154. Jahrgang Erstes Blatr. Freitag 7. Oktober 1904 ietzenerAmeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWB Gchvlpratze T. ttbrefle für Depeschen: Nnzetger Gtcßeu. Fernsprechanschluß Nr. bl. yeLugspretsr monatlich 7b Pf., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch oiePost Mk. 2.—viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für bie TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZellenpreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den pofit und allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Land* und .Gertchtssaal*: August Goetz; für den An« zeigenteil: HanS Beck. Nr. Ä36 Wrlch-iut rSgltch außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen» dlütter viermal in der Woche beigelegt. NotationSdruck u. Verlag der BrÜ h l'schen Unioers.-Buch-u. Stein« druckerei. R. Lang«. Ale heutige Mmmer umfaßt 10 Keiteu- KeKannlmachMg. In Großen-Buseck ist unter einer Schafherde die Räude ausgebrochen. Weide- und Gemarkungssperre ist verhängt. Gießen, den 6. Oktober 1904. Großherzogliches Kreis amt Gießen. ______________________ Dr. Breidert.________________________ Gießen, den 6. Oktober 1904. Betr.: Die Jahresberichte der Großh. Gewerbeinspektoren für 1904. Das GrMmzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 19. September l. J§. (Kreisblatt Nr. 125) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von drei Tagen erinnert. ______________I. V.: Dr. Wagner.________________ Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlages von Fünf vom Hundert, pro Monat September 1904 für den LieferungSverband Gießen pro 100 Kg. betragen: Hafer Mk. 16.55, Heu Mk. 7.35, Stroh Mk. 5.25. Gießen, den 6. Oktober 1904. Großherzoglich.'^ Kreisamt Gießen- ________________Dr. Breidert.________________ Bekanntmachung. Betr.: Gesuch der Eisenwerke Lollar um Genehmigung zur Erbauung einer Eisengießerei-Halle. Die Eisenwerke Lollar beabsichtigen, auf dem Werke in der Gemarkung Lollar eine Eisengießereihalle zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vorn Erscheinen dieser Bekanntmachung in der Darmstädter Zeitung, bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Lollar zur Einsicht der Jntereffenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großherzogl. Bürgermeisterei Lollar vorzubringen. Gießen, den 4. Oktober 1904. Großberzoglicbes Kreis amt Gießen. _______________I. V.: Dr. Wagner._______________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Goethe st raße, zwischen Südanlage und Wieseckbrücke, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 6. Oktober 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Mlrtische Tagesschau. Zum Lippeschen Erbfolgestreit. Tie „Nat.-Ztg." schreibt anscheinend offiziös: Als eine irrtümliche Auffassung des von dem Kaiser an den Grafen Lippe-Biefteft eld gerichteten Telegramms darf es bezeichnet werden, daß der Hinweis, der Kaiser könne im Hinblick auf die ungeklärte Rechtslage eine Regentschaftsübernahme nicht' anerkennen, einen Eingriff in die bestehenden Gesetze des Fürstentums darstellen soll. Vielmehr darf als gewiß gelten, daß die tatsächliche Uebernahme der Regentschaft durch den Grafen Leopold zur Lippe-Biesterfeld, insofern die Fortdauer der Negierung bis zur Entscheidung durch den Bundesrat und weiter durch einen Schiedsspruch gesichert werden soll, in llebereinstimmung mit dem Lippeschen Landesgesetze keine Anfechtung erfahren wird. Ter Kaiser wollte durch seine Verwahrung begründen, weshalb er das Militär nicht vereidigen läßt. Was den Protest, der Lippe-Schaumburgischen Linie betrifft, in dem ev. die Einsetzung eines Reichsverwcsers in dem Fürstentum Lippe verlangt wird, so würde eine solche Einsetzung allerdings mit den Lippeschen Landcsgesetzen nicht im Einklang stehen. Kein maßgebender Faktor in Preußen denkt jedoch an ein Eingehen auf diesen Vorschlag im Protest der Lippe-Schaum- bnrgischen Linie. — Tie Regentschaftsfrage kann und wird nur auf dem gesetzlichen Wege entschieden werden. In der B u n d e s r a t s s i tz u n g am Tvnnerstag wurde, nachdem der Vorsitzende des Hinscheidens des Regenten des Fürstentums Lippe ,gedacht hatte, der Antrag des fürstlich Schaum- burg-Lippes ivn Ministerium!- betreffend die Thronfolge im Fürstentum Lippe sowie eine den gleichen Gegenstand betreffende Eingabe des Grafen Erich zur Lippe-Biesterfeld-Weißenfels den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Jur Bundesrat sind die deutschen Bundesstaaten mit zusammen 58 Stimmen vertreten. Davon hat Preußen 17, Bayern 6, Württemberg 4, Sachsen 4, Baden 3, Hessen 3, Mecklenburg- Schwerin 2, Braunschweig 2. Alle übrigen Staaten, auch die drei deutschen Republiken Hamburg, Bremen, Lübeck, haben je eine Stimme. Wenn der Antrag der, Lippeschen Negierung auf Einsetzung eiiws unabhängigen Gerichtes znr nochmaligen Entscheidung der Tl ^'nfv'gersrage dem Bundesrat vorlieat, so haben allein die vier größeren Staaten Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen ein? Mehrheit der Stimmen, mit der sie den Antrag zu Falle bringen können. Es ist indessen iMt anzunehmen, daß auch nur einer der Bundesstaaten außer Preußen den Antrag Lippeö ablehnt. Tann bliebe, falls Preußen die Ablcbnung befürwortet, der größte deutsche Bundesstaat mit seinen 17 Stimmen in der Minderheit. Tie Frage, welchen moralischen Eindruck eine derartige Niederlage Preußens machen müßte und ob es zweckmäßig gewesen, die Eventualität eines solchen Mißerfolges hcraufzubcschwörcn, mag den Reichskanzler Grafen Bülow beschäftigen oder bedrücken, der für die Vertretung Preußens im Bundesrate verantwortlich ist. Man meldet heute aus Lage in Lippe, die Sitzung des Landtagsausschusses wurde gestern erst spät abends abgebrochen. Es wurde absolute Geheimhaltung der Ausschußberatungen beschlossen. Unter dem Titel „Erlebtes aus Detmold" veröffentlicht der bekannte Rechtslchrer Professor Tr. Kahl, ein persönlicher Freund des verstorbenen Grafregenten von Lippe, dessen Sachte er von Anfang an vertreten hat, Betrachtungen über die Person des Grafregenten und die Rechtslage, in der er auch, so schwer es ihm wird, denn er nennt sich kaisertreu bis in die Knochen und auf den letzten Blutstropfen, Stellung nimmt gegen das Telegramm , in welchem der Kaiser die Tlwonfolgeföbigkeit der Söhne des Regenten nicht anerkennt. Er schreibt: „Es gibt eine zwei- K Art der Opposition, eine Opposition der Untreue und eine ffition der Treue. Tie meinige ist und will nur sein die der Treue. Wo ich überzeugt fein muß, daß die Rechtsauffassung meines allerhöchsten irdischen Herrn nicht die richtige ist, muß ich reden, wenn ich Beruf dazu habe. Beruf dazu habe ich als Lehrer des öffentlichen Rechts, als solcher kann ich nicht vertreten oder geschehen lassen, was mir als öffentliches Unrecht erscheinen will. Tiefen Standpunlt haben die beiden Reichskanzler Bismarck und Hohenlohe, welche sachlich überzeugte Anhänger des Biesterfelder Rechts gewesen sind, vollauf gebilligt. Was ich selbst in der Sache fördern kann, schätze ich ungemein gering ein, aber ich rechne auf die vornehmsten Hilfskräste, ich vertraue unerschütterlich auf den Gerechtigkeitssinn meines Kaisers, au die Einsicht des Bundesrats und des Reichstags. Ich rechne au die. patriotische öffentliche Meinung und die aktive Mitwirkung meiner wissenschaftlichen Kollegen. Ein gerechtes Richten können Gegner und Freunde nicht versagen. Um diese Bitte handelt es sich jetzt ganz allein. Alles andere ist spätere Sorge." Als Bundesratsbevollmächtigter, den der neue, mit Heiterkeit vom Lippeschen Landtage „begrüßte", Prätendent Graf Erich zur Lippe-Weißenfeld ernannt hat, wird Tr. Vollmar von Wurmb in Zoppot bezeichnet, dessen Persönlichkeit in Detmold gänzlich unbekannt ist. (Tr. v. Wurmb, früher Stadtrat in Gera, ist seit einigen Jahren Bürgermeister des westpreußischen Badestädtchens Zoppot. D. Red. d. „Gieß. Anz."- Ein Blutbad in Portngiesisch.Westafrika. .In der .Deputiertenkammer zu Lissabon teilte Marineminister Gorjao mit, daß eine von der unter dem Befehl des früheren Gouverneurs von Mofsamedcs und Huila, bc.3 Kapitäns Codo Ägniar, stehenden Expedition gegen die Kuan- Hamas abgezweigte Abteilung beim Uebergang über den Hunene- lluß vom Feinde überrag und heftig angegriffen worden sei. Die aus 499 Mann bestehende Abteilung habe einen Verlust von 254 Toten und 50 Verwundeten gehabt. Unter den Toten befinden sich 15 Offiziere. Die Hauptkolonne sei auch ins Feuer gekommen, habe aber keine nennenswerte Verluste gehabt. Tie Agence Havas berichtet aus Lissabon weiter: Tie 499 Mann starke portugiesische Abteilung, welche beim Uebergang über^den Kunenefluß vom Feinde überrascht wurde, bestand aus 255 Europäern und 244 Eingeborenen. Von den ersteren sind 109, von den letzteren 145 tot oder verwundet. Tie Abteilung bestand aus ^zwei Zügen Kavallerie, vier Zügen Eingeborener und drei Zügen europäischer Infanterie sowie einer Sektion Artillerie. Der Feind hatte während der Nacht einen Hipsterhalt gelegt. Tie Negierung beabsichtigt, eine Expedition von 5000 Mann zur Bekämpfung der Kuanhamas auszurüsten und die Besatzungen und die Sckiiffsstationen in Angola zu verstärken. Der Kunenefluß bildet die Grenze Zwischen der portugiesischen Kolonie Angola und Deutsch-Südwestafrika, und es ist deshalb erklärlich, daß Deutschlands Interessen durch einen Aufstand in jener Gegend gleichfalls bedroht werden können. Trotzdem halten wir eine unv aus Portugal zugehende Privat- meldung, derzufolge die deutsche Negierung infolge der Erhebung der Kuanhamas abermals beträchtliche Truppenmassen nach Südafrika schicken wolle, für verfrüht. Deutsches Reich. Berlin, 6. Okt. Der Kaiser ist heute nachmittag von Danzig nach Hubertus stock abgereist. — Die „Nat.-Ztg." erklärt die Meldung eines venezianischen Blattes, daß der Kaiser im November in einem italienischen Hafen mit dem König von Italien Zusammentreffen werde, für phantastisch und das Gerücht, der Kaiser werde im Frühjahr eine neueMittel.- meerreise unternehmen, für eine Willkürliche Kombination. — In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde auch der Vorlage betr. die Gestaltung der Ausprägung der Fünfzigpfennigstücke zugestimmt. Heilbron n, 6. Okt. Heute fand hier eine Konferenz >er Vertreter der Neckaruferstaaten Baden, Hessen und Württemberg statt, um über die von württembergischer Seite vorgeschlagenen Vorarbeiten für einen Großschiff- ahrtsweg von Mannheim bis Heilbronn zu beraten. Es wurde beschlossen, eine ständige technische Kommission zu bilden, die aus höheren technischen Beamten >er drei Uferstaaten besteht. Der technische Entwurf für >ie württembergische Neckarstrecke soll von dem hydogra- chischen Bureau in Stuttgart, derjenige für die badische Strecke von der badischen Rheinbau-Jnspektion Mannheim Kirche und Schule. Berlin, 6. Okt. Die Stadtverordneten nahmen nach lebhafter Debatte einstimmig den Antrag an, welcher die Haltung des Magistrats gegenüber dem kollegium in der Angelegenheit derGewährungstädti- ' ch e r S ch u l r ä u m e z u a n d e r e n a l s S ch u l z w e ck e n billigt und die Erwartung ausspricht, der Magistrat werd ' auch künftig die Rechte der Stadtgemeinde und der Selbstverwaltung g e g e n ü b e r u n b c r e ch t i g t e n Eingriffen wahren, au. Im Laufe der Debatte hielt Oberbürgernreister Kirschner eine Rede, in welcher er die Berechtigung des von der Schulaufsichtsbehörde erhobenen Anspruchs (nach welchem jene Gewährung ihrer Genehmigung unterliege) bestritt und hinzufügte, der Magistrat werde in dieser ernsten Situation, so ernstz wie sie er, der Redn'er> an dieser Stelle noch nicht erlebt habe, fest und bestimmt die Rechte der Selbstverwaltung Zrahren. Paris, 6. Okt. Zwischen dem Präfekten des Departe^ ments Seine et Oise und dem Gemeinderat von Eorbeille sind Streitigkeiten ausgebrochen. Der Präfekt hatte nämlich den Gemeinderat aufgefordert, als Ersatz für die geschlossenen kongreganistischen Schulen neue Schulen bauen zu lassen; der Gemeinderat lehnte es jedoch ab, die hierflir notwendigen Mittel zu bewilligen. Der Präfekt hat nunmehr dem Gemeinderat eine Frist von 14 Tagen bewilligt, innerhalb welcher dieser dem Befehl^ nachzukommen hat.' Ausland. Rom, 6. Okt. Doktor Baccari, welcher von tet, italienischen Regierung mit der Mission betraut wordew war, nach dem belgischen Kongo zu reisen, um festzustellen, in wie weit die klimatischen Verhältinsse die Gründung einer italienischen Kolonie ermöglichen, erklärte einrnv Journalisten, daß am 2. Juli ein Ver giftun g sv ersuch ge gen ihn unternommen worden sei. Prag, 6. Okt. (Landtag.) Zu Beginn der Heutigert, Sitzung sprach der Statthalter die Hoffnung aus, daß die stellenweise unerträgliche Notlage die streitenden Deutschenund Tschechen einander näher bringen werde. Die Regierung glaube klar zu sehen, daß der Wunsch nach 'Frieden sich auf beiden Seiten rege, weil die Landbevölkerung dirngend Hilfe fordere und Industrie und Handel den nationalen Frieden als sichere Grundlage für ihre Tätigkeit erwarteten. Im Laufe der Sitzung setzten die Deutschen ihren Obstruktionsantrag durch. Nach Vornahme der Abstimmung wurde die Sitzung unterbrochen. Gegen Schluß der Verhandlung erklärten die Tschechen, die Regierung sei schuld an der gegenwartigeit Lage, da sie die sprachliche Gleichberechtigung nicht gewähre, die Schule zu Germanisierungszwecken mißbrauche und die wirtschaftliche Krisis zur Lahmlegung der tschechischen Opposition ausnütze. Die Tschechen seien stets bereit gewesen, zum Friedensschluß das Ihrige zu tun; die Rechte des tschechischen Polkes könnten sie aber nicht preisgeben und sie seien daher entschlossen, den Kampf gegen d as herrsch en de System fortzusetzen, wenn den Rechten und Bedürfnissen des Landes und hes tschechischen Volkes nicht entsprochen werde. Zara, 6. Okt. Ein dalmatinisches Blatt erhob kürzllch gegen den Statthalter Bandel den Vorwurf, er äußerte sich, er halte nichts vom dalmatinischen Ehrenworte, während er tatsächlich gesagt hatte: „Im Dienste gebe es kein Ehrenwort". Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit gab heute im dalmatinischen Landtage der Abg. Eingria die Erllärung ab, daß alle Abgeordneten überzeugt sind, der Statthalter habe durch sein Verhalten das Land schwer verletzt und sie würden dem Landtage solange fernbleiben, wie der Statthalter im Amt sei. Der Statthalter verließ hierauf unter Abzugrufen den Saab, während der Regierungsvertreter im kaiserlichen Auftrag den Landtag für geschlossen erklärte. Belgrad, 6. Okt. Ueber die Reise des Königs wird aus Kraljevo gemeldet: Der König kam um 3 llhr hier an. Der König ging überall unter die Bauern und unterhielt sich mit ihnen. In Mucoviza begannen die Bauern auf die Obrenovitsch zu sch impfen. Der König verbat sich das und sagte: Die Obrenovitsch haben ihre großen Verdienste um Serbien, die ihnen niemand absprechen darf! In Guberevzi tanzte der König mist Bauern Kolo. Er versprach, mit der Regierung darauf hinarbeiten zu wollen, daß die Steuern reduziert werden^ In Kraljevo wurde der König von einem Kavallerieregiments das hier garnisoniert, feierlich empfangen. In letzter Zeit war das Gerücht verbreitet, in der hiesigen Garnison herrsche große Unzufriedenheit, und die Offiziere bereiteten Demonstrationen vor. Alle Befilrchtungen habew sich jedoch als grundlos erwiesen. Saint Louis, 6. Okt. Die heutige Feier des deut- chen Tages liahm einen glänzenden Verlauf. Der deutsche Botschafter, Freiherr Speck von Sternburg, teilte folgendes Telegramm des Kaisers Wilhelm mit:1 Den wackeren Bürgern Amerikas, die gewollt haben, daß der Weltausstellung in Saint Louis die Feier eines deutschen Tages nicht fehlen soll, entbiete ich zu diesem Feste meinen kaiserlichen Gruß und Glückwunsch. Möge der Tag in ungetrübter Freude begangen werden als würdiges Zeugnis dessen, was in der erstaunlichen Entwickelung des großen transatlantischen Freistaates die deutsche Einwanderung bedeutet. Rominten, 6. Oktober. Will)elm. Aer Krieg zwisltien Japan und Außland. Port Arthur. Tokio, 5. Oki. Die Port Arthur blockierende japanische Flotte brachte eine Dschunke mit Lebensmitteln auf, welche in den Hafen einzufahren achte. Aus den Aussagen der Mannschaft geht hervor, daß eine auS 8 0 Dschunken bestehende Flotte existiert, welche gebildet ist, um von der Umgegend von Tsingtau auS die Blockade zu brechen. Trotz der Wachsamkeit der Blockade« chifse erreichen viele Dschunken die russischen Linien. Auf der unteren Halbinsel befindet sich eine Anzahl Landungsstellen. Die Dschunken fahren nachts ein. Die ruffischen Geschähe und die Minenfelder gewähren ihnen einen Vorteil vor den Blockadeschiffen. Die Japaner hegen den Verdacht, daß auch Munition eingeschmuggelt wird: bisher wurde aber in den durchsuchten Dschunken, deren Zahl mehrere Hundert beträgt, keine Munition gefunden. London, 6. CFL Wie „Daily Telegraph auS Tschifii vom 5. Oktober meldet, wird dort ein Bnichstück eines Zettels in chinesischer Schrift mit der Unterschrift General Stössels gezeigt, welcher besagt, daß am 25. September vor Port Arthur Ruhe geherrscht batte. Die Japaner hätten nochmals Waffenstillstand zur Beerdigung der Toten verlangt; das Verlangen sei jedoch ab gelehnt worden. Nach anderen Berichten batten die Japaner am 24. und 25. September wiederum versucht, den Hohen Hügel zu stürmen, seien aber zurückgeschlagen worden. Auch ein Ausfall der Russen sei mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden. London, 6. Okt. Aus Tschifu nrirb weiter berichtet; Z a I) V tofe Leichen liegen im Tote. Ter Verwesungsgerun> ist durchdringend. Unter den I a pan ern hcriwt die B eri ° Beri-Krankheit und in der Besatzung von p o r t n r t y u r der Tttpbus. , .. nl . Varis, 6. Okt. Bon drei Offizieren die o^cnerckl «-'tösiel mrs Bort Arthur an den Zarenabsandte,,st nur einer als Ueberbrinaer nichtiger ongeblich nicht binro Erestmisie iibcrMtcr No dichten in Beterhof emgctrosfen Mc anderen beiden sollen den Japanern m die Hande gefallen sein. Au? der Mandschurei. Petersburg, 6. Okt. Der Korrespondent der „Birschewiia W^domosti" telegraphierte seinem Blatte unter dem gestrigen Datum: Nach den vorbereitenden Verteidig- ungsarbeiten zu urteilen, kann man wohl annehmen. daß General Kuropatkin nicht die dlbsicht hat, Muk - d en au fzu geben. Wir die ganze Armee sind Grdhütten gebaut worden, die beguem und warm sind. Täglich treffen in Mulden japanische Reiter ein, die General Misch- tfchenko gefangen genommen hat. Ihr Aussehen ist erbarmungswert: sie sind ausgehungert und starr vor Kälte. Wichtige Geschehnisse haben sich nicht ereignet. _ Petersburg, 6. Cft General Ssacharow meldet dem Generalstabe vom 5. Oktober: 21m 4. Oktober verdrängte eine feindliche Abteilung in der Stärke von etwa vier Kompagnien und einer Eskadron unsere Feldwache bei Hunlinvu nach Westen. In der Nähe der Eisenbahn erhielt die Feldwache Verstärkungen und eine von unseren Kavallerieabteilungen rückte von Westen vor und fiel dem Feinde in den Rücken. Der Feind zog sich unter Verlusten zurück. — Eine von unseren RcckognoSzier- ungsabteilungen näherte sich unter dem 4. Oktober den Steinkohlengruben von Jentai von Norden her bis auf vier oder fünf Werst. Bier japanische Eskadrons und drei Kompagnien gingen vor der Vorhut unserer Abteilung eilig zurück. Unsere Kavallerieabteilungen zogen gegen 6 Uhr abends, nachdem sie die Stellung des Gegners eingehend besichtigt hatten, pach ihren Standorten zurück. Unsererseits ist ein Kosak gefallen sowie ein Offizier und zwei Kosaken verwundet. Der Feind hat einige Verluste erlitten: zwei Japaner wurden gefangen genommen. Mukden, 6. Okt. (Havas.) Statthalter Alexejew ist hier ein getroffen, um mit General Kuropatkin eine Besprechung zu haben. — Die Japaner organisieren in der Mongolei, in den Gegenden westlich von Mukden, die an der Grenze liegen, zahlreiche Tschunscbusen- b an den, die von den Japanern befehligt werden, um zu versuchen, die Eisenbahn zu zerstören, und zu verhindern, daß die Russen die Mongolei verproviantieren. Kleine Meldungen. Tokio, 6. Okt. ^Reuter. 3 Grai Okumo hielt beute hier eine Rede, in welcher er erklärte: Tie Nation müsie sich auf ernen langen Krieg norbcreiten, dessen Tauer man unmöglich vorausse^m könne, der sich aber wenigstens zwei Jahre hinziehen und eine Ausgabe von 2 M illiarden V cn verursachen werde. Japan werde fm nächsten Jahre 500 Millionen Yen auf dem Anleibewege, austringev müssen. Redner ermahnte die Nation, mit ihren Hilssauellen auszubalten und sprach sein unerschütterliches Vertrauen zu den schließlichen Erfolgen Japans aus. — Die Gouverneure der Bräfekturen hatten heute eine Besprechung mit dem Ministerium. Tie Aus- gaben her Prafekturverwaltungen sind seit dem Beginn des Krieges um 20 Millionen Ben geringer geworden. Weitere Ersparungen werden durchgefuhrt. Husschußsthung des sandwiNsch.igsich.'N Vereins für die Provinz Hberüeffen. Gießen, 6. Okt. Die Sitzung des Ausschusses des landw. Vereins für hie Provin; Oberhessen fand, wie an gekündigt, heute nachmittag 3 Uhr im Hotel zum Prinzen Karl hier statt. Eine Anzahl der Mitglieder war entschuldigt. 46 Mitglieder de? Ausschusses waren anwesend. Seitens der Negierung nahm Oberregieru.ngsrat Tr. Hölzinger an den Verhandlungen teil. Der Hess. Landwirtschaftsrat war nicht wie gewöhnlich durch seinen Generalsekretär vertreten, da dieser mit der Ausstellung in Düsseldorf beschäftigt war. Das Großherzogtum Hessen ist auf der Obstausstellung dort mit einer Grundfläche von 500 Quadratmetern vertreten, die mit den ausgesuchtesten und edelsten Obstsorten des Landes besetzt ist. Der Präsident, Oekonomierat Sch lenke eröffnete die Versammlung gegen 3y4 Uhr., begrüßte die Versammlung und den Vertreter der Regierung und widmete dem verstorbenen Mitglieds des Ausschusses, Sr. Erlaucht dem Grafen Otto zu Sotms-Laubach, einen warmen Nachruf. Danach wurden ca. 30 neue Mitglieder ausgenommen. Der 2. Punkt der Tagesordnung: Die DoranSfiditlicI)^ Wirkung der Lahnkanalisation auf die Landwirt- schäft der Provinz Oberhessen und der angrenzenden Gebiete entfesselte -hne lebhafte Aussi :ache. " r r rsitzende, Oekonomierat Sch lenke, legte die Entstehungsgeschichte und den Entwicklungsgang des Vereins für die Lahnkanalisation dar und verglich die Wirkung der Kanalisation der Fulda mit der in Aussicht stehenden Kanalisation der Lahn. Für die Landwirtschaft Obcrhessens und der angrenzenden Gebiete würde der projektierte Kanal wenig Gutes bringen, er würde den Import von ausländischem Mehl und Getreide fördern, und das heimische Produkt würde schwerer verläusiich werden. Wie der Fuldakanal lediglich fremdländische Waren von der Weser nach Kassel bringe, so würde der Lahnlanal fremdländisches Mehl und fremdes Getreide vom Rhein die Lahn herauf bringen und den Absatz von Getreide an die zahlreichen Gvoßmühten im Gebiet der unteren Lahn von Oberhessen aus beseitigen oder weseni» lich erschweren. Der Vorsitzende empfiehlt, dem Projekt der Kanalisation der Lahn nicht etwa hindernd in den Weg zu treten, aber jcdmsalts darauf hinzuwirkcu, daß die Benutzung d r kanalisierten Lahn für den Frachtverkehr so gestaltet werde, um eine angemessene Verzinsung des gesamten Anlagekapitals ünd der Jpstandhaltuntz der Fahrrinne und ihrer Anlagen zu gewährleisten. Hkgen die Ausführungen des Präsidenten Wandte sich zunächst Provinzialdirektor Dr. Breid er t Mit dem Vorredner ist er in d.em Punkte einig, daß Schiffahrtsabgaben auf der kanalisierten Lahn erhoben werden müßten, bestreitet aber einen ungünstigen Einfluß durch die Kimstw-asserstraßa auf die Mißverhältnisse von landwirt- chaftlichen Produkten. Die Ausführungen des Provinzialdirektors Dr. Brei- dert rufen neue Kämpfer in den Streit, die sich meist gegen leite Ausführungen richten. Nach langer Debatte schreitet man zur Mstimnrung über eine vom Vorsitzenden vorgelegte Erklärung Ausschusses: 1. Die Landwirte der Provinz haben von der Lohnkanalisation keine Förderung, sondern eher eine Schädigung ihrer Interessen zu erwarten. 2. Trotzdem wollen sie sich dem Projekt, das anderen Erwerbszweigen (Ment, nicht hindernd in den Weg Tellen. 3. Sie erwarten aber, daß der Güterverkehr auf der kanalisierten Lahn n i ch t ab g ab en frei gestaltet wird, cdaß sich die. von der Hess. Regierung für die Kanalisation, für die Hafenanlagen und die Unterhaltung der Fahrrinne und ihrer Anlagen hergegebenen Kapitalien angemessen verzinsen. 4. Bei der Kanalisation ist Rücksicht zu nehmen auf die ttmlichste Ent- und Bewässerimg der anliegenden landwirtschaftlichen OKnmdstücke. Im Interesse eines nicht überreichen Wasserstau des in der Fahrrinne im Winker und eines ausreichenden im Hochsommer wird die Anlage von Talsperren in den Öncllgebieken der Lahn und einzelner Nebenflüsse der Labn dringend empfohlen. Die Vorteile solcher Einlagen würden dem projektierten Lahnkanal und der Landwirtschaft im Flußgebiete der Lahn dienlich sein. Punkt 1 dieser Erklärung wird gegen sechs Stimmen, Punkt 2 gegen zwei Stimmen, Punkt 3 und 4 werden einstimmig angenommen. An dieser Debatte beteiligten sich der Vorsitzende, die .Herren Provinzialdirektor Dr. Breidert, Oekonomierat Hoffmann, Prof. Dr. GiseviuS, Oekonomierat Leikhiger, Abg. Brauer, Gg. Dickster, Oekonomierat Schede. Mehrere der Herren kamen wiederholt zum Wort, und die Debatte würde den ganzen Nachmittag in Anspruch genommen haben, wenn man nicht eingelehen hätte, daß ein Einverständnis doch nicht erzielt werden konnte. Die Mendlampe beleuchtete schon die Versammlung, als endlich zum dritten Gegenstand der Tagesordnung: Errichtung eines Zen tra lzu ch tv Lehm ar kte s, hier Feststellung der Anforderungen an die t>etr. Marktgemeinde, zur Verhandlung kam. Es besteht die Msicht, alljährlich einen Zentralzuchtviehmarkt in der Provinz abzuhalten. Die Zahl der Herdbuchtiere der Vogelsberger und Sinvmenkbalerrasse hat derart zugenommen, daß den Züchtern dieser edlen Tiere Gelegenheit geboten werden muß, jdaS überflüssige Zucht- material auf einen Markt zu bringen, der von Züchtern ans Oberhessen und den benachbarten preußischen Provinzen besucht wird und diesen Gelegenheit bietet, erstklassiges Zuchkmaterial zu erwerben. Vorbildlich für dieS Unter- nebnen ist der Zentralzuchtviehmarkt in Oberbaden, in Radolfzell. Dort kommen alljährlich über 1000 Stück edler Bullen und weibliches Zuchtmatcrial zum Verkauf. Aus Baden und wohl aus fast assen deutschen Bundesstaaten, aus Oesterreich-Ungarn, Italien, selbst auS Amerika kommen Käufer dabin, um Zuchtmaterial zu erwerben. In diesem Jahre wurden für 240 000 Mark Zuchttiere verkauft, die meist im Besitze von Bauern aus d'm Schwarzwald, aus dem Seekreise, aus betii Amte Meßkirch ?c. waren. Der badische Staat hat für diesen Zuchtviehmarkt eine Hosse gebaut, die ca. 900 Stück Vieh faßt und mit ihren Nebenanlagen 70 000 Mark gekostet hot. — So großartig soll hier nicht angefangen werden. Als Markt st ädte kommen Gießen, Butzbach und Hungen i(n Frage. Von diesen Städten müßte gefordert werden die Einrichttmg eines besonderen M arktPlatzes mit einer Markthalle, die mindestens 400 Stück Rindvieh auf- n ehm en kann. Der Platz müßte ca. 4 Morgen groß sein. Aus dem freien Platze sind für 2—300 Stück feste Anbindevorrichtungen hcrzustetten. Es ist für Tränkwasser zu sorgen und außerdein für geeignete Musterungsplätze. Die Stadt sorgt für Stretimaterial, für Aufsichtspersonal, Wachen und Polizcimannschast. Das Präsidütm bleibt be- aufttagt, mit den in Frage kommenden Stadtvertretungen in Verhandlung zu treten. In einer weiteren Sitzung soss die Platzfrage entschieden werden, je nach dem Entgegenkommen der Stadtvertretungen. — -Auch in dieser Frage entstehen lebhafte Auseinandersetzungen, an der sich zehn Herren, einzelne mehrere Male, beteiligen. Es wird Schluß der Sitzung beantragt wegen der vorgerückten Zeit, aber zwei weitere Gegenständ? der Tagesordnung müssen zur Erledigung kommen, und auf Bitten des Vorsitzenden wird der Antrag zurückgezogen und die Verhandlungen gehen weiter. Um die Fortsetzung der Herausgabe des Gießener Wetterdienstes auch für den Winter zu unterstützen, werd.'n vom Ausschuß weitere 150 Mk. bewilligt, uud nach langer Debatte auf Antrag des A u f s i ch t s r a t c s der landwirtschaftlichen Winterschule Alsfeld auf Verwissigung von Mitteln zur Drainierruig d?s Versuchsfeldes die 'angeforderten 660 Mark bewilligt.- Dann erst, es ist 71/4 Uhr geworden, ist der Vorsitzende in der Lage, die Sitzung schließen zu können. Vier Gegenständ der Tagesordnung mußten unerledig:: bleiben. Die Wintersaison unserer landw. Vereiustätigkeit hat begonnen. Sorgloser als in der guten Jahreszeit, in der Zeit der Sorge uud der nur durch eine kurze Nacht unterbrochenen Arbeit, kann der Landwirt die Vereinsversammlungen besuchen und lann Anregungen empfangen, die ihm in s.etnem Gewerbe von Nutzen sind und ihn zum Nachdenken anregen über das, was ihm dienlich ist. Alib £tndt und Land Gießen, den 7. Oktober 1904. ** Personalien. S. K. d r stlroßherzog haben den Kanzleiwärter bei der Ober-Nechnungstammer Brunner zu Darmstadt zum Kanzleidieuer uud Hausbeschlicßer bei dem Staatsministeriimi ernannt. — S. K. H. der Groß- Herzog haben dem Oberwachtmeister Lommel im (^roßh.. Gei.darmeriekorps die Krone zum Silbernen Kreuz mit Schwertern des Verdienstordens Pl)ilipps des Großmütigen verliehen. L. U. Promotionen. Im Monat September 1904 wurden an der Landesuniversität promoviert: ßiun T)r. jur.: ! Friedrich Ioutz, GerichtSakzessist aus Mainz, ßiun Dr. nied.: I Hugo Naü, approbierter Arzt ai;3 Frankfurt a. M., Walter Siebeck, approbierter Arzt aus Gießen, Sigmund Wertheim, approbierter 2lrzt aus Gießen, Karl Scriba, approbierter Arzt aus Alten-Buscck, Georg Köhler, approbierter Arzt aug Worms, Wilhelm Brillertp, approbierter Arzt aus Fulda. Zum Dr. med. vH.: Felix CoenderS, approbierter Tierarzt aus Warbepen. ßiim Dr. phiL: Heinrich Maffing, Lehramts- akzeffist aus Griesheim, Friedrich Schrod, Cand. hist. auS Offenbach. ** Der Rektor der Ludwigs-Universität ist in geschäftlichen Angelegenheiten Mittwochs und SanlstagS von 12—1 Uhr im Rektoratszimmer zu sprechen. ** Besichtigungsreise. Bekanntlich hatten Mitglieder der Stadtverwaltung und der städtischen Schlachthos- Deputation eint Montag eine Reise znr Besichtigung von Schlachthöfen und be5 Theaters in Dortmund unternommen. Gestern abend kehrten die Herren nach Gießen zurück. Es hatten an der Reise teilgenommen: Oberbgm. Mecum, Schlachthosdirektor Dr. Liebe und die Mitglieder der Schtachthausdeputation E. A. Sack und Schlörb (die drei letztgenannten haben nur an den Schlachthofbesichtigungen eilgenommen), ferner Architekt Gerbet, Beig. Heyligenstaedt, die Stadtv. Hauboch, Schaffstaedt und Kirch, sowie Prof. Dr. Fromme (die beiden letztgenannten Herren beteiligten sich an der Theaterbesichtigung). Das Ergebnis der Reise wird in einer der nächsten Stadtverordnetensitzungen zur Sprache gebracht werden. Bei der Besichtigung des Dortmunder Theaters wurde die Wahrnehmung gemacht, daß die innere Einrichtiing im allgemeinen recht zufriedenstellend sei. • * Der Taschcnsahrplan für das Winterhalb, jahr, in unserer Druckerei für unsere Abonnenten hergestellt, liegt der heutigen Landauflage unseres Blattes bei. * • Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der hciite fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe wurden folgende Gewinne gezogen: 10 000 Mk. auf Nr. 38986 (nach Mainz), 5000 Mk. auf Nr. 23539 46808 85463, Gewinne von 2000 Mk. aus Nr. 4030 5273 11684 20261 44334 62155 70787 77537 80591 89670 94561 96097 .99240. (Ohne Gewähr.) * • Erhöhung der Branntwein- und Spiritus- preise. Infolge der hohen Kartoffclpreise hat der Spiritusring den Preis für Spiritus und Branntwein wiederum erhöht und damit dem Brennereigcwerbe eine erhebliche Mehr- cinnahme geschaffen, welche indirekt auch der gesamten, Kartoffeln produzierenden Landwittschast zum Teil zu gute kommt. Die Erhöhung der Spirituspreise pro Liter um 10 Psg., d. h. von 25 Psg. auf 35 Pfg., macht sich selbstverständlich in den Kreisen der Konsumenten unangenehm fühlbar. Die Wirte aber empfinden c6 schwer, daß sämtliche spirituosen Getränke einen Preisausschlag erfahren haben, vielleicht sogar weiter noch erfahren werden. • • Weihnachtspakete für Angehö rige der Ostasiatischen Bes.'atzungSbrigade können noch bis zum Feste in Ostafien eintreffen, wenn sie spätestens am 18. Oktober im Besitze her Speditionsfirma Rohde u. Co. in Hamburg sind. Für jeden Empfänger darf nur ein Paket im Höchstgewichte von 10 Kilogramm aufgegeben werden. Die Pakete sind mit genauer Bezeichnung des Absenders und des Empfängers sowie beß Truppenteils und Garnisonortes des letzteren zu versehen; sie müffen frei gemacht sein, baß Bestellgeld für Hamburg ist vom Absender gleich mit zu entrichten. Die Versendung von Hamburg auS erfolgt kostenfrei. Die beiden Mädchen, die vor einigen Tagen in der Wohnung eines hiesigen Arztes, von außströmcndem Gas betäubt, bewußtlos aufgesunden und in die Klinik gebracht worden waren, sind nunmehr gesund und ohne daß der Vorfall schlimme Folgen gehabt hat, auS der Klinik entlaßen worden. * • Kinematograph. Auf Oswaldsga rten ist seit heute „93 r ä M er § Original-Edison-Ekektro- BioScop" (verbesserter Kinematograph!) ein getroffen. Schon morgen abend 8 Uhr wird mit den Vorstellungen begonnen. Die uns vorliegenden Zeitungen auS anderen Städten, wo Herr Brühler seither Vorstellungen gegeben hat, loben das Unternehmen alle; überall wird die Klarheit und Deutlichkeit der Bilder, sowie auch die Reichhaltigkeit des Gebotenen hervorgehobcn. Etliche Blätter behaupten sogar, daß BrählerS Vorführungen alles bis jetzt auf diesem Gebiete Dagewesene weit übertreffen. Die Gießener Schaulustigen werden diese Schensivücdigkeit sicher kennen lernen wollen. •• „Respekt vor dem Rock deS Großherzogs." In einer hessischen Garnison war, so schreibt uns ein Leser, ein Mann zu einer 14 tägigen Uebung' eingezogen worden, welcher ans Versehen vom Kammer-Unteroffizier einen Rock erhalten hatte, an dessen Kragen sich der Gefreitenknopf befand. Der Mann trug diese Auszeichnung auch mit Stolz; er war ein strammer Soldat, so daß der Hauptmann feine Freude an ihm und die Absicht hatte, den Oberheffen am vorletzten $ac L Steinhäuser. 1 Mit. N. 'n sich 1 wird Pracht Zunder mnete — Wieseck, 7. Okt. Wie uns mitgeteilt wird, wurde tie hiesige Gemeinderatswahl vom Großh. Kreisamt für ftngiltig erklärt, weil nur ein Beisitzer dem Wahlakte bei* vohnte, während nach dem Gesetz deren zwei anwesend sein müssen. 6. Altenstadt, 6. Okt. Einen sauberen Vertreter hatte der hiesige Arzt Dr. M. in dem cand. ined. Fr. aus Ettlingen i. B. Er erschwindelte sich bei mehreren Leuten größere Geldbeträge unter der Angabe, er würde sich binnen Kurzem als praktischer Arzt dauernd in Altenstadt niederlassen. Nun ist er auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Uebrigens hat sich herausgestellt, daß er schon längere Zeit wegen andernorts verübter Schwindeleien im Fahndungs- blatt ausgeschrieben war. Mainz, 6. Okt. Das Bischöfliche Ordinariat giebt den Gläubigen die nachstehenden Bestimmungen aus den Entscheidungen des hl. Apostolischen Stuhles über die Leichenverbrennung kund: 1. Jedem katholischen Christen ist es streng verboten, einem Feuerbestattungsverein als Mitglied beizutreten. 2. Der katholische Geistliche muß jede Beteiligung bei einer Feuerbestattung ab# lehnen. 3. Einem jeden katholischen Christen, der den diesbezüglichen Geboten der hl. Kirche zuwibcrhandclt, muß die Spendung der hl. Sakramente versagt werden. [] Marburg, 6. Okt. Auch die Kolonialwaren- Händl er Marburgs beabsichtigen jetzt der Einführung des 8 Uhr-Ladenschlusses für sich und verwandte Gewerbe näher zu treten. In der Papier- und Bekleidungsbranche ist der 8 Uhr-Ladenschluß bekanntlich am 1. Oktober zur Einführung gelangt. Kleine Mitteilungen aus dessen und den Nachbarstaaten. Ein nationaler Gesangswettstreit findet in Langgöns am 8., 9. und 10. Juli nächsten Jahres statt. S. K. H. der Großherzog hat einen ersten Ehrenpreis gestiftet, und außerdem stehen noch eine größere Anzahl Ehrenpreise zur Verfügung. n9 Don :ntunb Nm der der drei gtingen ■Wb* le. Qu folgende 6 (nad) Gewinne t 44334 •99240. Vom Kriege. London, 7. Okt. ,.Tailv Telegraph meldet aus Tschifu vom 6. Okt.: Ein angesehener, in Port Arthur ansässiger Deutscher wurde durch eine Granate getötet. Tie Granate flog durch das Dach des Lagerhauses bis in den Keller, obgleich man glaubte, daß das Dach bombensicher eingedeckt sei. — Ten Kaufleuten in Port Arthur ist der Verkauf ihrer Mehlbestcmde abge- nommen worden. Tas Mehl wird jetzt durch den Stadtrat verkauft, der für das Vud 8.50 Mk. verlangt, während die Kaufleute _ben Preis auf 21 Mk. schraubten. — Tie Soldaten der Garnison überreichten dem General Stössel eine Adresse, in der sie ihre respektvolle Bewunderung für den tapferen Führer ausdrücken und erklären, sie ttnirben seinem Beispiele folgen; Port Arthur könne dann niemals fallen. Paris, 7. Okt. Ter Petersburger Korrespondent des „Echo de Paris" gibt folgende Einzelheiten über die Absetzung des Kontreadmirals Fürsten Uchtomski wieder: Als Fürst UckKomsbi nach dem Ausfälle vom 10. August ohne erhebliche Verluste und entgegen den ausdrücklichen Befehlen des Zaren in den $3 cif en von Port Arthur zuruckkehrte, berief der Kommandant der Festung General Stössel ein Ausnahmekriegsgericht ein, das aus den rongälteften Ma-! rineofsizieren und den höheren Offizieren der Garnison der Festung bestand. Das Gericht erklärte den Admiral für unfähig, das' Geschwader noch weiter zu führen und ernannte gleichzeitig den Schiffslapit n Wiren zum Kontreadmiral und Kommandanten des Gesä'waders. Diese Beschlüsse sind sodann von dem Statthalter Alexejew und von dem Zaren genehmigt worden. Kampfe gegen den Kle r i 5 a li s m u s ans zu- + demokratischen und sozialen Reformen trotz der ckngrrsfe der Antirepublikaner und der ehrgeizigen Streber zu verwirklichen. Diese zuletzt erwähnte Bemerkung, die sich gegen die Deputierten Doumer, Mille- r a n d und Genossen richtet, ist noch durch eine besondere Resoluron vertscharft worden, in der die Haltung der btffta denken Radikalen ausdrücklich getadelt wird. Schließlich totirbe noch eine Sympathieadresse für den Ma- rmemiNister Pellet an einstimmig angenommen. Paris, 7. Okt. Prinzessin Luise von Ko bürg erklärte, sie iverde nicht gestatten, daß vom Prinzen bestellte Aerzte auch nur ata Zeugen an der von den Aerzten ihrer Wahl vorzunehmenden Untersuchung teilnebmen. Ueberhaupt sei sie entschlossen, keine einzige ihrer Forderungen aufzugeben. Cbambery, 7. Okt. 300 Bauern der Ortschaften Moyans und Cbignin haben trotz des Einschreitens der Gensdarmerie in der Gemeinde St. Andree die vorgenommenen Kanalisierungsarbeiten zerstört, durch die sie des Wassers beraubt worden waren. Lissabon, 7. Okt. In hiesigen Militärkreisen ist man über das Schicksal des Expeditionskorps in Süd- Angola, aus tausend Mann bestehend, sehr beunruhigt. Der Telegraph im Innern Süd-Angolas ist unterbrochen. Es fehlen daher nähere Einzelheiten. Alle Hofseste wurden abgesagt. Basel, 7. Okt. Beim Brande des Stadttheaters ging die ganze Garderobe im versickerten Wert von über 200000 Franes zu Grunde. Unt ir den Garderobestücken befinden sich auch nicht versicherte Krß'ime einzelner Künstler unb Künstlerinnen. Dagegen konnte der an den Hauptbau des Theaters an# stoßend^ Requisiten-Raum, der in Höhe von 120 000 Francs versichert ist, gerettet werden. Bei den Löscharbeiten v er u n g lü ck- t e n zwei Feuerwehrleute, indem eine Leiter brach und die beiden in die Tiefe stürzten. Einer ist tödlich, der andere minder schwer verletzt. Petersburg, 7. Okt. Hier zirkulieren Gerüchte, daß von unbekannten Tätern versucht worden sei, die Wachen der Peter-Pa ul-Festung durch Beimischung von Arsenik in die Morgensuppe zu vergiften. Es war beabsichtigt worden, politische Gefangene aus dem Gefängnis zu befreien. Telephonisch©^ Kursbericht. F nnkfnrt a. 7. Oktober. 3l/t% Reichsanleihe . . 101.80 30/0 do. ... 82.80 3V,o/g Konsols .... 101.75 30/0 do 90.05 •^/VVo Hessen .... 100.05 31/» % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 102.00 4Vr,% Oesterr. Biiberrente 100.70 4% Ungar. Goldrente . . 100.35 40/g Italien. Rente , . . 103.90 4i/i% Portugieser , . . 72,80 3°/ Portugiesen. .... 61.85 1% C. Türken .... —.— Türkenlose —.— 4% Griech. Monopol.-Anl. 47.90 4l/,% äussere Argentiner —.— 3O/o Mexikaner .... 29.40 4,/2% Chinesen .... 90.55 Electric. 8 oh ackert . . . 120.00 Nordd. Lloyd . . . . 105 45 Kreditaktien .... 213.00 Diskonto-Kommandit. , . 193.40 Darmstädter Bank . < . 142.70 Dresdener Bank .... 155.90 Berliner Handelsges. . . 161.60 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.70 Lombarden .... 18.00 Gotthardbahn 190.00 Laurahütte 252.50 Bochum ...... 213.80 Harpener 219.00 Tendenz: schwach. Herr San.-M Dr. med. B. Obermeyer's Herba-Seife gegen Hautleiden und Hautunreinigkeiten an Patienten abgegeben. Ich war mit den Erfolgeit sehr zufrieden. Herba-Seife z. h. i. all. Apoth., Drog. u. Darf. p. St. 50 Pf. u. 1 Mk. sa23/» gar nicht gut. Da hast du hv16/t t das Kindchen beim Schlafengehen. — Dann bettelt Muttchen, gib mir einen Bonbon". Die verständige '* ": „Bonbons verderben den „Müde bin ich, geh' zur Muh'" O spricht cs: „9 , , „ O Maina schüttelt den Kopf: Magen und sind für Kinder , ... u .. Obvei Fay's Sodener Mineral - Pastillen. Die schmecken gut, bekommen vortrefflich unb nützen mehr gegen deinen Husten, als alles Zuckerwerk. — Nun leg' dich und schlaf' EM» süß!" Für 85 Pfg. in allen Apotheken, Drogerien und WF B Mineralwasserhdl. erhältlich. hvlc/9 von Sebastopol (Rußland) brach ein großer Brand aus, roo. durch kolossale Munitionsvorräte vernichtet wurden. ,n Ocscr, ädten, roo (ofjfll bdS rmtfiifeit tttH hkektro« en. iritus. iritus. oitberum )t Mkhr. en, Kar. ? kommt. 10 Psg, chänblij ar. Nr cht k« ze der noi bis tenS am lutto. m Paket im m. Nie i/nb bfS te3 bcS Qß Be- latznr in )cm k gebracht j der Lor- ! entlassen Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 19. Sonntag nach Trinitatis, den 9. Oktober: chott-sdieust. In der Stadtkirche. Vormittags 9’/, Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Matthäusgemeinde, zu der besonders die Eltern und Angehörigen der Kinder eingeladen werden. kncvs be- ,'äntt fei"' vermochte«. • Auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Der Leutnant Freiherr Rinck v. Bälden st ein in Karlsruhe, der infolge de§ Eheskandals mit der schon etwas angejahrten Fran Rechtsanwalt Dr. Schlesinger-Mannheim, die bereits Großmutter ist, in letzter Zeit viel genannt wurde, ist, wie aus Karlsruhe gemeldet wird, auf unbestimmte Zeit beurlaubt .worden. Dieser ^Urlaub auf unbestimmte Zeit" scheint mit dem definitiven Abschiede des Offiziers endigen zu wollen. * Infolge des Genusses verdorbener Wurst starben in Grellingen bei Basel vier, in Flavi in St. Gallen zwei Personen, außerdem sind noch einige erkrankt und schweben in Lebensgefahr. Zwei Metzgermeister, bel denen die verdorbenen Waren gekauft waren, sind verhaftet worden. * @in furchtbares Unglück wird au§ Zermatt (Schweiz) berichtet. Die Pferde einer Postkutsche mit acht Touristen gingen durch und das Fuhrwerk stürzte eine 45 Fuß tiefe Böschung hinab. Vier Jnsaffen wurden sofort getötet, die andern schwer verletzt. * Brände. Auf Bismarcks früherem Gute Kniep# H 0 f bei Naugart in Pommern wurden mehrere Wohnhäuser durch Feuer vernichtet. Eine Frau und ein Kind sind verbrannt. — Ein Großfeuer zerstörte vergangene Nacht zum Teil die Eschweiler Drahtfabrik. Eine Betriebsstörung tritt nicht ein. — In den Munitionsfabriken folge der Explosion sollen eine größere Anzahl Menschenleben vernichtet sein. Genauere Angaben liegen zur Stunde noch nicht vor. * Kleine Tage sch ronrk. Ten heutigen norddeutschen Morgenblättern zufolge herrschen an der Lübecker, Hamburger und an der holländischen Küste orkanartige West stürme. Bäume werden entwurzelt und Fabrikeffen sind eingestürzt. Bei Nieuwediep und Prmiiden gingen Fischerschiffe unter; 15 Mann ertranken. — Ter 20jährige Buchhalter Ulrich in Berlin unterschlug 5000 Mark und entfloh. — Ein Landfuhrwcrk wurde bei Schön ellguth in Schlesien von einem Bahnzuge erfaßt. Eine Landwirtsfrau wurde getötet, der Kutscher wurde schwer verletzt. — Tlie Professorsgattin Laurenti wurde in Neapel am Gahnhofsbuffett von ihrem früheren Liebhaber erschossen. Letzterer schoß sich dann selbst in die Brust. — Fabrikant Breitwisch in Köln, welcher 1878 wegen Falscheids zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt worden war, ist gestern im Wiederaufnahmeverfahren s r e i gesprochen worden. — In Basel brach Feuer aus im Stadttheater. Ter Jnnenraum war gegen 4 Uhr total aus'gebrannt. Tie Feuerwehr ist machtlos, sodaß die anstoßende Kunsthalle schwer gefährdet ist. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. — Bei der Staatsdruckerei in Budapest wurde eine größere Unterschlagung entdeckt. Es zeigte sich, daß Pakete mit Briefmarken, Stempelformularen, Wechiselblanketten weniger Wert enthielten, als darauf angegeben war. Eine Unter- suchnng ist eingeleitet. 7795 Die tief trauernden Hinterbliebenen: Familie Bachmann. Familie Etzemüller. Gießen (Frankfnrterstr. 95), den 7. Oktober 1904. Die Beerdigung findet Sonntag den 9. Oktober, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes ans statt. Todes-Arrzeige. Gestern abend 11 Uhr verschied nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter grau Msckthe LchnM Witt. im Alter von 54 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Berka 3 Stück junge, 7 Borerrüden gefti H. Gtmnrer, Frank Ein säst neuer ürmifi' Militär-Müilttl billig zu verknusen. Näheres in der Expedition d. Bl. 7785 Für bie so sehr wohltuenden Beweise der Tcilnnhnie bei dem Hinscheibcn ihrer inniggeliebtcn Mutter sagen tiefgefühlten Dank Emma EClsngeBhöffer, geb. Schuster, Kiingelhöfffer, Oberstleutnant beim Stabe des Jnf.-Regts. Graf Barfuß (4. Wests.) Nr. 17. Gießen, Mörchingen, den 5. Oktober 1904. 7793 Bekanntmachung« Mehr als ein Drittel der Uhren-, Gold- und Silberwaren- HLndler Hal bei Großh. Kreisamt die Einführung des 8 Uhr- Ladenschlußes hiv ihren Berufszweig beantragt. Um eine Ab- ftimmimg aller Beteiligten herdeilühren zu föimeu, ist in Gemäß- Helt des Z S der Bekauntmachimg, betreffend das Verfahren bei Anträgen aus Verlängerimg der Ladenjchlußzeit, vom 25. Januar 1902, eine Liste der beteiligten Gejchästsliihader ausgestellt worden. Ich bringe dies mit dem Aniügen zur allgemeuien Kenntliis, dag diese Liste in der Zeit vorn 10. bis einschließlich 22. Oktober d. % während der üblichen Geschäftsstunden auf dein Bürger- meisterei-Büreau, Zimmer Nr. 15, zur öffentlichen Einsicht aus- liegt. Einsprüche gegen die Richtigkeit inid Vollständigkeit der Liste können voii deli beteiligten Gefchästsinhabern bis zu»n Ablaus der Offelilegungsfrrsl schristlich oder zil Protokoll erhoben werden. Nach Ablauf der Frist vorgebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Gießen, den 6. Oktober 1904. . , B7/10 Der von Großh. RrciSamt Gießen bestellte Kommissär: Curschmaiin, Beigeordneter.________________ !Mli>s Barten. MUS Barten Erste Vorstellung: Samstag de» 8. Lktobcr, abends 8 Uhr. Brähler’s Original-Edison-Elektro- bedeutend verbesserter kiiiemalograpli bringt einige hundert neue, hier noch nie gezeigte Aufnahmen zur Vorführung. Eintrittspreise: 1. Platz 60 Pfg., 2. Platz 40 Psg., 3. Platz 30 Psg., Kmder halbe Preise. 05872 Es ladet höflichst ein Au**. Brühler. Zn jeder Vorstellung gelangen andere lebende Photographien zur Vorführung, dieselben sind 2Öqm groß und unerreicht klar und deutlich. Beginn des diesjährigen Unterrichts Mstiig Den 10. Atobcr im Kotcl Einern. Unterrichtsplan: 25 verschiedene Hof-, Rund- u. Kontretäiize Ein Richierlerucu uiid nicht vollständig perfektes Tanzen uubediugt ausgeschlossen. Annieldungen uiid Einsicht des Prospektes Moltke- stratze 20, part., täglich uiid nur bis Louutag den 9. Oktober. — Unterricht wird zur Befriedigung aller Stälide eingeteilt. 7779 Hochachtungsvoll Emäi Cpth urJ Fö’au Tanz- und Fechtmeister. ausgedild. aus der Hochschule der Tanzlehrkunst zu Berlin. 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