Nr. 191 ^zweires Vmrr a O4t. ^zayrgankz Gießener Anzeiger Erfchetw täglich mtl Ausnahme befl Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen Die öeutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Kind oui 2, Die „Giehener Lamilienblätter" werden dem ^Anzeiger oiennal wöchentlich beigelegt. Der »Hessische £anörolrf erscheint monatlich einmal. l$nlrÄ- an L md U. lirnnen unter M Frankfurt a. M., 6. Juni. 45. Hauptversamm» lung des Vereins deutscher Ingenieure. Heute vormittag wurde die erste Sitzung durch den Vorsitzenden Geheimrat v. Linde-Berlin mit Begrüßungsworten an die erschienenen Mitglieder und Ehrengäste eröffnet. Unter letzteren befinden sich der Regierungspräsident Hengstenberg-Wiesbaden, Oberbürgermeister Adickes und der Rektor der technischen Hochschule Darmstadt Prof. Dingeldey. Regierungspräsident Hengstenberg begrüßte die Versammlung Namens der Staatsregierung. Er betonte den Aufschwung der deutschen Industrie und Technik und den Einfluß, den hierauf der Verein deutscher Ingenieure geübt hat und noch übt. Vom Arbeitsminister v. Budde ist ein Telegramm eingegangen, worin er sein Bedauern ausspricht, der Versammlung wegen wichtiger Amtsgeschäfte nicht beiwohnen zu können. Nach dem Regierungspräsidenten sprach der Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt Prof. Dingeldey. Er gab der Freude Aus- druck, daß ein Tag der Taglmg in Darmstadt stattfinden solle, und betonte die Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis, zwischen Hochschule und Beruf. Weiter sprach der Rektor der Handelshochschule Frankfurt a. M. Prof. Dr. Buchka, Baurat Neher als Vertreter des Architektenverbandes, Herr Helmholtz als Vertreter des Vereins deutscher Eisen- Hüttenleute, Prof. Hartmann für den Verband deutscher Elektriker, Prof. Freund im Namen des Vereins deutscher Chemiker. Der Vorsitzende v. Linde dankte sodann für die herzlichen Begrüßungsworte und erstattete sodann den Geschäftsbericht. Die Versammlung beschloß die Verleihung der Grashof-Denkmünze an Parsons in Glasgow und de Laval in Stockholm. Nachher fanden Vorträge statt. Am Abend mar ein Festessen im Palmengarten. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters schreibt man uns: Nochmals sei in letzter Stunde auf die heutige erste Vorstellung (Bettelstudent) hingewiesen, die nach dem außerordentlichen Erfolge in Marburg ja einen ganz besonderen Genuß verspricht. <904 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UnwersitätSdruckeret. R. Lange. Gießen. Redaktion,Expedition u. Druckerei Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. Ans MM und Land. Gießen, den 7. Juni 1904. •• Das Groß h. Regierungsblatt Nr. 17 hat zum Inhalt eine Bckanntmachiing, den Erlaß einer Geschäftsordnung des Denkmalrats für das Großherzogtum Hessen betreffend. •* Silberne Hochzeit feierten gestern der Stations- assistent Carl Borchers und Ehefrau. — Die silberne Hochzeit feiern außerdem am Mittwoch, den 8. d. M. Kaufmann Karl Klein Henn und seine Ehefrau Christine, geb. Flett. *• Der Kriegerverein hielt am Sonntag sein Wald- sfest in der zweiten Schneise des Licher Waldes ab. Es hatten ffich soviel Mitglieder mit ihren Familien eingefunden, daß die vorhandenen Sitzplätze bei weitem nicht ausreichten. Namentlich mußten die Nachzügler ausnahmslos sich Platz unter einer Tanne suchen, was übrigens die Festfreude nicht ^beeinträchtigte. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Wiener, hieß Äie Teilnehmer alle herzlich willkominen und brachte am Schluffe seiner kernigen Rede ein Hurrah auf Se. Majestät fcen Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog aus. Hierauf folgten Kinderspiele der verschiedensten Art, Austeilen non Gebäck, Fähnchen und Broschen mit dem Bildnis des 'verstorbenen Prinzeßchens. Mit eintretender Dunkelheit rüstete man sich zum Heimweg. Die Lampions wurden angezündet uund unter Vorantritt eines Teils der hiesigen Militärmusik fflog die große Schar der Festteilnehmer vor die Wohnung Äes 1. Vorsitzenden, der inzwischen nach Hause gegangen war, mnb brachte ihm noch ein Ständchen. Der Schriftführer des Aereins, Herr Möbus, dankte ihm im Namen des Vereins ffiir seine unermüdliche Tätigkeit im Verein und brachte ein Valitische Tagesschau. Nach berühmten Mustern 1 Der bayerische bäuerische Abgeord. Anton Memminger du§ Würzburg hat, wie wir mitteilten, am 19. Mai im bayerischen Landtage eine lange Rede über die Verhältnisse in der Universitätsstadt Würzburg gehalten. Er entrüstet sich dabei (vergl. unsere Nr. 126, 2. Bl.) besonders über die Damen, die er kurzweg „Weiber" nannte, und beschuldigte die Würzburger Mütter, ihr ganzer Ehrgeiz gehe dahin, ihre Töchter an die Studenten zu verkuppeln. Die meisten Würzburger Studenten seien nach der Schilderung des Abgeordneten verlumpte Trottel, die sich in Weiberkneipen ruinieren. Als sich nun Memminger seine Ausführungen über die Würzburger Frauen im Stenogramm etwas näher besah, da kam ihm doch wohl die Ueberzeugung, daß er sich arg ver- gallopiert hatte. Er zog es deshalb auch vor, in seinem Blatt, der in Würzburg erscheinenden „N. Bayer. Landesztg.", seine Rede nur in stark verbesserter Form nach- zudrucken. In dem „Würzb. Journ." wird ihm aber nachgewiesen, daß er 14 „Kraft stell en" entweder ganz entfernt oder doch wesentlich abgemildert hat. Herr Memminger hat also in aller Form den Rückzug antreten müssen. Schwurgericht. th. Gießen, 6. Juni. Die beabsichtigte Hinausschiebung der diesmaligen Tagung des Schwurgerichts hat sich doch nicht als ratsam erwiesen, und so wurde denn gestern der einzige vorhandene spruchreife Straffall abgeurteilt. Verhandelt wurde gegen die B.15W "len lü verleihen- MstN »U U . (yrp,^. nun in höchster Eile unter Zurücklassung von Hut und Stiefeln, sprang aus dem fünf Meter hoch liegenden Fenster heraus und verbarg sich den ganzen Tag über in einem leerstehenden Keller in der Mühlstraß, ^iedmeyer 8* i ■Wann (%*,'* )unfler >' lucldt ÄUc ei" junqe; I tb- schiebt I 1 an " '7 478. 35 ^Holel Rapp^ Für jedes Ge- Ichaii geeigneiti Haus tu Loiidorj V . Hauplstr., iahe -rrc-tag dcu 10. guni Q11I der Biirgenneisierei r”- 49n «auch, geb. Amlnin. 2 ca- achl geräumig! *■ 3immei',mitgi-oijem r»hlg und frei gelegen n_ ecentL zu kaufen g? I -Herten unter Dir. 497t I » jpcbuion d. Bl. Amt aravierl. ~ Ster 4* SSfe en"1'1 benl. dreifaches Hurrah auf ihn aus, in welches die Teilnehmer lebhaft einstimmten. Nachdem Herr Wiener für die ihm gewordene Ehre seinen innigsten Dank ausgesprochen und die Musik noch ein schöne? Stück vorgetragen hatte, trennte man sich mit dem Bewußtsein, einen schönen genußreichen Tag im Krieger-Verein verlebt zu haben. ” Die hiesige Ortsgruppe des Deuts ch- nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes feierte am Sonntag im neuen Saalbau ihr diesjähriges Sommer- fest, welches sich eines sehr guten Besuches erfreute. Es wurde von dem Verbände auch alles mögliche geboten, um seine Gäste zu unterhalten und zu amüsieren. Jux-, Schieß-, Varietätcnbudcn und sonstige Buden waren aufgeschlagen; die Musik stellte die hiesige Militärkapelle. Zwischen 9 und 10 Uhr wurde ein großartiges Feuerwerk abgebrannt, an das sich der offizielle Tanz im großen Saale schloß, der die Fest- teilnchmer bis nach Mitternacht in bester Stimmung zusammenhielt. Jeder, der das Vergnügen verließ, ging wohl vollbefriedigt nach Hause, trotzdem er auf die im Programm angekündigten humoristischen Vorträge verzichten mußte. S t. W e n d e l znButzbach. Von hochverehrter Seite geht uns folgende Notiz zu: Jtn „Gieß. Anz" vom 31. v. Mts. befindet sich eine Korrespondenz aus Butzbach, das Kirchlein St. Wendel daselbst, betreffend. Wir erlauben uns dieser einiges anzufügen. Es gibt in Butzbach zwei Kirchen: die große Stadtkirche St. Marxen und das kleine liebe Kirchlein St. Wendel, lieber dieses, das viel älter ist, als jene, sagt die Legende, cs sei zu Köln a. Rh. ein irischer Missionar, aus königlichem Geschlechte, mit seinen Mönchen eingetreten, aber er sei, leider, allda bald gestorben: vorher aber habe der Königssolm noch angeordnet, daß seine Leiche auf einem Karren, bespannt mit noch uneingefahrenen Stieren, denen volle Freiheit ihres Weges zu lassen sei, gelegt werden solle. Hinter diesem wundersamen Fuhrwerke sollten die Mönche psal- modierend dreinzichen und da, wo ein Rad ausfalle, solle er begraben und ein Kirchlein erbaut werden. So ist denn nun diese eigentümliche Karawane gezogen die kreuz und die quer, über Berg und Tal, Feld, Wies und Wald, bis sie dann endlich im uralten Butzbach einzog. Als sie nun in die Mitte des Ortes gekommen — da fiel zum Glück ein Rad aus!!, da, wo die Roßborngasse in die Weiseler Gasse einmündet. — Vor dem Orte, nach Weisel zu, war die Leiche des später heilig gesprochenen irischen Königssohnes, wie es heißt, in einer „Wildnis", beerdigt, und dann das zierliche Kirchlein mit daranstoßendem Hospital für arme, schwächliche Butzbacher Frauen, erbeut. Zu Anfang der 1830 er Jahre ist letzteres abgebrochen und der „Hessische Hof" auf der denkwürdigen Stelle etabliert worden. Das liebe Kirchlein aber mit seinem schlanken Turme — dieser soll ein wahres Kunstwerk der Baukonstruktion sein — und den Silberglöcklein, steht heute noch unerschüttert von all den Stürmen der vielen Jahrhunderte, die über es dahingebrauset, da, und „ladet den Pilger zum Beten ein". In dem Kirchlein ist ein großer Schrein neben der Kanzel, an der Wand angebracht, und in diesem ist die ganze Historie: Leichnam St. Mendels, auf dem Karren mit den Stieren und dem ausgefallenen Rade usw., in feiner vergoldeter Holzschnitzerei dargestellt: im Volksmunde wird das Ganze die „Goldene Oe chserch en" genannt. Am Treieinig- keitsfeste — Trinitatissonntag — hat der zweite Stadt- geistliche — die Flügeltüren des Schreines sind weit geöffnet, man will die „Goldene Oechserchen" wieder sehen — eine betreffende St. Wendclspredigt zu halten und bekommt derselbe dafür eine Extravergütung. In der halben Stadt, vom Kirchlein bis zur glücklichen Radausfallsstelle ist — aber ohne Musik usw. — Kirchweih, die sog. „Wennelskirmes" und die Hospitalitinnen, die jetzt bei Leuten in der Stadt untergebracht sind, bekommen je einen Kirmeskuchen. b. Friedberg, 5. Juni. Heute fand die Fahnenweihe des hiesigen Gesangvereins Germania statt. Schon gestern abend bei der Vorfeier war ein solches Treiben hier, wie man es seit langen Jahren hier nicht beobachtete. Heute morgen erfolgte Weckruf durch die Musikkapelle des zweiten Bayerischen Jägerbataillons aus Aschaffenburg. Nachmittags bewegte sich der Festzug durch die schön geschmückte Stadt unter Teilnahme sämtlicher hiesigen Vereine, des Stadtvorstandes, und sämtlicher fremden Gäste. Die Festrede auf dem Festplatz bei der Seewiese hielt Pfarrer Kleeberger. Sein Hoch galt dem Gesangverein Germania. Die Begrüßungsansprache hielt der Präsident B. Jakob. Die Ueberreichung der Fahne erfolgte durch Fräulein Anna Krebs, welche einen Prolog sprach. Später begann das allgemeine Festvergnügen und morgen abend wird das Fest seinen Schluß durch ein großes Feuerwerk finden. R. B. Darmstadt, 6. Juni. Tie hessische Handwerkskammer hielt heut vormittag im hiesigen Rathaussaal ihre 8. Jahresversammlung unter dem Vorsitz des ersten Präsidenten, Obermeister Falk-Mainz, ab. Als Vertreter der Regierung wohnte Ministeriatsekretär Matthias der Beratung bei. Nach kurzer Begrüßung der 35 anwesenden Vertreter durch den Vorsitzenden gab der Kammersekretär Eengelbach den Jahresbericht. Das verflossene Jahr sei ein sehr arbeitsreiches, aber auch hinsichtlich der Entwickelung erfreuliches gewesen, besonders die Durchführung der Regelung des Le'hrlingswesens habe dem Vorstand viel Mühe und Arbeit gekostet. Gegen die jetzt bestehenden Vorschriften auf diesem Gebiete hätten sich so gut wie keine Beschwerden erhoben; man könne daher diese Regelung als eine durchaus zweckentsprechende erachten. In gleicher Weise bewährten sich die Vorschriften über die Gesellenprüfungen und auch hinsichtlich ocr Meisterprüfungen reige sich in der Handwerkerwelt ein erfreulich fortschreitendes Interesse. Besondere Anerkennung zollt der Bericht der Tätigkeit der beiden Kontrollbeamten Kehl- Worms und Nessel-Offenbach, die bezüglich der Beobachtung der Vorschriften über das Lehrlingswesen trotz der kurzen Zeit ihrer Tätigkeit schon sehr beachtenswerte Erfolge aufzuweisen hätten. Es bestehen z. Z. in Hessen 18 Zwangsinnungeu Und 40 freie Innungen, ferner 119 Ortsgewerbevereine und 27 andere gewerbliche Verbände. Obermeister Falk dankte den Ausschußvorständen, den Revisionsbeamten und den Kammermitgliedern, besonders auch der Regierung, resp. deren anwesendem Kommissar für ihr reges Interesse und ihre ersprießliche Tätigkeit, worauf Mmisterialsekretür Matthias dankend erwiderte und den Wunsch aussprach, daß die Handwerkskammer sich nun Segen des Handwerks kräftig weiter entwickeln möge. Aus der vom Kassierer Rosen erstatteten Jahresabrechnung ist zu entnehmen, daß den Gesamteinnahmen von 40 768 Mk. eine Gesamtausgabe von 38 360 Mk. gegenübersteht. Der neue Voranschlag für das Jahr 1905 balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 24050 Mk. Es folgten noch einige Referate über die Errichtung der Gesellenprüfungs-Ausschüsse, die Anstellung von Beauftragten, die Frage der Gesellen- und Meisterprüfungen, Lehrverträge usw., worauf die Versammlung gegen 1 Uhr schloß. R. B. Darmstadt, 6. Juni. Tic zweite diesjährige Schwurgerichtspcriode nahm heute unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Tr. Stein ihren Anfang. Zur Aburteilung gelangte eine Anllage wegen Mordversuchs gegen den 24- jährigen Fabrikarbeiter Ludwig Laut, geb. zu Wolfskehlen, zurzeit in Darmstadt. Der Angeklagte war mit der 21jährigen Tina Mink hier verlobt und wollte sie auch heiraten; er kannte sie schon von seiner Militärzeit her und bewohnte bei dem Vater der Braut, der Laternenwärter ist und in der großen Vachgasse wohnt, eine Kammer. Ter Angeklagte soll sich jedoch immer mehr dem Trünke ergeben haben und dann gegen Braut und Brautvater sehr wenig liebenswürdig gewesen sein. Nach einem harten Austritt mit tätlichen Angriffen sagte sich Dina endgiltig von ihrem Galan los, und der Vater setzte ihn unter Einbehalt seines Koffers vor die Tür. Verschiedene Versuche Lauts, das frühere Verhältnis mit seiner Dina wieder herzustellen, schlugen fehl; da faßte der Angeklagte den Entschluß, sie zu töten: nachdem er sie noch auf einem Ausflug nach Frankfurt verfolgt und auch da die Gewißheit erhalten hatte, daß seine Braut für ihn verloren sei. Er schlich sich in der Nacht zum 21. März in das ihm ja wohlbekannte Haus ein, nachdem er sich vorher in einer Wirtschaft „Mut" angetrunken hatte, und stieg, als in der Minkschen Wohnung alles schlief, vom Treppenfenster aus in die Schlafkammer Dinas durch das Fenster ein. Bei seinem Eindringen erhob ein in der Kammer befindlicher Hund Lärm. Dina erwachte und wollte zum Bette herausfpringen. Doch da spürte sic auch schon einen scharfen Griff an der Kehle und aleich darauf eine Anzahl Schläge auf die rechte Schulter und den Oberarm, die sich später als Messerstiche herausstellten. Auf ihre Hilferufe wollte der Mordbube flüchten, traf aber in der Küche mit dem Vater zusammen und brachte ihm mehrere gefährliche Stiche an Kopf und Schulter bei, sodaß der schwache Mann unter starkem Blutverlust zu Boden sank. Laut flüchtete Die Versetzung des Kroßyerzogs von Mecklcnburg-Stretitz. Neustrelitz, 6. Juni. Ter Kaiser traf kurz vor 1 Uhr mit Gefolge hier ein und wurde am Bahnhofe von dem jungen Großherzog und dem Erbgroßherzog empfangen und durch daZ Spalier der Krieger- und anderen Vereine nach dem Schloß geleitet, wo der Kaiser die Großherzogin-Witwe begrüßte. Von hier begaben sich die allerhöchsten Herrschaften alsbald zur Trauerfeier in die Schloßkirche. In der schwarz ausgeschlagene- Hofkirche war der Sarg unter einem schwarzen D. le chin aufgebahrt, zu Häupten die Krone, zu Füßen d e Insignien und Orden. Am Kopfende saßen Die Landstände. Das Schiff der Kirche füllte sich mit Mitgliedern des Staatsministeriums, .Hofchargen, der Ritterschaft und des_ Militärs; die Fürstlichkeiten, die Vertreter von Fürstlichkeiten und die auswärtigen Würdenträger fanden sich ein und legten kostbare Kranzspenden am Sarge nieder. Unter Orgelklang betraten um 1 Uhr der Kaiser mit der Okwßherzogin-Witwe, der Großherzog und die großherzogliche Familie das Gotteshaus und nahmen neben dem Katafalk Platz. Nach dem Gemeindegesang und der Liturgie hielt Hofprediger Horn eine Leichenrede über den Psalm 90 Vers 10. Der Redner hob die Energie und Arbeitskraft des Verewigten hervor, der ein Charakter voll Gerechtigkeit und Wahrheit gewesen sei und seine Bundcspflichten stets erfüllt habe. Lebhaften Widerhall habe es im mecklenburgischen Volke gefunden, daß der nunmehrige Großherzog in der Proklamation an sein Volk die Treue zu Kaiser und Reich so warm betont habe. Mit einem Gesang und dem Segen schloß die Feier. Der Kaiser und die Fürstlichkeiten nahmen sodann an dem Frühstück im Schlosse teil. Der Kaiser verlieh den Kronenordeu erster Klasse dem Oberhofmarschall F-rhr. v. Maltzahn, den Kronenorden zweiter Klasse mit Stern dem Oberstallmeister v. Boddien, den Kronenorden zweiter Klasse dem Hausmarschall von Dewitz und dem Kabinettssekretär v. d. Wense, den Kronenorden dritter Klasse dem Oberhofprediger Horn und dem Leibarzt Sanitätsrat Dr. Ahrens. Ter Kaiser ist um 33/4 Uhr nach Berlin ab gereift. Ter Großherzog und der Erbgroßherzog begleiteten den Kaiser zur Bahn, wo sich der Kaiser von ihnen aufs herzlichste verabschiedete. je, wo er dann entdeckt und verhaftet wurde. Der Angellagte hatte in der Voruntersuchung und auch heute noch hartnäckig die Tat zu leugnen versucht, mußte sie aber schließlich doch zugeftehen und legte ein volles Geständnis ab. Er gab auch zu, daß er sich seit drei Tagen mit der Absicht der Ermordung seiner früheren Braut, die der Mutterschaft entgegensieht, getragen babe und in Frankfiirt nur keine Gelegenheit zur Ausübung der Mordtat fand. Nachdem die Gesck'worenen die Frage ans Mordversuch mit Ueberlegung und Körperverletzung bejaht, jedoch mildernde Umstände als vorliegend anerkannt hatten, beantragte Oberstaatsanwalt v. Hessert wegen des Mordversuchs fünf Jahre und wegen der Körperverletzung ein halbes Jahr Zuchthaus. Das Urteil lautete auf eine Gesamtstrafe von 4 Jahren 8 Monate Zuchthaus. 111 Äauir ■ um wolle und Tauue billigst augejerligt joro:i gearbeitet. 0M schott, lÄerstr. ll, L reullisspiclplatz n gejucht. Lsjerten uni ui die Crvedition b, & es, tüiderlojes ^hepani, Oer Jahre, wünscht ein er perfuiiit, wenn auch | Mut, nicht unter einem Pension rech, als eigen ien. i'liwr Preis. I MmLüMaMmid. k öemotd.^Mna.NH. I ir die vielen Leweije § ' glichen Metlnahine, '( mjerer silbernen poch-§ 1 feier herzlichen Laut, z , Borchers • Mlv Krall. 49971 • für reisend SDIZ Dämel r id konkurrierenden Nationen sind Deutschland England Oesterreich Italien Frankreich Julius Cäsar. Rangier ) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Belgien 6, 13, 19 Angiöre P. de Grawhez i> Schweiz Dufaux Dufaux 7 Tie Wolselcy-Wagcn Zylinder haben. Tochter, Elisabeth Elly. 30. Tein Gärtner Adam Nickel em Sohn, Ausführung von Mk. 17.— in 110 cm Länge aufwärts, JuBbus Fischer1, Schalstrasse 6. Sohn, Harts Rudolf. Tochter, Margarete. Soilnlag den Zum Schluß: vermittelst des elektrischen Stromes in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen. vorbestrafte, am 13. Dezember 1873 zu Thalsitten in Bayern geborene Dienstmagd Karoline Stieglitz, zuletzt in Dienst im Restaurant zu den 4 Jahreszeiten in Niedermörlen bei Bad- Nauheim, angeklagt wegen K i n d e s m o r d s. Den Gerichtshof bildeten Landrichter Neuenhagen als Vorsitzender, sowie die Landgerichtsräte Dr. Schäfer und Schmidt als Beisitzer. Die Anklage wurde vertreten durch Oberstaatsanwalt Theobald, während die Verteidigung von Rechtsanwalt Klarcnaar geführt wurde. Das Mädchen gibt betreffs ihrer Vergangenheit an, daß sie 1899 vom Schwurgericht in Marburg bereits wegen Kindesmords zu 2 x[t Jahren Gefängnis verurteilt worden sei. Nach Verbüßung der Strafe habe sie ein Jahr lang in Gießen in Diensten gestanden, sei dann, kurze Zeit in Bad- Nauheim bedienstet und zum Schluß in Niedermörlen tätig gewesen. Sie ist der ihr zur Last gelegten Tat geständig. Die Leiche des Kindes fand man s. ZI. mit einem Schürzenband anscheinend stranguliert. Das Mädchen will ihr totes Kind etwa 8 Tage lang im Bett verborgen gehalten und es dann in den Abort geworfen haben. — Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. — Nach den öffentlich bekundeten Gründen des Urteils haben die Geschworenen die Schuldfrage bejaht, der Angeklagten aber mildernde Umstände zugebilligt. Der Gerichtshof hielt nach Lage des Falles eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren und 2 Monaten für am Platze, von denen 3 Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt anzusehen seien. Ter Vorsitzende motivierte die Höhe der Slrafe damit, daß die Angeklagte wegen der gleichen Tat bereits vorbestraft sei. teilen. Die Samstag den 11. Ium: „Xtumpaci Vagabundus. 12. Ium: „Salome." Hieram: „Wann wir altern. 90—100 60 „ 60 „ 60 „ 90 „ (mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifschlitz) in tadelloser Ausführung von Mk. 17.— in 110 cm Länge aufwärts. — Ztnivcrsttäts-Nachrlchten Der außeroroenll. Professor der Mathematik an der Bonnei Universität Tr. Lothar H c s f t e r ist zum Mitdirektor des mathematischen Seminars daselbst ernannt worden. Sjeffter habilitierte sieb 18dö in Gießen als Privatdozent für Mathematck. 1891 wurde er, in Gießen zum außerordentlichen Professor befördert. 1897 erfolgte seine Berufung als etatsmäßiger a. o. Professor nach Bonn. Praktisch, bequem und angenehm ■ unentbehrlich für Gebirg, Jagd, Sport, Reise, sowie für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten Echt steirischen Loden-Fabrikate Wasserdichte Wett er kragen Aerichtsjaal. Stuttgart 6. Juni. In der Wirtschaft zum Mönchskeller zu Untcrtürujeiin wurden am 20. Februar die Studierenden der Techn. Hochschule, Frick von der Burschenschaft Arminia und Lberdor^r bon der Burschenschaft Alemannia, bei einem Zwei- kamps mit Schlägern abgefaßt. Es handelte sich um eine B e st i m mung s m ensur. Mitangeklagt wegen Be.hckse waren der Pächter der Wirtschaft, der >edoch cinwandte, er sei während des Zweikampfes traut zu Bette gelegen und habe davon nichts gewugt, da der Saal ohne Angabe des Zweckes vorher bestellt worden sei. Auch habe er von den unmittelbar vorher in den Saal gebrachten fünf schweren Koffern mit Paukzeug usw. nichts gesehen. Letzteres wurde beschlagnahmt und lag int Gerichtssaal. Tie beiden Duellanten erlitten nur geringfügige Verletzungen. Da alle Vorsichtsmaßregeln getroffen waren, erklärten die zur Beilimmungsmensur belg.zogeucn merzte, eine tödliche Verletzung sei vollständig ausgescyloiPn gewesen. Auf Grund der konstanten Rechtsprechung des Reichsgerichts beantragte der Staatsanwall die Verurteilung der Studierenden und aus Grund der Zeugenaussagen auch diejenige de.- Wirtes. Das urteil lautete gegen die beiden Studierenden auf die gesetzliche Mindeststrase von drei Monaten F e st u n g s h a f t, gegen den W i r t aus vier Wochen Festungshaft. Homb u r g, 6. Juni. Gordon-Bennett-Rennen Tie Empsehlung." Montag den 13. Ium: werden die einzigen sein, die liegende Alle Fahrzeuge mit Ausnahme des Dusaux- Wagens, der einen acht Zylindermotor aufweist, sind mit vier Tie Fahrlisle für das Gordon-Bennett-Rennen stehl mm, nachdem der Engländer Edge zngejagt hat, endgiltig fest. Allerdings ist noch nicht bestimmt, wte die einzelnen Länder die ihnen 311« fallenden drei Startnummern unter den einzelnen Fahrern ver- Zylindermotoren versehen. Z : Vermeidung von unangenehmen Verzögerungen und Zwischen.ulien, die der Riesenverkehr während des Gordon Bennett-Rennens nach sich ziehen könnte, sind besondere polizeiliche Maßnahmen getroffen morden. Eine der wichtigsten ist die Einteilung der Zufahrtsstraßen zu dem F e st p l a tz an der Saalburg in solche für Automobile, für Wagen und für Fußgänger. Diese Regelung des Verkehrs muy genau beobachtet werden und wird von Polizeimami- schaften überwacht. Zur Vermeidung von Irrtümern und Unannehmlichkeiten geben wir sie im Interesse des Publikums nochmals hier wieder: Von Frankfurt aus ist der einzige Weg für Automobile Heddernheim-Eschersheim-Niederursel-Oberstedten-Tan- nenwald-Allee-Lindenweg. Der einzige Weg für Wagen: über Bonames-Gonzenheim-Promenade, Schwedenpfad-Hardtwald-Rot- laufweg. Von Friedberg aus führt der einzige Weg für Automobile über Friedrichsdorf Kirtorf, Bahnyof Homburg- Ferdinandsanlage-Tannenwald-Allee-ßindenweg. Ter einzige Weg für Wagen: Friedrichsdorf-Farbenfabrik-Ratlaufweg; F utz- ganger können die Saalburg über den Hammellandweg oder auch durch den Hardtwald erreichen. Von Homburg aus ist der einzige Weg für Automobile: Bahnhof-Ferdinandsanlage- Tannenwald-Allee-Lindenweg-Saalburg. Der einzige Weg für Wagen: Pr rnenad? - Ltlwedenpfad - H rbtlo ld--R tla fieg — E 1ttrisck) e Bahn vom Bahnhof Homburg bis zur -aal- burg. Außerdem geht eine neue Eisenbahnlinie vom Bahnhof Homburg bis zur Station Saalburg. Von da aus führt ein Fußweg bis zum Start. — Unter den verschiedenen Klübs, die dem Sportfest im Taunus beiwohnen, iüirb auch ein englischer Da men-Automobilklub, ein Zweigverein des Großbritannischen Automobilklubs, in corpore erscheinen. Die Damen bringen Ujre eigenen Wagen mit zur Stelle. Märkte. Gießen, 7. Juni. Marktbericht. Aus hentigein Wocbeninarfi kosteten: Butter pr. Pid. 0.80—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 5—6 Psg. 2 Stck. 00—00 Psg., Gänjeeier 00—00 Psg., Enteneier 7—0 Psg., iiäjc vr. Stck. 6—8 Pi., dxäseinatte 2 Sick. 5—6 Psg. Erbsen pr.üiter 21 Pig., Zinsen pr. Xiitcr 32 Pig., Tauben pr.Paar0,8Ö-1,00 Atk., Hühner pr.St. 1,30—1,40 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Aik., Enten pr. Stück 77,i—2,20 Pik., Gänse vr. Pid. 00—70 Psg., Lchsenfleisch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und "Rindfleisch pr. Pfuiid 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 76 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—76 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartossein pr. 100 Kgr. 6,uu—7,00 Pik., Weißkraut per Stück 9—12 Pig., per Zentner 0.00—0.00 Pik., Zwiebeln pr. Zetckner 7,00—10,00 Mi., Milch per Liter Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Pik., m Korden 00—00 P'a. Russe 100 St. 00- 00 Psg. Piarktzeir 7—1 Uhr. Kunst und Wissenschaft. — 50 400 Mark für wissenschaftliche Zwecke hat die diesjährige Sitzung des Kuratoriums der Jubiläumsstiftung der deutschen Industrie, welche unter Vorsitz des Geh. Reg.-Rats Professor Rietsch el in der Technischen Hochschule zu Berlin tagte, bewilligt: Einen Betrag von 10 000 Mark erhält Geh. Baurat Garbe- Berlin mit der Aufgabe, die neueren Lokomotiven der amerikanischen Eisenbahnen, owie die auf der Ausstellung in St. Louis vorgeführten Lokomotiven aller dort vertretenen Nationen zu studieren. Von der Vertellung der Reslsumme ist besonders hervorzuheben: Den Professoren Dr. Prandtl und Dr. Rinne in Hannover wurden 6400 Mk. überwiesen für Festigkeitsuntersuchungen an Baustoffen, unter fortlaufender Beobachtung der Veränderungen im Klein- gefüge. Professor Dr. Nernst - Göttingen erhätt 50u0 Mark zur Weiterführung von Versuchen über Tempcraturmessungen bis zu 2200 Grad und über die Dissoziation von Kohlensäure und Wasserdampf sowie die spezifischen Warmen dieser und anderer Gase. Professor Dr. Hermann Simon in Göttingen erhält 5000 Mark zur Ausarbeitung einer Methode, hochfrequente Wechselströme (elektrische Schwingungen' dauernd ungedämpft zu erzeugen, sowie dieselben für das Problem der drahtlosen Telegraphie und Tele- phonie nutzbar zu machen. Straßburg, 5. Juni. Professor Braun fühtte im Naturwissenschaftlichen Verein Versuche mit elektrischen Schellen vor. Diese Schellen weichen auf ein regelmäßig geschichtetes Gemenge, ein Gitter isotroper, d. h. für Elektrizität gleichmäßig elastischer Stoff geworfen und erfahren dadurch eine Doppelbrechung mit Brechungsexponenten, deren Unterschiede größer waren als die der doppelt gebrochenen Lichtstrahlen in Kalkspat. Die „Gitter" bestanden aus Backsteinen und gleich großen Luftschlitzen dazwischen. Sie verhielten sich, wie die Versuche erwiesen, gegenüber den elektrischen Scywinguugen wie eine homogene doppelbrechende Masse. Da das Verhallen elektrischer Schellen in der Doppelbrechung dasselbe ist wie das von Lichtstrahlen, so müssen sich diese Erscheiniingen auch optisch Herstellen lassen. Wenigstens ist die prinzipielle Möglichkeit nachgewiesen aus isotropem Material doppelbrechendes aufzubauen. Die praktische Bedeutung der Entdeckung würde darin liegen, daß die immer seltener und teurer werdenden doppelbrechenden Kristalle, die Kalk- und Doppelspate, die für gewisse Industrien, namentlich bei Z u ck e r i ndu st r i e n unentbehrlich sind, durch künstlich hergestellte Körper aus isotropem Material völlig und zwar zu wohlfeilen Preisen ersetz! werden können. Dies Ziel aus dem angegebenen Wege zu erreichen, ist eine Aufgabe der Technik, die, wie der Vortragende betonte, sehr wohl gelöst werden könne. — Des weiteren legte Prof. Braun Präparate vor, die beweisen, daß es ihm gelungen fei, Metalllegierungen Ludwig August Heinrich Julius. 30. Dein Metzger August Keßler eine Tochter, Martha. 30. Tein Kgl. Eijenbahn-Belriebssekieiar Johann Josef Nikolaus AUHaus eine Tochicr, Gertrud Cmiic. 31. Dem Eisendreher Ernst Georg Wilhelm Schmidt eine Tocdier, Kalharine Juliane. Juni 3. Dein Assistenzarzt Dr. Franz Bolyard eine Tochter, Adelheid Joseftne Clothilde. Gestorbene. Mai. 29. Karoline Fischer, geb. Rainspeck, 67 Jahre alt, Ehefrau des Schneidermeisters Georg Fischer dahier. 29. Emilie Elisabeth Margarete Schneider, 1 Jahr alt, Tochter des Tag lohnets Peter Schneider dahier. 30. Heinrich Zinßer, 81 Jahre alt, Schlosser dahier. 30. Peter Jakob, 56 Jahre alt, Taglöhner ba* hier. 30. Christian Nickel, 26 Jahre alt, Geschäftsführer dahier. 30. Johannes Schmidt, 76 Jahre alt, ohne Berui dahier. Juni. 1. Theodor Elias Becker, 19 Jahre alt, Student dahier. 2. August Eimer, 8 Monate alt, Sohn des Fuhrmanns Johann Georg Eimer dahier. Ttweat Mery L. Hautvast Pipe 28. Dem Maurer Hemrich Schmidt ein 29. Dem Fuhrmann Philipp Möbus eine Vermischte». * Berlin, 6. Juni. Der Depositar-Rendant Ferdinand G. des Charlottenburger Magistrats hat Selbstmord begangen und wurde heute von seiner Gattin im Blute schwimmend tot aufgefunden. Was den 00jährigen Mann zu der Tat getrieben hat, ist bis jetzt nicht bekannt. * Bach arach, 6. Juni. (Privatmeldung.) Montag mittag ertrank hier ein 24jähriger Rhein-Arbeiter. Der Ertrunkene tarn mit einem Nachen von Caud und wollle denselben an einem bergwärts fahrenden Schiffe befestigen, wobei der "Nachen umschlug und der Arbeller erttank. Eür zweiter Insasse des "Nachens konnte sich retten. * Jena, 6. Juni. Beim Gondelfahren auf der Saale erkranken gestern im Rasenmühlenwehr zwei Verkäuferinnen, die vom Gehilfen des Gondelvermieters zu nahe an den Schleusenstrom gerudert waren. * München-Gladbach, 6. Juni. Gestern abend brach in der Spinnerei und Weberei von Pongs ein Brand aus. 200 Ballen Baumwolle verbrannten, ebenso der Pferdestall und der Dachstuhl eines Arbeiterhauses. * Landau, 6. .Juni. In der Meinung, einen Rehb 0 ck zn treffen, erschoß ein Sohn des Bürgermeisters Gleisweiler auf der Jagd seinen eigenen Bruder. * Luxemburg, 6. Juni. Ein blutiger Zusammenstoß zwischen italienischen und luxemburgischen Bergarbeitern fand in Scheeminger statt, wobei eine ganze Anzahl Personen durch Messerstiche vorletzt wurde. Als die Gendarmerie aus dem Kampsplatze erschien, lagen acht schwer Verletzte auf dem Platze, welche ins Spital gebracht wurden, woselbst zwei kurz darauf verstarb en. Zehn weniger schwer Verletzte flüchteten beim Erscheinen der Gendarmen. * Paris, 6. Juni. Ein Ehe-Skandal in der Pariser Gesellschaft beschäftigt gegenwärtig die Zivllgerichte. Das Verlangen auf Trennung der Gütergemeinschaft stellte die Offiziersfrau Ephrussi, geborene Rothschild. Tas Urteil ist noch ausstehend, wird aber zweifellos im Sinne der Klägerin ausfallen. Alfons Rothschild bezahlte für feinen Schwiegersohn Ephrussi ungezählte Millionen Spielverluste in den Klubs und an der Börse. Er wollle angesichts seines hohen Alters dieser Situation ein Ende machen. Ter Vorfall erregte an der Pariser Börse große Ueberraschung. * Naney, 6. Ium. In Vaudoeuvre tötete heute ein aus Deutschland gebürtiger Landarbeiter namens Krupke aus Eifersucht eine Frau durch einen Stich ins Herz. Ter Mörder wurde verhaftet. * Budapest, 6. Juni. Di: Polizei in Temesvar verhaftete den Berliner Agenten Matthias Biebel, der 30 Arbeiter unter glänzenden Versprechungen zur Auswanderung nach Pofe n lockte. Die Polizei stellte fest, daß die Versprechungen des Agenten nicht innegehalten wurden und daß die Auswanderer sich in größter Notlage befanden. Biebel wurde zu 14 Tagen Arreit verurteilt und ausgewiesen. * Die Deutsche Kaiserin trinkt neuerdings ausschließlich alkoholfreien A p f e l f a f t. Ein Teil der an der MarschallS- taiel speisenden Hofdamen und Herren folgt ihrem Beispiel. Auch der Operateur des Kaisers, Wirklick)er Geheimer Rat Professor Dr. Moritz Schmidt, Excelleuz hat währeno feines Aufenthaltes im Kaiserlichen Schlosse au diesem Getränke dauernden Gefallen gefunden und es sich aus Worms nach Frankfurt a. M. kommen lassen. * Ein Automobilunfall ereignete sich am 5. d. M. tn Bordeaux. Der 72jährige G r a f M 0 r t i m e r v. M a l tz a h n kippte an einer Wegbiegung mit feinem Gefährt um und wurde aus der Stelle getötet. Ter Chauffeur und die übrigen Insassen trugen schwere Verletzungen davon. * Unglücksfälle in den Bergen. Ter Münchener Student der Chemie Thor wart, ein Kaufmannssohn aus Frankfurt a. M., stürzte am Samstag von der Dreit 0 r- sp.itze in den bayerischen Alpen ab und blieb tot. — Vorn P sa f f k 0 g e 1 bei Peggau in Steiermark ist der lOjätyrige Student Heinrich Äauner ans Graz abgestürzt und tot geblieben. — Julius Schlaginhausen, ein Thurgauer, unternahm mit einem Kameraden eine führerlose Tour auf das Wetter Horn (Berner Oberland, 3708 Meter), trotz Abmahnens. Zwei Otunden oberhalb der Glechsteinhütte, am großen Couloir, stürzte Schlaginhausen ab und war sofort tot. Zwölf Führer sind zur Anffuchung der Leiche aufgebrochen. — Beim Wildkirchlein ist die 24jährige Kellnerin Köllen ans Appenzell über einen Felsen abgestürzt; sie war sofort tot. * < 31. deutscher Kastwirtstag. (Nachdruck verboten.) S. u. H. Nürnberg, 6. Juni. Mtt einem Begrüßungskommers wurde heute abend die Haupt- versalnmlung des Denffchen Gastwitte-Verbandes eröffnet Aus Anlaß der Hauptversammlung ist die Stadt, deren Oberhaupt, Geh. Rat Rttter Dr. ,E. v. Schuh das Ehrenpräsidium der Tagung übernommen hat, festlich geschmückt. Der von dem geschäftsführenden Ausschuß erstattete Jahresbericht des Deutschen Gastwirte-Verbandes betont, daß das letzte Geschäftsjahr für den deutschen Gastwirtestand sehr ernst und bedeutungsvoll an Kämpfen der verschiedensten Art überreich gewesen fei 23or allen Dingen habe es durch die von der preußischen Staatsregierung vorbereitete Novelle zur Neichs-Ge- we rbeordnung seine Signatur erhallen. Diese Vorlage, welche für den Reichstag bestimmt, allen Bundesstaaten des Denffchen Reiches zur Prüfung und Begutachtung unterbreitet wurde, sei zwar in der gegenwärtigen, Ende Juni zur Vertagung kommenden Session dem Reichstage noch nicht ^gegangen, sie schwebe aber drohend über dem Wirtestande, und ob sie nicht schon mit Beginn der neuen Session das Parlament beschäftigen werde, sei eine offene Frage. Jedenfalls habe diese Gewerbeordnungs- Novelle eine Beunruhigung und Bestürzung in die Kreise des gesamten deutschen Wirtestandes getragen, wie sie größer wie folgt vertreten: teni (S*9 den ] J "Mtli. tzpieipilln der verruüytrn Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 8. Juni geschlossen. Donnerstag den 9. Juni*): „Tie Zander flöte." Freitag den 1U. Juni, abends halb 8 Uhr: Zum Besten desOrchesterpenstonsionds: Reu euiflutnert: „Boccaccio." Samstag den 11 v Juni: „Ter Herr Kapellmeister." Hieraus: „Ter Bajazzo." Sonntag den 12. Juni: „Lohengrin.". Montag den 13. Inin: „Die Fledermaus." Tienstag den 14. Juni, abends 6 Uhr: „Tie Meistersinger von Nürnberg." Schauspielhaus. Mitlivoch den 8. Juni, abends halb 8 Uhr: Festooritellung zu Ehren des Vereins deutscher Ingenieure: Prolog. Hieraus: „Der eingebildete Kranke." Zum Schluß: „Tas Jahrmarktssefl zu Plundersweilern." Donnerstag den 9. Ium, abends halb 8 Uhr: „Zapfenstreich." Freitag den 10. Juni: „Die Frau vom Meere." Die traurigen Folgen, der Hautpflege auf dem Fuße folgen, sind unreiner Teint, rauhe, rissige Haut, vorzeitig gealtertiv Aussehen und eine Menge entstellender Haiitunschonheiten. UU ot kann verhütet werden, wenn man Doering's stets bewahrte du Seife zu seiner Toiletteseiie wählt. Unübertroffen m Oualnat, ue • bläffend in Wirkung leistet sie bei der Schönheitspflege Grog u Klein unermeßliche Dienste, trotzdem sie überall nur 40 Pfg. fol kaum jemals zuvor durch ähnliche Pläne der Regierung hervorgerufen worden sei. Der geschäftsführende Ausschuß hat vom letzten Gastwirtetag den Auftrag erhallen, die Errichtung von Gastwirtskammern in Erwägung zu ziehen. Es ist dies nach der Richtung hin geschehen, daß zunächst versuckst werden muß, die Hinzuziehung von Gastwirten als Sachverständige bei den Schank- konzeffwnsbehörden grundsätzlich durchzuführen, und es haben sich berecks Anzeichen bemerkbar gemacht, daß die Behörden dieser Angelegenheit nicht mehr durchweg so ablehnend gegenüberstehen wie bisher. Sowie die Schankkonzesswnsbehörden Sachverständige aus den korporierten Wirtekreisen als Gutachter hinzugezogen haben werden, wird sich im Laufe der Jahre der Ausbau dieser Einrichtung hofsenllich dahin ermöglichen lassen, daß eigentliche Gastwirtskammern errichtet werden. Der Beschluß, Schritte einzuleiten wegen Schaffung eines allgemeinen Tarifs der Musikkapellen und wegen Erleichterungen im Berühr mit den Militär-Dienststellen hat sich durch den Erlaß einer All.rhvchsten Kabinettsordre dahin erledigt, daß für die Militär-Musikkapellen ein allgemein gültiger Taris nunmehr zur Durchführung gelangt. Die mißgünstige Stellungnahme, welche die Tabakinteressenten feit Erlaß der Sonntagsruhe-Vorschriften gegen den Wirtestand beobachtet haben, hat sich in der soeben abgelaut'enen Reichslagssession zu einer Eingabe verdichtet, welche sich gegen den Zigarren- und Tabakverkaus in den Wirtschaften wendet. Durch Rücksprache mit einzelnen Abgeordneten ist für eine gerechte Auffassung und Würdigung der Sachlage in parlamentarischen Kreisen gesorgt worden, und der Erfolg jener Petition der Tabakinteressenten war die Ablehnung der Eingabe. Gegenwärtig gehören dem Verbände 523 Vereine mit über 35 000 Mitgliedern an. Bkk< diesjährige h ier Stabt Sießm Sfo'npUotate — s* e-Ä-s ä?Ä| säV imfe"’9 le* : &«,Wt« «Ä $ Arme inh ^“Willig "isS- ^'vhherz llusstih KUS ütn 2tkurrskkitsrelBrni uer Ltkd! Kikßtv. Aufgebote. Mai. 28. Dr. phil. Robert v. Ritter, Privatier in München, mit Amalie 2(uguftc Meta v. Klipstein dahier. 31. Peter Franz, Taglöhner dahier, mit Riarie Löber Hierselbst. Juni 1. Ludwig Haubeil, Schausteller dahier, mit Emma Walldorf hierselbst. 1. Samuel Rosenbaun,, Kaufmann dahier, mit Lea Helena Flörsheim in Offengach. 2. Curt Hemrich Schneider, Schutzniann in Bad-Nauheim, nut Elisa Müller dahier. Eheschiießtlugen. Mai. 28. Wilhelm, gen. Friedrich Ernst, Fuhrinann dahier, mit Emma Krehbast hierselbst. 28. Euiio Johannes Derlei, Brauer balLjr, mit Emilie Henriette Friederike Rlargarete Appel hierselbst. 28. Ludivig Ehrhardt, Steinhauer dahier, mit Paulina Regina Gern er hierselbst. 28. Karl T au berlshäuser, Schuhmacher dahier mit Katharine Haussmann hierselbst. Geborene. Diai. 21. Tein Metzger Joseph Stein eine Tochter, Antonie. 22. Tem Groß!;. Gcrichtsassessor Jakob Keller eine Tochter, Elijabeih Magdalena. 24. Dem Kaufmann Ferdinand Bär eine Tochter, Martha. 26. Dem Uhrmacher und Goldarbeiter David Kaminka em Sohn, Fritz. 26. Tem Bahnarbeiter Amon Eder ein Lohn, Anton. 26. Tem Taglöhner Kaspar Spaar eine Tochter, Helene Susanne Marie. 26. Dem Dachdecker Älartin Revv eine Tochter, Katharine. 27. Dem Schneider Heinrich Heinze em Sohn, Hans. 27. Dem Dekoration?- und Glasmaler Wu|mo Gousehalg eine Startnummern Fahrer Wagen 1, 8, 14 C. Jenatzy Mercedes 90 Hl de Caters „ 90 „ Fritz Opel Opel 80 „ 2, 9, 15 S. F. Edge Napier 80 „ S. Girling Wolseley 72 „ CH. Jarokt _ „ 96 „ 3, 10, 16 Warden Mercedes 90 „ Werner „ 90 „ Braun „ 90 , 4, 11, 17 Cagno FiatI Storero „ / 65—105 „ Lancia 5, 12, 18 L. Thöry Rich. Brasier 80 „ Salleron Mors 100 „ .1 i« M ML u! heutigem ^odienmo: )üf)iiercievl St. 5-6'1' ^ineueiev 7-u Pig., g. Ihbien pv.üitev 21;- U-l,OOÜ)!f.,vühnevpr.:; 70 9)if,, Anteil pr, Lchjensleisch pr. WiS iü62—68Pjg, Echwrm-' eisch, gejaljen, pr. M Hammelfleisch pr. -7,00 M, Äeißkraui per U, Zwiebeln pr.ZeiUner , Slepiel per jäinier 2u je 100 a 00-00 Pfg. er, Privalier in iDlimte mliier. 31. Peler lielbit Juni l.W, nun« 'Lalldors hierM r mit Lea Helena Ucu! Schneider, SchuWM- ’8 Ntoovitehiö Mg. M ■ »-Q5 Jahnnarktsiesi; um, abends halb 8 Ul .iie Jrau vom Meere.' abuirbus.“ Sonntag le u; alievii.“ Zum SüM m: »Julins Cäsar." !tft, abends um 7 Uhr. »d «'•*. ien'Fab Au- 6. Ernst, tzuhrmann^ | ; Johannes Oerte , B^ , nie.rgarete llppcl hierin ] Her, nut Paulina & User, Schuhmacher W i)iniü)Q^u?lcrenben £ •O >-»ia £ 5 ^"delle si? ^lD£i- 3t 1D(gcn 4üu ot ----- tet SSiH ,if be'i Ä futltt §tai)ttl|rater. onnevstag beH%lü». °bends halb 8^ lM,iudiert-.,Aoee°eeL- iapellmetiter.- yicrüui; -'oheugrm.'. Monte, “9 öeu u- Juni, abenk teilt eine rochier, M .Her einerochict.Mu emaub Sir * " Mwt r»-"d “ - paar ”« "u,”% »«>«»?!" h oenize em ^00». - TÄ*! :2S& r''I'Gertrud ^ochnr, , "SamtPi* i>W« fi* »U, ff»#*’'* <=?> •*«* e <9 2 G> G G «s CD c g c o E * C O nj, v-. - » C V - e Ä L- s S •SM £ -ö 5 5 5 e JS CD ,J CD — .2» £ ft CD S c>r» V •• IN 5 «o C. SD 2 CO a 2 |5 e s 3# o O «3 c — «< CD o $9 15 t c C r Be O — CD Ä r-» 0 =S CD. „ - c c f?W - e C o c ue CQ 2* e® o — r- -C - S s — c pr •=> o o — § 0 -2 w 2 i-v O C *S'^. Gr - I G i»5 ®E 5 c sie c ~ c c t: .2 CD^N — CS 5 S -*Z7 D-I 6-e g> a 3 s " r?© « 3 o ZLT c 2-C e §®ä£ 0-7 s u »o-a c c DQ ---D w C ’D ^*=°§ «’S ä ® z-x "5 CZ7D c _ «rt >5*-2 I © c <-. vd cn O d H C- - © *C" .— ö S1 Z * :« 5 SäTXC Q ZD £0 s > — 5 1^0. 7X o i- Kt O ^^S-ZD Z Z.-ZK 'ZT >c -•ss „ ö — w — an Z LL ♦~** CD 7*7 y 'o _ O >H"5 c •£ ßL^ZS e S'S« 2 ® o ä. — >*-* rO <*— £. A Z-, c, 'C3 — X- •— -ö es os» S tS ca«ss K s >e ÄsSS-E^s *= 8.58®--^ ^^SD V o >r u ® g) o al» aa <ä ~ 's o *• © .eSH- = C CD C JS c c s - - ,_£<% — 0 e~ ---- .00 1C i 0 -- -- .0 c »- >e © S "’■« 2 ä • Z - O« ---- ss2 ZKLSL *35- B‘ü)ss§§ as. "Z7 's" xg. ig-40 51 = Ä ’g 2. — 5 = “ »2 2 as2 o CD s C CO L - aa d C CD — 8^ « P -tE _ .rr «L 0 «£s® ■ti1-*8* r— C s-> e5£ • 3 c. eR -d . L <1 Tj» O S 3 E e § c1— - <9 c ~ O O cy Ss »Po o 2 — 2 2 Ö Äg § « e — •=x.25 c » ±i reisschietzen 4517 des In- und Auslandes. 3413 4985 Auerach, Hess. 385 Films, Kartons u. s. w. empfiehlt 2169 Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie, .’vlarktstrasse 5. und Objekti» e zu Üriginal-r abrik- Preisen. Ciieuii- kalien in grösster Reinheit, Papiere, Platten, U Zum Jahrmarkt bin ich auf d. Durchreise m. einem klein. Posten präp. Palmen u. kstl. Blumen da. Wissel, Palmen- fabrit, Leipzig. Vers, en gros u. en detail. 4954 Telegramm! 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