154» Jahrgang Zweites Blatt Erschein. täglich mit Ausnahme deS Sonntag-, General-Anzeiger, Amts- und AnzeigeblaLL für den Kreis Gießen Rotationsdruck und Verlag der VrühlNckk«» UnlversuätSdruckerei (Pteisch Lrb«j, Such«» S)b „Lietzener Zamiltenblatter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Mittwoch «.Januar 1904 verantwortlich tüt den aflotmrtne» Ub P. Wttlko- tüt den ÄngelgenttUi & BedL Are heutige Mmrner umfaßt 10 Seiten» Aas moderne Japan. Jetzt, wo alle Augen auf das asiatische Jnselreich Japan gerichtet sind, werden einige statistische Mitteilungen über das interessante Land unseren Lesern iniUtommcn sein. Vor einem Vierteljahrhundert noch, so lesen wir im „Finanzherold"', ivacen uns die Japaner ein sagenhaftes Volk, von dem wir hauptsächlich seine hohe Zivilisation bezeugende Kunst kannten. Politisch spielten sie keine Rolle; erst seit dem chinesischen Krieg und seitdem sie mutig beni russischen Koloß in seinem Vordringen in Asien ein Paroli zu bieten versuchten, sind sie der westlichen Kultur „quantite apprGciable“ geworden. Man braucht noch nicht jede Hoffnung aufzugeben, daß ein Zusammenstoß mit Rußland abgcwendct werden kann, wenn sich aber der Krieg nicht vermeiden läßt, so werden es die Russen mit einer sehr rcspektabelen Macht zu tun haben. Wie sich die Verhältnisse in Japan seit Anfang der siebziger Jahre verändert haben, mögen folgende Daten beweisen, die wir der Office de Statistique univei seile d’Anvers entnehmen. In 1872 betrug die _ Bevölkerung Japans 38 Mill, in 1899 war sic bereits auf 44 V2 Mill, gestiegen, jetzt sollen bereits die letzten Zählungen 46l/2 Mill, ergeben haben, sie wäre demnach in 30 Jahren um ungefähr 40% gestiegen. Auch der auswärtige Handel hat einen außerordentlichen Aufschwung zu verzeichnen. In 1872 betrug der Export höchstens 18 Mill. Yen, (der Yen zu ungefähr zwei Mark heutigen effektiven Wertes), in 1886 stieg er bereits auf 49 Mill. Yen und 1892 sehen wir denselben 253 Mill. Yens erreichen. In 30 Jahren demnach eine Erhöhung von 1400%. Der Import hat ungefähr dieselbe Bewegung zu verzeichnen. Von 28 Mill. Yen in 1872 ist er auf 267 Mill, im Jahre 1902 angclangt. Aber auch die industrielle Tätigkeit dieses merkwürdigen Volkes hat Riesenschritte gemacht, überall wird der Mineralreichtum methodisch ausgebeutet und industrielle Werke nach europäischem Modell sind überall entstanden. In zehn Jahren von 1891—1901 ist die Kohlenproduktion von 3 Millionen auf nahezu 9 Mill. Tonnen gestiegen, die des Eisens hat sich vervierfacht und die-des Gold und der Manganerze verdrei- facht. Auch in der Fabrikation sehen wir ähnliche Fortschritte; in erster Linie in der Textilindustrie, die einen solchen Aufschwung genommen hat, daß sie droht die englischen Waren nicht allein vom japanischen Markt, sondern auch von allen anderen Ländern des äußersten Osten zu verdrängen. In zehn Jahren ist der Wert der Baumwollwaren, die im Lande fabriziert wurden, von 5% Mill. List, auf 15 400 000 Lstr. gestiegen, der der Fayence und Porzellanindustrie von 36 000 auf 495 000 Lstr., der Streichhölzer von 257 000 auf 926 000 Lstr. Solche Resultate sind natürlich nicht durch die Privatinitiative erlangt worden, sondern auch hier haben die Japaner das Beispiel der westlichen Völker nachgeahmt und das System der Personen- und Kapitalienassoziation übernommen. Im Jahre 1899 existierten 2844 Handelsgesellschaften mit einem Totalkapital von 245% Mill. Yen, in 1900 giebt es 8588 solcher Gesellschaften mit einem autorisierten Kapital von 1 128 822 000 Yen; von diesen hatten nur 1793 Gesellschaften ein höheres Kapital als 100 000 Yen. Wie man sieht verfügen die japanischen Gesellschaften über ein geringes Kapital, was ihre große Zahl erklärt. Interessant ist auch die Entwickelung der Eisenbahnen. Es war anzunehmen, daß dieser wichtige Faktor der Entwickelung der Industrie und des Handels von einem Volk, das so gierig jeden Fortschritt aufnimmt, wie die Japaner, nicht vernachlässigt würde. Die erste Eisenbahnlinie wurde 1872 zwischen Tokio und Yokohama gebaut, auf einer Distanz von 18 Meilen; dazu wurde die erste öffentliche Anleihe ausgenommen, die in London enuttirt wurde und 9 Prozent Zinsen trug. Zehn Jahre später besaß der Staat ein Retz, das bereits 114 Meilen aufwies, ein Jahr später, in 1883, wurde auch die Privatinitiative jum Bau von Eisenbahnen zugelassen und deren Erfolg war so groß, das; bald das Privatnetz das des Staates weit überragte. Im Jahre 1900/1901 waren im ganzen Reiche 949 Meilen Staatsbahnen, gegen 2906 Meilen, welche von Gesellschaften betrieben wurden, was einem Netz von 3855 Meilen oder 5200 Km. gleichkommt. Die gewöhnlichen Einnahmen des Staates, welche im Budget 1871/72 mit 24% Millionen Yen ausgewiesen waren, sind im Budget 1903,04 mit 232% Mill, vorgesehen. Das gesamte Einkommen des ordentlichen und außerordentlichen Budgets ist in derselben Zeit von 50% Mill. Yen auf 253 /2 Millionen Yens gestiegen. Trotz des großen und schnellen Aufschwunges seiner Einnahmen und der bedeutenden Kriegsentschädigung, die es von China empfing, hat Japan neue Schulden machen müssen, von denen ein Teil wohl durch die wirtschaftliche Ausstattung des Landes und die Ausführung großer öffentlicher Arbeiten gerechtfertigt ist. Aber auch die außerordentliche Tätigkeit auf dem Gebiete der Bewaffnung hat große Summen verschlungen und bis zu einem gewissen Grade die Fortschritte, welche Industrie und Handel genommen haben, für den Staatsschatz neutralisiert. Die öffentliche Schuld, die in 1895 zirka 300 Millionen Yen betrug, war in 1902 bereits auf 545 Millionen gediegen, wovon 173 Millionen für öffentliche Arbeiten und Eisenbahnen und 116% Millionen für Kriegszwecke ausgenommen worden sind. Es wäre schade, wenn ein Krieg jetzt diesen wundervollen Aufschwung des japanischen Volkes, dessen Fortschritte in allen Zweigen der menschlichen Tätigkeit niw mit denjenigen der Nordamerikaner verglichen werden können, ein- dämmen würde. Hoffentlich werden die Japaner nicht gezwungen, das Schwert zu ziehen und ihre junge wirtschaftliche Macht aufs Spiel zu setzen.___________________ Nolitische Tagesschau. Fall Goerke. Ein gewisser Otto Enerke hat in der sozialdemo- kratisch en Partei einen Skandal herausbeschworen. Tiefer Goerke gehört zu jenen Elementen in der Partei, die man als sozialdemokratische Unteroffiziere bezeichnen könnte. Diese Leute nehmen keine weithin sichtbare Fuhrer- stellung ein, aber für die Arbeit im Kremen, für die Organisation und Agitation in-den einzelnen Wahlkreisen, ftnd sie von entscheidender Bedeutung. Ta sie rege und von Intelligenz sind, gelingt es ihnen gewöhnlich bald, sich vermöge ihrer Stellung unter den Parteigenossen aus dem Arbeiterstande herauszuheben und in allerlei Aemter zu gelangen oder auch, gefiü^t auf die Kundjchaft der Partei- genmien, irgend ein Geschäft zu unternehmen. Zu die,em Untevoftczcerkorps der Charlottenburger Sozialdemokratie gehört der Buchdrucker erbe;itz er Otto Goerke. Gelegentlich einer seiner geschäftlichen Unternehmungen ist er offenbar mit seinen Helfershelfern unter den Parteigenossen in Konflikt geraten. Er hat fiel) infolgedessen veranlaßt gesehen, „in eigener Sache" eine Broschüre drucken zu lassen, in der die heftigsten Vorwürfe gegen die „Ges chäf ts sozialist en" gerichtet werden, in der von den „haarsträubendsten Geschichten" in der Charlottenburger Kran renkasse die Rede ist und in der von der „tollen Korruption' int Charlottenburger Wahlverein erzählt wird. Die Broschüre ist nicht für die Oeffentlichkeit, sondern nur für einen internen Kreis gewisser Parteigenossen bestimmt. Ter „Germania" jedoch ist ein Exemplar in die Hände geraten, woraus sie Auszüge gebracht hat. Mr sind über die von dem Genossen Goerke enthüllten sozialdemokratischen Korrupllons Erscheinungen keineswegs criiaunt. Innerhalb einer solchen Bewegung kommen eben von unten heraus- von Hause aus ganz anständige und ehrbare Leute zu Stellungen und Einfluß, ohne daß sie ihrer neuen und erhöhten Position gewachsen wären. Daraus ergeben sich dann eben „haarsträubende Geschichi- ten" und „tolle Korruptionen". Zu den Korruptionserscheinungen der Sozialdemokratie aber gehört unseres Erachtens keineswegs nur das, was! der „Genosse" Goerke enthüllt, sondern ganz beionders auch dieser „Genosse" Goerke selber. Tie zur Reit noch nicht für die Oeffentlichkeit bestimmte Broschüre Gaertes ist nichts anderes, als eine Art literarisches Revolver^ attentat. Ter Mann sagt eben seinen Parteigenossen: „Entweder Ihr fügt euch meinem Willen, oder icrj schreße los, d. h. die Broschüre, deren Satz noch steht, fliegt in zehntausend Exemplaren durchs Land." So versteht der „Genosse" und Buchdruckereibe,cher Goerke zugleich seinen Willen durchzusetzen und sein Geschäft wahr.unehrnen. Da nun aber offenbar der Mann allzuviel weiß, wird er sicherlich seinen Willen durchsetzen. Der „Vorwärts" behandelt den Fäll Goerke in einer Weise und in einer! Sprache, daß man fast von Höflichkeitsbezeugungen reden lann, die dem Attentäter durch das sozialdemokratische; Zentralorgan erwiesen werden. Keer und Sftotte. Münch en, 5. Jan. Tie Korrespondenz Hoffmann schreibt: Bei verschiedenen Aeußerungen in der Presse über die in Preußen jüngst erfolgten Aenderunngen der Offiziers-Uniformen wurde auch angeregt, die Neuerungen bezüglich der Rüllensalte am Offczierspaletot und des Tragens der Achselstücke auf dem Paletot möchten in Bayern nid)! mitgemoc-,t werden. Tab ei wurde auf den Wortlaut des Abschnittes 3 und 5, Ws. 3 des Bündnis- Vertrags vom 23. ydovember 1870 hingewiesen: Bezüglich der Bewaffnung und der Ausrüstung sowie der Grad-» abzeichen behält fick) die königl. bayrische Regierung bie, Herstellung der vollen Uebereinjtimmung mit dem Bundesheer e vor. Tiefer Vorbehalt hat hinsichtlich der Grad- abzeichen feine Erledigung durch die Uniformbeftimmungen vom Jahre 1873 gesunden, deren Ziffer 5 mit folgendem Satze beginnt: An Stelle der bisherigen Rang-und Gradabzeichen treten die Rang- und Gradaozeichen analog mit jenen des Bundesheeres, jedoch mit den bayrischen Landes- faiben und Hoheitsabzeichen. Es ist wohl selbstverständlich daß die nicht nur auf das betreffende Bundesdontingent beschränkte, sondern für das ganze Reichsheer in Geltung stehende Vorgesetzteneigenschaft der Offiziere usw. auch eine übereinstimmende Trageweise der Rangzeichen im Retchs- heere erfordert. Tie Rückenfalte im Lchfizierspaletot ist für die bayrische Armee überhaupt nichts Neues. Sie. ist in den erwähnten Uniformbestimmungen vorn Jahre 1873 (Figur III, Zeichnungsbeilage 19) schon enthalten. Tieje Bestimmung ist heute nock) in Geltung. Aus Siaö! uii) KauS. Gießen, den 6. Januar 1908. ** Die Deputation zur Ueberreichung der Geburtstags spende für d en Gr o ßh er zo g bestand nach den „N. H. Vbl." aus folgenden Herren: Sr. Erl. dem Feuilleton. — Die „97ordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kaiser stellte bekanntlich gelegentlich des Frankfurter Gesang- wett st reite s die Veranstaltung einer Sammlung deutscher Volkslieder in Aussicht. Rackst) em die vor- Dcreiienben Schritte geschehen, ist zur Turchführung der Aufgabe neuerdings von allerhöchster Stelle eine geeignete Organisation geschaffen worden. Sie besteht aus einer Arbeitskomlnisscon und einer größeren beratenden Kom- . Mission. Neben deutschen und niederländischen Volksliedern sollen steyerische, tiroler und sonstige österreichische wie deutsch-schweizerische Volkslieder in der Sammlung Ausnahme linden. Beide Kommissionen stehen unter dem Vorsitze des Wirk. Geh. Rates Frhrn. v. Lilleneron zu Schl.s wig. In der Arbeitskommission sind außer Frhrn. von - Lilieneron Musikdirektor Hummel-Berlin, Professor der Musikgeschichte Friedländer-Berlin, Oberlehrer Pwflssor Bolte-Berlin und der Direktor der Berliner Singakademie Professor Schumann. Der beratenden Kommission gehören zufolge Allerhöchster Ernennung außer dem Vorsitzenoen an: ft'up-Umä,.er Be.e.-K. ss l, Hchm s kd r kt.r C..r s ^r un- fajiueig, Professor Fleisch-Franksurr a. M., Professor Törst- ler-Stultgart, Komponist Hegar in Flunter n-Zür ich, der Chormeister des Männergesangvereins „Schubertbund", Kirche-Wien, der Komponist Koschat^Wien, Musikdirektor Krakamp-Bonn, der Chormeister des Wiener Münner- gesangvereins Kremser, Universitäts-Pro fester Kretschmar- Leipzig, Professor Krug-Hamburg, Generalmajor Graf Moltke, Professor Ochs-Berlin, der Generaldirektor der kgl. Hofmusit in München Fuhr. v. Perfall, der Geh. Oberregierungsrat Friedrich Schmidt-Berlin, Professor Felix Schmidt- Berlin, Professor Scholz-Frankfurt a. M'., Generalmusikdirektor Schuchs-Tresden, Prosestor Schwarz^Köln, Profestor Sitt-Leipzig, Gymnasialdirektor Thourer-Friedenau und Professor Volbach?-Mainz. Der Zusammentritt beider Kommissionen steht unmittelbar bevor. — Die „Zeitschrift für bildende Kunst" (Leipzig, E. A. Seemann) trat mit Oktober in ihren 39. Jahrgang. Es ist gewiß eine Seltenheit, daß sich eine Fachschrift so lange hält und auf ihrer Höhe bleibt. Der „Zeitschrift für bildende Kunst" aber darf man nachisagen, daß sie mit höheren: Alter immer weiter fortgeschritten ist, daß sie an Vielseitigkeit unübertroffen dasteyt und dag sie mit gleicher Liebe und Gerechtigkeit sowohl der Kunst alter Zeiten, wie den jüngsten Entwickelungen unserer eigenen Zeit gegenüber steht. Ursprünglich wesentlich ein Organ für wissenschaftliche Forschung, hat sie den auf diesem Gebiete errungenen Ruf festzuhalten gelvußt, gleichzeitig aber auch so viel Geschmeidigkeit besessen, mit der lebendigen Entwicklung in immer innigere Fühlung zu kommen. Durchblättern wir die letzten Hefte, )o swßen wir (um die modernen Artikel hervorzuheben), auf. einen Aufsatz über Manet anläßlich, seines zwanzigsten Todestages; auf eine überaus liebevolle, mit künstlerischer Frische getriebene Würdigung Zorns von Walter Leistikow; auf eine ausführliche Arbeit über neuere Strömungen in der dänischen Malerei. Auch Entdeaungen bisher noch unbekannter oder doch wenig bekannter Künstler werden gemacht. So schildert uns K. E. Schmidt, unterstützt von überredendem Abbildungsmaterial, den in Paris lebenden ganz nach neufranzösisck-er Art tätigen englischen Lithographen und Maler Bclleroche, einen Künstler von unzweifelhaft starkem Naturell. Und ein junger deutscher Radierer, Heinrich Reifferscheid, wird mit kaum minderer 22 Vergnügen haben könnte. Im übrigen paßte es ganz gut zur Sylvesterstimmung und wurde ausgezeichnet wiedergegeben. Frl. Kohenleitner hat uns selten so gut gefallen, wie in der Rolle der Nalalitza, die sie sehr hübsch fang und spielte des Kaiser!. Haupttelegraphenamtes Berlin ging folgendes Telegramm: Glockentöne hoch vom Turm, Schneegestöber, Winterstnrm, Hnghesgerassel, Aiorsetakt: So wlrds ,9teue* angepackt! Vermischte». * Krefeld, 5. Jan. Laut Mitteilung der hiesigen Theater-Aktiengesellschaft an die Presse werden an mehreren Abenden dieser Woche im Theater in den großen Pausen dem Publikum die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen kenntlich gemacht und in ihrer Wirksamkeit gezeigt. Im vergangenen Herbste hatte die Polizeibehörde auf Erweiterung dieser Schutzmaßnahmen gedrängt, und die Eröffnung der Spielzeit mußte zu ihrer Durchführung damals verschoben werden. * Rom, 5. Jan. Das „Giornale d'Jtalia" verzeichnet die Meldungen der „Unione Liberale" in Perugia und der „Stampa" in Turin, daß der Fluß Clitumnus bei Spoleto vielleicht Uranium oder gar Radium enthalte, warnt aber, diese Hypothese zu ernst zu nehmen. Das Waffer des Fluffes hat die Eigenschaft, eingetauchtcs Glas violett zu färben, obschon es keine Algen hat, auch nicht manganhaltig ist. Einstweilen sind nähere Angaben abzuwarten. "Bozen, 5. Jan. Der Tourist Alois Moerl- Brixen ist auf einer Rodelschlittentour auf den Rittner- Bergen umgekommen. "Montreal, 5. Jan. Die anhaltende grimmige Kälte bis — 35° Celsius verursacht in Montreal, Ottawa und in der Provinz bedeutende Brände. Es gab große Verluste an Eigentum und auch an Menschenleben. " New-Port, 5. Jan. Das Wetter ist jetzt kälter, als es 1875 gewesen ist. Der Verkehr zu Lande und zu Waffer erleidet dadurch beträchtliche Störungen. Im Staate Maine beträgt die Kälte in verschiedenen Bezirken 4 3 Grad Fahrenheit unter Null. "Die Zeugenvernehmung in Chicago zeigte, daß kurz vor dem Brandunglück schon einmal ein Bühnenbrand auSgebrochen war und daß schon damals der Asbe st Vorhang festsaß. • Die gegenseitigen Neujahrsglückwünsche der Telegraphenbeamten zahlreicher deutscher und ausländischer Telegraphenstationen sind, altem Brauch gemäß, auch in der letzten Neujahrsnacht wieder hinüber- und herübergeblitzt. Auch das Münchener Haupttelegraphenamt trat in der jüngsten Neujahrsnacht mit zahlreichen anderen auswärtigen Aemtern in Verbindung und sandte nach Augsburg, Nürnberg, Würzburg, Ludwigshafen, Berlin, Leipzig, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, Salzburg, Wien, Mailand, Paris u. s. w. Glückwunschtelegramme. An die Beamten yfjr zur Seite Herr Schramm als Gemahl Marcu mit seiner trefflichen Stimme und seinem unversiegbaren zündenden Humor. Herr Adler sah als schneidiger Offizier wie als rumänisches Bauernmadel brillant aus. Auch erfreute er wieder mit seinem klangvollen Organe, und sonderlich das forsch gesungene Auftrittslied sicherte ihm lebhaften Beifall. Tie Zügel in der Hand des Orchesterleiters Herrn Pittrich hätten zuweilen etwas straffer angezogen werden dürfen, im Allgemeinen gings jedoch recht flott. — Eleonore Düse und d'Annunzio. Das ,„Giornale d'Jtalia" teilt einen Skandal aus der italienischen Theaterwelt mit, der auch im Auslande Interesse erregen wird. Eleonore Düse und Gabriele d'Annunzio trennen sich Gabriele d'Annunzio verweigerte seiner treuen Genossin, Freundin und Interpretin in der neuen Tragödie „Die Tochter des Jvrio" die Titelrolle. Dies ^hat Eleonore Düse dermaßen empört, daß sie d'Annunzio verließ und alle Stücke d'Annunzios von ihrem Repertoire gestrichen hat. Eine weitere Folge war, daß die Düse ihre kostbaren Kvnstgegenstände, die bisher das Heim des Künstlerpaares, die „Villa Capponcina" bei Florenz, geschmückt haben, zum Händler schaffen ließ und verkaufte. Man will wisien, daß der Dichter seiner alternben Egeria, der er doch so vieles verdankt, müde war. An ihre Stelle scheint als Freundin und Interpretin d'Annunzios die bekannte junge Schauspielerin Irma Granrmatica zu treten, die sich dem Charakter von Eleonore Düse am meisten nähert und wie diese an der Spitze einer vortrefflichen Truppe steht. Wenn diese Nachrick)chen der italienischen Zeitung zutreffen, dann scheint d'Annunzio seine Leidenschaften mit großer Geschicklichkeit seinen Bedürfnissen als dramatischer Dichter anzupasfen. - Die Jahressitzung des Vorstandes des deutschen /Sprachvereins, die unter dem Vorsitz des Geh. Oberbaurats Sarrazin am 4. d. M. in Berlin stattfand, war aus ganz Deutschland stark besucht. Als neugewählte Mitglieder nahmen teil: Oberlandesgerichtsrat Erker aus Marienwerder, Professor Dr. Scheffler aus Braunschweig und Geheimrat Professor Dr. Wilmanns aus Bonn. Die Beratungen betrafen zumeist innere Angelegenheiten des Sprachvereins, der dauernd in kräftigem Wachsen begriffen ist und gegenwärtig über 250 Zweigvereine mit mehr als 25 000 Mitgliedern umfgßt. Mark, filT Anteilscheine des Bauvereins 3000 Mark, für Aktien "der Landeshvpothekenbank 3000 Mark, im ganzen 85 000 Mark. Da aus der Anleihe in 1902 noch 40 000 und 35 000 Mark Kassenanleihe vorhanden sind, so hat der Stadtrat eine neue Anleihe von 10 000 Mark bei dem Mathildenstift beschlossen. )( Laubach, 4. Jan. Die Rachbargemeinde Münster hat die Herstellung der Ortsbeleuchtung und einer Telephonleitung beschlossen. Pfarrer Koch hat der Gemeinde bazu 1500 Mark ge sti ft e t. Der Ort beabsichtigt ferner die Anlage einer Wasserleitung. Die Vorarbeiten, zu welchen das Kreisamt 500 Mark bewilligte, ollen im Frühjahr beginnen. (r) Eifa, 4. Jan. Vor einigen Tagen hat eine hier bedienstete Magd heimlich geboren und das Kind im Bett st roh versteckt. Sie wurde unter dem Verdacht des Kindesrnordes ins Gefängnis gebracht. lb^ Schw arz bei Alsfeld. 4. Jan. Im Laufe der vori- ;en Woche hat hier eine alleinstehende Frau ihrem Leben )urch Erhängen ein Ende gemacht. Längere schmerzhafte Krankheit scheint die Bedauernswerte zu ihrer schrecklichen Tat getrieben zu haben. R. B Darmstadt, 5. Jan. Der Finanzaus- chuß der 2. Kammer ist heute vormittag zur Fortsetzung einer Beratungen über den Haushaltsetatfür 1904 »usammengetreten und hat eine längere Verhandlung mit )en Regierungsvertretern gepflogen. Der erste Teil, der Mrtschaftsetat, ist in der Hauptsache fertiggestellt, aber die völlige Erledigung des Gesamtetats wird immerhin noch etwa 3 Wochen in Anspruch nehmen. Die Kammer ist darnach vor Anfang Februar kaum in der Lage, mit der Plenarberatung des Etats zw. beginnen und wird auch diesmal wieder große Mühe haben, ihn noch so rechtzeitig ertigzustellen, daß die erste Kammer sich mit Muße darein vertiefen kann. — Der Kommandeur des Warschauer Manen-Regiments Kaiser von Rußland", General Baumgarten, traf gestern abend hier ein und wurde heute vormittag vom Groß Herzog in Audienz empfangen. — Einer der raffinierte st en Fahrradmarder wurde heute von der Straflammer für längere Zeit unschädlich gemacht, der Sattler Karl Lies aus Krefeld. Der kaum 23jährige Mensch betreibt den Fahrradd'iebstahl schon lange als Spezialität und war deswegen schon zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, die er zurzeit in Preungesheim verbüßt. Im verflossenen Herbst, als er noch auf freiem Fuß war, trieb er sich unter der Maske eines Postbeamten in Darmstadt umher und führte in kurzer Zeit drei Rad dieb stähle mit größter Frechheit aus. Das Gericht diktierte ih-m wegen der neuen Diebstähle zwei Jahre und drei Monate Gefängnis zu. Bingen, 5. Jan. Billige Gepäckträger gibt's nach der „Mittelrh. in Bingen! Kommt da eine Dame mit dem Trajektboot von Rüdesheim an. Sie trägt in der Hand ein kleines Täschchen. In der Rheinstraße tritt nun ein Junge von 8 bis 9 Jahren, der anständig gekleidet war, an sie heran: „Freilein, darf ich das Päckche trage?" — „Danke schön!" — „Gewe se mersch nur, ich trag's Ihne bis Bingerbrück for eene Penning!" — Billiger kann man doch nicht bedient werden! (pr.) Ludwigshafen, 5. Jan. Eine wichtige Erfindung, die eines „Fernseh ers" hat Herr Fritz Lux hier zum Patent angemeldet. An der Erfindung eines Fernsebers ist schon lange gearbeitet worden und schon viele Konstruktionen sind entstanden, jedoch bis jetzt war es noch mit keiner einzigen möglich, das Fernsehen wirklich zu erreichen. Herr Fritz Lux will nun einen Apparat konstruiert haben, der Bilder von Schriftzeichen, Worte imb Personen von einer Stelle nach anderen beliebigen Wellen überträgt. Auf ähnliche Weise, wie es möglich ist ohne Drahtverbindung zu telephonieren, soll es auch möglich sein, mit dem Apparat des Herrn Lux ohne Drahtverbindung fernzusehen. Grafen Arthur zu Erbach-Erbach, denk Provinzialdirektor Dr. Breidert, dem Ministerialrat Braun, dem Professor Dr. Brauns, Rektor der Landes-Universität Gießen, dem Geh. Negierungsrat Schönfeld ans Schotten, dem Landwirt und Landtagsäbgeordneten Korekl aus Leusel, dem Bürgermeister Arnold aus Alsfeld, dem Pfarrer Werner aus Nidda, dem Bürgermeister Stahl aus Friedberg, dem Schlossermeister Knipp aus Bad-Rauheim, dem Kreis- eimtmann Werner aus Lauterbach, dem Kommerzienrat und Landtagsabgeordneten Euler aus Bensheim, dem Kommerzienrat Glückert, dem Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Seelinger aus Lampertheim, dem Fabrikanten Heyn, dem Bierbrauereibesitzer Hildebrand aus Pfungstadt, den Bürgermeistern Krausmann aus Dieburg, Eidmann aus Groß-Umstadt und Arnold aus Groß-Gerau, demFabrikanten Wilhelm Opel aus Rüsselsheim, dem Bürgermeister Höhn und dem prakt. Arzt Dr. Vogel aus Heppenheim, dem Oberbürgermeister Brink aus Offenbach, den Bürgermeistern Büttner aus Mülheim a. M., Dr. Sutor aus Alzey und Werner aus Flonheim, dem Kommerzienrat Coblinz aus Bingen, dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner aus Mainz, dem Fabrikanten Rudolf Tyckerhvff aus Amöneburg, dem Bürgermeister Schmidt und dem Reallehrer Minnich aus Oppenheim, dem Oberbürgermeister Köhler, aus Worms und dem Bürgermeister Mahler aus Herrnsheim. ♦* Hofrat Dr. Georg Frhr. v. Liebig, ein Sehn des berühmten Justus v. Liebig, Kgl. bayr. und Großh. hessischer Hofrat, Privatdozent an der Universität München 'und Badearzt in Reichenhall, ein wissenschaftlich hochgebildeter und hervorragend tätiger Gelehrter und als Arzt eine Zierde seines Standes, ist am letzten Tage des alten 'Jahres in München gestorben. Er war geboren am 17. Februar 1827 in Gießen. ♦* Waghalsige Jungen. Gestern mittag gegen 3 Uhr hätte sich in der Lahn leicht ein großes Unglück zutragen können. Zwei waghalsige Knaben von ungefähr 10 Jahren wagten sich in der Nähe des sogenannten Launs- bachersteges auf die dünne Eisdecke der Lahn. Der eine von ihnen aber kam zu nahe an eine eisfreie Stelle, glitt aus und fiel in die Lahn. Durch die Hilferufe gelang es einem in der Nähe sich befindenden tatkräftigen Arbeiter, ihn von dem sicheren Tode des Ertrinkens zu retten. ** Ein allzu heißer Trunk hat schon manchem Erwachsenen große Unannehmlichkeiten bereitet; noch öfter ist das der Fall bei Kindern. Daß solcher heiße Trunk aber auch von schweren Folgen begleitet sein kann, beweist der Umstand, daß durch Trinken von kochender Milch sich das dreijährige Söhnchen eines Taglöhners in Frankfurt Mund, Zunge und Speiseröhre so schwer verbrühte, daß es an Atemnot litt und ins städtische Krankenhaus gebrach werden mußte. Der Zustand des Kindes rst bedenklich h. Dornholzhausen, 4. Jan. Die Gemeinden Dornholzhausen und Hochelheim wurden in diesen Tagen von einem tieflchmerzlichen Trauerfall betroffen, da ihr geliebter Seelsorger, Pfarrer Froelich, am Sylvefter- tage, erst im 'Alter von 47 Jahren, durch den Tod von ihnen genommen wurde. Am Begräbnistage, dem Sonn- tag nach Neujahr, versammelte sich gegen 2 Uhr eine große Menschenmenge vor dem Pfarrhause zu Hochelheim. Sämtliche Bewohner von Hochelheim und Dornholzhausen, sowie viele aus den benachbarten Ortschaften waren erschienen, um dem in der ganzen Umgegend geliebten und geehrten Seelsorger die letzte Ehre -u erweisen. Unter dem Klange der Glocken bewegte sich oer Leichenzug nach der Kirche. Ter Sarg wurde von Mitgliedern des Presbyteriums beider Gemeinden tragen. Leider konnte die Kirche nur einen kleinen Teil der Leidtragenden aufnehmen. Bor dem Altar erfolgte die Einsegnung durch den Superintendenten Schöler von Wetzlar, der auch die Leichenpredigt hielt. Nach beendigtem Gottesdienst bewegte sich der Leichenzug abermals unter dem Klang der Glocken nach dem Friedhof, wo die irdische Hülle des Verstorbenen auf feierliche Weise der kühlen Erde übergeben wurde. Pfarrer Froelich war 1886 zum Nachfolger des nachmaligen Professors Schöler ernannt worden. 18 Jahre lang hat er sein Hirtenamt in beiden Gemeinden mit aufopfernder Liebe und Treue , ausgeübt. (!) Friedberg, 5. Jan. Nach dem städtischen Haushaltungsp1 ane für 1902/03 wurden ausgegeben : für die Erbauung von Straßen 21000 Mark, für Gelände an kauf 8000 Mark, für Errichtung von Baracken für ^das technische Institut 17 000 Mark, für das Gaswerk 33 000 Erster Wunsch, nun sause bin In die Reichshauptstadt Berlin, Künde es nach Ost und West Nord und Süd: In Treue kest! Dann soll Euch das Neue Jahr Bringen schöne Gaben dar, So flum Beispiel: Das Gebalt Soll erhöben sich, und bald Soll ein jeder werden Rat, Noch bevor das Alter nabt. Doch die Hauptfach kommt erst noch: Amt Berlin: bipv, hurra, bochl Bleibt uns gut, so wie bisher, Weit'res wünschen wir nichts mehr." Die Berliner begrüßten München mit folgendem Poöm: „Will sich ein Jahr vollenden, Ein neues brechen an, Und will der Weg sich wenden Aus unfrei- Lebensbahn — Dann naht mit leisem Rauschen Sich uns ein Genienpaar, Die heimlich Zwiesprach tauschen Von dem, was ist, was war. Erinn'rung möcht' uns halten Im süßen Traum zurück, Erwartung möcht' entfalten Zukünftiges Geschick. Mög' uns das Glockenläuten, Tas uns erhebt das Herz, Ein frohes Jahr bedeuten, Wo Lust besiegt den Schmerz, Der Geist, der treu verbunden, Der Brüder große Schar, Mög' sich aufs neu bekunden Auch in dem neuen Jahr!" Eingesandt. Für Form und Inhalt alle*, u.iul tn.ser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.l v In Nr. 293 dieses Blattes vom 14. v. Mts. war ein Artikel unter „Unzufrieden" zu leien. Der Einsender desselben scheint mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht allzusehr vertraut zu sein. Er schreibt von Gehaltsoerhältnissen der Staatsbeamten, von Sondergesuchen um Verbesserung der Gehälter und — von Disziplin der M i l i t ä r a n w ä r t e r. — Zunächst sei festgestellt, daß, wenn überhaupt, nur ganz selten Gesuche von Militäranwärtern um Gehaltsverbesserungen re. der 2. Kammer Vorgelegen haben dürsten, es wird sich wohl lediglich um Gesuche von Zivilanwärtern handeln. — Betr. Anrechnung der „Vordienstzeit" darf man wohl annehmen, daß es sich hier nur um Militärdienstzeit handeln kann, deren schwerem Dienst sich der Unteroffizier, um sich das Recht der Zivilversorgung zu erwerben, unterzogen bat und daß von einer etwaigen „Vordienstzeit" eines sonstigen Anwärters, dem der „Dienst in des Kaisers Rock" zu schwierig schien bezw. er nicht den Mut besaß, seine Kräfte dem Vaterlande zur Verfügimg zu stellen, wohl nicht die Rede sein kann. — Durch Gesetz ist zwar für die Militäranwärter gesorgt, indem bestimmte Stellen bcnfelbcit vorbehalten sind, aber werden denn diese Stellen auch tatsächlich mit Militäranwärtern besetzt? Nein! kaum 73. — Ein Kommentar erscheint wohl hier überflüssig. — Daß nach abgelegter Probedienstleistung, wie behauptet wird, der Militäranwärter sofort zur Anstellung gelangt, ist mit wenigen Ausnahmefällen durchaus unzutreffend. Weshalb stellt man wohl and) bei den Kommunalbehörden keine Militäramvärter ein, trotzdem nach dem Beschluß des Reichstages von 1899 gesetzmäßig angeordnet ist, daß bcftimmte Stellen für diese offen zu halten sind? — Es befinden sich unter den Unteroffizieren der Großh. Heff. (25.) Division fast 8/t solcher aus Preußen und es wird diesen an- heimgestellt, nach Ablegung ihrer langen treuen Dienstzeit wieder in ihrem „Vaterlande" Unterkunft zu suchen. — Unter allerlei nichtigen Vorwänden versucht man den Militär- Anwärter schon von der Bewerb ung um Stellen bei vielen Behörden fernzuhalten, indem man schwere Prüfungen zur Be- bingung macht, ober ihm das Fortkommen so aussichtslos wie möglich darstellt, vermutlich um die Stelleii ausschließlich für„„ihre Leute" zu reservieren bezw. die Einstellung von Militär-Anwärtern nicht allgemein zur Einführung zu bringen. Man wird unter diesen Umständen dem- Militäranwärter nicht verdenkeii können, wenn er biß und da sein gutes Recht durchzufechten sucht. Daß aus Militäranwärtern dnrchcnls brauchbare und pflichttreue Beamte sich beranbilben, sei hier hervorgehoben, baß u. A. ein Abgeorbneter im preußischen Landtage ausgeführt bat, daß ein tüchtiges Beamtenpersonal vorzugsweise unter den Militäranwärtern zu suchen ist, denn diese Leute wären diszipliniert, und die Er- füllung ihrer Pflicht ist ihnen sozusagen zur zweiten 9iatur geworden. Der Verfasser des erwähnten Artikels spricht auch von Disziplin, der sich ein Militäranwarter auch nach Ablegung des Waffenrocks befleißigen sollte; dies wird er zweifellos tun auch ohne die Lehre, die ihm von einer „undisziplinierten" Seite zu teil wird. Gießen, 4. Januar. Der Vorstand des Eisvereins wird hierdurch höfl. ersucht, wenn irgend möglich, die Eisbahn auch in diesem Jahr, wie vergangenen Winter, in den Abendstunden von 7—9 Uhr zu öffnen. Es sind gewiß nicht wenig Mitglieder, denen der Besuch der Eisbahn außer Sonntags nur in den Abendstunden möglich ist feiner für viele. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 7. Januar, abends 8 Uhr, im oberen Kon- firmandensaale, Kirchstraße 9: Bibelstunde. Psalm 91. Pfarrer D. Schlosser. u <3 S c 25 g c oft c-> '•S g o Igl 6> o ÖJ S-> CD » o$l g cd >» o § *05 = =9 g s®-2 o " Ä L O C g LZ . JO xO g 5 g r-> o o §a do 2 >§i - c <3 flfl' <59 = F L Z -2i c jg N •-> . g «“£ = z = @ t*e s Z § N <5^^ <5-> 'S ü — ü ® do S do S «2 'b Qt9 s-> 65 s o g = C H ff-g = = o 2'^ A L •§■ l "5 04 f = •- MS gK K = -2 = 5 Q C £ ~ jö 5S S E £.& 5 S W C7V O s-> Zj — «-> □o x> g g vTT- "" ig- g *§*2 g-E 'S -Sü cd ? = o = c: = "= <^=5 <—.5^ W» — Ofi >O g o o X> —. 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N- NH g 5! 1/3 K Zi Q> C . ♦• HZ S § do g tu g * ö -= g O .5 B g1- -& .2 ö ^.=0 ä cS u - @ -1 «b~ O XD JR = 2 S rm Bekanntmachung. 37 40 Naüelstockholz. I. V.: Lurschmann. 96 51 29 48 1 29 2120 960 4560 Lucheuschettholz (Lichenjcheilholz Lucheiitliüppelholz Eichentnüppelholz Lindenkilüppeiholz 9labeltnüppelL)old Zohversteigerung im Gießener StadLwald. Montag den 11. Januar 1904, vormittags 9*/2 Uhr beginnend, werden in den Ab- teilungen Bruderwrnter, Oberförsterwiese, Fauler «öden, (Srubeukopf, Aue u. Lumpen- mannsbrunnen versteigen: Wellen Bilchenreisig „ Eichenreisig „ Nadelreisig (teilweise zu Bohnenstangen geeignet) rm zerkleinertesBucheniioct- yolz , zerkleinertes Eichenstoä- warte. Gießen, den 4. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen, yjiecum. 259 vom Gleiberger Weg aus — sollen an einzelne Handwerksmeister bezw. Unternehmer vergeben werden. Pläne und Bedingungen können bei den Architekten Herren Stein & Meyer während der übliche« Bureaustunden vom 8. bis 13. d. Alts. Ungesehen werden und wollen Reflektaiiten ihre Angebote bis zum 14. d. M., mittags 12 Uhr, an uns hierher einreichen. 200 Wetzlar, den 4. Januar 1904. Julius Noseuthal & (So. 101 „ Nadelstockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Lichersiraße am Forsthaus Hoch- Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustratze 2 (BürgermeiftereigebLude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern iArbcilern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis ü Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 307 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Schlosser, 1 jüngerer Schmied, 1 Friseur, 1 Schriftsetzer, 2 jüngere Hausburschen, 1 Fuhrknecht, 10 Dienstmädchen hier und auswärts. Lehrlinge: 2 Schreiner, 1 Metzger. Es suchen Arbeit: 1 Erdarbeiter, 1 Schlosser, 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Mälzer, 1 Metzger, 1 Bäcker, 1 Waschfrau, 1 Lackierer, 1 Kassierer, 1 Portier oder Diener, 1 Fuhrknecht, 4 Ausläufer, 1 Köchin, 1 Mädchen, 2 Laugrauen, 2 Dienstmädchen, 2 Bureaugehilien. Mit Bezugnahme aus die Bestimmungen in $ 25 der Wehrordnung werden alle im Jahre 1884 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber sich zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Atusterung in 1903 zurückgestellt worden sind, und entweder m Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschasts- beamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähillicher Eigenschaft sich dahier aul- !halten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungsstammrolle in der Zen vom 1». Januar bis 1. Februar d. I. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden, und dabei, wenn sie dahier nicht geboren | find, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden -Ltan-, besamt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung konkurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, datz btejentgen, welche die Anmeldung unterlassen, sich zu gewärtigen haben, daß '.sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Hast bis zu drei jTagen belegt, von der Teilnahme an der Losnng ausgeschlosfen, 'und ihrer etwaigen Aiisprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zett der Meldefrist abwesenden Ntilitärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Jabrikherren zu dieser Anmeldung verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen lauf Grund des § 32, pus. 2, Lit. a, b, e, d, e, f und g der Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen sind: verspätete Gesuche können ferne Berücksichtigung finden. Gießen, den 2. Januar 1904. . 306 tD-rohyerzog.u. e r umermeisterei Gießen. Arbeitsvergebung I Die Bauarbeiten und Lieser- I ungen zur Errichtung eines Lagerhauses an der neuen Straße von Gießen nach Krofdorf — das Grundstück hat auch eine Zufahrt Hrtsgewerbeverein. CkinilliersMmlms Uiltwoch den 6. Niunt 1904, abends 8V2 Mr, Restauration Feidel. iTaaesordnung: Wahl der Mitglieder des Gesellen- Prüfungsausschusies. Lehrlmgswesen. Versicherungswesen. Verschiedenes. QU recht zahlreicher Beteiligung ladet ein 166 £ _ 10 Der Borst""d. Niederlage bei ’S o 5? c 'S z 3t N «I. ^3 III. Kesflsch-Tyüringische Siaatslotterie [Mitteldeutsche Ätaatslotterie) Iiehung IIL Vlaffe. (1. Tag) 5. Sanuor 1904. . Alle Nummern, neben welchen nicht« bemerkt ist, find mit 134 Mark gezogen. (Ohne Gewähr.) 47 53 162 214 301 95 451 514 33 80 637 738 869 927 47 58 1092 120 32 70 218 55 70 71 99 414 34 51 586 686 753 874 947 70 71 2126 206 19 48 305 41 84 405 46 53 70 87 501 6 18 58 97 (150 i 684 823 25 67 918 3028 55 86 107 276 325 582 611 44 892 94 935 o0 56 57 75 4009 81 99 118 99 205 79 377 79 441 519 29 80 616 736 816 32 78 82 907 23 40 89 5007 23 103 210 42 56 335 60 70 71 412 568 90 609 92 763 75 828 937 (150) 89 6026 158 312 459 84 509 19 95 651 92 707 45 73 99 805 43 45 904 7068 258 98 483 85 98 561 84 88 620 701 23 33 835 39 82 963 68 8129 64 60 209 82 96 342 476 521 47 52 0014 35 83 85 213 82 412 34 94 623 87 45 75 1150] 79 799 850 60 10036 96 214 67 89 96 315 448 64 81 519 22 608 12 50 75 99 754 62 838 67 931 40 91 11071 116 29 204 67 84 92 333 89 73 92 446s 508 31 67 68 629 75 702 11 97 846 [150] 55 12008 [150] 121 98 203 9 56 878 436 68 81 82 558 69 693 744 868 947 13U02 76 253 98 610 715 25 27 58 75 808 52 921 63 65 14116 327 50 474 519 28 31 67 601 775 881 995 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Januar 1904