Elftes Blatt Dienstag 6. Dezember 1904 1S4. Jahrgang ietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Gange, Amts- Mö Anzergeblatt für dm Kreis Eichen Redaktion. LxvedMa» und Trurfereti Gcholfleahe 1* ilbrefle für Depeichen: Anzeiger Brchen. FernlprechanlchlußNr 61 Nnwers.-Buch-u. Stein- drucke rei. St Nr. 588*7 OtKetot idgltch au her DsnnlagL. ®tm Drehen er Anzeiger werden in? Wechsel mü dem Kesstlchen Landwirt die Grehcner Kamtlien- »Ifllttt viermal in der Woche bergelegt. NotattonSdruck u. Verlag der Brüh l 'scheu Veza gsprei-i monatlich 76 Pf^ oterteU jährlich Mk. 2.20; durch Äbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch btt «oft Mt. 2.— »ieitel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für dre TageSnununer bis oormUlagS 10 Uhr, ßetlenpretß; lokal 1293L duÄroärti 20 Pfg. Verantwortlich ffli den ooltt und allgenr. Teil P. Witiko; für .Stadt und Land'' und .DenchtSfaal": August Goetz, für den Anzeigenteile banS Beck. Are ycutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Zie Ainanzkage in Hesse». Es ist noch garnicht lange her, da konnte man von verschiedenen Seiten ebenso verschiedenartige Befürchtungen ans- fprechen hören über die bedenkliche Lage unserer hessischen Finanzwirtschaft. Der Staat stecke tief in der Defizitwirtschaft, die in wenig Jahren zum Staatsbankrott führen müsse. Man klagte in allen Tonarten über die zunehmende Verschuldung und das stete Anschwellen des Extraordinariums, berechnete auf Grund teilweise sehr unsicherer Unterlagen, daß der Staat die größte Schuldenlast von allen deutschen Bundesstaaten zu tragen habe, dir auf den Kopf der Bevölkernng über 250 Mk. ausmache und führte auch eine Reihe von Beispielen dafür an, wie flott man in Hessen zu wirtschaften verstehe. So nützlich und dankbar es ist, zur rechten Zeit das rechte Wort zu sprechen, und die warnende Stimme zu erheben, so wenig ist es doch in diesem Falle angebracht gewesen, das Gespenst des permanenten Defizits und des Staatsruins an die Wand zu malen. Es ist richtig, wir haben in den ersten Jahren des neuen Säkulums im Staatsbudget mit erheblichen Destzits zu rechnen gehabt und der Voranschlag für 1903 wies einen Fehlbetrag von 2,300,000 Mk. auf. Tatsächlich aber hat derselbe doch nur 1,189,000 Mk. betragen und daneben ist auf Ansichten des Finanzministers ein Ausgleichefonbs in Höhe von 1,140,000 Mk. geschaffen worden. Man übersah bei der Beurteilung unserer Finanzlage vor allem, daß der Rückgang der Staatserträgnlsse nicht in Hessen allein, sondern fast in allen Bundesstaaten und dem Reiche selber sich bemerkbar machte und ausschließlich eine Folge der allgemeinen Misere im Erwerbs- und Wirtschaftsleben in ganz Europa war. Dian übersah aber auch, daß wir in dem neuen Leiter der hessischen Finanzen einen Mann an der Spitze haben, dessen vorsichtiges Finanzgebahren und kluge Voraussicht sich gerade in der kritischen Zeit aufs beste bewährt haben. Schon damals konnte Finanzminister Dr. Gnauth trotz der Tatsache des hohen rechnerischen Defizits und des Aufbrauchs der Vermögensreste aus früheren Jahren in der Kammer auf Grund seines scharfen Einblicks in die Finanzlage der bestimmten Ueberzeugung Ausdruck geben, daß bei normaler Entwickelung der Verhältnisse auf absehbare Zeit hinaus zu irgend welchen Steuererhöhungen nicht gegriffen zu werden braucht, vielleicht sogar der jetzige erhöhte Zuschlag zur Vermögenssteuer bald wieder fallen gelassen werden könne. Wie recht der Herr Minister mit diesem tröstlichen Ausblick in die Zukunft hatte, beweist der vorliegende neue Voranschlag für 1905. Der Minister konnte mit voller Befriedigung bei der Vorlage des neuen Etats darauf Hinweisen, daß dem rechnerischen Defizit von 758 000 Mk. für 1905 ein Ausgleichsfonds von rund 2 Millionen Mk. gegenüber stehe und auch noch ein Vermögensrest von l1/, Millionen aus den früheren Jahren übrig bleibe, den man schon vor zwei Jahren fast völlig aufzuzehren befürchtet hatte. Wohl selten ist in der Kammer ein so freudiges, allseitiges Bravo erklungen, wie bei den Schlußworten des Finanz- mmisters : Die Finanzlage ist noch nicht gut, aber sie ist doch wiederum erheblich besser geworden! Betrachten wir diese erhebliche Besserung unserer Finanzen an der Hand des neuen Staatsvoranschlags etwas näher. Der bildet ein sehr voluminöses Aktenstück mit Zahlen, nichts als Zahlen. Er umfaßt nicht weniger als 380 große Seiten mit 132 einzelnen Kapiteln, und die zün den letzteren gehörenden Anlagen machen einen fast ebenso starken Band aus. Sowohl der Verwaltungsetat, wie der Vermögensetat umfassen je 14 Hauptabteilungen, der erstere weist eine Höhe von 54 591 231 Mk., der letztere eine solche von 17 640 835 Mark auf. Die Hauptguelle der hessischen Staatseinnahmen bidet neben der Abteilung 5, direkte Steuern rc., die Ab- teilung 3 über die Staatsdomänen, zu denen auch der Etal für die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft zählt. Diese Hauptabteilung wies im Voranschlag von 1904 einen Gesamtüberschuß von 11 637 000 Mk. auf, während derselbe im neuen Voranschlag auf 13 190 000 Mk. berechnet ist, also um 1 152 000 Mk. höher. Tics erfreuliche Ergebnis ist ausschließlich auf die Mebrerträgniffe der Eisenbahngenwinschafl zurückzuführen, deren Ergebnis im vorigen Jahr auf zwölf Millionen geschätzt war, im neuen Etat aber mit 13,2 Mill, festgestellt werden konnte. Die Differenz von 58 000 Mk. ergibt sich daraiis, daß beim Braunkohlenwerk Liidwigshosfnung und der Eisfabrik Bad-Nauheim je 29 000 weniger Einnahme angesetzt werden mußte. Da die Verzinsung der Eisenbahnschuld im ganzen 91/2 Millionen beträgt, so würde die Reineinnahme aus den Eisenbahnen rund 3 4 3 0 0 0 0 M k. betragen; es kommt hiervon jedoch nach dem Gesetz von 1896 zur Tilgung der Staatsschiild ein Betrag von 741 500 Mk. in Abzug. Während die Abteilung: Domänen des Großherzoglichen Hauses bei einer Gesamteinnahme von 5 862 000 Mk. einen Ueberschuß von 837 000 Mk. aufweist, ein Mehr von nahezu 150 000 Mk. gegen das Vosiahr, mußte bei der Abteilung Lotterie der frühere Ueberschuß von einer Million diesmal auf 976 500 Mk. herabgesetzt werden, was durch den Rückgang im Absatz der Lotterielose bedingt erscheint. -Dagegen hat die Abteilung direkte Steuern, Regalien rc. wieder eine erfreuliche Steigerung erfahren, da die Gesamteinnahme von 16 850 000 Mk. im Vorjahr auf 17 347 520 Mk. gestiegen ist. Infolge deffen ist auch der Ueberschuß gegen das Vorjahr um 388 571 Mk. höher angesetzt, er beträgt 15 546 810 Mk. Eine besonders umfangreiche Etatsposition bildet die Abteilung: Ministerium des Innern. Hier stehen einer Gesamteinnahme von 4,920,000 Mk. die Gesamtausgaben von 15,535,000 Mk. gegenüber, sodaß der Zuschuß 10,815,000 Mark betragt, der gegen das Vorjahr um 116,800 Mk. gewachsen ist. Hier sind die Ausgaben für die Provinzial- Direktionen und Kreisämter um 20,940 Mk., für die Landes Universität um 14,250 Mk., für Gymnasien, Realschulen rc. um 19,900 Mk., für höhere Bürgerschulen um 7000 Mk., für Volksschulen um 38,200 Mk., für ärztlichen Dienst bei der öffentlichen Gesundheitspflege um 7600 Mk., für die Landesirrenanstalt um 7700 Mk., für Landwirtschaftliches Unterr-chts- und Versuchswesen um 8490 Mk., für Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft um 8400 Mk. gewachsen, dagegen ist der Zuschuß für die Technische Hochschule um 14,000 Mk., der für die LandeSwaisenanstalt und der für Bodenmeliorations- und Wafferversorgungswesen um 75,000 Mk. geringer geworden, letzteres daher, weil für 1905 als Ersatz von Feldbereinigungskosten anstatt 70,000 Mk. im neuen Jahr 170,000. Mk. Einnahmen erwartet werden. Für die Abteilung: Ministerium der Justiz sind die Einnahmen auf 2,224,000 Mk., die Ausgaben auf 4.657,000 Mk. festgesetzt. Die letzteren stiegen gegen das Vorjahr um 71,300 Mk. Die Hauptursache bildet die geplante Anstellung von zwei Oberlandesgerichtsräten, die im Hinblick auf die vielen Klagen wegen Prozessverzögerung von 10 auf 12 vermehrt werden und von 7 Amtsrichtern (von 120 auf 127) sowie mehreren Bureaubeamten. Von den neuen Amtsrichtern soll je einer an die neuen Amts- gerichte zu Dieburg und Lampertheim kommen, während je ein weiterer dem Amtsgericht I in Darmstadt, dem Amtsgericht Gießen, dem Amtsgericht Mainz und den jetzt nur mit je einen Richter besetzten Amtsgerichten zu Ober-Ingelheim, Osthofen und Wöllstein zugeteilt werden soll. Der Richter in Lampertheim soll vorerst dem Amtsgericht Lorsch entnommen werden. Das Ministerium der Finanzen endlich weist eine Einnahme von 297 600 Mk. und eine Ausgabe von 1 977 000 Mk. auf und erfordert gegen das Vorjahr ein Mehr von nahezu 50 000 Mk. Die Abteilung Pensionen erhöht sich von 3 691 000 Mk. auf 3 885 000 Mk., Abteilung Verhältnis zum Reich wird bei einer Einnahme von 4 500 000 Mk. und einer Ausgabe von 5 427 000 Mk. gegen bn§ Vorjahr eine Mehrausgabe von 327 689 Mk. erfordern. So sehen wir bei einem allgemeinen flüchtigen Ueberblick, >aß sich unsere Finanzen in stetig aufsteigender Linie be- wegen. Der Herr Finanzminister bezeichnete den Etat für 1904 als „eine deutliche Wendung zum Besseren" und sagte bei der Vorlage des neuen Voranschlags, daß die Finanzlage „wiederum erheblich besser geworden" sei. Hoffen wir, daß er bei der Vorlage des nächstjährigen Etats von einer völlig guten und gesunden Finanzlage inHessen sprechen kann. AUttes Konzert d Anschlags,. die Bewunderung erregt, dabei durch eine vornehme Auffassung Vor der Gefahr bewahrt, ins Virtuosentum zu verfallen oder die begrenzte Klangkraft des Flug, s ins Unschöne zu steigern, dann wieder von einer unbe,cl>ew- 'licken Zartheit und Weichheit im Piano, der ganze Bortrag Ni blich beseelt und durchdrungen von einem sprühenden Temperament einerseits, der geläuterten gereiften Kunst eines reichen Lebens andererseits, gewährt ihr Spiel einen seltenen, vollkommenen Kunstgenuß. Aber die,e ihre Vorzüge sind ja bekannt; nicht sie feststellen sollen dwse Zenen, Libern freudig bekennen, wie sie auch hier empfunden, dankbar empjnnden worden sind. Frau Earreno „spielte Schumann, Chopin, Schubert unter kluger Beschränkung auf solche Werke, die sie nachzuempfinden vermag, die ihrer Eigenart verwandt sind. Schumanns „Shmphomsist Etüden", aus der Zeit, da Schumann noch fast ausschließlich für das Klavier, das er selbst meisterhaft spielte, komponierte, im selben Jahr wie fein berühmterer „Karneval" entstanden, bestehen aus einem schlichten Thema im Ein- leittmgssatz, das in den folgenden Sätzen in mannigfachster kunstreicher Art variiert wird- sie geben Gelegenheit, technisch hervorragendes Können in Verbindung mit feinem Verständnis für die wechselnden Stimmungen und Rhtühmeu der Variationen zu zeigen. Chopin, der mit vier Stücken folgt, der „Dichter des Klaviers", jedenfalls einer der persönlichsten, stimmungsvollsten unter den Klavierkompo- nisten, ist ja der Liebling der klavi er spielen den Damenwelt; leider bringt aber die Schwärmerei für ihn nicht immer auch die Fähigkeit mit sich, ihn, ganz abgesehen vom Technischen, auch zu bewältigen; so hört man oft etwas von Chopin spielen, Chopin aber so selten. Am Sonntag vernahm man ihn selbst, in seiner ganzen seltsamen, von den wechselndsten Stimmungen belebten, aber immer graziösen und doch wieder pathetischen Art. Dieser Teil des Programms war für mich der genußreichste, man hörte aus" den Tönen die Seele des Komponisten wie die Seele der Künstlerin heraus. Zum Schluß kam Schubert mit dem bekannten Impromptu, dessen zarter Charakter wirkungsvoll kontrastierte mit den orchesterartigen mächtigen Klängen des marche militaire in der Bearbeitung von Tausig, bei dem der Flügel alles hergeben mußte, was er an Ton und Tönen hat; die Vermittelung bildete die soirse de Vienne von Schubert-Liszt, ein Brillantfeuerwerk voll Grazie und Charme. Nach der kolossalen Leistung des Militärmarsches ließ sich die liebenswürdige Künstlerin, die unermüdlich zu sein scheint, durch den tobenden Beifall des Publikums noch zu einer Zugabe bewegen und schloß den so schön verlaufenen Llbend mit einem walzer- artigen Sätzchen, in mancher der anwesenden jungen Damen wohl liebliche Erinnerungen an den vorhergegangenen Abend in diesem Saal erweckend. Neben Frau Carreno, die natürlich das Hauptinteresse des Abends in Anspruch nahm, wirkte Herr Vaterhaus aus Frankfurt a. M., das uns schon so viel Gutes gebracht hat, mit. Der Vortrag der drei ersten Lieder ließ fast den Gedanken anfkommen, Frankfurt habe diesmal durch eine Ausnahme die obige Regel bestätigen wollen; die Stimme klang in der tiefen Lage zwar sympathisch, in der Mittellage schon unausgeglichen, von der Hohe gar nicht zu reden; im Vortrag störte häufig eine salsche Ansprache („isch" statt „ich" und anderes); die Tonfarbe war bedeckt, kurz, man applaudierte aus Gewohnheit, aber ohne. Wärme. Und dann geschah ein Wunder.. Bei der Arie deS „Figaro" aus dem „Barbier von Sevilla" glaubte man zunächst einen ganz anderen Sänger vor sich zu haben; die Stimme war eine andere, hellere geworden, an Umfang! verdoppelt, klangvoll und warm, die Aussprache und die Kunst des Vortrages sehr gut. Hatte der Künstler hrer- durch schon die Stimmung für sich gewendet, so gewann, er sich feine Hörer ober doch mich ganz durch das prächttge Hochzeitslied Loowes. Die Ballade in der Loeweschen Vertonung setzt eine Zungenfertigkeit voraus, die der gewöhnliche Sterbliche nicht besitzt. Herr Vaterhaus hat sie, ja er bewältigte diese Schwierigkeit scheinbar spielend. Aber das war das wenigste; die geradezu vollendete Vorttagsweise oder besser Wiedergabe des künstlerischen Gehaltes dieses Liedes, die der Tonmalerei der Begleitung folgend, ist Wüllnerscher Art darstellte und charakterisierte, ohne je maniriert zu werden, brachte ganz neue Schönheiten! des Werkes ans Tageslicht. Dem sttirmischen Beifall des Publikums dankte Herr Vaterhaus mit einer Zugabe. Der Wirkung des — allerdings wohl nie versagenden — Hochzeitsliedes kam die treffliche Klavierbegleittmg sehr zst statten, die Herr Musikdirektor Trautmann hier wie bei den übrigen Liedern übernommen hatte und zum Entzücken aller Freunde dieses ganz L-efottbereu Genusses dnrch-- füfirte; man hörte und sah förmlich das letzte Ratten- oder Mauseschwänzchen in der Tür des Kürstlerstübchens verschwinden. — So war das Ganze wieder ein^ Treffer, eist Kunstgenuß ersten Ranges, für den wir dem Konzertverein! und seinem rührigen Dirigenten von Herzen danken. —n— ♦ — Fritz Reuter: „111 uiine etrointib . (£>0$**. deutsche A u sq a b e von Otto Hcidmüller.) Hi^orffsche Hof- buchhlmblung, Wismar, geb. 5 Mk. — Dre Absicht des^ alten Reuterverlages, Fritz Reuters „Stromtid" in hochdeutscher sprach''' hcrauözugeben, ift durch den jetzt fertig dal legenden Band zur Tat geworben. Was die seinerzeit vorliegenden Aushängebogen versprachen, das hält bas Werk. Es ist allen denen, die deS Plattdeutschen nicht mächtig sind alS ein für sie nahezu vollwertiger Ersatz deS Originals zu empfehlen. Ja: diese boeodeutsche Aufgabe wirb vielen dessen und anderen Suddeultchen, auch den Deutschen hinter den schwarzgelbcn Grenzpfählen Reuter überhaupt erst erschließen. Darmstadt, 6. Dez. Frl. Dcnkhausen, Mitglied deS Hostheaters und Vertreterin des komischen Faches, ist heute ge- gestorben. Der Krieg. ü'om Kriegsschauplatz am Sch all o. London, 5. Dez. Reuter meldet aus Mukden vom - d. M.: Die I a P a n e r haben auf die B c f ch i c ß u n g ihrer Stellungen bei Sut)chiatun tont großen Be- lagerungSgeschiiNen nicht geantwortet, obgleich sie vorher die russischen Stellungen in der von Sutschiatun mit russischen Geschützen gleichen Kalibers beschossen haben, die sie mit der zugehörigen Munition an Bord des russischen TranSvortdamvsers „Mauschuria" seinerzeit erbeuteten. In der lohten Nacht wurde bemerkt, daß die Japaner anscheinend Minen unter die Eisenb ahubrücke über den Schabo legten, die bei einem eventuellen Vormarsch der Russen entzündet werden sollen. Die Russen bemühen sich, die Durchführung der Minenlegnug zu verhindern, und cs erfolgt scharfes (Gewehr feuer von beiden« Seiten. Gleichzeitig wurden die Japaner, die mit der Beschießung deö Putilow-Hügels beschäftigt waren, von einer K o s a k e n a b t c i l u n g überrascht, die indessen zum Rückzüge gezwungen wurde, nachdem sie ohne Erfolg versucht hatten, eine japanische Batterie zu nehmen. General Rennen kam Vf hat die Japaner, deren Angriffe er kürzlich abgeschlaaen hatte, zwei Tage hindurch verfolgt, und setzt seine Operationen im Osten e iin g estel l t. Es werden, obgleich der Boden bis auf eine Tiefe von 18 Zoll gefroren ist. doch noch Erdwerke errichtet. London, 5. Dez. DaS Reutersche Bureau meldet aus Tokio: Das kaiserliche Hauptquartier hat heute folgende von der Armee in diesen Tagen ein gegangene Meldungen veröffentlicht: Am 3. Dez. etwa 2 Uhr früh besetzte unsere Infanterie das D>orf Kntschiatsu und trieb den Feind nach Norden. Tas Dorf war vorher von einer russischen Jnfanterieabteilung besetzt gehalten worden. Auf unserer Seite wurden 12 Mann verwundet, die Verluste der Russen betragen etwa 30 Mann. Am Abend des 3. Dez. Ig-ing russische Artillerie bei Weito- schan mit zwei bis drei Kompagnien Infanterie gegen den fcügel vor, wurde aber z n r ü ck g e s ch l a g e n. Petersburg, 5. Dez. Die Rufs. Telegr.-Ag. meldet auS Eharbin: Gestern wurde auf der 226 Werst-Strecke von Eharbin nach Mukden der Bahnkörper von Ehun- chusen gesprengt. Ein Zug wurde rechtzeitig angehalten. Die Strecke wurde ausgebessert. Mukden, 5. Dez. Auf russischer wie iapanischer Seite ist eine gesteigerte Tätigkeit zu bemerken. Zwei Tage lang wurde beim Pulilowbügel und westlich davon heftig aus Mörsern geschossen. Die Verluste waren jedoch beiderseits gering, da die Verschanzungen sehr stark gebaut sind. Eine Abteilung Don- icher Kosaken führte nachts einen neuen Ueberfall auf das Lager einer savaniichen Batterie bei dem Dorfe Ladiatung 5 Werst westlich der Bahn -'m Schabo aus. Die Mannschaft der Batterie roiirbe in tiefstem Schlafe überrascht, ein großer Teil der Leute niedergehauen und die G e f ch ü tz e unbrauchbar gemacht. Die baltische Flotte. Frederikshavn, 5. Dez. Der russische Hilfskreuzer „Terek" passierte heute nachmittag 3 Uhr Skagen in westlicher Richtung. Brest, 5. Dez. Ein schweres Unwetter zwang den russischen Torpedobootszerstörer „Vronzitelny" bei Eamaret wieder zu ankern. Ein Schleppschiff und ein Taucher sind nach Eamaret abgegangen, um das Torpedoboot loszumachen. Die Arbeiten waren von Erfolg gekrönt; das Schiss wartet aus Windstille, um weiter zu gehen. Perim, 5. Dez. (Reuter. Eine nachmittags von Dschibuti hier eingetroffene Dbau berichtet, daß die russische Flotte bei den Muscha-Inseln. die zwischen Obok und Dschibuti, näher dem letzteren Platze, gelegen sind, von eigenen Kohlenschiffen Kohlen einnimmt. Dschibuti, 5. Dez. ''Siabaa? Die Verproviantier- iin g des hier liegenden russischen Geschwaders erfolgte nur durch eigene Trausportdamvfer. Die Schiffe scheinen in gutem Zustande zu sein. Es wird nichts von Havarien gemeldet. Die Offiziere tauschten mit den hiesigen Behörden die üblichen Besuche aus. Es kamen keinerlei Kundgebungen vor. Ter Vorfall in der Nordsee. Petersburg, 5. Dez. Ter Generalstab gibt amtlich bekannt : Wie Genercladjuwnt R o i ch d j e st w e n s k n zu dem Vorfall vom 21. Oktober in der Nordsee ergänzend meldet, leuchteten, nachdem das Panzerschisf „Knjäs Sumorow" sein Feuer schon eingestellt hatte, auf der linken Traverse des Panzergeschwaders zwei Scheinwerfer von den Kreuzern ..Dimitri", „Donskoi" und „Aurora" aus: Darum gab aus Vorsicht, da die zu weit slieaen- den und^rftochettierenden Geschosse der hinteren Schiffe unsere eigenen Schiffe hätten treffen können, der „Kufas Suworow" das Signal zum Einstellen des Feuers, was auch unverzüglich geschah. Tas ganze Schießen dauerte weniger als 10 Minuten. Durch drahtlose Telegraphie wurde festgestellt, haß. die „Aurora" von fünf ricochettierten oder zu weit Verlogenen Geschossen getroffen war, und zwar von 3,75 Millimeter- und 2,47 Millimeter-Geschossen. Schwerverwundet wurde der Geistliche, leicht ein Kommandeur. Ter Geistliche starb später. Ans Stadl und Land. Gießen, 6. Dezember 1904. ** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog haben dem Bürgermeister, OrtSgerichtsvorstchcr und Standesbeamten Emig II. zu Nieder-Liebersbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Provinzialausschuß. Am Samstag dem 10. d§. Mts., vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Das vormals üern'sche Kohlen- säurewerk zu Bad-Nauheim. " Hessisch-Thüringische Staatslolterie. Am heutigen ersten Ziehunqstage der 1. Klasse fiel ein Gewinn von 10000 Mk. auf Nr. 90179 (nach Gotha), ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 82536, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 45555 56842. (Ohne Gewähr.) " Die neugebildete evangelische LandeS- spnode wird, wie die „D. Ztg." schreibt, zu einer kurzen Tagung auf den 13. Dezember einberufen. • • Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Plönnies, Hauptmann und Führer der ostapatischen fahrenden Batterie der ostasiatischen Besatzungsbrigade, wird mit dem 1. Januar 1905 im 2. Großh. Hess. Feldart.-Rgt. Nr. 61 angestellt und zugleich auf ein Jahr zur Botschaft in Madrid kommandiert. * * Aus dem Bureau dcsStadttheaters. Noch in letzter Stunde sei auf die heutige wohl vorbereitete reCfang von Ibsens „Stützen der Gesellschaft" hmgewiefen. TaS Werk ist erst einmal vor einer Reihe von Jahren im Theaterverein zur Aufführung gelangt und dürfte sowohl um feiner selbst willen als auch wegen der Mitwirkung des gesamten Personals besondere Anziehungskraft auSüben, • • Einbru ch. In verflossener Nacht wurde hier von unbekannten Dieben in zwei verschiedenen EomptoirS einge- brochen. Die Diebe drückten unter Anwendung von Schmicr- feife die Fensterscheiben ein und stiegen ein. Sie erbrachen und durchsuchten die Pulte, e8 fiel ihnen aber Geld nicht in die Hände. Zwei getragene Röcke und einige Bleisedern und Zigarren wurden gestohlen. •* ReichStagSabg. Dr. Becker-Sprendlingen. Bor einiger Zeit brachte die „Berl. Ztg." unter der Spitz- marke „ein massierender ReichstagLabgeordneter" die Nachricht, daß auf einer von dem medieo-mechanischen Institut in Berlin versandten gedruckten Einladungskarte Herr Dr. med. Becker, M. d. N., als Leiter der privaten Heilmassage bezeichnet wurde. DaS genannte Blatt gab seiner Verwunderung darüber AuSdrnck, daß Herr Dr. Becker es dulde, daß seine: Eigenschaft als Volksvertreter dazu benutzt werde, um für ihn und für ein von ihm protegiertes Institut Kunden anzu- locken. Der gegen Dr. Becker erhobene Vorwurf war jedoch, wie jetzt die „Berl. Ztg." erklärt, völlig unbegründet. Herrn Dr. Becker trifft an der Erwähnung seiner Eigenschaft als Abgeordneter auf besagter Einladungskarte nicht nur feine Schuld, sondern er hat hiergegen sofort Einspruch erhoben. Mainz, 5. Tez. Zu dem traurigen Ende des Husar c n l en t n a n t s Dietz nimmt jetzt bi? Mutter d es Toten. Fran Hauprinann Anna Tietz, bc5 Wort. Sie nimmt gegen br Behauptungen ber Mainzer Blätter, bie ihren Sohn geisteskrank bezeichneten. Stellung und schreibt u. folgendes: Es ist unwahr, daß mein Sohn durch den Sturz vom Pferde in Neuß ein rnonafelanges Krankenlager bnrdi-vmcrfi?ii batte. Nur drei Wochen^ litt er an den Folgen des Unfalles. Es ist unwahr, daß er sich von den Folgen des Unfalles nicht mehr erholt habe. Er erfreute sich der allerbesten Gesundheit in geistiger wie körperlicher Beziehung. Es ist unwahr, baß er au seine Braut in Wiesbaden ossene Postkarten gerichtet habe, in denen er von Träumen erzählt. Alles, was über meinen Sohn jetzt nach seinem Tobe in Zeitungsartikeln von seiner Unbrauchbarkeit zum Os'i'ier. von Erzählungen seinerseits über seinen Ausweis aus ber Reitbahu, von ber Nicki t- genehmicumg seiner Verlobung burch mich, von ebnem Brief, ben ein Verwanbter an ben Kaiser gerichtet, nnb ferner, baß mein Salm vor seinem Tobe Paradeuniform angelegt habe, ist unwahr. Mein Sohn litt weder nn Verfolgungs- Wahnsinn noch an geistiger Umnachtung. Er lüirbe burch bie jahrelange kränkende Behandlung endlich zum äußersten getrieben, aus dem er als Ehrenmann und pflichttreuer Offizier leider keinen anderen Ausweg mehr sand. Kleine M i 11 c ’ f n n n c u n n ® Hassen nnb ben Nachbarstaaten. Eine Feuersbrunst zerstörte in BeckerZ- hansen mehrere Scheunen und Wirtschaftsgebäude im Werte von rund Mk. 300 000. Es wird Brandslistmm vermutet. Dcrmifcbte», * Paris, 5. Dez. Die Gerichtsbehörden von Paris, Versailles und Nantes beschäftigen sich mit einem Hochstapler, der sich für einen russischen Prinzen Nikolaus T rn b e t S k o i ausgibt. Er hat sich zweimal verheiratet, obwohl die erste Ehe noch nicht geschieden war. Verschiedentlich hatte er sich als Ordonanzoffizier deS Großherz ogS vonOldenburg ausgegeben. Er heiratete kürzlich eine reiche Französin nnb ist nun mit einer großen Geldsumme, und zahlreichen Juwelen entflohen. Bisher ist eS den Behörden nicht gelungen, von ihm eine Spur aufzufinden. * Stettin, 5. Dez. Bei einer Polterabendfeier in der Wohnung des Drehorgelspielers Ortmaan kam e§ zu einer schweren Schlägerei. Der Bräutigam namens Brandenburg beschuldigte den Schiffszimmermann Seick, bei der Feier mit seiner Braut, der Tochter des Ortmann, unzüchtige Handlung vorgenommen zu haben, und drang mit dem Mesier auf Seick ein. Dieser erwiderte den Eingriff dadurch, daß er dem Brandenburg mit einer Bierflasche auf den Kopf schlug. Letzterer holte sich nunmehr Hilfe und Seick wurde heftig mißhandelt. Seick griff plötzlich znm Revolver und feuerte auf die Angreifer. Der Arbeiter Neumann erhielt einen Schuß in die Schläfe, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Täter wurde verhaftet._________ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Vo'ansstchiliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 7. Dezember 1904: Trüb, windig, kälter, Niederschläge (meist Regen), in höheren Lagen (Vogelsberg, Odenwald, Taunus) Schnee. Näheres durch die rrencr ??cffciTarte Familien-Nachnchttn. Geburten: Dem Herrn Jakob Rosenielder und Frau in Bensheim n. d. B. eine Tochter. G e ü o r b c n . Herr Julius Goldschmidt feit, in Morins. Eiseliöal)n-Zkitulifl. — Neber den größten Bahnhof der Welt, nämlich bie ormsonlen V'-'hnhomnGgcn ber Stadt Leipzig, machte Baurat Tollcr-Lcipzig. nP oberster Leiter ber Nahnlwfsanlag>'n, im Gewerbcvercin ?.u Dresden intereffmUe Mitteilungen Längst schon empfand man die verstreute Lage der Leipziger Pahnhöfe als Störung und Verk"hrserschwcrung.^ Der neue Zentralbahnhof soll alte Zuge in einer aewalrigen Kovsstation vereinen. Auf 26 Gleisen werden alle Thüringer, preußischen und sächsischrn Linien cimuünbm, sodaß seihst der Durchgangsverkehr nach 'Hof usw. rasch miriets Ein- und Ausfahrt möglich wirb. Je 13 OLcise ber sächsischen und ber preußischen Hälfte werben getrennt gehalten, bennoch wirb das rollende Material von allen Gleisen nach allen geleitet werben können. Die Ricsenfassade wirb 300 Meter Breite haben. Die Tiefe entlang ben Bahnhöfen soll 320 Meter betragen: sieben mächtige .Hallen (5 mit 45, 2 mit 42 Meter Svannweite, werben sich 'bnrüber wölben. Die Bahnsteig- ebene wirb ' Meter über Straßen höhe erhoben. Dieser Personenbahnhof wirb ein Areal von 96 000 Quadratmeter einnchmen. Fm HauvM.'häube iverbeti Betriebsräume. Poft- und Polizei- bnrennr. Bäder und unterirdische Gepäckabfertigung untergcbracht. Eine wichtige Neuerung wird auch ein besonderer Postbahnhof werden, wo alle Transit- und Lokalvaketabfertigung erfolgt. Auf 32 Gleisen, die mit ie 56 Metern Ladelänge vor diesem Post- bahnhofe münden, können gleichzeitig 132 Bahnpostwagen voll gepackt und abgefertigt werben. Außerdem ivird ein Postamt sur den Bedarf der Leipziger Versender int Hauptbahnhof selbst angelegt. Von gleicher t^roßartiakeit wie die Nerfonenverkeh-i.s-Un- lagen ist der ganze technische Apparat der Abstell-, Rangier- und Werkstättenbahnhöfe, die sich für bie preußischen Linien im Westen und Norden, für die sächsischen int Osten und Süden abzweigen und bis in die Vororte reichen. Weitverzweigte Verbnidungs- bahnen führen zu allen Vorortstationen rund um die Zentrale. Große Schwierigkeiten wird bas allmähliche Einzieheu und verlegen der Linien, welche jetzt im Magdeburger, Berliner, Thüringer und Dresdner Bahnhof münden, verursachen. Seit luOi arbeitet man an dem preutz. Vorortbalinhof Wahren, feit 1902 an dem Rangicrbahnhof Engclsdorf, der 1907 fertig werden soll. Von 1908 an wird am EmpfangsgcbiuT ber Kopfsbation aphaut werden. Tie gesamte Anlage soll bis 1914 im Betriebe sein. Tie Kosten beziffern sich auf 130 Mill. Mark. 17 Millionen trägt die Stadt Lejvrio. mehrere Miltiou''n auch die Reichsvost. lleni’lir Weldnnnen. Berlin, 6. Dez. Int Theater des Westen? trug bie Petersburger Schauspiel - Gesellschast Orlenew bei ihrem ersten Anstreten einen Erfolg davon, der nicht nuc dein aus dem vollen Leben gegriffenen Drania Tschirikowa „Die Inden", sondern auch der nicht minder lebensvollen Darstellungskunst der russischen Gäste galt. Köln, 6. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlins In diesen Tagen wird hier, mi: wir erfahren, eine füt die WeitercnlWickelung von Deutsch-Ostafrika bedeutsame: Grüitdnng erfolgen, nämlich die Errichtung der Deutsch- Ost a f r i k a n i s ch e tt Bank. Schon durch bie Festlegung der Währung für die deutsche Rupie ist bie GVrünburtq einer Bankanstalt für beit Zahlungsausgleich unb die Kreditverrnittelutkg erforderlich geworden, und der Bau der deutsch-ostafrikanischen Eisenbahn, der eine wesentliche Vermehrung des geschäftlichen Verkehrs mit sich bringen wird, hat auch den Plan, eine Bankanstalt für Deurich-Ostafrika. ins Leben zu rufen, reifen lassen. Die Bank wird als Ko- lontalgesellschaft gegründet werden mit dem Sitz in Berlin und mit Zweigniederlassungen in Deulsch-Ostasrika, zunächst iti Dar-es-Salaant. Das wichtigste der ihr verliehenen Rechte ist das Notcnrecht. Die von der Bank anszugebenden Noten werden aus Rupien lauten. Das Kapital der Gesellschaft ist auf 2 Millionen Mark festgesetzt, von denen zunächst 25 Prozent eingezahlt werden sollen. Die Gründer der Bank sind die Teutsch-ostafrikanische Gesellschaft, bie Bankgruppe unter Führung der Deutschen Bank, welche die östafrikanische Eisenbahn gegründet hat, die Firma- Hansing u. Eo. in Hamburg und das Bankliaus Salomon Oppenheim jr. in Köln. 2lls Kolonialgesellschaft wird das Unternehmen der Reichsregierung unterstehen. Die Gründung erfolgt in ettoa acht Tagen, und nach erfolgter Ge» nehmigttng der Satzungen durch die Rcichsregierung hofft man, anfangs des nächsten Jahres die Tätigkeit aufzunehmen. London, 6. Dez. Der „Standard" meldet aus MoSkan von gestern: Eine ganze russische Kaukasusdivision habe Befehl zum Marsche an die afghanische Grenz>e erhalten. In russischen militärischen Kreisen erblickt man darin eine Antwort auf die Begleitung der russischen Flotte durch englische Kriegsschiffe. Der Berichterstatter deS „Standard" glaubt jedoch, diese Tnippenbewegung hänge damit zusammen, daß die Dardanellensrage in ein akutes Stadium eingetreten sei. Madrid, 6. Dez. Der Minister deS Aeußeren empfing ein Telegramm aus Stockholm, wonach der literarische Nobelpreis zivischen Eschegaray und Mietral geteilt wird. Fiume, 6. Dez. Wie hier verlautet, wird der deutsche Kaiser einen Teil deS Winters an den Gestaden deS adriatischen Meeres verweilen und von Ende Januar bis Ende Febrtiar teils in Ragusa, teils auf seiner Pacht „Hohenzollern" wohnen. Zur selben Zeit wird die deutsche Kaiserin in Abbazia verweilen. Vom Kriege. London, 6. Dcz. „Dailh Telegraph meldet anS Tschifn von gestern: Die Japaner machen hartnäckige Versuche, die N o rd o ft f or t s zu nehmen. Von P o rt Ar t h ur und Dalm; eingctroffenc Passagiere melden, daß die Japaner täglich Verstärkungen an Geschützen, Munition und Leuten erhalten, daß die Russen aber trotzdem ausharren. Tic Eisenbahn befördert sogar Artilleriehatterien unb Mannschaften nach Liaujang in Mukden lief bie Nachricht ein, daß die R u s s e u b o r r ü cf e n. — „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai von gestern: Tie russischen Kreuzer „Bogatyr" unb „Gromoboi" in Wladiwostok sind vollständig dienstun- br auch bar; bie „Rossija" kann mir noch Hafenbienft tun. — „Morning Poft" meldet aus Shanghai von gestern: Nachdem die Japaner sich den Besitz des 203 Mete r-Hügels gesichert haben, bereiten sie ben Angriff auf Jtseschan und A n t i s ch a n vor. M u kben , 5. Tez. (Reuter.) Tas viertägige Artillerie- Duell im Zentrum unb auf dem rechten Flügel Hat an der allgemeinen Lage nichts geändert. TaS enge Zusainmenliegen der Leute in den bombensicher gedeckten GVräben unb bie unausgesetzte nervöse Spannung rufen Erkrankungen in beträchtlichem Umfange hervor. Tokio, 5. Tez. (Reuter.) Tie Erregung über bie U n t e r* ftützung ber baltischen Flotte durch neutrale Mächte wächst. Maßgebende Zeitungen geben dem allgemeinen Verlangen Ausdruck, daß hie Regierung energisch banbeiii müsse. Sollten die russischen Schiffe in ben Gewässevn des fernen Ostens Privilegien eingeräumt erhalten — das überschritte, was man unter Neutralität versteht —, so werbe sich wahrscheinlich .rnpan nicht für verpflichtet halten, bie Neutralität ber betreffenden Mächte zu respektieren unb es sei möglich, baß es hinter den russischen Schissen her seine Flotte in jeden Hafen wenden werbe, dessen Neutralität durch das Verhalten des /vembes als verletzt betrachtet werbe. Sollten bie Russen durch Besetzung neutralen Gebie-es sich eine Basis im fernen Often zu schaffen juchen, werde. Japan wahrscheinlich dasselbe tun. Man trifft besonders für die Flotte umfassende Vorbereitungen znm Empfang des russischen Geschwaders. In Bezug auf die Armee zielst man die Möglichkeit in Betracht, daß die Verbindung Japans mit der Halbinsel Liautuug abgeschuitten werden könnte. Um die Zeit, wo die Flotte, eintrcffcii kann, werden die Truppen in der Man- bfchurci in stand gesetzt sein, ohne Verbindung mit der Heimat mehrere Monate hinburcO Krieg führen zu können. Die iapanischen Kaufleute sehen voraus, daß die Ankunft ber russischen Flotte b'-u R-'Ü i.ns Affend sck^hi^-n könnte. Teäe^BüOÄiäscher Kursbericht Miiklnrt a. m 6. Dezember. 129.80 48.50 . 101.90 100 20 . 100.15 . 104.60 . 64.10 . 63.15 Roichftanlcibo do. Konsols . do . . Hoßtion Obf-rhe8fl*m 3 Wo 31/- 3i/n Bl/.,o/n 4lf6% Oostorr. Siiberrento 4% Unerar. Goldrento . . 40/ Itiilion. Rente . . , V'^% Portugieser > . . ^0/ Portugiesen. . . . 1 % 0. Türken . . . Türkenloso .... 4°/o Oriech. Monopol-Anl. 4l/7% äussere Argentinor 80/,> Mexikaner Chinesen Electric. Seh ackert Nordd Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handels^es. Oostorr. Staatsbahn Ijombarden . . Ootthardbabn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . Schatzscheino . . . 33.20 . 92.10 . 125.30 . 108 50 . 212 60 19310 . 144.60 . 159.25 . 164 50 . 14010 . 17.90 . 194.00 . 257.50 . 233.00 . 216.00 101.70 89.75 101.75 89.90 100.00 37 % 4% Oesterr. Ooldrento Tendenz: schwach. 3Ball-27eträLeiten cn- in wundervoller Auswahl. Verlangen Sie Muster. Seiden-Griedor-Zürich. Bekmmtmachttng. (Sieben, den 6. Dezember 1904. 8718 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem miet) betroffenen schweren Verluste sagt herzlichen Dank Fr« Fnckrike Neeb ®wr. ... H Der Voranschlag der 6,emeinde Villingen liegt vom 8. bis einschließlich den 15. Dezember l. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Villingen, bcn 5. Dezember 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Villingen. Rühl. 8720 Bekanntmachung. Nächsten Samstag den 10. Dezember, abends 8 Uhr, ist General-Versammlung Les Kredit-Vereins zu Heuchelheim (E. G. m. u. H.) bei Wirt Philipp Rinn XV. daselbst. Tages-Ordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes and Aufsichtsrates. Heuchelheim, den 3. Dezember 1904. Für den Ansfichtsrat: 6714 Schleenbecker. Xa»fmä««i$clicr Verein und örtsgewerbderein Giessen. Donnerstag den 8. Dezember X9O^ abends pünktlich 81/., Uhr im Cafe £eib (Festsaal): IV. öffentlicher Mortrag Iss Leßk» Zcsii wi) die kkstzMrschmg von Herrn Prof. Ö8*. Krüger, Gießen. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind zu 80 Pfg. abends an der Kasse zu haben. — Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Halste. v6/18 Die Vorstände. O-askron^n Elekta. 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