TOt Erstes Matt. Iö4. Jahrgang Gamstag 7. Mai l»U4 YeHugSPret-r viertel- monatl z. b.,1904 m!.b. 1904 3. ralfurt 153.40 he Lose- Aktien. 19« 33.- 100.60 94.20 lk. b. 1909 it. b. 1911 tt b. 1913 il. b. 1905 ul. b. 1907 qarant. lun! 1909 Tun!. 1909 K K. n. L. P. . . . ft. M1906 tionen. Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu. KernsprechanschlußNr.bl. 101.- 102.70 100.- 100.70 95 J) '■ 1906. '• 1911. uoilschb' 103.- 186.20 b. 1905. b. 1908. es an diesem Tage verboten, zu rauchen und alkoholhaltige. Getränke zu sich zu nehmen. 101.- 99.80 101.70 102.50 100.- 102.- — Für den Bau eines Stadt-Theaters in Halbe r st a d t bewilligten die Stadtverordneten 450 OOO Mark. Lose. . mool 145, , Nr. 100 . 8.(1100 . Ttt.100 -• 99.90 99.90 102.- 99.70 99.70 102.50 95.60 96.30 97.- 95*50 95.50 100.40 100.50 101.- 102.20 96.50 96.50 96.50 * — Ein Lieblingsbuch Goethes: Longus Roman „H i r t e n g e s ch i ch t e n" ist in einer Neuausgabe von Dr. O. Kiefer in der Kulturhistorischen Liebhaber-Bibliothek (Magazin- Verlag Jacques Hegner, Berlin SW. 11) erschienen (Mk. 2.—). Die Hirtengeschichten erzählen von Daphnis und Chloe und werden als die duftigste Schäferdichtung des Altertums gerühmt. Das Erwachen der Liebe in zwei Naturkindern ist kaum je mit gleicher entzückender Naivität dargestellt worden, wie in diesem Buch. Goethe meint zu Eckcrmann: „Tie Geschichte ist so schön, daß man den Eindruck davon bei den schlechten Zuständen, in denen man lebt, nicht in sich behalten kann, und daß man immer von neuem erstaunt, wenn man es wieder liest. Man möchte ein ganzes Buch schreiben, um alle die großen Verdienste des Werkes nach Würden zu schätzen. .Man tut recht, es alle Jahre zu lesen, um immer davon wieder zu lernen und den Eindruck seiner großen Schönheit aufs neue zu empfinden." b. 1912. >. 1902 5.1907 . . Hr. 50 . b.ftioo . Er. 100 , . Tlr. 50 , . Fr. 80 . Fr. 100 . Tlr. 100 , Conv.M. . . M-500 Tlr. 40 ilt.Obf.100 jltObf 100 6.(1.150 ‘ . 6.p50 130.- 48.60 135.30 Mkti ®.b.l%4 370.- 305- 107.70 titln 95,- 95.50 97.- 100.50 102.30 97.25 98.- 101.20 101.30 10-2.- 102.30 102.80 96.50 97.60 GletzenerAnzeiger General-Anzeiger ® '*e* Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 445.- 401.- 40- 68.- 1295 's b-1905 'bl908 lfb.l9i3 erU125 1905' Tlr. 10 .Fr.lö Lire 150 Lin 45 Lire 10 .Fr. 10 M.100 Nr. 1U7 Hrfcheiut tttgltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Glehener Familien« Hättet viermal in der Woche beigelegt. Notationödruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioers.-Buch-n. Stein- druckerei. öL Lang«. Washington, 6. Mai. (Reuter-Meldung.) Der amerikanische Gesandte in Tokio Griscom übermittelte dem StaatA- Departement ein Telegramm, worin er die Landung der Japaner aus der Halbinsel Liautung, ungefähr 40 Meilen oberhalb von Port Arthur, bestätigt. Man sagt, der Ort sei Kintscbau, der an dem schmälsten Punkt der Halbinsel liegt. Infolgedessen, meldet der Minister, sei der Betrieb auf der O steisenb ahn eingestellt, die Belagerung von Port Arthur nehme ihren Anfang. Petersburg, 6. Mai. Ein Telegramm General P f u g s an den Kriegsminister vom 6. Mai lautet: Eingegangcuen Nachrichten -ufolge zeigten sich gegen abend am 4.—5. Mai bei Pitzewo zuerst sieben, daraus gegen 40 feindliche Transportschiffe. Morgens am 5. Mai landeten die Japaner b ei Pitzewo und an der Küste beim Kap Terminal Truppen und unterstützten die Landung durch Artilleriefeuer: gleichzeitig wurden auf der ganzen Linie der Landung gegen 60 Transportschiffe gesichtet. Die russischen Posten zogen sich vom Ufer zurück. Die Akten des Post- und Telegraphenamtcs in Pitzewo sind fortgeschafft. Die russischen Einwohner verließen die Stadt. Aussagen von Chinesen zufolge waren gegen den Abend des 5. Mai bereits gegen 10 OOOfeindlicheTruppen gelandet, welche in den chinesischen Dörfern in der Nähe der Landungspunkte untergcbracht wurden. Der Feind sandte zwei Abteilungen aus, jede etwa ein Regiment stark, die eine in westlicher, die andere in südwestlicher Richtung. Heute wurde ein ans Port Arthur kommender Personenzug 2 Werst vor Wafandjan von einer japanischen, etwa 1OO Mann starken Jnfanterieabteilung beschossen, die die Höhe auf der Ostseite der Bahn besetzt hatte. Im Zuge befanden sich mehrere Reisende und gegen 200 Kranke in Sanitätswagen unter der Flagge des Roten Kreuzes. Zwei Kranke wurden verwundet. Der Zug fuhr mit beschleunigter Fahrt nach Wafandjan weiter. Im Küstengebiet und in Niutschwang ist es ruhig. ♦ Eine Petersburger Drahtung der Londoner „Central News" beisagt, daß 48000JapaneraufdemMarsche nach Föngwangtschöng seien, das Kuropatkin indes Preiszugeben entschlossen sei. Auch werde für wahrscheinlich erachtet, er werde Niutschwang aufgeben und all'e russischen Streitkräfte auf der Liao- Yang-Linie konzentrieren. Einer Drahtmeldung aus Tokio zufolge soll die Vorhut der ersten japanischen Armee einen Punkt, der nur 40 Kilometer von Föngwang- tscheng entfernt ist, erreicht haben. Weiter wird gemeldet, daß japanische Truppen fortgesetzt in Tatungkau und Au tung landen. Das Blatt „Zijischimpo" will wissen, daß nach erfolgreicher Sperrung Port Arthurs eine zweite japanische Armee in Niutschwang landen werde. Meßdungen aus dem Hauptquartier des Generals Kuropatkin schätzen die Armee des Generals Küroki auf dem rechten Jalu-Ufer auf 65 000 Mann mit 234 Feld-, 70 Be- lagerungs- und 12 Schnellfeuergeschützen. In Petersburger maßgebenden Kreisen ist man überzeugt, daß die Japaner jetzt, nachdem sie den Jalu überschritten haben, sich auch auf dem mandschurischen Ufer befestigen und dort eine Art großen Brückenkopfes anlegen werden. Auch werden sie ihre Transportmittel ergänzen und verstärken müssen. weite hat die Wuppertalbrücke bei Müngsten (170 Meter), bann die Levensauer über den Nordostseekanal (163,4 Meter) und die bei Grüntal (165,5 Meter). Diesen mächtigen Weiten gegenüber nehmen sich die Spannweiten der gemauerten Brücke recht winzig ans. Die Brücke mit dem weitesten gemauerten Gewölbe ist die Eisenbahnbrücke über den Main bei Kitzingen (36,5 Meter), ihr kommt am nächsten die Straßenbrücke über die Murg bei Hutzenbach (33,5 Meter), die bei Hesselbach über denselben Fluß (30,4 Meter) und die Straßenbrücke über die Oder bei Frankfurt (30 Meter). Arn nächsten in der Spannweite kommt den eisernen Brücken eine Jsarbrücke in München mit 64 Meter Oefsnung, die aus Betongewölbe mit Stahlgelenken hergestellt worden ist: auch eine Straßenbrücke über die Donau in derselben Bauart ist 50 Meter lang. Die breiteste gemauerte Brücke in Deutschland hat Berlin: die Oberbaumbrücke ist 27,60 und die Herkulesbrücke 27,50 Meter breit. Entsprechend der Entwicklung des Baues eiserner Brücken mit großer Spannweite hat auch die Einführung von Eisenbauten im Hochbau gewaltige Fortschritte gemacht. Die breiteste Eisenbahnhalle in Deutschland ist die mittlere Halle des neuen Hamburger Bahnhofes, die 73 Meter breit ist, breiter also als die Straße Unter den Linden zu Berlin. Die Halle des Anhalter Bahnhofs dort ist 60,7 Meter, die mittlere Halle in Köln 65, jede der drei Hallen in Frankfurt a. M. 56, die in Bremen 59,3 Meter breit. Und so ließen sich aus dem Katalog noch manche Einzelheiten von allgemeinem Interesse herausheben Angeführt sei noch, daß, obwohl die deutsche Glasindustrie außerordentlich leistungsfähig ist, die beiden größten Spiegelglasfabriken Deutschlands einer französischen Gesellschaft gehören: auch in der Kristall- unb Halbkristallglas-Jnbustrie, die vor mehr als 1OO Jahren burch französischen Unternehmungsgeist ins Leben gerufen wurde, befinden sich nur zwei bedeutende Werke in deutschen Händen. — 4 0. Tonkünstler-Fest vom 27. Mai bis 1. Juni in Frankfurt a. M. Tie Liste der Solisten, die bei den Musik-Aufführungen mitwirken, ist nunmehr vollständig und endgiltig festgestellt. Es ist die folgende: Fräulein Minnie Nast (Sopran) von der Hofoper in Dresden; Fräulein Vera Maurina (Klavier) aus Berlin; die Herren Eynar Forchhammer, Emil Gerhäuser und Ludwig Heß (Tenor); Anton Sistermans und F-erdinand Schleicher (Ba- Deutsches Reich. Berlin, 6. Mai. Für den Besuch des Kaiserpaares in St. Johann-Saarbrücken anläßlich der dort stattfindenden Enthüllung des Käiser-Wilhelm-Denk- mals ist folgendes Programm festgesetzt worden: Der Kaiser und die Kaiserin treffen am 14. d. M. in Saarbrücken ein. Auf der Fahrt zum Denkmalsplatze wird das Kaiserpaar zunächst den mit Gemälden rei.ch geschmückten Festsaal des St. Johanner Rathauses besichtigen und hierbei durch die städtischen Behörden begrüßt werden. Unmittelbar nach der Denkmalsenthüllung begeben sich die Majestäten nach dem Rathause in Saarbrücken, wo ebenfalls eine Besichtigung der Bildergallerie und eine Begrüßung durch die Vertreter der Stadt erfolgt. Die Mreise der hohen Herrschaften von dort nach Potsdam ist auf 51/2 Uhr festgesetzt. — Wie die „Tgl. Rdsch." aus bester Quelle erfährt, hat Generalleutnant B l i e d u n g, der Chef der Landwehr-Inspektion Berlin, seinen Abschied eingereicht. An seine Stelle tritt Generalleutnant v. Höpfner, der derzeitige Kommandant von Berlin. — Die „Nationalztg." und die „Voss. Ztg." erfahren von unterrichteter Seite, daß die Meldung einiger Blätter, Kolonialdirektor Dr. Stüdel habe seine Demission angeboten, vollständig unbegründet ist. — Meldungen Wer die Abzweigung des ar* beits statistischen Am tes im Reichsamt des Innern zu einem besonderen Reichsarbeitsamt sind zum mindesten verfrüht. AlleiLings sind darüber Erwägungen gepflogen worden, infolge des wachsenden Umfanges der Ausgaben dieser Abteilung. Es wird aber vorläufig nur beabsichtigt, die arbeiterstatistische Abteilung innerhalb des Amtes selbständig zu machen und an ihre Spitze einen zweiten Direktor im kaiserlichen statistischen Amte zu setzen. Zum Nachfolger des Präsidenten Wilhelms ist der Oberregierungsrat Werner im Reichsamt des Innern deffnitiv bestimmt, und die offizielle Ernennung steht bevor. — Die Kanalkommission beschloß, zwei Lesungen zu halten und die wasserwirtschaftlichen Vorlagen in folgender Reihenfolge zu beraten: Erstens Regulierung der unteren Oder, Havel und Spree. Zweitens die Verbesserung der Vorflntverhältnisse in Brandenburg und Sachsen. Drittens Freilegung des Hochwassergebietes der mittleren und oberen Oder. Viertens den Gesetzentwurf wegen Freihaltung der Ueberschwemmungsgebiete. Fünftens die Wässerstraßenvorlage. Das Generalreferat über die Wasserstraßenvorlage wuÄe dem Wgeordneten Dr. am Zehnhoff (Ztr.) übertragen. — Die „Norddeutsche" veröffentlicht den Gesetzentwurf betreffend Aenderungen der Zivilprozeßordnung. An Stelle des § 546 Absatz 1 sollen folgende Vorschriften treten: In Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche ist die Zulässigkeit der Revision von dem Werte des Beschwerdegegenstandes' abhängig. Gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts, wodurch die erstinstanzliche Entscheidung abgeandert wird, ist die Revision zulässig, wenn der Wärt des Beschwerdegege.istandes über 3000 Mk. beträgt. In der Begründung heißt es : Andere Külturstaaten, z. B. Amerika, hätten, um ihren oberen Gerichtshöfen die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, viel schärfer einschneidende Beschränkungen. Wenn $eftenb gemacht werde, daß durch die Erhöhung der Revisionssumme eine große Zahl der Parteien schwer geschädigt werde, so werde dabei übersehen, daß die Zahl der Revisionen, welche ^Erfolg , 99.80 b. 1908'. IS b. 1909 .K b. 1912. K b. 1912. H fi 10a: . 'z.fi.10 Fr. 400 $r 400 Ä» Litt 90 jährlich Mk. 2.20; durch Aohole» iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormütagS 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich füx den volü. und allgem. Teil: P. Witiko: für »Stadt und Land^ und „Gerichtssaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. „Gcho de Paris" berichtet aus Petersburg: Kapitän Kurakino, Offizier des Generalstabes, versuchte, obgleich verwundet, den linken Flügel des Generals Sassnlitsch schwimmend zu erreichen, er ging jedoch unter und seine Leiche wurde von Kosaken geborgen. Weiter meldet das genannte Blatt, man glaube in russischen Militärkreisen, daß sich jetzt die Ereignisse aus dem Kriegsschauplätze überstürzen werden. Wie aus Tokio gemeldet wird, legte die Flotte des Ad- mirals Togo nach oem Untergange des „Petropawlowsk" für dtzn dabei umgekommenen Admiral Makarow auf 24 Stunden Trauer an. Ten Offizieren und Mannschaften war Aus dem deutschen Auftellungs-Katalog. In dem „Amtlichen Katalog der Weltausstellung des Deutschen Reiches" in St. Louis, der unter der Leitung von Prof. Behrens zu einem Kunstwerk des Buchdruckergewerbes geworben ist, nimmt bie Darstellung unserer gewerblichen, inbuftnelten und wirtschaftlichen Verhältnisse bebeutenben Raum ein. Emtge Taten feien daraus entnommen: Tie deutsche Landwirtschaft ist im wesentlichen bäuerliche Landwirtschaft. Es widerspricht das einer vielumstrittenen Meinung, daß Deutschland das klassische Land der Großgrundbesitzer sei: denn bie bäuerlichen Betriebe nehmen runb 69 i). H. der Gesamtfläche ein, währenb auf bie Großbetriebe nur 25,2 v. H. und auf bie kleinsten 5,5 v. H. fallen. Eng verbunden mit der Landwirtschaft ist ja bie Forstwirtschaft. Unb da wird es intcref fieren. baß Deutschlanb mit etwa 30 v. H. Walb- släche in Westeuropa das waldreichste Land ist: nur Finnland (56 v. SV. Bosnien (53 v. H.), Rußland (37 v. H.), Schweben m v. H.) Oesterreich-Ungarn (31 v. H.), haben mehr Holz. In Deutschlanb selbst hat Baben ben meisten Walb (37,65), dann 23anem (32,51), bie thüringischen Staaten (32,49), Hessen (31,17), Württemberg (30,78), Elsaß-Lothringen (30,31), Braun- schweig 30,06): am wenigsten Oldenburg (10,63). Von bet Ge- samtwaldfläche Deutschland- gehört dem Herrscherhause 1,8 v. H., dem Staate 31,9 v. H., den Gemeinden 7,19 v. H., ben freien Privateigentümern 36,1 v. H.. ben Fideikommissen 10,4 v. H. Tas ei fenbahnreichste Land in Deutschland ist bekanntlich das Königreich Sachsen (16,38 Kilometer auf 1OO Geviertkilometer Grundfläche), danach Hessen (16,03), dann Baden (12,56), Elsaß-Lothringen (12,48), Bayern (8,90), Preußen (8.(0 . Mecklenburg (8,07), Württemberg (8,61). Aber während hier Mecklenburg fast zuletzt kommt, steht es bei einer Berechnung auf b'e Bevölkerung weit an erster Stelle, indem in Mecklenburg auf40OOO Einwohner 21,67 Kilometer fallen, in Hessen 10,90, Bauern 10,85, Baden 10,05, Elsaß-Lothringen 9,64, Preußen 8,8^, Württemberg 7,70 und in dem eiseubahnreichsten Land Sachsen nur 5,78. Deutschland hat 557 Eisenbahntunnel, die insgesamt 197,5 Kilometer.lang sind, also aneinanbergereibt von Berlin weit über Magbeburg hinaus reichen würben. Die längste Eisenbahnbricke ist die Forbonbrücke bei Thorn mit 1281 Metern, dann bie Weichselbrücke bei Tirschau (726), bie Rhe i n - brücke bei Mainz (420), bei Köln (412). Die größte Stütz- riton), Professor Henri Marteau (Genf), Professor Hugo Heermann und sein Sohn Emil Heermann (Violine), sowie das Heermann-Quartett, bestehend aus den Herren Professor Hugo Heermann, Fritz Bassermann, Konzertmeister Fritz Rebner und Professor Hugo Becker. Außerdem werden die Herren Professor Ludwig Thuille und Dirk Schäfer die Klavierpartien ihrer Kammermusikwerke persönlich übernehmen. Als Dirigenten der neuen Orchesterwerke wirken verschiedene Komponisten selbst mit, so die Herren Dr. Rich. Strauß «Sinfonia domestica), I. L. Nicvd6 („Gloria", ein Sturm- und Sonnenlied, Symphonie in einem Satze für großes Orchester, Orgel und Schlußchor), E. N. v. Reznicek („Rühm und Ewigkeit", vier Gesänge mit Orchester nach Fr. Nietzsche), Bruno Wälter (Synrphonische Phantasie für großes Orchester) und Volkmar Andreae („Schwermut-Ent- rückung-Visron", Symphonische Phantasie für großes Orchester, Orgel, Tänorsolo und Chortenor, nach einer Dichtung von W. Schädelin). : con E' 0!3,.> Z>er Krieg zwischen Japan und Kußland. Die Landungen der Japaner bei Port Arthur. Die Japaner haben dem Uebergang der Armee Kurokis über.den Jalufluß jetzt den zweiten Akt ihrer Landoperationen folgen lassen, die Ausschiffung anderer Truppen an verschiedenen Punkten der langgestreckten Liaotung-Halbinsel, an deren Spitze Port Arthur liegt. Von den Russen wurde der Landung anscheinend kein Widerstand entgegengesetzt. Gegenüber den Elliot-Jnseln, welche die Japaner bald nach Beginn des Krieges besetzten, liegt der Ort Pitzewo, wo nach den offiziellen japanischen Depeschen in unserem heutigen Morgenblatte 10000 Japaner gelandet sind. Von dort geht eine Straße quer über die Halbinsel nach der Westküste. Nahe ihrem Endpunkt befindet sich Port Adams. Auch dort sollen, nach Privatmeldungen, Japaner gelandet sein. Eine dritteAusschiffungsstelle kann in an in der Bucht bei der Stadt Kintschau an der Westküste vermuten. Dort ist die schmälste Stelle der Halb^- insel, die die Japaner jetzt leicht werden sperren können. Dadurch wird Port Arthur nun auch zu Lande von der Verbindung nach dem Innern ab geschnitten und auf seine eigenen Verteidigungsmittel angewiesen. Daß auch nach russischer Ansicht eine Belagerung des Platzes unmittelbar bevorsteht, zeigt die Abreise des Statthalters Alexejew und des Großfürsten Boris aus der Festung zur Feldarmee. Diese letztere steht mit ihren Hauptkräften bei Mulden und Liaujang, wo General Kuropatkin späterhin die entscheidende Schlacht anzunehmen gedenkt. Von ihr ist ein Detachement nach Niutschwang vorgeschoben, dessen Hafenplatz Jingkau ebenfalls von einer japanischen Landung bedroht ist. Endlich steht die am Jalu geschlagene Truppe des Generals Sassu- litsch bei Föngwangtschen. Wenn die erste japanische Armee, die wohl auch auf eine Flankenunterstützung durch Landungen bei Takuschan rechnen kann, diese Streitkräfte nochmals angreift, so dürften die Russen sich auf die leicht zu verteidigende Gebirgsstellung im Motien-Paß zurückziehen. Die auf Liautung gelandeten japanischen Truppen gehören jedenfalls zur Weiten Armee unter General Baron Oku. Ihr Seetransport gelang ohne Störung, denn das in Port Arthur liegende russische Geschwader hat nach allen Meldungen der letzten Tage den Hafen nicht mehr verlassen, mag nun der Eingang tatsächlich gesperrt sein oder nicht. Nach Meldungen über London haben die Russen die Garnison von Port Arthur bis auf 4000 Mann zurückgezogen. Die Archive und Gelder wurden nach Mukden gebracht. Russische Privatmeldungen aus Port Arthur besagen, daß dort „alles ruhig ist. General Alexejew besucht Port Arthur, um moralisch auf die dortigen Truppen einzuwirken. In Mukden besucht er die Verwundeten und spricht ihnen Trost zu." Diese Meldung ist recht unklar. Pariser Nachrichten aus Petersburg zufolge soll Kuropatkin an den Zaren telegraphiert haben, es sei unmöglich, das Vordringen der Japaner bis zu einer Entfernung von 140 Kilometern angesichts der numerischen Schwäche der russischen Streitkräfte zu verhindern. Spätere Meldungen lauten: Petersburg, 6. Mai. Der Korrespondent der Russ. Telegraphenagentur meldet aus Mukden: In der Nacht, vom 5. Mai begannen die Japaner unter dem Schutze der Kriegsschiffe bei Pitzewo Truppen zu landen. Heute morgen zeigte sich eine spanische Patrouille südlich von der Station P ul ad i an und schoß auf einen Sanitätszug des Roten Kreuzes, der mit Verwundeten von Port Arthur kam. Tlr.A I48' n nt.iwmiM - - 188.60 haben, verhältnismäßig nicht groß sei, ba von je 100 Beim Reichsgericht von 1899 Bis 1903 in der Revisionsinstanz ergangenen Urteilen 78.7 auf Verwerfung der Revision lauten. Nach den für 1899 Bis 1903 angestellten Ermittlungen würde sdie Zahl der Revisionen durch die Erhöhung der Revisionssumme sich um etwa 23 Prozent ermäßigen. — Die Stadt Berlin Bewilligte 5000 Mk. für ein Ehrengeschenk für den Kreuzer „Berlin". — Die Aufstellung und .verausgabe einer Reichs- statistik der Schlachtungen und Beanstandung von Vieh auf Grund der Fleischbeschau verlangt eine Eingabe des Deutschen Fleischerverbandes an, das Reichsamt des Innern. Da auch von landwirtschaftlicher Seite eine solche Statistik gewünscht wird und die Regierung Bereits vor zwei Jahren die Berechtigung der Forderung anerkannte, dürfte diese bewilligt werden. — Das „Marineverordnungsblatt" meldet: Mit kaiserlicher Genehmigung scheiden die Kriegsschiffe „König Wilhelm", „Kaiser", „Deutschland", „Merkur", ,Alexandrine", „Meteor" und „Zicten" aus der Liste der großen und kleinen Kreuzer aus und treten zu den Hafen- schiffen, „Zielen" zu den Spezialschiffen. Metz, 6. Mai. Tie heute hier versammelten Lothringischen und Luxemburgischen Eisen- und Stahlwerke haben sich unter Vorbehaltung der Zustimmung ihrer Aufsichtsräte bereit erklärt, die Zinsgarantie für den preußischen Teil des Moselkanals bis zu einer Summe von rund 1200 000 Mk. auf die Dauer von zehn Jahren zu übernehmen für den Fall, daß die kgl. preuß. Staatsregierung bis zum 1. Juni 1906 dem preußischen Landtag eine Vorlage für die Kanalisierung der Mosel von Metz bis Coblenz und der Saar von Brebach bis Konz für Schiffe von 600 Tonnen Gehalt vorlegt uird der Preußische Landtag diese Vorlage zur unmittelbaren Ausf chrr'.ng annimmt. Damit ist einschließlich der Garantie der Werke des Saarbezirks von 530 000 Mk. für die Saar und den preußischen Teil der Mosel die volle Garantie gewährleistet. Ausland. Haag, 6.. Mai. Königin W i l h e l m i n a leidet an einer Entzündung des äußeren Gehörganges, die mit Erhöhung der Temperatur verbunden ist. Paris, 6. Mai. Der Minister des Aeußern Telcassä beauftragte den französischen Botschafter bei dem Heiligen Stuhl Nisard, dem Staatssekretär Merrp del Val zu notifizieren, daß Frankreich den päpstlichen Protest gegen die Reise des Präsidenten Loubet nach Rom als nichtig und nicht erfolgt ansieht.. Rom, 6. Mai. Der „Tribuna" zufolge suchte der Mullah dei der italienischen Regierung um Frieden nach und erklärte, sich unterwerfen und die Oberhoheit Italiens anerkennen zu wollen Er erbat die Vermittlung Italiens zwischen sich und England. Es bleibe nur noch die Frage des Waffenhandels zu lösen, der hauptsächlich über Dschibuti geht. Wien, 6. Mai. Der Kaiser erhob die Fürstin Hohenberg, Gemahlin des Thronfolgers Erzherzogs Franz Ferdinand, zur Herzogin mit dem Prädikat „Hoheit. Warschau, 6. Mai. Am 2. Mai, dem Jahrestage der polnischen Konstitution, wurden 200 P ersonen verhaftet. Ein Student wurde durch einen Kosaken getötet. Buenos Aires, 6. Mai. In seiner Botschaft an den Kongreß sagt der Präsident, im letzten Jahre seien 4 320 021 Hektare mit Weizen und 1487 779 mit Flachs bestellt gewesen. Die Ernte war reichlich und von hervorragender Güte. Die Weizenernte betrage 3 726 000 Tonnen, die Flachsernte 883 000 Tonnen. Der Handelsumfang wachse stetig. Der Wert der Ausfuhr im Jahre 1898 betrug 133 829 458 Pesos Gold, im Jahre 1903 hingegen 220 994 526 Pesos, das bedeute einen Zuwachs von 65 Proz. Die Zunahme entfalle hauptsäcküi i auf Ackerbauerzeugnisse. Im ersten Vierteljahr 1904 hat sich der Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr auf 30 Mill. Pesos Gold belaufen. Der Präsident besprach den außerordentlichen Fortschritt der landwirtschaftlichen Produktion und schloß mit der Bemerkung, er dürfe sagen, die eingetretene Umwandlung der Verhältnisse des Landes sei vornehmlich der Arbeit der Landbevölkerung zu danken, und deren Unterstützung durch fremdes Kapital, wodurch die Entwicklung der Verkehrsmittel erleichtert worden sei. Aus Stadt und Kund. Gießen, den 7. Mai 1904. * * Taschenfahrplan. Unsere Postabonnenten machen wir darauf aufmerksam, daß wir das Taschenfahrplanheftchen unserer heutigen Ausgabe beigefügt haben. * • Eisenbahnprojekt Gießen—Friedberg. Auf Antrag der beteiligten Gemeinden fand infolge einer Einladung des Großh. Kreisamts Gießen im RegierungSgebäude unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor Dr. Breidert eine Vorbesprechung der zu projektierenden Bahn Gießen—Friedberg statt. Kreisamtmann Dr. Kranzbühler eröffnete als Referent die Versammlung. Darauf erhielt Bürgermeister Stahl als Vorsitzender des Komitees der Gemeinden des Kreises Friedberg das Wort, und es fand der Wunsch der Gemeinden Ausdruck, daß die Bahn Gießen—Friedberg durchgeführt werde. Vom Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Mecum, wurde in den Wunsch der Gemeinden eingewilligt. Er versprach, die Kostenbewilligung nach der Seelenzahl in Verbindung mit den beteiligten Gemeinden beider Kreise bei der demnächstigen Stadtoerordneten-Sitzung zu unterstützen. Nach den eingelaufenen Beschlüßen von den Gemeindevorständen ist Bürgermeister Stahl damit betraut worden, mit der bekannten Firma Lenz u. Co. in Verbindung zu treten. • • Zur Landtagswahl in Bad Nauheim. Außer dem Rechtsanwalt Windecker (natl.) wird Oeko- nomierat Schlenke, Präsident des Landwirtschaftlichen Verems für die Provinz Oberhessen und Direktor der Landwirtschaftlichen Hauptgenoffenschaft in Friedberg, als Landtagskandidat in Bad Nauheim aufgestellt. * * Ehrung des Handwerks. Zu dem anläßlich der Einweihung der neuen Kaiserbrücke zu Mainz als Schluß der Feierlichkeit stattgehabten ossiziellen Diner war auch der Präsident der Handwerkskammer, Herr Falk von der Königl. Preußischen Eisenbahn-Direktion geladen worden. — Motor-Schiffahrt nach Dutenhofen. Der Besitzer des Motorbootes veröffentlicht in der heutigen Nummer im Inseratenteil den Fahrplan seines Unternehmens. + Watzenborn, 7. Mai. Die Gesangvereine „Germania" und „Sängerkranz", die zum sozialdemokratischen Kreisfest in Steinberg Einladungen erhalten hatten, haben die Beteiligung abgelehnt. Der Gesangverein „Germania" brachte die Einladung überhaupt nicht zur Abstimmung. Der „Sängerkranz" lehnte ab mit 26 gegen 13 Stimmen. - r. Londorf, 6. Mai. In dem nahegelegenen Freiherrlich v. Nordeck zur Nabenau'schen Steinbruch „Kahlenberg", welcher z. Zt. im Besitze der Firma „Hessische Steinbrüche", G. m. H. in Londorf, ist, ereignete sich heute vormittag ein Unglücksfall, indem eine Erb- oder Felsenschichte, währenddessen die Arbeiter mit ihren Arbeiten im Steinbruch beschäftigt waren, z usa m m en rutsch te und unglücklicherweise den Werkführer und vier Arbeiter traf. Der Werkführer und drei von diesen Arbeitern wurden leicht, der vierte Arbeiter schwer verletzt. Schlitz, 6. Mai. Nach einer Pause von vier Jahren ist Se. Maj. der Kaiser wieder in das romantisch gelegene Schlitz zum Besuche Sr. Erl. des Grafen von Görtz gekommen. Der Tod hat seit 1900 leider klaffende Lücken in die Gräfliche Familie gerissen; die Gemahlin und die Mutter des Grafen sanken ins Grab. Die Freundschaft des Kaisers mit dem Grafen Emil von Görtz dürfte nahezu 30 Jahre zählen. Den ersten Anlaß dazu gab der jetzt noch in Bielefeld lebende Geh. Negierungsrat Hiutzpeter, der ehemalige Erzieher des Grafen und der nachmalige Gouverneur der Prinzen Wilhelm und Heinrich von Preußen, während beide das Gymnasium zu Kaffel besuchten. Schon von da aus besuchten die Prinzen in Begleitung Hintzpeters die Gräfliche Familie in Schlitz und einmal legten alle drei den Weg von Hersfeld bis Schlitz (28 Kilometer) zu Fuß zurück. Der damalige Prinz Wilhelm kommt als Kaiser jetzt zum sechsten male nach Schlitz; die früheren Besuche fanden in den Jahren 1891, 1892, 1894, 1896 und 1900 statt. Die Anwesenheit Sr. Maj. des Kaisers bedeutet für die Bewohner des Schlitzerländchens immer ein Ereignis, besonders wenn der Besuch einmal längere Zeit ausgesetzt hat, wie es heuer der Fall ist. Aus dem ganzen „Ländle" strömt alles, was laufen kann, nach dem Städtchen, um immer wieder den Kaiser, des Patronatsherrn Gast, zu sehen. § Oppershofen, 6. Mai. Der von Lorsch hierher versetzte Pfarrer Löw wurde unter großer Beteiligung unserer Einwohnerschaft in sein neues Amt eingeführt. Dekan Dr. Wald hielt am Vormittag in der schön geschmückten Kirche eine erhebende Festpredigt; am Nachmittag vereinigte ein gemeinsames Essen im Pfarrhause den neuen Seelsorger mit dem hiesigen Kirchenvorstand und einer Anzahl auswärtiger Geistlicher. 8 Echzell, 6. Mai. Seit Beginn dieser Woche ist der Schweinehändler Louis Diefenbach von hier, der bei den Landwirten der Wetterau überall bekannt war, spurlos verschwunden. t. Oberlais, 6. Mai. Als Rechner der hiesigen Sparkasse wurde Heinrich König von hier an Stelle des nach Burkhardshausen übergesiedelten Lehrers Konrad Ludwig gewählt. 1. Wingershaus en, 6. Mai. Die hiesige neu erbaute Kirche soll am 8. und 9. Mai mit einer größeren Feier eingeweiht werden. m. Ulfa, 6. Mai. Der seitherige Bürgermeister Karl Döll wurde an Stelle des früheren Rechners Heinrich Döll, der sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat, zum hiesigen Gemeinde-Einnehmer ernannt und verpflichtet. Mainz, 6. Mai. Am 3. Mai war das Krematorium auf dem Mainzer Friedhof ein Jahr im Betrieb; während dieser Zeit fanden 145 Einäscherungen statt. Da man für das erste Betriebsjahr nur auf 60—70 Einäscherungen gerechnet hatte, so beweist dies von neuem, daß die Feuerbestattung in immer weiteren Kreisen Anhänger findet. Im Mainzer Krematorium mürben nn ersten Quartal dieses Jahres 43 Feuerbestattungen üoraenommen. Von den eingeäscherten Leichen waren au§ Alsheim 1, Aschaffenburg 1, Barmen 1, Bingen 1, Koblenz 2, Köln 4, Düsseldorf 1, Essen 1, Frankfurt a. M. 3, Höchst 1, Hagen 1, Kissingen 1, Mainz 6, Remagen 1, Wiesbaden 18; hiervon waren 34 Männer, 8 Frauen und 1 Kind. Der Religion nach waren 35 evangelisch, 4 katholisch, 3 israelitisch und 1 altkatholisch. Dem Alter nach waren unter 1 Jahr 1, 20—30 1, 30—40 2, 40—50 6, 50—60 8, 60—70 9, 70—80 13, 80—90 2, 90—100 Jahre 1. Worms, 3. Mai. Ter Voranschlag der Stadt Worms für das Rechnungsjahr 1904 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 6 253174,61 Mk. ab. Zur Rubrik „Armenpflege ist u. a. bemerkt, daß der städtische Zuschuß zur Armenkasse sich in den letzten 10 Jahren um 130,4 Proz. erhöht hat, während die städtische Bevölkerung nur um 60,7 Proz. gestiegen ist. An Barunterstützungen leistet Worms 75 000 Mk., steht also fast auf gleicher Höhe mit Mainz, welches 76 500 Mk. Barunterstützung leistet. Alzey, 4. Mai. Der zwischen der Ortskrankenkasse und den seitherigen Aerzten der Kasse aus- gebrochene Streit ist zu Gunsten der Aerzte ausgefallen. Heute hat das Großh. Kreisamt die seitherigen Kassenärzte auf 5 Jahre wieder angestellt; sie erhalten nahezu das doppelte Honorar als früher. Heute abend fand im „Pfälzer Hof" eine von über 500 Personen aus allen Kreisen besuchte Volksversammlung statt, in der das Verhalten der Aerzte in ganz entschiedener Weise verurteilt wurde. Zum Schluffe wurde eine Resolution angenommen, in der gegen den abgeschlossenen Vertrag energisch protestiert wurde. Der Vorstand soll gegen den Vertrag bei der höheren Behörde Rekurs erheben. Frankfurt a. M., 7. Mai. Der 20jährige Post- gehilfe Ludwig Hölzer aus Schwanheim ist seit dem 1. Mai mit Postanweisungsgeldern von 700 Mk. flüchtig gegangen. Die Fluchtrichtung ist unbekannt. () Marburg, 6.Mai. Die Zahl der Studierenden in diesem Semester Betragt ohne die Hörer und Nachzügler 1404 gegen 1154 im letzten Winter. Diese Frequenz ist bis jetzt noch niemals erreicht worden. () Frankenberg, 6. Mai. Gestern nachmittag um 2 Uhr 20 Min. landete bei Forsthaus Rosenthal mitten im Burgwalde ein Luftballon mit vier Insassen. Um 8 Uhr 40 Min. waren die letzteren von Barmen abgefahren. Kassel, 6. Mai. Der Kurhessische Provinzverband des Deutschen Flotten-Vereins hat unter dem Vorsitz des Generalleutnants v. LieBermann einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: „Die Mitgliederversammlung des Kurhessischen Provinzial- Verbandes spricht ihre Ucberzeugung dahin aus, daß der Ausbau der deutschen Flotte nach dem Gesetz von 1900 der Größe, Machtstellung und den überseeifck-en Handelsinteressen des Deutschen Reiches, zumal in Vergleichung mit den Flotten anderer Mächte nichr entspricht, vielmehr die Schaffung einet stärkeren Flotte in weit rascherem Tempo verlangt werden muß. Die Mitgliederversammlung ist gewillt, in eine kräftige bieserhalb einzutreten." Kleine Mitteilungen aus Hessen u Agitation nd den Nachbar st aalen. Aus Hohensolms wird gemeldet, daß entgegen einer früheren Mitteilung, die Hochzeit der Prinzessin Karoline n ch t verschoben worden ist. — Vermißt wird in Mainz ein 13 Jahre alter Schüler, der sich heimlich aus der elterlichen Wohnung entfernt hat; ferner wird seit einigen Tagen ein Lehrling vermißt. vermischte*. * Berlin, 6. Mai. Ter namentlich in Artistenkreisen bekannte Herausgeber des „Vergnügungsanzeigers" O 11 o m a r Förster ist aus Berlin geflüchtet. Ter Fluchtige soll sich mancherlei Unregelmäßigkeiten zn schulden baben kommen lassen. Wie verlautet, soll er sich ins Ausland begeben haben. * Die Berliner „Volk s z e itung" geht am 1. Juli in den Verlag von Rudolf M o s s e über. Der seitherige Chefredakteur Vollrath sowie die übrigen politischen Redakteure werden auch unter dem neuen Verlage ihre Kräfte diesem Blatte widmen . * Dresden, 6. Mai. Ter Steinbruchbesitzer Hickmann aus Königstein ist wegen W e ch s c l f ä l s ch u n g e n im Betrage von 2 5 0 0 0 0 M k. flüchtig geworden. Tie Verlustträger sind deutsche und östreichische Banken. * Schedeningen, 6. Mai. Eine große Feuersbrunst zerstörte mehrere ausgedehnte, für den hiesigen Herings, fischereibetrieb gehörige Baulichkeiten. Dadurch erleidet die Heringsfischerei beträchtlichen Schaden. * Queenstown, 6. Mai. Das Schulschiff .,North Ampton", mit Schiffsjungen _an Bord, kam heute außerhalb des Häsens auf weichem Schlick fest. Ein Negierungsschlepper ist nach dcr Strandungsstelle gegangen und wird heute nach versuchen, das Schiff abzuschleppen. Sollte dieser Versuch nicht gelingen, so müssen die Kanonen von Bord geholt werden. * Lissabon, 6. Mai. Ein Soldat erschoß aus Rache für erhaltene Strafe einen Leutnant, sowie einen Kapitän. * Prag, 6. Mai. Heute nacht hat sich in einem hiesigen Hotel der Schiffsleutnant der italienischen Kriegsmarine Enrico D o l c i n i erschossen. Er sollte am Montag die Tochter eines dortigen Feldmarschall-Leutnants heiraten. * Graz, 6. Mai. Hier fand heute mittag zwischen dem bauernbündlerischen Landtagsabg. Baron Rokitansky und dem Chefredakteur des deutschnattonalen Grazer Tagblatts Hermann K i e n z e l ein S ä b e l d u el l statt, bei dem Kienzel am rechten Vorderarm schwer verletzt wurde. Tie Ursache des Duells war ein abfälliger Artikel im Grazer Tagblatt über eine klerikale Rede Rokitanskys. * Konstantinopel, 6. Mai. Für Herkünfte aus Pott Said, wo innerhalb fünf Tagen drei Pestfälle festgestellt worden sind, wurde eine 48stündige Beobachtung angeordnet. Tie nach Indien über Mohammerah an der persischen Grenze Reffenden werden in Vassora einer 48stündigen Quarantäne unterworfen. Oerichlsfaal. sd. Darmstadt, 5. Mai. Nach zweitägiger Verhandlung, die im Interesse der militärischen Disziplin unter strengstem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, wurde heute vor dem Kriegsgericht gegen eine Anzahl früherer und jetziger Unteroffiziere des hiesigen Artillerieregiments Nr. 61 wegen fortgesetzter Mißhandlung, vorsätzlicher Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung Untergebener das Urteil gefällt. Straftaten liegen teilweise schon 1—2 Jahre zurück. Das Urteil lautete gegen den früheren 1. Vizewachtmeister R. Schaf, jetzt Diener am Predigerseminar Friedberg, 6 Wochen gel. Arrest: 2. Oberfahnenschmied Klaus 6 Wochen gel. Arrest; 3. früheren Sergeant Laubach 6 Wochen gel. Arrest: 4. Sergant Klapp 6 Wochen Mittelarrest: 5. Unteroffizier Gust. Merczuweit 7 Monate Gefängnis und Degradation: 6. früheren Unteroffizier Hugo Mattner fünf Monate Gefängnis und Degradation: 7. Unteroffizier Jak. Frey 4 Monate Gefängnis. Gegen Merczuweit, Mattner und Frey wurde mit Rücksicht aus die Höhe der Strafe sofortige Verhaftung angeordnet. Die Urteilsbegründung fand ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Greifswald, 6. Mai. Eine Frau Kluß wurde wegen tödlicher Mißhandlung eines Pflegekindes zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. ßisenbahn-Anlung. Eine bemerkenswerte Lösung der Schnellbahnfrage schlägt in einem Fachblatte Oberingenieur A Hecker vor. Er ist der Ansicht, daß wir nach dem heutigen Stand« der Frage auf die Einführung des elektrischen Schnellbahnbetriebes wahrscheinlich noch lange warten müssen und empfiehlt daher die bisher in der Hauptsache maßgebenden Gesichtspunkte auf den Schwebebahnbetrieb zu lenken. Dieses System hat den großen Vorzug, daß es, sofern man die Trace mit der bestehenden der Dampfbahnen zusammen- fallen läßt, keinen Grund und Boden beansprucht. Ich wiederhole, „sofern man die Trace mit der bestehenden der Dampfbahnen zusammenfallen läßt." Auf dieses Verfahren, d. h. auf die Vereinigung der Linien beider Systeme, des vorhandenen und des neuen, ist der besondere Nachdruck zu legen. Während also die vorhandenen Gleise dem Lokal- und hauptsächlich dem Güterverkehr verbleiben, wird gewissermaßen eine Etage höher der Schnellsernverkehr sich abwickeln. Die vorhandenen Empfangs' gebäude können auf solche Weise dem neuen Verkehrsmittel ohne Weiteres nutzbar gemacht werden und die Gesamtdisposition und -Organisation bleibt int Wesentlichen ungeändert. Die Umgehung von Tunnels oder Unterführungen und die Abänderung Dor Brücken spielen bei der Behandlung dieser Frage jedenfalls eine weit geringere Rolle als die Anlegung des andernfalls zu fordernden dritten Gleises für den Güterverkehr. Nebenbei bemerkt würde die Anwendung des Schwebebahnsystems auch zuw Teil die mit den Straßenübergängen gegenwärtig verbundene Kalamität beseitigen können. Ehe nun allerdings der Staat fidb ernstlich mit der Prüfung einer Frage von so einschneidender Bedeutung befassen kann, müßte die Technik den Nachweis absoluter Zuverlässigkeit des Systems erbringen, und hierzu ist unzweifch haft die Studiengesellschaft für Schnellbahnen hernfen, weil fit ihre bisherigen Erfahrungen großen Teils bei den Versuchen mit Schwebebahnwagen verwerten und so zu deren Erfolg bet» tragen kann. Die Wichtigkeit deS Schnellbahnbetriebes ist u. 5- so groß, daß es wirklich ein dringendes Erfordernis ist, derartige Vorschläge selbst dann zu prüfen, wenn man sich von ihnen keiner vollen (Srfolg verspricht. Eine so eminente Errungenschaft der Jngenieurwissenschast, wie die elektrische Schnellbahn kann urv möglich einfach in den Sand fliegen und Deutschland wird sich hoffentlich wie die erste elektrische. Straßenbahn auch die erste elektrisch betriebene Vollbahn nach dem Schnellbahnsystem erbauen Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 6. Mai 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) ' | Privat-Tiskont 3 Prozent. Anfangs- u. Schlußknrse. Oest. Kredit .... 201.40 202.00 Deutsche Bank . . . 218.00 219.62 Darmstädter Bank . . 137.60 137.87 Bochumer Guß . . . 192.50 192.40 Harpener Bergbau . . 197.10 197.12 Tendenz: Fest. Märkte. m , Gießen, 7. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wockemmntt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 5-6 B'.i 2 Stck. 00-00 Psg., Gänfeeier 00—00 Pfg-, Enteneier 7—0 Pfg., Sinle vr.Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Wj Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80-1,00 Alk., Hühner pr.Li. 1,30—1,40 AU., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 SD1L, Enten pr. ©tut ia$' 40 00 50 >0 $0o*enchen Grenze Reisen- Quarantäne unter- V4\w'v j#»** II t"v nr ,‘1V -f > WA Ja der Schnell- tte üeringenient I 3 dem heutigen StM rischen Stfinelb lange wart" der Hauptsache M lebahnbetrttbii orzug, daß es, W imvsbahnen irucht. M MederB dcr Dampfbahnen i» ii, b. h- auf die M •n. 5B*«b 6K Mi» bX®* eint W «Ä ? ens* sfe sUi sss Ä-B? UW d DeutfchZ »enbah" Le« 137-8! 19210 197.12 m9e M * tsj y *1 ÄJ LirK wird feit ■115 11 °'wgev ägiger Verhandlmg in unter strengster rbe heute vor der t und jetziger Unter lir. 61 wegen fort ekibigimi und von Urteil gefällt. Straf- L Tas Urteil lautet! Schaf, jetzt Tievei teL Amst: 2. Wer- 3. früheren Sement ipp 6 Dochen NitlU- ' Monate GefänmU fcuflo Mattner sün> erofsizür Aat stre: Mattner und W sofortige Vnhafvm.- benfM miet W Kluß wurde ror?.i lslegekindes p Carl Ltückrath * Sießen 4194 ERBM BÜUTI.T 1BF» wic retdüe Brautmusftattungen möbel*fabrik Bfterwcg M Cderftraße 8 Gegründet ises zu allcrbilligftcn Prellen ünzcbHlöbel Sofas komplette Betten in großer HuswaDl Sardinen in creme und weiß ganz bedeutend im Preise ermäßigt eigene Folgen/ NMer- und Dekorationen) erRftätten 1 ft' WWW 1 70—2 20 Mk., Gänse t>r. W 00—70 Pfg., Ochsenfletsch vr. Pftmd 70-80 Pfg., Knh- nnd Rindfleisch vr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 62-74 Psg., Hammelfleisch vr. Pfund 50-74 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00-7,00 Mk. Weißkraut per Stück 9-12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7 00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aevkel per Zentner 20. 25 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00—00 Pfg. Marktzeik 7—1 Ilbr. Sport. Der Gießener Fußballklub ficht Sonntag nachmittag auf dem Trieb ein Wettspiel mit dem Offenbacher Klub „Me- litia" aus, Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 5. bis 6. Mai --- 4- 17,40 C. Niebrigfte , 5. , 6. „ — 4- 5,7^0. Mai 1904. Barometer 1 aut 0° I reduziert 1 "j £ der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 1 Windrichtung Windstärke 1 Wetter °. 2M 739,0 17,0 6,4 44 8. 2 Bew. Himmel 6. 9" 741,0 7,4 6,8 89 8. 1 Bed. Himmel 7. 7»6 740,5 6,8 6,3 85 W. 2 ■ ■ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Heffen für Sonntag, den 8. Mai 1904: Windig, zeitweise starkwindig, kühler, zeitweise wolkig, Regenschauer. Für die kommenden Nächte erhöhte Nacht- fr o st g e f a h r. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. ■■■!■" .........-----' AllWtz SUS deu StsudksgllltsrkgißttU der Stadt Gjeßev. Aufgebote. Am 29. April. Peter Schmidt, Schlaffer dahier, mit Berta Junk in Langd — 30. Martin Christian Rühl, Rentner dahier, mit Auguste Sophie Ferber Hierselbst. — Gottlieb Daniel Keßler, Lagerist in Offenbach, mit Karoline Laura Gerndt Hierselbst. — Louis Rosenthal, Kaufmann dahier, mit Paula Katz in Härter. — Friedrich Wilhelm Reuschling, Wagner in Heuchelheim, mit Auguste Engel dahier. — 2. Mai. Heinrich Christian Rau, Kaufmann da° hier, mit Elisabeth Volk in Großen-Buseck. — 3. Karl Dauberts- häuscr, Schuhmacher dahier, mit Katharine Hauffmann Hierselbst. — 5. Friedrich Wilhelm Mörsch, Sanitätssergeant dahier, mit Katharine Friederike Hengst Hierselbst. — Heinrich Kreuter, Straßen- bahnschaffner in Bielefeld, mit Anna Marie Margarete Leilich, ba- hier. — 6. Hermann Schmidt, Kutscher dahier, mit Anna Katharine Thamer Hierselbst. Eheschließungen. Am 30. April. Georg Friedrich Simon, Schlaffer dahier, mit Auguste Margarete Christiane Vogel hierselbst. — Heinrich Eise, Lackierer dahier, mit Karoline Johanna Elisabethe Lober hter- selbst. — Heinrich Schmidt, Maurer in Oppenrod, mit Kathartue Döring in Steinfurth. Geborene, Am 27. April. Dem Lokomotivhilfsheizer Karl Hock ein Sohn. — Dem Kutscher Christian Burk ein Sohn Wilhelm. — 28. Dem Buchhalter Karl Hermann Walter Richter ein Sohn Ernst Richard Rudolf. — 30. Dem Schneider Heinrich Hahn H. ein Sohn Karl. - 2. Mai. Dem Maschinisten Wilhelm Semmler H. em Sohn Heinrich. — 5. Dem Schneider Adam Bayer eine Tochter Elisabethe. Gestorbene. Am 29. April. Dr. August Hanau, 54 Jahre alt, prakt. Arzt dahier. — 80. Emilie Marie Helene Lepper, 13 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. — 2. Mai. Dr. Konstantin Höhlbaum, 54 Jahre all, Universitätsprofessor dahier. — Adam Bender, 70 Jahre alt, Spinnereibesitzer dahier. — Johannes Euler, 70 Jahre alt, Psteg- ling dahier. — 3. Heinrich Semmler, 1 Tag alt, Sohn des Maschinisten Wilhelm Semmler II. dahier. — 4. Anna Frieda Marker, 1 Jahr alt, Tochter des Gastwirts Johann Marker dahier. - Berta Wallach, geb. Heichelheim, 83 Jahre alt, Witwe des Kaufmann? Julius WaUactz oarner. — tinariotte Dnna Dopme van Calker, Tochter des Univerfftätsprofeffors Dr. Wilhelm van Ealker dahier. — Karoline Wilhelmine Fresenius, geb. Welsch, 58 Jahre alt, Witwe des Polizeirats Wilhelm Fresenius dahier. — 5. Karl August Kratz, 10 Monate alt, Sohn des Fuhrmanns August Kratz dahier. Sriefkallen der Redaktiirn. (Anouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Sch. Vor vier Jahren war der Kaiser zum letzten Male in Schlitz. Siehe im heutigen lokalen Teils. Lollar. Wenden Sie sich an die Verlagshandlung von Emil Roth-Gießen, welche Ihnen sowohl mit einem Führer durch den Vogelsberg, als auch mit Karten dienen kann. A. Fr. Das Vademecum für Zeitungsleser von H. Nordheim (Dr. M.s ist bei Gebr. Jänecke in Hannover erschienen. Neuelle Meldungen. Originaldrahtmeldimaert des Gießener Anzeigers. Berlin, 7. Mai. Die Kommission des Abgeordnetenhauses hat den Gesetzentwurf zur Beihilfe an Veteran en von 18 64 angenommen. Aalesund, 6. Mai. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, an die Personen, die von dem Brandunglück betroffen sind und um Unterstützung nachsuchen, Geldbeträge zu verteilen, an eine erwachsene Person 50, an ein unkonfirmiertes Kind 30 Kronen. Personen, deren Vermögen über 10 000 oder deren Einnahme über 2000 Kronen beträgt, sowie deren Hausfrauen und Kinder, sind ausgeschlossen. Weiter in Betracht kommen nur solche Personen, welche wesentliche Verluste erlitten haben. Der Betrieb der Volksküche wird fortgesetzt. London, 7. Mai. „Daily Mw'l" meldet aus Sirnla vom 6. Mai: Gegen 800Tibetaner, die aus der Richtung von Schigatse kamen, machten gestern bei Tagesanbruch einen Angriff auf die englische Mission in Gyangtse, wurden aber mit g r o ß e n V e r l u st e n z u r ü ck g c s ch l a g e n. Aus englischer Seite wurden zwei Sepoys verwundet. Barcelona, 7. Mai. Gestern abend, kurze Zeit bevor die Zöglinge einer von Jesuiten geleiteten Schule die Anstalt verließen, explodierte dort eine Dynamitbombe. Der Vorflur des Gebäudes wurde beschädigt. Das Doch stürzte ein, der Pförtner der Anstalt wurde leicht verwundet. Die Explosion wurde auf eine weite Entfernung gehört. Die Urheber des Anschlages sind noch nicht ermittelt. Neapel, 7. Mai. Das Blatt „Giorno" kündigt bei Besprechung der Affäre' Nasi neue Enthüllungen an über andere Mini st er. Ancona, 7. Mai. Das österreichische Kriegsschiff „Nautilus", welches von einem orkanartigen Sturme mitgenommen wurde, ist mit gebrochenen Masten hier eingelaufen. Wien, 7. Mai. Telegramme aus Kossowo erklären die Gründe von Unruhen in der Gemeinde Z a b i e folgendermaßen: Ter übel beleumundete Bauer Salowiczuk, der schon wegen Totschlages eine zweijährige Kerkerstrafe verbüßte, hielt aufreizende Reden gegen dre Juden und wurde deshalb verhaftet. Ein anderer ruthenischer Bauer forderte nun die Leute auf, Salowiczuk aus dem Gefängnis zu b e s r e i e n- Auch er wurde verhaftet und gab bei seinem Verhör an, in Zabie würden Juden- M a s s a c r e s vorbereitet. Daraufhin entstand große Partik, welche die Entsendung von Militär notwendig machte. Wien, 7. Mai. Die hiesigen Bau- und Ste tn- metzmeister werden heute nachmittag 5 Uhr alle Bauarbeiten ohne Unterschied ein stellen und sämtliche Bauarbeiter und Tagelöhner entlassen. Die Arbeiten sollen erji wieder ausgenommen weroen, wenn ote Geyilsen erklären, die Bedingungen der Genossenschaft der Arbeitgeber bezüglich der Lohntarife anzunehmen Von der Aussperrung wurden 4—5000 Arbeiter betroffen. Odessa, 7. Mai. DaS Militärgericht verurteilte den Kreis-Militärchef, Oberstleutnant von Andrejanow, zu 2’/2 Jahren Gefängnis und znm Verlust von Rang, Orden und allen besonderen Standesvorrechten. Der Ver- urteilte hat in zahlreichen Fällen für einige hundert Rubel diensttaugliche Rekruten für untauglich erklärt und vom Militärdienst befreit. L. Newyork, 7. Mai. Hiesige Bankiers haben 25 Millionen Dollars auf die japanische Anleihe gezeichnet. Vom Kriege. Petersburg, 7. Mai. Wie verlautet, befindet sich General N en n en k a m p in der Nähe von Port Arthur mit 60 000 Mann, darunter Kosakenabteilungcn. Die Stärke der Japaner, welche gelandet finb. beziffert sich auf 25 000 Mann. — Man glaubt nicht, daß die Japaner versuchen werden, Port Arthur im Sturm zu nehmen. Die Behörden sind überzeugt, daß die Festung weder von der See- noch von der Laudseite aus eingenommen werden könne. Der Proviant genügt für ein ganzes Jahr. Die Zahl der dort befindlichen Truppen beläuft sich auf 23 000 Mann. Paris, 7. Mai. Das „Journal" meldet aus Petersburg: In letzter Stunde wurde berichtet, daß die Telegraphen- und Eisenbahnlinien bei Port Arthur abgeschnittcn und die F e ft u n g isoliert sei. Petersburg, 7. Mai. Aus Port Arthur wird gemeldet: Tie japanische Flotte in Stärke von 26 Kriegsschiffen, welche vor Port Arthur erschienen war, kam nicht nahe genug an die Küften-Batterien heran, um ein Feuer auf sie zu eröffnen. Um 4 Uhr erschienen einige Torpedoboote, aber bereits um 5 Uhr war das ganze Geschwader nicht mehr in Sicht. — Die Japaner sind durch die Besetzung von Port Adams Herren fast der ganzen Halbinsel von Liaotung. Ter moralische Eindruck dieser Operation ist sehr niederschmetternd. .Das Vertrauen der Bevölkerung beginnt zu schwinden. Man glaubt, daß General Kuropatkin nicht sobald die Oberhand über die Japaner gewinnen werde. — Es wird bestätigt, daß der Zar den General Sassulitsch abberufen hat. Tie Nachricht von der erfolgten Einschließung Port Arthurs hat hier ungeheure Aufregung hervorgerufen. Tie Stimmung der Bevölkerung ist äußerst erregt und gegen die Führer erbittert. Ueberall wird deren Unfähigkeit aufs schärfste kritisiert. Von militärischer Seite wird versichert, daß die Russen in Talienman einen weiteren Vormarsch der Japaner verhindern werden, bis General Stössel die Verteidigungsarbeiten in Port Arthur beendet haben wird. — Der Mangel an Nachrichten über die Vorgänge bei der Schlacht am I alu, welche noch immer sehr lückenhaft sind, wird jetzt damit begründet, daß eine Reihe von Zeitungs-Korrespondenten spurlos verschwunden sind. Tokio, 7. Mai. General Tukuschina vom großen Generalstab teilt den Blättern mit, daß die Japaner ihre Land- u n g a u f L i a o t u n g f o r t s e tz e n. Telephonischer Kursbericht Frankfurt a. 51.. 7. Mai. 3i/2°/0 Reichsanleihe . . 102.00 do. ... 90.00 31/,0/o Konsole .... 102.— 3°/n do 90.10 B'/gO/n Heesen .... 100.10 31/, % Oberhessen . . . —.— 4% Gestern Goldrente . . 101.65 4'!t% Oeeterr. Silberrente 100.55 4% Untrer. Goldrente . . 99.80 4" Italien. Rente . . . 102.60 4*2% Portugieser , . . 60.00 3°/ Portugiesen 58.40 1% C. Türken .... —.— Tiirkenloee 128.70 4% Griech. Monopol.-Anl. 45.05 4l , % äussere Argentiner 42.95 8% Mexikaner .... 26.40 4,/2g/o Chinesen . . . 86.00 Electric. Schnckert . . . 105.50 Nordd. Lloyd . . . . 103.70 Kreditaktien . ... 201.80 Diskonto-Kommandit. . 184 90 Darmstädter Bank . , . 187.80 Dresdener Bank .... 154,50 Berliner Handelsgee. . . 154.60 Gestern Staatebahn . . . 137.80 Lombarden .... 13.60 Gotthardbahn 191. Laurahütte 240.50 Bochum 192.25 Harpener 197.40 Tendenz: schwach. Knabenanzüge Grosse Auswahl! Herrenanzüge 4195 Arbeiterkleider Lagerbesneh ohne Kaulzwang! Billige Preise! Weil, Giessen Neustadt 10 Inhaber: Louis Weil Neustadt flO K ■ J&z-J M i -■ k M ■ 'M? W K M Todes-Aussige geb. Althaus im Alter von 64 Jahren. 4172 Gestern morgen 5 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter Reiskirchen, den 7. Mai 1904. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Fritzel. Die Beerdigung findet Sonntag den 8. Mai, nachmittags 21/, Uhr in Reiskirchen statt. Familien Fresenius, Balzer und Dr. Pitz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sagen wir unseren innigen Dank. Danksagung. Für die vielen aufrichtigen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer getroffenen Verluste sagen wir innigsten Dank. Heuchelheim, den 7. Mai 1904. 02651 Wilhelm Gernandt und Kind. lichst ein. 4183 Bier im Glas ’/io Pfg. H. &ppel, Gasthaus zur Stadt München. Ilimmeifahrtlag. Meinen werten Gästen und einem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend zur gefl. Nacbricbt. daß ich am Himmelfahrttage an dem WWigsbrMen,8egeiiübtri>emFl)rflgllrttii eine Esstauration eröffne. Für gute Speise» und Getränke ist bestens gesor.st und lade zu recht zahlreichem Besuche an diesem Tage freund-- Handwagen sow. 1 Paar gut erh. Wasserstiefelz.vert. Wolkengasse 12. Der heutigen Ausgabe unseres Blattes liczil ein Prospekt der Firma Lehman» & Atzmy, Sprembcrg (Lausitz) bei. 4189 Meyer’s Konversations-Lexikon (5. Aullaae) zil verkaufeii [02598 Bahnhofstraße 34, III. Auf zur LiebigsiMe! Sonntag, den 8. Mai 1904, von nachmittags 4 Uhr ab: Zweites großes Hartenfest verbunden mit Konzert und Tanz im Freien und im Saal. - Karussell, Schiffschaukel und Schaubuden dienen zur Erheiterung. Abends 9 Uhr großes Feuerwerk. 02649 Ablauf-Ocl ML"' 02492 Lange, Licherslraße. Ein 3X4 Zimmcrhaus mit, Garten zu kaufen gesucht. Offerte» unter Nr. 02638 «m die Expedition dso. Blatte». Vermittler verbeten. Giessen, am 6. Mai 1904. 4180 02661 Heuchelheim, den 7. Mai 1904. Die Beerdigung findet Montag den 9. Mai, mittags 1 Uhr, vom Sterbehause Brauhausstr. aus statt. Wegen Baubeendigung 4122 sind Anton Stock 1166 4147 entgegen. tociiüjc.c X ahnhofslraße 58. 3823 1200 m RollbahUierß und 16 Kippwagcu, Weichen zc. sofort kauf- oder auch mietweise gegen geringe Vergütung abzugeben. Angebote unt. F. K. -l. 132 an die Exp. d. Bl. erbeten. Fahrri der. WeltberLhmte Westfalen- n. TeWs-Zahmlier Patent-Doppel-Glorkculager mit Schneckenrad-Regulierung einzig in dter WeSt dastehend sowie sämtliche Zubehörteile und gebrauchte Fahrräder zu billigsten Preisen. 4174 Reparaturen werden unter Garantie aiisgesührt. Georg Lang, Kai-rradhan^lulig Garbenteich. im Alter von 57 Jahren, was wir Verwandten, Freunden und Bekannten tiefbetrübt mitteilen. Die trauernden Hinterbliebenen. 02624s E. g. erh.Kinderliegtwagen billig zu verk. Frankfurterstr. 40. Auf Miseren Braunkohlenbergwerken Wölfersheim u. Weckes- Heim (Oberhessen) sind co. 1-2 D W. altes Gust- und Schmiedeeisen (Dampfkessel) abzugeben. Gefl. Offerten nimmt Fürstliche Bergverwaltuug, Braunfels, Kaisergarten 79 Setteisrveg 79. Neben dem flaschenweisen Verkauf meines Weinlagers habe ich von heute ab meine Weine auch in meinem Wirtslokal zu den billigen EugroSpreisen in Ausschank genoinnien. Tischwcine 40 Pfg. das halbe Liter. Maibowle zu gleichem Preis. Die Zain sthivarzeil Walfisch in Hleiöerg soll in kürzester Zeit mit sämtlichem Wirtschafts - Inventar verkauft werden. Dieselbe enthält großen Saal, Stallungen, Scheune, Gartenwirtschaft, Kegelbahn, 80 Ar großen Hausgarten, mit guten Obstsorten bepflanzt, sowie guten Keller (im höchsten Sommer kein Eisbedarf); auch wäre Metzgerei oder Bäckerei daselbst gut einzurichten, da solche noch nicht am Platze. Näheres bei Lud. Weller, Metzgerei, Wies eck. [4056 Heute morgen 5 Uhr verschied sanft nach längerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Rinn VI Z*T\ Zöpfe!!! Dreher Haaruhrketten, 3 Toupe-Scheitel u. Per- p; rücken werden billigst I angefertigt. Spezialität * in grauen und weißen Haaren. H. Tichy, t>33 Seltersweg 43, Ecke d. Goethestr. Guterhaltener Kinderwagen zu verkaufen. Bisniarckstraße 36. 026681 Kinderwagen billig zu verkauien.Aeaiiadt 14, I. 4137j flachsten Dienstag den 10. Mai, vorm. 9 Uhr, kommen Erbsenreiser auiOsivaidsgartenzumVerkauf. 02648s Stotzkarreu, gebrauchter, zu verkaufen. ztarl Malkomcsius, _______Grünbergerslraße 14, H. Beabsichtige mein im Mittelpunkt der Stadt zu jedem Geschäft geeignetes Haus mit Hof und Hintergebäuden zu verkaufen. 4145 Näheres ,,Engelapothcte." Gut erhaltene Haustüre mit Glassnllung, mehrere Fenster, Flügeltüren zu verkaufen [4090 Seltersweg 39. Die Kreisst Seiten tu« Gießen, oet Großh In der Zeit fn »tefiger Stadt jefunbenU oerlorcn: 1 nut , grif Die Empsanc belieben ihre Ä machen. Gießen, be: Großhl -rt H-Liige “•Ibt s . i Ute«& Nifeh -J 0,1 b Kol Schlu Unser Berlü unterm 6. Mai: Im preußis! , Haltung über d i Ein resoluter Ec | die noch verbli : ungen. Graf | serngeblieben; t | sein Wirken als : spüren wird. 2 Kultumerk", ehe. | und fünften 2 Äauf ad/ehd brauchte n Mehrheit über d ' Zeilen der Minis ; deutlich erkennet Minister ganz fit 1 baden sagte u. Oberschlesien der | landtanal nicht । | Was bedarf es i I AeschwichtiMg i liche Kvnkurrenz - nicht mehr zu sc I kine Vertagung . I §err v. D 1 mgewandelt in I « doch nicht." 3 ^ch Schlesien Schon si *Qnfit worden fm I wbuftrie durch Berlin.Stett I Men Vertretung 5 H kann die R I aj]en' komn I S J <'mit Woi ® 3 bestimmter I wissen, । :lnten bringt al ?!? tritt eineg ' Wir föt i Ä0” b°willi 'ÄA 8.S,-; = Scii9 mit ih| •ien J -«d d'