Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 7. November 1904 GietzenerAineiger General-Anzeiger E Amts- Md Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Gchulstrahe 7. Adresse für Depescherrr Anzeiger Metze». ^ernsprechanschlußNr.bl. vez«g»h>retSr monatlich 75 Pf., viertel jahrtief) ML. 2.20; durch Aohole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch di» Poft Mt.L.-«-siebtel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2Pf«, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den votit. und augenu Teil: P. Witiko: für »Stadt und 2anb* und »Gerichtsaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Nr. 2&2 vrschrtut tSgrtch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» Rätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univerf.-Buch-u.Stem- druckerei. St Lang«, Die yeulige Mummer umfaßt 10 Seiten. Bekauntmachnnß. Das Proviant-Amt setzt den freihändigen Ankauf von Roggen, Hafer, Wiesenheu und Roggenstroh diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen, Roggen jedoch nur in Waaaonladungen zu 10 oder 15 Tonnen angenommen. Die Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung an jeden: Wochentage von 8—12 Uhr vormittags *nd von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen. Hanau, den 5. November 1904. Königliches Proviantamt. Völkische Tagesschau. Der gebackpfeiste Kriegsminister. In französischen ministeriellen Kreisen herrscht, wie aus Paris gemeldet wird, groß'-e Besorgnis über den Zustand des Kriegsministers Andrö. Die Heftigkeit der Schläge läßt eine Gehirnerschütterung befürchten. Lieber den Vorfall selbst wird noch gemeldet, Andre wurde durch den Angriff vollständig überrascht, er war sofort bewußtlos und wurde vom Kabinettschef Eombes aufgesangen, der herbeigeeilt war, um den Minister zu schützen. Die Rechte, welche Syveton schützen wollte, gab Anlaß zu der allgemeinen Prügelei. Nach dem Angriff Syvetons auf Andre stürmte der Sozialist Meslier, ein Athlet, von seinem Sitz auf der äußersten Linken gegen das Halbrund' vor der Tribüne find warf die Mitglieder der Rechten? die ihm in den Weg kamen, nieder; Syveton entwich. Die Gallerte wurde erst geräumt, als der Spektakel beendet war. Ein herzkrankes Mitgli ed des Zentrums war unter die Bank gesunken. Tie Stimmung der Bevölkerung war ursprünglich eher antiministeriell, jetzt aber charaktirisiert das Wort Dions die neugeschaffene Lage: Syveton hat nach Andre geschlagen und die Opposition getroffen. Im Börsenviertel von Paris ließ S yv e t o n eine in den schärfsten Ausdrücken gegen die Regierung und Kammer gehaltene Rechtfertigung seines Vorgehens anschlagen. Einer der Gesinnungsgenossen Syvestons kündigt einen Antrag aus Auflösung der Kammer an. — Ter Justizminister Valle empfing den Generalprokurator Bulot, um über das Gerichtsverfahren gegen Syveton zu beraten. Sämtliche republikanische Blätter Frankreichs' verdammen das Vorgehen Syvetons. Der „M atin" schreibt: Es ist eine Eigenart des Nationalismus, alles das, was er angreift, zu beschmutzen und sich auf Gewalt'stützend, entehrt er die Rolle, welche er zu spielen da ist. Jin „Figaro" schreibt Direktor Ealmette: Die Haltung Syvetons wird von seinen Gegnern sowohl wie von seinen Freunden scharf kritisiert. Es erheischt eines größeren Mutes seitens eines jungen Mgeordneten. einen 67jährigen Greis zu überfallen. „Lanterne" schreibt: Die Mehrheit verdankt Eombes der Heftigkeit der Nationalisten. Für Syveton wird die Angelegenheit verschiedene Nachspiele haben. Er wird aus der Kammer für 38 Sitzungen ausgewiesen. Es wird ein Protokoll aufgesetzt werden. Der Wortlaut desselben wird auf Syvetons Kosten angeschlagen werden. Außerdem wird Syveton gerichtlich'verfolgt werden. Mitglieder des Bureaus der Kammer hatten sich 'im Kabinett Brissons versammelt, um das Protokoll zu verfassen, das dem Gouverneur zugesteltt wurde. Dieses ist der erste Anlaß der gerichtlichen Verfolgung Syvetons. Er kann wegen tätlichen Angriffs eines Ministers während dessen Ausübung seines Amtes zu zwei bis fünf Jahren Gefängnis verurteilt werden. Auf Grund desselben Vergehens wurde Baron Christian zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er den Präsidenten bei dem Nennen zu Autieul tätlich angegriffen hatte. r „ Das Blatt „Aktion" meldet. ein weiterer Zwsichensall habe sich am Freitag in einem Saale des Kamruergebäudes ereignet. Der Leutnant Letang begrüßte den Leutnant Altmeyer, indem er ihm die Hand reichte. Alt- meyer nahm jedoch den Gruß nicht an, es kam zu Auseinandersetzungen, Letang gab ihm eine schallende Ohrfeige. Altmeyer hat ihm seine Ze-ugen gesandt. * Der deutsch-amerikanische Schiedsvertrag. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Mit besonderer Befriedigung wird in Deutschland die Kunde ausgenommen werden, daß auf Anregung des prasi- dentcn Roosevelt Unterhandlungen wegen des AoscytuZe-> eines Schiedsgerichtsvertrages zwischen den Vereinigt en Staaten imb Deutschland eingeleitet seien. dem wie man sich bei iins mit den in großartig aussteigenoer Entwicklung begrifsenen liordamerikanischen Veryaunissen sachlich uii'b eingehend besaßt, wird die Ueberzeugnng gefestigt, daß das Deutsche Reich unld! Hie große Republik jenseits 5 m Ozeans ihrem Wesen nach' dazu bestimmt sind, sich gegenseitig mit neuen Gedanken zu fruchte n und einander zu ergänzen, und daß sie )iaj in der ersreulichen Lage befinden, girgends in oer Welt mit g e g e n sä tz ti ch e n p o l i t i s ch e ii In t e r e s s e n rechnen zu müssen. Wenn es hier und da in der Vergangen- yeit aus wirtschaftlichem Gebiete zu Auseinandersetzungen -wischen Deutschland und der Union gekommen ist, so hat hi<* wirkliche Haltung in den letzten Jahren gezeigt, daß b e i d e N a l i o n e n i m s r i e d l i ch e n W e t t b e wer b sehr wohl neben einander besteheil und ihrer Wege ziehen können, ohne daß eine der anderen Licht und Luft, deren ftc Mr weiteren Entfaltung ihrer Kräfte und zur fortschreitenden Hebung der Wahlfahrt bedürfen, zu benehmen genötigt wären. Die hocherfreulichen Erfolge der deutschen Ausstellung in St. Louis'sind ein beredter Beweis für die ehrende Würdigung, die den deutschen Leistungen aus dem Felde der gewerblichen Arbeit, des künstlerischen Schaffens und der kulturellen Bestrebungen in den Vereinigten Staaten zuteil wird. Nicht minder weiß man in Deutschland die gewaltigen Fortschritte der Amerikaner in allen Richtungen ernster Tätigkeit hoch einzuschützen. Mit der bis in die ersten Tage der Union zurückreichenden politischen Ueberlieserung, lohne mit den auch in neuerer Zeit niemals verleugneten Absichten beider Regierungen wird es in bestem Einklänge stehen, wenn nunmehr durch den Abschluß des Schiedsgerichtsabkommens auch für die Zukunft eine feierliche Bürgschast dafür geschaffen wird, daß etwaige Differenzen im Geiste-der Billigkeit und Perfol) tichkeit gesch licht e t werden. Der Krieg zwischen Aapan utii> Ausland. Port Arthur. Tokio, 6. 9?ob. (Amtlich.) Ter Kommandeur vor Port- Arthur meldet, daß die r e ch t e K o l o n n e und ein Teil der mittleren Kolonne am 30. Okt. abends den oberen Teil und die Konter-Eskarpe der Forts Sun g schusch an , Erlung schau und Tunkikwanschan-Nord besetzten und einige der Flankenwerke und Laufgräben dieser Forts zerstörten. Ter andere Teil der mittleren Kolonne hat trotz des heftigen Feuers des Feindes um 2 Uhr nachmittags das zwischen den Forts Panlungschan und Tunkikwanschan gelegene Fort P. angegriffen und genommen. Tie Russen machten tviederholte Gegenangriffe auf dieses Fort. Wir mußten es um IOV2 Uhr abends aufgeben, General Jchinohe eroberte es aber um 11 Uhr nachts zurück. In dem Fort wurden drei Feldgeschütze und zwei Maschinenkanonen erbeutet, drei Fischtorpedos und vieles andere Kriegsgerät; 40 Russen wurden tot aufgefunden. Tie linke Kolonne nahm an demselben Tage das nordöstlich von Tunkikwanschan gelegene Fort Koburgama. Am 31. Oktober griffen wir Iden Hafen und die Schiffswerft mit großkalibrigen und Schisfsgeschützen an, wobei das russische Kanonenboot ,.G i l j a k" mehreremale getroffen und z w e i T a m p f e r z u m Sinken gebracht wurden. Am 1. November wurden in dem westlichen Teile des Hafens zwei Dampfer von je ungefähr 3500 Tonnen, am 2. Nov. e in Dampfer von ungefähr 3000 Tonnen zum Sinken gebracht. Zweimal wurde eine heftige Explosion, wahrscheinlich eines Pulver Magazin es, am Nordende der Stadt gehört. Am 3.,November mittags eröffneten wir ein heftiges Feuer aus Schiffsgeschützen auf die Schiffswerft und andere Teile im Osten des Hafens, wo auch kurz nach 12 Uhr mittags Feuer ausbrach, das bis zum andern Morgen 4 Uhr wütete. An demselben Tage wurde das Fort 4 aus großkalibrigen Geschützen beschossen und erheblich beschädigt. Petersburg, 5. Nov. Tas Gerücht, daß General S t ö s - s e l am Bein verwundet worden ist, ist unbegründet. Tschifu, 5. Nov. Hier eingelaufene Nachrichten besagen, daß General Stössel bis in den letzten Tagen ohne Kenntnis der wirklichen Lage auf dem Kriegsschauplatz war. Er soll „auf die Meldung hin, daß die Schlacht bei Liaujang für die Russen verloren, ausgerufen haben: „Aber das ist ja ganz unmöglich." Aus der Mandschurei. Petersburg, 6. Nov. Tie Rufs. Tel.-Ag. meldet aus Mulden vom 5. Nov.: 30000'Chinesen, die sich.vor den Zwangsmaßregeln der Japaner geflüchtet haben, sind hier eingetroffen. Tie Ortschaften einschließlich der japanischen Operationszone sind vollständig verwüstet. Tie Zahl der Deserteure nimmt zu; dieselben klagen, daß sie Kälte und Hunger ausgesetzt seien. Belgrad, 5. Nov. König Peter erhielt aus Mukden einen Brief von seinem Bruder, dem Prinzen Arsen, der bei den Kosaken unter General Mischtschenko steht. Er schildert die letzten Kämpfe am S ch a h0 als furchtbares Gemetzel. Ter Briefschreiber ist bisher unversehrt geblieben und erwartet seine baldige Ernennung zum Regimentskommandeur. Petersburg, 6. Nov, General Kurovatkin meldet dem Kaiser unter dem 4. November: Am 2. Nov. wurde der russische K r i c g s k 0 m m i s s a r der Pronvinz Heilundsian, der Oberstleutnant int Gencralstabe B 0 gnan 0 w, als er auf Befehl des Statthalters sich auf Erkundung mit nur zwei Dolmetschern und einer Ordonnanz befand, zwei 'Werst von der Station der ostchinesischcn Bahn Tuinzinschan von einer C h u n ch u s e n b a n d c gefangen genommen. Ter eine Dolmetscher wurde getötet. Gestern fanden ausgeschickte Kavallerieabteilungen die L ei ch en Boguanows, eines Dolmetschers und der Ordonnanz und nahmen zwei Chunchusen gefangen. Tie Leichen wurden nach Charbin gebracht. Zur weiteren Untersuch- ung des Falles sind Maßregeln sowohl von unserer Seite als auch von Seiten des Tsian-Tsiun von Zizikar getroffen. — Ferner meldet Kuropatkin unter dem gestrigen Datum: In der Nacht zum 5. Nov. griffen die Japaner die Stellungen eines Regiments auf unserm rechten Flügel an, wurden aber zurückgeschlagen und liehen 30 Tote zurück. Auf unserer Seite sind 10 Offiziere und 5 Mann tot, 3 Mann wurden verwundet. Am 4. Nov. bemerkten gegen abend Freiwilligenabteilungen im Torfe Tschuanlintse, zwei Werst östlich 'von Kudiase, eine größere Anzahl von Japanern, die Bäume fällten und sie zu ihren Stellungen schafften. Eine Mörscrbatterie eröffnete um 11 Uhr nachts ein Salvenfcuer gegen das Torf Tschuanlintse. Die Japaner zogen sich zurück. Tie Freiwilligen besetzten das Dorf und gingen nach Süden zum sogenannten Berge mit den zwei Höckerm vor, der eine Werst südlich von Tschuanlintse liegt imb vom Feinde stark besetzt war. Bon den Freiwilligen beunruhigt räumten die Japaner die tiefer gelegenen Schanzen und zogen ihre Feldwachen weiter nach Süden zurück. Am 5. Nov. find keine Meldungen über Kämpfe eingelaufen. Die neuen russischen Kommandeure. Petersburg, 6. Nov. Ter „Rusli Invalid" meldet, daß zum Befehlshaber der ersten Mandschureiarmee General Li- newitsch, zum Befehlshaber der dritten Mandschurciarmee General Kaulbars ernannt wurde. Russische Reservistennnruhen. Petersburg 6. Nov. lieber die im Witebskischeu, Smo- lenskischeii und M icwschen Gouvernement aus Anlaß der Einberufung von Reservisten slatigebabten Ausschreitungen wird gemeldet, daß dieselben am heftigsten in Kanew gewesen seien. Dort wurden Magazine geplündert. In Smolensk sand ein Auflauf vor der Wohnung des militärischen Befehlshabers statt. In Polozk dauerten die Unruhe^ drei Tage. Ausschreitungeic gegen die Juden wurden rechtzeitig verhindert. In Rositen tour* den Branntweinnicderlagen geplündert. Auf den Stationen Kreuzburg und Sirotino wurden Büffets zertrümmert. Im Kiew- scheu Gouvernement wurde ein Gutsbesitzer überfallen und seiner Geld lasse beraubt. In Bichow, Gouvernement Mohilew, wurden Häuser geplündert und zerstört. In mehr als 100 Kreisen von 119, in denen Mobilisierungen stattfanden, ist es ganz ruhig geblieben. Mit der Untersuchung der Vorfälle ist der Gehilfe des Ministers des Innern, Generalmajor Rydsewski, beauftragt. Tie baltische Flotte. Petersburg, 6. Nov. Rufs. Tel.-Ag. Die russische Negierung nahm den englischen Vorschlag bezüglich der Zusammensetzung der zur Untersuchung des Vorfalles in der Nordsee zu bildenden Kommission an. Nach der Ernennung des französischen und des amerikanischen Vertreters tritt die Kommission in Paris zusammen. Ter Vertreter Rußlands, Admiral Kasnakvff, gab der Kommission die Feststellung des Tatbestandes auf. Konstantinopel, 6. Nov. Ter zweite Tragoman der hiesigen nrssischen Botschaft Mandel stamm, bekannt durch mehrere völkerrechtliche Mhandlungen, ist nach Petersburg abgereist. Er vertritt Rußland auf dem Haager Schiedsgericht in Sachen des Hüller Zwischenfalles. Der Dufftand in DeuÜch-SüdWestasrika. General v. Trotha meldet aus Windhuk vom 5. November: 50 Mann der dritten Ersatzkompagnie nach Bethanien unterwegs'. Ter Rest der 3. Ersatzkompagnie und eine Eiseubahnbaukompägnie fahren am 7. November von Sw-ako'pmund nach der Lüderitzbucht zur Verstärkung der Etappenstraße und der Bahntra.ee. ’ Tie Hererokapit'ane. Von kolonialer Seite wird geschrieben: Ter voN Ge* fang en en gemeldete Ueber tritt der Herero-Kapitäne in das britische Betschuau alcrud hat sich bisher nicht bestätigt. Erst wenn eine zuverlässige Meldung darüber ein getroffen ist, können von hier aus Verhandlungen mit England darüber eingeleitet werden, was'mit den"Leuten geschehen soll. Ob die Bedingung gestellt werden kann, daß die Häuptlinge ausgeliefert werden sollen, ist deshalb nicht unbedingt bejahend zu beantworten, weil in verschiedenen anderen Fällen ähnlicher Art 'andere Methoden der Unschädlichmachung entflohener Aufrührer artgetoenbet worden find. Eine Verständigung wird sich eintretendenfalls wohl bald finden. Offiziere für Sudwestafrika. Tas „ÄUl.-Wochenbl." veröffentlicht die Namen der Offiziere, die aus dem Heere ausgeschieden sind, um' in dem' n eit errichteten 4. Bat. des 2. Feld r e gimen ts' der Schutztruppe angestellt zu werden. Das' Kommando des' Bataillons erhält der Major v. Kamptz, bisher Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment Bremen; außer ihm erhält das' Bataillon an Offizieren drei Hauptleute und' Kompagnie-Chefs, 5 Oberleutnants, 11 Leutnants und 2 Sanitätsoffiziere. Zwei von den Leutnants waren bisher im bayerischen, ein Oberleutnant int württembergischen Heeresdienst, die übrigen Offiziere standen in preußischen Regimentern. Major Ottwig v. Kamptz, der Führer des' neuen Bataillons, ist ein bewährter Llsrikaner, der von 1895 bis 1901 Kommandeur der Schutz truppe für Kamerum war. * ‘ -,l” ■ ■— ...... ' ------ ■ Deutsches Reich. Berlin, 6. Nov. Zu dem gestrigen Diner beim Reichskanzler Grafen Bütow, an dem der Kaiser teilnahm, waren geladen Prof. Dr. Harnack, Prof. Renvers, Ministerialdirektor Dr. Althoff, Oberhofprediger v. Dryander, Admiral Hollmann, Chef der Reichskanzlei v. Loebell, Herr James Simon, General a la suite Graf Moltke und Flügeladjutant Kapitän Schmidt v. Schwind. Der Kaiser nahm gestern an einer Jagd auf Fasanen und Kaninchen bei Vorwerk Gallin und Entenfang teil. — Der „Köln. Volksztg." zufolge wurde zwischen der Netiwieder Organisation der Raiffeisen-Genossenschaften und dem NeichLverb ande der deutschen Genossenschafter ein Einigungsprogramm vereinbart. — Nach der „Frkf. Ztg." soll das Defizit de8 Reichsetats für 1905 größer sein als je zuvor. Es sei der schlechteste Etatsabschluß seit sieben Jahren, so daß wieder zu einer Zuschußanleihe gegriffen werden muß. Leipzig, 6. Nov. Heute sand hier eine außerordent* liche Versammlung der Vertrauensmänner des Verbandes der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen statt. Das Vorgehen deS Vorstandes den Krankenkassen gegenüber wurde gutgeheißen unb fefU gestellt, daß bis auf verschwindend wenige Ausnahmen das Vorgehen der Aerzte von Erfolg begleitet gewesen sei. Man erwähnte, daß die größte Anzahl Krankenkaffen sich nicht nur zu wesentlichen Honorarerhöhtlttgen, sondern auch zur Einführung der freien Arztwahl bereit erklärt hat, ohne es erst zu beide Teile schädigenden Kämpfen kommen 31t lassem Folgende Resolution kam ztlr einstimmigen Annahme: „Die versammelten Vertrauensmänner des Verbandes der Aerzte Deutschlands zur Wayrrmg ihrer wirtschaftlichen Jntereffen erklären den Erlaß des preußischei: Kultusministers vom 2. Jmn d. Js. über die Beteiligung der Kreisärzte an den Vertrags- und Vertrauenskommissionen für ungerechtfertigt und durch die Tatsachen nicht begründet, zumal dieser Erlaß im Widerspruch zudem des bayrischen Nliuisteriums vom 22. Juli 1904 steht. Das Ausscheiden der Medizinalbeamten in Preußen aus dem Verbando'.nnd öen mit demselben in Beziehungen stehenden Kommissionen bedinge eine Entfremdung zwischen beamteten und praktischen Aerztcn, welche ickcht nur den ganzen ärztlichen Stand zu schädigen, sonderll aucl) ein gemeinsames Arbeiten im Interesse der öffentlichen Geslmdheitspflege zu vereiteln geeignet erscheint/ Stuttgart, 5. Nov. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer nnirbe Payer (D. VolkSp.) mit 84 Stimmen zum Präsidenten wiedergewählt. Zum Vizepräsidenten wurde Abg. v. Kiene (Ztr.) gewählt. Nordbausen, 6. Nov. Der Kronprinz und Prinz Friedrich Wilhelm trafen heute nachmittag zur Beisetzung des (in Südafrika gefallenen Leutnants Volkmar von Wurmb in Groß Furra bei Sondershausen ein. Der Kronprinz legte Kränze vom Kaiser, der Kaiserin und von sich selbst nieder. Nach der Beisetzungsfeier fuhr der Kronprinz mit seiner Begleitung nach Nordhausen zurück und be-- flchtigte die Stadt. Ausland. Nom, 6. Nov. Bis 3 Uhr frül/waren die Ergebnisse son 337 von 505 Wahlbezirken bekannt. Danach lind gewählt: 205 Ministerielle, 84 Mitglieder der konstitutionellen Opposition, 18 Radikale, 20 Sozialisten und 9 Republikaner; ferner haben 51 Stichwahlen stattzufinden. In Trappni wurde der frühere Minister Nasi, d.r sich vor dem gegen ihn schwebenden Gerichtsverfahren nach dem Ausland flüchtete, wiedergewählt. Wien, 6. Nov. Der heutigen Schlußsitzung der großen Kommission der internationalen Ausstellung für Spiritusverwertung unter dem Vorsitz de§ Handelsministers v. Call, wohnten der Ehrenpräsident, Graf von PosadowSky, Ackerbauminister Bucquoy, Vertreter der übrigen Ministerien und Bürgermeister Dr. Lueger, sowie die meisten Mitglieder der Kommission bei. Der französische Ackerbauminister Mougeot hatte ein BegrüßungStelegraimu gesandt. Nach der Eröffnungsansprache von CallS, sprach Graf von PosadowSky für die Förderung dc§ volkswirtschaftlich so wich- tigen Unternehmens namens der deutschen Reichs-Regierung, sowie der deutschen Aussteller seinen aufrichtigen Dank aus. Zwischen der Industrie, der Landwirtschaft und dein Handel beständen nicht nur in Deutschland, sondern überall ziemlich weit auscinandergehende Interessen, aber es sei eine erfreuliche Erscheinung, daß gerade auf dem speziellen Gebiete der Spiritusindustrie die Interessen durchaus harmonisch seien. Tie gewerbliche Verwertung des Spiritus sei diejenige, die der Menschheit am meisten zum Wohle gereiche und am wenigsten schade. (Lebhafter Beifall). Bukarest, 4. Nov. Das Amtsblatt publizirt eine Verordnung, durch welche das Ausfuhrverbot für Hafer- aufgehoben wird. Sofia, 5. Nov. Zwischen Rußland und Bulgarien ist ein Schiedsgerichtsvertrag ähnlich demjenigen zwischen England und Frankreich abgeschlossen worden. Petersburg, 5. Nov. Der »Ruff. Tel.-Agentur" wird aus Troitzkosawsk (Baikalgcbiet) gemeldet, daß man nach dort aus Urga cingetroffcncn Nachrichten in Urga der Ankunft des Dalai-Lama von Tibet entgegensetze, der in 10 Tagen dort eintrcffen werde. — Die ,Russ. Tel.-Ag." wird im Hinblick auf die für die russische Negierung abfällige Besprechung, die ihr den Prozeß Schaumann betreffendes Communiqu^ vom 30. Oktober in gewissen Kreisen der ausländischen Presse gefunden hat, von zuständigen Stellen ersucht, darauf hinzuweisen, daß das genannte Communique ein Resümee der Anklageschrift gegen Senator Schaumann ist, die von den finländischen Gerichtsbehörden ausgcarbeitct und vom Generalstaatsanwalt in einer Sitzung des höchsten Gerichtes in Abo zur Verlesung gebracht worden ist. Tie gegen die russischen Behörden gerichteten abfälligen Bemerkungen, führt die genannte Agentur aus, sind also durchaus unangebracht. Auch ein Widerspruch ist in dem Resümee aus der Anklageschrift nicht vorhanden. In dem von Schaumann selbst geschriebenen Schriftstück wird das Projekt der Schaffung einer Organisation von geheimen Schützengescllschaften offen durch den Wunsch begründet, die russische Tyrannei unter Beteiligung an der revolutionären Bewegung russischer Rädelsführer abzuschütteln. Gerade diese erwiesene Absicht war es, die den Grund gab, den Senator, vor das höchste Gericht Finlands zu stellen. Newyort, 5. Nov. Roosevelt erließ ein langes Schreiben, in dem er in heftiger Sprache leugnet, daß er oder Eortelyon, der die Wahlkampagne für ihn führt, die Trusts durch Drohungen oder Versprechungen gezwungen habe, Geld zu Wahlzwecken zu geben. Er wirst dem Richter Parker vor, er habe gelogen. Parker hat die abgeleug- nete Behauptung aber gar nicht ausgestellt, sondern nur gesagt, die Sammlungen Eortclyons involvierten das stille Versprechen des Schutzes für die Trusts. Der Kampf ist äußerst erbittert geworden, der Ausgang ist unsicher. Otoosevelts persönliches Eingreifen wird als ein Zeichen der Besorgnis gedeutet. Aus Aadt?i::d Land. Gießen, 7. November 1904. Eine Philippsfeier in Gießen. Die Philippsfeier des evangelischen Bundes gestern abend im Neuen Saalbau war außerordentlich gut besucht; sämtliche Plätze im Saal waren besetzt. Landgerichts- rat Schmeckenbecher eröffnete die Festsitzung, indem er zunächst den gemischten Ehor des evang. Arbeitervereins ein Lied singen ließ. Darauf erteilte er dem Stadtv. Sch mall das Wort zu einer Begrüßungsansprache, und nachdem der erste Vers des Lutherliedcs „(Sine feste Burg" von allen Anwesenden gesungen worden war, ergriff Pfarrer v. D i e h l- Hirschhorn das Wort zum Festvortrag „Was hat Landgraf Philipp für das Hessenland getan". Keine selbstsüchtigen Gedanken haben den 20-Jährigen beseelt, als er int Jahre 1524 als Landesvater seinen ^Austritt aus der alten und Ucbertritt in die neue Kirche vollzog. Nicht etwa hat er seine eigene Tasche mit den Geldmitteln der Kirche füllen wollen. Er hatte einzig und allein den Plan, dem Hessenlande solle geholfen werden. Daher hat er überall, wo geistige Kräfte gebunden waren, zugegriffen, um sie seiner Idee dienstbar zu machen. So hat er aas Marburger Gespräch zustande gebracht, fo paktierte er mit den Wiedertäufern, denen er sehr ivcit entgegenkam. Ec wollte alle Evangelischen der Welt zusammenschließen zu einem großen Bund. Ja, er versuchte sich sogar daran, einen Ausgleich mit der katholischen Kirche herbeizuführcn. Alles dies hat er nicht etwa aus Interesse für die Kämpfe der Theologen getan, sondern einzig als der große LandeSvater, der Praktiker, den die Zähigkeit und Energie des begeisterten Jünglings bei seiner Sache leitete. Er schuf die M a rb u r g e r Universität und die dortige Stipendiatenanstalt, weil er sie brauchte. Die Beamtenschaft und Pfarrerschaft sollte sich aus allen Schichten feines Landes rekrutieren. Die frei gewordenen Altarstiftungen benutzte er, um die Söhne seines Volkes auf Staatskosten studieren zu lassen. Die Erzieher des Volkes konnten ihm nicht genug durchgebildet werden, itnb schon deshalb erscheint er, der die größte Hochachtung vor der Wissenschaft hatte, als eineZganz modente Persönlichkeit. Aber auch aus sozialem Gebiet schuf er als solcher Großartiges, nämlich seine vier Hospitalien. Un8 interessiert besonders die Anstalt, die er in Hof heim (heutige Irrenanstalt) in der ehemaligen Obergrafschaft Katzen-Ellenbogen errichtete. Blinde Kinder, Taubstumme,^ Epileptiker, Atters- schwache und andere Bedürftige fanden in diesem Hospital Aufnahme. Vorübergehend waren im 16. Jahrhundert 120 bis 130 Leute im Hofheimer Hospital ausgenommen, für einen Landesbezirk, der nicht so groß war wie der Kreis Gießen! Philipp suchte durch die Organisation der Gemeinden den entsetzlichen Bettel der katholischen Zeit zu bannen. Jede Gemeinde hatte die Verpflichtung, für ihre Armen zu sorgen. Auf religiös-sittlichem Gebiet machte Philipp sich durch seine weitblickenden Kirchenvorschriften verdient. Auch hier beseelte ihn der Gedanke der sittlichen Erziehung seines Volkes. Jeder seines Volkes soll eine Erziehung haben; darunt hat er die Konfirmation eingerichtet, zu der die Jugend vorbereitet werden mußte. Für die Alten, die einer Erziehung unter sich bedurften, schuf er den „Seniorat" (Kirchenvorstand) und suchte das Verantwortlichkeitsgesühl im Schooße der einzelnen evangelischen Gemeinden zu heben. Philipps Werke haben ihn, ob sie auch vielfach nicht die Entwicklung gehabt haben, die man wünschen konnte, weit über seine Zeit hinaus, bis auf die heutigen Tage, überdauert. Für die Entwicklung der Schule hat er die sichere Grundlage gegeben. Im Jahre 1620 wurde der allgemeine Schulzwang eingerichtet, und die Bauern, die vordem ihre Kinder selber zur Konfirmation vorbereiten mußten, sagten: Gebt uns Lehrer, danut wir den Kindern den KathechiSmum nicht tuehr lehren müssen. Auch auf sozialem Gebiet haben die Hessen den Sinn für ihre Verpstichtungen behalten. Nach dem Beispiel des großen Landgrafen marschieren wir noch heute an der Spitze, wo es gilt, soziale Einrichtungen zu fördern. Dem packenden Vortrag wurde lauter Beifall zu teil, dem Landgerichtsrat Schnteckenbecher Ausdruck verlieh. Dieser forderte, nachdem der gemischte Chor des Arbeiterbildungsvereins wieder gelungen hatte, der die schöne Feier recht belebt und gehoben hat, die Anwesenden auf, deut evangelischen Bunde, der in Gießen noch zu wenig Mitglieder habe, beizutreten, oder, falls sie schon Mitglieder feien, für den Verein zu werben und ihn fördern zu helfen. Nach dem Gesang zweier Liedervorträge war der offizielle Teil des Festes beendet. •* Besichtigung. Professor Dr. Elbs und Privatdozent Dr. Brand besuchten am Samstag vormittag mit ihren Hörern die Aktienbrauerei, wo ihnen vont Braumeister Grallert alle Einrichtungen zur Biererzeugung gezeigt wurden. "Die Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie ist am 5. November in der Aula der Universität zu einer Gründungstagung zusannnengetreten, über die nur morgen einen ausführlichen Bericht bringen werden. Ter Vorstand der Vereinigung setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, und zwar drei an§ jeder Provinz. ** Vermißt. In der Nacht vom 5. auf 6. l. Mts. hat das 1874 geborene Fräulein Emmy Winkler ihre elterliche Wohnung hier heimlich unter Umständen verlassen, die die Annahme rechtfertigen, daß ihr ein Unfall zugestoßen ist oder daß sie sich ein Leid angetan hat. Die Vermißte ist etwa 1,60 Meter groß, von schlanker Statur, hat dunkelbraunes Haar, dunkle Augen und Stumpfnäschen. Sie ivnr bekleidet mit braunem Kleid, schwarzem Iaket, schwarzem Strohhut und weißer Leibwäsche, gez. E. W. Die Polizei ersucht um Anstellung eifriger Nachforschungen nach der Vermißten. Sie hat eine Belohnung von 3 00 Mk. ausgesetzt. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Auf die morgige Volksvorstellung „Journalisten" sei noch besonders hingewiesen. Das Werk hatte bekanntlich in flotter Aufführung hier einen starken Erfolg zu verzeichnen und dürste sich sowohl seines ernsten wie heiteren Eharakters sowie Situationen wegen ganz besonders für eine Volksvor- stellung eignen. ** Der sozialdemokratische Wahlverein verhandelte, so berichtet mein uns, am Samstag abend im Restaurant „Zum Ritter" über die bevorstehende Stadtverordnetenwahl, die nach der Bekanntmachung der Bürgermeisterei in der letzten Nummer unseres Blattes schon am 15. ds. Mts. stattfinden wird. Vor Eintritt in diese Verhandlung bat der Vorsitzende, Kontrolleur Beckmann, die nicht zum Verein gehörenden anwesenden Personen das Lokal zu verlassen. Stadtverordneter Krumm, Redakteur Vetters und der Geschäftsführer Fnurier sprachen zwar ihr Verwundern auS über den Ausschluß der Oeffentlichkeit, von dem eben nur ein Vertreter der Presse betroffen wurde, da man ja nichts heimliches zu verhandeln habe, aber Veekmann beharrte bei seiner An- sicht. Es ist seit langen Jahren das erste mal, daß die Sozialdemokraten hinter verschlossenen Türen verhandeln. ** Alldeutscher Verband. Ein echt nationaler Geist durchwehte die Versammlung, in der Landtags- und Reichsratsabgeordneter Fr. Schreiter aus Leitinekih über: „Das Deutschtum in Oesterreich und die gegenwärtige politische Lage daselbst" sprach. Der Redner gab ein anschauliches Bild der Kämpfe, die unsere dortigen Stannnes- genoffen gegen das mächtig andringende Slaventum zu führen haben. Hat das Slaventum erst einmal Deutsch-Oesterreich bezwungen, dann wehe dem jetzt noch festgefügten Deutschen Reich! Leider will man in Deutschland vielfach die Gefahr, die uns von Osten droht, nicht erkennen und steht der deutschnationalen Bewegung in Oesterreich völlig teilnahmlos und ablehnend gegenüber. Ja, man verurteilt oft das scharfe Auftreten der österr. Alldeutschen. Mit Humanitätsduselti ist aber in Oesterreich nichts getan, besonders den Tschechen gegenüber. Diese sind von allen slavischen Völkerstämmen dem Deutschtum am gefährlichsten; einmal wegen ihrer starken Kopfzahl, zum anderen durch eine höhere Intelligenz, die sie vor den übrigen Slaven auszeichnet. Dazu kommt noch, bafo die Tschechen ein kräftig entwickeltes Nationalbewußtsein besitzen und den politischen Kampf mit einer Rücksichtslosigkeit, die ihresgleichen sucht, führen. Besonders schwer ist für die Deutschen in der Ostmark der Kampf um die Erhaltung ihres Volkstums, da ihnen auch die klerikalen und die adeligen Großgrundbesitzer feindlich gesinnt sind. Ebensowenig haben die Deutschen von der österreichischen Negierung etwas zu erwarten. Daß es soweit kam, lag au der Schlafmützigkeit und Gleichgültigkeit der Deutschen, besonders der deutschen liberalen Partei. Diese gab zu einer Zeit, da sie die Macht noch in den Händen hatte, den tschechischen Forderungen stets nach, und so wurden die Deutschen nach und nach -an die Wand gedrückt. Erst die Badeni'schen Sprachverordnungen rüttelten das Deutschtum aus feiner Lethargie auf. Mächtig setzte die deutsch-völkische Bewegung in Oesterreich ein. Sie darf getrost in die Zukunft schauen, auch wenn sie die Hilfe der Reichsdeutschen vorausfichtlich nicht zu erwarten hat. Durch die alldeutschen Gruppen um Schönerer und Wolf — Redner gehört zur Parteirichtung des letzteren — wird das nationale Bewußtsein in der deutschen Bevölkerung immer mehr geweckt. Diese Parteien verlangen vor allem die Einführung der deutschen Sprache als Staatssprache. Sie haben jederzeit den österreichischen Einheitsstaat gefordert, während die übrigen Völkerstämme nur sörderalistische Interessen verfolgten. Trotzdem werden die Deutschen von der österreichischen Negierung in keiner Wesse geschützt. Darum stellen die österreichischen Alldeutschen das Interesse um die Erhaltung ihres Volkstums dem Ctaatsinteresse voran und hoffen — mag man sie deswegen auch des Hochverrats u. dergl. bezichtigen — daß einmal die Zeit kommen werde, wo sie wieder mit ihren reichsdeutschen Brüdern vereinigt werden. Diesem Gedanken gab der Redner m einem von ihm verfaßten Gedichte, dessen Schlußstrophe hier einen Platz finden möge, Ausdruck: Und nennt man uns Träumer, Verräter am Thron, Laßt beißet die Glut im Herzen loh'n. Man bat auch jene einst Träumer genannt, Verspottet, verhöhnt, geknechtet, verkannt. Die dereinst träumten vom einigen Reich Und doch ist's geworden und keins ist ihm gleich. Drum tragt es im Herzen an Donau und Rhein: Das Deutschland der Zukunit muß Alldeutschland sein. Dröhnender Beifall folgte diesen Worten. Eine gemütliche Nachfeier schloß die in so erhebender Weise verlaufene Versammlung, die von der akadem. Jugend äußerst zahlreich, von dem Bürgertum dagegen nur schwach besucht war, was im Interesse der nationalen Sache sehr zu bedauern ist. ** Das Kaiserliche Postamt läßt bei den Env psängern von Postanweisungen und Nachnahmesendungen freiwillige Unterschriften sammeln, wonach die Unterzeichner auf die Bestellung solcher Sendungen durch die Postboten an den Sonntagen Verzicht leisten. Der Gedanke, auf diesem Wege den Bestellern dieser Sendungen einen leichteren Sonntagsdienst zu verschaffen, soll bei den Geschäftsleuten in unserer Stadt vielfach schon Entgegenkommen gefunden haben. ** Der nächtliche Besuch der Bahnhofswirt- schaft. Die Großh. Betriebsinspektion hier macht heute bekannt, daß zur Vermeidung ungehöriger Austritte, hervorgerufen durch Besuchen der Bahnhofswirtschaft, diese künftig von 1 b i s 31/2 Uhr nachts geschlossen sein wird. * Ex perimental vortrag über Radium. Ter Physiker Algardt aus Berlin wird heute abend 8 Uhr im Neuen Saalban einen Exverimcntalvortrag über das neue Wunderelement Radium halten. Wenn sckwn die Entdeckung der Nöntgenskrahlen ein großes Aussehen in der ganzen Welt erregten, so war das in noch viel höherem Maße der ftaU, als im Jabre 1898 das Ehepaar Curie in Paris zum ersten Male ein allerdings nur gan; winziges Quantum eines neuen Elementes herstellte, dessen Eigenschaften ans Wunderbare grenzen und heute noch den Männern der Wissenschaft rätselhaft sind. Tas Radium straht fortwährend Licht aus, das es aus keiner stcmden Quelle empfangen hat; dieses Licht durchdringt — wie die Röntgenstrahlen — Holz. Papier und selbst Metall; es schwärzt auch die photographische Platte. Außerdem sendet das Radium auch Wärmestrahlen aus, da es aus sich selbst 2 bis 3 Grad wärmer ist als seine Umgebung. Tie Radiumstrahlen finh_ auch in der Medizin zur .Heilung von Krebs und Lupus mit Erfolg angewandt tvorden; anderseits aber sind sie auch sehr gefährlich, indem schon durch einige Tausendstel Gramm Verbrennungen der Haut hervvrgernseu werden können, die sehr schwer heilen. Tie ganze Menge des bis jetzt überhaupt hergestellten, Radiums beträgt höchstens 5 Gramm; der gegenwärtige Preis dieses seltenen Stoffes beträgt 600 Mark für ein Tausendstel Gramm. lHerr Algardi besitzt 25 Milligramm.) Tie günstige Geleaenheit, dieses »runderbare Element kennen zu lernen, wird gewiß allen Gebildeten hochwillkommen sein. m. Wieseck, 6. Nov. Bei der am' o. November 51t Wieseck stattgehabten Gemein de ratswa hl wurden gewählt : Heinrich Becker mit 225 Stimmen, Melchior Küm - mel mit 221 Stimmen, Ludwig Deibel IV. mit 201 Stimmen. Damit haben die bürgerlichen Kandidaten einen glänzenden Sieg über den sozialdemokratischen Wahlverein davougetragen. Dieser hatte daftir agitiert, daß man die beiden bewährtet! Gemeinderatsmitglieder Becker und Kümmel nicht wiedertvählen solle. Mit erheblicher Majorität erfolgte aber dennoch deren Wiederwahl, und Wieseck hat damit erreicht, daß man ihm ferner nicht den Ruf zuschreiben kann, daß die Sozialdemokratie .Herrin der Gemeinde sei. d. Mainz, 6. Nov. Da8 israelitische Hospital mit Pfründner haus auf der Gonsenheimer Gohl ist vollendet und wird nach seiner Einweihung am 15. November, an welcher Feier die staatlichen und städtischen Behörden teilnehmen, seiner Bestinunnng übergeben. Der Plan zu den Häusern wurde vom Architekten Wiesth entworfen. Vorläufig können 16 bis 20 Kranke untergebracht werden. Die Anstalt untersteht einer Oberin, die in einen: Berliner Kranken- hause längere Jahr^c tätig war. Im Pfründnerhaus können zivöls Personen nntergebrachi werden. Der Bau der beiden Häuser stellt sich mit der Einrichtung auf 170 000 Mark. Bretzenheim, 5. Nov. Zur Erweiterung des OrtS» bauplanes kaufte die Gemeinde ein großes Stück Ackerland von hiesigen Grundbesitzern an und zahlte für das Klafter 10 Mk., um eS zu Bauplätzen und Straßen ein« zutcilen und wieder zu verkaufen. DaS angekaufte Gelände ist gerade so groß wie der jetzige Flächeninhalt des ganzen Ortes. bt Friedberg, 4. Nov. Gestern abend verunglückte der Handelsmann Leopold Meyer von Nidda zwischen Nicder-Wöllstadt und Bruchenbrücken dadurch, daß er glaubte in Friedberg zu sein und ans dem Eisenbahnwagen heraussprang. Er wurde auf der Stelle getötet. Bensheim, 4. Nov. Dem letzten N o d e n st ei n er, dem in Freiburg i. Br. verstorbenen Freiherrn Heinrich Ueberbrück von Rodenstein, widmete in der letzten Stadt- verordneten-Bersammlung Bürgermeister Dr. Frenay einen warmen Nachruf, in dem er die Verdienste des Verblichenen um die Stadt Bensheim rühmend hcrvorhob, sowie die Rührigkeit und Umsicht des verstorbenen Freiherrn als Mitglied des Stadtverordnetenkollegs kennzeichnete. fc. GuntersHausen, 4. Nov. An der gestrigen Jagd nahmen teil: der Großherzog, Prinz Heinrich von Preußen, Fürst zu Lich, Exz. v. Westerweller, Exz. v. Riedescl, und andere Herren. Erlegt wurden: 93 wilde Welsche, 325 Fasanenhähne, 5 Hennen, 1 Kreuzungsfasan, 4 Bantanhennen, 1 Rehbock, 53 Hasen, 83 Lapins. [] Marburg, 6. Nov. Mit dem Zuge um 5.54 Uhr heute nachmittag trafen in eigenem Salonwagen Herzog Albrecht von Mecklenburg nebst Gemahlin zum Besuche des Geh. Rats Professor Dr. Küster hier ein und wurden am Bahnhof von letzterem abgeholt. [] Kirchhain, 6. Nov. Als heute mittag die Familie des Hausmeisters Winkler vom Frhrl. v. Stummschen Schlosse in dem nahen Holtzhausen eine Ausfahrt unternahm, stürzte an einer abschüssigen Stelle der Wagen um. Von den Insassen blieb die Frau Winkler sofort tot, während der Kutscher schwere Verletzungen davon trug. fc. Frankfurt a. M„ 6. Nov. Am nächsten Mittwoch sind hier 25 Stadtverordnete neu zu wählten. Der Wahlkampf tobt auf der ganzen Linie. Vier große Gruppen stehen einander gegenüber: die Nationalliberalcn, die verbündeten Freisinnigen und Demokraten, die Sozialdemokraten und ein aus bem' Zentrum, dem antisemitischen deutschen Verein, der Freien avangelischen Vereinigung und der Mittelstandsvereinigung und einigen kleineren Körper- schasten hergestellter „Bund". Während die beiben ersten Gruppen, die Schulfrage (Simultanschuke) in den Vordergrund des Wahlkampfes gerückt haben, beschäftigen sich die Sozialdemokraten hauptsächlich mit der Steuerpolitik, die 4. Gruppe mit der Schul- und Steuerpolitik. Den beiden ersten Gruppen wird es schwer fallen, ihren Besitzstand gegen diesen Ansturm von rechts und links zu behaupten. Kleine Mitteilungen aus 5)essen und den Nachbarstaaten. Unter den Kindern in Hattenrod und Oppenrod herrscht so schlimm der Keuchhusten, daß mehrere die Schule nicht besuchen können. — Für die Gemeinden Lauter, Ober-Bessingen, Münster und Nieder- Bcssingen ist die Anlage einer Wasserleitung geplant. Bei der Bingmühle bei Lauter wurde ein bedeutendes Quellgebiet für angeblich 24 000 Mk. erworben. — In Hanau verunglückte bei dem heutigen Herbstrennen des dortigen lUanen- regiments Leutnant Buck durch Sturz mit dem Pferde. Er wurde bewußtlos vom Platze getragen. * Kleine Tageschronik. In Hersel bei Bonn zog eine Vittvrozcssion von der Kirche zum Friedhöfe, als ein Automobil in rasendem Tempo die Straße herunterfuhr, ohne Rücksicht auf die Prozession zu nehmen und ohne das Tempo zu mäßigen, fuhr das Fahrzeug mitten durch die Prozession. Ein dreizehnjähriges Mädchen wurde schwer, andere Personen leicht verletzt. — Ein gewisser Muck ans Malstatt-Burbach, welcher zurzeit eine 15jährige Zuckithausstrafe in Ensisheim (Els.) verbüßt, wurde wieder in das Untersuchungsgefängnis in Saarbrücken eingeliefert. Er hat im Zuchthause cingestanden, den vor zwei Jahren an der 18jährigen Katharina Dell aus Niedeiyalbach verübten Raub - und Lu st mord begangen zu haben. "Bei Erckel (Rheinl.) kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Gendarmen und polnischen Bergarbeitern. Ter Bergarbeiter Sr- bußk wurde dabei erschossen. — Als der Wirt Großjung m Horst (Rheinl.) seinen Pferdestall betrat, wurde er von seinem Knecht mit einer Mi st gabel in den Kopf ge st och en, sodaß der Tod sofort cintrat. Es liegt ein Racheakt vor. — Stettin wurde der Gefangenenaufseher Mindstädt wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Gefangenen mif. Befehl des Amtsgerichts verhaftet. — Wie aus Lure (Frankreich) berichtet wird, hat während einer Andacht in der Kirche von Tampierre eine Frau Karol ine Baumann auf den P f a r r e r B r i N a ein Attentat verübt, indem sie ihm zwei Messerstiche bec- brachte. Der Grund der Tat ist unbekannt.. — Tie, ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, Gräfin Montignoso,. yti in Florenz eingetrosfen. Ihre llmgcbung versichert, sie wtze große Hoffnung auf eine Vermittelung des Papstes. — Baron Rothschild in Wien schenkte der israelitischen Gemeinde zwei Millionen Kronen mit dem Wunsche, diese zur Aufstellung von Betten im israelitischen Hospital zu verwenden. — In El b e r- f e l d wurde bei einem Bahnübergänge ein Wagen, der trotz des Verbotes des Schrankenbcamten über das Gleis fuhr, von einem Zuge erfaßt: der Kutscher wurde herabgeschleudert und erlitt schwere Schädelverletzungen. Ein hinter dem Wagen gehender Lehrling wurde überfahren und getötet. — In K ö l n wurde ein Mann auf der Straße plötzlich irrsinnig.und wollte wm Kind an einem L a t e rn en p f a hl e aufhängen, ^er Bedauernswerte wurde nach der Irrenanstalt Lindenburg uver- führt. — Auf der Unteretbe bei L ü b e wurde ein Frachtewcr von einem englischen Tampfer überrannt. Der Ewer kenterte; oer Schiffer ertrank und einem Mann der Besatzung wurde cm «’Um gequetscht, er konnte sich aber mit dem zweiten Manne der satzung retten. — In Celle erregt das Gerücht, von dem B erseh winden des Pastors K. Aufsehen, der seit einigen -tzgen vermißt wird. Gleichzeitig soll eine in dem Haus des peinlichen beschäftigte j u n g e T a m e, die Tochter angesehener ^eute aus einem Torfe in der Umgegend, spurlos v e r s ch w u n o tm sein, nachdem sie zuvor eine größere Geldsumme bei , emcm Bankgeschäfte erhoben hatte. — Wie man aus TuriVsti i der Pfalz meldet, fanden auf der stein zeitlich en -unoer- lassung an der Eyersheimer Mühle A n s g r a b u n g c n statt, kurzer Zeit wurden in 40 bis 50 Meter,Ttefe, drei 1 - gruben freigelegt, deren Durchmesser je zwei Meter betrug Z.ahlreiche Tierknochen von Rind, Schwein, Hirsch •A'.\ reste, darunter die Hälfte eines Kruges mit steilem Hulse, lj i aus Kies und Knochen, Zierstücke aus schwarzem und weißem . . , ferner Bewursstücke von den hier gestandenen primitiven V bildeten nebst Asche und Herdsteinen den Inhalt der dem Ende oer Steinzeit angehörigen Wohnungsstellen der Urbevölkerung Vorpfalz. — Ter Präsident des östreichischen Touristenklubs,und Mitglied des Wiener Gemeinderats Tr. Spannagl, ist uet oei Klubpartie auf die Rar. von der Jnntalerwand 3UU JJceter a b g e st ü r z t und war sofort tot. - Kunst und Wissenschaft. Berlin, 4. Nov. Tas Verbot des Dramas „Der tote Löwe" von Blumenthal ftlr Berlin ist vom Oberpräsiden fei' l> c s! ätig t worden._________ ___ (HerlÄtssaat. Eine b ü b ische 9t a h r u n g s in i t t e l f ä l s ch n n g kam in der K ölne r Strafkammer zur Verhandlung. Ein 16jähriger Bursche hatte einem Verwalter B i e r aufs Feld tragen sollen, davon aber getrunken und das Gesäß daun mit — Urin nachge füll t. Das Gericht faßte den Fall als Nahrnngsfälschung auf und verurteilte den Burschen zu zwei Wochen Gefängnis. Lissa (Posen), 6. Nov. Die Strafkammer verurteilie den 13jährigen Schüler Adalbert Grzabka wegen Majestäts- b e l e i d i g u n g zu drei Monaten Gefängnis. Bautzen, 5. Nov. Tie Strafkammer verurteilte das Dienstmädchen Kal ich wegen Beleidiguna des Offizier- ko rps des 4. Infanterie-Regiments Nr. 109 zu 6 Monaten Gefängnis. Tas Dienstmädchen Ivar die strheb-^in ieiter ungeheuerlichen Gerüchte über wüste Orgien unter den Offizieren der Garnison.___ I «in 'M« ||L |_| | I IM 111111mm ■ ■ m-niir «■'«■'W.inr,,, .I.mum IW ,««««, -Handel und H>tikestr. WofslsivirlschafL. Vom Kohlenkontor. Tast das Koblenkontor, eine Einrichtung ist, die die K o h l e n k o n s u m e n t e n schädigt, haben wir vom Anbeginn gesagt. Wir sind auch der Meinung gewesen,, daß die Einrichtung aus dem ebenaenannlen und aus anderen Gründen eine Unterstützuna der Presse nicht verdient. Daß die Unzufriedenheit immer mehr wächst, beweist, daß das G r o ß h. H e s s i s ch e M i n i st e r i u m auf die so wenig segensreiche Tätigkeit des Kontors aufmerksam wurde und sich Auskunft von der Offenbacher Handelskammer erbat. Tiefe erstattete einen ausführlichen Bericht, in dem an d^r Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials der Nachweis geführt wird, daß dem kleineren und mittleren Kohlenhandel, in weit böhemm Maße aber der Industrie und dem Kl ein v erb'-au eh dureh die Maßregeln des Kohlenkontors eine e r h e b l i ch e S cki ä d i g u n g erwachsen ist. Der Amerikanische Tabak-Trust ist nunmehr,gegründet worden. Ter Vereinigung gehören an: die American Tabacco Co., die Continental Tabacco Co. und die Consolidated Co. Tas autorisierte Aktienkapital des Trust besteht aus 100 Mill. Toll, common Sbares und 8,0 Mill. Doll, preferred Shares. Weitere Einzelheiten liegen bis jetzt nickst vor. fc. Frankfurt a. M., 7. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. 311111 Verkaufe standen: 451 Ochsen, 202 aus Oestreich, 44 Bullen, 00 aus Oestreich, 800 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 321 Kälber, 495 Schafe und Hammel, 1801 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 71—73 Mk., 2. Qual. 67—70 Mk., 3. Qual. 60—64Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 58—60 Mk.: Kühe 1. Qual. 66—68Mk., 2.Qual. 63—65 Mk., 3. Qual. 53—55 Mk, 4. Qual. 44—46 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qual. 81—85Mg., Lebendgewicht 43—47 Pf., 2. Qual. 74—78 Pfg., Lebendgewicht 43—47 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 57—61 Pfg., Schafe: 1. Qual. 67—68 2. Qual. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.: Schweine 1. Qual. 60—61 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. Qual. 58- 59 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 3. Qual. 53—56 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. fc. Frankfurt a. M., 7. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktprcise. Weizen Mk. 17.00—18.00, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.75—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Franken- felderMk.18,00—18,75,HaserMk. 14.50—15.50,MaiSMk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. " 27.00—28.00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 25.50, 3. Qualität Mk. 23.00—23.50, Noggenmehl 0 Mk. 22.00—23.00,1. Qualität Mk. 19.50—20.50, Weizenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 9.75, Noggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk.00.00—00.00. ANes per 100 Kg. ab hier. Netteste Meldttttgen. Jnmsbruck, 7. Nov. Das Begräbnis des erstochenen Malers Pezzey gestaltete sich zu einer imposanten Trauer-Kundgebung der gesamten Bevölkerung. Der gewaltige Leichenzug, an dem etwa 5000 Personen teilnahmen, bewegte sich unter dem Geläute aller Glocken der Stadt von der Leichenkapelle auf dein Friedhöfe durch die Stadt und wieder zum Friedhöfe zurück. In den Straßen, die der Kondukt berührte, waren die Laternen umflort. Tausende von Menschen bildeten Spalier. Der vierspännige Leichenwagen wurde von 17 Chargierten nationaler Verbindungen von hier und auswärts geleitet. Auf dem Iohannesplatz, wo sich 15 000 Menschen cingesunden hatten, fand die Einsegnung der Leiche statt, wobei von dreihundert Sängern der Trauer-Chor gesungen wurde. Auf dem Friedhöfe wurde die Leiche in bciif städtischen Ehrengrabe beigesetzt. Bürgermeister Greil hielt eine ergreifende Ansprache, die den Getöteten als Märtyrer der deutschen Sache, als Opfer welcher Gewalttätigkeit bezeichnete. Pezzey habe auf dem Felde der Ehre einen schönen Tod gefunden. Die Bürgerschaft Innsbrucks werde feine Ruhestätte in Ehren halten wie jene der größten deutschen Männer. Hunderte von deutschen Mädchen und Frauen legten Vlumenspenden nieder. Ucbcr hundert Kränze trafen aus ganz Tirol meistens mit schwarz-goldenen Schleifen ein. Nach der Beisetzung belebten Tausende von Menschen die Straßen bis in den späten Abend hinein. Es herrschte musterhafte Ordnung. Paris, 7. Nov. Zwischen den Leutnants Letang und Altmayer, die am Freitag vor dem Gebäude der Deputiertenkammer abends miteinander handgemein wurden, ist ein Säbelduell ausgefochten worden, in welchem Altmayer eine leichte Verwundung davongetragen hat. Vom Kriege. London, 7. Nov. Tas Reut ersehe Bureau meldet aus Tschisu vom 5. d. Mts.: Dort sei der Dampfer „Tungus" nach fünftägiger Fahrt von Wladiwostok eingetroffen. Nach Aussagen des. Kapitäns dieses Dampfers sangen bie Festungswerke viele Meilen vor der Stadt an und werden in der Nähe der Stadt immer stärker. Die Stadt ist mit Munition, Lebensmitteln und ^schützen reichlich versehen. Beständig treffen dort beladene Tampfer ein. Die Europäer^ fühlen sich so sicher in der Stadt, das; sie sie nicht verlassen wollen. Die Japaner werden an ihr ein zweites P o r t A r t h u r f i n d c n. Es sind wahrscheinlich Unterseeboote eingetroffen; aber man läßt nichts über die Flotte bekannt werden. Der Hafen ist sieben Meilen miniert, vier Meilen mit Kontaktminen und drei Meilen mit elektrischen Minen. Postzüge laufen täglich ein und aus. Aus den benachbarten Kohlenwerken siud gewaltige Vorräte aufgehauft worben. Die Garnison glaubt nicht, daß sie in diesem Winter angegriffen oder zur Jckvasion von Korea aufgefordert werden wird. London, 7. Nov. Der „Standard" berichtet aus Tschiftl vom 5. b. M.: Die Japaner haben gleichzeitig bie russischen Forts PeijunZtschan, Jtfeschan und W a n g ki a n s ch an nach heftigem Nachtkampfe besetzt imb die Russen bei Liaojang zurü ckg-e drän g t. London, 7. Nov. Ter „Standard" meldet aus Tientsin vom 5 d Mts: Tie Japaner haben von ihren neuen Stellungen die K o h l e n l a g e r b e i P e i j u n g t s cki a u z e r - ft ö r t. A l l e r u s s i s cb e n Befestig u n g s w e x f c auf der Landseite seien in den Händen der Japaner Ter Gürtel der Werke sei durch ;apamsche Laufgraben und Annen gefallen. Tie Festung Erlungschan fiel nach mehreren nergeblicheii' Angriffen. Von Erlungschan aus wurden die russt- schen Werke in jeder Richtung unter Feuer genoinmen. Die heftige Beschießuiig wurde am 2. Nov. fortgesetzt und beschädigte alte Forts mehr oder minder. Tie Russen sollen besonders stark verschanzt sein bei Liaotischan, wo sie zehn große Marinegeschütze, zur Verfügung haben. London, 7. Nov. ,Daily Mail" berichtet aus Tanger vom 6. d. M.: Tie russischen Schiffe werden in Etappen nach Madagaskar fahren, wo sie Kohlen und Lebensmittel aufnehmen. Sie werden nach Möglichkeit nur französische Häfen a n l a ii f e n , zunächst Tatar in Senegnmbien. Das Kavgeschwader soll sofort zufammengezogen und verstärkt werden, während ein Teil der bei Gibraltar liegenden Flotte nach St. Helena, ein anderer Teil nach dem Snezkanal geht. Tie von Vigo eingetroffenen russischen Schiffe erhielten am 4. November Befehl, sofort weiterzufahren. Tie englischen Sckstffe werden durch drahtlose Telegraphie. mit den russischen Nachrichten austauschen können. Tas englische Geschwader besteht aus vier Linienschiffen und ging in westlicher Richtung in der Nacht von Gibraltar ab, ohne Siebter zu zeigen. Ein Marineoffizier erzählte, daß der r u s s i s ch e Admiral auf der Reise von Vigo den englischen Kriegsschiffen signalisierte: ,.Wenn Sie nicht Zurückbleiben, werde ich schießen!" Tie Antwort lautete: „Schießen Sie nur!" London, 7. Nov. Tas Reutrrsche Bureau meldet aus dem Hauptgnartier der russischen östlichen Armee: In den letzten Tagen waren beide Armeen untätig. Tie russischen Pioniere stellen unterirdische Wohnungen für die Truppen her zur Ueberwinterung in Mukden. Wegen Port Arthurs ist man in großer Sorge, weil die großen Geschütze verbraucht sind und keine Häuser mehr stehen.. Tie Russen häufen in Mukden Kahlen auf. Statthalter Alexejew verteilte vor seiner Abreise zahlreiche Orden. ö ä S94/1 E P m Z3 ö- V) Seelig’8 feinste Kaffee-Essenz 50% Kaffee-Ersparnis. Sekcnmtlnachung. Wegen Vornahme von §lanalisationsarbeiten wird die Löbcrsiraße zwischen Goethe- und Bleichstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 5. November 1904. GroWerzogti'tzes ^-sti mmt Gießen. _________ Herberg.________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bleichstraße zwischen Löber- und Ludwigstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 5. November 1904. Großherzogliweo Bolizeiamt Gießen. __Herllerg. Betamrrmachung. An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Heinrich Buttron III. von Hungen wurde in der Generalversammlung des Vorschuß- und Kreditvereins zu Hungen, e. G. m. u. H., am 23. Oktober l. Js. Heinrich Schmidt I. daselbst als solches gewählt. Eintrag im Genossenschastsregister ist erfolgt. Hungen, den 5. November 1904. D7/h Großherzogl. Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Göbelnrod für 1905/06 liegt vom 10. d. Mts. an 8 Tage lang auf dem Bürger- meistereibüreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Göbelnrod, den 6» November 1904. Großh. Bürgermeisterei Göbelnrod. Damm. 8259 Wermilielungsffeü'e für den Aw nnd Verkauf von Zuchtvieh im Anschluß an die Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberheffeu ZU Alsfeld. Wir vermitteln den An- und Verkauf von Zuchttieren der uns angeschlossenen Zuchtvereine, als: Simmentaler Herdbuchtiere (71 Vereine), Vogelsberger Herdbuchtiere (22 Vereine), Porkshire-, bezw. Deutsche Edelschweine (6 Vereine), Saaner Ziegen (9 Vereine). Listen über zum Verkauf gestellte Tiere werden auf Verlangen gratis zugesandt.__D8%o Jahresfest des Aechess. Vereins für innere Mission. Dienstag den 8. November, vorm. 10% Uhr im Gemeindehaus (Kirchstr. 9): Verband der Oberh. Erzrehungsvereine. Nachm. 4 Uhr ebendaselbst: Versammlung des Vorstandes und der Synodalvertreter mit den Mitgliedeim (Fragen und Sorgen der Krankenvflege, bes. der ländlichem Pfr. Schwabe.). 2Lbends 8 Uhr in der Stadtkirche: Liturgisch-musikalische Feier. Abends 9% Uhr: Gesellige Vereinigung in Stein's Garten. Mittwoch den 9. November, vorm. 10 Uhr: Jahresversammlung in dem Konfirmandensaal der IohanneSkirche: Morgenandacht (Pfr. Müller-Lauterbach). Christentum und moderne Literatur (Pfr. Werner-Frankinrt a. M.). v3/1* Mitbürger! Für die bevorstehende Stadtverordnetenwahl sind schon viele Kandidaten anfgestellt, darunter au ch Herr WlNN. Dieseitl Herrn haben wir Bewohner der Lörvengasse einzig zu verdanken, daß die Ecke an der Löwen- nnd Katharinengaffe weggekonnnen ist. Wir halten deshalb Herrn Winn als einen der besten Vertreter städtischer Interessen nnd bitten am Wahltage für denselben einzutreten. 0674«1 Mehrere Bcmhner her Löwciizaffe. Heitere Rekers 8249 824V Photographische Apparate Ende gegen IO3/4 Uhr. Anfang 8 Uhr pünktlich. 8080 Dunkelkammer zur freien Benutzung. — Katalog gratis. < WtthMllNg Reinrich ^oll , Telephon 292. Mäuöbnrg 7. Der Vorstand. Anfang 6 Uhr. Eintritt frei. Elegante Scttersweg 67 Gießen. Telephon 24^. Billigste Krafft! - Niederivalgern. 8267 IrT’EE’S Fischmarkt 20. 06663 06699 soiort gesucht. Fr. Hennings, Seltersweg 14. Bahnhofstraße 61. 7247 Setteröiveg 3b. mieten. 06722 Ticfenlveg 8. Serbe!. B7/11 Marktplatz 10. 8269 Marktplatz 15. 8280 06718] Em Dienstmädchen soiort Plenen Bane 2n. gesllcht. für Küche und Haus. 8261 sowie 8276 F. 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Vergebung von Rührleistungen. Die Anfuhr von 220 cbm Sand von der städtischen Sandgrube bezw. von der Kreuzung der 6. Schneise mit der Wannschneise nördlich der Licher Straße nach dem Bauplatz der höheren Mädchenschule an der Nordanlage soll Donnerstag den 10. d. M., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagssrist 14 Tage. Gießen, 7. November 1904. Städtisches Hochbauamt. Warnung! Warne hiermit jedermann, meinem Sohne Anton Lehna etwas zu borgen oder zu leihen, da ich für nichts hafte. [06736 Johannes Lehna, Steinb erg. Sonntag den 18. November: Ausfflisg Rnsch dem Windhoffi Jp In ähnlichem Sinne urteilen ‘viele Hunderte ‘von Zeitungen Berlin W. 57 Verlag vcm RIC1?. 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Edward Sulgebauer ist kein blotier Roman- Schreiber. Wer eine so berauschende Lieber.szene, wie man sie im Kapitel 12 vor sich hat, darst'-llen kann, ist ein Dichter. HambUrfferFremdenblMt. Ein hoher Zog von jugendbr' ,em Idealismus durchweht das Huch, laßt uns die Gestalt des Götz Krafft liebgewinnen und mit lebhaftem Interesse den weiteren Lebens- schicksalen dieses Vertreters unserer heutigen Jugend entgegensehen. Neues niincheuer Tagblatt. Tn Wahrheit haben wir es in Götz Krafft mit einem Werke zu tun, das psychologisch gut durebteftihrt ist und einen jung.Mann vorführt, der sich selbst überlassen im Kampf mit dem Leben,ringend um Erkenntnis, kämpfend um Tugend und Bewahrung sittlicher Reinheit. Hannoverscher Courier. So gewinnt das Buch die Bedeutung einer patriotischen Tat,indem cs Protest erhebt gegen alles Unreine, Streberhafte, Egoistische, Engherzige, was d. Entwickelung unserer Jugend zum Edelmenscbcntum entgegen- wirkt. Urteile Über Eand 7. Berliner Taffe’Patt, Berlin. Das «lies ist ptasrisca greifbar, in datier deutscher Sprache *- 1-7Ählt und trefflich komponiert. Der Dichter, denn das ist der Schilderet, hat alles in Lokalfarba getaucht. Er Bildet lebenswahre Rund- Ümalten. . . Lenge noch zittern die chtetrahlen nach, die ihre Erscheinung In unsere Se*-!e geworfen. Stadt-Theater Eichen. Direktion: H. und F. A. Steiugoetter. DicuStag den 8. Nov. 1904: Zweite Bottsvorstellung. Die Journalisten. Lustspiel in 4 Akten von Gustav Freytag. Eintrittspreise: Numer. Loge 1 Mk., nicht immer. Saal 40 Psg., Gallerie 20 Psg, 8195] ZUelncs Logtd Erlen- gasse 15 an kinderlose Familie zu verm. Näh. Neuenweg 15. 8093] Ein kleines, billiges Logis an ruhige, kleine Familie zu ver- Die Geschichte einer Jugend In vier Romanbänden von Edward Stilgebauer Band ff r Mit tausend Masten pre4 6arK4Dd Auflage 40 Tausend Scfc' Tie gegen Johannes Wilh. Becker Ehefrau ailsgesprochene Beleidigung nehme ich zurück. [06720 Heinrich Becker VII. IaNN-RkgensüM^ mit silbernem Griff gestern im Philosophenwald irrtümlich mitgenommen. Es wird gebeten, denselben dort wieder abzugeben. Männer - Riege des Turn - Verein. Dienstag den 8. November, Vg9 Uhr. 06739 I Möbl. Zimmer | 06715] Möbliertes Zimmer zu vermieten Hammstraße 11, II. 06716] Stübchen mit Bett zu vermieten________Maigasse 11. 06724] Schon möbl. Zimmer zu vermieten. Woltengaffe 21. 06738] Zwei einfach möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu vermieten. Kirchstraße 11. drncksvc-H sind 06632 Junger Hansvurfche Mittlvch den 0. November, nachmittags 2 Uhr,- werben im Bieker'fchen Saale versteigert: Möbel aller Arten, 10 Mille Zigarren, Weine, Liköre u. a. 8275s Geißler, Gerichtsvollzieher. Ein großer Posten zurückgesetzter, gekleideter Puppen PMngchlle, köpfe k. Tüchtiger Installateur aus sofort in daueriide Stellung gesilcht. Solche, welche schon aus Gaswerken tätig waren, erhalten den Vorzug. 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