Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag bet vrühlffchen Schalftratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetze«. Fernsprechanschluß Nr. 5L Nr. 157 •r!*etirt ttgli* außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit Erstes Blatt. 184. Jahrgang Donnerstag 7. JE 1904 Gietzeim Anzeiger: " «-«r-1-AnMger ” *’ '™g Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen 8WZ bmimmwmwmmmmwiii zeigenteil: Hans Beck. men endete. Deutsches Reich PeterSvury, 6. Juli. Der „Ruff. Deleyv.-Ag." imrb aus Liaujang vom 6. Juli gemeldet: Die Vtzganncin unsere Truppen auf beiden ach einer Lloyddepesche aus Wladiwostok vom 5. Juli ist dort der englische Dampfer „Cheltenham" am 2. Juli eingebracht worden. Man erwartet die Z>er Krieg zwischen Japan und Nußland Dom Kriegsschauplätze. Entscheidung des Prisengerichts. Verurteilung eineß Mörders. Tientsin, 6. Juli. Der Mörder des Kriegs- korrespondenten Etze l erhielt 5 Jahre Gefängnis. — SM bm Reichskanzler in Rvrbernen, schreibt b« Weite politische Korrespanbenz", weilt zum Besuch ber Dichter Adolf Wilbrandt. der mit hl'tlt »We» ochrn über knapp 120 fügte. Eintreffen ans dem Kriegsschauplatz Port Arthur noch nicht von den Japanern genonrmen ist. Andernfalls freilich hatte das Geschwader keinen geeigneten Stützpunkt an der Küste, weil Wladiwostok zu weit entfernt vom Kriegsschauplatz ist. Tie Japaner yabrn affo allen Grund, die größten Anstrengungen zur Eroberung Port Arthurs zu wachen. Gelingt ihnen dies nicht bis zum Eintreffen des russischen Geschwaders, dann bet dem uuvermeidlick ~ Vom Wladiwostokgeschwader. London, 6. Juli. Aus Petersburg wird berichtet, daß /in schweres Seegefecht beiGensan für die Wladi- wo st okflotte günstig London, 6. Juli. R ^^Ten russischen Truppen wird von einem Korrespon- dentrn aus Liamang ein glänzendes Zeugnis ausgestellt. Sre sind trotz der furchtbaren Strapazen, die sie zu erdulden haben, in vorzüglicher Verfassung. Infolge uuab - lässiger Regengüsse sind S chm u tz u u d W a ss e r ü be r- a l l k n ö ch e l t i e f. Es gibt kein trockenes Fleckchen, wo biwakiert werden fonrrte. Oft müssen die Soldaten zwölf Stunden kam- Pteren, bevor sie ihre Suppe kochen können, da alles erlangbare Hplz durchnäßt ist. Trotzdem verlieren sie Mut und Geduld urcht «Den Betrieb auf der sibirischen Bahn erklärt der Kriegsberichterstatter der „Mornmg Post" für ausgezeichnet. Aus der Transbaikalstrecke gehen durchschnittlich 'acht Züge täglich nach Osten, die den Transport von 2000 Mann Infanterie, einer ?Erne^und 150 Manu Kavallerie nebst Ausrüstung bewälttgen. in Liaujang sei infolge der inzwischen ein- gen ganz sicher, während er vor drei .20 000 Mann aller Waffengattungen ver- wird letzteres mit der Flotte des Lldmirals - - -- -- -----o —>m durch die Sttandbatterim von Port Arthur. .Im übrigen wird das Wladiwostok-Geschwader, dessm Konnnandant recht geschickt operiert, sich angelegen sein lassm, dw Flottille des Admirals Kamimura zu beschäftigen, sodaß letztere in bm Seekampf vor Port Atthur nicht eingreisrn kann. Hatte dreser Kampf einen für Rußland günstigen Ausgang, ?ann wäre die Herrschaft Japans zur See gebrochen und die lapamsche Armee von ihren Hilfsquellen abgeschnitten. General Kuropatkin könnte dann seinen Gegner an die Küste zurückdrangen, wo sie zwischen zwei Feuern unfehlbar aufgerieben würden. Solche Entwicklung der Tange erhofft man in Rußland. Man denkt: „Zeit gewonnen, alles gewonnen!", und hat wieder volles Verträum zu Kuropatkin, der stets zur Geduld mahnte. Wenn nur Japan nicht einen Strick macht durch die schöne russische Rechnung! Sicher ist nur, daß der Krieg vor Port Arthur entschieden werden wird. Das Petersburger Hafenuuglück. Petersburg, 5. Juli. T^is lsier umlaufende Gerückt, wonach der verunglückte „Delphi n" ttotz amtlicher Bezeichnung als Torpedoboot, das neue N u t erse e b o o t russischer Er- ffndung gewesen sei, findet Bestätigung. Nach dem „Kroustatski Wesrnik" fmtden bisher alle Versuckze in Gegenwart der Erfinder, Kapitän Beklemschew und Schisfsingmieur Bubnow statt : erst am Tage des Unfalls wurde eine Probe in deren Abivesenheit gestattet, dabei gesäxch ein „Versehen" (?), .indem das Boot untertauchte, ehe die Luke geschlossen war. Russische Hoffnungen. Aus Petersburg tvird uus geschrieben^: Was die russische Marinevenvaltung an den Vorbereitungen für den Krieg ancb verabsäumt habm mag, sie ist mit Erfolg bcflrcbt, die Scharte auszuwetzen. Tas Ostseegesckwader wird ftüher und in größerer Stärke, als nran erwarten dürfte, bic Ausreise nach Ostasieit antteten. Es isi burrf) rastlose Tätigkeit gelungen, sieben Linienschiffe und ackst Kreuzer soweit kriegs- tückchjg zu mack>en, daß sie in clitxi zwei Nocken wevd'n in See sich Fahrzeuge modernsten Typ' und von anßeiordentlicher Schnelligkeit, denen kein ein zrges japanisches Sclnff iiberlegm sein dürfte. Rußland fchfr b aus dieses Geschtvader, und e-> wird auch wohl zweifellos die Entscheidung herbeisiihren, falls bei seinem pflichtige ausgehoben. London, 6. Juli. „Evening Standard" meldet aus Odessa: Der neue Mobilmachungs-Ukas hat die öffentliche Depression noch verschärft. In SüdruUand hegt man oße Besorg- nipe wegen kommender Unglücksfälle. Sa erllärrn, die Lage in der Mandsckmrei erheische unbedingt die Entsendung von 200 000 Mann Verstärkungen. Konstantinopel ,6. Juli. .Tie Schiffe der F r e i w i l l i - gen Schwarzenmeerflotte, welche in den letzten Tagen dre Dardanellen passierten, führten Truppen, Ka - noneu und Munition für Wladiwostok mit an Bord. Tre Schiffe konnten nicht angehaltrn werden, da sie die Handelsflagge gehißt hatten. VolMsche Tagesschau. Dummdreiste Turnerlieder. Die Zeitschrift „Deutsche Fortbildungsschule" wesst ba> rauf hin, daß nicEjt wenige fortbildungsschulpflichtige junge Leute in sozialdemokratischen Turnvereinen Leibesübungen vornehmen. Sie lenkt infolgedessen die Aufmerksamkeit auf ein in diesen Vereinen verbreitetes, in Probstheida erschienenes Liederbuch rmd zeigt an verschiedenen Proben, daß kein deutscher Schulmann wünschen könne, aus dem Munde der doch noch unreifen Burschen derartige aufteizende Lieder singen zu hören. Wir können uns nicht enthalten, einige Strophen aus den in der „Deutschen Fortbildungsschule" abgedruckten Proben hier zu wiederholen. Joh. Mos singt in .Dre Arbeitsm armer": „Wer ward von je geknechtet Von der Tprannenbrnt? Wer mußte für sie kämpfen Und opfern ost sein Blut? O Volk, erkenn, daß du es bist, Das immerfort betrogen ist!" Wer die Verhältnisse kennt, lacht zwar über folgende Strophe Reynards in „Der Arbeitsmann", aber die jungen Burschen werden es ernsthaft nehmen, wenn sie singen: „Wer muht sich um geringen Sold Bis in die Nacht vom lichten Morgen ? Wer schafft den Mächttqen das Gold Und darbt daheim in Not und Sorgerrk Wer macht die Seide und den Samt Und geht in schlechtes Tuch gekleidet? Wer gibt, zum Hungern selbst verdammt, Das üpp'ge Mahl, dran chr euch weidet? Wer gibt es euch? Der Arbeitsmann Mit Armen stramm, Er stirbt, verdirbt — ein armer Mann I" Im „Lied von der detch'chen Treue" singt L. Vßfanj „Ter Herrscher lehrt uns Politik Ganz gnädig mit dem Kautsch«, Wir beugen selig das Genick Und küssen ihm den Handschuh; O, gib uns einen Tritt dazu, Daß unser Herz sich freue. Ein neues Vers lein gibst uns du Zum Lied von der deutschen Treue. Das treuste Vieh ist doch der Hund, Man lenkt ihn ohne Zügel, Und schlägt man ihm den Rücken wund, So leckt er ab den Prügel. Und wird er auch zuweilen ivild, So kriecht er stets aufs neue; O Hund, du prächtig Titelbild Zum Lied von der deutschen Treue. —N Die Schulverwaltungen haben die Pflicht, dir chrer <:orgc anvertrauten jungen Leute zu bewahren vor einem Geiste, wie er aus solchen „Liedern" spricht, und wenn ba Verfasser obigen Artikels sagt, daß das in seinen Hände« be- stndliche Exelnplar des Buches von einem Fortbildlmgsschüler tammt, der in einem „freien Turnvereine" turnt, dann ver- tehen wir, daß er nach Mitteln sinnt, durch die er seine Schüler vor solchen Einflüssen zu bewahren vermag. Er chlägt vor, den Fortbildungsschülern die Beteiligung an Vereinen überhatlpt zu verbieten, da es nicht gut möglich ei, die Vereine in verbotene und erlaubte zu scheiden. Wir timmen dem Verfasser zu und glauben auch, daß die jungen Leute mit 17 oder 18 Jahren immer noch' früh genug der deutschen Vereinsmeierei verfallen. „Nowoie Wrewja" wird aus Liaujang gemeldet, daß dieTarttk des Generals Kuropatkin die Japaner unsicher macht. Ihre einzelnen Abteilungen gehrn bald vor, bald zurück. Tie Lage hinter ihrer Front ist ziemlich traurig; sie haben wenig Provlant und viele Trainpferde fallen. Dadurch ist der Rückmarsch .von zwei Tivisionrn nach Föngwangischeng erklärlich Tort sind außerdem noch zwei Divisionen konzentritt. Im Südrn h^en die Japaner ihre Operationen vollständig eingestellt. . , owen treffen täglich neue russische Truppen ein. Es herrschrn 30 Grad Hitze. . 1T ' ‘ “CI 1 MI >14 111 ( J U CD PCT 7 7 - f ® 11 b r a n b t, ber mit den, («rufen von «öiuürti und feiner G^tmahlm eng befreundet ist. Kiel, 6. Juli. Die nkliuc Sck lacht flvitc beo.uin beute uu^uniufen. um eine fcrWMnßr >l au^.fübren Die 7er- Ucouboote bampsten voraus, die eerenzer. Knstrnt'liii:-T - inieusckiiffe folgten. Heute abend fuhr der . >luisei *>'>«'1- m ^C111 tVIottcndx'f AbmirÄ v ÄYfirr nn rd cm. »Mi Nusfische Mobilmachung. Petersburg, 6. Juli. Die heutige Nurmner der Gesetzsammlung veröffentlicht einen kaiserlichen Ukas, durch den gemäß der Mobilmachungstabelle zur Vervollständigung des Maunschaftsbestandes der baltischen Kriegshäfen alle noch nicht einlberufenen Marineresenvisten der Gouvernements des europäischen Rußland, ausgenommen Orenburg und Finland, z-um aktiven Dienst einberufen werden. Ferner werden für die Bedürfnisse von Sewastopol die Reservisten der Dongebietsbezzirke Tagarrrog und Rostow und von vier Kreisen des Gouvernements Cherson einberufen. — Aach einem anderen kaiserlichen Ubas werden in diesem Jahre auf Grund des Wehrpssichtgesehes 44 7302 Wehr-, scmnnenschutN der Erttfchädigungskommission gewünscht, die bald chre Arbett beginnen fall. Als Mitglied dieser Kom- nnssron wird Dr. Rohrbach gewünscht. Im Ausstande sind brsh^ 123 deutsche Ansiedler ermordet und 35 tnt Kampfe gefallen. Aufstand in Aeuisch-Südwestafrika. Die Stellung und Starke der Herero. Ueber die Aussagen des englischen Hirndlers Wallace, von deneü der gestern von uns veröffentlichte amtliche Bericht nur sehr dürftige Angaben macht, wird dem „B. T." aus Okahandja ausführlicher folgendes berichtet: Der Hättdler Wallace ist ein Mann Ende der fünfziger Jahre, von englischer Abkunft urrd mit einer Hererofrau aus Otjimbingue verheiratet, die aber jetzt bei den Herero in Materberg Kurückgeblieben ist; er bestreitet entschieden, mit Samuel verwandt zu sein. Wallace trieb .Handel in Okomhahe und erllärt, er wäre beim Ausbruch^ des Aufstandes von den Herero vollständig ausgeplürrdert, mit nur füttf Pfund in der Dafche gewaltsam fortge- führt und von Ort zu Ort gefangen mitgcschleppt worden. Erst anfangs JNni sei er auf seine steten, bis dahin ver- geblrchen Bitten von Sarmtel freigegeben. Darauf verließ Wallace Waterberg gemeinsam mit Frau Bremen und Frau Roloff, die erste eine Bastardin^ die zweite eine Herero, beide aber mit weißen Männern verheiratet. Der Härrdler Bretnen ist bei Arrsbrnch des Ausstandes ermordet worden. Nach den Aussagen Wallaces wollen die Herero nicht ab- ziehen, sondern Widerstand leisten. Samuel mit allen Groß- und Merstleuten nebst 5000 Stiick Großvieh sitzt an den großen Fleets (Wasserstellen) zwischen Omuramba und den Llbhängen des WaterbergeS, um Weinboro herum. Er iyai seine Orlogs'teute an den Omuranrbo vorgeschoben Michael hüll mit seinen Leuten bei Omaheroumne den Waterberg durchschncidenden Paß. Wallace gibt die Stärke der Herero auf 25000 Köpfe an, davon mindestens 2000 Kriegsleute mit Gewehren. Interessant ist, daß Wallace, der total ruiniert und gänzlizchi mittellos zu sein bv- hmtptet, auf die Unterstützung der deutschen Regieritng rechnet. Vorläufig bleibt er in Haft. Me Abteilung Glasen- app ist auf Otiirv abmarschiert; starke Patrouillen'Estorffs, Hehdes und Glafenapps, sämtlich unter landeskundigen Offizieren, sowie die Wittboi- und Bastard-Al'tellung klären die Gegend zwischen Ouramba und Wiaterberg auf. Die Schädigung der Anfiedler. Der „Dssch. Kolonialztg." wird telegraphiert: In Windhuk hat am Sontitag, den 3. Juli, in Anwesenheit des Gouverneurs, Oberst Leutlvein, eine Versammlung der Wteillnrg Windhuk der Deutschen Kolonialgesell- chaft stattgefunden. Dr. Rohrbach hiell einen Vortrag iber die. vom Aufstand hervorgernfenen Schäden. Er tt)ätzt sie auf Gntnd des von ihm bearbeiteten Materials auf insgesamt 7 Millionen. Davon sind Schäden der Farmer- 3'/, Millionen, der Kaussente 2i/t Mllionen, Heinere Verluste i/2 Million, von ennorbeten Frrmern Vs Million, Händler V2 Million. Dort 140 Farme n in den Bezirken Witrdhrik, Okahmtdia, Karibib, Omaruru, Gobabis ind mir 11 betriebsfähig, die meist geschonten Aus- ändern gehören, einige sind teilweise betriebsfähig, in allen ilbrigeu sind die BetrieoStnittel völlig vernichtet. In den Bezirken Grootfontein und Orttjo sind von 40 Farmern 24 betriebsfähig, sie gehören zumeist Buren. Mssl die Lage gellärt erscheint, wird eine anttlicyc Nachricht über die Zu- Berlin, 6. Juli. Man meldet aus Swine münde' Die „Hohenzollern" lief heute rntttag ein. Da^ Kaiserpaar befindet sich an Bord der ^duna", die um halb 3 Ilbr s fe r heute nachmittag den Vortrag des Geh. Kabtnettsrat Dr. v. Lucanu-^ 3ur Abendtafel bei den Majestäten an Bord der ^Hohenzollern" waren dre Herren eingeladen, welche den Kaiser auf der bevorstehenden N o r d l a n d s r c i s e begleiten. Es sind dte«: Pnnz Mert von Schleswig-Holstein, Prinz Savn- Wittgenstein, die O^eneraladjntanten General v. Kessel Ad- miral v Senden-Bibran imd ^neralleutnant v Scboll ^u^strchsarzt Prof. Dr. v. Lenthold, ^nrrallcutnant Graf Moltke, G«teraNentnant Graf Hülsen-Häseler \xnis. «[WW. t>. Lynck«, «aterSiÄat’bart &Z ö. Hülsen, Güsmidter t>. DschirschNi und Boegentwrfs, CX-itcral- mrnor Graf »toltfc, die Mgeiadjutanten Fregattenkapitün u- und Maivr Graf S^tiu-tiuip, Prof. Dr Gükfeldt mrbyrof. Satzmann. Die Kaiserin reiste Teilte abend nach vnomen. an er nken zu umgehen^ mußten aber die Absicht aufgeben, da Kuropatkin durch mehrere geschickte Bewegrmgen eine vorteilhafte strategische und taktische Stellung einnahm, die ihm ermöglicht, die verschiedenen feindlichen Armeen, jede einzeln lärtgs der inneren Operationslinien anzugreifen. Ihn dieser Möglichkeit zu entgehen, sahen sich die Japaner genötigt, ihren östlichen und westlichen Flügel zurückzuzieh en. Rom, 6. Juli. 2Bre ein Telegramm aus Tokio berichtet, wird im japamschen Generalstab gegmwärtig die Frage erwogen, ob es ratsam sei, der Ansicht Kurokis zu folgrn, nämlich alle Operationrn gegen Kuropatkins Armee bis nach dem Falle Port Arthurs aufzugeben. Mach diesem Ereigws würde dann das Gros der japanischen Truppen den Truppen Kuropatkins gegenübergestellt werden. Petersburg, 6. Juli. Ein Telegramm aus Liaujang berichtet, daß die Umzingelung Port Arthurs durch die Japaner weitere Fortschritte macht; ein schwerer Kamps scheint bevorzu- stehrn. Man glaubt, daß die Stteitkräfte Kurokis und Ofu5 nach dem Falle Port Arthurs ebenfalls auf Liaujang vorgehen werden. Liaujang, 6. Juli. Es fällt wieder starker Regen. Man kann nur noch auf wenige heitere Tage bis zum Eintritt der großen Regen-Periode rechnen. Gewöhnlich beginnt erst Ende August das Wetter wieder besser zu werden. Falls die Japaner nicht bald eine große Schlacht gewinnen, wird ihre Lage kritisch, da die Russen nach der Regenzeit schon erheblich stärker sein toerben. Für jetzt können die Russen jederzeit ausweichen, falls der Gegirer sie mit Nebermacht angreift, sei es von Süden oder von Osten. Port Arthur wäre nur mit enormen Verlusten einzunehmen. Tie Verluste der Japaner in den Kämpfrn bei Ki ntschau werden jetzt von ihnen selbst auf 8000 Mann angegeben. Tas evangelische Lazarett in Liaujang richtet 100 Betten ftir Verwundete ein. London, 6. Juli. Ter,,Daily Expreß" meldet aus Peking unterm 5. Juli: Ter japanische Gesandte Uchida in Peking benachrichtigte das chinesische Auswärtige Amt, daß Japan beabsichtige, sein Aeußerstes zu tun, um Port Arthur zu nehmen. Japan wünsche daher, für bm Fall, daß dies Unternehmen erfolgreich Ware, zu wissen, ob China nach Port Arthur Truppen fenben, ober ob es mit der Besetzung der Festung Japan bo- trauen wolle. ,Tas chinesische Auswärtige Amt hat sich bte Antwort hierauf bis rrach ber weiteren Entwickelung ber militärischen Situation Vorbehalten. Prinz Tsching verständigte Uchida privatim, baß erst nach ber Einnahme Port Arthurs Berhanblungen angezeigt feien. Äarltrube, 6 IuN. Ti Zwei tc Kammer JkinmSe (rftrrn brm vVjc^ntftPiiri intb bem 6tirat#t>ertYxrg bett lhc XufhVmwi uvifibrn Vaden uttb Hessen bc- Waben Eoudominats über die 1451 Einwohner züd teste Otemrinbe n (Fitbe ging, haben die Feilchseligkeiten yrnffhen dm englischen Ttmvpen und den Tibetanern alsbald wieder begonnen. Dorf und Kloster Bechan wurde von den Engländern in Brand geschossen. Der Stäupt cm griff gegen die 3teTlnng der Tibetaner bei Gt>- angstse soll deute durch drei im ganzen 1200 Warm starke Kolonnen erfobnm ss^eneral Mardonald glaubt nicht ohne schroeren Kampf rn den Besitz der Position gelangen zu können. — Nach dem „Tafln Erpreß" soll die chinesische Ka iserin die Michi ausgedruckt haben, sich zurückzn- ziehen und dem Kaiser freie Hand zu lassen. Mau erklärt diesen (ntticbhm damit, daß Unruhen in der Luft liegen, für die die Kaiserin nicht die Verantwortung über nehmen will. Lissabon, 6. Juli. Burnan verhandelt mit der portugiesischen Neqieruno wegen des TabakmonvpolS und Konvertierung der Ttibe.krp'ligativnen Jackson (Staat Michigan , 6. Juli Heute wurde hier der 50. Jahrestag der Eaündung der republikaTnschm Parte: festlich begongm. 5000 Personen wohnten der Feier bei. Hauptredner Staatssekretär Han führte au 5, Amerika unterhalte nichtverpflichtende, jedoch freundschaftliche Beziehu ngen mit der ganzen Welt. ES habe wederPerbündetenochFeinde. Tie Politik Mc. Kinlevs unb Roosevelts sei hauptsächlich auf die Bohrung der ammfanifdxm Interessen im Stillen C^can ge richtet, an dessen weiten Okitaben die Belt so viele Arbeit m leisten haben werde Beide (Genannten hätten an bäumtb die gewaltige B.Deutung dieses Arbeitsfeldes im Auge gehabt, welches sich für die Tätigkeit öffne. Tie BerhanDlungen wegen des Elanton-Bulver Vertrages, die sie einleiteten und den Bau bc5 JsthmuSkanalS bildeten einen Teil des allgemeinen Plan., der be.^veckte, im fernen Orient ein Feld für Unternehmungen zu öffnen. Aus Stadt uiiii £miö. Gießen, den 7. Juli 1904. — Prof. Haller. Der ordenttick e Professor für mittlere vnd neuere Geschichte und historische Hilfswissenschaften an der Universität Marburg, Dr. pbil. Johannes Haller, der als Nachfolger des verstorbenen Prozessors Dr. Konstantin Höhlbaum in gleicher Eigenschaft an die Universttät Gießen berufen worden ist, ist in Estland (Rußland) geboren, studierte in Dorpat, Berlin :md Heidelberg, bestand in Dorpat 1888 die Kandidaten- und 1889 die Oberlehrerprüftrng :md promovierte 1891 in Heidelberg mit einer Dissertation: „Die deutsche Publizistik in den Jahren 1668—74, ein Beitrag zur Geschichte der Raubzüge Ludwig XIV.* Don 1892 biß 1897 war er Mitglied deS Kgl. preußischen historischen In- ststutS in Rom als Mitarbeiter am Repertorium Gerrna- nieum, habilitierte sich 1897 in Basel auf Grund seiner Arbeiten über daS Konzil von Basel, Studien tmb Dokumente zur Geschichte des Konzils m Basel, für mittlere und neuere Geschichte, kehrte 1901 an daß Kgl. preußische historische Jnststut in Rom als Assistent gurücf. 1902 erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor in Marburg an Stelle von Brandi, der nach Göttingen übersiedelte. Dort wurde er im Marz 1904 Ordinarius. Außer mehreren Abhandlungen, u. a. in der ,Historischen Zeitschrift* (TanteS Beatrice), in der ,Russischen Revue* und in den „CueUen unb Forschungen des preußischen historischen Instituts in Rom* (Aufsätze zur Geschichte und Diplomatik der Päpste) schrieb Haller: .Papsttum und Kirchenreform. Vier Kapitel zur Geschichte deS ausgehenden Mittelalters*. Haller war Mitherausgeber der Register zur deutschen Geschichte aus dem Datitanischen Archiv I. •* Personalien. S. K. H. der Großherzoq haben oem Oktroierheber t P. Heinrich Groß zu Darmstadt das Silberne Streut des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren dem Mitgliede der sieiwilligen Feuerwehr zu Lich, Maler Hisgen, verliehen. — Der GerichtSasiessor Franz B o h n in Nieder-Olm wurde zum Notar mit dem Amtssitze in Wörrstadt ernannt, der Amtsgerichtsdiener am Amtsgericht Gießen, Friedrich Nikolai, zum Kanzleidiener am Landgericht der Provinz Cb erbeff en. — Ernannt wurden rrnier der Hauptsteueramtskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Mainz, Heinrich Hellwig, zum HauptsteueramtS- rer bauten bei dem Haupt steuer amt Bmgen, der Fmanzaspirant Hermarm Lo oS auS Lampertheim zum Asiistenten bei der Bejn-fstafle Mainz I, der Salinenbauanfseher bei der Bade- direttion -lab Nauhe:m, Georg Schäfer zu Friedberg, zum - Verzeichnis der Fernsprechstellen. Infolge her m letzr^ Zen starten Dergrößenmg unseres städtischen 7,:mspeechnetz«s hat tue Firma Ernst Balser em neues Der- zeichn iS der Femsproch-Teilnehmer früher als sonst in handlicher Form zum Preis von 60 Pfg. soeben herauSgegeben. ^Haftentlassung, ßu ber kür-lickM Notiz aus Niederflorstadt, die Äerlutstung eines Dr. M'. betreff tmb, teilt man un^ mit, daß auf die Beschwerde des ^Ttiaftctr« hin her Haftbefehl fufirrt am Tage nach der VerhafOtrn^ mtsgehoden und der Beschuldigte ohne Miutiou auf freie:: Fuß gesetzt wcwden ist, weil tveber formale noch auch sachliche Ol-rüicbe die Beidaftnng rechtfertigten. X Atzbach, 5. Juli. Die schon seit Jahre:: hier geplante Anlage einer Haltestelle für Personenverkehr geht etzt erst ihrer Verwwklichung entgegen. Sie sollte zwar chon am 1. Juli er. eröffnet werden, und wir finden bereits auf allen Fahrplänen die Züge oermerft, welche hier verkehren sollen, allein eS wirb schwer halten, daß der Marte- raum bis zum 1. August fertig gestellt sein wird. Die Er- öffntntg deS Personenverkehrs wird von der gesamten Einwohnerschaft auf daS lebhafteste begrüßt, da bei ungünstiger Witterung die zwar nahen Haltestellen von Dorlar und Dutenhofen saft nicht zu erreichen waren. Auch war seither unser großes Dorf noch bie einzige Gemeinde an der Teil- trecke Lollar—Wetzlar gelegen, welcher trotz erneuter Vor- tellung die Vorteile einer Personenhaltestelle versagt blieben. (!) AlSseld, 6. Juli.. Auf der geftngen Protestversammlung gegen die Beseitigung unseres Land- tagSMandates wurde folgende Resolution, die in den nächsten Tagen innerhalb der Einwohnerschaft AlSfeldS zur Unterzeichnung zirkulieren wirb, angenommen: Die heute versammelten LcmdtoqSwähler und (Einwohner der Stadt Alsieid legen gegen den Best! ' m der Zweiten Kammer vom 1. Juli 1904, nach rvelchem bie Smdt AlSseld kunstighm einen eigenen Abgeordneten nicht mehr wählen soll, hiermit entschieden Verwohrrmg cm. ES handelt sich um em nahezu ein Jadrhtmden bestehendes Recht, gewährleistet durch die hessische Veriassung vom 17. Dezember 1820; um ein Privileg, dessen Beseitigung eine schwere Schädigung unserer Jnieresien und derjenigen der ganten Provinz bedeuten mürbe. Tie Abgeordneten unserer Etadk haben durch ihre Tätigten stets bewiesen, daß sie nicht nur Vertreter der Stadt 2llSseld, sondern auch der qaiuen Provinz und deS gesamten Hessen- lanbcfl sind. W:r verstell baher nicht, daß ländliche und dazu noch oberhessische Abgeordnete für Beseitigung bet Privilegs unserer Stadt emtreten und verkennen formten bie Vielsachen gemeinsamen ländlichen Interessen, welche bie Kreisstadt AlSseld mit dem Lande verhindern Wir haben das leste 'Vertrauen je der Gros rung und zu der hoben Ersten Kammer der Stände, daß sie diesem Beschlüsse ihre Zustimmung, bezw. ihren Beitritt versagen werden. Wir verfehlen aber nicht, heute einmütig ohne Unterschied der politischer! Meinung zu erklären, daß wir die Beseitigung dcS WaHl- rechtSpnvilegnnnS der Stadt AlSseld al- eine Entrechtung bezeichnen müssen, gegen welche wir im Interesse unserer Stadt und deS getarnten Landes energisch protestieren. Diese Resolutton wird der Regientng und der Ersten und Zwerten Kammer überreicht werden. § AuS dem Vogelsberg, 6. Juli. Eine wahre Plage für Pferde und Fahrvieh bilden in diesem Sommer die Bremsen und Fliegen. Wohl treten diese Plagegeister in federn Sommer auf, selten aber m solcher Menge, wie gegenwärtig. DaS Fahrvieh ist oft ganz blutig gestochen, unb ohne daß jemand beständig daS Vieh zu schützen sucht, hält eS dieses, besonder- m der Nähe deS Walde-, 'aum au«. Nicht selten kommen demzufolge Durchgänge vor. Man wendet vielfach da- sogen. ,Franzosenöl* al- Schutzmittel an, mbem man baß Vieh damit einreibt. In der Tat meidet daS Ungeziefer derartige- Vieh. -e-. Langen, 6. Juli. Heute feierte die Provinzial- hanS Haltungsschule hier unter sehr starker Beteiligung früherer Schülerinnen unb deren Eltern ihr 25|5hrige6 Stiftungsfest. Es begann mit einem FestaktuS im RathauS- saale, bei welchem Geh. RegierungSrat H. anpmnpcn?" In andern wird die Freude darüber aus- gedrückt, daß sie sich von einem Herrn B. so oft aussühren und zum Tiner und Souper einlaben läßt und die Frage erwogen, ob sie sich demselben enthüllen und ihre Lage schildern solle. Es heißt bann, „sie müsse dem Herrn gegenüber tüchtig schauspielern und eine Szene erfinden". Dann schreibt er wieder: Tie Huldigungen, die man Dir entgegenbringt, machen mir Spaß, auch daß die Weiber vor Neid platzen!" Tarn: wieder: ,,Welche Lieder hast Tu gefangen? Auch die anrüchigen? Na, das schabet nichts!" „Räubere tüchtig, aber ohne Gegenleistung. Vielleicht pumpt Dir einer ein paar blaue Lappen, doch wenn Tu sie nicht ohne Verpflichtung bekommen kannst, dann nicht, denn es wäre mein Tod. wenn Dich nur einer mit den Fingerspitzen berührte". —- Ein anderer Brief spricht von einem Wohltätigkeite>fest, bei dein sie „geräubert" habe, und von einem demnächst folgeren WohltäligkeitSsest. „Räubere auch diesmal, aber lasse T-ich nicht erwischen!" — Ter Staatsanwalt erklärt hierzu, daß die Angellagte, die auf dem Feste Rosen verkaufte, von einem Kavalier für eine Rose 20 Mark erhalten habe, diese 20 Mark aber habe verschwinden lassen. — Tie Angellagte aber bestreitet dies. Beide Angeklagte behaupten, daß der Ausdnick „räubern" nur darauf sich beziehe, daß sie recht tüchtig für die WohltätigkeitSkafse arbeite:: s->tle. — Ter Staatsanwalt belegt feine Behauptung b»«*» ben Israelitische Religionsgesellschaft. Telephonischer Kursbericht. ®x/l*/o Reicheenleihe SVo do. 8f/tö/o Konsole 3% do. Mk. 5.- Ein Börsen Telegramm be- zösssche Regier Poljzeidircftyr richtet, das Monti gny und Gesellen . vom Wladiwostokgeschwader gekapert wurde. bestimmt und unAweifelhaft Gigeutum der japanischen Re- . 100.10 . 103.50 . 61.80 . 61.00 4% Oesterr. Goldrente . . 100.95 4x!6% Oeeterr. Silberrente 100.45 130.00 49.00 44 45! Samstag wurden 5 0 japanische Spione an einem bisher nicht genannten Orte verhaftet. Die Zuge verkehren dis auf 16 Meilen vor Port Arthur. Geselle je die Hälfte zu entrichten hat. 6. Juli 1904. 4% Ungrar. Goldrente . 4Ö/O Italien. Rente . . 4Portugieser » . 8% Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenloee . 4% Grieoh. Monopol.-Änl. 41% Süssere ArffenHnor sich, in Shrmonoseki ernschiffcn. Antwerpen, 7. Juli. ( Lik. 3.— , 2.- , 1.50 Anna Milstcr, ein 18 jähriges Mädchen, ist bei dem Angeklagten Hausmädchen gewesen. Wenn Lieferanten kamen, £at sie, nach ihrer Instruktion, sagen muffen, daß die Herrschaft nicht zu Hause sei, und die Lieferanten die Ware da lassen und sich „morgen oder übermorgen" das Geld holen sollten. ,Aus dem Zeugnisse dieser Zeugin geht chervor, daß japanischenTransportschiffeOtarumarn und Fusamaru in den Grund gebohrt, weil sie Kriegs- koutrebaude zwischen Tsckemnlpo mrd Fobe führten. Petersburg, 7. Juli. Eine Spezial-Depesche aus Madiwvstok besagte Gestern ist in Wladiwostok mit russischer Besatzung ein englischer Dampfer von 9000 Tonnen mit Eisenbahmnaterial eiugeläufen, der neuerdings Tokio, 6. Juli. (Reuter.) Marschall Oyama, der Oberbefehlshaber dar japanischen Streitkräfte, ist heute mit den Generalen Kodama und Fukushima, sowie zahlreichen Staabsoffizieren, nach der Armee abgeg-angen und wird Samstag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. SVe0/#) Hessen 3‘/i% Oberhessen 3% Mexikaner . . 4Vz0/- Chinesen . . Electric. Sch ackert . Nbrdd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handekges. Oeeterr. Staatsbahn , Lombarden . . . Gotthardbahn . , , Laurahütte .... Bochum .... Harpener .... Tendenz: fest. Sabbathausgang 9.35 Uhr. Wochengottesdienft: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Ubr. chottesdienst. Sabbathieier am 9. Juli 1904. Freitag abend: 8.00 Ubr. London, 7. Juli. In der letzten Sitzung des Verteidigungs-Ausschusses nnrrbcn unter Zustimmung des Kriegsministers einige Abänderungen des Reorganisationsplanes für die Armee vovgenonmren, wodurch die Miliz derartig reduziert wird, daß sie praktisch verschwindet. Di.e frei werdeirden Mittel sollen zur Unterstützung der Offiziere und Freiwilligen der regulären Armee verwendet werden. Tie Zahl der Freiwilligen soll um 25 Prozent vermindert wer- o * ■ , , 3. wovon Meister imb Gießen, den Wladiwostok-Geschwader habe die des beziffert. Die Russen blieben in ihren Stellungen. Paris, 7. Juli. „Echo de Perris meldet aus Petersburg: Nach Meldungen aus Korea befinden sich in Söul nicht, wie angegeben, 20 000, sondern nur 5000 Javaner. Der Kais er ist Gegenstand schärfster Bewachung durch die Japaner. Er wird wahrscheinlich nach dem alten Palast übersiedeln, welcher vier Kilometer von ben fremden Gesandtschaften entfernt liegt. Der Kronprinz ist wach Japan in Gefangenschaft geführt worden. Aröeitervewegung. * Witten (Ruhr), 6.^Juli. lieber 100 Bergleute der Zeche „Bergmann" waren unlängst in Ausstand getreten, weil ihnen der Lohn per Mm, ^uni nicht gezahlt werden konnte. Tieserhalb smd heute Termin beim hiesigen Amtsgericht statt, doch hatte dre Zeche, um einen Konflikt zu vermeiden, inzwischen den rück- . . 102.10 . . 90.40 . . 102.00 . . 90.40 . . 100.60 . . 99.20 Renkontres duellrert hEen. wegen Körperverletzung sowie wegen Raushandels auf 200 Kronen Geldstrafe. dem Kriegsgericht der 8. Bayerischen Jnf.-Brrgade m Metz hatte sich der Oberleutnant Bal- vom L Bayerischen Infanterie-Regiment wegen Zwerkampfes mit tödllchen Waffen zu verantworten. (Wahrend der Verhandlung war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen.) Ter Angeklagte hatte mrt einem Kameraden einen Wortstreit, der in Beleidigungen ausartete. Hagen forderte infolgedessen seinen Gegner auf Pistolen. Ter Kampf wurde auf dem Exerzierplatz von FreScaty ausgefochten, hatte aber einen unblutigen Ausgang. Ter Angeklagte wuiHe zu zwei Monaten Festungshaft verurteilt und hat ferne Strafe bereits angetreten. . 27.70 . 89.75 . 105.60 . 102.00 . 201.90 . 188.00 . 138.40 . 150.80 . 153.80 . 136.75 . 17.50 . 187.50 . 245.00 . 188.40 . 198.00 GroßherzogUcheS Tolipeiamt Gießen. Herberg. eine Herrschaft in Gießen 2. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts . . . (Frau Heßler, Geißel und Opper Mk. 5), das Ehepaar Meyer eine zeitlang im Hotel Westminster gewohnt K SÄ hat, obwohl sie ihre Wohnung hatten. Ter Vorsitzende legt MIagc dem Angeklagten die Frage vor, ob dieser Auszug nach dem wieder ^die Arbeit ^elegschast 4o Mann Hotel nicht darauf zurückzusühren sei, daß er sich vor Gläubigern > —b,c ausgenommen haben. nicht mehr retten konnte. Ter Angellagte bestreitet dies. Er Bekanntmachung. B et r.: Die Ausführung der Verordnung vom 5. Februar 1901, daS Gewerbe der Gestndevermieter und Stellenvermittler betr. Bestehender Bestirmmnrg gemäß bringen wir nachstehend den Gebührentarif der hiesigen Gesindevermieterinnen und Stellenvermittler zum Albdruck. Die Gebühr einer Gesindevernneterin beträgt: 1. Für Vermittlung eines Dienstboten an wovon der Dienstbote jeweils Mk. 2.— zu entrichten hat. Die Gebühr de§ StellenvermütlerS Germann beträgt: Für einen 1. vermischte». * München, 6. Juli. Die Kranken- und Sterbekaffe Bayerische Versorgungsanstalt ist in Zahl- ungsschwierigkeiterr geraten. Heber 8000 Gläubiger find bereits zur Anmeldung gelangt. Geschädigt sind viele Tausende kleinerer Leute. * Trient, 6. Juli. Ein Jnfanterfft der Garnison Cavalese ist beim Edelweiß suchen in den Fleimstaler Bergen ab gestürzt und ist tot. * Wien, 5. Jüll. Prager Tschechenblätter veröffent- lichen Berichte über ein greuliches Martyrium eines Kindes. In Pardubitz ehelichte vor einigen Fahren ein dortiger Bürgerschullehrer Vodak eine Witwe, die sei zuckerkrank und überaus stark beschäftigt gewesen, so daß er über Mittag nicht den Weg nach Hause machen konnte. — Auf Befragen des Staatsanwalts bestätigt die Zeugin, daß es sich bei den Gesellschaften, die bei Meyers stattfanden, picht um Besuche von Geschäftsfreunden, sondern um junge, lustige Leute handelte, die sich amüsierten: Frau Meyer sang und bewirtete die Gäste auf ihre Kosten. Tie Zeugin bestreitet auf Vorhalt des Staatsanwalts, daß sie bei ihren Hinauskomplimentierungen der Gläubiger, die sie nach Ansicht des Staatscnrwalts ,mit hervorragender Geschicklichkeit bewerkstelligte, sich etwas Böses gedacht, habe. Professor Meyer habe gesagt, daß er sehr bald eine! größere Geldsumme erhalte. Tie Verbandluna wird fortgesetzt. des Adnnruls Skrydlow die Nordküste entlang und ist^da^i Koreastraße vorge^mgen^^ fjjjf. bte japanische Flotte stieß und von dieser beschossen Kreuzer wichen dem Kampfe mü ^etrtfc,e aus, erwiderten aber das Feuer Torpedoboote sollen unter die Schüsse des eigenen Geschwaders geraten sein, weil-sie irrtümlich für russische ^oate gehalten wurden. Gleichzeitig lief eine Abteiluna rufjrscher Torpedoboote Gensan an. Nach den ersten L-chuffen, verbarg sich die dortige Garnison in den Hausern Em klemerer Dampfer wurde versenkt. L 35011 französischer militärischer Seite wird rmt Nachdruck betont, daß die K r i e g s o p e r a t i o - neu derJapaner^ seit einigen Tagen eine gewisse Zer- fahrenhert aufweifen. Anstatt bei Verfolgung der Di- vrswn Stacke'lberg mit allen Mitteln die Besetzung von Karpin g und Niutschwang anzustreben, um mit China ut Kontakt £ii treten, Mafien bie, Japaner keinerlei Expedi- tron gegen Talienwan und Haitschjeng unternommen. Durcb dreien Mißerfolg sind sie im Angesicht des nahezu unmög- aus ferner Stellung zu verdrängenden Feindes in eine yerkle Lage geraten. Man gewinnt aus dieser Beurteilung tewre aus ähnlichen anscheinend inspirierten Erörterungen den Eindruck, daß Japan der Vermittelungs-Idee zuaäua- licher gematch werden soll. r^„ Petersburg, 7. Juli. Hohe militärische Kreise beschäftigen sich schon eifrig mit den Umständen, die einem eventuellen Fri e d ens s ch luß vorausgehen sollen. Einen -- . zweiten Berliner Kongreß will Rußland dabei nicht erleben. Gietzener landwirtschaftlicher Wetterdienst. I Es wird jede Einmischung der Mächte abzuwehren wissen BorauSfichtliche Witterung in Hessen für Freitaq ben I hervorragende Quellen wissen, durch Momlte 8. Juli 1904: Zeitweise wolkig, Temperatur wenig verändert, slerung des ganzen russischen Heeres unmittelbar vor dem schwul, vrelervrts Gewitterregen. Friedensschluß, was sehr viel Geld kosten würde, aber Näheres d,rrch dre Gießener Wetterkarte. , immerhin den Vorteil selbständiger Handlungsweise bei --den Friedensbedingungen garantieren soll — Ms dem ^tlülulinncn. Zaren mitgeteilt wurde, daß Rußland im fernen Osten nur Darmstadt, 7. Juki. Laut ^Darmst. Ztg." mttrbc 28 d^rggeschütze verfüge, hielt er dies für sehr der ordentliche Professor der Mineralogie an der QQnbe§- ^wahrscheinlich. Es wurde bei der Putilow-Fabrik in Universität Gießen, Dr. Reinhart Brauns, aus dem ob di-^Bestellung Dr. dolf Schmidt zum Drrektor der Hofbrbltothek war, doch niemand dachte an die Beförderung ernannt. nach dem Kriegsschauplatz. Dieser Tage sind die tZ. Darmstadt, 7. Julu (Eigener Draht- Geschütze endlich an den Bestimmungsort abgegangen. Einbericht.) In der 2. Kammer wurde heute vom geweihte Kreise glauben, daß die Position des Generals Abg. Möllmger der Antrag des Finanzausschusses eingebracht, Altvater durch diese Geschützlieferung erschüttert sei. Der die Regierungsvorlage über die neuen Forderungen für über die bodenlose Gleichgiltigkeit sehr er- - - zürnt. — Ein Telegramm aus Liaujang besagt, daß die Aus Antens bos Shaner Port Arthur nunmehr vollständig um- ' . Antrag oe§ .tnen. Budapest, 7. Juli. Ter Leutnant des 32. Jnfanterie- E. v. Tvbschütz-Jena, außerordentlicher Professor, ist nunmehr Regiments Gustav Schmidt brachte spat abends rm Restaurant als ordentlicher Professor nach Straßburg berufen worden und hat des Stadlwäldchens dem Gutsbesitzer Ronay ssowie dem den Ruf anaenonnnen. Er wird als der gemäßigten Richtung an- Beamten Schach durch Säbelhiebe schwere Ver- gehörig, geschildert. .Professor von Dobschütz ist 1870 geboren, letzungeN bei .Die Verletzten hatten den Offizier insultiert! Innsbruck, 6. Juli. Bei der heutigen Staatsprüf- nnd ihn einen „feigen Rekruten" genannt. ung italienischer Juristen im Hörsaal der Universität Moskau, 7. Juli. Nach Blättermeldungen wurde der machten zahlreiche herbei gekommene rtalienische Studenten arohrn Brücken-Auffeher, welcher die Brücke bei Sache im Amurgebiet Skandal, weil eine deutscher Professor den Vorsitz führte. beanffickGaen hatte, verhaftet, weil er zwei japanischen Offi- - -•*- — >v^ ..warfen Stühle und Banke um, und schrieen: „Nieder zieren die Erlaubnis gegeben hatte, die Brücke zu photographieren ben, wodurch man besseres Material zu erhalten hofft. Die Schiffner!' der eben Vorsitzender war. In der beutschen Studen- Auch wurde fn seinem Besitz eine Höllenmaschine gefunden Ersparnisse sollen dazu verwendet werden, die Kosten für den tenschaft herrscht darüber große Entrüstung, umsomehr als in Newnork, 7. Juki. Der Dampfer Kaiser rw ; I von der Kommsssion geforderten ,Gen eralstab zu decken, dem Krawall ein Vrrk.sser einen Schlag erhalten halxn sollsi.^ n.' hat wieder einen Rekkord gemacht. Er bat die " -------- ------------------------ Sport. IReise von Bremen .nach Newyork in fünf Tagen Fußballwettspiel in Gießen. Nächsten Sonntag,! stunden 10 Minuten zurückgelegt. den 10. Juli, nachmittags 3 Uhr firrdet zwischen dem Gießeneri Newyork, 7. Juli. Ein schwerer Cyklon hat im §n^8?ub 1900 und dem neugegründeteu Gießener Ballspiel-tStaate Illinois große Verheerunaen anaerichtet. Ein Eisen- " Wit ÄteMJ’Ä aktive Offiziere "Z Abhang h.nabgostürzt, wobei des Heeres und der Flotte in Homburg .am 25. Juli mtb cme W0” getötet und 20 verwundet wurden, folgende Tage ein großes Lawntennis-Turnier statt,! * zu dem der Kaiser einen Ehrenpreis stiftet. Bom Kvicge. Juli Die Preise d°s dcutschen K°iTientsin, 6. Zull. Das Tarpedabovt „Leutnant Bnrukeff- fers für die Royal Jacht.Squadrou Regatta m Cowes sind Hnw k . o. ’ , angekomlnen. Ter erste Preis ist ein massiver silberner Pokal, I J. 0111 ^bnntag von Riutschwang kommend m Port der zweite und dritte Preis sind hervorragende Kunstwerke aus! A r t h v r emgetroffen. Am Sonntag abend 9 Uhr machten bet königlichen Porzellanmanufakttrr. japanische Torpedoboote einen Versuch, in den Hafen Ltrtf üon Port Arthur zu gelangen, sie wurden jedoch von den n et 1 \ ' Q ck 's« k Seitenbatterien bemerkt. Ein Torpedoboot wurde am Fuße Aachen, 6. Juli. Ghn Student hatte im Zustande berIkeS . . m ' I Trunkenheü zwei Offiziere in einem Restmirant und später l^oldenen Hügels, ein z wert es unterhalb der Batterie 2^ auf der Straße gröblich beleidigt. Ter Handel nnirbc vor I Sinken gebracht, dem dritten wurde der Schorn- Gericht geschlichtet. ,Tie Strafkammer verurteilte den Beleidiger stein fortges chofsen. Das letzte Boot zog sich zurück. Am zu 400 Mark Geldstrafe oder 40 Tagen Geängnis. ' ~ ... — I Gleiwitz, 6. Julü T-as Schwurgericht verurteilte den Ge- meindekasfenrendanten Wvllek aus Zabrze zu einem ^ahre Gefängnis. Terselbe. hatte 36000 Mark an-s der Gemeinde kasse entwendet. Leipzig, v. Juli. Vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichts begann die Verhandlung gegen den Schlosser Julius Davot aus lleckingen bei Diedenhvfen wegen Spion-age. Tie Anklage behauptet, daß Davot ackst! ^holographische Aufnahmen der Festung Tiedenhofen an die ftan- Uwch^ Regierung geliefert habe. Tavot bestreitet seine Schuld. Zahn -Straßburg, Polizeckommissar Bethmann- - --- Wachtmeister Best-Metz erklären, nur in nichtöffentlicher Sitzung Aussagen machen zu dürfen. Ter Angeklagte hatte in Metz Schlosserarbeit mrgenomwen, um Zutritt zu den Forts zu haben. Nach der Mitta^pause wurde der vom Ober- reick)sanwatt beantragte Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit während ber Vernehmung ber Zeugen Zahn, Betbmcmn und Best, sowie der militärischen Sackwerständigen bes^'lssseu. Mit dieser Vernchnrung wurde die Verhandlung geschlossen. . ,,h Graz, 6. Juli. Tas Bezirksgericht erkannte gegen den Nach der Aussage des Kapitäns Uxrrcn die Materialien zum Baron Rokitansky und gegen ben Chefredakteur desIBau einer Eisenbahn im Rücken der japMischeu Armee Grazer Tageblattes, Kienzl, die sich iissolge eines prstitischen I l Kinder-Betten Cb Röhr & Co- IlklllUOE MM V ® i>.Ä i in grosser Auswahl. 44 Bahnhofstrasse 44. tim stille Teilnahme bitten Dießen, ben 7. Juli 1904, zu vermieten. 5218 5W der Puloermichle. billig zu vertan»«« 5869 «enennxg 10. Keaervierxer Platt 75 Ptg., L Flau 4V Pfg. 5854 3 Zimmer Partien billiger, bei 5865 6 Zimmer • rM-i, (ioelftrage 32. vermieten Waagen 5408 end 4788 zu vermieten. Trogen« Marti 8. Ludwigsplatz 15. I. Brunner. 3n uerkaufen KanfGefnche 3u uernneten 0.75 1.50 4666 7 Zimmern Oktober zu Lin l'tür. Sleiderschrank und eine Vafchkommode au kauf. ges. Off. il U8861 an die fern. d. Bl. tu oerrn. 1, varl. Gewichte bfMirea, [flaBdemweD. Carl Graf Kirchen platz 15. Tie trauernden Hinterbliebenen. 6871 L. 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