Gchulstratze 1. tlbrefle für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. bl. Nr. 183 •rlAelnt ELgltch mifeer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Siebener Somillen« Hütter viermal in der Woche beigelegt. AotationSdruck u. Verlag der Brühl 'schen Univeff^Buch-u. Stein- bniderd. 8t Lange. ®rftc§ Bla«. 154. Jahrgang Samstag 6. August 1904 GietzenerMzeigers General-Anzeiger " ’SSSR Amk- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen WR MiÜIIHW ______4 zeigenteil: Hans Beck. Are Herrtige Wummer umfaßt 14 Seiten. Parlamentarismus und Keneralstreik. Gießen, 6. Ang. Am Sonntag den 18. September beginnt in Bremen der sozialdemokratische Parteitag. Der „Vorwärts" veröffentlicht in seiner gestriger: Nummer das Vorläufige Programm, das in seinen 9 Punkten nicht eigentlich etwas Außergewöhnliches enthält. Die Geschäftsberichte und danach Vorträger von einer Bedeutung zweiten Grades, wie sie schon häufig auf der Tagesordnung gewöhnlicher sozialdemokratischer Versammlungen standen: Maifeier, Kommunalpolitik, Organisation. Dainit kann nun nicht behauptet werden, daß es in der Diskussion dieser Gegenstände nicht zu scharfen Kämpfen und zum Dufeinanderplatzen recht verschiedenartiger Meinungen werde kommen können. Zwar ist in der Presse und u. a. auch in der kürzlichen hessischen Versammlung der Sozialdemokraten bereits die Mahnung ausgesprochen worden, auf dem diesjährigen Parteitag unter allen Umständen An s ein and ersetzungen persönlicher Art und Kämpfe, die den bürgerlichen Parteien das Bild inneren Zwiespaltes innerhalb der Sozialdemokratie aufrollen könnten, zu vermeiden. Ob dies so leicht sich ermöglichen lassen wird, steht sehr dahin. Zu außerordentlich lebhaften Erörterungen rnüßte es jedenfalls kommen, wenn eine solche Kardinalfrage der sozialdemokratischen Taktik plötzlich in die stille Tagesordnung eintreten und aufgerollt würde, wie sie der Genosse Dr. Friedeberg vorgestern vor einer 1500köpfigen Versammlung in Berlin behandelt hat: ^.Parlamentarismus und Generalstreik'". Wir haben in unserer gestrigen Nummer bereits einige Gedanken dieses Vortrags zur Kenntnis gebracht. Es geht daraus hervor, daß die Entwicklung der sozialdemokratischen Partei ganz außerordentlich rasch vor sich geht und daß infolgedessen die alte Erwartung bestätigt scheint, die Umsturzideen seien Zeitideen uni) sie würden unter den kommenden Generationen wieder mehr und mehr zur Ruhe kommen. Nach der Stimmung jener neuen Berliner Versammlung zu urteilen, sieht sich die Sozialdemokratie in ihren Anstrengungen auf einem Höhepunkt, von dem es nicht in der seitherigen Weise weiter bergan gehen Tann. „Wenn wir nach langjähriger Agitation 3 Millionen an die Wahlurne gebracht haben, wird es uns leichter gelingen, 4 Millionen zur Arbeitsniederlegung zu bewegen". So lautet eine Folgerung in dem ausführlichen Referat, das wir im „Vorwärts" lasen. Mit anderen Worten: Wir geben es auf, weiter auf die überzeugende Kraft unserer Umsturzideen zur Umstimmung der bürgerlichen Kreise zu vertrauen und sehen es ein, daß wir eben nur unsere Klasseninteressen zu pftegen haben. Was wiU Dr. Friedeberg? Er sagt: Unser Ziel ist die Beseitigung der Klassenherrschaft, die Betätigung der freien Persönlichkeit. Und welches ist sein Vorschlag? Die Idee des Generalstreiks muß propagiert werden, so meint er, sie müsse zur leitenden Taktik des Proletariats werden. Nun, das steht in schlechtem Einklang zu der vorherigen Feststellung, daß durch den Parlamentarismus die sozialdemokratische Bewegung zu einer reinen Magenfrage herabgesunken sei. Gerade das Umgekehrte ist der Fall: der Generalstreik, den Friedeberg fiefürtoortet, würde doch zur Magenftage werden. Alles was dieser Taktiker von der Betätigung und Pflege der freien Persönlichkeit spricht, ist ebenso falsch und versucht, dieselbe Täuschung hervorzurufen. „Der Parlamentarismus ist ein schlechtes Erziehungsmittel, denn er stellt an die Persönlichkeit so geringe Anforderungen, daß die Heranbildung freier Persönlichkeiten nicht möglich ist." Die Gewerkschaftsbewegung dagegen (die nach Friedebergs Meinung zurzeit zu enge Ziele sich gesteckt habe) habe dagegen auch gerade die Aufgabe, die freie Persönlichkeit zu entwickeln. Mit diesen Behauptungen wird dem gegenwärtigen Verständnis und Idealismus der großen Mehrheit der sozialdemokratischen Parteigenossen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Aber abgesehen davon: wir suchen den Kern des Widerspruchs dieser Ausführungen darin, daß auf der einen Serte die Erziehung der Persönlichkeit, die Entflammung des Idealismus innerhalb der Berufsorganisationen erstrebt werden soll und daß auf oer anderen Seite dieser Jdia- lismus doch eine Bankrotterklärung erfährt, indem eben der Generalstreik, die Magenfrage, zum großen Ende führen soll. Deutlicher kann man es doch nicht aussprechen, daß die Bestrebungen der Sozialdemokratie nur Kämpfe zur Hebung der Klasseninteressen der Arbeiter darstellen. Es wäre gut, wenn es tvirklich so wäre. Man kann den Arbeitern solche Bestrebungen nicht verargen, im Gegenteil, man muß sie unterstützen. Aber die Sozialdemokratie ist noch weit davon entfernt, ihre utopistischen Ideen von sich zu werfen. Es wäre nur interessant, von Dr. Friedeberg zu erfahren, wie er sich das Ergebnis des General- streiks denkt? Wird man denn um wirtschaftliche Be sse r st e l s II u g ober um die E u d ziele d er P artei streiket! wollen? Darüber gibt uns Friedebergs Rede keinen Ausschluß. Er, oder vielmehr eine in seinem Sinne ange- nonliuene Resolution sagt' । d e r n e reik Richt durch eine Revolution, nicht im Wege des Blutvergießens und roher Oswalt, sondern durch ein ethisches Kampfmittel, durch die Verweigerung der Persönlichkeit, die, in weitem Umfange durchgeführt, das Proletariat aus der Produktion ausschaltet und dadurch die ökonomische Herrschaft der Kapitalistenklasse und ihr Instrument, den Staat, beseitigt." Was soll „die Verweigerung der Persönlichkeit?"" Man kann sich diesen „Generalstreik" doch mir als eine rein wirtschaftliche Maßnahme denken. In dem Augenblick, da der Arbeiter seine Lebenslage durch das Mittel des Streiks gehoben sieht, wird er sicher nicht daran denken, aus der „Produktion auszuschalten"" oder „seine Persönlichkeit zu verweigern."" Diese Taktik, die Friedeberg vorschlägt, würde, wenn sie sich durchführen ließe, was ganz und gar nicht geglaubt werden kann, die Ziele der sozialdemokratischen Parteiführer nicht durchsetzen. Sie wäre nur ein Mittel, die wirtschaftlichen Anstrengungen der Arbeiter, wie sie in der letzten Zeit in den Streiks schon genug in die Erscheinung treten, noch mehr anzuspannen. Andere Resultate, als bei den jetzt üblichen Streiks würden auch bei diesem Generalstreik nicht herauskommen. Er würde, wenn man ihn versuchte, zwecklos große Schädigungen unseres Volkslebens verursachen. Interessant ist. daß Friedeberg in seinem Vortrag auch der Religionsfrage Bedeutung zuwies. Er sagte: „Es gibt keinen Gott. Wenn wir freie Persönlichkeiten sein wollen, darf die Religion nicht Privatsache sein. Rückständig ist die Sozialdemokratie ge- tootben, sie nimmt Rücksicht auf die rückständigen Massen." Damit sucht dieser sozialdemokratische Neuerer die Tatsache aus dem Wege zu räumen, daß nu r die Hoffnung auf materielle Besserstellung die Arbeiterschaft zum großen Teile der Sozialdemokratie zuführt. Welches Interesse haben seither die Arbeiter für die ,/Nretchenftage"" ge- ?abt? Keines! Soll das die Erziehung der Persönlich- eit bewerkstelligen, daß man den Leuten vorschreibt: Dies hast du zu glauben!? Daß Friedeberg auch die Lektüre anarchistischer Schriften, mehr als sozialdemokratische, empfahl, offenbart ebenfalls eine Ziellosigkeit, die gleiche befehlshabe- rische Verheißung: Das hast du zu sein! Uns scheint, der kommende Parteitag wird diese Unterhaltungen ins Programm ausnehmen. Dann wird wieder heiß gestritten werden. Das übrige Bürgertum wird aber aus solchen Kämpfen mehr und mehr die Ueber^eugung gewinnen, daß trotz der letzten Wahlerfolge die Sozialdemokratie weiterhin keine glänzende Zukunft haben wird und daß es für die Politiker, die nicht nur für ihre Tascbe kämpfen wollen, gilt^ an dem Ausgleich der sozialen Gegensätze, soweit er der Gerechtigkeit entspricht, eifrig weiter zu arbeiten, um eine materiell ausreichend befriedigte, zufriedene Arbeiterschaft zu erhalten. Für den Idealismus und die Entwicklung der „freien Persönlichkeit"" braucht man dann, trotz Parlamentarismus nnb Religion als Privatsache, zunächst keine Sorge zu haben. A. G. Ans gthiN und Land. Gießen, den 6. August 1904. ** Manöver-Postsendungen. Aus Anlaß der bevorstehenden militärischen Herbstübungen machen wir auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deutlicher Auffchristen bei den Manöver-Postsendungen aufmerksam. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen die Ordnungsnummer, Dienstgrad und Truppenteil, Regiment, Bataillon, Kompanie, Eskadron, Abteilung, Batterie, Kolonne usw.) und für gewöhnlich der ständige Garnisonort, eintretendenfalls mit dem Zusatz „ober nachsenden". Die Angabe eines Marschquartiers als Bestimmungsort empfiehlt sich in der Regel nicht. ** 16. Deutscher Feuerwehrtag. Wie bekannt, wird in den Tagen vom 3. bis 6. September l. IS. in Mainz der 16. Deutsche Feuerwehrtag unter dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hesien abgehalten. Damit verbunden ist eine im Großen geplante Ausstellung, auf welcher fast alle Spezialfirmen, darunter die bedeutendsten Fabriken Deutschlands, mit ihren neuesten Erzeugnisten vertreten sein werden, so daß die Ausstellung ein vollständiges Bild der Fortschritte auf dem Gebiete des Feuerwehr- und RettungSwesens darbieten. Die Stadt Mainz rüstet sich zur würdigen Gestaltung des FeuerwehrtageS; die Ausschüsse sind in voller Tätigkeit und es steht nach den bis jetzt getroffenen Vorbereitungen zu erwarten, daß die Veranstaltungen unter großer Beteiligung einen glänzenden Verlauf nehmen werden. Allen, die der wichtigen Sache de8 Feuerlöschwesens Interesse entgegenbringen, namentlich aber den Mitgliedern der Feuerwehren, ist der Besuch des 16. Deutschen Feuer- rvehrtageS zu empfehlen, gleichzeitig aber im Interesse der rechtzeitigen Sicherstellung der Quartiere zu raten, ihre Anmeldungen umgehend zu betätigen. Meldungen sind an den HauptauSschuß in Mainz zu richten, von dem auch die Anmeldelisten bezogen locrben können. ** Das neue preußische Wil d scho üg e s e tz ist von den weidgerechten Jägern mit Freuden begrüßt worden, da es einschneidende Verbesserungen aufweist, von den Mildbrethändlern wird es dagegen verurteilt. Die Para graphen, die den Wildbrethandel betreffen, sind scharf und streng, besonders der. der besagt daß in Preußen nunmehr kein fremdes Wild verkauft werden darf, wenn die betreffende Wildart in anderen Staaten, z. B. in Hessen, keine Schonzeit hat, hier aber diese genießt. Das neue Ersetz sagt nämlich: § 6. Vom Mgiun des 15. TageS der für eine Wild art festgesetzten Schonzeit bis zu deren Ab» lauf ist es verboten, derartiges Wild in ganzen Stücken oder zerlegt, aber nicht zum Genüsse fertig zubereitet, in demjenigen Bezirk, für welchen die Schonzeit gilt, zu versenden, zum Verkauf herumzutragen oder auszustellen oder feilzubieten, zu verkaufen, anzukaufen, oder den Verkauf von solchem Wild zu vermitteln. Für den Vertrieb einzelner Arten von Wild, soweit er unter Kontrolle aus Kühlhäusern stattfindet, können Ausnahmen nach Maßgabe bet von den zuständigen Ministern zu treffenden Bestimmungen zugelassen werden. Die Kosten der Kontrolle fallen den Inhabern der Kühlhäuser zur Last und können in Form einer Gebühr nach Tarifen erhoben werden."" Der §. 7 verbietet dasselbe für unzerlegtes Elchs-, Rot-, Dam- und Reh-Wild, bei welchem das Geschlecht nicht mehr mit Sicherheit zu erkennen ist."" § 9 lautet: „Die BersenL- ung von Wild darf nur unter Beifügung eines Ursprungsscheines erfolgen." In § 10 werben die Bestimmungen der §§ 6—9 auch auf Wild ausgedehnt, welches in einge- ftiedigten Wildgärten, fteier Mildbahn, erlegt oder gefangen worden ist (z. B. in der tandgräflichen Fasanerie bei Hanau, in den Fürstlich und Gräflich Menburgischen Waldungen, die umzäunt sind). § 16 bestimmt gegen Zuwiderhandlungen Geldstrafe bis zu 150 Mk. für Verkäufer, Ankäufer und Vermittler. Frankfurt wird besonders durchs diese^Bestimmungeir betroffen, ebenso die Jagdbeständer und Verkäufer in dem nahen Großherzogtum Hessen und Baden, sowie in dem Königreich Bayern. Ein großer Tefl,' des Wildbedarfs wurde speziell aus Hessen bezogen, da das Wild — besonders Has und Reh — dort kürzere Schonzeiten genießt. Am 1. September, also in ca. 4 Wochen, geht in Hessen die Hasenjagd auf, in Preußen erst am 15. September, da wird man bereits sehen, tote das Gesetz in praxi wirkt. 8 Friedberg, 5. Aug. Emen größeren Geländeverkauf hat die Stadt dieser Tage abgeschloffen. Sie erwarb den ehemals Tbeobaldschen Garten, der 8 632 Quadratmeter groß ist, für 27 000 Mk., den Quadratmeter zu 3.25 Mark. Der Ankauf des Hegarschen Gartens ist ebenfalls angeregt. — Ein Feldbrand entstand gestern zwischen Bruchenbrücken und Rieder-Wöllstadt an der Mam-Weser- Bahn durch Funken einer Maschine. Etn-a drei Morgen Gerste wurde vernichtet. Feld- und Bahnarbeiter löschten das Feuer, ehe es weiter um sich griff. R. B. Darmstadt, 5. Aug. Die Menschenansammlungen in der Rahe des Darmstädter-Hof-Neu- baueS haben sich heute abend nicht wiederholt. Wie erst heute nachmittag bekannt wurde, haben die arbeitswilUgen Zimmerer aus Lorsch, um die sich die ganze Aufregung entspann, ihre Arbeiten gestern abend so weit fertig gestellt, als möglich war, und sind daher heute nicht wieder auf der Arbeitsstätte erschienen. Eine Fortsetzung der Arbeit kann erst etwa von Mitte nächster Woche ab erfolgen, sobald das nötige Material zur Stelle ist. Bis dahin hat sich aber hoffentlich die ganze Situation zum Befferen gewendet. Die freie Vereinigung der Maurermeister und Bauunternehmer hielt heute abend im Restaurant Kaisersaal eine sehr stark besuchte Versammlung ab, in welcher die an den Verhandlrmgen in Frankfurt beteiligt gewesenen Vertrauensmänner über daß bisherige Ergebnis der Beratimg Bericht erstatteten. Die von der Versammlung gefaßten Beschlüsse werden zunächst absolut geheim gehalten. r. Mainz, 5. Aug. Der vor einigen Wochen mit Hinter- laffung großer Verbindlichkeiten von hier flüchtig gegangene und von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgte Lotteriekollekteur Döblin von hier hat von Amerika aus dem Gerichte mitgeteilt, daß er bereit sei, sich freiwillig zu stellen, wenn man ihm freies Geleite zusichere. Döblin war bei seiner Ankunft in Amerika bereit? festgenommen worden, aber die wegen seiner Auslieferung geführten Verhandlungen hatten keinen Erfolg. fc. Frankfurt a. M., 5. Aug. Gesten: nachmittag wllrde auf der Reuen Zeil der 4 jährige Knabe Leib Kampler von der Trambahn überfahren und getötet. Die Aeryandlung gegen den eLandlagsaßg. Köhler-Langsdorf. Gießen, 5. August. ui ui walt den Antrag, die Partie gegen den dem Verfahren gegen Kühter zn Landtage die crforbi schreiten gegen ihn die Ordnnna vcrHo* AU bf f (1'1 i e he n : Angeklagten HolziniZ eiteren Bedtindlung der Saw< Vor der hiesigen Strafkammer sollte heute gegen den Landtagsäbtuordneten Köbler-Langsdvrf und den Redak' teur der Hungener Landpost, Fritz Holzinaer, wegen Be leidig un g d e K S ta a t s a n toi l t s Reu», deS Unter suchungsricbtets Landgerichts rat Sandmann, sowie des MedizinalratS Dr. Ha der körn und Geheimrat Professor Dr. Pfannen stiel verhandelt werben. Köhler, .toclrfwr vorher bereits mitgeteilt batte, da^ er sich freiwillig zum Termin nickt stellen würde, war auch wirklich a u S g e b l i e b e n. Oberstaatsanwalt Theobald bemerkt, Köhler sei zum heutigen Verhandlnnge Imitiit ordnungsmäßig unter der im § 215 der ^trafprozen orduuug vorgeschriebenen Androhung, daß im Falle feines un eutsckmldigten Ausbleibens seine Verhaftung oder Vorluhniug erfolgen werde, geladen worden Run sei es zwar riclnig. dau, so lange der Landtag nicht geschlossen sei, nur mit :>uwunnung desselben zwangsweise ein Mitglied der -wetten Kammer vor Gericht zu stellen sei, bic« schließe aber das Reckt nutzt aus, Köhlers Berhastung gericktsseitig zu beschließen, und daun beim ■' • «erliche Zustimmung zum gerichtlichen Ein erbitten. Znwiftllos hab-' Köhler gegen ’i>. -.1'1111' er bitte, dessen V e r h a ft u n g (ad) in Lderstabt. irr bat Dtdcr er^net, oae ne vcimmn < m, mb viv/uwmuvii 7?.""." » ben (RinbHmoib begonnen zu haben; die« habe fic zwar .lhrebe ftabtticben j auftat ihif acfteflt aber in einer *lrt unb Weite, welche bei ihm den verdacht sei, jKnimeitb ober auch fort beftärfte. etaateanroalt Reust erklärte, er habe in ruhiger Weise wirken. (Betfall.) Bor aller bent Mädchen vorneftellt, haft er den Medizinalrat Dr. Haberkorn angesichts her aeiittncn Beachti au bein Zwecke mitaebracht habe, bannt sie, die ©oerlad), die An- gegenbringe, firh Mit mehr ifhiiibi.mii a entkräften könne, wenn sie sich von diesem untersuchen Wahlen beteiligen. Le,der an b'"n Reid Stag unb den BunbeStat ge- und Provinzial-Verbände ersucht totrben, zeugt gewesen, weil diese es verstanden habe, ihm ihren Zustand b‘7r schuldignng entfrdfteti könne, wenn fte sich von diesem untersuchen Uefie. Da« Mädchen habe baiauf erklärt, sie sei zu einer Untev- htdmnn nicht angezogen, worauf Dr. Haberkorn äußerte, darauf käme es nicht an, sie brauche sich nicht zu genieren. Hierauf habe bie (Äoerlad) freiwillig, ohne da st es eine« Zwange« bedurfte, sich untersuchen lassen. G« habe auch keiner Drohung beburn, ganz besonders habe er auch nicht, wie behauptet wird, etwas davon ge- forschen, das; er zur Verhaftung schreiten werde, wenn bte Wocr- lacb sich nicht vom Arzt nnterfudbtn ließe. Medizinnlrnt Hnberkorn I habe sich dann mit der (Äoevlad) entfernt und in einem anderen l Rimmer die Untersndning vorgenoninien unb dann erklärt, die I (Soerladi habe, wie mit hoher Wahrscheinlichkeit anzuneymeu sei, I erst kürzlich einem Rinbe da« 2eben gegeben. Ebenso wisi der Zeuge im stall der Marte Goerlach mit Rude und alter Vorsicht verfahren sein. Die Fran habe gelacht, al« ihr mitgeteilt worden sei, welcher Verdacht auf ihr ruhe, sie bat erklärt, bah, wenn sie einen Buben bekommen hatte, fm sic gar kerne Veranlassung Vorgelegen haben wurde, ihn um« Men zu bringen. Auch die Untersuchung der stran (^oevlad) gochab mit deren Zustimmung, ohne bah von einer seite unter rro Innigen ein Zivang ouSgeübt ivorben sei. Dlebizinalrat ^.r. Haberkorn erflfiite, dah der aehegte Verdacht gegen stran ®. nad) bem Befund der Untersiichnng ganz unhaltbar sei, worauf der Frau die« auch mitgeteilt m fic dann entlassen worden sei. Medizinalrat Dr. Haderkorn schildert den stau genau so, wie ihn Staatsanwalt Reich darstellte. Der Zeuge erklärt, bah | bie vorgenommene Untersuchung beiden strauen keine s cd in erjen veruUacht Ixibe. Auch bei ber lltuerhidnma in der Rhuif tn Gießen ist Dr. Haberkorn zugegen gewesen unb and) Professor Dr. 'l'fannenftiel sei sehr schonend mit dem Mädchen umgegangen. Professor Dr. Pfannen st icl bemerkt, bah ihm s.Z. die Minna Goerlack durch einen Schiltzmann vorgefiihrt wurde. Tiefe habe gewunsdit, von ihm privatim untedadit zu werden, eie habe ihm mitgeteilt, dah Dr. Sckaad ans Vid) ihr Kommen veranlagt habe. Professor Dr. Pianncnstiel erklärt, daß er, da er bereit« wußte, baß der Untersuchungsrichter mit ber Sache betraut war, es ab- gelehnt habe, die ©verlad) privatim zu behandeln, daß er sich dann aber Überzeugt habe, daß bie Minna Goerlach einem Shubc ba« Leben gegeben hat und baß bie ©ebnet zeitlid) zufammensiel mit bem Ableben be«Riiibe«, welche« man in Gberftabt auf bem tfncb- Hof als Letche geninben batte. Der Zeuge bemerkt, baß er von I dem Resultat seiner Ermittelungen bem vraft. Arzt i,r cdiono auch Mitteilung gemacht unb baß die Untersiichnng der ©verlad) Reich schildert nun die Vernehmung der Min na® o e r - l a d) in Eberstadt. Er hat dieser eröffnet, daß sie verdächtigt sei. HAQ/HANNIA-^EIFE V//77Z , ridjtrt, die Sanbe«- — ----- ihrerseits bei ihren Hz. Landtagen dassKbe zu tun. In der sehr ausgedehnten Debatte mahnte Justizrat Tt. vom. ©rasen- Köln gegenüber man derlei Au« fällen und zu weit gehenden stord'rungen zur Mäßigung. Tie Hau-.besißer- Vc reine dürst n sidi grundsätzlich hitbt gegen Bau * genossenschasten aussprechen. Konkurrenz muffe Udi jeder, and) der Hausbesitzer , gefallen lassen. Dagegen feilte man brr Auffassung entgegen treten, al« ob zurzeit, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, eine vnun gsuot tn dem Sinne bestünde als ob für irgend eine -Aaste der Bevölkerung, insbesondere für den kleinen Mann, nickt ausreichende Wohnungen vorhanden wären. Man sollte beichueven .Tie Versammlung halt es nach den statistischen Feststellungen nad» brr Bäraermei strrei zu laben Tie Bevölkerung in fcbrrftabt hab* b#m V^rdackf. den KrndeSmord begangen zu haben, "ach -'ner an^-n Richtung hin lenken wollen. Man habe dort eine 7 anie verdächti 7at sich hasif leicht ermitteln lassen, weil sie tick längere Zeit in avplicher Behandlung befunden hatte und bie Bekundung ihres Iqitl bte Unmöglichkeit der lat bargetan hatte. Staatsan «voll keine Schmerzen verursacht habe. £aiibgeri(Mrat Sandmann schildert, wie die Owcrlack aut eine an sie ergangene Ladung zu ihm nach ließen gekommen fei und ihm das Gutachten de« Tr. Sdiaad überreicht, gleidi- icit g ihm aber mitgeteilt habe, daß sie nach ®ici en gekommen sei nm sich von Professor Psannenstiel untcrfudien -u lassen. Er habe d- r Gorlack mitartetlt, daß ihre Untersiichnng in bei Klinik amtlich angeordnet sei, baß er sie zwar, weil sie bringend verback tig sei, den Kmdesmord begangen zu l-aben. verhaften müsse, aber Anordnung treffen werde, baß, wenn ^roteifor Tr. Psannenstiel d.-r Ansicht d « Licker Arzte« beitreten imkbe, ungesäumt der ^gen sie erlassene Haftbefehl wieder hinfällig werde. Das Mädchen habe fick dieser Anordnung vollkommen gefügt Tic Verhaftung h)t sich nack dem Gutachten Tr. P'an- ncnfüel« a.S zu Recht geschehen erwiesen. Die Minna Goerlach Ixit denn auck später, ohne etwa durch Zwang dazu veranlagt worden zu sein, zu einem Geständnis sich bequemt, ric gab ;u. ihr Kind in der Weise umgebracht zu haben, baß fic i es zuerst mit ber einen Seite de« Kopses auf den Bettrand ans-1 schlug, e« dann aufs neue packte, um mit der anderen Seite de« i KopfeS einen gleichen Schlag auszuführen. Rack dem Befund ist das auf dem Eberstädter ?rriebfr>f gefunbene tote ffitib aud> in bider Weise umgebracht worden. . Ter Schutzmann, welcher ans Veranlassung de» Untcnucb* ungsri-' terS die Goerlach in bie Klinik begl it-te. crtlärtc, üb t sdmicrsixftte Behandlung durch bie Aerzte habe sie ihrem Vater gegenüber nicht gesprochen. hierauf betritt die Hauptbelammgszeugin Minna Goer- l a rfi den Zeugenraum unb erzählt im ntsentlichen nichts andere«, al« wa« oben schon mitgeteilt wurd?. Ter praktische Arzt, Dr. Sckaad-Lick, gibt au, die feste Uebcneugung gehabt zu haben, baß Minna Goerlach nickt die Mutter des tot aufgefundenen Ztzindes sein könne, stellt mit Tnischiedenheit in Abrede, daß er etwa Köhler gegenüber geäußert habe, daß Pros. Tr Pfannenstiel von der ediiilb des Mädcken« nicht überzeugt fei, im Gegenteil null er dem Bürger- gesagt haben, baß Professor Tr. ~tinna Goerlach habe zweife11o'« geringsten. Tciugcgentib-.*r müßten die Hausbesitzer verlange«, daß die Produktion ivenigstens in etwas begleitet werde von einer - ■ damit man evtl, m ber Lage uuu, fördernd auf die Produktion cin$u- nnrini. (K-niun,. Vor altem aber sollten die Housbesitzer niigdid-1« ber geringen Beachtung, die man ihren Wünschen ent- , firh toit mefcr a(4 biötjer nn y o l t t f aftlichen Lage ber ^o ksgenossen. Die« werde sich aber änbex-n, luemt die einzelnen Stande ihren Einstuß im öffentlichen Leben mehr als bi"b'r gcltenb mamten. 9hid) einem begeistert aufgenommenen £»od) am ben ff a 11 e r nmrbe an diesen ein Huldigiingstelegramm abgesandt. Hieraus begrüßte Bürgermeister M u e h l na inen «per städtischen Behörden den Verbandstag. Er betonte, ^daß diese bestrebt feien, die ivirtfd*aftlid)cn Interessen aller ^tän^ zu fördern und demgemäß aus ber einen Seite eine vielfach als > <'ast empsund-ne Bau ordn ng gese' assen, ans ber anberen tocUe aber ond> tut Interesse der Hausbesitzer bie Unter ft Übung von Baugenossenschaften ab gelehnt hätten. Es folgre bann ein j-Iyr eiugeh-ndes Referat be« Architekten 5 c i f c l * G lb rfeld über: Ta« B u g en os s e n s cha st S we sen. Ter Rebner ivanbtc sich vor allem gegen die Unterstützung Der Baugeno s nsckaften d rch die ftnatl d>?n und städtischen Verwalt- ungnt. der allein doS Aufblühen dieser Vereine zuzuschreiben Hei Cbnc Subvention n, Stiftungen aller Art usw. wurden bie ("enoss'iis.sxtfteti niemals ben Umfang angenommen halben, Der >ie b'utc zu einer Gstahr für ben oanzen Hausdefitzerstanb^mache. Tom komme nod> daS unverständliche V'rhtlten unserer Sozial- volitiker die jetzt sogar auf einem besonderen Wohnung«- ronareft in Frankfurt a. M. erneut Sckstagwörter über eine ong-bl die Wofmun tSnvt in die Wett ^en wollten, un? Dir mit solchen Schlagwörtern nur die öffentliche Meinung und ^a« gute Einvernehmen zwischen Wirt unb Mieter vergifteten. Arn s f limmsten trieben es bie Baug/nostensd)aften tm Rbetnlanbe, 190 sie in 8 Vere'nen organ f ert feien. ann kämme Hannover mit 33, ScbleSw.g '.olstein mit 29, Schlesien mit 28 Me Provmz I Sacksen mit 21. Brandenburg mit 20, Berlin mit 12 und das Königreich Sacksen mit 11 yaugcnrffenfdxiftfn. x\n«aefamt bc» läu-t sich be Z bl der Bai'gcncssensdmtten tn Teut chlnid heute auf 330 Eine von bem Verband^-Vorstände veranstaltete Enquete habe ergeben, baß von diesen vom Staate, den Landesverlicker- I ungsanstalten und den Stadtverivaltnngen mehr oder mt^r nnterstützten Baua^ntssi'nsch ften mit Anwendung aller möglichen Zugrnit'el d e best n solidesten und zahlungsf?.higst'n Elemente ter R le'tanken cu? Kleinwohnungen berausgeholt wurden, Daß die Insassen jener Häuser in dm meisten Fällen die Ausgaben bestreiten könnten, welche für die Erlangung von Wohnungen in Privathäusern erforderlich nKiren unb daß diese nnterneym- ungen keineswegs den Aermsten der Armen beispringen ober auch nur beispringen wollt''n. Bedauerlick) sei ferner, baß Die Tätigte t b r Spar- und Bauvereine usw auch zu einer Zeit sori.m'ctzt werde, wv Kleinwohnungim massenhaft zu billigen Preisen leer ständen Es werde damit eine Rücksichtslosigkeit gegen den notleid nd-n HauSbesitzerstand bekundet, für welche nid t nur icd- Euddmldigung. sondern auch rede Erklärung durch Hnreithenbe Gründe fehle. E« sei möglich, dan bie L atignii mandev Vaugenossenfd>aften auch dazu beitragen würde, eine Anzahl Ar'e l r seßhaft zu macken. Allein e« wid'rfprecke dock allen "nsord rung n d'r Ger.kkstigkeit. vrnn die Genossemckaften auf ü ft n der Skeuerz-ihl-r, alb auck d r durch sie gesd^ädigten Han "bditzer proi hieniert und s ibveulioniert würden, indem man ihnen ba8 Geld, das da« Reich mit 3», Prozent aufnehmen müsse, ui 3 Prozent abgebe. Ter Redner forderte au« allen bie’CTi Gründen eine weitere entschiedene Bekämpfung ber Bau- genoksensdwsten unter Vorlegung einer Resolutioii. In einem weiteren Anträge d s Redners wird der Vorstand de« Zentral-VerbindeS eriudt, in eine erneute Prüfung über bie Frage einuitr ten und darüber Beschluß zu fasien, ob und in weldrer Weise die Kommission für das W ob n u n g 8 * nnd BaugenossenschaftSwesen und daS hierfür auf- gestellte Programm weiter audgefübrt werden soll. Ferner sott dem Vorstände aitsgegeben werden, bie vom Erfurter Verbandslage b f lass ne Petition an beu Reistag unb an die Landtage ! zur Versendung ; i bringen Für d'n Fall der Landtag in einem Bundesstaat' dieses Jahr nickt Zusammentritt, soN die Petition in Form ein-r Eingabe an die bett. Landesregierung cmgefanDt und im nächsten Ialwe dem Landtage als Petition vorgelegt werden Auck nimen« de« Zcntralvcrbandcs felblt Jpll eine Petition gleicher Art an ben nxTttrn zu wollen. Es wird hieraus die in der Landpost unter ber Uebeddnitt essisckcr Landtag" abgedruckte Ansrage Kobfer-LangS- dors, betreffenb daS Vorgehen der Staatsbehörden bei Unter- fnebuna über den .Kindesmord zu Eberstadt bei Lick verlesen, worin behauptet wird, baß Staatsanwalt Reust unter Mitmirknna De« Gericht harzte« Tr. Haberkorn bie 2ö jährige Minna Goerlach ----------- .. . unb bte 39 Jahre alte Ehefrau Marie Goerlack, geb. Stueipp, meister Köhler au-drucklick ge unter bei Duck: bet grauenhaften Anklage durch T r o b u n gl Pfannen stiel trfiärt bat, die M unD UcbcrrfbuTig zur Tuldung einer Ldbesunkersuckung veranlaßt! einem Kinde da« Leben gegeben, hätten. Ebenso habe der Untersuchungsrichter, Landgcrichtsrat Bürgermeister Goerlack von Eberstadt kann zur Ead»e Sandmann, «vei Tage später traft eine« ärztlichen Zeugnis'es selbst nickt« bekunden. Richtig ift baß im Ert allgnnem Die des Tr. Sckvad-Lick. weichet die Minna Goerlach auf Vetan- Ansjck>t Dtrbre t t war, die Minna Goetlach habe cnc Tar nicht lussung jhre« Vatet« untetsuckt hatte, wobei al« Resultat sich I begangen. £aiibtag«abgeorbnetet Köhler hat beu Zeugen. wte et gänzliche Schuldlosigkeit des Mädd^ens ergab, die Goerlach ver- angibt, nack Lcmesdori kommen lassen und versuckt, ihn au«- haftet uno ohne wc tf wieder b^n Acrzten L-rof Pfannonsticl zmtagen. Als Goerlach den Fragen stöhlet: au Swick und diezcm . ■i'uinnmmij wm und Tr. Haberkorv »ut Leibes'.mtetkud'unq ub tontwottet, welche etklöne, er könne zur Sache nidjt« sagen, da habe, ia ernärt für nadgeniefen, daß im rtllgememen, speziell in Den gruurv dide mit modernen -oltenoetkteugcn, anscke-.nenb unmem'chltck, der Z.-uge., sein Kelleg: ihn fei g genannt unb erhärt, em | Stäbu-n nidjt nur feine Wahnungsnot,^sond^em oorgenommen hätten, so daß diese ihrem Batet gegenüber, ber Bürgermeister habe die Pflicht, für jeben einzelnen in ber Ge- iie auf dem Dege von ber Klinik nach dem GeticktSgebäudc zu I mein de einzutreten . sehen bekam, weinend die Worte zugerufen haben soll' V^tet,I Der Ttaurermeifter PH. Görlack bemerkt, er sei von der was habe ick schwer ausgehalten'. Als das Resultat des Vor- l Unschuld feinet Tochter Mmna betreff« do« stiudeSmorde« lest über- gehens bet Staatsbehörde erklärt die Interpellation: Tic De-' 1 ' 1 '* e<““ schinwfung bet roeiblichen Elpcc ber Ehestau Goetlach unb ber ihres Ehemannes unb die Vernichtung des Lebensglückc« der nach Köhlers Meinung unschuld-.gen Minna Goetlack, eine gewaltige Aufregung det Bewohnet von Eberstadt und Umgegend unb das gänzlicke Abstefben des Rechtes von Glauben au öfsemliches Recht und Gerechtigkeit. Tie Interpellation enthält dann sechs Fragen pn die Grosth. Regierung, unter andern heißt öS in Frage 3: „Welche Maßtcqeln gedenk: die Grosth. Regierung zu ergreifen gegen diejenigen Beamten, Die die geschilderten, empörenden ärztlichen Eingriffe angeorbnet und auSgesührt haben, die in der Meinung allet Vorurteilslosen a 13 Verbrechen gegen die persönliche Freiheit und bie allgemeine Sittlichkeit sich charakterisieren" Köhler verlangt bmm eine Anweisung der Regierung an die Staatsanwälte, daß Diese anonyme Anzeigen unberücksichtigt lassen sollen und frönt i an, warum der Untersuchungsrichter die Minna Goerlack immer mittag fmn.n und baitc ii bie BerbaMung gegen Söclimper oniu- trrtni und diese au» )u Gub -» "ilnen Sie aeMnltcn ui* in tbrer Gbre angtur fienen «-amten bÄtttn ein SHedrt bar- auf N'. ; ibTten aUba b Genugtuung werde, aber and) im ölfcnt- Heben Interesse iet es geboten, Klarheit in der Angelegeubiit zu schasien. denn bte Reckt«sid>erhcit iwttcr Kreise der Be- I tn der Hungener Landpost verbreitet worden seien, erschüttert ^^I>r Angeklagte, sowie sein Vert idiger, RechtSmwalt Sand' mmm Hnntnn wid.dprech.-n dem Anträge.. gegen Hl' nn ge trennt zu verhandeln, di die Tatsache daß es s-ck hier um Beleck gungm gegen Beamte banMte, kein durcks.hlagender Grund ^^Der^lerickxShof beschließt, .au« den vom V rtreter d--r An- flage vorgelragenen Gründen gegen ben Redakteur Dolzmger allnn zu verhandeln, lehnt e« aber ab, eine n .H a 11 - befehl gegen den LandtagSabgeorbneten fföDHtr n erielfen, da nock nicht abziifeden sei. ß*ann der dmrblnngStermin gegen diesen angdeßt merben könne und es ber Stat tSannxittsd.att möglich fei, au 1» ohne e uen vorliegenden Haftbefehl bie Genehmigung des Landtage« zum frrafxtd>tha)en I Vorreden gegen ben AngeNagten Köhler zu nimrken. Der Redakteur Hvlzinger erflart. feit dein 1. 3uh fei fein Verhältnis zur Hungener Landpost gelöst. Er halte fid> nult für schuldig. Zur Ladie selbst bemerkt Holzingrr, daß ffoblcr ibn nach Langsdorf bcschiedeii habe unb ihm den da« Manu- fTrün be« unter Anklage stehenden Art kels einh ndigte mildem Auftrag, e« jür bte Kammer in fedrf Exemplaren im ruck bmnMten. Köhler hat ihn gleichzeitig vnanlai t. bie wrage hi der Lanbpvst zu peröncntluhen -ter AngcNogte gesteht zu, ben Inhalt de« Artikels vorher gelesen zu haben, ehe er ibn im vlarte veröffentlicht hat: er war uck wohl bewußt, baß er schwere Anklagen gegen Personen enthielt, deren «mt t- die StrafredUspsiege zu bmibd-ben, aber Köhler habe ibmfnn I Manneswort gegeben, daß nfle« so sei, wie er e« fdnhlid) behaupte unb hinzugesügt, dies könne er beweisen: jemc Vernehmungen bie er vorgenommen habe. re,p. b:rcn Resultat Decke sich mit dem Inhalt seiner Eingabe an die ziocite Kammer. Dad Vertrauen iu dem Abgeordneten ffobbr sowie bte Tahacbc. beß da« Leutc-Gcspräär nt Eberstabt und in ber ganzen Gegend die Minna CVoerHd) für unschuldig gehalten hab', habe ihn bewogen, die Ködler'sckt IntcrpeNation in der Sanbpoft ab- zudrucken, in dem Glauben. eS liege im Falle Y^oerlack ein Miß- griff der Justiz vor. und er werde durch die Vcronentuckuna nntbclfcu. den Stein in« Rollen zu bringen, damit die Goerlack hri gelassen werde. Der Vorsitzende, Landgertcktsdirektor Bücking fragte ber AngeNagten. wo er denn da« von fföhler verfaßte Original-Manuskrivt gelasien habe, worauf dieser erklärt, er Hobe es einer Weisung Kohlers zufolge in einen von tieiern mit enter '?ldress' verfebenen Bricsurnscklag mit einem ebenfalls rvm Veriasier niedergdci-rtcbenen Brief gelegt und diese Sendung in >en Briefloften geworfen. Sie sei für die Fra nk- surter Zeitung bestimmt geivescn, jvNcke in dem Ansckreiben gebeten worden >ei, dock in diesem Falle abznfcben, daß er Koh,einen anderen polthfd«n Parteistandpuntt vertrete, unb bie Zusendung zu m Abdruck zu bringen. Holztnger be> mrrft Daß er sich bem Abgeordneten Köhler gegenüber habe be | reit finden lasten, dessen Anfrage in seinem Blatt zu veröffent-1 lirfrn. sobald bide ber zweiten Kammer ein gereicht fei: dies ist. n>te festgesteNt. .am 17. Mai geschehen, unb in ber Rümmer omn" 18. Mai, .bie aber in Hungen schon am 17. Mat nad>- mittags verausgabt würbe, ist benn auch her Abdruck erfolgt. Ter Angeklagte verweist darauf, daß e« häufig vorkomme, baß hie Preise Anträge und Interpellationen bringe, ehe diese einer jxxrUmen:ariidxn Körperschaft zugegangen feien und er habe tm vorliegenden Fall angenommen, das; ihn der 8 12 deS istraf* gesctzbuckeS vostkornrnen vor Strase jckütze, her besagt, daß wahr- beit «getreue Berichte über Verhandlungen eineS L rndtageS oder etnet Kammer von jeder Vcrantwortl chkejt frei bleiben. Damit ist die Vernehmung Holsingers erschöpft Vor Eintritt in die Beweisaufnahme richtet LandgericktS- htreftor Bücking an ben Angeklagten die Frage, ob er denn nicht einfehe daß er mit der VeröNentUchung bet Interpestttion Kohler bte :n Frage fommenben Beamten schwer beleibtgt habe unb ob er nick: in Ansehung ber Tatsache, baß bie Minna Goerlach des ihr zur Last gelegten 93crbredm« des Kindesmordes geständig fei, die geschehenen Kränkungen zurücknehmen wolle, worauf Holzinger erklärt, erst das Ergebnis der Verhandlung ab- vtnpun niu,. nu umt ^uMiiniqjsuvi, , .. . » o Überfluß besieht, und man müßte DcntänbigernKiK ourcn -öe* lelTTung unb auf icbem anberen gdetzlichen Wege eher daraus hinwirken, der Bauwut zu steueru. al« dieselbe zu ßrifni- Tie Bestrebungen, die Lage des Neinen Mannes zu verbessern, flcum Mvivcfni, iveu v.cjc cv vuiiuhvui „Mw, ...... .... .. V-.....-1 werden von den Grundbriitzervereiuen selbltt-erstandlick nicht be- au verbeimhdjen. Auch ibn bat der Bürgermeister Köhler nach kämpft, vielmehr alle loyalen Bestrebungen deS Staate« unD Langsdorf einqeladen, um über den Vorfall zu beuchten. 3n | ber Privaten unterstützt, welche auf fncbltcheni 415egf Damn LaugSdori habe er in Röhler« Hau« Dr. Sckaad getrosten. Dieser I gehen, den minderbemittelten ein menschemmirdtges -"si'in oe- Zeuge läßt Röhler ebenfalls im Stich; er erklärt auf Vorhalt, ob I zügjjä, ihrer Ernährung, Bekleidung, dc« Btldungsdedürsitnjes die einzelnen Darstellungen be« Falle«, wie fic Röhler in bet I unß bezüglich angemessener Wohntäume zu versckasjeu. L« fmb ,£nnbpofte giebt, soweit sie Beleidigungen enthalten, von ihm bem I basier von den Grimdbesitzervercineu -- Prüfung tm einzelnen Verfasser gegeben worden feien, dies wäre nicht der Fall. | Vorbehalten — friedliche Bestrebungen, ein höheres angcmesicncS Ter Angeklagte wurde z u einer Geldstrafe! usnuv^K isq uovungoailo^ o'q tig' TaS Verständnis dafür, baß der Grund! s st mm ' gt habe, nad, Eberlte ■. brntnng jur das ganze Reid) sei, fehle noch vollkommen. I UNS würbe bei Antrag bi - Zi ftiiratl Ki vom Grafen- wen ma» dort etwa fßr den Täter halt' gs, ba er I (ibcufu m die der Zeit zu >eut n bi I Köln öngenommen, b ■’ i idh-n b« r erste Teil zr. .vahrrrorn oort rintreffm | in der 'simahme der ^ubhasta onen zu erblicken f ien - inL " f • *. ver ckV'gten beiden Goerlad^ zu^.einer ^>rn-siniung sonst müfcte man endlich davon abschcu, die Baugcnossensdiasten I DerbmidSlag auf mvrgen früh, weiter in dem Maß« zu unterstützen, wie dies bisher geschehen sei. ?Tu dem (Erbiete der Bautätigkeit lnrrsche heute eine Doll* itänbicr "lnarck4c ohne gleidnn. DaS komme bähet, baß fast üb tall ohne Not gebaut werde. Ihn didem llcbelftanb gingen liniere modernen -.oziolpolitikcr, die sich sonst nid>t genug in Twtistzkcn u sw. tun könnten, vorsichtig herum und auch bie amtlichen Stellen kümmerten sich um dies. Mißstände nicht im M uevmieteu j 3 Zimmer | 6525) Der 3. 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Ferner bei Verandas, Wintergärten, Kiosken, Vordächern, Bädern, Spitälern, Eisfabriken, Schlächtereien, Fabriken und Überall da, wo grosse Lichtmengen und die Erhaltung einer gleichmässigen Temperatur notwendig sind, in industriellen Etablissements, wo ätzende Dünste erzeugende Stoffe fabriziert werden, als isolierende Scheidewand gegen die Elektrizität. — Die Verwendung ist äusserst vorteilhaft in der Gärtnerei. Wenn die Spaliere teilweise au* Glasbausteinen aiiHgelührt werden, kommt da* Obst früh zur Keile. Die Glasbausteine werden wie gewöhnliche Back steine durch ■ Gegründet 1883. 1" Jean Dern & Co., Giessen Vorzüglich in der Wäsche! Damen- und Herren-Jacken in Macco, Netz- und porösen Geweben zu Mk. 1.75, Mk. 1.25, Mk. 1.—, Mk. 0.85, Mk. 0.00. Korsettschoner, Untertaillen , Mk. 3 -, Mk. 2.—, Mk. 1.—, Mk. 0.50, Mk. 0.30, Mk. 0.15. Giessener freiw. Feuerwehr sowie Pflicht-Feuerwehr. III. und IV. Rotte. Mittwoch den 10. Äuguft abends pünLuch 81/, Uhr: ttebnng. 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