on 4119 varen. 6M gene, Marttstr. 5. nitfi TeOi Izeyer M gar. atu 13. Mai nur 1 Mk. Porto U.W20H 7M-« n)inn ca. JAj 30011 Equipage mit zm i.vollstcmd.Gejchm erd ca. JL1200 erd , ,1000 Wen, , 3000 über, , 3000 ’winne , »800 lUdwirtschaftlichr neu, Zahrravcr, .maschine» re. ius Wunsch mE.« ir ausbezahlt, chältlich bei ird Buchacker i Neucubäue u. Telephon H9- nsioge" W' Ä: “SM tßbliau e lebendfrisch jp in bei 1216 Wallenfels 1 Telephon 46. fei#1;.. ’Wm1* w T;\. . «jfifl Ss? ■ >. riilL alrtpi1'-1 iiige ■ack. arben " und in Dosen ?adc' Piulrl hin ^"hlspävk hlnechend.vfenlas jodenole n°Lellaiksarbe ienW Ift; und bleifrei I upfiehlt 2372 Nr. 106 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Freitag 6. Mai 1904 •rffteint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- Hatter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Steindruckerei. 8t Lange. Redaktion, Erpeditto« und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Deveschenr Anzeiger Gictzeru Fernsprcchanschluß Nr. 51. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger w Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen BezugSPreiSr monatlich7b Ps^ vierteb jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pt. auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den polÜ. und allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und ßanb' und »GerichtSiaal^: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Die Hessische Wahlrechtsvorlage. Gießen, 6. Mai 1904. Als vor drei Jahren die hessische Regierung die Vorlage über die Lanotagswahlrechtsreform an den Landtag gelangen ließ, herrschte bei allen politisch Denkenden, mit einzigem Ausschluß von Nörglern im rechtsnationalliberalen Lager, große Genugtuung. Man verhehlte sich nicht, daß manche der vorgesehenen Kantelen von dieser oder jener Partei würden bekämpft werden, man sah voraus, daß jede Partei versuchen würde, ihre eigensten Interessen nachKräften zur Berücksichtigung zu bringen, man zweifelte aber kaum, daß wenigstens in der Zweiten Kammer ein positives Resultat zu erreichen sein werde. Doch man wurde bitter enttäuscht. Nachdem bereits, im Juli 1902, die 2. Kammer im Prinzip dem allgemeinen gleichen direkten geheimen Wahlrecht ihre Bestätigung gegeben hatte, kam es dennoch zu entscheidenden Dissensen. Nicht die Differenzen über die Allgemeinheit der Wahlberechtigten, so tief sie auch gehen mochten, vereitelten einen befriedigenden Abschluß, sondern allein die mehr nebensächliche Frage der Vermehrung der städtischen Mandate. Ta man einer generellen Neueinteilung der Wahlkreise nach den heutigen Be- völkerungsziffern nicht geneigt war, schlug der Entwurf eine Erhöhung der städtischen Vertreterzahl um fünf vor. Allein die ländlichen Abgeordneten und ihr Anhang wollten den Städten keine Konzession machen. Angeblich, weil sie das Ueberwuchern des städtischen Elements im Landtage fürchteten, obwohl von den 50 Abgeordneten damals nur 13 nicht agrarisch waren und selbst unter den städtischen Vertretern noch die Agrarierfreundschaft die Wahrnehmung der speziell städtischen Interessen überwog. Es war darum nicht anzunehmen, daß das Hinzutreten von fünf neuen städtischen Abgeordneten das agrarische Uebergewicht gefährden könnte. In tagelanaen Debatten wurden Gründe aller Art und darunter manche von recht zweifelhafter Geltung ins Treffen geführt, sodaß schließtchl bei der Mehrzahl der Abgeordneten selbst sich Ermüdung einstellte. Von den verschiedenen in die Vorlage hineingebrachten Neuerungen fiel zunächst wieder die Wahlpflicht, unseres Erach- tens mit vollem Recht. Dann aber wurde, obwohl zwei Führer der ländlichen Abgeordneten schließlich zu einem Einsenken gelangten, in der ersten Lesung das Gesetz ab- aelehnt. Nun erschien als „Helfer in der Not" für die Kammer, die sich so selber in die Klemme gebracht hatte, ein oberhessischer Abgeordneter mit einem Antrag, das alte Gesetz von 1872 außer Kraft zu setzen, mit Ausnahme des vielumstrittenen Artikels 3 (die 2. Kammer wird gebildet aus . . .), der bestehen bleiben sollte. Die Abstimmung in der 2. Lesung ergab wie bei der ersten Lesung die Ablehnung aller Abänderungsvorschläge. Für die Regierungsvorlage stimmten zwar 27 Abgeordnete, dagegen nur 19, da aber Zweidrittel-Mehrheit nötig ist, galt auch der Artikel 3 als abgelehnt. So war denn diese erste hessische Wahlrechts-Kampagne msgegangen wie das berühmte Hornberger Schießen. Die Herren der 1. Kammer befaßten sich überhaupt nicht mit der Vorlage, was man ihnen angesichts der seltsamen Haltung der 2. Kammer auch nicht weiter verargen konnte. Denn einen bündigen 'Entschluß hatte ja die 2. Kammer nicht gefaßt, und es blieb unklar, was sie eigentlich wollte. In seiner Thronrede an den neuen, nach dem alten Wahlgesetz gewählten Landtag brachte Se. Kgl. Hoh. unser Großherzog das Bedauern zum Ausdruck, daß jene Revision des Wahlgesetzes nicht zum Abschluß gebracht wurde, und auf seine Initiative durste man wohl die Wiedereinbringung des Gesetzentwurfs über eine landständische Wahlrechtsreform zurückführen. Nach diesem Entwurf soll die Zweite Kammer künftighin aus 55 Abgeordneten bestehen, von denen 15 auf die größere Städte entfallen, die bisher 10 Abgeordneten wählten. Die übrigen 40 Abgeordneten werden von den nicht mit einem besonderen Wahlrecht begabten Städten und den Landgemeinden in den zu diesem Zwecke gebildeten Wahlkreisen gewählt. Die Zweite Kammer geht aus direkten Wahlen mit geheimer Abstimmung hervor. Stimmberechtigt bei den Wahlen der Abgeordneten sind alle Hessen männlichen Geschlechts, welche 1. zur Zeit der Wahl das 25. Lebensjahr zurückgelegt haben, 2. zur Zeit der Wahl wenigstens drei Jahre in dem Großherzogtum wohnen und wenigstens seit drei Jahren die hessische Staatsangehörigkeit besitzen, und 3. seit Anfang des Rechnungsjahres, in welchem die Wahl vorgenommen wird, zu einer direkten Staats- oder Gemeindesteuer herangezogen sind. Zur Sicherung des Wahlgeheimnisses sind besondere Bestimmungen getroffen. Danach ist jeder Stimmzettel in einem amtlich abgestempelten, mit keinem Kennzeichen versehenen Umschlag, der nicht verschlossen werden darf, abzugeben. Damit der Wähler seinen Stimmzettel gegen Beobachtung geschützt in den Umschlag legen kann, sollen in den Wahllokalen besondere, mit entsprechenden Vorrichtungen versehene Tische oder ein der Beobachtung unzugänglicher, mit dem Wahllokal in unmittelbarer Verbindung stehender besonderer Raum vorhanden sein. Die Vorlage, die den Abgeordneten und der Presse gedruckt zugestellt wurde, wurde einem besonderen Ausschuß überwiesen. Nun ist, wie wir gestern mitteilten, der Ausschuß in den prinzipiellen Punkten einig geworden und empfiehlt demgemäß die Einführung der direkten Wahl des Abgeordneten zur zweiten Kammer unter Befürwortung des Kompromiß- antrages des Gießener Abgeordneten Justizrats Dr. Gutfleisch, dem zufolge nicht, wie der Negierungsentwurf vorsieht, aus 55, sondern aus 60 Abgeordneten die 2. Kammer sich in Zukunft zusammensetzen soll, so daß also Stadt und Land zu gleichen Teilen Berücksichtigung finden. Es ist zu hoffen, daß sich das Plenum ebenso wie der Ausschuß diesmal entscheiden wird. Denn niemand kann leugnen, daß unser hessisches Landtagswahlrecht untauglich ist, und so veraltet, daß es in die Müllgrube geworfen werde. Als vor zwei Jahren im Juli die 2. Kammer daS direkte Wahlrecht im Prinzip angenommen hatte, da meinte der „Darmst. Tägl. Anz.", daß das „hessische Volk, abgesehen von geringen Ausnahmen, um das neue Wahlgesetz sich fast gar nicht gekümmert habe. Mit großer Wurschtigkeit habe c§; dem Schauspiel der 2. Kammer zugesehen". Sehr wahr, aber warum das? Doch nur, weil für die ganze Heimats- politik bisher, eben gerade unseres verstaubten Wahlgesetzes wegen, kein rechtes Interesse erwachen konnte. Das bestehende, dem Mottenstaß reife Wahlrecht allein hat es verschuldet, daß gerade in den bürgerlichen Kreisen, deren straffe Disziplinierung nach sozialdemokratischem Muster nun einmal nicht zu ermöglichen ist, eine frisch zugreifende heimatpolitische Bewegung nicht aufkommt, trotz aller emsigen Benützungen einzelner rühriger Männer in Stadt und Land, trotz der Gründung politischer Vereine auch in unseren kleinen Landstädtchen, von denen wir unseren Lesern Mitteilung machen konnten. Man hat öfter gesagt, daß bedeutende Gelehrte, Dichter, Schriftsteller und Künstler von Ruf, hohe Beamte und Großgrundbesitzer, reiche Fabrikanten und große Kaufleute von Rechts wegen eigentlich auch im Wahlrechte bevorzugt werden müßten vor Kleinkrämern, Subalternbeamten, Handwerkern, Fabrikarbeitern und kleinen Bauern, da sie doch wohl nicht nur eine höhere Bildung, sondern auch größere politische Reife vor diesen voraus haben. Wollte man aber wirklich einmal auf dieser Annahme ein Wahlgesetz aufbauen, dann würden wohl die Enttäuschungen nach den Wahlen ebenso wenig ausbleiben wie bisher. Der Wert der Stimmen bestimmter Gesellschafts-Kategorien läßt sich nicht wägen. Obwohl nach alter Erfahrung —richten wir doch nur einen Blick auf unseren Reichstag! — auch bei solchem Wahlsystem durchaus nicht erreicht werden kann, daß nur die Blüte der Nation, die gescheitesten, einsichtsvollsten, volksfreundlichsten Männer Sitz und Stimme in dem Parlamente erhalten, wird jeder wahrhaft Liberale, den Herren Mencke, Jöckel-Friedberg rc. zum Trotz, anerkennen müßen, daß das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht relativ das gerechteste unter allen Wahlsystemen ist. Notitische Tagesschau. Zur Ersatzwahl in Frankfurt a. d. O. R. Berlin, 5. Mai. Der Mangel an Einigkeit der bürgerlichen P a r t e i e n bei der Reichstagsersatzwahl in Frankfurt a. O. ruft vielfach Verwunderung hervor. Ohne die zwecklose bündlerisch-antisemitische Kandidatur des Generals v. Jagwih, von der uns gestern ein Telegramm meldete, würde Bassermann zweifellos schon im ersten Wahlgange siegen. Die „Kreuzztg." die vor den letzten Reichstagswahlen nicht eindringlich genug mahnen konnte, „unter allen Umständen gegen den ©o^ialbemohaten", gibt heute abend gleichsam unter der Hand den Konservativen den Rat, für den Bündlerkandll>aten zu stimmen — falls nämlich ein Teil der Gesinnungsgenossen es „nicht Wer sich gewinnen forme", Herrn Bassermann seine Stimme äu geben. So wird die von dem konservativen Parteivorstanoe ausgegebene Parole der Einigung auf Bassermann durch die „Kreuzztg." durchkreuzt. Für alle Fälle, um sich zu saldieren^ schreibt die „Kreuzztg." noch: Wir neigen freilich mehr zu der Auffassung, daß die Konservativen gut tun werden, der von ihrem Parteivorstand ausgegebenen Parole Folge zu leisten. Eine ausgesucht matte „Empfehlung". Auch die „Nordd. Alla. Ztg." bedauert, tiafj durch die Aufstellung eines zweiten bürgerlichen Kandidaten die wohlbegründete Hoffnung zu Nichte gemacht ist, daß es gelingen werde, den Sozialdemokraten im ersten Wahl- gange zu besiegen. Deutsches Reich. Berlin, 5. Mai. Die Ankunft des Kaiserpaares und der Prinzessin Viktoria Luise in Donaueschingen zum Besuche bei dem Fürstenpaare Max Egon zu Fürstenberg ist auf den 7. d. M., abends festgesetzt. Wie verlautet, werden die Majestäten gelegentlich ihres dortigen Aufenthaltes auch das in der Nähe gelegene Bad Boll Ve- suchen. Am Mittwoch nachmittag treffen die kaiserlichen Herrschaften in Straßburg ein. Der Aufenthalt bort wird voraussichtlich drei Tage dauern. Gelegentlich der sich hieran anschließenden Reise nach Metz, wo die Ankunft am 14. d. M. erfolgt, wird aus Anlaß der dort stattftndenden Einweihung der neuen evang. Kirche nur ein Vorbeimarsch der Truppen sektionsweise am Kaiser-Wilhelm-Denkmal stattfinden. — Dr. Leo Arons, der ehemalige Privatdozent, ein sehr reicher Herr, der schon große Summen für sozialdemokratische Parteizwecke hingegeben hat, erhielt bei den Reichstagswahlen immer einen Kreis, der zu den verlorenen zählte. Für die Reichstagswahl im 1. Berliner Reichstagswahlkreis opferte Dr. Arons sehr erhebliche Beträge: vergebens war die Mühe. Jetzt erhält Dr. ?krons ein Pflaster auf die Feuilleton. — Die Verrohung der „Kritik. Die „Königsb. N. Nachr." haben sich was schönes eingebrockt. Sie haben sich als „Verrohte" gezeigt und zwar Herrn Henry Goßmann, „dem besten Humoristen der Gegenwart" gegenüber. Vor einigen Tagen, so schreiben die „Königsb. N. Nachr.", leistete sich ein Mitglied unserer Redaktion in einem Referat über das gegenwärtige Programm des Königsberger Passagetheaters folgende Besprechung der Darbietungen des Herrn Goßmann: „Henry Goßmann, der auf dem Programm als der „beste Humorist der Gegenwart" bezeichnet wird, trägt einige recht witzige, nicht gerade besonders gut pointierte Kuplets mit Routine und gutem Organ vor, so daß man Herrn Goßmann als recht brauchbaren Durchschnittshumoristen bezeichnen kann." Diese in der Tat im- crhörte rohe Art der Kritik konnte natürlich nicht ungestraft bleiben und so erhalten wir heute einen Brief des Herrn Goßmann. Aus der linken oberen Ecke des Briefbogens lächelt freundlich das Bildnis des Einsenders herab, in der anderen steht groß und imponierend: „Henry Goßmann, fein komischer Vortrags- Humorist mit wirklich gutem Repertoir". (Das Wort „wirklich" ist nebenbei gemerkt in Gold gedruckt). Herr Goßmann schreibt: z. Zt. Kgba., den 25./4. 1904. Passagetheater. An den Schreiber beigefügter Rezension! Werter Herr! Beim Lesen der von Ihnen fabrizierten Rezension kann ich nicht drum hin, die Schreibart der mir betreffenden Zeilen energisch zu rügen! Wenn der Zusatz „Der beste Humorist der Gegenwart" für Sie ein Dorn im Auge war, so durften Sie sich als Zeitungsschreiber nicht dran st e ch e n und sich sigen, daß diese Ausschmückung seitens der Direktion geschehen ist und Ihre Zeilen doch lediglich dazu beitragen sollen, den Besuch des Etabl. zu fördern, was Sie jedoch infolge Ihrer abfälligen Schreibweise nur teilweise bewerk-1 stelligen. Ich zweifle ja auch nicht, daß Sie vollkommen unfähig sind, eine Varietennummer richtig bekritisieren zu können! Im ferneren mögen diese Zeilen dazu beitragen, nicht jeden hergelaufenen Zeitungsangestellten kritisieren zu lassen, wie er denkt, sondern wie es für ihn paßt, um nicht einmal mit Artisten in unangenehmere Intimitäten zu geraten. Mit gebührender Achtung Henry Goßmann." Nachdem wir das gelesen, schlugen wir an unsere Brust, gingen in uns und bekennen jetzt, daß wir unsere kritische Verrohung einsehen. Wir nehmen alles zurück und erklären jetzt: Ja, — Herr Henry Goßmann ist der beste Humorist der Gegenwart, --wenigstens auf dem Gebiete des unfreiwilligen Humors, — das beweist sein obiger Brief, der nebenher auch grammatikalisch und stilistisch als hervorragend humoristische Leistung bezeichnet werden kann. Die Auffassung übrigens, daß die Rezension den Zweck hat, „lediglich dazu beizutragen, den Besuch des Etablissements zu fördern", ist auch nicht schlecht. Der Erfolg ermutigt, und so wird es Herrn Goßmann gewiß wohltun, zu erfahren, daß er endlich einmal einen großen Lacherfolg gehabt hat, — und das war heute morgen auf unserer1 Redaktion!" — Schutz gegen Feuersgefahr im Theater. Eine absolute Sicherstellung des Publikums bei Feuersgefahr in Theatern bezweckt eine Neuerfindung, die dem Kaiser gelegentlich seiner letzten Anwesenheit in Wiesbaden an einem Modell vorgeführt wurde. Das neue Verfahren schafft durch die Bildung einer „Feuergasse" zwischen Bühnenhaus und Zuschauerraum einen jederzeit automatisch zu öffnenden Abzugskanal ins Freie und bietet also für Publikum und Theaterpersonal die denkbar größte Sicherheit. Um sich ein möglichst einfaches und llares Bild vom architektonischen Bau der Feuergasse zu vergegenwärtigen, stelle man sich die Verbindung zwischen den Wagen eines sogenannten Harmonika-Zugcs vor, natürlich in einer Material-Ausführung nach theatertechnischen Prinzipien. Im Augenblick einer Katastrophe sind diese etwa anderthalb Meter schmalen Verbindungswände von Wärtern, die sich in sicheren Positionen außerhalb des Gebäudes befinden, durch wenige Griffe auseinanderzudrücken und den Flammen ist der Weg ins Freie gewiesen, aber ebenso den Löschmannschaften ein direktes Eingreifen ermöglicht. Gleichzeitig mit der Oeffnuna der Feuergasse wird ein Fontänenapparat in Funktion gesetzt, dessen aussteigende Strahlen eine Art Wasservorhang über die Bühne breiten. So kann das Publikum in die seltsame Lage kommen, einem regelrechten Theaterbrand beizuwohnen, da weder Flammen noch Dämpfe über die. Feuergasse und über den Fontänenapparat zu dringen imstande sind. Die Erfinder dieser Schutzvorrichtung, Baron von Gilsa und Baumeister A. Karst, dürften beim Neubau des Kasseler Hoftheaters Gelegenheit finden, ihre Pläne zu realisieren und somit der alten, durch Jahrhunderte erprobten Feuergasse zwischen Gebäuden zu moderner und segensreicher Wiederbelebung verhelfen. — Paul Heyse, Novellen. 1. Band. Verlag der I G. Cottaschen Buchhandlung Nachfolger G. m. b. H. in Stuttgart und Berlin. — Im Anschluß an die wohlfeile Ausgabe von Paul Heyses Romanen beginnt die Cottasche Buchhandlung nun auch mit der Herausgabe einer Novellenserie, welche etwa siebzig Novellen Paul Heyses in einer wohlfeilen Ausgabe den weitesten Kreisen zugänglich machen soll. Die Sammlung ist auf zehn, von dem Dichter selbst znsammengestellte Bände berechnet und wird u. a. auch 'seine „Troubadournovellen", das „Buch der Freundschaft", sowie zwei Bände Italienische Novellen" enthalten, also gerade die Schöpfungen, durch welche Heyse seinen Ruhm als Meister der Novelle begründet hat. Dank einer überaus fruchtbaren Phantasie und der Leichtigkeit, mit der er seine Stoffe darzustellen vermag, beschenkte er uns mit einer Fülle von Erzählungen, die bald ernst, bald tragisch, sonnig heiter oder anmutig spielend, immer echte Kunstwerke sind und den Stempel des Genius tragen. Die neue Ausgabe wird als wertvolle Bereicherung jeder Hausbibliotbek freudig willkommen geheißen werden. Der unlängst erschienene erste Band enthält italienische Novelle:! und an deren Spitze die berühmte „L'Arrabiata". ♦ . Budapest, 5. Mai. Die Regierung beschloß, Jokai als einen Toten der Nation zu betrachten, und betraute den Kultusminister, Maßnahmen für die Trauerfeierlichkeiten )u treffen.' Wunde: er vnrd Stadtverordneter; seine Aufstell- ung soll im 40. Kommunalwahldezink im Norden in der Mllerstraße erfolgen. Die Wahl ist sicher. — Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung den Beschlüssen des Reichstages zu dem Entwurf des Gesetzes betreffend die Abändeimng der Seemannsordnung uno des Handelsgesetzbuches und erteilte dem Ausschußantrag zur Vorlage vom 15. Dezember 1903 betreffend den Entwurf einer Prüfungsordnung für Apo- theker, dem Ausschußbericht über Vorlagen vom 4. März und 14. April 190-1 betreffend die Vereinfachung der Fleischb e sch au-Tagebuchführung in öffentlichen Schlachthöfen uni> dem Ausschußbericht über den Gesetzentwurf betreffend die Ae-nderung der Civilprozeßord- nu.it g seine Zustimmung. — Me die „Nat.-Ztg." hörte, ist an einen System- wechsel in Deutschsüdwestafrika unter Ernennung eines Zivil-Gouverneurs nicht gedacht. Unzutreffend sei auch die Behauptung, daß die Entsendung Trothas erst nach der bekannten Konferenz im Schlosse vom Kaiser besohlen worden sei. — Mannschaften für die Schutztruppe in Südwestafrika werden durch Säulenanschlag gesucht. Sämtliche Mannschaften müssen ssth auf ein Jahr zum Dienst in Südwestafrika verpflichten. — Die Kommission des Reichstages für die Börsen- novelle beriet über den ß 2 der Vorlage und mehrere dazu gestellte Anträge. Die Vertreter der Parteien wiederholten zum Teil ihre im Plenum gegebenen Erklärungen. Zur Abstimmung kam es nicht. — Der Kolonialrat wird wieder wie in den letzten Jahren im Juni einberufen werden, um die nächstjährigen <$tat§ für die Schutzgebiete zu beraten, über die jetzt Ueber- sichten von den Verwaltungen der Schutzgebiete eingesandt pierden. — Die dritte Lesung des Reichshaushaltsetats wird in nächster Woche auf die Tagesordnung der Plenarsitzungen gesetzt werden. — Zum Vorsitzenden in der zu wählenden Kommission des Abgeordnetenhauses für die wasserwirtschaftlichen Vorlagen wurde seitens der Konservativen der ALg. Graf v. Wartens leben präsentiert. Die übrigen Fraktionen stimmten dem Vorschlag zu. — Das Wahlgeheimnis ist bei den letzten Reichs- tagswahlen trotz der Einführung der Wahlkuverts auf dem platten Lande vielfach dadurch illusorisch gemacht worden, daß die Kuverts in der Urne sorgfältig aufeinander geschichtet wurden, sodaß bei der Auszählung an der Hand der Abstimmungslisten und einer besonders geführten Liste über die Reihenfolge der Abstimmung genau festgestellt werden konnte, wie jeder einzelne Wähler gestimmt hat. Die Wahlprüfungskommission des Reichstags, die bei der Prüfung der Wahl des Abg. Stockmann sitch zum ersten Male mit einem solchen Protestpunkte zu beschäftigen hatte, hat nun prinzipiell dahin entschieden, daß dieses Verfahren als eine Verletzun g des Wahlgeheimnisses sich darstellt, die die Wahlhandlung in dem betreffenden Wahlbezirk ungiltig mache. Dresden, 5. Mai. Zur Reform des Submis- sionswesens sind folgende Bestimmungen von Interesse, die sdie Stadtverwaltung festgesetzt hat: 1) Die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an Generalunternehmer ist ausgeschlossen; 2) bei einem Ausstande ist die Lieferzeit entsprechend zu verlängern und die etwa erzielte Lohnerhöhung im Preisanschlag in Anrechnung zu bringen; 3) in der Regel sind bei der engeren Wahl nicht zu berücksichtigenden Personen und Firmen, die für sich in Strafanstalten arbeiten lassen, oder vorwiegend Ausländer beschäftigen, auch sich bereits im Konkurs befunden und andere in ihrem Vermögen geschädigt haben; 4) der Zuschlag ist nicht mehr dem Mindestfordernden, sondern b?m Mittelpreis zu erteilen. Dieser ist aus der Summe aller in die engere Wahl gekommenen Angebote zu ermitteln, jedoch sind vorher diejenigen Gebote auszuscheiden, die dui Voranschlag um 10 Prozent überschreiten oder um 20 Proz zurückbleiben; 5) spätestens drei Monate nach Fertigstelb- ung der Arbeiten hat die Schlußberechnung zu erfolgen. Kirche und Schule. Frankfurt a. M., 5. Mai. Der altkatholische Bischof Dr. Weber aus Bonn, der hier kürzlich weilte, hielt in der im Evangelischen Vereinshaus Westend abgehaltenen Festversammlung einen Vortrag über die religiösen und kirchlichen Verhältnisse im Deutschen Reiche. Laut dem „Gen.-Anz.^ begrüßte ihn im Namen des Evangelischen Bundes Pfarrer Dr. Dechent, der die vollste Sympathie für die Sache des Altkatholizismus ausdrückte._______________________ Ausland. London, 5. Mai. (Oberhau s.) Mac Kenna fragt an, ob die Regierung angesichts der ungeheuren Einfuhr nicht entrippten Tabaks im März eine Kommission ernennen werde, die untersuchen soll, welche Fabrikanten nicht entrippten Tabak eingeführt haben und ob die Einfuhr durch Informationen über die Budgetvorschläge veranlaßt wurde. Die Anfrage Mackennas wird von den Ministeriellen mit lauten Protcstrufen ausgenommen. Balfour erwidert unter stürmischem Beifall der Regierung, er beabsichtige nicht, eine Kommission zu ernennen. Mackenna sei am Dienstag in die Debatte mit einem vorbereitenden Angriff auf die Ehre eines Reqierungsmit- gliedes eingetreteu. (Beifall bei den Ministeriellen, Protestrufe bei der Opposition.) Damit ist der Zwischenfall erledigt. Paris, 5. Mai. Wie die über den heutigen Ministercat ausgegebene Note besagt, erstattete derPräsidentder Republik Bericht über seine Reise nach 'Italien und den günstigen Eindruck, den sie bei ihm selbst hinterlassen habe, dank der Sympathie, die ihm das italienische Königspaar, die italienische Regierung und das italienische Volk in gleicher Weise entgegenbrachte. Ministerpräsident Combes berichtete über den Verlaus der Gemeindewahlen und den Stand des Streiks der Offiziere der Handelsmarine in Marseille. Die Regierung habe die nötigen Maßregeln getroffen, um den Postdienst bis Korsika, Algerien und Tunesien durch Marinefahrzeuge zu sichern. Rom, 5. Mai. Der Bericht der zur Prüfung der Amtsführung des ehemaligen llnterrichtsministers Nasi eingesetzten Kommission stellt fest, daß Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind, für welche Nasi nicht nur die moralische, sondern auch strafrechtliche Verantwortung zufalle. Demgemäß schlägt der Bericht vor, die Angelegenheit der Justizbehörde zu überweisen, die allein zuständig sei, die Angelegenheit zu prüfen. — Den Abendblättern zufolge bestätigt es sich, daß Nasi ge- ftüdj.tet ist. — Die Kammer nimmt ihre Arbeiten wieder auf. Der Präsident Biancheri erwähnt den Besuch des Präsidenten Loubet bei dem italienischen Königspaar und fügt hinzu, Rom und Neapel hätten den Gruß Italiens an den Präsidenten entboten und zum Ausdruck gebracht, die Gefühle der Sympathie und der Freundschaft, die in d.r Seele des italienischen Volkes für die französische Nation leben. Er zweifle nicht, daß die Kammer Freude empfinde über dies glückliche Ereignis. (Beifalls Vtirabelli führt an, die republikanische Demokratie Neapels habe ihre Sympathie für Frankreich auch dann bezeugt, als andere versuchten, die italienisch-französischen Beziehungen zu trüben. (Unterbrechungen.) Der Präsident bittet Mirabelli, die feierliche nationale Kundgebung nicht zu einer Parteifrage hcrab- zudrücken. (Zustimmung.) Ministerpräsident Giolitti spricht sein Bedauern aus, daß Mirabelli den Anschein zu erwecken suche, als ob das allgemeine Empfinden im Lande nur das eines verschwindend kleinen Teiles desselben sei. (Zustimmung.) Mirabelli erklärt, er wolle einen historischen und politischen Anspruch zur Geltung bringen. (Lebhafte Unruhe.) Der Präsident ruft ihn wiederholt zur Ordnung. Wien, 5. Mai. Heute begann in Gegenwart von Vertretern der Regierung der Kongreß der Deutschen Gewerbevereine Oesterreichs. Die reichsdeutschen Gewerbevereine waren vertreten durch den Vorstand des Verbandes der deutschen Gewerbevereine, Regierungsrat Noak aus Darmstadt. Aus Deutschland sind ferner anwesend Ministerialrat Rauck-München und Gewerbeinspektor Pöllath-München. Aus Studt und KanS. Gießen, 6. Mai 1904. '* S. K. H. der Großherzog auf den Opel- Werken zu Rüsselsheim. Am vergangenen Montag stattete S. K. H. der Großherzog von Hessen mit Gefolge den Opel-Werken in Rüsselsheim a. M. einen Besuch ab. Die Herrschaften wurden mit zwei Opel-Automobilen am Großh. Schlosse zu Mainz abgeholt und trafen um 3 Uhr nachmittags in Rüsselsheim ein, wo sie in der Villa Sophicnheim (Opel) abstiegen. Dann wurde ein Rundgang durch die Fabrik unternommen, wobei der hohe Herr ein großes Interesse für den ganzen Betrieb an den Tag legte und sich anerkennend über die verschiedenen Einrichtungen aussprach. In der Automobil-Abteilung der Fabrik gab S. K. H. einen Motorwagen zum eigenen Gebrauch in Auftrag. Die Heimkehr nach Darmstadt erfolgte ebenfalls auf Opel-Motorwagen und verlief, ebenso wie die Herfahrt, zur größten Zufriedenheit der hohen Gäste. Der Motorwagen, welchen die Opel-Werke für den Landesfürsten zu liefern übernommen haben, soll ein Vier- cylinder-Wagen in gediegenster Ausstattung sein. ** Bei der gestrigen Pferdemusterung wurde ein einem hiesigen Besitzer gehöriges Pferd in der Senkenberg- straße von dem Nebenpferd derart geschlagen, daß eS zusammenbrach. Die Verletzung am Oberschenkel war so schwer, daß man anfangs daran dachte, das wertvolle Tier auf der Stelle abzustechen, um es vor längeren Leiden zu bewahren. Die Polizei veranlaßte schließlich die Ueberführung des Tieres nach dem Schlachthause, wo es dann getötet wurde. 6-. Hungen, 3. Mai. Der gemeinnützige Verein hier hielt heute unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Sandmann eine zahlreich besuchte Versammlung ab, um über die Besserung der Wohnungsverhältnisse hier zu beraten. Der zu der Versammlung erschienene LandeswohnungSinspektor Gretzschel aus Darmstadt erläuterte das Wohnungsfürsorgegesetz, er machte ferner Mitteilungen über seine bei der vorhergegangenen Untersuchung der Wohnungsverhältnisse gemachten Feststellungen und bezeichnete alsdann die Wege, auf denen eine Besserung im Wohnungswesen zu erzielen sei. Im Anschluß hieran befürwortete Dekan Hainer warm die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft und fand hierin noch von mehreren Seiten Unterstützung. Der an Stelle des erkrankten Bürgermeisters erschienene Beigeordnete Jokel versicherte, daß die Gemeinde derartige Bestrebungen nach Möglichkeit unterstützen werde. Infolge dieses Ergebnisses der Versammlung soll die Gründung einer solchen Genossenschaft an Hand des von dem Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen zur Verfügung gestellten Materials nunmehr in die Hand genommen werden. R. B. Darmstadt, 5. Mai. In der heute nachmittag abgehaltenen Stadtverordneten-Versammlung kamen nur Gegenstände lokaler Natur zur Beratung; die zum zweiten male auf die Tagesordnung gesetzte allgemeine Besprechung über den neuen Gemeindesteuerreform-Gesetzentwurf wurde abermals von der Tagesordnung abgesetzt. In der später abgehaltenen geheimen Sitzung wurde längere Zeit debattiert über den Antrag eines Syndikats für Koksverwcrtung, daß sich die Stadt mit ihrer Koksproduktion aus dem städtischen Gaswerk dem Syndikat anschließen möge. Die Versammlung beschloß jedoch, diesem nicht beizutreten, sondern ihre Koksprodukte in der bisherigen Weise zu vergeben. Weiter stimmte die Versammlung noch dem Antrag zu, aus Anlaß der im Juli bevorstehenden Kunstausstellung in der Künstlerkolonie 7600 Mk. zur Errichtung einer Brunnenanlage zu genehmigen, für welche nach den eigenhändigen Angaben des Großherzogs von Prof. Olbrich der genaue Entwurf ausgearbeitet wurde. Frankfurt, 4. Mai. Wie planmäßig die Mörder des Pianofortehändlers Lichtenstein zu Werke gegangen sind, beweist u. a. der Umstand, daß Groß mit einem anderen, der jedoch nicht Stafforst war, schon mitte Januar bei einer anderen hiesigen Firma der gleichen Branche vorgesprochen hat, um angeblich einen zum Verkauf stehenden Flügel zu besichtigen. Dem Inhaber der Firma siel es damals sogleich auf, daß der Kauf des Flügels für Groß offenbare Nebensache war, da dieser sich bei dem Firmeninhaber, der ihn oberflächlich kannte, eingehend über die Lokalitäten zu informieren suchte. Dem Umstand, daß der Firmeninhaber nicht allein war, dürfte es vielleicht mit zuzuschreiben sein, daß die Mörder, die darin die in dem Geschäft übliche Regel sehen mochten, ihre Pläne gegen einen anderen, nämlich den unglücklichen Lichtenstein, richteten, von dem sie bestimmt wußten, daß er um die Mittagszeit gewöhnlich allein war. Es scheint erwiesen zu sein, daß es sich bei dem aufgefundenen Zweikilo-Gewicht nicht um die Mordwaffe handelt. Als Hauptbelastungszeugen in der demnächst beginnenden Verhandlung gegen Groß uud Stafforst werden eine Bäckersfrau, die den ersteren am Mordtage in daß HauS an der Zeil hat gehen sehen, und ein Herr aus Karlsruhe, der am Tage vor dem Mord bei Lichtenstein war und Groß damals ebendort gesehen hat, auftreten. Wetzlar, 5. Mai. Unter sehr großer Beteiligung der Mitglieder wurde, wie wir dem „Wetzl. Anz." entnehmen, gestern abend die allerseits mit Spannung erwartete Generalversammlung des hiesigen Vorschuß- und Kreditvereins abgehalten. Von dem früheren Vorstande, dessen Mitglieder sämtlich abgedankt haben, war niemand am Vorstandstische erschienen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats eröffnete daher die Generalversammlung durch die Mitteilung, daß der Aufsichtsrat nach der Demission des früheren Vorstandes in Gemäßheit des § 38 der Vercinssatzungcn einen provisorischen Vorstand bestellt habe. Zunächst wurde die Neuwahl des Vorstandes durch die Generalversammlung vorgenommen. Die Geschäftsführung hat der Kommission zu derart schweren Bedenken Anlaß gegeben, daß es von mancher Seite für den Verein geradezu als ein Glück angesehen wurde, daß der Fall Hermann Jakob Gelegenheit geboten hat, diesem Wirken Einhalt zu tun. Diese Stellung wird am besten durch die Tatsache beleuchtet, daß zu der Zeit, als Hermann Jakob die Flucht ergriff, der Stand zweier Kontis die Gesamthöhe von 240 000 Mk. überschritten hatte. Der frühere Vorstand wie der Aufsichtsrat des Vereins werden sowohl für die Ausfälle im Konkurs Jakob, wie für die ungenügend gedeckten auderweitigen Kreditgewährungen schuldig und haftbar erklärt. Die Umwandlung des Vereins in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung wurde fast einstimmig — mit 186 gegen 4 Stimmen — beschlossen. Vermischtes. ' Kiel, 5. Mai. Der Inspektor der städtischen Gas- und Wasserwerke, Eduard Zandor, ist gestern wieder verhaftet worden, nachdem er sich seit März gegen eine Kaution von lO OOO Mk. auf freiem Fuß befunden hatte. Zandor hat sich bei der Begebung städtischer Submissionen Unregelmäßigkeiten zu schulden kommen lassen. Essen a. d. Ruhr, 5. Mai. Der Polizeisergeant R u o n aus Königsstehle, der in einer Strafsache eidlich bestritt, einen Bergmann mit dem Säbel geschlagen zu haben, wurde im Gerichtssaale unter dem Verdachte des Meineides verhaftet. * Kosten (Provinz Vosen), 5. Mai. Hier erfolgte während eines im Kellerraum eines Droguenhändlers ausgebrochencn Feuers eine Explosion, bei der 16 Feuerwehrleute mehr oder weniger schwer verletzt wurden. * München, 5. Mai. In dem Dorfe Tennz in der Oberpfalz sind 2 0 Häuser niedergebrannt. Die Bewohner sind obdachlos und in großer Not. Der Prinzregent bewilligte vorläufig 500 Mk. * Paris, 5. Mai. Eine hiesige Agentur veröffentlicht ein angebliches Dementi der Gräfin Lonyay, betreffend den seinerzeit gemeldeten Juwelendiebstahl durch einen früheren Sekretär. Die Gräfin befindet sich gegenwärtig in Parma. * Florenz, 5. Mai. In Castrocaro wurde um Mister« nacht gegen das HauS eines Großindustriellen ein Dynamitattentat verübt. Durch die Explosion einer Bombe wurden sämtliche Fensterscheiben des Gebäudes zertrümmert. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Man vermutet, daß der Attentäter in einem entlassenen Arbeiter zu suchen ist. * St. Louis, 5. Mai. Die Weltausstellung ist mit knapper Not einem Generalstreik entgangen. Die Leiter der Ausstellung „Tiroler Alpen" verweigerten die Entlassung dreier deutschen Vetriebsingenieure, mußten jedoch darin einwilligen, weil die Unionsarbeiter die schriftliche Zusage des Ausstellungspräsi- denten Franeis besitzen, wonach keine der Union nicht angehörigen Leute im Maschinenbetriebe verwendet werden dürfen. Die Union* arbeitec erzwingen vielfach übertriebene Lohnsätze. Sie handeln dabei durchaus solidarisch und ihre ultimo ratio ist stets die Drohung mit dem Generalstreik. * Neber das Fe st bank et t zu Ehren b cö Kaisers, das der Großherzog von Sachsen-Weimar auf der Wartburg seinem Gaste gab, wird berichtet: Zu dem Festbankett auf der Wartburg hatte Hofküchenmeister König einen originellen Speisezettel entworfen und ausgeführt, der die Elisabethkemenate zeigt. Der Wortlaut ii'i folgender: Auff den Mitt-Wochen nach Sta. WalpurgiS (daz ist der 4te Tag des Wunne-Monds in dissen Jar (da mann schreybet das 5. im XX. Saeculum verweylete wiederuwb allhier auff onsers gned. Herrn Schloß zu Wartt-Burgk zu Gast vnd preyßlicher begrüssung nach solcher erquicklicher be- reisung vieller frembder Länder vnd des grossen Meeres Seyne H. Majestaet Wilhelm II—I. R. Gott beschirm Ibn fürder in gnaden. Waz mann zu dessen festlichen Mal speysteie besihe weiter das Blatt. 1. Ein Süppleyn sunderlich bereist von dem besten Fleisch mit Cassava-Stärcke kombt aus West- Jndien. 2. Etliche klcyne See-Butten /auch Plätte-Eisen mit Nahmen/ auff dem Rost gebrühten vnd offt mit heissen Schmaltz betriefelt) mit Petersilg vnd Salbey gcwurtzct. 3. Der Rücken von eim Reh-Wildprätt von vnsers Lande- Fürsten in Seynen Wäldern erleget /also gebrahten/ daß die Hälfte seynes SaffteS in sich berget/ dazu eine gu'e Pommerantzen-Sose vnd zugemues von Eardonen vnd Olivet. 4. Ein Köstlin von ein Schnepff in EereS-Sültz / so rnii grosser fünft nachgebildt / daß man daraus erkennet den rühm» lichen Baumeyster der Wartt-Burgk. (Gemeint ist Prof. Rietgcn. der Wiederhersteller der Burg.) 5. Sechs junge Peil' Haanen / selbige in Speck eingehüllet vnd am Spieß über glühende Kohlen geprägelt / hiezu ein ausschößling von frischem Sallat auff treffliche artt fürgericht. 6. Ein gemues von kleynen Phaselen-Bohnen / gestovct mit Wasser / Butter / Gc« wurtz vnd Jsop. 7. Ein holländisch Opvlieger von Lymonien in ein Silber / vnd mit güldnen Röslein umbzieret. Item kleyne Käß-Turten vnd hernach köstliche Erdbeer-Früchtleyn zu besundern behagen vnd alsdann zum beschluß vielleriev Confeckt auch Marcipan / abgeformbt nach eim seltzamlen Schnitzwerck eines Meysters / weyland zu Ost-Heim v. d. < Röhn. Ende des MahleS. * * Das Organ des früheren elsässischen Reichstagsabg. H a i < hält, da dem jungen Goethe in Straßburg ein Deukma gesetzt wurde, seinem Publikum vor Augen, daß Go e t n e „m eifriges Mitglied der Freimaurerloge und ein Verächter t«-* Christentums war . . ., ein traurig es Jrrli ch t al. Mensch und als Christ: und wehe dem Vaterlande W unserer Sitte und dem kommenden Geschlecht, wenn die Jug^wi. von heute nach dem neuaufgestellten Ltandbilde ihr Gewißen modeln und ihr Leben einrichten würde!" Derro cherlebreri ti?b«säc eines rokl Sin Dill Äckns und d drunos'nde^ -kalizkv Wt $ 1000 vor. Zn"'" Mage kommen innen unubM! Pckl uni Maeieilt von Privat-Disk Deft. firebi Deutsche B Darmstadt« Bochumer Harpmer S Uebertrei wirft angesichts d auf, ob sich die < Zpekulation bezüc Znlande hegt, wi gut, dm Laussee zügeln. Wenn d daß die Bergeml sellschaft die Sri Entgang von me doch der Gipfel' werksverband no Kurzum,, alle t Börse gefällt, m unbefangenen Zi mehr den Eini überladen, und ri'cktung nur wü erfüllen. Das Koh Folgen des Borgi zeigen sich in ein des ^rel?<^l^djfag bit US jttt Ruh btjitbin von bor mit ihren billiger Zur Tuffii Beiseln, daß di Japaner gesperrt verzeichnen. Woh find auch die B immer noch nicht ügkeiten ergeben Bankier Hoslier i sills will die i Mittelpunkt das unterhandeln. Mainz, Z ^fischen Doma »etthauses sta Mer Weine a, ^'dwigshöhe, Bo . J Mummern n u. a. iolqend ox^Cchwabsl 69°, 700, 900 D !Men 470, des, Ser- Geyersch, Idenheimer Boi e-gl. Dberwestri W-strum l Der aus Mi S ^mmcls Äeniürbo "•peil, öei Großh ^roßt ^onstra^^nu ®ie6en, den "btt b«ä h en. 'n . btr Ä-ftJ - C '.^uheren Vor, 2n wurde die **lung Wt. "»miniffion ju ®.D°n mancher n*n wurde Ö **» h° " i6te, als ?*M.ntis •'«™ ta. $e[ . "lnS w ** taj ’ ®'«WS in (i,t VR8« U der städtischen "dor, ist gestern 4 seit März gegen ch besunden hatte. 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Der rote Schlips, die vielbesprochene Tatsache, daß der Religionslehrer am königlichen Gymnasium in Plauen i. 93., Oberlehrer Werdauer, ein Führer der Nationalsozialen, bei der Sedanfeier des Gymnasiums im vorigen Jahre einen blutroten Schlips getragen hatte, hat noch einmal das Gericht beschäftigt. Diesmal stand vor dem Landgericht Termin gegen den Schriftsteller Leisner an, der, im „Dogtl. Anzeiger" den Vorfall abfällig besprochen hatte. Vom Schöffengericht wurde Leisner seiner Zeit freige- sprochen, das Landgericht hob infolge der eingelegten Berufung Weidauers das Urteil auf und verhängte gegen Leisner eine Geldstrafe von 30 Mark wegen Beleidigung. Die Annahme, daß das Tragen eines roten Schlipses an jenem Tage fein zufälliges, son- dem ein absichtliches gewesen sei, wurde als Beleidigung angesehen. Nniversttäts Nachrichten. Greifswald. Der außerordentliche Professor in der juristischen Fakultät der Universität Greifswald, Dr. jur. et phil. Erich Jung ist dort zum ordentlichen Professor ernannt worden. Jung hat erst vor einigen Wochen einen ehrenvollen Ruf als ordentlicher Professor für römisches Recht und deutsches bürgerliches Recht nach Königsberg an Stelle von Prof. Dr. v. Blume, der Endemanns Professur in Halle übernommen hat, abgelehnt. Er wirkte bekanntlich von 1897 bis zum Oktober 1903 an der Universität Gießen. Sport. Ein Billardtournier zwischen dem besten Spieler Gießens und dem Billardkünstler und Meisterspieler I e a.n Bruno findet am Montag, den 9. Mai abends 9 Uhr im Caf6 Skalizkh statt. Jean Bruno gibt seinem Gegner auf 1200 Points 1000 vor. Zweitens wird eine schwierige Hindernis-Partie zum Austrage kommen. Zum Schlüsse wird sich Meister Bruno in seinen unübertroffenen Kunstftößen zeigen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 5. Mai 1904. (Mitaeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 3 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit.... 201.40 201.00 Deutsche Bank . . . 216.60 216.50 Darmstädter Bank . . 137.75 137.00 Bochumer Guß . . . 192.00 192.75 Harpener Bergbau . . 197.30 197.30 Tendenz: Ruhig. Uebertreibungen an der Börse. Ein Finanzblatt wirst angesichts der fortgesetzten Hausse in Hüttenaktien die Frage auf, ob sich die Erwartungen, die die kühn vorwärts stürmende Spekulation bezüglich der Tätigkeit des StahlwerkÄverbandes im Jnlande hegt, wohl erfüllen werden. Auf alle Fälle täte man gut, den Hausseeifer, wie er immer wieder hervortritt, etwas zu zügeln. Wenn die Direktion des Phönix beispielsweise erklärt, daß die Vergewaltigung durch den Stahlwerksverband für die Gesellschaft die Brachlegung ganzer Zweige des Betriebes und den Entgang von mehreren hunderttausend Mark bedeute, dann ist es doch der Gipfel der Unlogik, den Beitritt des Phönix zum Stahlwerksverband noch durch eine Hausse in Phönixaktien zu feiern. Kurzum, alle diese kleinen Uebertreibungen, in denen sich 'bie Börse gefällt, machen keinen guten Eindruck und müssen auf den unbefangenen Zuschauer peinlich wirken. Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, daß sich gewisse Kreise der Börse wieder überladen, und man kann bei der Einseitigkeit der Engagementsrichtung nur wünschen, daß sich die Hoffnungen der Börse wirklich erfüllen. Das Kohlenkontor. Allzu scharf macht schartig? Die Folgen des Vorgehens des Kohlenspndikats resp. des Kohlenkontors, zeigen sich in einer für letzteres recht bedenklichen Weise. Infolge des Preisaufschlages wenden sich namentlich süddeutsche Verbraucher, die bis jetzt Ruhrkohlen bezogen haben, an die Saarreviere und beziehen von dort ihren Bedarf. Auch englische Händler sind mit ihren billigeren Offerten willkommen. Zur russischen Anleihe. Es ist nicht mehr zu bezweifeln, daß die Hafeneinfahrt nach Port Arthur durch die Japaner gesperrt ist; damit haben sie einen neuen Erfolg zu verzeichnen. Wohl infolge der fortgesetzten Niederlagen der Russen sind auch die Verhandlungen über die russische Geldbeschaffung immer noch nicht abgeschlossen, ja es haben sich sogar neue Schwierigkeiten ergeben. Dies ist daraus zu schließen, daß der Parrser Bankier Hoskier neuerdings nach Petersburg gerufen.wurde. Jedenfalls will die russische Regierung mit der Gruppe, in deren Mittelpunkt das Comptoir Nationale d'EscomPte steht, nochmals unterhandeln. Mainz, 30. April. D i e Weinversteigerung der hessischen Domanialverwaltung fand heute im Saale des Konzerthauses statt. Die Domäne brachte 72 Nummern fhalbstuck) 1901er Weine aus den Weingütern zu Oppenheim, Dienheim, Ludwigshöhe, Bodenheim, Nackenheim uud Nierstein zum Ausgebot. Vier Nummern wurden nicht zugeschlagen. Die erzielten Preise sind u. a. folgende: Weingut Oppenheim. Das Halbstück Oppenheimer Schwabsburgerweg 370, 410, 350, 310, desgl. Sackträger 690, 700, 900, Dienheim ° Oppenheimer Sackträger und Gulden- morgen 470, desgl. Goldberg und Guldenmorqen 650, Ludwigs- Höher, Geyerscheid 510, Weingut Bodenheim. Das Halbstück Badenheimer Vordere Hüttstädt Portugieser weißgekeltert 280, 310, desgl. Oberwestrum und Brach 600, desgl. Oberwestrum 510 660, desgl. Westrum Pfaffenhöhlchen 650, 730, desgl. Hoch und Ebersburg 1070, beSgl. Heyer und Braunloch Riesling 1270, desgl. St. Alban und Hener Riesling 1310, deSgl. Heyer Riesling 1250, desgl. St. Alban Rießling 1310. Weingut Nackenheim. Tas Halbüück Nackenheimer Langer Tag 370, desgl. Unter-Notenberg -120, 540, desgl. Sommerwinn 720, 860, desgl. Engelsberg 750, 760, desgl. Unter-Roienberg 800, 940, 910, desgl. Over- Rotenberg 1040, 830, 860, 1240, desgl. Fenchelberg I 1000, desgl. Nheiuhohl 1180, desgl. Stiel 1250, desgl. Fenchelberg II Riesling 1710. Durchschnittspreis für ein Halbstück 1901er 709 Mark. Gesamlerlos für 68 Halbstück 84 240 Mark ohne Fäffer. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Mai 1904. Baronreter auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Teuchtiakeit 1 •> Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke 1 Welter 5. gl» 749,7 13,2 6,5 57 W. 2 Sonnenschein 5. 9’5 747,6 10,4 7,3 76 still. Heller Hnninel 6. 743,6 8,7 6,6 78 SE. 2 Sonnenschein Höchst e Term lerattrr am 4 bis ,. Mai = 4 13,911 C. Niedrigste w w 4 >, a. ,, = -4 5,1"0. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 7. Mai 1904: Windig, kühler, meist wolkig, zunächst Gewitterregen, später Regenschauer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. chottesdienü. In der Stadtktrche. Rogate, Sonntag, den 8. Mai. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Ju der Johanneskirche. Vormittag? 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9.7, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nächstfolgenden Sonntag, nach allen Gottesdiensten Kollekte für die kirchliche Versorgung der evangelischen Glaubensgenossen im Ausland. Himmelfahrtstag, den 12. Mai. Ju der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. In der Friedhofskapclle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag, den 7. Mai 190 4. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 8. Mai 1904. 5..S onntaa nach O st e r n. Vomrittags von 6 1L Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Alisteilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9 7i Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 7, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Dienstag und Freitag abend um 67, Uhr ist Mai-Andacht. Israelitische Ncligionsgemeinde. Hottesdienli in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 7. Mai 1904. Vorabend: 7.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Schrifterkläruug. Sabbathausgang 8.40 Uhr. Kriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. K. L. Alles, was Sie wissen wollen, finden Sie in dein Ratgeber für Auswanderer und Stellensuchende im Ausland, herausgegeben von C. Krüger, Oberpostsekretär im Auslandsbureau I des Reichspostamts in Berlin, Preis 2 Mk. (Deutscher Verlag, Berlin S.-W. 11.) S.-Wallenrod. Besten Dank für Ihre freundl. Bemühung. Neueste Metd^nqeu. Originaldrabtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 6. Mai. Die sozialistische Fraktion hat im Reichstage zur dritten Lesung des Etats eine Resolution eingebracht, in welcher Maßnahmen zur Beseitigung der Uebelstände in den Gefängnissen gefordert werden. München, 6. Mai. Franz von Lenbach ist ge st 0 r b e n. Rom, 6. Mai. Es bestätigt sich, daß der ehemalige Minister Nasi, nachdem er seine Depots in Höhe von 200000 Lire bei der Bank von England erhoben hat, geflüchtet ist. Nom, 6. Mai. Ter Papst empfing ungefähr 600 polnische Pilger unter der Führung von 7 polnischen Erzbischöfen und Bischöfen. Dem Papste wurde eine mit den Wappen Polens und Li t tauens geschmückte latest niscbc Huldigungsadresse überreicht, worin die Lage der P 0 l e n in Preußen und Rußland als h ö ch st tr au r i g geschildert wird, da sie arg bedrängt wären sowohl wegen ihrer katholischen Religion wie auch wegen ihrer polnischen Muttersprache. Der Papst erteilte den Pilgern seinen Segen und bezeichnete in seiner Antwort auf die Adresse die Polen, als armes und unglückliches Volk. Vom Kriege. London, 6. Mai. Tie heutigen Morgcnblätter veröffentlichen ein Telegramm aus Petersburg, das noch der Bestätigung bedarf. Nach demselben soll eine zwcite Schlacht bei Chun- g i h v a l i e n g stattgesunden haben. 7000 Russen und 10 000 Japaner sollen teils tot oder verwundet sein. Der Rückzug der japanischen Armee soll fluchtartig gewesen sein. (Die Nachricht ist mit großer Vorsicht auf- zunehmcn. D. Red.) Petersburg, 6. Mai. Es verlautet, der Zar werde am 12. Mai eine sensationelle Erklärung anläßlich der Truppenschau erlassen. Es sei möglich, daß er bie Mobilisierung! der gesamten russischen Armee bekannt geben werde. — Kuropatkin habe bei der Roten Kreuz-Gesellschaft Bettzeug für weitere tausend Betten gefordert. Tie Südwestbahn und die transkaukasische Bahn sind mit Samtätszugen ausgestattet. — Die Mobilisierungs-Ordre für weitere vier Armee-Korps ist angefertigt. — Nach Meldungen aus Port Arthur haben Taucher festgestellt, daß durch die letzten Branderangriffe der Hafeneingang nicht gesperrt worden ist. — Die weiteren Versuche mit den neuen Unterseebooten sollen ausgezeichnete Resultate in bezug auf Steuerung und Manövrieren ergeben haben. — Man bestätigt amtlich, daß das Geschwader des Admirals Togo sich in der Nacht vor Port Arthur befand und daß gleichzeitig das Geschwader des Admirals K a m i m u r a, bestehend aus 10 Kreuzern bei Wladiwostok gesehen worden fei. Ein weiteres Telegramm berichtet, daß noch (eine Gewißheit darüber besteht, ob der heftige Kanonendonner, der bei Gensan aehört wurde, das Zeichen eines Seegefechtes war. Admiral Jessen ist mit vier Kreuzern und acht Torpedobooten in der Gegend von Gensan. Paris, 6. Mai. ,,Herold" meldet aus Petersburg, unter der Bevölkerung mache sich eine pessimistische Stimmung geltend, da man glaubt, daß angesichts der Verluste die Tragweite der S ch l a ch t amIaln dem Publikum verheimlicht werde. Tie Nachricht, ein Gefecht zwischen der japanischen Flotte und dem Wladiwostok-Geschwader fei int Gange, hat große Sensation hervor gerufen. Telephonischer Kursbericht» Frankfurt a. H., 6. Mai. $72% Reichsanleihe . . 101.90 3% do. ... 89.85 37,°/o Konsole .... 102.00 3% do......90.20 37s% Hessen .... 100.15 37,% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.65 4vIr% Oesterr. Silberrente 100 55 4% Ungar. Goldronte . . 99.70 4% Italien. Rente . . . 102.70 4% 56 Portugieser , . . 60.00 'M/ Portugiesen.....58.55 1% C. Türken .... —.— Türkenlose...... 1282.0 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 45.50 4l/->% äussere Argentiner 42.80 3O/o Mexikaner .... 26 30 4%% Chinesen .... 86.05 Electric. Schuckert . . . 105.40 Nordd Lloyd . . . . 103 45 Kreditaktien . . «. , 201.20 Diskonto-Kommandit. . . 184 70 Darmstädter Bank . , . 137.75 Dresdener Bank .... 153.80 Berliner Handelsges. . 153 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 137.80 Lombarden ..... 13.60 Gotthardhahn .... 191.— Laurahütte......241.50 Bochum ....... 192.25 Harpener......197.75 Tendenz: fest. Frisch eingetroffen: A -u» ä o (goldgelb). Frische Pfirsiche. Apfelsinen. Carl Schwaab, Hofdelikatessenhandlung. Telephon 265. 324 Seltersweg 23. Bekanntmachung. Der auf Mittwoch den 11. Mai 1904 fallende Krämermarkt (Himmclfahrtsmarkt) muß mit Rücksicht auf die Vorbereitungen für das Sängerfest auf dem Brandplatz uud Kanzlei- bera abgehalten werden. Gießen, den 6. Mai 1904. 4135 Grotzherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Montag den 9. d. MtS., nachmittags 6 Uhr, werden in der Noonstraße eine größere Anzahl von Ulmenftämmcheu, einige Akazienstämmchcn, ein Kastauienstamm uud erulge Haufen Abfallretfig öffentlich meistbietend versteigert. Die Zusammenkunft ist in der Moltkestraße, am Eingang zur Roonstraße. Gießen, den 6. Mai 1904. 4134 Grotzherzogliche 'uirgermeisterei Gießen. Mecum.________ VevscrmMlung füv junge iliänner am Dieötag den 10. Mai, abends von 9-10 Uhr im Konfirmandensaal der Markusgemeinde Kirchstraße Nr. 9. 02581 Vortrag des Herrn Forstmeisters a. D. V0Ü Rothkirch aus Berlin über das „Weiße Kreuz" (Sittlichkeits fache). Jeder junge Mann ist herzlich eingeladen. Eintritt frei. An die Wßmr Gkslyästslciiie! Am 21.—24. Mai d. Js. findet in Gießen ein Nationaler Gesangswettstreit statt, zu dem von Nah und Fern viele Fremde zur Teilnahme nach Gießen kommen werden. Erfahrungsgemäß haben neben den Gasthäusern und Restaurants auch sehr viele andere Geschäftsleute einen nennenswerten Nutzen aus derartigen Veranstaltungen. Um diesen zu fördern, laden wir die Geschäftsinhaber ein, in dem für den Gesangswettstreit erscheinenden stattlichen Festbuch Anzeigen zu erlassen, die zweifellos von Erfolg begleitet sein werden. Wir berechnen für die ganze Seite Mk. 20.—, für die halbe Mk. 12.— und für die viertel Mk. 7.50. Das Buch erscheint in wenigstens 5000 Exemplaren. Wir bitten, wer Anzeigen aufgeben will, dieselben bereit zu halten, da nur in den allernächsten Tagen noch solche eingeholt werden. Hochachtungsvoll Der Pretz-Ausschutz. Zur Entgegennahme von Inseraten für das Festbuch des Nationalen Gesangswettstreits zu Gießen ist nur das Mitglied des Preßausschusscs, Herr Albin Klein, Verleger der „Gießener Neuesten Nachrichten" beauftragt und bitten wir die verehrliche Geschäftswelt, Gastwirte 2C., sich an denselben zu wenden. 4126 Der geschäftsführende Ansschnh. Freibank. Faselstierfleisch 50 Pfg. 14140 Spargel. 02576] Schiffenbergerweg. Frische Eier per St. 5 Pkg., Siedeier 2 St. 11 Psg., Vogclsb. Landcicr St. 6 Pfg., sowie stets frische Bogclöb. Laudbnttcr empfiehlt 02591 W. Ullrich, Schloßgaffe 7. Helle Sonnenschirme dabei kostbare Spitzenschirme, welche im Schaufenster trübe geworden, gebe sehr billig ab. 4136- Schirmfabrik Lewi, 35 Seltersweg 35. Stottera, Lispeln, Stammeln, schwere Zunge ufw. heilt Bir. F. Baum, Kursus in Hießen. Sofortige schriftliche Anmeldungen nach 3809 Smiphntftalt Darmstadt, Die besten Zeugnisse. 82 Bismarckstratze 82. Mimler UllUsmitstmt Wes. Samstag den 7. 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