GMtefc Blatt MittwochDezember INO^l Vchalflrahe T. Hbvefie fflt'Tepeldiat: Anzeiger Gieße». ^rrnforrdjanlcbhiB ’Jh 61 154. Jahrgang Sange, vfbtiton Univers. Buch-u. Steindrucke ret. BL Nr. 288 •titelet tLgttch aufeer SormtagL. ®fm Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamllien- Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'ichen GietzenerAmeiger General-Anzeiger y Amts- und Anzeigeblütt für den Kreis Gießen Be-ngApret-r monatlich 76 P1^ otertet* jäbrlich Mk. 3.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch di» Poft Mk. S.—werte!- jährt, ausscht. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenvreiS: lokal 12Pf^ suLwärtS 80 Pfg. verantwortlich tütz den potu. und allgenr. teil- P. Wittko: für ,Stadt und ßmür und EGerichtöjaalE; August Goetz, iür den Anzeigenteil: Sans Beck. Die Heutige Mmrner umfaßt 14 Seiten. UM?sche Tagesschau. Eine Reich8vermögensstener? Nach der „Köln. Volksztg." wird in Bnndesratskreisen ün eine Erhöhung der Bier- und Tabak st euer nicht mehr gedacht, und statt dessen eine die großen Vermögen heranziehende Reichs-Vermögenssteuer in Vorschlag gebracht. Hierzu ist zu bemerken: Von einer Erhöhung der Tabaksteuer war überhaupt keine Rede. Dagegen koinmt die Brausteuervorlage mit aller Sicherheit. Der Plan ist keineswegs fallen gelassen. Was die Reichsvermögenssteuer betrifft, so hat nach unseren Informationen jede direkte Reichssteuer, von welcher Seite auch der Vorschlag ausgehen würde, nicht die mindeste Aussicht. Die Bundesregierungen nehmen den grundsätzlichen Standpunkt ein, daß die direkte Besteuerung den Bun des - staaten verbleiben muß, und daß diesem Prinzip gegenüber keine Ausnahme gemacht werden kann. Ob gleichwohl solche direkten Reichssteuern empfehlenswert sind, das steht auf einem andern Blatt. * Die Handelsverträge. R. Berlin, 6. Dezember. Die Veröffentlichung der Handelsverträge gilt als nabe bevorstehend. Am Samstag dürften im Reichstag zunächst nur die einleitenden Reden des Grafen Bülow und Posa- dowsky zu den Verträgen gehalten werden, am Montag die Debatten beginnen. Uebrigens verlautete heute in parlamentarischen Kreisen, die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Oe st erreich-Ungarn und zwar in Berlin, sei nahezu mit Sicherheit zu erwarten. Der Kriea. Die Belagerung Port Arthurs. London, 6. Dez. (Reuter.) Tie Russen in Port Arthur machten nächtliche Angriffe auf den 203 Meterhügel, wurden aber mitschwerenVerlusten zu r ück g e s ch l a g en. Die Russen dürften bisher bei dem «Versuch, den Hügel 'wieder zu erobern, 3000 Mann geopfert haben. Tokio, 6. Dez. (Reuter.) Einem amtlichen Berichte des Hauptquartiers der Belagerungsarmee vor Port Arthur zufolge scheinen die Japaner die Eroberrunlg des 20 3 Meter Hügels ausnutzen zu wollen, indem sie dort Schiffsgeschütze auf st el len, deren Feuer es den russischen Schiffen unmöglich machen wird, sich länger unter dem Schutze des Forts Paiyuschan zu halten. Unter dem 3. Dez. wird aus dem Hauptquartier gemeldet: Unsere Schiffsgeschütze beschießen die feindlichen Schiffe. Die „Pobieda" wurde sechsmal getroffen, ein Schiff von der Klasse des „Retwisan" wurde achtmal getroffen und 16 weitere Schüsse trafen andere Schiffe. Weiter wird gemeldet, daß am 5. Dez. die Beschießung fortgesetzt wurde, wobei die „Pobjeda" siebenmal, „Poltawa" und „Retwisan" elfmal getroffen wurden. Nachmittags sielen japanische Geschosse in ein feindliches Magazin, wodurch eine heftige Explosion hervorgerufen wurde. Es entstand ein Brand, welcher mehrere Stunden währte. An demselben Tage schossen wir aus großen Kanonen aus die feindlichen Schiffe oer Poltawa-Klasse, welche zweimal eine Stunde lang heftig brannten. Die Bewegungen gegen das Fort Sungschuschan und das östlich davon gelegene Fort wurden während der Nacht sowie am folgenden Tage fortgesetzt. Am 4. Dez. wurden bei Erlungschan zwei 36 Millimeter-GescbÜtze weggenommen. Gießener StMMaler Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrick Ibsen. Gießen, 7. Dez. Kaum ein anderes Werk, nicht nur der modernen drama- tischen Literatur, sondern auch des ganzen- modernen Literatentums überhaupt, enthält eine so erbarmungslose, vernichtende Kritik der Moral unserer heutigen Gesellschaft als dieses Stück des nordischen Meisters. Der politische Radikalismus, die seit Jahrzehnten mit unmäßigen Anstrengungen gegen moderne Zustände der staatlichen Ordnung sich mühende Sozialdemokratie, hat nie so schwerwiegende überzeugende Belastungen unserer Gesellschaftsmoral aufzudecken vermocht, als dieses Schauspiel Ibsens. Die unheimliche Ruhe der Forschung leuchtet hier so hell aus die von der Gesellschaft gewiesenen Wege der Wahrheit und des Rechts, daß uns nicht mehr der Autoritütenglaube einer göttlichen Ordnung zu begleiten scheint, sondern die gewaltige Konsequenz im Fühlen und Denken einer ganzen Epoche, die Ibsen nicht in Worte, sondern in Kunst zu kleiden vermochte, eine Kunst, die freilich die ganze dustere Stimmung der Tendenz an sich trägt, wie die Werke all der anderen Moralisten, etwa Tolstois, und nicht das befreiende und erlösende Jubilieren der reinen Höhenkunst, deren Aesthetik im warmen Gefühl und Empfinden ihre Werte sucht. . Tie Lösung der Konflikte, in die wir durch den scharfen Aerzteblick des Dichters versetzt worden sind, vollzieht sich nuf' die Henrik Ibsen eigene Art, wie mit Gewalt. Wie Nora die unerfahrene Gattin und Mutter, plötzlich als aereifte Frau ihr Puppenheim verlassen muß, so wirft der Konsul Bernick unvermittelt, mit einem Schlage, semen Tokio, 6. Dez. Die vor Port Arthur angestellten Beobachtungen lassen erkennen, daß die Garnison an Mannschaftsmangel leidet. Die Belagerungsarbeiten um das Fort Snngschunschan und um die östlichen Forts machen rapide Fortschritte. Man glaubt, daß ein allgemeiner Sturm, dessen Datum geheim gehalten wird, bevorstehe, und daß dieser Sturm erfolgreich sein werde. [ Aus der Mandschurei. Petersburg, 6. Dez. Den „Birschewhja Wjedomosft" wird aus Tschansiatun vom 4. Dez. gemeldet: Tie Chinesen berichten., General Oku sei plötzlich ernstlickerkrankt, aber das Gerücht, er sei gestorben. hat sich nicht bestätigt: der Zustand soll aber gefährlich sein. Gestern wurde ein Chinese fcst- genommen, der 500 Fuß Zündschnur trug, wie sie zur Entzündung von Minen verwandt wird. — Dasselbe Blatt meldet aus Mukdcn vom 6. Dez.: Als Chinesen verkleidete Chunchusen- banden unter dem Befehl von Tulissan haben unsere Vorpostenlinie gekreuzt, und sich 150 Kilometer von Tieling vereinigt, wo sie einen günstigen Augenblick abwarten, um die Eisenbahn zu zerstören und die Brücken zu sprengen. Es sind Maßregeln zum Schutze getroffen worden. London, 7. Dez. Reuterbureau meldet aus General Oku's Hauptquartier: Tie Häuser der in der eigentlichen Gefechtslinie liegenden Dörfer werden ausgebessert und neue Häuser errichtet, sowie viele Brunnen gebohrt. Alles deutet darauf hin, daß die Japaner in der gegenwärtigen Stellung zu überwintern beabsichtigen. Tie Kälte hat keinen Einfluß auf die Japaner, die nur wenig Kranke haben. , Petersburg, 6. Dez. In einem Telegramm des Generals Sfachnrow an den Generalstab heißt es, daß g r o ß e K ä l t e herrsche, daß die Truppen aber bei der warmen Kleidung und den geheizten Erdhütten nicht darunter leiden. Bisher sei niemand erfroren, und der Geiit der Truppen sei ausgezeichnet. Russische Schiffsank'aufe. Die russische Regierung kaufte für 60 Millionen Rubel Kriegsschiffe in Argentinien und Chile. London, 6. Dez. Es verlautet, daß der Honorable James Borke Roche und Sinnett Vorladungen vor das Bow-Street-Gericht erhielten, um wegen des Verkaufs der ,,Karoline" an Rußland unter Klage gestellt zu werden. Das Gerücht, daß Haftbefehle wider sie erlassen wurden, wird für unrichtig erklärt. Auch Darrow, Inhaber der gleichnamigen Reederfirma, wurde vorgeladen. Die Ladungsfristen laufen am nächten Montag ab. Japanische Miliz. London, 7. Dez. „Daily Telegraph meldet aus Shanghai von gestern: In Tokio wurde am gleichen Tage eine kaiserliche Verfügung erlassen, die die rrganisation einer Miliz und Freiwilligentruppe anordnet. Frühere Offiziere und Mannschaften werden zum Eintritte aufgefordert. Englische Kohleneinfuhr. London, 6. Dez. Vor einigen Tagen erhielt der Minister des Aeußeren einen Brief, in dem seine Aufmerksamkeit auf die Ausfuhr von Tausenden Tonnen Kohlen filr die russischen und japanischen Koblenftationen gelenkt wird, besonders zu der Zeit, als England infolge des Zwischenfalles in der Nordsee am Vorabende eines Krieges mit Rußland stand. In dem Brief wird weiter darauf hingewiesen, daß es nicht richtig sei, diese Ausfuhr weiter .zu gestatten. Ter Minister antwortete hierauf, daß er unverzüglich diese wichtigen Fragen untersuchen lassen werde. Friedensbemühungen. Paris, 6. Dez. Tie permanente Delegation der französischen Friedens-Gesellschaft unter dem Vorsitz des Friedens-Apostels Passi beschloß, eine Petition ins Werk zu setzen, durch welch«? sowohl die russische wie japanische Negierung angesichts des mörderischen Kampfes im Osten ersucht werden sollen, einen Waffenstillstand abzuschliefien, dem die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit ehrenhaften Bedingungen für beide Teile folgen solle. Das internationale Bureau in Bern wird ersucht, diese Petition sämtlichen Ländern vorzulegen und auf ihre Annahme hinzuwirken. Teutsches Reich. Berlin, 6. Dez. Ter Kaiser begab sich mit dem Fürsten Stolberg heute zur Suche auf Sauen in das Wolssholz. Nach einem Frühstück fand die zweite Suche auf Damwild und Sauen am Fenstermacherberg statt. Gegen ganzen, vom Dichter mit Unmoral so hart beschwerten eigenen Menschen krachend zu Boden, womit Ibsen den Regeln reiner Menschlichkeit und dem Triumph wahrer Sittlichkeit in der Kunst Genüge geleistet zu haben glaubt. . Tos tiefste und überzeugendste Wort zu der Moral der „Stützen der Gesellschaft" läßt Ibsen den einfachen Schisssbauer Auler aussprechen, wenn er dem Konsul erklärt, daß ihm die heutige Welt für die gepredigte große Sittlichkeit noch nicht reif genug erschiene. Wie die Kultur die Maschinen einführt, bevor für die Arbeiter gesorgt ist, die dadurch ihr Brot verlieren, stützt man sich auf die Moralgesetze, während es zugelassen wird, daß angeblich zum Wohl des Ganzen das Glück Einzelner zerstört wird. Hier wird auch der Notschrei der Dina Dorff wieder vernehmlich, die sich nach dem Lande sehnt, wo die Menschen weniger sittlich und honett als in der Heimat seien. Nicht die Verleugnung der Menschen untereinander, sondern der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit — das sind die Stützen der Gesellschaft. Tie gestrige Ausführung war im allgemeinen erfolgreich, wenn auch, wie das bei der großen Personenzahl, die das Stück enthält, erklärlich erscheint, in Einzelheiten Fehler gemacht wurden. Herr Linzen schuf einen sehr sorgfältig studierten Konsul Bernick, und wenn er auch in den Augenblicken der erschütternden Nachricht von der Gefahr und Rettung seines Opfers und seines unschuldigen Sohnes Olaf den schauspielerisch-ästhetischen Anforderungen auf Kosten allzu großer Natürlichkeit etwas mehr hätte Rechnung tragen dürfen, so war doch sein Spiel vom richtigen Verständnis der Jbsenschen Gedanken durchdrungen. Von den meisten übrigen Mitwirkenden können wir erfreulicherweise dasselbe sagen. Frau Fischer, die in ihrer Kleidung für die Frau eines so reichen Mannes viel zu 3 Uhr kehrten der Kaiser und der Fürst zum Schlosse zurück — Die Kaiserin war bei der Pflege der an Influenza erkrankten Prinzessin Viktoria Luise selbst der Influenza erkrankt und mußte zeitweise das Bett hüten«. Sie befindet sich aber ebenso wie die Prinzessin auf demj Wege der Besserung. Die beiden Staatsver träge zwischen denk Reiche und Rußland, betreffend die Herstellung einer Eisenbahnverbindung zwischen der Warschau-Ka- lischer Bahn und der preußischen Staatsbahn ’ bei Skal- mierzyce, sowie zwischen der H>erby-Czenstochauer Bahn und der preußischen Staatsbahn bei Herby sind heute von den« beiderseitigen Bevollmächtigten unterzeichnet worden«. — Ter preußische Städte tag nahm nach lebhafter Debatte über das Recht der Städte in ihren Schulen die von den Referenten Stadtrat Rieve-Bres- lau und Bürgermeister Lichtenberg-Dortmund vorgeschla- aenen Leitsätze mit allen gegen eine Stimme an. Die Leitsätze betonen unter anderem, die städtischen Volksschulen seien zwar staatliche Veranstaltungen, aber städtische Anstalten. Die Rechte der Städte an ihren Schulen entsprächen nicht ihren Leistungen dafür. Der Erlaß des Unter* richtsministers vom 17. November 1903 übersch reitedie Grenzen des staatlichen Aufsichtsrats und sei geeignet, die Opferwilligkeit der Städte für das Schulwesen zu schädigen. Für die Entscheidung gen der Schulaufsichtsbehörde solle eine Rechts- kontrolle angestrebt werden. — Nach der ^Magdeb. Ztg." fand vorgestern eine Versteigerung von Aktien der Aktiengesellschaft Natronalzeituna statt. >Es wurde erzielt für 43 Aktien ä 1000 Mark Nominalbetrag zusammen 55 Mark, für 60 Vorzugs aktien ä 1000 Mark zusammen 15 Mark. Wie verlautet, sind in Fraktionskreifen« Verhandlungen im Gange, um die „Nationalztg." als nano- nalliberales Parteiorgan zu erhalten. — Die von Franz Mehring geleitete sozialdemokratische „Leipz. Volksztg." spricht dem soeben entschlafenen! „Neuen Mon tagsbla tt" des sozialdemokratischen; Reichstagsabg. Eduard Bernstein den Charakter als Partei^ blatt ab. Die „Leipz. Volksztg." erklärt wegwerfend, daß Bernstein damit eine Spekulation für private Erwerbszwecke verfolgt habe. Es dürfe nicht wieder vorkommen, daß, wenn es einem einzelnen Parteigenossen beliebe, für private Erwerbszwecke ein Blatt herauszugeben, dies Blatt sich in der Weise des „Neuen Montagsblattes" als Parteiblatt auffpiele. — Dazu bemerkt die ,^r. dtsch. Pr.": „Die „Leipz^ Volksztg." vergißt hinzuzufügen, daß dem Abg. Bernstein, nachdem ihm die „Neue Zeit", der „Vorwärts" und andere sozialdemokratische Organe ihre Spalten für die regelmäßige Mitarbeit verschlossen hatten, >g'ar nichts übrig blieb, als selbst ein Blatt zu gründen, wenn er nicht noch im Mter von 54 Jahren einen neuen Beruf ergreifen wollte. Ein von einem Sozialdemokraten herausgegebenes Blatt, dem der Charakter als Parteiblatt abgespromen wird, ist aber von vornherein dem stillen Boykott der Parteigenossen preis gegeben." — Ter Aufsichtsrat des sozialdemokratischen! Konsumvereins ,Morwärts" in Dresden hatte; der Generalversammlung eine Vorlage über die Errichtung einer Pensionskasse für die An gestellten unterbreitet. Tie Mehrbelastung, die den Verein dadurch getroffen haben würde, war auf jährlich- 1700 Mk. veranschlagt. Obwohl die Mitglieder des Vereins eine Rückvergütung in der Höhe von 8 Proz. erhielten, wurde, nach der „Dtsch. Tagesztg.", der Antrag doch abgelehnt und das Ergebnis der Abstimmung mit Händeklatschen und Bravorufen ausgenommen. Oldenburg, 6. Dez. Nach den hier erscheinenden „Nachr. f. Stadt und Land" hat Minister Ruhstrat geäußert, er wolle als Minister gehen, da er keine Lust habe, sich zu Tode peinigen zu lassen. (Also einfach erschien, faßte ihre Aufgabe mit Recht so diskret als möglich an, und Frl. del Nora hat in der ungewohnten Rolle des Knaben Olaf, dem sie ein zu großes Plus kindlicher Bewegungen mitgab, wenigstens nichts verdorben. Frl. Dülf er brachte für die sympathische Erscheinung der Schwester des Konsuls die natürliche Schlichtheit und Wärme mit, und ihr Bruder Johann Tonnesen sand in Herrn Sandorff einen verständnisvollen Darsteller. Auch Frl. Gartner wußte der natürlichen, die steifen; Formen der Gesellschaft verachtenden Atnerikanerin Frische und Lebenswahrheit mitzuteilen, während Herr Andreas im Tempo der Sprache etwas vorsichtiger und weniger Bonvivant sein mußte, als er das von Ibsen mit feiner Absicht eingesetzte Zerrbild des hohlen und langweiliges seinen einfacheren Mitmenschen jede Wahrheit und Aufrichtigkeit versagenden Müßiggängers darstellte. Herrj Lüttjohann hätte seinen Hilfsprediger Rohrland gesetzter und kräftiger durchführen können, denn der Prediger repräsentiert als Vorsitzender deS Vereins für die Unterstützung moralisch Verkomniencr eine Weltanschauung die in ihrem Gegensatz zur Entwickelung der Handlung viel zur Wirksamkeit des Stückes beizutragen hat. Diel schwierigste weibliche Rolle, die der Dina Dorfs, hatte Frl. Treuer, die neu in das Ensemble unseres Stadttheater§> eingetreten ist, übernommen, leider nicht mit Erfolg. Sie schuf mehr äußerliche Auffälligkeit als innerliche Wärme eines Charakters und hätte u. E. Anlaß, mehr auf die Pflege ihres Sswachorgans Bedacht zu nehmen. Die übrigen; Darsteller und Darstellerinnen waren im allgemeinen in ihren Leistungen zufriedenstellend, sodaß das gutbcsuchtc; Haus der Gesamtaufsülnmng ihren Beifall und ihre Aw» erkennung spenden konnte. Al. doch? Dgl. unseren heutigen Leitartikel im 3. Blatt „Lustige Sieben". D. Red.) Magdeburg, 7. Dez. Bei der gestrigen Reichstag sersatz wähl im Wahlkreis Jerichow I. und II. wurden gezählt: v. Brauchitsch (kons.) 3416, Vom Rath (natlib.) 2876, Dr. Wohlfahrt (Antisemit) 1605, MertenS (fr. Vp.) 4 3 9 9 und Voigt (Soz.) 5289. Voraussichtlich findet Stichwahl zwischen MertenS und Voigt statt. Bei der Haupüvahl im Jahre 1903 erhielten Fürst Herbert BiSmarck (kons.) 10 490, Voigt (Soz.) 8140, Mertens (fr. 23p:) 6480 und v. Strombeck (Ztr.) 48 Stimmen. Bei der Stichwahl wrrrdc Fürst Bismarck mit 14 665 Stimuren gc» wählt gegen Voigt, aus den 9742 Stiurmen entfielen.______ Kach SüdwcstasriKa. Hamburg, 6. Dez. Der Dampfer „Palatia" der Ham- -urg-Arnerikalinie mit 48 Offizieren, 539 Unteroffizieren und Mannschaften und 996 Pferden, ist beute nachmittag 3 Uhr nach Teutfck-Südwestafrika abgegangen. Der Kommandierende des 9. Armeekorps. Bock v. Polach, verabschiedete die Truppen in der üblichen Weise und brachte ein dreifaches Kaiserhoch aus. — Der von der Wörmann-Linie gecharterte Dampfer „Rostock" geht morgen mit 14 000 Zentnern Hafer als Fourage für die in Deutsch-Südweftafrika befindlichen Pferde der Sckmtztruppen nach Swakopmund. Kcer und Ilotte. Kiel, 6. Dez. Tas Reichsmarincamt beabsichtigt, den Mann- schafisbeftand der Matrosen -Artillerie-Abteilung in Kiautsckau zum Frühjahr zu verdoppeln, also vier Kompagnien mit annähernd 700 Mann zu errichten, und diese Formation einem älteren Stabsoffizier zu unterstellen. Ausland. Paris, 6. Dez. Ter Herzog von Orleans scheint die jetzige politische Lage auszunutzen, um Propaganda für seine Kandidatur für den französischen Thron zu machen. Seine Anhänger haben damit begonnen, ein bedeutendes Pariser Blatt mit nationalistischer Färbung zu erwerben, welche die Politik des Präsidenten vertreten soll. Augenblicklich herrscht im Lager der Orleanisten größere Tätigkeit als je. — Senat. Das Haus nimmt wieder die Beratung öe§ eug lis ch -f ra nz ösischen Abkommens auf. Carrcau beantragt das Abkommen abzulehnen. Ebenso spricht sich Admiral de Cuverville gegen daS Abkommen aus. Deutschland und England würden auS den Anstrengungen Frankreichs Nutzen ziehen. Rom, 6. Dez. Eine All dien z, welche Prinz Albrecht von Preußen heute Nachmittag bei dem Papste hatte, währte eine viertel Stunde, wobei sich der Papst in herzlichster Weise mit dem Prinzen unterhielt. Vorher hatte der Prinz an dem Frühstück bei dem preußischen, Gesandten beim päpstlichen Stuhl teilgenommen, lvobei der Prinz zwischen dem Kardinalstaatssekretär Mery del Val und dem Fürstbischoff Kopp saß. — Senat. Ter Ministerpräsident erklärte, daß die Regierung, wenn sie bei dem Ausstande im September Gewalt angewendet hätte, der Monarchie und der Ordnung einen sehr schlechten Dienst erwiesen haben würde. Die ländlichen Arbeitervereinigungen seien zu einem wirtschaftlichen Zwecke auf Grundlage des Vereinigungsrechtes, welches durch das Gesetz garantiert sei, gegründet worden. Alle Länder seien in einer Periode sozialer Umwandlung, weil die Arbeiterklassen den Wunsch hätten, besser zu leben, und da der dritte Stand Fortschritte machte, wollte da§ der vierte Stand auch und kein Gesetz darf die Bewegung aufhalten. Tie Monarchie sei die Grundlage der Einheit Italiens; die republikanische Form würde das Land spalten und zu neuer Knechtschaft führen. Die Monarchie müße verteidigt werden nicht dadurch, daß märt auf die Massen schieße, sondern dadurch, daß man sie unseren Einrichtungen geneigt mache, und dadurch, daß wir selbst den sozialen Fortschritt fördern. (Lebhafter Beifall.) Konstantinopel, 6. Dez. Am Dienstag wurden bei Bulaeani, 10 Km. nordöstlich von Uesküb, zwei Mohammedaner aus Veschtiea von einer bulgarischen Bande getötet. An demselben Tage wurde ein Knabe christlicher Konfession ermordet, nach türkischen Angaben von derselben Bande, nach Angabe von Christen durch Mohammedaner aus Rache. In Taolje Solnjne töteten Mohammedaner drei Christen. Angesichts der zunehmenden Mordtaten werden entsprechende Maßregeln für dringend notwendig erachtet. — Der Minister Swiatpolk-Mirski hat die Resolution des Semstwokongresses dem Zaren übergeben, der das Schriftstück mit den Worten entgegennahm: „Ich weiß, worum es sich handelt, doch erscheint mir die Kriegszeit nicht zu solchen Reformen geeignet. Sagen Sie den Semstwo- vertretern, daß jetzt nicht die rechte Zeit dazu sei!" Newyorl, 6. Dez. Dem „New Port Herald" zufolge hat der venezuelanische General Mantilla sich mit 500 Mann vereinigt. Er hat mit seiner Bande mehrere venezuelanische Beamte gefangen genommen und hin- richten lassen. Mantilla soll reichliche Vorräte an Munition und Waffen besitzen. Es heißt, er beabsichtige, auf eigene Rechnung einen Aufstand zu organisieren. Man vermutet, daß seitens des Generals Augustini ebenfalls eine Ausstandsbewegung vorbereitet wird. Es wird angenommen, daß die Unionsregierung diese Aufstandsbewegung dazu benutzen werde, um den Präsidenten Castro zu zwingen, seinen Verpflichtungen gegenüber den amerikanischen und europäischen Gläubigern nachzukommen. Aus Stadt und Laad. Gießen, 7. Dezember 1904. • • Wettbewerb zur Erlangung mustergilttger Baupläne für Arbeiterhäuser. Der unter dem Protektorate des Großherzogs stehende hessische Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen in Darmstadt schreibt einen Wettbewerb unter den deutschen Architekten aus zur Erlangung mustergiltiger Baupläne für Arbeiterwohnhäuser. .sfische Regierung hat dem Verein zu den Kosten einen Staat szuschuß von 3000 Mk. bewilligt. ES sind drei Preise von 1000, 600 und 400 Mk ausgesetzt. Als Preisrichter werden fungieren: Geheimrat Ministerialrat Braun-Darmstadt, RegterungSrat Dr. Dietz-Darmstadt, LandeswohnungSinspektor Gretzschel-Darmstadt, Frhr. Heyl zu HerrnSheim- WormS, Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann-Darmstadt, Prof. Metzendorf-BenSheim, Geh. KabinetSrat Römheld-Darmstadt, Güterverwalter Treffert-BenSheim und Architekt Carlo Zimmer- Darmstadt. • • Der Landesverband Deutscher Militäranwärter für das Großherzogtuut Hessen hat eine Vorstellung, betreffend Regelung ihrer BesoldungSverhältniffe, der Zweiten Kamnter eingereicht. Dieser Verband umfaßt die Zweigvereine Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und WormS. Er bittet um die Belassung der Militär-Jnvaliden- Pension neben dem Zivileinkommen in allen Lebenslagen, um die Vermehrung derben Militäranwärtern vorbehalteneit Stellen und auch wirkliche Besetzung derselben in der vorgeschriebenen Reihenfolge; Vorbehalt auch der besseren Subalternbearnten- stellen für die Militäranwärter, und zwar mindestens zur Hälfte, und Herausgabe einer Prüfungsordnung, auS der die Anforderungen für die zu besetzenden Stellen zu ersehen sind; Anstellung sämtlicher Militäranwärter mit sofortiger Pensionsberechtigung unter Anrechnung der gesamten Militärdienstzeit; Einberufilng der Militäranwärter in etatsmäßige Stellen, Regelung der Besoldungsverhältnisse, etatmäßige Anstellung nach erfolgreich zurückg"legter Probedienstleistung. • • Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen zweiten Ziehungstage der 1. Klaffe siel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 85844 (nach Dessau), ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 31123 (nach Darmstadt), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 45255, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 49996 90725 91894 (Ohne Gewähr.) * • Vortrag. Wie im Inseratenteil angezeigt ist, findet morgen abend im Cafö Leib ein hochinteressanter Vortrag: „DaS Leben Jesu und die Geschichtsforschung" von Prof. Dr. Krüger hier statt, worauf auch noch an dieser Stelle aufmerksam gemacht sei. * * Das diesmalige Schwurgericht, dessen Anfang für den verflossenen Montag vorgesehen war, ist mangels genügender spruchreifer Fälle ausgefallen. "Für die Weihuachtseinkäufe. Der Deutschnationale HandlungSgehilfen-Verband bittet uns, unsere Leser und vor allem unsere geehrten Leserinnen darauf hinzuweisen, daß es eine außerordentliche Erleichterung für die GeschästS- inhaber und ihre Angestellten bedeutet, loeiin die Einkäufe nach Möglichkeit nicht in den späten Abendstunden und in den letzten Tagen vor Weihnachten besorgt werden. Wenn man bedenkt, wie sich die Angestelleen der meisten Ladengeschäfte die letzten 14 Tage vor dem Feste bis in die sinkende Nacht hinein plagen müssen, wie durch die unvermeidliche geistige und körperliche Abspannung nach solcher lieber* arbeitung daß Weihnachtsfest für sie nur bedingungsweise daS schönste Fest genannt werden darf, wird man die herzliche Bitte deS Deutschnationalen Verbandes verständlich finden. Also nicht am späten Abend und nicht im letzten Augenblick einkaufen! ** T le Zahl der Ehescheidungen im Groß- herzegtum nimmt von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Im abgelanfenen Kalenderjahr wurden 145 Ehen geschieden, davon 65 in Starkenburg, 59 in Rh ein Hessen und 21 in Oberhessen. Lich, 6. Dez. Postsekretär Schiermann erhielt das Ritterkreuz zweiter Klasse deS Ordens Philipps deS Großmütigen nebst einem Anerkennungsschreiben für die tadellose Funktionierung deS Betriebs bei der Verlobung Sr. Kgl. Hoheit deS Großherzogs. S. K. Hoheit fügte der Auszeichnung noch ein Geschenk von 100 Mk. für die Unterbeamten bei. § Laub ach, 4. Dez. Heute abend 8 Vs Uhr führte im Saale des Gasthauses zur „Traube" der Gesangverein „Harmonie" das Lustspiel „Im weißen Rössel" auf. Man beabsichtigt, das Stück im Sommer nächsten Jahres für die Allgemeinheit, und zwar im neu errichteten Saale des Hotels „Solmser Hof" nochmals zur Ausführung zu bringen. Mainz, 6. Dez. Der heute nachmittag 4 Uhr 43 Min. von hier abgegangene Schnellzug WieSbaden—Mainz — Worms—Ludwigshafen blieb infolge schadhafter Maschine im Tunnel stecken. Eine Reservemaschine mußte den Schnellzug wieder zum Hauptbahnhof zurückziehen, woraus dieser dann mit einer neuen Maschine bespannt, die Weiterfahrt antreten konnte. Der Zug erlitt durch den Unfall 8/< Stunde Verspätung. vermischtes. * Ueber die Bierproduktion in Hessen. Iw Jahre 1903 wurden im Großherzogtum Hessen 1629 219 Hektoliter Bier gebraut gegen 1567 134 im vorigen Jahre. Tie Produktion hat sich mithin um 62 085 Hektoliter gegen das vorige Jahr vermehrt, trotzdem die Zahl ber Brauereien sich von 125 auf 123 vermindert hat. Tas meiste Bier wurde im Bezirk Mainz gebraut, nämlich 666658 Hekt., dann kommt Darmstadt mit 324 821 Hekt., Worms mit 248 583 Hekt., Gießen mit 234 466 Hekt., Offenbach mit 133 972 Hekt. und schließlich Bingen mit nur 20 790 Hektoliter. Die Einnahme an Brausteuer belief' sich in demselben Zeitraum aus 1 396 869,20 Mk. * Eine gefährliche Dame. Ein Londoner Blatt meldet aus Konstantinopel, daß die Aerztin des kaiserlichen Harems Frau Dr. Olga Sibold verhaftet wurde. Frau Dr. Sibold, eine russische Untertanin, wird beschuldigt, Verkehr zwischen den Damen des Harems und Herren der Außenwelt vermittelt zu haben. Außerdem soll sie die selbst geschriebene Lebensgeschichte des verstorbenen Sultans Murad besitzen. Dieses Manuskript soll höchst kompromittierende Enthüllungen deS türkischen Hoslebens enthalten, sodaß es den türkischen Machthabern notwendig erscheint, Frau Dr. Sibold unschädlich zu machen. * Paris, 6. Dez. Der nationalistische Journalist Andre Gauch er traf gestern auf den Boulevards den Präfekten des Departements Vienne, Joliet, der in die Denunziationsgeschichten verwickelt ist. Er fragte ihn: „Sind Sie der Präfekt Joliet?" Hub als ber andere bejahte, ohrfeigte er ihn. Der Präfekt hieb auf Gaucher mit seinem Regenschirm ein, erhielt aber einen starken Faustschlag ins Gesicht- Gaucher iourbe, verhaftet, aber wieber sreigelassen. * Kleine Tageschronik. Ein Personenzug auf der Strecke Budapest-Fiume stieß mit einem Ärbcitszuge auf der Station Kelenfoeld zusammen, wobei ersterer entgleiste. Acht Personen wurden verletzt. —. Eure Aktiengesellschaft bcaS' sichtigt die Errichtung großer Spielsäle in Luxemburg, iric sie in Monte-Carlo bestehen. — In Berlin wurde der aus Rußland stammende Student der Landwirtschaft Sergius To - roweroff in seinem Zimmer tot aufgefunden. Ein Arzt konnte nur den Tod, nicht aber die Todesursache feststellen. — An dem neunjährigen Töchterchen des Sckmldieners Wilhelm vam S ch l e t t st a d t e r Gymnaliurn wurde ein L u st m o r d verübt. Ter Täter ist nicht bekannt. — Wie die „Zeit" meldet, sind die in der Landespflege-und Irren an st alt Mauer-Oehling in Oesterreich interniert gewesenen Graf Leopold Wolkenst''in und Pasgualo Freiherr von Paisieio entflohen. Von ihnen fehlt jede Spur. — Eine öffentliche Dirne in Barcelona zeigte melwere Anarchisten als Urheber des V o m b e n a t t e n t a t e s in der Fernandostraße an. Daraus verhaftete die Polizei die Gebrüder Benaiges. — In Berlin trnirbe die Leiche des L a n d g e r i ch t s r a t S Paul Hoffmann aus dem Land-« Wehrkanal unterhalb der Lützowbrücle gelandet. — Bei der Nationalkommission der W elt a us ste l l u n g in St. Louis wurden mehrere Proteste gegen Korruptionen bei den P r eis- Verleihungen hinterlegt. E-'ne Untersuchung ist eingeleitet. — In Singen (bad. Oberl.) wurden die Arbeiter'Gnädig, Keller und Bensinger von einem in den Bahnhof einfahrenden Zuge erfaßt und getötet. — In Sasbach (am Kaiserstnhll stürzte sich ein unbekanntes Liebespaar in den Rhein und fand bett gesuchten Tod. Sprech saal. (Für den Inhalt der unter dicier Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Rublikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Theater und Saalbau. Zur -lbwehr und Richtigstellung. In dem in Nr. 286 die'er Zeitung enthaltenen Eingesandt des Herrn Krüger befinden sich mehrere so eklatante Unrichtigkeiten, daß ich, sehr gegen meinen Willen, nochmals das Wort nehmen muß. . , 1) Wenn der Herr Einsender sagt, die Partei, welche das Theater für notwendiger hält, als den Saalbau, sei klein, so befindet er sich in einem großen Irrtum. Aus den Umfragen, die behufs Bereitstellung non Mitteln _ bis jetzt gehalten sind, ergibt sich vielmehr das strikte Gegenteil: 11 ob er aH findet man viel Svmvathie für den Theaterbau, während sich für den Saalbau kaum jemand erwärmt hat. Ich gebe zu, daß in einzelnen Kreisen auch für den Saalbau Svmpathien vorhanden sind, aber darauf allein kommt es ja nicht an, sondern viel mehr darauf, ob diese Svmpathien auch ben realen Boden der Schenkungen betreten. Tavon verlautet ftdoch nichts Zuverlässiges. 2) Dagegen liegen bekannte Erklärungen von mehreren Seiten vor, wohl für ein Theater, ttiemals aber für einen Saalbau ine Schenkung zu machen. Ich bin bereit, auf Befragen die Namen dieser Herren zu nennen. 3) Diejenigen Komiteemitglieder, die sich der großen Muhe unterziehen, Spenden zn sammeln führen vorgedrucktc Erklärungen bei sich, in denen es heißt: „. . . . daß der geschenkte Betrag verwandt werden soll zur Erbauung und inneren Ausstattung eines Theater- und Saalbaues, oder auch, falls sich die Stadt Gießen zur Errichtung beider Bauten nicht entschließen sollte, zur Erbauung eines. . . ." Tie Zeichnungen erfolgen also in erster Linie fi"ir Theater und Saalbau, und es steht in des Spenders Belieben, ob er ev. seinen Beitrag nur für ein Theater oder nur für kiuen <^aal- bau bestimmen will: er kann nach Gefallen das Wort Theater oder das Wort Saalbau den vorgedruckten Worten binjufügen. Tie für die Annahme von Zeichnungen vom Komitee bevollmächtigten Herren gehen also, übereinstimmend mit dem Komttee- beschluß, durchaus lopal vor, indem sie in erster Lime für das ganze Projekt eintreten, selbstverständlich aber auch mc- maud hindern, nur einem Teilprojckt seine Spende zuzuwenden. Rach jesuitischen G-rundsätzen, nric der Herr Einsender an- nimmt, wird aber nicht verfahren; dieser Vorwurf fällt vielmehr auf die Gegenseite zurück. , 4) Wenn der Herr Einsender als selbst musikalisch Gebildeter sagt, „es ist natürlich an sich nicht unmöglich, die größeren Konzerte im künftigen Theater statrsinden zu lassen", so ist dwses Geständnis von allen denen freudig begrüßt worden, btc von Anfang an diese Meinung vertreten haben. Ob diese Konzerte in einem großen Saale besser als im Theater untergebracht wären, kann rulng dahingestellt bleiben, denn angegebene Tatsache ist ja. daß selbst sehr viel größere Städte, als Gießen ihre Konzerte mit Vorliebe im Theater halten, selbst wenn ihnen ein größerer Saal zur Verfügung steht. . 5) Notwendig wäre aber nach des Herrn Einsenders Ansicht ein großer Saal für viele öffentliche und private Zwecke, für Kommerse z. B. und Volksversammlungen usw. Tas gebe ich vollkommen zu, aber ich sage mir weiter: Wenn Gießen durch die Opserwilligkeit seiner Bürger jetzt ein Theater mit 800 Sitzplätzen erhält, so kann es vorläufig ganj, zufrieden, sein, auch wenn damit nicht alle Wünsche Ersüllung finden. Einige Jahre später mag man sich dann dem Proje-lt eines Saalbaues wieder zuwenden — falls Nicht daun die Frage längst durch einen r t =• oatunternebmer gelüst ist, der natürlich so lange Frage nicht näher treten kann, als das Projekt des h o 1 s ch c ii Saalbaues in der Luft schwebt. In Göttingen z. B. sand nach Erbauung des Stadttheaters die Saalfrage ihre prompte Lösung durch eine große Brauerei. 6) Ta in dem Eingejandt auch die Erörterung^.der Renta> bilitätsftage eines Saal- und Theaterbaues in Aussicht gestellt wird, so möchte ich nicht verschweigen, daß mir die^Rentabuitat eines Theaters, wie namentlich 'die eines Saalbaueo nur dann gesichert erscheint, wenn — der größte Teil der Baugelder der Stadt geschenkt iuirb. Tie Erfüllung dieser Bedingung ist mir beim Saalbcni sehr unwahrscheinlich, beim ^Heater sehr wahrlcheinlich — wie die bisherigen spenden erkennen lassen. Zum Schluß folgende Bemerkungen zum Tülferschen V a u pl an. Eine ganz verschwindende Minderheit nur wird wünschen, daß das ganze Projekt in der von Herrn Tülfer skizzierten Art zur Ausführung gelangt, denn die Skizze hat kaum lemandem gefallen, und ich glaube, Herr Tüfter selbst wird den Wunsch hegen, daß er sie so — in der ihm vom Komitee mehr oder weniger ailfgedrungenenWeise — nicht auszuführen braucht. Welchen'Zweck hatte es auch, zwei ficfi gegenwärtig drückende und beeinträchtigende Gebäude von etwa gleicher Massigkeit aneinander zu kleben, da doch beiden in derjenigen Form, die das ganze Projekt schließlich angenommen hat, nichts weiter gemeinsam ist, als die Vorhalle? Ta nimmt man doch lieber eine reinliche Scheidung vor — die auch aus Gründen der Feuer- sicherheit erwünscht ist — setzt dann aber das Theater, den monumentalen Teil des Ganzen, mit der Fassade an die Südanlage, den Saalbau aber an die Johannisstraße. Tann ist es aber auch unnötig, sofort beides zu bauen. Man baue zuerst das Notwendigste, das Theater, und in einigen Jahren das weniger Dringende, den Saalbau. Fromme. Knivkrstläls-Arachrichlen. — T.a s preußische Kultusministerium erfährt eine satirische Beleuchtung in einer kleinen Geschichte vom internationalen Gelehrtenkongreß in St. Louis. Auf diesem Kongreß bemerkte ein deutscher Gelehrter auf die beharrliche Anrede „Herr Professor" endlich, daß er nicht Professor sei. „Was denn?" fragte erstaunt der Amerikaner. „Ich bm Privatdozent". „Aber, das waren Sie ja schon vor 15 Jalwen, als wir bei Ihnen hörten! Wie soll man sich so etwas erklären?" „Das", erwiderte der deutsche Gelelwte mit gutem Humor, „erklärt sich sehr einfach In meinem Vaterlande sind glücklicherweise Leute wie ich keine Seltenheit, und es gehen von ihnen dreizehn aufs Dutzend." „Mir scheint", sagte der Amerikaner, „in Ihrem Vaterlandc macht man aus den Leuten, von denen dreizehn aufs Dutzend gehen, ll n t e rr i ch t s m i n i st e r". Ein Augenblick peinlicher Stille an der Tafelrunde, dann stößt ein ungenierter Amerikaner seinen Nachbar an und fragt: „Herr Aegierungsrai, was sn . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . 101X) 4’/8% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 100.00 40/ Italien. Rente , . . 104.60 4'\% Portugieser . . . 64.10 R°/ Portugiesen 63.05 1% C. Türken .... —.— Türkenlose 129.40 4% Grieeh. Monopol.-Anl. 48.40 41 /,% äussere Argentiner —.— Tendenz: 3% Mexikaner .... 33.10 41/zl/i Chinesen .... 92.10 Electric. Schuckert . . . 125.50 Nordd Lloyd . . . . 107 80 Kreditaktien . ... 21280 Diskonto-Kommandit. . . 193.20 Darmstädter Bank . , . 144.00 Dresdener Bank .... 159.40 Berliner Handelndes. . . 165 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.00 Lombarden 17.90 Gotthardbahn .... 193.00 Laurahütte 260.00 Bochum ...... 232.70 Harpener..... 217.00 Schatzscheine — ruhig. Märkte. kc. Frankfurt a. M., 7. Dez. tOrig.-Telegr. des „Gieß Anz.") Schweinemarkt. Zum Verkauf standen 1265 Schweine- Schweine: 1. Qualität 58—59 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 2. Qual. 57—00 Pfg., Lebendgewicht 45—00 Pfg., 3. Qualität 50—52 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft gedrückt, Ueberstand unbedeutend. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 8. Dezember 1904: Wolkig, windig, Schneefälle, kälter, später Frost. Näheres durch die Gießener Wetterkarte Neueste Meldungen. B erlin, 7. Dez. Der Mörder der Lueie Berlin, der Zuhälter Theodor Berger, wurde von der Strafkammer des Landgerichts I Berlin wegen Kuppelei zu 6 Monaten Gefängnis, 3 Jahren Ehrverlust und Ueberweisung an die Landes-Polizeibehörde nach verbüßter Strafe verurteilt. Kiel, 7. Dez. Die Hochzeit des Großherzogs von Hessen wird, wie vom Hofe nahestehender Seite verlautet, am 15. Dezember stattsind en. Die Nachricht ist, wie wir aus bester Quelle wissen, falsch. Die Hochzeit wird bestimmt in diesem Jahre noch nicht stattfinden. London, 7. Dez. Wie aus Hofkreisen mitgeteilt wird, unternimmt Prinz of Wales demnächst eine Reise um die Erde. Ter Prinz übernimmt den Befehl des Krenzergescbwaders, welches sämtliche englische Kolonien anlaufen wird und wahrscheinlich auch Newyork besucht. Prinz Ludwig von Batt- tenberg begleitet den Thronfolger auf dieser langen Kreuzfahrt. f,! Innsbruck, 7. Dez. Der Offiziers-Stellvertreter Otto Maganowsky, der in der Nacht vom 4. zum 5. November eine Abteilung der Kaiserjäger kommandierte, bei welcher sich der Unteroffizier befand, der den Maler Petsafi erstochen hat, wurde vom Garnisonsgericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Petersburg, 7. Tez. An zuständiger Stelle wird die Nachricht dementiert, wonach General Rennenkamp während der letzten Operationen 1800 Mann an Toten und Verwundeten gehabt habe. Tie Wahrheit sei, daß der General 520 Mann an T o t e n und 123 Verwundete hatte und dem Feind etwa gleich hohe Verluste beigebracht hat. Außerdem haben die Russen zehn Japaner gefangen genommen. Inzwischen sind die Operationen an der Front infolge des furchtbaren Schneesturmes unterbrochen. Petersburg, 7. Dez. Hier kursiert ein sensationelles Gerücht, wonach ein Chinese, welcher Explosivstoffe bei sich trug, versucht habe, den Wagen KuropatkinS in die Luft zu sprengen. Indessen sei er verhaftet worden, bevor er seine Tat ausführen konnte. Der Chinese soll sein Vorhaben eingestanden haben. Tokio, 6. Dez. Der Befehlshaber der Armee vor Port Arthur meldet, daß heute die japanischen schweren Geschütze die Beschießung der dort liegeuden russischen Schiffe mit befriediegendem Erfolg wieder aufnahmen und daß diese Beschießung noch fortdauert. 831« Die feinsten Neuheiten in Uhren, Juwelen, Gold-, Silber-, sowie versilberten Waren empfiehlt Juwelier Brück Kreuzplatz 8 Eine Mieder Kraft für Alle die sich matt und elend fühlen, nervös und energielos sind, ist Sanatogen. Von mehr als 2000 Aerzten aller Kulturländer glänzend begutachtet. Zu haben in Apotheken u. Drogerien. — Broschüre grati» u. franko von Bauer & Cie., Berlin SW. 48. Casseler Schirmfabrik 9 Selterswei Schirme Giessen empfiehlt von Mk. L4U an. Grossstädtische Auswahl! 2.75, 3.25, 4.— bis 40. für Damen und Herren von Mk 2. Kinder-Schirme Preise ohne Konkurrenz! Seltersweg 9 (17/13 'a. M & M U MU — Zu Weihnachtsgeschenken geeignet empfehle ich grosse Auswahl in: Reiseartikeln Holzkoffer, Handkoffer Handtaschen Reisenecessaires Reiserollen Portemonnaies Zigarrenetuis Brieftaschen u. Visites Markttaschen u. Netzen T ouristentaschen Rucksäcke Gamaschen Schulranzen für Knaben und Mädchen Puppenwagen Sportwagen Friedrich Kühne Wwe. 26 Seltersweg LK- 878 Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Anton Krick, Katharinen- /fasse 13 dahier, ist ein Fall von Rotlausseuche sestgestellt worden. Gehöftssperre ist verhängt. Gießen, den 6. Dezember 1904. Großherzoglick'"- "'nlizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Oekonomen Joh. Preiß, Wetzlarerweg Nr. 80 dahier, ist die Rotlausseuche ausgebrochen. Gehöstssperre ist angeordnet. Gießen, den 6. Dezember 1904. Großherzoglick''"- Gießen. Herberg. KtlramitmachMg, Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bleich st raße zwischen Südanlage und Ludwigstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 6. Dezember 1904. Großherzogli^ - "oliniamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Inhaber von Eisen- und Blechwarenhandlungen haben bei Großherzogl. Kreisamt die Einführung des 8 Uhr Laden- schlaffes für ihren Geschäftszweig beantragt mit Ausnahme 1. aller Samstage, 2. der Tage vom 1. bis einschließlich 8. Dezember, an welchen der Ladenschluß nm 9 Uhr erfolgen soll, . 3. der durch Bekanntmachung Großherzogl. Polizeiamts leweus bestimmten Tage, an denen die Verkaufsstellen bis 10 Uhr offen gehalten werden können. Zur Feststellung der Zahl der beteiligten Geschäftsinhaber ist gemäß § 2 der Bekanntmachung, betreffend das Verfahren bei Anträgen auf Verlängerung der Ladenschlußzeit, vom 25. Januar 1902, eine Liste der beteiligten (Geschäftsinhaber aufgestetlt worden. # Beteiltat im Sinne dieser Bekanntmachung sind alle dieieniaen Inhaber offener BerkanfSstellen, welche Waren der oben bezeichneten Art feil halten, auch dann, wenn diefe Waren nnr nebenbei geführt werden. briime dies mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, paß diese Liste in der Zeit vom 9. bis einschließlich 22. dS.MtS. während der üblichen Geschäftssiunden aus dem Burgermelsteret- bureau, Zimmer Nr. 15, zur öffentlichen Einsicht aulllegt. Einsprüche gegen die Nichtigkeit und Vollständigkeit der Liste können von ben beteilinfen G-Ichastsinbab-rn bi, -um Ablmis d-r Off-n- (Cflimflgfrift ichriflüch ober ,u Protokoll erhoben werben. Nach Ab- lauf der Frist vorgebrachte Einsprüche bleiben miberuckslchtigt. Gießen, den 6. Dezember 1904. D-r von Grohh. Kreisamt bestellte Kommissar: Eurichmann. Bciaeordneter. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Landgrafenstraße von heute an bis aus weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 6. Dezember 1904. GroßherzogUches Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße 2 (Bürgermeisteretgebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat di? Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es können einaeftellt werden: B7/1 1 landw. Knecht, 2 Schlosser, Schreiner, 1 Bäcker, Haus- schueider, 1 Glaser, 1 Schweizerdegen, 11 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 2 Lauffrauen. ES suchen Arbeit: 5 Schlosser, 1 Lackierer, 2 Bäcker, 1 Schneiderin, Fabrikarbeiter, Ausläufer, Packer, 2 Fuhrleute, 1 Kellner, 1 Kutscher, 1 jüngeres Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 2 Laufsrauen. HuWchMle in DmftM 4. 18. Juli, 1. 15. 29. August, 12. 26. September, 10. 24. Oktober, 7. 11. November, 5. 19. Dezember. verzeichnete Tage fallen: 10. 24. Jauuar, 7. 21. Februar, 7. 28. März, 11. 25. April, 9. 23. Mai, 6. 20. Juni, Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Darmstädter Zuchtviehmärkte im Jahre 1905 auf nach- D7/12 Darmstadt, den 2. Dezember 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Darmstadt. I. V.: Kahlert. ■4- M Ang. Schwab Giessen, Plockstrasse 4 Lager in jtauma#n’$ Mh«azchlae« als Lang-, Schwing- und Rundschiff. Zubehör- und Ersatzteile. Reparaturen in eigener Werkstatt. Frauko-Lieferung. • 8168 Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß wir alle Spareinlagen vom 1. Januar 1905 ab mit 3% Prozent verzinsen. 07813 Vorschch iinii Creditvtteiil Spar- nnö Darlehenskasse e. G. m. u. H. zu Langsdorf. e. G. m. u. H. zu Lich. I. A.: J-A.: Heinrich Roth, Rechner. Wilhelm Schnabel, Rechner. Bezirkssparkasse Gießen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß im Lause des Monats Dezember jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von vormittags 8 bis 12 und von nachmittags 2 bis 4 Uhr bei unserer Kasse Geschäfts- tage abgehalten werden. B3/12 Gießen, am 1. Dezember 1904. Der Direktor der Bezirkssparkaffe Gießen. Wiener. ----------------------------- ------ - ■ ■ d Staatswissenschaftlicher Fortbildungskurs. 3. Vortrag Professor vr. Biermer. Thema: 07816 „Das Probltin scr Innblidjen kriiickutsWiing nnh die Drgauisatm des RcalkreSits." Samstag, den 10. Dezemöer 1904 präciS 7 Uhr abends (ohne akademisches Viertel), im Saale des Hotel Einhorn. Ädlcr-Mrebik* beste und billigste. Heinrich Noll, Gießen Papierhandlung Telephon 292. 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