Nr. 287 Dienstag, 6. Dezember 1904 154. Jahrg. Grfchrtst tRgttch mtt vuSmchm» bei GormLag«. Die «Lietzen« ZamMenblütter" werd« den «Aermc wöchentlich beigelegt. Dc «heißß') an. A e c N 05» .. .’S"8? OS ö =7* © Z H-s O E tio - j > »El 8 05» 05» giS'.Ü? -Z S 5-» ’S® «5» <5 -4-» >=> C P «N fi e 051 \\ öS E o an E o - _ c_> CD E e Jn SS o E -r: % G E oft 2 V ei'SS « «'S e N g5 E =? <2 8 Ä anZ <=> .L c ** yo CD«^- ■ZS *70 ♦ cn<& 5 er =- t£b P 05» X cj ,«t E '-c> .E o 5 L) - o — os *— o E E o « o . p s-> y© 5 CD‘S E E r3 E >6" E S- <5 E <0) E e £ E o ,E E '75 rO eu ZS« 7* vo 8'W -sL . § Nit ,Q ^ET . cn . o ^8? j_> vG' ej -x .5 E 5 c-? es cnso z o *-* : Z o' • *—«2 E <2 ’?* E ä £-» O ÄS® 05» o E ’S £ R E E M .5 2.5 u s E er o « ♦ tS M 4 LNZ - r-» **— Q E o ÜX. Q 3® o 05» O 'S E 4) c e .3 \Z- cn <3 7* <3 ~ « -8 . 5 .2— E *0 (N Z- — T- ° r-» —- cn o an B *5 O ES C S 05 E S E ’g E •2® © S' ciLta >.— c o — O oft o vO ® 3 e a* e « w E " -S E Z CD^2 Q5» iS- — K> VD E L ptferefne, das Gymnasium und die Spitzen 'der Behörden be- teiliaten fich an dem LeickenbeaänaniS. Primefsin Gustav Politische TagesschM. Preis von 3 6 0000 Mk. — Am 4. d. MtS. verstarb zu Wien der Gras Wilhelm zu Castell-Rüdenhausen, ein Bruder der Fürstin Bertha zu Isenburg und Büdingen, im 63. Lebensjahr. g. Gelnhausen, 4. Dez. Heute abend verunglückte der Rangierer Ringeberg auf dem hiesigen Bahnhof beim Rangieren. Er war sofort tot. [] Marburg, 5. Dez. Gestern abend brannten in dem 3 Stunden von hier entfernten Dorfe Münch hausen etwa 7 Gebäude nieder. Sämtliche Feuerwehren der Um» gegend, darunter auch die Marburger, waren zur Hilfeleistung anwesend. Da dies innerhalb kurzer Zeit der dritte Brand ist, wird Brandstiftung vermutet. [ ] Marburg, 5. Dez. Die sog. Plakatmauer am Steinweg, die seit ihrer Existenz so großen Anfeindungen seitens der Freunde des althistorischen Marburger Stadtbildes ausgesetzt war und an der zu nächtlicher Stunde die Studenten ihre Mal- und Kratzkunst übten, ist seit heute verschwunden. Alle Zeitungsartikel, sogar die Illustration im Kunstmart" haben nicht vermocht, was die Einigkeit der Marburger Studentenschaft jetzt zu Wege gebracht. Diese richtet, nachdem eine Anzahl Studenten wegen der nächtlichen Malereien an der Mauer bestraft worden waren, daL Ersuchen an die betr. Firmeninhaber, diesen Stein des Anstoßes zu beseitigen, andernfalls würden sie die betr. Geschäfte in Zukunft meiden. Dies Mittel hat gefruchtet, denn sofort erklärten sich alle in Betracht kommenden Geschäftsleute mit der Entfernung dec ihnen sehr teuer gewordenen Reklame einverstanden. Wenn der an Stelle der grellen Farben und Schriften getretene Verputz verwittert ist, wird die alte Mauer mit der Zeit wieder ihr altbemoostes Aussehen erhalten. teiligten sich an dem Leichenbegängnis. Prinzessin Gustav hatte ein Alter von über 86 Jahren erreicht. — Apothekenbesitzer Dr. Schäfer verkaufte sein Anwesen für den Gisenbahnfragen. Der VcrkehrSminister v. Budde soll immer noch auf dem Standpunkt stehen, daß eine Reichseisenbahn nicht nützlich, sondern eher schädlich wäre. Unter voller Wahrung der HoheitSechtc eines jeden Staates eine gemeinsame Lösung der ja jeder Eisenbahn gleichermaßen gestelltrn Aufgaben, das sei daL Ziel, dein die deutschen Bahnen durch die Beratung über die BetriebSniittelgemeinschast erheblich näher gekommen sind. Da sich nun auch Sachsen an den Konferenzen beteiligen wird, so kann man heute schon der Ueberzeugung sein, daß die Interessengemeinschaft zustande fommen wird. Damit rückt aber auch eine Reform in sichtbare Nähe, die bisher noch undiskuticrbar erschien, näm- lich die Reform der Personentarise. Zwar ist man derselben nicht überall geneigt, aber die Beseitigung einiger- prinzipieller Bedenken, die in letzter Zeit erfolgen konnte, läßt erkennen, daß die Bahnen, erst emmal völlig gemein,am arbeitend, auch hierin zur Uebereinstimrnung kommen werden. Gedacht wird an Einführung der halben Rückfahrkarte als einfache Fahrkarte. Damit würde neben den Annehmlichkeiten für das Publikum auch die Beseitigung der zahlreichen Verluste erreicht, die allen deutschen Bahnen durch den Mißbrauch erwachsen, der mit Rückfahrkarten getrieben wird. Das Eisenbahnministerium besitzt eine Statistik der festgestellten Fälle, die, obwohl sie bei weitem nicht den tatsächlichen Unterschleifen entspricht, recht erhebliche Summen auSweist. Mit der Personentarifreform würde die Rückfahrkarte, das Rundreisehest, die Schrerbgebühr für Reklamationen nicht ausgenützter Karten und manches andere beseitigt werden, das heute als lästig im Personenverkehr empfunden wird. Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Dezember 1904. ** Hessische Handwerkskammer. Bekanntlich (ft an sämtliche Innungen int Deutschen Reiche ein umfang- reicher Fragebogen, eigentlich ein Fragevuch ergangen, zur Feststellung der Wirkungen des Handwerke c- gesetzes hinsichtlich der Tätigkeit der Innungen. Zur Erleichterung dieser nicht unbedeutenden, aber höchst wichtigen Arbeit nnrd, wie bereits angekündigt, ein hessischer Obermetstertag stattfinden, auf welchem eine gründ- liche Aussprache über diesen Gegenstand herbeigesührr werden soll. Interessant dürsten einige Mitteilungen. über ben zu gleichem Zwecke am 28. v. M. in Berlin stattgehabten Lbermetstertag der Berliner Handwerkskammer [em. Wir lassen sie hier folgen: „1250 Abgeordnete, welche von 460 Innungen entsandt waren, tagten am Montag hier. Ter Vorsitzende der Handwerkskammer, Obermeister Faster-Berlin, eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf das Kaiserhaus, worauf der Syndikus der Handwerkskammer, Tr. Roehl, einen Vortrag über die zweckentsprechende Beontwottung der ministeriellen Fragebogen hielt. Tie Fragebogen enthalten nach der Meinung des Redners viele Fragen, deren Beantwortung für die meisten Innungen ganz unmöglich ist, auch sei die Zahl der Fragen unverhältnismäßig groß. Tie Enquete , sei auch insofern nicht ganz unbebentiid', als das Handwerkergesetz vom Jahre 1897 in seinem vollen Umfange erst seit wenigen Jahren in Kraft getreten ist und es jetzt noch nicht leicht sei, feine Wirkungen genau festzustellen. Ter Vertreter des Ministeriums für Handel und Gewerbe, Geheimer Regierungsrat von Jsefeld führte u. a. folgendes aus: Ich kann mir wohl^ vorstellen, daß Sie einen gewissen Swß gefühlt haben, als Sie die erwartenden Fragebogen bekamen, und siehe da, eu war ein Fragebuch! Ja glauben Sie mir, wir hab eil uns in der Kommission zusammengesunden mit dem festen Vorsätze, die Fragebogen so kurz wie möglich zu machen; wir haben auch aus dem ersten, Entwurf vielerlei herausgestrichen. Wir haben uns aber schließlich sagen müssen: wenn die ganze Slattslik einen Zweck hoben soll, dann dürfen wichtige Sack-en nicht wegbleiben. Dazu kam noch ein neuer Gesichtspunkt: Tie Statistik, wie, sie jetzt in Aussicht steht, bekommt ihren vollen Wert erst dann, wenn es möglich ist, Vergleiche zu ziehen, d. h. wenn die Statistik nach Verlauf einiger Jahre wiederholt worden ist. Und da haben wir uns nun gesagt: Es ist richtig und praktisch, die Bogen so auszuarbeiten, daß sie bei einer etwaigen Wiederholung der Statistik im wesentlichen öeibehalten werden können, daß man dieselben fragen wieder stellen kann und aus diese Weise vergleichbares Material gewinnt. Sie werden nun verstehen, weswegen wir so eingehend gefragt und Fragen gestellt haben, von denen uns natürlich auch klar war, daß sie nur verhältnismäßig wenige Innungen zu beantworten haben. T-er Lbermeistertag für die hessischen Innungen ist für Januar k. I. geplant, und es empfiehlt iict; für die einzelnen Innungen, den Fragebogen zuvor genau zu studieren, damit die Beramng bei der Tagung sich nicht zu viel in Einzelheiten zu verlieren braucht. •• Ev angel. Arbeiterverein. Im gestrigen Vortragsabend des evang.Arbeitervereins sprach Dr.Tavernier über das Thema „Was will die Bodenreform?" Dec Vottragende legte Wesen und Ziel der Bewegung klar, besprach sodann die gestellten praktischen Forderungen. Diese haben bei den Reichsbehörden für Kiautschau, bei dec preußischen wie bei der hessischen Negierung Zustiminung gesunden. _ In Hessen sind ähnliche Gesetze geplant, wie solche in Preußen schon erlassen und bei zahlreichen Stadtverwaltungen, auch in Marburg und Frankfurt, zur Anwendung gekommen sind. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Besprechung, wobei auch hiesige örtliche Verhältnisse in Betracht gezogen wurden. -st Ortenberg, 3. Dez. Für den Sparkässebezirk Ortenberg wurde heute im hiesigen Rathausfaale die erste Mitgliederversammlung abgehalten, welcher auch der Vertreter der Regierung, Kreisamtmann Tr. Becnbeck zu Büdingen, beiwohnte. Rach den Ausführungen des Präsidenten, Ober, färster Dr. Weber-Koncadsdocf, konnte der Reservefond bei •inent Reingewinn von ca. 10000 Mk. auf 123572 Mk. erhöht werden, neben Zuwendung ganz erheblicher Summen zu Gemeindezwecken, Geschenken usw. r. Alsfeld, 5. Dez. Bei der heute hier stattgehabten Lrsatzwahl des Gemeinderates wurden gewählt: heinr. Koch XIV. 368 Stimmen, Georg Bücking VlII. 259 Stimmen, Gust. Ramspeck II. 223 Stimmen, Gg. Herd. Gundrum 214 Stimmen, Jacob Müller VI. J07 Stimmen, Heinr. Braun 190 Stimmen. Weitere Stlmmen erhielten: Wtlh. Jvcob, Schneider, 155 (Soz.), Jak. Eder 153 (Soz.), Ernst Klingel Höffer 139, Z u b ro t g Kemmer 125. Im Ganzen wurden 510 Stimmen rbgegeben. Stimmberechtigt waren 811. g. Büdingen, 4. Dez. Heute fand das Begräbnis »er am Donnerstag verstorbenen Prinzessin Gustav von jfenburg und Büdingn statt. Eine große Anzahl sürstl. vertragenden .hatte sich elngesunden. Sämtliche hiesigen * Kleine Tageschronik. Zwei Burschen, welche am Freitag einen frechen Raubanfall auf das Rentnerehepaar Meeser in Heidelberg verübten, wurden entdeckt und verhaftet. Es sind zwei Bäckergesellen, welche, im Einverständnis mit dem Tienstmädchen, der Braut des einen, ben lieber fall ausfühtten. — Ein gewisser Nissen aus Chicago, der dadurch grofoed Aufsehen erregte, daß er den Niagara fall in einem großen Fasse durchschwamm, ist bei einer Ballonfahrt über den Mtchigan-See durch einen Schneesturm getötet worden. — Ein schwerer Südwest sturm herrscht erneut im Ostseegebiet. Es werden zahlreiche Schiffsunfälle gemeldet. Der Dampfer „Betty" strandete. Tas Schiff ist mitten durchgebrocheu, das Hinterteil gesunken. Die wertvolle Hanfladung ist verloren, die Besatzung wurde gerettet. — Auf der Zeche Bruchstraße in Bocdum fuhren von der 500 Mann starken Morgenschicht nur 52 Mann an. Die Ursache des Streiks sind Streitigkeiten zwischen der Zechenverwaltung und der Belegschaft wegen Verlängerung der Seilfahtt. AUiivekstläls-Zlachnchten. Darmstadt, 3. Tez. Ter mit der Abhaltung der Vorlesungen über Patente, Muster- und Markemvesen an der Technischen Hocl-schule beauftragte Patentanwalt Dr. Richard Wirth hat die Dozentur n i e i> c r g c I e g t. Tie Erteilung des Unterrichts in den genannten Fächern ist dem Darmstädter Landgerichtsrat Tr. Friedrich Buff übertragen worden. Darmstadt, 4. Tez. Tie hiesige technische Hochschule zählt in diesem Semester 1917 Besucher, nämlich 1502 Studenten, 310 Hospitanten und 105 Hörer. Ter Staatsangehörigkeit nach sind 1392 Teutsche (384 Hessen) und 525 Ausländer. Es besuchen die Kurse für Architektur 295, Jngenieur- wesen 266, Maschinenbau 635, Elektrotechnik 424, Chemie 173, Allgemeine Abteilung 124. Im Sommersemester d. I. betrug die HcNHtSjaiU. Berlin, 5. Tez. Tie Anarchisten Schriftsteller Werner Karfunkelstein und Handlungsgehilfe Rudolf L a n gj wurden wegen der Aufforderung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt und Verletzung des Vereinsgesetzes mit 50 und 40 Mark, lieben andere wegen Verletzung des Vereinsgesetzes mit je 20 Mk. Geldstrafe verurteilt; vier wurden freigesprochen. — Mehreren Abendblättern zusolge wies auch das Kammergericht den Widerspruch der Dresdner Bank gegen die Eintragung der durchgeführten Erhöhung des Aktienkapitals der Hibernia- g e s e l l s ch a f t um 6,5 M i l l i o ne n M a r k in das Handels- regiiter zurück. Breslau, 5. Tez. Im Neurodec Kohlenrevier ist ein Bergarbeiter-Ausstand ausgebrochen. In einer gestern in Kuntzeudorf abgehaltenen Versammlung erklärten sich nach einem Vortrage des Reichstagsabgeordneten Sachse von 702 abgegebenen Stimmen 674 für den Streik. In zehn Ortschaften wurden Streikbureaus errichtet. Ter Streik sollte heute nadj® mittag nad) der ersten Schicks beginnen. Sprechlaal. (Für den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publitüm gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Saal- und Theater-Bau-Frage. (Vorläufige Mitteilung.) Es hat siä) in unserer Stadt ein Kreis von Männern gebildet, dem eine stattliche Anzahl alteinge|essener Bürger angehört, um das Gesamtprojekt: den vereinigten Saal- und Theaterbau mit allen Kräften zu fördern. Da dies Ziel zu erreichen audj der Theater- wie der Konzertpartei wünschenswert erscheint, so bitten wir von übereilten Schritten abzustehen und die Ergebnisse der nächsten Zeit abzuwarten. T i e F r a g e i st v o n h ö d) st e r W i d)>- tigteit für die ganze fernere Entwicklung Gießens. Wir wollen keinerlei Sonderinteressen vertreten und verwahren uns mit aller Entschiedenheit dagegen, deshalb für eine Konzertpartei und Antitheaterliga erklärt zu werden, weil wir mit aller Schärfe die Erbauung eines Theaters bekämpfen. Viel- ntehr. glauben wir bestimmt dem Gießener Theater einen großen Dienst zu erweisen, wenn wir für den Gesamtplan mit allen Kräften ein zu stehen erklären. In gedrängter Kürze wollen wir hier unsere wohlerwogeiten Gründe, in denen wir uns mit Leuten einig wissen, die das weitgehendste Vertrauen unserer gesamten Bürgerschaft genießen, darlegen. Der Gesamtplan allein steht auf historischem Boden: Die Bürgerschaft hat ein Recht darauf, daß ihre vor 12—15 Jahren gesäte Saat ausgehe. Damals wurde mit erheblichen Opsern der Platz erworben, den man jetzt zur Verfügung hat! Damals wurde das bcfdjräntte Projekt einer bloßen Tonhalle fallen gelassen, um in günstigeren Zeiten aus und für die breiteste Bürge r- schäft, für alle Kreise, einen Saalbau mit allen erforderlichen Nebeuräumlichkeiten zu bauen, in dem außer den Konzerten allen sonstigen Veranstaltungen der Bürgerschaft aller Kreise ein Heim geboten werden soll, and) dem Theater. Tem Theaterverein gebührt das Verdienst, den Gedanken angeregt und durch gefochten zu haben, daß für Theaterzwecke ein getrenntes Theater neben dem Saalbau errichtet werden müsse. Tie Zeck ist gekommen, ben Plan zu verwirklichen! Wir zweifeln nicht an se:mr Durchführbarkeit und sehen in jeder Sonderbestrebung ben Ruin deS Einzelnen wie des Ganren. TaS Theater allein kann sich urnnöglich hatten: Tie Ausgaben des Theaters werden erheblich steigen; ein HauS für 800 Personen, das allen neuzeitlid)en Anforderungen genügt, bringt eine ganz erhebliche Erhöhung der allgemeinen Be- triebsunkostcn gegen die seitherigen Verhältnisse mit sich. Die gesamte Bühneneinridstung wird erheblid) höheren Ansprüchen genügen müssen. Dekorationen, Kostüme usw. erfordern fortlaufend Erneuerungen, Ergänzungen und Neuanschaffungen. Das künstlerische Personal muß vermehrt und auf ein höheres Niveau gebracht werden; denn ein neues, größeres und schöneres Haus wird unsere Ansprüd)e ganz von selbst sd>nell ivadjifen lassen. Tie Einnahmen werden nicht ent ernt mit den steigenden Ausgaben Sdiritt halten können; erfordert sd>on das Theater heute erheblick-e Zuschüsse, so werden diese entsprechiend wachsen; aud) in größeren Städten ist das Theater, auf Zuschüsse angewiesen, um wieviel mehr denn bei uns. Eine wirklich erhebliche für die Rentabilität ins Gewicht fallende, Steigerung des Besuchs ist nicht zu erwarten; die Zahl derer, die die besseren Plätze besetzen können, ist und bleibt eine beschränkte; die Zahl derer, welche die billigeren Plätze besuck-en, kann das nicht wett machen, weck ein ThUater nm seine Generalunkosten zu verteilen eine so große Anxa hl von Vorstellungen machen muß, daß eine durchschnittliche Besuchssteigerung nicht zu erwarten ist. Aus gleichen Gründen ist die Einnahmequelle von Kassen- stücken verschlossen; denn bei einer nur dreimaligen Aufführung müßten fd>on 2400 Personen das Theater besuchen, sodaß 3, 4 oder gar mehr Aufführungen nur vor mäßig besetztem Hanse stattsinden müssen. Wer möchte für einen Turchschnitts- besuch von nur 300 Personen bei einem Durchschnittspreis von 1.50 Mark in 60 Vorstellungen während der Saison einstehcn? So müßte schon das Theater allein auf Nebenbezugsquellen ausgehen, es müßte Nebengebäude, ein Restaurant usw. in größerem Stile schassen und das würde die Baukosten des Theaters imverhältnismäßig erhöhen, sodaß aus diesen Nebeneinnahmen nicht einmal die Verzinsung der erforderlichen Mehrbausumme zu decken wäre. Tie ganzen Nebenräume gingen dann zu Lasten des Theaters allein, n-ährend sie beim Gesamtprojekt dem Saalbau mit nutzbar gemacht werden würde. So gibt es nur eine Lösn ng: Tas Gesamtprojekt eines Saal- und Theaterbaues mit gemeinschaftlich nutzbaren Nebenränrnlichkeiten! Ter Saalbau soll lüal)r(id) nicht allein den Konzertfieunden dienen; das ist nur ein Teil der Interessen, denen er nutzbar gemacht werden soll, wenn auch ein wichtiger! Wir erinnern nur an die von über 1000 Menschen besuchten populären Musikaufführungen, deren Wiederholung vorerst infolge polizeilid)en Einspruchs unmoglid) gemacht ist. Aber es soll der Saal allen Interessen der weitesten Kreise der Bürgerschaft dienen o hn e U n t er sch i e d, ohneAnsehen derPer- s o n. Tas Bedürfnis nach billigen populärwissenschaftlid)en oder lünsllerischen Veranstaltungen kann nur in einem großen Saale für mindestens 1200 Personen befriedigt lverden. Unserer Zeck, unseren Bedürftckssen an Licht und Lust, auch an künstlerische wenn aud) noch so einfache Ausstattung der Räume kann nur durd) ein gemeinnütziges, von der Gemeinde ausgeführtes Unter» nehmen genügt werden. Jede private Veranstaltung muß schließlich an. dem gerechtfertigten Verlangen nach erheblid-em Gewinne fdjeitern; es kann solchen Anforderungen in einer kleinen Stadt nicht gerecht werden. Es werden hier Theater und Konzerte, große politische Versammlungen, allgemeine Feste dec Stadt, Der Universität, des Landes und des Reick-es, Kommerse, populäre Veranstaltungen jeder Art, Familienabende, Vereinsveranstalt- ungen aller Art, eine bleibende lichte und luftige Heimstätte finden für jedermann! 2luch der eüiiadjftc wird hier Zutritt haben, er wird in diesen Räumen kein Fremder sein; denn sie sind aud) sein! Zu solchem Zwecke ward Schüler's Garten seinerzeit envorben, ihnen soll er erhalten bleiben und nicht einfeitigen Interessen zum Opfer fallen. Kein Geringerer kann für seine wahre Bestimmung zeugen^ als unser ehemaliger Oberbürgermeister Se. Exzellenz der Finanzminifter Dr. F. Gnauth! Während das Theater allein in irächster absehbarer Zeit Zuschüsse erfordern wird, die eine Erhöhung der Steuern unaus- weichlick) mit sich bringen müssen, wird der Saalbau mit Nebeic- räumeii in der Hand eines wohlausgesuchten erfahrenen Wirtes imstande fein, nicht nur alle erforderlichen Kapitalzinsen zu decken, fmiDern aud) ein gut Teil zur Erhaltung eines guten Theaters beitragen! Männer in der Finanzkommission des Theater- und Saalbau-Komitees, die seit Jahren das Vertrauen der Bürgerschaft besitzen, haben die Reineinnahmen aus Pacht und Miete allein auf 15 000 Mark und mehr veranschlagt. Tie Einnahmen aus großen allgemeinen Veranstaltungen werden leicht zu einem Teil in den Stadtsäckel zu lecken sein, man braucht nur eine kleine Billettsteuer einzuführen, einen Teil der Reinerträge von großen Veranstaltungen in Anspruch zu nehmen. Kurz, hier kann die Stadt eine alte Säumnis gutmachen und sick) Vorteile sichern, die nickst zu unterschätzen sind. Tamm nock>mals: Nur dem Gesamtprojekt fei unsere Arbeit, unsere Unterstützung geweiht! bV.o ABTEILUNG: E. T. THE AMERICAN CEREAL ÜOMPANY Kaiser Wilhelmstrasse 82, Hamburg. Quaker Oats wird am besten Und vorteilhaftesten in einem Quaker Oats Kocher zu bereitet. Wir senden Gratis einen Quaker OaitS !Kocher an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl Schutzmarken, die aus der Vorderseite der Packete zu schneiden sind rr und so aussehen, franco in einer Sendung und vor dem 31. Dezember 1905 zugehen. 50 Schutzmarken von t Pfd. Packoten oder 100 Um deutliche Angabe des Namens und Adresse wird höfl. gebeten. Quaker oats nE 8818 Die feinsten Neuheiten in Uhren, Juwelen, Gold-t Silber-^ sowie versilberten Waren empfiehlt Juwelier Brück Kreuvplatx 8 1 aufe dew° btt » loa c PNU" frud» e-t jfortfl em ztrn'v y sn eir mehr heran Tab< komm Plan vermi jede i schlag Bund ein, staat über I solche aus ei bevor nur dowS! Teba tarisch lung sei na a MlUl Mete zurlU 2 des h zusoh 203 dort den 1 sich 1 hall gerne getro achtni Schiß schieß /'$Ofti mittac Sazü wurde, währte nonen Mveinta ungen ^eger W\ ■ S Mke kunst. ’to 5 Jji! S*f bi •"ota Mi ratest Nichte, "'s bl Nita ttrengi innig & spiel ' hier i bet® «teng fotibc, einer 'Mu