Nr. 210 •rlfttint tLgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien« Glätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck iu Verlag der Brü Glich«, Untvers.-Buch-u. Stein- drucleret. R. Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulpratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. dl. WWMMRWWWMRS Erstes Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 7. September 1904 Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt ftr den Kreis Gießen BerngSpretSr monatlich 75 Pf^ viertel» jäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zwergstellen monatlich 6a Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bte Tagesnurnmer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12^31«, avLivärtS 20 Pfg. verantwortlich für den poltt. und allgem. Seil: P. Wtttko: für ,Stadt und £cmb* und ,Gericht§saal": August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Die heutig« Kummer umfaßt 10 Seiten. Volitifche Tagesschau. Zur Verlobung des Kronprinzen. Der amtliche Teil des „ReichKcmzeiger" enthält eine Bekanntmachung des Ministers des königlichen Hauses, in toeleber mitgeteilt toitb, daß die Verlobung des Kronprinzen mit der Herzogin Eäoilie von Mecklenburg mit Bewilligung des Kaisers sowie unter Zustimmung der Kaiserin, des Großbepzogs von Mecklenburg-Schwerin und der Mutter der Braut am 4. d. M. im Jagdschloß Gelbensande stattgefunden hat. Dieses frohe Ereignis werde auf Befehl des Kaisers hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Am nächsten Montag findet iw Schlosse zu Schwerin eine Galatafel statt, der auch das Kaiserpaar bei- wohncn wird. Wie in gut unterrichteten Kreisen Hannovers verlautet, wird der Kronprinz, nach seiner demnächst stattfindenden Verwährung im königlichen Residenzschlosse zu Hannover Wohnung nehmen. In den Kreisen ehemaliger Offiziere kursiert seit einigen Tagen das Gerücht, daß der Kronprinz nach seiner Vermählung in irgend ein militärisches Kommando nach Hannover versetzt werden solle. Man niwmt an, daß der Kronprinz in das Königs-Ulanen-Regiment eintreten wird. Doch sind dies bisher nur Vermutungen. Neber das Datum der Hochzeit des deutschen Kronprinzen ist vorläufig noch n i chts b estimmt. Cs wird jedoch in untere richteten Kreisen als unwahrscheinlich bezeichnet, daß 'jie noch in dies em Jahre stattfindet. * Mimsterwechsel m Preuße«? Der Oberpräsident Dr. Wentzel in Hannover soll demnächst in das preußische Ministerium eintreten. So wird in Hannover versichert. Dr. Wentzel steht beim Kaiser von seiner früheren Tätigkeit in Wiesbaden her in bestem Ansehen. Man hat in Regierungskreisen in Hannover seine Berufung in das dortige Oberpräsidium nur für einen Uebergangsposten angesehen und ist der Ansicht, daß nach der Unterredung, die der Oberpräsident Mitte August mit dem Reichskanzler Grafen Bülow in Norderney hatte, Dr. Wentzel als Minister des Innern in Aussicht genommen ist. Man glaubt, daß seine Uebersiedelung nach Berlin in der Zeit der Eröffnung des Parlaments stattfinden wird. Nach des Frhrn. v. Mirbach Fall auch noch der Fall des preußischen Ministers' des Futtern Frhrn. v. Hawmer- st e i n? Das wäre ein ganz ungewöhnlicher Erfolg der öffentlichen Meinung, die hartnälttg den Spendensammler und den Minister zusammen genannt hat, obwohl Frhr. v. Hammerstein im preuß. Abgeordnetenhause versuchte, Herrn v. Mirbach von den Rockschößen zu schütteln. Wir vermögen einstweilen an eine Erschütterung der Position des Herrn v. HamMerstein nicht zu glauben Frhr. von Hammerstein galt stets als besonders gern gesehen an maßgebender Stelle, der gewaltige Eistr seiner Polenpolitik kann ihm trotz des Zentrumsgrolls auch nur genützt habet:. Wenn schon ein preußischer Minister amtsmüde sein soll, dann dürfte dies wohl am ersten auf den Handelsminister Möller zutreffen, dessen seit längerem etwas elegische Sttmmung durch die sthlgeschlagene ,Ziber!uia"-Ver- staatlichung sicherlich nicht gebessert worden ist. Vorspiel zmn Bremer Parteitag. R. Berlin, 6. Septewben Der sozialdemokratische Parteitag in Bremen verspricht gewiß mancherlei Interessantes zu bringen. Aber, was uns betrifft,, so möchten wir den Blick besonders auf eine Persönlichkeit richten. Nichst auf Bebel oder Kantsky oder Schippel oder sonst einen „Rufer im Streit". Nein, auf einen Mann, dessen Namen wir bisher nichlt. 'einmal kennen, der aber hinlänglich gekennzeichnet ist, um ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Mir meinen den Delegierten der Parteigenossen in Braunschweig und Altenburg. Ihm ist nämlich in aller Form dvr ehrenvolle Auftrags geworden, als Hüter der Ordnung, als Sturmbeschwörer in Bremen aufzutreten; er soll „in der entschiedensten W«eise" zur Verhinderung ähnlicher Vorkommnisse wie in Dresden Mitwirken! Hoffentlich verfügt der mit diesem Mandat Betraute über -die erforderlichen Eigenschaften, über eine weithin schallende Stimme und eine robuste, Respekt einfiößende Erscheinung. Denn anders nützt die Entschiedenheit zu nichts. In Bremen werden die Geister ebenso heftig austrn- andergernten, wie in Dresden. Dafür sorgt der Fall Schippel, sorgen die Anttäge des Parteivorstandes über oie gerechteste Art, einem widerspenstigen, gegen die Grundsätze und sogar gegen die Beschlüsse der Parteiorganisation „gröblich verstoßenden" Genossen den Stuhl vor die Tür zu setzen. Ganz zu schweigen von kleinen Enthüllungen, die 0(i und dort eifrig, aber still vorbereitet werden, Ueber- raschungen, die nun einmal eine Spezialität der Sozialdemokratie sind. Was noch alles die vom „Vorwärts" mitgeteilten 11 7 Anträge zum Parteitag enthalten, das tritt gegen die persönlichen Auseinandersetzungen in den Hintergrund. Da taucht z. B. in mehreren Anttägen der alte, stets mit einiger Heiterkeit begrüßte Wunsch wieder auf, den Alko- h o lm i ß b r a u ch in der Arbeiterschaft zu bekämpfen. Die Frage wird ein'ach auf die nächste Tagesordnung gesetzt werden und von dieser auf die übernächste usw. Eher schon ist daran zu denken, daß dem „Wi ll kü rrr g im e n t in Rußland" int Anschlnst an den verunglückten Königs berger Prozeß eine besondere Debatte gewidmet tmrd. Auch die Maifeier gilt immer noch, nicht als erledigt, ttotz aller Beschlüsse. Kurz und bündig bezeichnet der Antrag der Magdeburger Genossen als die „vornehmste Art der Maifeier" die A^eitsrrche. Richtig, die „vornehmen" Deute tun nach dem Volksmund gar nichts. Aber ist diese vornehme Art den Arbeitern etwa eine besonders sympathische? Dem Parteigenoffen Halfter in Berlin ist ein origineller Gedanke gekommen, ,chie demonsttative Wirkung der Maifeier zu erhöhet: die Anlegung eines Demonstra- tionsabzeichenA. Das wäre also gewissenmaßen der erste s ozialdeMokratische Orden. Welch ein Medaillenregen würde sich ergießen! Nur ist eine wiederum leicht zu Mißhelligkeiten führende Frage, wie das Abzeichen aussehen soll, mit dessen Anschaffung und Einführung kurzer Hand der Parteivorstand beauftragt wird. Und erkennt denn nicht ein Genosse ohne weiteres den anderen, wie ein Freimaurer den „Bruder"? Bedarf der Bourgeois" eines weiteren Hinweises, als der gänzlichen Ent^ltsamkeit von der Arbeit, dieser vornehmsten Art der Maifeier, um den zielbewußten Genossen von anderen unorganisierten Arbeitern zu unterscheiden? Doch, was soll man erst dazu sagen, daß ein Antrag der Parteigenoffen vom 3. Hamburger Wahltteis so ziemlich die unpopulärste Einrichtung — eine Klebegesetz, ein führen will! Feder Parteigenosse muß danach Marken kleben, monatlich 15 Pfg., zum Besten der Parteikasse. Sechs Marken im Rückstand, und der Säumige wird „als zur Partei zugehörig nicht mehr angesehen." Ein höchst drakonffches Klebegesetz. Die Mitgliedskarte wird auf Herrn.....ausgestellt. Also nicht einmal auf den „Genossen". Das schlägt dem Faß den Boden aus. Diese Hamburger Antragsteller scheinen verkappte Reaktionäre zu sein. * Der DerbandStag der Viehhändler Deutschlands hat in seiner Generalversammlung in Berlin gegen den Entwurf des Viehseuchengesetzes Stellung genommen Beteiligt sind daran 21 Beüeine mit 1582 Mitgliedern Am 5. August hat im kaiserlichen Gesundheitsamt eine Besprechung von Sachverständigen in der Frage stattgestrnden. Gegen die dort laut gewordenen Aeußerungen nahm die Versammlung Stellung. Wie berichtet wurde soll dort einer Einschränkung des Viehhandels tml Nmherziehen das Wort geredet worden sein, ebenso sollte der Viehhandel außerhalb des Ortes der gewerblichen Niederlassung verboten werden. Damit würde man den Tod des Viehhartdels, so hieß es, besiegeln. Es wurde eine Resolutton beschloffen, in der die Versammlung dagegen protestiert, daß einzelne Viehhärrdler als Sachverständige bei den Beratungen zu gezogen worden sind, die nicht das allgemeine Wohl, sondern ihr eigenes' Interesse vertreten. Die Viehseuchenversicherung wurde als sehr mangelhaft hingestellt. Man beschloß, an die Regierung das Ersuchen zu richten, daß die Zwan gs'v ersicher- ung gegen Seuchenschaden für Rinder, Sch-veine und Schaft Platz goeiftn soll. Zur Durchsetzung dieser Forderung will man mit den Landwirten und Schlächtern in Verbindung treten. Weitere Beschlüffe beziehen sich auf die Herabsetzung der Altersgrenze für die Erteilung des Gewerbescheins von 25 auf 21 Jcchpe und auf die Dieh- beförderung auf der Eisenbahn. lieber d-ieRücksichtslosigkeitderEisenbahn- verwaltungen in Bezug auf Viehtvansporte wurde lebhaft geklagt. Mau laßt die Tieve in den Wagen tundenlang stehen, was nicht nur Schädigungen der Viehhändler, sondern amch Qualen sür die Tiere im Gefolge hat. Außerdem wurde- verlangt, daß den Viehtteibern, die jetzt in den Viehwagen Platz njehmen müssen, erlaubt werde, daß sie in den Personenwagen vierter Mrsft sich befördern lassen.____________ Irr Krieg zwischen Japan und Wußland. Zur Lage in der Mandschurei Kein Zweifeh daß den Russen der Rückzug, mit tarken Verlusten freilich, gelungen ist, nachdem um Liaujang mindestens vier Tage hindurch der Kampf getobt hat; die Japa ner sind in den geräumten, nicht erstürmten Ort eingerückt. Die ldngohung, Um- assung oder wie Man die an gestrebten Begegnungen der Japaner gegen den linken russischen Flügel nennen will, hat versagt, schnelle, weite Märffchje sind nicht die starke Seite dws tFcrpanen daher auch die ganz matte Ver- 'olgung. Es ist nicht gelungen^ die russische Armee zu angen, es ist auch anscheinend überhaupt kein berentender russischer Truppenteil abge- 'chnitteu oder sonst in Gefangenschaft geraten. Reuter hat allerdings das erste sibirische Armeekorps unter Stackelbcrg im Südwesten von Ämljang von den Japanern umzingeln lasien. Authenttschen Nachttchsten zufolge aber hat dieses selbe Korps zur selben Zeit im Nordosten von Liaujang gegen die Tn'.ppen Kurokis gekämpft. Wäre ihm etwas passiertz so hätte man das japanischerseits zweifellos gemeldet. Heißt es doch auch heilte (sielft unten), daß die Russen Ktrrokr im Zaum hatten und die Liarrjang-Armee nach Norden nvauschiert. Auch die Zahl der von den Ja- mnern eroberten Trophäen — Fa-Hnen und Geschütze — cheint nicht bederttend zu sein, von eroberten Fahnen hört man gar nichts und von eroberten Geschützen sehr wenig. Aber von großen Verlust en verlautet viel. Die der Japaner kennt man nicht und wird sie sichjer nientals er- ahreti, die der Russen kann ntan jetzt auch mrmöglich kennen oder übertsehen. — folglich sind sämtliche Zahlen über die Ge-samtverluste unsicher und nicht glaub- iv ü r d i g. Me die Missen Aurückgegaugeu sind und zurückgehen, in welcher Formation, das entzu'ht sich der KenUtttts — in einer Kolonne gewiß nicht. Jedenfalls ist seitens' des, russischen Oberkommandos ein Rückzug von Liaujang längst erwogen worden, und längst sind Bestimmungen darüber gettoffen, wo die nächsten Punkte des Widerstandes^ sich^ befinden. Vielleicht ist der nächste Punkt Mukden, vielleicht, auch nicht. Ob die Japaner in der Lage sind, die Armee. Kuropatkins zur Schlacht zu zwingen, da wo sie wollen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Auch sie werden große Ver-' luste, wahrscheinlich sogar die größeren, erlitten haben und von den Anstrengungen der viertägigen Kämpft gehörig Mitgenommen sein. Es von Mukden nach CHarbin zurückverlegt. Paris, 6. §ept. Die letzte vor Unterbrechung der Ver« bindung aus Mulden abgefckmkte Drahtmeldung besagt, daß die Zivilbevölkerung nordwärts gesandt werde. Don Mukden abgesimdte Späher signalisieren feindlick:e Vor truppen im Süden, und Osten auf 20 Kilometer Entfernung. Paris, .6. Sept. ,Um Charbin, wo in allen Häusern Verwundete liegen, werden für die Gmnnson von Mrrkden Baracken erttchttt. Port Arthur. Tschifu, 6. Sept. Chinesische Flüchtlinge berichten, daß die Japaner am 2. September früh 6 Uhr einen neuen heftigen Angriff auf Pott Arthur madfvten, .sie seien aber zu- rückgeschlagcu worden, hätten aber den Angriff sofort erneuert. Tschifu, 6. Sept. (ReuhT.) Heute abend mürbe Geschehener aus der Mck^rmg- von Prn't ?h'fhirr vernommen. Zwei chinesische T olm et scher , die zu der Umm'lmüg d's (5k- neralS Stoeffel gehören, .nmrd'N, der eine in Sckurscinven, txn aitbere in Palungschan von den Japmrern als Spione fesb- genonnnen und hin gerichtet Aus Pott Atthur einietrvffene Cbinesen bettchttn. biiT( die Roffen dortfür, nwnreii einen aff gemeinen 9lngriff hon der 9nnb- und Sc'ttette n1i*artfn. Die Japaui.'r b «V^'isen am 2 und 3. September die Stadt licftig In einem Frntt 1*H b rlumä m wurden zwei Geschütze n n - brauckba r gemaäst. Der Preis de- MehlS m Port StTtfrir ist txm 10 ans 4 SaM gefallen, txi dieser Tage ein großer Dampfer mit einer Ladung Lebensrnittel, bauprfäcNich MM. dorr eingetroffen ist. befangene. Beno, 6. Sept. (Rufs. Tel-Vf») Nm 6. September traf -irr der eritv Zug iapanischer Kriegsgefangener ein. ty-.x sj-nd 256 Mattoseu und 68 Offiziere, darunter vier Eng lander von den durch dcis Wlabinvstok-Gesilnviider in den OVnmb gebobtt> Zimmer zu kommen, .dieser sei ein ter Freund von chm, den er bitten tvolle, ihm den Betrag lur das Rachtguartter auf ewige Tage zu stunden. Er habe dann den Bescheid erhalten, der Sohn Ls Hauses sei nicht zu sprechen bie £ad)£ tti aber erledigt, er könne gehen. .In gleicher Weise hat im Ho t e l Prinz Karl sich für drei Rächte Quartier beschafft, er kam mitten in der Rächt, flingdte und bat um ein Brmmer bas er auch erhielt. In ber zweiten Nacht klingelte er wieder unb fragte, ob das Zimmer uod) fpr ibn rderbtert m nnivbe. oi 18 er am Moram das Haus verließ, erNatte ep. dem Kellner, er kämme am Abend wieder: er kam auch, schlief die dritte im SSduie und ging am andern Morgen weg, ohne die Zrm- mermiete bezalflen. Ter Angeklagte erflärte, es habe ihm niemand Geld abverlangt: er sei im Besitze von Mitteln gewesen, als er den „Prinz Karl" verlassen habe, er sei ju das Hotel nicht wieder Mrückgekehtt, weil er sich eine Wohnung gemietet hape. Ter Kellner vom „Prinzen Karl" aber hat bis heute bie 6 Mark betragende Sclmld nicht erhalten. Ter Sohn des Hotelbesitzers Lenz erflärt als Zeuge, daß Sp. ein Bekannter von ihm sei und wohl der Ansicht hatte sein können, daß er ihm für eine Nacht Unterkunft gewahrt haben würbe. Tw I Schöffen spra chen ben Angeklagten von Strafe unb Kosten I f r c i. Der Fall Lenz sei durch daS Zeugnis deS jungen Len- I geklätt. .Ter Betrug zum Nacktteil deS Kellners im Prinzen Karl sei aber nicht ciiüicfcn, weil die Möglichkeit bestehe, baft die Angola deS Angellagten, er sei im Besitz von Gelbmitteln gewesen, als cr im „Prinzen Karl" logierte auf Wahrheit beruht. Wegen Herausforderung zum Zweikampf hatten sich vor dem Kriegsgericht der 11. Division in BreSlau zwei Leutnants der Reserve, Kaufmann Richard F a big unb Rendant Georg Westfahl, zu tocrantwortcu. Westsahl hatte eine Fordernna des Fabig zum Zweikampf mit tödlichen Waffen dem Fabrikbesitzer Pralle überbracht Tas Kriegsgericht crkamile nvf Freisprc chn n g. Auf Grund der Vewrisauftialmie mürbe festgestellt, daß'der Grund zu der Herausforderung in verletzenden Ausdrucken gelegentlich einer Unterhaltung lag. Ter HeranS- fleforberte reagierte nicyt, ba& Duell fand nicht statt, und die Wrogclegenljeit tottrb in einer Verhandlung vor dem Ehrcnrcrt durch Zurücknahme der Beleidigungen ausgleickAweise erledigt._______ Handel und Verkehr. Dslkswittschast. Die Ge st a ltung der Ko hl e n Pr eise. Der „K.-Z." wird goschrveden: Von feiten der Händler sucht inan seit einiger Zeit die deutliche Zurückhaltung des Winterkonsums mit dem Hiwveis auf^ kommende höhere'Kohlenpreise zu stimuliere. Ein solches Manöver, kann nicht scharf genug zurückgewiesen werden. der die jetzige Biarktlage des Nuhrkohlenahlsatzes kennt, Ard es geradezu als frivol bezeichnen müssen, dem nachlassenden Konsum mit solch fragwürdigen Ermunterungen zu Hilfe zu kommen. Die Verhältnisse scheinen vielmehr eine Kohlenpreis- ermamgung zu rechtfertigen. Auch die „Arbeitsmarkt-Korr." tritt für die Ermäßigung der Kohlenpreise ein, glaubt aber ni£y « toen baldigen Eintritt seitens des Kohlensyndikats, vor April I = «JL011 oine Aenderung der Preise nicht zu denken, meint mes Blatt. _ Märtte. (th.) Gießen Sept. Ter gestrige Vormarkt, an wel- •£ ^f^Eßlrch Milchvieh in guter Qualität gehandelt Nnrd, zergte schon, daß dre von den Interessenten verhängte Sperre iii>erbeTrt(35^&eTier Markt seine Wirkung äußerte. Trotzdem das am Güterdahnhof ausgeladene Vieh, welches beim Vormarkt schon m andere Hande übergeht, weniger zahlreich war als sonst, war nur sehr schwer unterzubringen, da der größere Teil der Kimdfchaft au^eblieben war. Der heutige Vorrat an Großvieh M dem Markt belief fick auf etwa 700 Stück, wozu ca. 100 Kawcr tonert Der Handel war sehr flau. Die Kundschaft vom Rhem fehlte diesmal «anz am Markt. Auch der Airf- -^"lchmch aus Oberhessen war erheblich schwächer als sonst. Nur ein Teil -der Knndsckmft und zwar aus der Provinz deckte sich mit Ware, welche bei der Flaue in Milchvieh 'recht billig zu haben war, sodaß die Verkäufer nichts dabei profitierten, ^er Handel in fetten Rindern und fetten Kühen war zwar lebhaft, aber auch hier brachte das Fehlen der auswärtigen Reflek- em Weichen der Preise fertig; wenn dies n ur unerheblich - daran, daß die starke Einquartierung . der Provinz einen gesteigerten Fleischkonsum gezeitigt hat. Beim Markt in Fettvieh wurde alles verkauft. Ter Kälber- l^ndel war trotz des flehten Vorrats ebenfalls sehr flau. Die Preise für Silber schlugen gegen die der letzten Märkte erheblich ab. . Erheblich überftändig blieben nur Milchkühe, iind zwar besonders bessere Tiere. Bezahlt wurden für .Kühe ftischmelkend und sagende pro Stück 1. Qual. 400—450 Mk., 2. Qual. 325—375 Mark, 3. Qual. 240—275 Mk. Abmelkkühe waren unverkäuflich. Gehandelt wurden pro Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder s-Qual. W—70 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., fette Kühe 1. Qual. 64—66 Mk., 2 Qual. 61—62 Mk. Kälber 1. Qual, (über 50 Pfmck wiegend) 70—74 Mk., 2. Qual, (zwischen 40—50 Pfd. schlver) 65—67 Mk., 3. Qual, (leichtere Tiere) 56—61 Mk. (fU) Gießen, 7. Sept. Unser heuttger Pferdemarkt Atte einen Vorrat von etwas mehr als 200 Tieren, meistens ffWeren Arbettsschlages. Tas Geschäft machte sich im allgemeinen ziemlich gut, wenn dies auch äußerlich weniger wahrnehmbar ijü .Tre Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: 1. Reit- ^^5-0e: Wilh. Ang. .Tietz-Nieder-Weisel 1. Preis, Georg Konrad Straßheimer-Griedel 2. Preis. 2. Wagenpferde, paar- weise: Gebr. Leopold-Nidda 2. Preis, S. Michel-Gießen 3. Pr. erste Preis kam nickt zur Vergebung. 3. Schwere Arbeitspferde, paarweise: S. Michel-Gießen 1. Pr., S. Kaufmann-Nieder-Wei'sel 2. Pr., A. Frensdorf-Gießen 3. Pr. E;. ferchte Arbeitspferde, paarweise: A. Frensdorf- Gießen 1. Pr. Seligmann Salomon-Wetzlar 2. Pr., S. Michel- - fex3,/K 5- Schwere Arbeitspferde, einzeln: Z' Michel-Gießen 2. Pr., S. Kmiftnann-Nieder-Weisel 3. Pr., 21. Frensdorf-Gießen 4. Pr. 6. Leichte Arbe itspferde, LT HcLeBrüg-Lich 1. Pr., O. Rülf-Holzhausen 2. Pr., A. Fven^orf-Gießen 3. Pr. 7. Arbeitspferde, einzeln nur nn Besitz der Mitglieder des Landes-Pferdezuchtvereins und i^er Landwiickschaftllchen Vereine): .Karl Geller-Lollar 1. Preis, ;3ttbW ^°lk HI.-Allendorf a. d. L. 2. Pr., PH. Müller-Ober- ^vörgern 3. Pr. 8.<Ärb eitspferde, paarweise (nur im ??H^Eder des Landes-Pferdezuchtvereius und der landwirtschaftlichen Vereine): Wilh. Aug. Tietz-Nieder-Weisel £7 Konrad Straßheimer-Griedel 2. Pr., Winzel Haffer- ^Nieder-Weiiel 3. Pr 3jährige Fohlen: Fried. Fenchel- brch- Heinz-Nieder-Weisel 2. Pr., Hrch 'Geiß Il.-Wiudhausen 3. Pr., PH. Mütter-Ober-Hörgern 4. Pr., '^ul. Philippi-Wohnbach 5. Pr., Karl Schneider-Berstadt 6. Pr. Fohlen: Veinr. Walther-Reichelsheim 1. Pr., Friedr. Fenchel-Griedel 2. Pr., Karl Waitz-Dorf-Güll 4. Pr., H. Becker- Muschenheim 5. Pr., Karl Hofmann-Wetterfeld 6.. Pr. Zuchtruten: Straßheimer-Griedel 1. Pr., Gg. Biel I.-Nieder-Weisel 2. Pr., Anton Nern VII.-Langgöns 3. Pr., K. Häuser XX.-Nieder- Weisel 4. Pr., Straßheimer-Griedel 5. Nr., Jul. Philippi-Wohnbach 6. Pr., Konrad Waitz-Torf-Güll 7. Pr., Ludw. KeUer-Großen- Linden 8. Pr., H. W. Müller-Griedel 9. Pr., H. Harnak-Kirch- ceöns 10. Pr. . Ehrenpreise erhielten für Reitpferde im Vrivatbesitz: Büttner und Damm-Gießen, Oberleutnant Schröder- V-ießen. .Ehrenpreise für im Privatbesitz befindliche Ge- ipaune erhietten: 1. Georg Dichter, Ehrenpreis für ein vis-ä-vis Nau lackiert, gelben Untergestell, braun ausgeschlagen, Pferde Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten-- und Feldbesiher an den ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einfriedigenden Hecken im Saufe des Monats September die neuen Sprößlinge wiederholt zu be- fichnerden oder zurück zn binden haben, wird mit dem Ansagen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwider- Wandlungen aus Grund des Art. 31 des Feidstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1—10 Mk. bestraft werden. Gießen, den 3. September 1904. B7/9 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betreffend: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Tie Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang, und zwar von Donnerstag den 8. September 1904 bis Donnerstag den 15. September 1904, auf dem Miraermeisterei-Büreau zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb der Offen egungsfrist kann gegen die Richtigkeit oderVollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache erhoben werden. Gießen, den 5. September 1904. B7/o Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Mecum. Nrbeits - Vergebung. Zur Wiederherstellung der Stadtmauer und des Diebs- tnirmes zu Grüningen sotten nachverzeichnete Arbeiten auf dem Submissionsweg vergeben werden: 1. Maurerarbeiten veranschlagt zu 510.— Mk. 2. Dachdeckerarbeiten „ ,, 390.— „ 3 Weibbinderarbeiten „ u 125.— „ Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürger- i ieiiterei Gröningen offen und sind Angebote bis zum 10. 5. Mts. daselbst einzureichen. Die Oeffnung der Offerten erfolgt ni vorgenanntem Termin in Gegenwart etwa erschienener Lewerber. Gießen, den 2. September 1904. 7128 Herrmann, Kreisstraßenmeister. dunkelbraun; 2. Tribus und Sundheim für ein vis-L-vis tnr Holz mit braunem Untertoogien hellgrauem Ausschlag, bespannt mit Glanzrappen; 3. Aug. Schwan ein Kutschier-Phaetcm, blauer Oberwagen auf rotem Untergestell und blauer Tuchaus'- schlag. Pferd brauner Einspänner. Die Besparrmmg war mufter- gittig zusammengestellt und durchweg edles Pferdematerial. Die drei Vovgefi-chrten Wagen entstammen sämtlich der Wagenfabrik von Llug. Kilbinger. Maurermeister Abermcmn führte ein Break mit dunllen Füchsen bespannt vor und erhielt ebenfalls einen Ehrenpreis. . Währe?ck der Tauer des Marktes war Konzert und während der Vorführung der mit "Ehreupreffen bedachten Pferde und Gespanne spielte die Musik am Vorführungsplatz. Der Markt war vom Publikum diesmal sehr stark besucht._______ Aröeiieröeivegimg Paris, 6.. Sept. .Hier eingelaufenen Telegrammen zufolge sind die Dockarbeiter in La Rochelle mck die Straßenbahnarbeiter in (Sette in den Anstand getreten, ebenso die S e e le n t e von Dünkirchen, wo Gendarmerie den Hafen bewacht. Tie Dockarbeiter in Brest nehmen die Arbeit wieder auf. In Eette und Dünkirchen sind Ruhestörimqen vorgekommen, Sport. Pinscher-Ausstellung. Zu der vorgestrigen Nvttz über die Pinscher-Ausstellung auf Tertvrs Terrasse, die am Sonntag morgen eröffnet worden Fst, .ist noch zu bemerken, daß Herrn Äug. Schwan von hier 4 zweite und 2 Ehrenpreise zu- g et eilt wurdeu .Herr Puth erhielt außer einem 1. Preis auch einen Ehrenpreis. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. DoranSstchtNche Witterung in Hessen für Donnerstag den 8. September: Allmählich wieder aufhetterrrd, Temperattw wenig verändert. Auch für die kommenden Tage, Freitag und Samstag, heiteres und trockenes Wetter in Aussicht, Temperatur langsam ansteigend. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. ^Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin, 7. Sept. Von einer geheimnisvollen Affäre wird aus zuverlässiger süddeutscher Quelle folgendes berichtet: Es werden demnächst sensationelle Enthüllungen über eine Familien-Angelegenheit ähnlich der der Prinzessin Luise von Ko bürg veröffentlicht werden. Es wird darin der volle Nachweis über die gesetzwidrige Unterbringung und Festhaltung der gemütskranken, keineswegs irrsinnigen Gattin eines hohen Staatsbeamten einer süddeutschen Residenzstadt erbracht werden. Mehrere hohe und höchstgeftellte Personen sollen in der Angelegenheit stark kompromittirt sein. Charlottenbrunn, 7. Sept. Montag Nacht wurde in der Kolonie Bärengrund die 50jährige Frau Tauch in bestialischer Weise ermordet. Der Frau wurde der Unterleib aufgeschlitzt. Das Meffer stak im Nackenwirbel fest. Der Mörder ist entkommen. Magdeburg, 7. Sept. Der Ingenieur Reserve- teutnant Behne au§ Halberstadt erschoß in einem Gasthause zu Burg seine Geliebte, eine 28jährige bildschöne Kellnerin aus Braunschweig. Nach einem mißglückten Selbstmordversuch wurde er verhaftet. Quedlinburg,?. Sept. Streikende Bauarbeiter, erbittert gegen italienische Ersatzleute, erbrachen nach einer Tanzfestlichkeit den Schlafraum der Italiener in einem Gasthofe und miß handelten diese furchtbar mit Stuhlbeinen und Biergläsern. Zwei Italiener wurden getötet, fünf verwundet. Em einheimischer Maurer wurde durch Dolchstiche verletzt. Aachen, 7. Sept. (Amtlich.) Gestern abend 7 Uhr 15 Min. lief der Personenzug Nr. 400 von Richterich auf den vor dem Bahnhof Aachen-Temelerbend haltenden holländischen Güterzug Nr. 1331 auf, wobei der Schlußbremser getötet wurde. Der Materialschaden ist erheblich. Beide Geleise waren etwa 7 Stunden gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Um steigen an der Unfallstelle aufrechterhalten. Die Untersuchung über die Ursache ist im Gange. Dingelstädt, 7. Sept. Gestern nachmittag brach hier Großfeuer aus. Ein ganzes Stadtviertel steht in Flammen. Die katholische Kirche ist vollständig verloren. Die Feuerwehr konnte wegen Wassermangel und des herrschenden Windes nicht erfolgreich vorgehen. Neapel, 7. Sept. Im Laboratorium des Pyrotechnikers Orsini in Bari fand eine furchtbare Pulver-Explosion statt, wober^das Laboratorium zerstört wurde. Orftni urrdl zwei seiner Söhne wurden getötet, seine Toä^er erlitt furchtbare Brandwunden. Paris, 7. Sept. Die Angehörigen der Pvinzessrn Luise wurden von der französischen Regierung benachrichtigt^ daß die französischen Gerichte einem eventuellen Au lieferungsbegehran keine Folge leisten werden. Dow Kriege. M-nw^rt, 6. Sept. Die Station D 21. September d. I. mit 170 Ofsizieren, 3500 Mann und 223 Pferden belegt. Dieselben solleir in geeigneten Quartteren bei Privaten und in Wirtschaften gegen entsprechende Bezahlung untergebracht werden. Wir beab- sichttgen hierbei vor allem die zur Zeit benutzten Quartiere auch an diesen Tagen wieder in Anspruch zu nehmen und setzen, wenn nichts Gegenteiliges mitgeteilt wird, das Einverständnis der Quar-- tiergeber voraris. Bezüglich der noch weiter unterzubringenden ungefähr 50 Offiziere, 1500 Mann und 150 Pferde werden weitere Anmeldungen bis spätestens 10. d. Mts. entgegengenommen. Die Vergütung beträgt: für einen Offizier ohne Verpflegung 2 Mark, für etwaiges Frühstück 50 Pfg.; für einen Mann mit Verpflegung 2 Mk^ ohne Verpflegung 40 Pfg.; für ein Pferd ohne Futter 30 Pfg. Gießen, den 3. September 1904. B7/9 Großherzoalicke Büroermeifterei Gießen. J.V.: Eurschmann. Bekanntmachung. Das gesamte zum Nachlaß der Heinr. Friedr. Reit Eheleute zu Großen-Brsseck gehörige Mobiliar, bestehend in Uhren aller Art, vollständiges Uhrmacherhandwerkzeug, Möbel, Betten, Weißzeug, Schmucksachen, Kleider, Küchen- und Hausgeräte pp. soll Donnerstag den 8. und ev. Freitag den 9. September 1904, von vormittags 9 Uhr ab, in Großen-Buseck öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. 7192 Gießen, 6. September 1904. 7213 Von der Reise zurück ScSiwaEm, Zahnarzt Bahnhofstrasse 63. Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreisftratzenwarts mit dem Sitz in Steinbach soll demnächst wieder besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen bei Kreisstraßenmeister Herrmann in Gießen bis längstens 17. September d. I. einzureichen, wobei Alter und seitherige Beschäftigung unter Beifügung etwaiger Zeugnisse anzugeben sind. Gießen, den 6. September 1904. 37/ Der Kreis-AuSschuß des Kreffes Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Arbeitsvergebnng. Samstag den 10. September L I., nachm. 3 Uhr sollen nachverzeichnete Arbetten im Wege schriftlichen Angebots auf Großh. Bürgermeisterei Watzenborn - Steinberg in Mord gegeben werden: Goffenpflasterung, veranschlagt zu 638,40 Mk. Voranschlag und Bedingungen sind daselbst offen gelegt und können Angebote bis spätestens zu obengen. Termin ein- gereicht werden. Watzenborn, am 6. September 1904. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg Hirz. 72l6x Ackerverpachtmrg. Die 2 Pfavräcker in der Gemarkung Wieseck, Flur 19, Nr. 166 und 166a, 1863 qm und 581 qm Acker in dem Niederseld, am Wiesecker Weg nach Gießen hin, sollen auf 9 Jahre neu verpachtet werdem Die Verpachtung soll stattfinden am Donnerstag deu 8. September d. F., nachmittags 5 Uhr an Ort und Stelle. Gießen, 3. September 1904. Evangelischer GesarM-Kirchenvorstarrd: Dr. Naumann. Sielbau Giehen. Die Leterimg unb Ausstellung der maschinellen Einrichtung für die Älörauloflc der Provinzial- Hauptstadt Stiege« soll öffentlich vcrbuugeu werden. Die Vergebung kann losweise getrennt ober insgesamt erfolgen. Gs sind zu lreseru und betriebsfähig aus-ustrllen für Lod 1: L Eine elektrisch betriebene Hochwafferpumpe, die bei 2,8 Mtr. Saug- unb 3 Mtr. Druckhohe eine Leistung von 250 Sek.-Liter har, einschUeßlich Lieferung des Elektromotors. 2. Eure wechselseitig drirch Dampf oder Elektryuat betriebene Schmu kpvafferpumpe, die bei 4,5 Mtr. Saug- und 3 führ. Druckhöhe eine Leistung von 100 Sek.-Luer hat, emschlteßlich Lieferung des Elektromotors und der Dampfmaschine. 3. Eine elektrisch betriebene Schlammpumpe, die bei 5,4 Mtr. Eaug- unb 3 Mtr. Druckhöhe eine Leistung von 10 Sck.-Litcr hat, femfchlirBltd) Lieferung des Elektromotors. 4. Eme wechselseitig durch Dampf oder Elektrizität betriebene Schlammpumpe für gleiche Förderhöhe und gleiche Leiftimg, ein- kbUetiid) Laserung des Elektromotors unb der Dampfmaschine. Kür Lod ll: L Zwölf Einlaufschützen von je 2ch Mtr. Breite und je 2,0 Mtr. Höhe nebst den zugehörigen Aufzugovomchtuugen. 2. Sieben Auslaßschützen von je 1,75 Mtr. Breite und 1,0 Mtr. Höhe nebst den zugehörigen Aufzugsvornchtungen. 3. Sieden Umlaunchiitzen von je 0,8 Mtr. Breite und 1,2 Mtr. Höhe mit den zugehörigen Aufzugsvorrichtungen. 4. Em Hochwafserschieber, 1,50x1,30, mit zugehöriger 9ln- tnebv do rathiwi g. Kür LoS UI: L Sieben bewegliche doppelte Auslaufrechen von je 4,5 Mir. Breite unb 3,0 Mtr. Hohe nebst den zugehörigen Hebevorrichtungen. BerdingunaSunterlagen und Arbeitsbeschre»bungen liegen während der Diensthunden auf dem städtischen Tiefbau«»!, Zimmer Str. 4, zur Einsicht offen. Auskunft erteilt außerdem Oberbaurat Schnaidt, Darmstadt, Mühtslrape 60. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, versiegelt and portofrei bis zum 18. Oktober 1904 beim städtischen Tiefbauamte einzureichen, woselbst am genannten Xezniine nachmittags 3 Uhr die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Die Angebote können sowohl aus jedes einzelne Los getrennt als auch auf die Gesamtlieferung abgegeben merbeiu Zuschlags frist 8 Wochen. Gießen, den 1. September 1904. B7/» Städtisches Tiefdanamt. Braubach. Danksagung Für die vielen Derveise herzlicher Teilnahme an dem uuS so schwer betroffenen Verluste sagen nur unseren üuügslen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: ymn Cbr. Kemmer. Hießen, den 7. September 1904. 7211 Versteigerung von Immobilien. Montag den 12. September L I., nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien des verswrbenen Christi an Busch m Gießen erbveneckungShalber einer nochmaligen und letzten öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Bet annehmbarem Gebot wird der Zuschlag sofort erteilt. Zum Ausgebot kommen: Flur 1 Nr. 79 — 723 Meter Hofraite auf dem SelterSweg, r 1 , 71 = 2247 , Grabgarten daselbst. 4 r 166 = 863 , Grabgarten am kleinen Steinw-g. 36 , 218 = 1018 , 1 Acker aus der Harth, über der w 38 , 225 — 943 x / Kropvach (Felsenkeller). In der Hofraite auf dem Seilers weg, genannt „Ratfergarlen*, wurde seicher eine gutgehende Wirtschaft betrieben. Tas Grund- ftüd eignet sich aber auch infolge ferner vorzüglichen Lage an der Hauptstraße Gießens zu allen anderen Geschastszwecken. Gießen, den 7. September 1904. BT/e Großherzogliches Ortsgericht. Gros. Wegen hoher Feiertage bleibt mein Geschäft eifflstag öen 10. a. eoimtag ücn 11. Lcftmbcr Mlosstu Bille meine geehrten Kunden, Bestehungen bis zum Freitag morgen abzugeben. 05108 Juiius Rosenbaum, Mctzger, Kirchcuplatz 4. 1904« ftonitrotu o. 6. loitrier, die erste Ladung erngetroffen. Empfehle Metzer Mirabellen zu Orig^Falwikpreisen mit hohem Rabatt auf dieselben. C. G. Kleinhenn 05110 Telikateffen-, Fisch- unb Geflügel-Wandlung Bahnhofstraße »9. Telephon Nr. 66. , Aufträge per Herbst lieferbar werden nach Eintreffen des Waggons xausgefuhrt. Vorsendungen u. Vorlieferungen könn. b. dahin slattsinden. Jcheibengt*^ _____igeWehre, l\evolVer, temamebe "Repe t'ierWaffen, raTYyscJyaften und Munition» liefert zu billigsten Preisen M.Burqsmüller,6?^ehffabrik Kreiensen fMarz)N?3*!6 tutn Je4erniwa tof Mr SßrisMchli tafd) offen und eniplehl, ewrtHn m 4,96 Vtt. poc Zentner ta€ danS. Brmqe morgen große 2a<>uiig auf den Brand. O61(/7 Achtungsvoll Frau Hammel. gr. Muhlgaffe 6. 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Infanterie-Regiments Nr. 168 unter persönlicher Leitung des Stabshoboisten Herrn Max Pagel. a/e Eintritt 40 Pfennig. Vortrags-Ordnung. 1. Hoch Habsburg! Marsch, KrAL 2. OuverL z. OP- Der Freischütz, Weber. 8. Vorspiel zu Tristan und Isolde, Wagner. 4. Slavische Rhapsodie, Friedemann. 5. Ouvert. z. Op. Wilhelm Teil, Rossini 6. Zwei ungarische T&nze, Brahms. 7. Pilgerchor und Lied an den Abendstern &. Tannhäuser, Wagner. 8. Fantasie a. d. Op. Carmen, Bizet. 9. Steuermannslied und Matrosenchor a. d. Op. Der fliegende Holländer, Wagner. 10. An der Weser! Lied, Pressei. 11. Töff-Töff! Eine Automobil fahrt durch das lustige Berlin, Potpourri, Morena. 12. Trot de Cavaleno, Bubinstein. Näheres Frankfurterstr. 62, 11. 6530] Neuheraer. 4-^).-W. nebst Ziff). z. v. Näh. Wilhelmstr. 3, III M ehrcre tüchtige Tüncher und 27* Handlanger gesucht. 7145 ____Gebr. Zutt Ltndcnttsche Korporation sucht tüchtigen Diener. 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