einladung des Kaisers Franz Josef, auf der Rückreise in Wien zu verweilen, Folge zu leisten. Kaiser Franz Josef begibt sich nun im Frühjahr nach England, um den Besuch des Königs Eduard VII., der ja ein hochoffizieller Antrittsbesuch gewesen ist, zu erwidern. Man hält es deshalb nicht für,ausgeschlossen daß Kaiser Franz Josef sich auf der Rückreise von England nach Berlin begeben könnte. — Tie Heeres-Vcrwal tung beabsichtigt einen Teil der zur Heeresausrüstnng erforderlichen M a s ch i n en- gewehre, die bisher ausschließlich von einer inländischen Privatfabrik geliefert worden sind, künftighin in eigenerRcaieherstellen zu lassen. Es soll zu diesem Zw«ck in Angliederung an eine bestehende Militär-Werk- stätte eine entsprechende Fabrikanlage errichtet werden, lieber den Sitz dieses neuen Industriezweiges der Marine- Verwaltung ist noch keine Bestimmung getroffen. — Staatssekretär Graf Posadvwsky, der in den Ehren-Ausschuß für den Frankfurter Stenographen-Kon- greß nach Stolze-Schrey ein getreten war, hat hei, Ueber- reichimg des gedruckten Berichts über den Kongreß sein lebhaftes Interesse sowohl für die Leistungen der Stenographen als auch für diejenigen der Maschinenschreiber betont. Ter Staatssekretär erklärte u. a., daß in unserer Zeit die Stenographie und Maschinenschreiberei mit ihren zeitkürzenden Wirkungen eine ganz besondere Rolle sviele. Beides sollte in noch höherem Maße als bisher im Geschäftsleben benutzt werden. Durch die wertere Verbreitung der Maschinenschrift werde auch die Kurzsichtigkeit wesentlich bekämpft. — Der Bundesrat nahm die Vorlage betreffend die Uebersicht über die Verhältnisse der von dem Reiche unterstützten Baugenossenschaften usw. zur Kenntnis und überwies dem Ausschuß die Vorlage betreffend Aender- ung des § 20 Abs. 2 der Eisenbahnverkehrsordnung. Zugestimmt wurde dem Ausschußantrage betreffend die Kosten für Herstellung und Unterhaltung der zollsicheren Umschließungen, der Zvllausschluß- gebiete und Freibezirke und dem Ausschußantrage zu dem Entwürfe einesGesetzes betreffend dieKauf- m a n n s g c r i ch t e. Ebenso wurde die, Zustimmung erteilt dem Ausschußberichte über den Gnttvurf eines Gesetzes betr. die Verlängerung des Friedenspräsenz-Gesetzes vom 25. März 1899, ferner den Ausschußbericht betr. den Entwurf eines Gesetzes über den Servistari und die Klassenverteilung der Orte, endlich dem Ausschußberichte über ein Gesuch um anderweite Berechnung von Ruhegehalt. — Die „Post" schreibt, nach einer Mitteilung des ersten Staatsanwalts am Landgericht II. Berlin seien Ermittelungen darüber im Gange, ob anläßlich der Abgevrd- netenwahl im Kreise Teltow am 20. November 1903 strafbare Handlungen vor gekommen seien. Ausland. Christiania, 7. Jan. Tie Regierung arbeitete einen Gesetzentwurf aus, nach dem Frauen in staatlichen Aemtern angestellt werden können, wenn sie die Bedingungen erfüllen, die nach der Verfassung für Männer vorgeschrieben sind, und für die ftaglichen Aemter die, erforderlichen Eugenschasten besitzen. Au s g e s ch lo s s en sollen die Frauen jedoch von einzelnen Aemtern, wie Geistlichkeit, Polizei, Konsul« te und Militärdienste bleiben. . Paris, 7. Jan. Tie Leichen feier für die Prinzessin Mathilde fand in der Kirche Saint Graften, dem Wunsche der Verblichenen entsprechend, in aller Stille statt. An der Feier nahmen Kaiserin Cuaenie, die Prinzessinnen Clothilde und Lätitia und der deutsche Botschafter Fürst Radolin teil, der im Namen des deutschen Kaisers einen prachtvollen aus Rosen, Flieder und Verl^- cken gewundenen Kranz, dessen weiße Schleife den Namens- iun> des Kaisers trägt, itau) Saint Gratien gesandt halft. Graf Primoli, Neffe der Prinzessin, begab sich heute nachmittag im Auftrage der Kaiserin Eugenie zum Fürsten Radolin, um ihm mitzuteilen, daß die Beilmdsbe^euMNg und die Kranzspende des Kaisers Wilhelm die Kafterm überaus gerührt hätten und daß sie den Botschafter bitte, ihren ftefsten Tank dem Kaiser zu übermitteln. — Im Hinblick auf Erörterungen, die das vom französischen Minister des Inneren verfügte B e r b o t des Straßburger Wochenblattes „Der Volks- freund" in der elsässischen Presse hervorgerufen hat, wird in einer offiziösen Note erklärt, daß das Verbot wegen der von diesem Matte gegen die französische Regierung und deren Politik gerichteten Angriffe erfolgte. Die Krists in Hstasten. Nach Mitteilungen aus maßgebenden diplomattschen Kreisen soll in den letzten Tagen eine entschieden günstige Wendung in dem Verhältnisse Rußlands zu Japan ein- getreten sein. Man sagt sogar, daß der kritische Zustand Pvischen beiden Reichen überwunden und eine nochmalige Zuspitzung der Lage höchst unwahrscheinlich sei. Demgegenüber kann man den von englischer Sette erfolgenden Ausstteuungen, wonach die mttitärischen Maßnahmen Japans, die auf einer Besetzung einzelner Küstenpunkte in Korea hinzielen, geeignet wären, den Krieg Mischen beiden Rivalen zu entfesseln, keinen Glauben schenken. Die Regierungen werden sich hierüber chon einigen, und wenn eine Landung japanischer Truppen ebenfalls zum Schutze ihrer Landsleute — in Korea er- olgt, so kann man gewiß sein, daß dies im Einverständnis mit Rußland geschieht. Reitter meldet aus Paris, es verlauft von wvhlinfor- mierter Stelle, daß auch die französische Regierung eifrigst bedacht sei, den russisch-japanischen Konflikt abzuwenden. In politischen Kreisen Frankreichs glaube man zuversichtlich, daß, wenn England die Jnttiaiive zu einer Vermittlung im Interesse des Friedens ergriffe, die französische Regierung auf Einladung bereitwillig sich solchen Bemühungen anschließen würde. In Tokio ist in amtlichen Kreisen weder von der Landung von Japanern in Masampho, noch von einer derartigen Absicht etwas bekannt. Die Meldung von einer angeblichen Besetzung dftses Hafens seitens Japans beruht auf Er- indung. Das Auswärtige Amt zu Petersburg erhielt ein Telegramm aus Tokio, daß Baron Rosen am 6. d. M. die Antwort Rußlands auf dft japanische Note dem japanischen Kabinett überreichte. Nach einem Telegramm der „Associated Preß" aus Tokio verlautet aus guter Quelle, Rußlands Antwort lauft unbefriedigend, besonders hinsichtlich Koreas. Wetter heißt es in dem Telegramm, Rußland habe den Wunsch ausgedrückt, die Meinungsverschiedenheiten möchten auf friedlichem Wege geregelt werden. -Solange die Aussicht auf eine solche Regelung bleibe, werde Japan die Verhandlungen fortsetzen, aber das japanische Minisftrium sei gegen eine lange Hinausschiebung der Regelung. Der «nerikanische Gesandte in Sveul telegraphierte an das Staatsdepartement zu Washington, daß die russischen Seeleute, denen die Japaner die Weiftrreise von Dsche- mulpo nach Soeul auf der Eisenbahn verweigerten, zu Fuß Sveul erreichten. Ter japanische Minister des Auswärttgen, Kvmura, und der russische Gesandte, Baron Rosen, hatten am 6. d. M'. nachmittags in der russischen Gesandtschaft eine Besprechung, da Baron Rosen noch immer unwohl ist. Die russische Antwort auf die japanische Note wird geheim gehalten. Am 7. d. M. wurde eine Sitzung abgehalten, an welcher der Ministerpräsident, die Minister des Auswärttgen, des Kriegs und der Marine, sowie hervorragende Persönlichkeiten ftilnahmen. Heuft, am 8. d. M, findet voraussichtliche eine Sitzung der alten Staatsmänner statt. In bestunterrichftten Kreisen herrscht der Eindruck vor, daß die Antwort Rußlands unbefttedigend sei. — An der Börse erholten sich am 6. dft Kurse etwas, gaben aber am 7. wieder nach. In der Bevölkerung ist die Stimmung sehr unruhig. Wie das Wiener , Fremdenblatt" erfährt, wird .für den Fall eines Krieges in Ostasien auS dem österreichischen Generalstabskorps in jedes Hauptquartier je ein Offizier gesandt werden. — Seitens Japans werden in Triest große Proviantankäufe vorgenommen. Ein Llvyddampfer ist mtt einer Ladung Proviant und Munition für Rechnung der japanischen Regierung abgeaangen. Zwei in Genua von Japan angekaufte argenttuische Kreuzer, deren Bemannung in aller Eile ergänzt wurde, werden dort in zwei Tagen abgehen. Ingenieure imd dlrbeiter der Genueser Werft werden während der Fahrt die Installation ergänzen.. In Genua ist der japanische 2ldmiral Miri eingettoffen, um den Befehl über die beiden Kriegsschiffe zu übernehmen. Aüs Stadt und Lund. Gießen, 8. Januar 1904. ** Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen. Das von der Brühlschen Universitäts-Druckerei soeben zur Ausgabe gelangte Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen auf da§ Jahr 1904 liegt uns zur Besprechung vor. Es ist wohl das erste in Deutschland erschienene Äldreßbnch, das ein vollständiges Adressenverzeichnis nicht nur einer Stadt, sondern eines ganzen, 84 Bürgermeistereien und über 90 Ortschaften umfassenden Kreises enthält. Die Beschaffung des Materials hierzu repräsentiert ein tüchtiges Stück Arbeit, und vielfache Schwierigkeiten dürsten überwunden worden sein, die um so größer erscheinen, als nicht die geringsten Anhaltspunkte vorhanden waren. Das gesamte Material ist noch unseren vietfälttgen Sttchproben sorgfältig bearbeitet und, wft man uns mttteilt, wiederholt auf das genaueste geprüft worden, und so dürfen die Abnehmer des nun in schmuckem, geschmackvollem und gediegenem E noande vorliegenden stattlichen Buches überzeugt sein, daß sein Inhalt dft Ansprüche auf vollste Zuverlässigkeit nach Möglichkeit erfüllt. Wie vom Verlage hören, haben eigene Beamte und Voten an Ort und Stelle in Land und Stadt ihre Feststellungen gemacht. Dadurch wird die Korrektheit jedex einzelnen Adresse am sichersten gewährleistet. Dem Übersicht lich geordnete Straßenverzeichnis Gießens ist il a. Hn klar gezeichneter Originalstadtplan von leichftster Orientterbarkett beigefügt, der, nach dem neuesftn Status ausgenommen, in der Brühlschen Offizin hergestellt wurde. Das Einwohnerverzeichnis bringt außergewöhnliche Be- quemlichketten. Nicht nur sind den Privatadressen dft Firmennamen beiaefügt, man kann sich auch besonders leicht in dem Buche zilrechtfinden, wett z. B. jede Behörde, jedes Universitäts-Institut, jede Firma, die man Wohl unter zwei Buchstaben suchen körmte, hiev wie da, an zwei Sftllen auch tatsächlich zu finden ift, z. B. das Provinzial-Siechenhaus unter P. wie unter S., das Mediko-mechanische Institut unter M. wie unter I., den. Gießener Festsaal unter G. wie unter F. usw. usw. In dem! Teile „Straßen und Häuser von Gießen" istj e d er S tr a ße ein Svnderplänchen vorgesetzt, das ein anschauliches Bild von ihr nebst ihren Querstraßen gibt. Das „Gießenev Geschäftsvcrzeichnis" enthält nicht nur eine Aneinanderreihung dar Nanren und Fttmen, sondern such in genauester Gliederung nach den einzelnen Gewerben nsw. die voll«en Abressen, wodurch jedes d-ovpelte und dreifache Durchs suchen des Buches entbehrlich wird. Der Abteilung „Vereine und Kassen" ist ein sorgfälttg redigiertes alphabetft sches Verzeichnis vorgestellt, das die Auffindung jeder! einzelnen Körperschaft ungemein erleichtert. — Wir haben hier nur einen kleinen Lett der Vorzüge dftses neuen Adreßbuches erwähnt, dessen starke Verbreitung^ in Stadt und Land wegen seiner Eigenart und Genauigkeit keinem! Zweifel unterliegt. Ter Preis des 436 Seiten zählenden Buches ist nur 3 Mark. Tie Ausgabe des Buches beginnt heute in beschränktem Umfange. •* DaS Stöcker'sche .Volk" äußett sich zu dem 9e* suche unseres Großherzogs in der Darmstädter Herberge zur Heimat folgendermaßen: »Man will es in diesem Lager (der „Hamb. Nachr." D. dem Grobherzog immer noch nicht verzeihen, daß er einmal auf einem parlamentarischen Abend beim Kammerpräsidenten einem Gespräch mit dem „roten" Abg. Ulrich nicht auswich, obgleich das die natürlichste Höflichkeit von der Welt war: man vergißt dabei, daß unser Kaiser, den gewiß niemand umstürzlerischer Neigungen bezichtigen wird, sogar zu sich z u T i s ch e den sozialdemokratischen Polier Buchholz während der ArbeUerjchutz- konferenz geladen hat. Die zartePsyche Ernst Ludwigs von Hessen ist nichts für grobfingerige Zeitungschreiber. Ihn können nur künstlerisch und in bestem Sinne religiös gestimmte Gemüter verstehen. Ueber seine geliebte Kunst, die er nicht nur als Dichter und Komponist, sondern auch als Zeichner für gewerbliche Ent- wlitte betätigt, geht ihm nichts, und auch die Kirche, die einst ein Verbot von Theäteraufführungen am Totensonntag vergeblich von ihm zu erreichen suchte, darf ihn da nicht stören. Aber gleichzeitig ist er auch ein tief religiös angelegter Geist, und gerade darum sollte man dem Dulder sein karges Weihnachtsglück gönnen. *♦ Professor Eck. An stelle des Geh. Kirchenrats Professors Tr. Ferdinand Kattenbusch, der bekanntlich den, durch das Ableben des Konsistvrialrats Pros. Tr. Hermann Schultz erledigten Lehrstuhl für systematische Theol-ogie in Göttingen übernimmt, ist, wie wir gestern schon mitt eilten, per Stadtpfarrer Sic. thevl. Samuel Eck zu Darmstadt zum ordentlichen Professor in der theol. Fakultät der Unft versttät Gießen mtt Wirkung vom 1. April ernannt worden. Eck, bisher Ersatzmann der evangelischen Landessynode, war früher Pfarrer in Offenbach. ** Ein Brand hat gestern abend gegen 1/2IO Uhr plötzlich dft Bewohner unserer Stadt aufgeschireckt, als von den Kirchtürmen geläutet wurde. Als «man den westlichen Himmel glühend gerötet sah, eilte man nach dieser Richtung und fand, daß es dft Rübsamen'sche Badeanstalt an der Lahn war, wo Feuer ausgebrochen war. Als dft städttsche Feuerwehr auf die Branöstelle eilte, fand sie die ganz aus Hokz aufgebaute Anstalt in hellen Flammen stehend. Nur das nördliche Nebengebäude hatte nock nicht Feuer gefangen, und die Mannschaften mußten sich darauf beschränken, das Feuer zu lokalisieren und dieses Gebäude vor der Vernichtung zu bewahren, was in kurzer Zeit auch! gelang. Die ganze iwrige Anstalt, mit Ausnahme eines südlichen Seitenbaues, brauuft so stark, daß man einfach! das völlige Niedevbrennen abwarten mußte. Al? das nördlich liegende Gebäude vor den Flammen gesichert war, ging die Feuerwehr daran, den schon erwähnten südlichen Seitenbau, der an der einen schmalen Wand schon Feuer gefangen hatte, den Flammen zu entreißen, indem sie in das kleine Gebaube. welches fast vollständig mit leeren, geteerten Fässern gefüllt war, eindrang, den Bau auseinander brach und Balken, Bretter und Fässer in Sicherheit brachte. Rack iVMndiger Arbeit konnte der größte Teil der Feuerwehr die Brandstelle verlassen. Die Rubsamcnsche Badeanstalt ist ftülher schon einmal niebergebrannt; bamals war sie versichert. Auch> der jetzige Besitzer hat, wie wir hören, sein Anwesen versichert. Was die Ursache des Brandes anlangt, so vermutet man Brandstiftung, namentlich mit Rücksicht darauf, daß zur Winterszeit die Räume der Anstalt nickt benutzt zu werden pflegen. Wie wir vernehmen, haben Personen, die zuerst auf der Brandstelle erschienen waren, Ruse gehört: .,Schaff doch zuerst dft Pech ringe weg", was wohl auch auf verbrecherische Absichten schließen läßt. — Eine außerordentlich große Zu- schanermenge strömte allenthalben zu den brennenden Gebäuden, die die weiße Eisfläche der zugefrorenen Lahn in Helle, abenftuerlicho Beleuchtung versetzten. Trüben airt andern User stand cbensolls eine dicht gedrängte Zusch-auer- menge, und dft Schutzleute konnten nur mit Mühe Waghalsige, die den F!u.ß an gefährlichen Stellen — Eisbrecher hatten dft Eisdecke teilweise aufgebrochen — überschreiten wollten, von ihrem Vorhab«"' zurückhalten. Ueb- rigens hörten wir auch die Vermutung aussprechen, daß bei der Anstalt arbeitende Leute vielleicht mit einem Wärme- ober Kvchfeuer, ben Branb, ohv- daß sie es wollten, ver- ui I fällt 4% Oesterr, Goidrente . . 102.65 welche i: Tendenz: schwach. 387 Raum «111, Maril jy Wegfahren der die Karren die schräg abwärts Leonhardstraße 102.40 91.20 102.25 91.30 101 25 99.50 100.90 99.80 103.40 62.40 31.75 37.00 135 60 43.20 3U/O Mexikaner 4 Va /o Chinesen . . Electric. »Gluckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien DisKonto-Komroandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . , Ber iner Handelsgee. Oesterr. Staatobahn , Lombarden . . . Uottbarebahn . . . Laura.lütte . . . . Bochum . . , » . llarpener . . . . 27.00 . 88.10 . 105.00 . 103 30 . 211.90 . 192.20 . 142.50 . 152.80 . 159 00 . 143.40 . 16.30 191.50 . 235.10 . 188.30 . 201.75 Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen 372% 3% 3V,°/o 3% S1/2°/n Darin stadt, den 5. Januar 1904. Großh. Zentralsielle für die Gewerbe. N o a ck. Verrniscyte». • Dresden, 7. Jan. Der Ueberschuß der Städte- Au sstetlung soll 204 900 All. betragen, wovon 68 900 an die beteiligten Städte als Koslenbeitrag zurückgezahlt werden, der Rest der Stadt Dresden zu gemeinnützigen Zwecken verbleibt. • Eisenach, 7. Jan. Aus Anlaß des Theater- brandes in Chicago werden jetzt an vielen Bühnen die Sicherheitsvorhänge geprüft. Hier wurde eine solche Prüfung des eisernen Vorhanges vorgenonuuen. Als man den Vorhang herunterlassen wollte, versagte die Vorrichtung, und der Vorhang blieb kurz über der Bühne hängen und fiel erst nach nochmaligem Aufziehen gänzlich. Die Vorstellung am Abend siel aus. Ter Lieferant des Vorhanges wurde telegraphisch zur Beseitigung des Mangels gerufen. * Das Gnadengesuch des früheren Oldenburger Oberlehrers Ries, seine ihm wegen Ministerbelcidigung zuertcilte Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe oder Festungshaft zu verwandeln, wurde abschlägig beschieden. ÄldenDS 8 Uhr: Versammlung und Mdelbesprecyung hn Konsirmandensaal der Johanneskirche. Text: Maith. 10, 34—42. Montag, den 11. Januar, abends 8 Uhr: Bibel st unde im Konsirmandensaal der Johanneskirche. Text: Jak. 2, 14 ff. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 9. Januar Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 10. Januar. 1. Sonntag n a ch Epiphanie. Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Tie z,veite heil. Messe. „ um 9 */2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5 7, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Erde dienen, auf das Geleise gesetzt, sodaß Straße hinabfuhren, die an dieser Stelle sehr führt. Em anderer Wagen wurde von der auf die weit davon entfernt liegende Eisbahn jetzt ist es nicht gelungen, die Haupttäter zu Kunst und Wlffenjchast. — Der Kaiser hat dem Frankfurter Arzte Dr. Spieß, der den Kaiser in der letzten Zeit behandelt hat, als Anerkennung icut lebensgroßes Brustbild mit eigenhändiger Widmung geschenkt. llnii'ltr jtU'lüiuuu'H. Origrnaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. Tüsseldorf, 8. Jan. Tie norddeutsche Gruppe des ZentrasiBerbandcs deutscher Industrieller beschloß, daß die Mitglieder die,es Verbandes sür die Arbeitgeber in Kcim- mitschau vom 1. bis 31. Januar 1904 pro Kops der in ihren Betrieben beschäftigten Arbeiter 50 Pfg. zu leisten haben, wobei die im Bergbau beschäftigten Arbeiter nicht in Betracht kommen, da der Bergbau bereits tatkräftig in die Hilfsaktion eingetreten ist. Hamburg, b. Jan. ^m Thalia Theater machte die Uraufführung des neuen dreiaktigen Fi;cherdramas „Im Hafen" von Georg Engel bei hervorragender Tarstell- ung einen tiefen Eindruck. P a r i s, 8. Jan. „Echo de Paris" will aus zuverlässiger Quelle aus Louden erfahren haben, daß zwischen Frankreich und England die Absicht bestehe, einen V e r t r a g zu schließen zwecks Regelung sämtlicher Kolonial- fragen. England werde Frankreich Lberhoheitsrechte in Marokko einräumen, Frankreich dagegen den Status quo in Egypten anerkennen. England werde Frankreich freie Hand in Siam lassen gegen Zugeständnisse in Ncw-Fund- land. Ter Vertrag svrl bereits in den nächsten Wochen unterzeichnet werden. Buenos Aires, 7. Jan. (Havas.) Ter Senat nahm den Ee.etzenkwurs berrrf.end sofortige Aufhebung des Zu- schlagszolles von fünf Prozent an. Tie Handelskreise und die ofsentliche Meinung zeigen sich sehr befriedigt von der Haltung des Präsidenten und des F-inanzmmisters, welche die Initiative zur Herabsetzung der Aogaben ergriffen haben, die in der Zeit finanzieller Schwierig- teiten geschaffen waren. Tie Maßregel, die eine Ermäßigung der Preise für die notwendig st en Lebens mittel zur Folge haben muß, wird dem Handel und den Konsumenten große »Vorteile bieten. Seitens der Vertreter des Handels wird eine öffentliche Kundgebung zu Ehren des Präsidenten und der Regierung vorbereitet. Sy d n ey, 7. Jan. (Reuter.) Der englr.che Kr e u z er „Wallacoo", an de.sen Bord aus der Fahrt nach Tasmanien eine Kesselexplofion stattfand, ist heute hier eingetroffen. Tas Unglück forderte weniger Opfer, als es nach der ersten, durch Signale übermrtrelten Meldung hieß. Es find nicht 43 Personen getötet, sondern nur vier. Trei sind verletzt worden. Tie Signalmeldung war rnißoer- ^anden worden. Tns das Sfr Hainl ivird n des E auiget) ISiej Gross!) Bewährten Hauptvertretern, die auch zur Leitung und Vergrößerung eines Agenten- apparales Geschick haben, bietet sich Gelegenheit zur Ueber- nahme einer direkt mit der Direktion verkehrenden Bezirks- Vertretung für Oberheffen und südl. Teil des Rgbz. Kassel einer alten erstklassigen deutschen Lebens- und Unsallver- sicherungsgesellschast. Tie Position ist mit 376 hoben festen Bezügen verbunden. Nichtfachleute mit guten Bezlehungen werden evtl, eingearbeitet. Diskretion zugesichert. Gefl. Offerten sub.ll. 3742 an Haasensteiu ck Vogler A.G. Berlin W 8. 4‘ 6% Oesterr. bilberrente 4-6 Ungar. Uoldrente . < 40/. Italien. Rente , , . 4*,,% Portugieser . . < jO/ Portugiesen. . . . 196 0. Türken . . . 1 iirkenlose ..... 4% 0riech. Monopol.-Anl. 4l.„% äussere Argentmer Akademische Vorträge. Mittwoch den 13. Januar 1904, pünktlich 8 Uhr abends in der Universitätsaula: Herr Pros. Dr. Lethe: Liebe in antiker Poesie. Eintrittskarten sind in der Ferber'schen, Frees'schen und Rickerschen Unio.-Buchhanblnng, Studententarten bet Herrn Verwalter Siork zu haben.374 BLtauulmachung. Die seit dem 1. Juli 1877 erscheinenden Patentschriften über die vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin in den Patentklassen 1—89 erteilten Patente, beginnend mit 9lumniec 1, können in den Räumen der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe, Darmstadt, Neckarstraße 3, an federn Werktage in der Zeit von 10—121/3 und 3—51/2 Uhr (Samstag-Mittag ausgenommen) von jedermann unentgeltlich eingesehen werden. „Einer für Biele Sie klagen über die Roheit der Gießener Jugend und behaupten, durch Steinwürfe ui Ihrer Wohnung verletzt worden zu sein. So lange Sie nicht Ihren Namen nennen, müssen wir selbstverständlich von der Veröffentlichung Ihrer Zuschrift abstehen. gefahren. Bis ermitteln. Man ist hier im Zweifel, ob diese nächtlichen Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. G 0 l l e s d i e n st. 1. Sonnta g nach Epiphattias, den 10. Januar. L an d e s - M i s s i 0 n s f e st. Nach allen Gottesdiensten Sammlung für die Heiden-Mission. Zu der Stadllirche. Vormittags 9‘/2 Uhr: Professor D. D r e w s. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Montag, den 11. Januar, abends 8 Uhr, im Konfir- nlandensaaal an der Kirchstraße: Vereuugung der fonfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgememde. Tie Ver>ammlung der fonfiynierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde nimmt Sonntag, den 17. Januar, wieder ihren Anfang. Donnerstag den 14. Januar, abends 8 Uhr, im unteren Kon° sirmaudeitsaale, Kirchstraße 9:Äibel stunde. Aposlelqesch. Kap. 9. Parrer Schwabe. Ju der Johanneskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Krieskallcn der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) W. P. Tie ,Einjährigen-Prüfnng" in der Oberrealschule nicht fort. (wegen der Kälte) arbeitslos gewordenen zaylrerchen Arbeitern seitens der Stadt Beschäftigung zu geben und zur Schaffung von ddotstandsarbeiten einen Nachtcagskcedil zu bewuligen, wies der Oberbürgermeister darauf hin, daß die Stadt unmöglich, allen Arbeitern, die in der günstigen Jahreszeit irgendwo beschäftigt waren, ein absolutes Recht auf Arbeit einräumen könne. Es sei schon vor Weihnachten ein Nachtrag von 6000 Mk. für Notstandsarbeiten bewilligt worden uni) bis Mitte Dezember, also als noch milde Witterung herrschte, waren schon 29 000 Mk. aufgebraucht. Man könne nicht jetzt noch einmal etwa eine ähnliche Summe )afür aufwenden wollen, denn dadurch werde jede geordnete Etataufsrellung illusorisch gemacht. Es sei unmöglich, die jetzt in ganzen Kolonien herbeikommenden Arbeitslosen zu beschäftigen, dagegen sollten die wirklich bedürftigen Familienväter nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die Versammlung genehmigt dann u. a. noch eine Vorlage über die Gebührenerhebung in Baupolizei. - s ach en und nahm einen Taris für die Benutzung von Straßen und Fußsteigen zu Bauzwecken an. Ter Referent, Beigeordneter Tr. Glässing, führte bei Begründung der neuen Bestimmungen aus, die Tätigkeit der Baupolizei erfolge vorwiegend im Interesse der Bauunternehmer und Bauherren, und die Erhebung mäßiger Gebühren sei deshalb durchaus am Platze. Tie Stadt werde von der Verordnung einen Effekt von 12 000 Mk. erzielen; in Mainz, Worms und Osseitbach seien die Gebühren wesentlich höher, in norddeutschen Städten betrügen sie sogar das fünf-, sieben- und gar neunfache. Zur Schaffung neuer Schulräume im Mittelfchulhaus an der Hermannsiraße wurden 4500 Mk. zum Ausbau des Dachgeschosses bewilligt, ebenso 900 Mark für Herrichtung einer weiteren Untertertia an der Großh. Oberrealschule. Kleine Zuteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Mit der Führung des Militäroberpfarr- amts des 18. Armee-Korps in Frankfurt a. M. ist der Tioisiionspfarrer Falke von Mainz betraut worden. — In Alsfeld hat die israelitische Gemeinde die Erbauung einer Synagoge beschloßen. — Auf dem DomanialhofKorads- dorf bei Ortenberg sind umfangreiche Neubauten im Bau begriffen, es sind dies zunächst Wirtschaftsgebäude. — Die beiden vermißten Mädchen in Offenbach haben sich wiedergefunden; sie waren nach Frankfurt gegangen und dort im Kmderasyl ausgenommen worden, aus dem sie gestern von ihrem Vater abgeholt wurden. Umtriebe von wirklich rohen Menschen oder von „Gebildeten"' ausgesührt werden, die solche Streiche als die sogenannten , „Studentenstreiche" betrachten. () Weickartshain, 7. Jan. Heute morgen trans- kportierte der Holzarbeiter Schuch im Walde einen Holzstamm, glitt dabei aus und stürzte so unglücklich, daß der Baumstamm seinen Kopf zerschmetterte und bald darauf der 'Tod eintrat. Der Unglückliche hinterläßt eine Witwe mit (fünf Kindern. § Lauterbach, 7. Jan. Vor gerade 10 Jahren hat die Kreisbchörde dem bis zum Jahre 1894 in unserer Gegend an der Tagesordnung gewesenen „Leichenschmaus" ein Ende bereitet. Nur auswärtigen Trauergästen darf eine Erfrischung verabfolgt werden; dagegen ist bei strenger Strafe die Veranstaltung von Leichenschmausen im Anschluß an Begräbnisse verboten. sd. Darmstadt, 7. Jan. In der gestrigen Mitgliederversammlung des Gastwirtevereins für den Stadt- und Landkreis Darmstadt berichtete der Vorsitzende über Schiritte, welche bei den Kommandos der hiesigen Reiter-Regimenter getan worden sind, hervorgerufen durch den Umstand, daß die meisten Ein jährigen in diesen Regimentern in den Offizier-Kasinos speisen müssen. Die Kommission erzielte zwar fein besonders freundliches Entgegenkommen, doch beschloß die Versammlung einstimmig weitere Schritte zu unternehmen. — Im Jahre 1905 wird vom Gartenbauverein Darmstadt eine dahier abzuhaltende Deutsche Allgemeine Gartenbau-Ausstellung projektiert. Der Großherzvg hat die Uebernahme des Protektorats zugesagt und auch den Orangeriegarten als Ausstellun^S.errain zur Verfügung gestelll. Eine demnächst abzuhaltende Generalversammlung wird sich mit der Frage betr. Beschaffung der Gelder befassen. R. B. Darmstadt, 7. Jan. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde der neugewählte Ehren-Beigeordnete Kahlert durch den Oberbürgermeister in sein Amt eingeführt und eidlich verpflichtet. Herr Kahlert dankte für die ihm von seinen Mitbürgern zuteil gewordene Auszeichnung und versprach, das ihm anvertraute Amt mit bestem Willen und allen Kräften auä- zuüben. — Die Erben oes Rentners Simon Fulda haben fich bereit erklärt, der Stadt zur Unterstützung von drei armen, in Not geratenen Familien ein Kapital von 3000 Mk. zu übergeben; die Stadt nimmt das mit Dank an. — Ein Antrag der hiesigen Gewerkschaften, gemeinsam mit den städtischen Behörden im Februar eine allgemeine Zählung der Arbeitslosen zu veranstalten, wird den zuständigen Ausschüssen überwiegen. Aus eine Anregung des Staotv. Stephan, den jetzt nach Inhibierung der Bauten Telephonischer Kursbericht. jtrniiklurt ». 8. Januar i-w4 krsacht haben tonnten. Auf bte Brandstelle waren u. a. auch Oberbürgermeister Mecum, Kreisamtmann Dr. Kranz^- buehler und Polizeiamtmann Hechler geeilt. *♦ Erledigte Stellen: Die Stelle eines Bezirks- kassiers des Bezirks Bingen, einem Hauptsteueramtsassi- stenten bei dem Hauptsteueramt Offenbach eines Pfand- meislers zu Lindenfels, eines Steueraufsehers bei dem Hauptsteueramt Mainz und bei dem Hauplsteueramt Gießen. Eine Wahlkreis-Versammlung des Bundes l>er Lan dwirte für den Reichstagswahlkreis Gießen-Grün- berg findet am Sonntag den 10. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Gasthaus „Zum Hirsch" in Grünberg statt. Klein-Linden, 7. Jan. Zu der kürzlich in Nr. 1 unseres Blattes gebrachten Notiz über eine Explosion von Feuerwerkskörpern wird uns von dem beteiligten Ladenbesitzer, Gastwirt und Kaufmann August Helfenbein, folgendes geschrieben! Bei der Entzündung einiger Frösche erfolgte kein weiteres großes Unglück; Fenster- und Erkerscheiben Wieben ganz und flogen nicht, wie behauptet wurde, auf die Straße. Auch wurden keine Personen zu Boden geschleudert und der Besitzer des Hauses trug keine Verletzungen davon. Der Schaden wurde auch kollosal übertrieben. Eine Katastrophe hätte nicht stattfinden können, da in dem Geschäft kein Pulver geführt wird. Es wäre zu wünschen, daß der betreffende Korrespondent sich künftighin mehr der Wahrheit befleißigt. Dutenhofen, 7. Jan. Heute morgen sprang kurz hinter der Station aus dem 10 Uhr 2 Mm. in Wetzlar von Gießen ankommenden Zuge der etwa 12- jährige Sohn des Bahnwärters Weller von hier und wurde üb er fahr en. Ter Tod trat sofort ein. Der bedauernswerte Knabe kam von Gießen und wollte naxfy Hause. Da dieser Zug auf der hiesigen Station nicht hält, versuchte er es, den fahrenden Zug zu verlassen. r. Rod heim a. d. B., 6. Jan. Von den Christlich-Sozialen wurden in diesen Tagen in den Kreisen Altenkirchen und Wetzlar mehrere Versammlungen abgehalten. Wie man hört, wollen die Christlich-Sozialen die Arbeit im vereinigten Wahlkreis Wetzlar-Altenkirchen aufs neue beginnen. § Butzbach, 7. Jan. Ein früherer Hausbursche wurde wegen Verdachts der Urkundenfälschung m Untersuchungshaft genommen. L. Friedberg, 7. Jan. Seit gestern steht unsere Stadt vnter dem Zeichen des Karnevals. Groß war die Schar der Narren, die sich in den festlich-närrisch dekorierten Räumen des Hotels „3 Schwerter" einfanden. Nach langer Zeit haben sich die besten Karneoalsredner unserer Stadl vereinigt und mit ihren Anhängern die weit über 100 Mitglieder zählende „Erste Friedberger Karneval- Gesellschaft" als ständigen Verein gegründet. In humorvollster Weise, durchwürzt mit lokaler und politischer Satire trug der Protokollführer darauf seine „gesammelten Nachrichten", „mitunter wahre Begebenheiten" u. s. w. unter großer Heiterkeit Dor. — In vergangener Nacht wurde eine Gartenhütte in der Vorstadt vollständig zertrümmert und ein großes Schild an einem Wirtschaftsgarten mit Gewalt abgerissen. In ber vorvergangenen Nacht wurde das Gerätehaus der Feuerwehr mit Gewalt aufgerissen. Einen Wagen mit Hydrantenschläuchen fuhren die Täter auf die Straße und riesen in die Nacht hinaus: „Feuer!" Sie liefen dann schleunigst von bannen. In ber Hanauerstraße schnitten die Burschen ein Wäscheseil ab, bas in einem Hofe gespannt war. In ber Langgaffe wurden die Rollwagen, die bei den Herstellungsarbeiten für die Straßenunterführimg zum Herichlsfaal. sd. Mainz, 7. Jan. Revision eingelegt hat die Staats- anwalischaft gegen bie sreisprechenben Urieile ber Slras- tammer in Sachen wegen Bebrohung gegen ben Tirektor Tr. Eiska aus Worms unb wegen ber Fasel Hautverwendung der 24 Wormser Ltetzgermeisler. Hanau, 7. Jan. Die in betreff des Gläserschen Mordprozesses aut Grund von hinterlassenen Bleisliflnolizen des Hingerichteten jungen Johann Gläser wieder auigenonunenen gerichtlichen Nachwrschungen nach den 'JJliitätern bei dem Morde sind nach der „Frks. Zlg." dem Vernehmen nach gänzlich ergebnislos verlausen und wieder eingestellt worden. Die Vleislülnolizen wurden unter ben Fußbobendielen der Gesängniszelle des Hm- gerichteten geümben. Handel und Uerkeyr. poikbiuirlschasl. w. Gteßeu, 7. Jan. Auf Anregung sämtlicher hiesiger Getreide- unb Mehlsirmen ist unter ben Besuchern der Franliurler Produktenbörse eine Bewegung im Gange, die sich gegen die Atütler-Ein- unb Verkaufs-Genossen- schast, welche ihren Sitz in Düsselborf hat, richtet. Es hrm- beit sich dabei um Konturrenzbesürchtungen. tfaft sämtliche Besucher des Frankjurler Produltenmarktes Haden sich gegenseitig verpflichtet, ber rheinischen Atüller-Veremigung ihre Aristräge nicht mehr zu erteilen, wenn beten Mitglieder sich zu Konzessionen Nicht bereltsinden sollten. Düsseldorf, 7. Jan. Infolge der Fortdauer deS Crimmitschauer A u s st a n b e s hat eine Anzahl nieder- rhei nischerTextil-Jnbu st r teilen die Errichtung eigener Feingarn spinnereien unb Färbereien beschloß en, um sich unabhängig von den sächsiichen Garnen zu machen. 388 Gießen, den 7. Januar 1904. lernstlamne u 393 [382 Mainz, einzureichen. 389 aufgehoben. M Inventur Ausverkauf Keine Partiewaren Keine Ramschwaren Wettergasse Marktstrasse 9 Mietgeinche (Offene Stellet DWWMW Zuuermreten straf' Herl chredoncs Gießen, am 4. Jan. 1904. Großherzogliches Amtsgericht. besonders geeignet für Gleichstrom 220 Volt. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Heinrich Hainbach von Daubringcn wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch Sparsamste elektrische Glühlampe. 2 Millionen Lampen und Brenner abgesetzt mittei „Hotz’ keuf der Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft Berlin. „rmmimk Hers r^nc^Sdluhe, Kante 077 zu kaufen gesucht. Offert. an Georg Hoß, Nahrungsberg 9. Schreibtisch eichen, noch gut erhalten, mit Aufsatz zu kaufen gesucht. Off. mit Preisangabe unter Nr. 083 an die Exped. d. Bl. erbeten. Ztädt. Schlachthaus. Freibank. Heute nnd morgen: 229 KiGkisq 44 jjfg. l>alb9kisch SO pfg. Gchh.Nchlriislkisih-tOUs. Morgen: Silfenflfitai.grkoditMPfg. Fleischbrühe kostenfrei! ZiMM- unD Wllkcklcher gesucht. [093] Julius Hahn. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Gatten und Vatees, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann sagen herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Filiii Kcharina LM uni) SO. Alles Nähere durch den Vertreter Otto Fickert, Giessen LOie i-Zimer-ÄOllug 2. Stock, per 1. «prU zu vermiete«. 1198 Liebigstraße 37. Berlauferr bat sich ein kleiner, gelber, langhaariger u. kurzbemiger Pinscher. Gegen Belohnung abzugeben 096 Atrceslraße 12^ J, zu höchsten Tagespreisen. [367 Gg- Schultheis Kürschner. Marktstraße 3. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben, unvergeßlichen Frau, unserer guten, fürsorglichen Blutter und Schwiegermutter Elisabeth Schmidt fuv die zahlreichen Dlumenspeuden, sowie für die trostreiche Grabrede des Herrn D. Schlosser jage* wir unseren tiefgefühltesten Tank. 377 Familie Theodor Schmidt. Familie Wrede. Gießen (Ederstraße 6), Wöllstein, den 6. Januar 1904. Der beste und zuverlässigste Hand Feuer-Losch-Apparat ist c>ür 1. März wird em junges V Mädchen zur Hilfe für die Nachmittagsstd. in e. fein. Geschäft gesucht. Off, u. 091 an die Exp. lÄdincht 2 freundliche Zimmer VR|UUJl mit Zubehör von jung. Ehepaar. Off. mit Preisangabe, Straße und Lage an E. Klein, Alonteur, x. Zt. Gasthaus atm weißen Roß, Hachenburg. [390 AnpninPQ z-Verk.u.Zigarr.Vergüt. Aljülll Duo. CD. Jt. 2oU.- pr. Mon. u. mehr. 11. Jürgensen & Co., Hamburg. (c01 Trausport-Berfichernug. Die Hauptaqentur einer bedeutenden Transportversicherung ist für den Distrikt Gießen zu vergeben und werden Reflektanten gebeten, Anerbietungen unter M. M. 1689 an D. Frenz, (X- 1* aufstell- u. tragbare Heflüg-thäuser, besser 0 VV ♦ v y wie Steinhäuser, tausende i. Betrieb; Arge- u. Zucht- gcflügek all. Rassen; ZLruteier; bewährteste hochpräm. AZrutappa- rate; Kuullgkuckcu; Aegautomatcn s. 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