Nr. 261 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktton, Expedition ».Druckerei: Schulstr.?. Tel. Nr. 6L Lelegr.-Adr. r Anzeiger Greßen, Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Zamilienblatter" werden dem ,Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Viertes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 5. November 1904 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Politische Tagesschau. Einst und Jetzt. In der Münchener Freistatt veröffentlicht Professor Lujo Brentano einen außerordentlich interessanten Artikel über den Frankfurter Wohnungskongreß. Was er an der Hand der Statistik zur Widerlegung des bekannten einleitenden Pohleschen Referats sagt, ist überzeugend. Ueber den gefaulten Verlauf des Kongresses fällt er ein vessimistisches Urteil. „Das Gefühl, pro nihilo gekommen zu fein'', wurde Brentano nur durch den Schluß des Kongresses, die Reden von E. Dalmatius und besonders Dr. Friedrich Naumann benommen: „Es war ein glänzender Sonnenuntergang nach trübseligem Tage", ruft der Gelehrte in Erinnerung daran aus. Von besonderem Interesse ist jedoch eine an ein kleines Intermezzo anknüpfende allgemeine Betrachtung, mit der Brentano seinen Artikel schließt. Doch lassen mir ihn selbst reden: „Immerhin dachte ich am folgenden Morgen: Ende gut, alles gut. Tann ging ich in das Lesezimmer meines Hotels und wurde sofort wieder auf das gestoßen, was beit Mißerfolg der vorausgegangenen Tage verschuldet hatte. Ta saß im eifrigen Gespräch mit seinem Sekretär ein Interessent. Tie Szene war köstlich, ein neuer Serenissimus mit seinem Kinder- mann. Er gab in wenigen abgestoßenen Sätzen Direktiven über die Art, wie seine Interessen öffentlich vertreten seien; der andere folgte, in jeder Miene die Ergebenheit des schlauen Lakaien, bald zustimmend wiederholend, bald suggerierend, ein Typus jener neuen Existenzen, welche die moderne Entwickelung ins Leben gerufen hat, die gegen glänzende Bezahlung ihr Wissen und oft auch ihre Seele einem Mächtigen verkaufen, wie einst der Bravo in Venedig, und zu kaum löblicherem Zwecke. Obwohl ich 'sehr still in einer Zeitung las, muß doch mein Gesicht^ausdruck verraten haben, was ich über das unfreiwillig Gehörte empfand; Serenissimus erhob sich, um im Rauchzimmer mit Kindermann ohne Zeugen weiter zu reden. Ich aber dachte über die Wandlung nach, die in unserem öffentlichen Leben Platz ergriffen. Emst waren es große, ideale Auffassungen über Staat und Kirche und.Volkswirtschaft und Gesellschaft gewesen, welche die Menschen zu politischen Organisationen zusammengeführt. Wer ein Sonderinteresse geltend gemacht hätte, das ihn zu der einen oder anderen Organisation führe, wäre von seinen eigenen Genossen verachtet worden. Heute ist's umgekehrt. Wer gegenüber dem Sonderinteresse das Interesse des Ganzen verfolgt, wird geschmäht. Es gilt als selbstverständlich, daß man auf die Seite sich schlägt, auf welcher der persönliche Vorteil liegt, wer anders handelt, gilt als Tor. In mächttgen Verbänden suchen die Gleichinteressierten ihren Vortell auf Kosten des Ganzen, und unzählige Talente, die ehedem in selbstloser Aufopferung nur dem Vaterland zu dienen bestrebt gewesen, liefern jetzt sogenannte wissenschaftliche Argumente für ihre Brotgeber oder lassen sich als Kettenhunde gegen die gebrauchen, die einmal zäh an dem fest- halten, was sie, unbekümmert um Eigenvorteil, für das Wohl des Ganzen erkannt haben. In dieser Wandlung liegt die große Gefahr der Zukunft des deutschen Volkes. Wenn diesem die Er- sahrungen des Frankfurter Wohnungskongresses ein Anlaß werden, wenn sie den Anstoß geben sollten zu einer kräftigeren Neu- organisatton aller wahrhaft national und sozial Denkenden nickt nur in der Wohnungsfrage, sondern in allen Fragen des öffentlichen Lebens, so hätte auch ber erste allgemeine deutsche Wohnungskongreß nicht umsonst getagt." ♦ Ueberfiillung des Anwaltstaudes. Eine jüngst veröffentlichte Statistik hat die außerordentlich starke Zunahme der Rechtsanwälte in Sachsen zahlenmäßig bestätigt. Jetzt hat, wie aus Dresden geschrieben wird, der Vorsitzende der sächsischen Anwaltskammer, Justizrat Dr. Mittasch, sich eindringlich gegen den immer bedenklicher werdenden Zudrang zum juristischen Studium und besonders zum Anwaltstande ausgesprochen. Er führte aus, fast sämtliche deutsche Anwälte seien aus Gründen des öffentlichen Wohls gegen die Wiedereinführung des numerus clausus (beschränkte Zulassung zum Anwaltsstand), aber sie müßten auch erwarten, daß das große Publikum endlich zur Einsicht gelange und das juristische Studium nicht mehr, wie es so vielfach geschehe, als ein Verlegenheitsstudium behandle oder für ein Vrotstudium ansehe, bet dem man die Möglichkeit habe, recht bald Geld zu verdienen. Komme von dieser Seite keine Hilfe, so werde man der Erörterung der Frage nicht aus dem Wege gehen können, ob sich nicht eine Verschärfung des ersten juristischen Examens empfehle, zumal sich die dem Anwaltstande zudrängende Hochflut gerade aus einer so großen Menge solcher zusammensetze, die auf der Universität den niedrigsten Grad wissenschaftlicher Reise erlangt hätten. Endlich werde eine Verlängerung der Gymnasialzeit für die Abiturienten zu erwägen sein, die zur Universität gehen wollen. In dem anzusügenden Kursus seien die jungen Leute auch mit den näheren Verhältnissen der Berufszweige vertraut zu machen. Dadurch werde vielleicht mancher abgehalten werden, ein Studium zu ergreifen, zu welchem ihm nicht besondere Neigung hintreibe oder das ihm keine sichere Existenz zu bieten vermöge. Schülern und Eltern werde dadurch bei Zeiten vor Augen geführt, daß nicht jeder, der das Gymnasium besuche, auch studieren müsse, daß eine Ueberfüllung der gelehrten Stände ein gelehrtes Proletariat schaffe und daß ein solches ein Unglück für Staat und Gesellschaft sei. Dies sollten nicht positive Vorschläge, aber Anregungen sein. * Trier, 4. Nov. Ueber den gemeldeten Mord und Selbstmord (vgl. unsere gestrigen Telegramme) berichtet die „Trierer L.-Ztg.": Der Buchhalter Ruland, der bis vor einem halben Jahre bei einer Kohlenhandlung beschäftigt war, soll in der letzten Zeit Lebens- und Feuerversicherungs- Gesellschaften vertreten haben. R. war zum zweiten Male verheiratet. Die Tat erfolgte am Grabe der ersten Frau. R. soll sich bereits am Vormittag auf dem Friedhose mit seinem Söhnchen aufgehalten und sich gegenüber dem Fried- hofsauffeher mit Selbstmordgedanken geäußert haben. Er übergab dann dem Friedhofsaufseher einen Brief an seine Frau, äußerte aber bald darauf zu diesem, er habe seine Selbstmordgedanken aufgegeben, worauf er den Friedhof verließ. Einige Zeit darauf ging er aber trotzdem wieder auf dem Friedhof, ohne gesehen zu werden; dann brachte er seine unselige Tat zur Ausführung. Ec schoß sein Kind und sich in die Schläfe; der unglückselige Vater war sofort tot, das Kind lebte noch, starb aber bald darauf. * Innsbruck, 4. Nov. Bei den Exzessen in der letzten. Nacht infolge der Eröffnung der italienischen Rechts-^ f a k u l t ä t wurden acht Deutsche durch Schüsse teils leicht, teils schwer verletzt: zehn Italiener wurden verwundet.! Als das Militär ausrückte, wurde es mit Steinen beworfen, worauf die Soldaten mit dem Bajonett vorgingen. Hierbei erhielt der KunstmalerPezzeieinenStickindenRücken, woran, er bald darauf starb. Auch der Stadtphysikus wurde durch' Revol^rschüsse am Schenkel verwundet. 135 Studenten,! deutsche und italienische, wurden verhaftet. Heute kam es in beit Straßen abermals zu Zusammenstößen, die unblutig verliefen.! Bei den verhafteten Italienern wurden 46 Revolver gefunden.! Heute vormittag zogen deutsche Studenten vor die italienische^ Fakultät, demonstrierten dort unter den Rufen: „Weg mit den' Meuchelmördern!" und schleuderten Steine gegen die Fenster' des Gebäudes. Die Wache versuck.e die Menge auseinander-, zutreiben, erwies sich jedoch als zu schwach Im Laufe des Tages■ wiederholten sich die Tumulte. Tie Demonstranten, denen sich' der Pöbel aus der Stadt anschloß, drangen in die Gebäude oer; italienischen Universität ein, zertrümmerten das Mobiliar unh) warfen die Trümmer durchs Fenster. Ein größerer Haufen zvgj vor die Wohnung des Statthalters, wo er durch Pfeifen und> Johlen demonstrierte. Heute nackmittag fand eine Gemeinderats-^ sitzung statt, welche einen stürmischen Verlauf nahm. Universitäts-^ rektor wurde zum Statthalter berufen. Zu den Straßendemon-^ strationen wird noch gemeldet, daß zum Zerstreuen der deutschen Demonstranten iutalienische Jäger verwendet wurden, welche den Bajonettangriff mit Schimpfworten auf die Deutschen einleiteten. Tie Aufregung der Bevölkerung ist ungehe^r. Nach der Besprechung der Minister verlautet von unterrichteter Seite, daß die Schließung der Innsbrucker Universität oder der italienischen Recktsfakultät nicht erfolgen werde. Die Regierung werde die umfassendsten Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Innsbruck treffen. * Die teuersten Zigarren. Die ausgezeichnete Tänzerin Fanny Eißler (1810—1884) feierte überall, wo sie, auftrat, glänzende Triumphe. In Amerika, wo sie 1841; Gastrollen gab, erregte sie eine Begeisterung, wie vorher noch.- nie eine Künstlerin. Zu ihren glühendsten Verehrern zähW ein reicher Plantagenbesitzer aus Havanna. Ec sandte Fanny,! nachdem er sie tanzen gesehen hatte, eine Zigarrenkiste mit folgenden Worten: „Herrliche Europäerin! Empfangen Sie hiermit von einem aus den Millionen Ihrer Anbeter tausend Stück Havanna-Zigarren als Morgengabe. Entschuldigen Sie, daß der arme Zigarrenfabcikant keine glänzendere Huldigung darbieten konnte, und gestatten Sie, Holdeste, daß ich verbleibe mit tiefer Verehrung Don Josö Alsancho." Die; Künstlerin machte ein ziemlich enttäuschtes Gesicht über di^ wenig geeignete Gabe, aber neugierig, wie alle Evastöchter, brach sie doch die Kiste auf. Vor ihren musternden Blicken lagen die schmucken, schlanken Zigarren. „Nicht einmal eine, Spitze hat er mitgeschickt," schmollte Fanny, und zerstreut nahm sie eine der Zigarren aus der Reihe. Aber die Zigarren waren ungewöhnlich schwer. Fanny wickelte das Deckblatt ab und — o Wunder! — reines glänzendes Gold, lachte ihr entgegen. Die 1000 Stück Zigarren waren das! feinste, geschlagene, in Deckblätter von Tabak gewickelte (Soli). Der „arme" havannesische Fabrikant hatte der „göttlichen" Tänzerin ein Geschenk von 50000 Dollars gemacht. [A. GräieSaasi-W®i88zli| Bahnhofstrasse 35. Telephon 441. in besten Qualitäten. Eigene Werkstätten. Fran ko-Li eferu n g. «18/ ‘1 / TO IR&äs©h*TMk. 48.- in 50 verschiedenen Taschen. Einzelne Möbel sowie komplette Wohnungs - Einrichtungen Emil Löh Kircheuplatz. T406 Nußkohlen Stückkohlen AnthrmtWen Hütten-Coks LteinkHeu-Metts Bmnkohlen-BnkttS AHrac.-Eisorlnbrikttts Gas-Coks BrmWli-PrWtze Brennholz Nußkohleu-Grus z« nehmen. Offerten unter 06633 an die Expedition d. Bi. die sich ihre kleinen Mahlzeiten zu Hause selbst bereiten, empfehlen wir als ganz besonders praktisch C5/11 MAGGI’s MAGGI’» Bouillon-Kapseln zu 10 und 15 Psg. Suppen, Schutzmarke Kreuzstern, zu 10 Psg. Würze in Originalfläschchen von 35 Psg. an. Man achte genau auf den Rainen ..MAGGI“. Bekanntmachung. Aus beit Zinsen der Stiftung der Elisabetbe Schmidt sind Gaben von je 17 Mk. an vier bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und an zehn arrne Witwen aus Gießen zu verteilen. Meldungen sind unter Beifügung der erforderlichen Nachweise bis zum 10. Dezember l. Js. m unseren Geschäftsräumen, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. 2, anzubringen. Gießen, den 2. November 1904. $ / Großherzoglicke Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Eurschmann. Studenten und sllmMeuüen j«iM Leute«, ™ ■ Ä Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Eheleute zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen und zwar: i 71 Mark 43 Psg. an zehn in Gießen geborene würdige Arme und 34 Mk. 29 Pfg. an fünf würdige Witwen zu gleichen Teilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu sind bis zirnt 10. k. Mts. auf dem Armen- amt, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. 2, einzureichen. Gießen, den 2. November 1904. B / Großherzoalicke Bürgermeisterei Gießen. I. 93.: Eurschmann. __________ Bekanntmachung. Aus den Zinsen der Friedrich Hoher von Nosenfeld'schen Stiftung sollen am Todestage des Stifters — 21. Dezember — ß7 'ijif. 2t) Psg. an solche evangelische, würdige Stadtarme verteilt werben die selbst in Gießen geboren sind und deren Eltern und Großeltern ebenfalls dort zur Welt kamen und in Gießen das Bürgerrecht inne haben ober hatten. Anmeldungen zum Bezüge dieser Zinsen sind auf dem Armenamt, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. s/bis zum 1. k. MtS. abzugeben. Gießen, den 2. November 1904. B/ Großherzoglicke Bttrae> meisteret Gießen. I. V.: Eurschmann. Krotprrise vom 6. bis 20. Noveinber 1904. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot — 1 Kg. (2 Pfd.) Schwai-zbrot 24 A 2 , (4 _, ) „ — w 2 w (4 v „ 48 „ 1 , (2 , ) Weißbrot 26 , 3 , (6 v „ 72 , 2 , (4 „ ) , 52 M 1 , (2 „ ) Kornbrot 22 u 2 , (4 „ ) , 44 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dern IL, GhvVmben 24 W. Weitzel, Lang-Göns . . 25 w W. Sreinmüller Ww., Lang- W. Fabel, Wieseck . . . 25 „ Gons ....... 24 „ L. EteinuüUler, Gr.-Linden 25 „ Keinr. Weber, Heuchelheim 25 „ W. Lein, Klein-Linden . . 26 „ Karl Poft, Wies eck . . . 26 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dem IL, Gr.--Linden 48 W. Fabel, Wieseck . . . 50 Louis Süßmulh, Steinberg 48 „ W. Weitzel, Lang-Göns . . 50 W.Sieinmüller Ww., Lang- Heinr. Weber, Heuchelheim 50 Göirs.......48 u Jakob Appel, Krofdorf . . 50 L» Steinmüller, Gr.-Linden 50 „ W. Lein, KteuuLmden . . 52 Karl Post, Wieseck ... 52 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot bei: Georg Dern IL, Gr.-Linden 22 H Hch. Weber. Heuchelheim 22 W. Weitzel, Lana-Göns. . 22 „ L. Sleinnüiller, Gr.-Lmden 22 W. Steimnüller Ww., Lang- W. Lein, Klein-Linden . . 24 Göns .......22 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: Georg Dern IL, Gr.-Lmden 44 W. Sleuunullcr Wiv., Lang- .Louis Süßnmch, Steinberg 44 „ Göns.......44 W. Weitzel, Lang-Göns. *. 44 y L. Steinnrüller, Gr.-Linden 44 Heinr. Weber, Heuchelheim 44 _ Karl Spanier, Reiskirchen 44 Karl Post, Wieseck . . . 44 „ Jakob Appel, Krofdorf . . 46 Gust. Jacoby, AttemBuseck 44 „ W. Lein, Klein-Linden . . 48 Ernst Christ, Wieseck . . 44 „ 27i Kilogramm (5 Pfund) Schwarzbrot bei: Louis Süßmurh, Steinberg 54 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei: W. Fabel, Wieseck . . . 66 Ernst Christ, Wieseck . . 66 „ Gust. Jacoby, Alten-Buscck 66 „ Karl Post, Wieseck . . . 66 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrol bei: F. Weiß, Grüningen . . 22 -- 2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrot bei: W. Schimmel, Kürzend. Al. 44 F. Wech, Grüningen . . 44 Jakob Appel, Krofdorf . . 44 u Karl Spanier, Reiskirchen 44 „ Ter Brotvertüuscr: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 5. November 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung, betreffend: Handelskammerwahlen. Zur Vornahme der Handelskammerwahlen wird Termen bestimnrt: 1. für den Wahlkreis Gießen-Stadt auf Donnerstag den 10. November d. I., nachmittags 2 bis 6 Uhr, im Bureau der Handelskammer Gießen, Nordanlage 15; 2. für den Wahlkreis Gießen-Land auf Donnerstag den 10. November d. I., vormittags 11 bis 12 Uhr, im Bureau der Handelskammer Gießen, Nordanlage 15; 3. für den Wahlkreis Grünberg auf Freitag den 11. Nov. d. I., nachmittags 2 bis 3 Uhr, im Büreau der Großh. Bürgerineisterei Grünberg. Als Wahlkommiffare fungieren: für Gießen-Stadt Herr C. W. N o w a ck - Gießen, für Gießen-Land Herr Kommerzienrat S. Heichelheim-Gießen und für Grünbcrg Herr H. Jhring-Lich. Die Wahlberechtigten der genannten Wahlbezirke werden zu der Wahl mit dem Ansügen geladen, daß in dem Wahlbezirk Gießen-Stadt 5 Mitglieder und in den Wahlbezirken Gießen-Land und Grünberg je 1 Mitglied der Handelskammer zu wählen sind. Gießen, den 4. November 1904. Tie Großherzogliche Handelskammer. Der Vorsitzende: Der Syndikus: K o ch.B5/n Dr. Knipper. Bekanntmachung. Aus der Minna Keil-Vogt-Stistung sind für das Jahr 1904 drei Gaben von je 70 Mk. an drei in Gießen wohnhafte, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder deren Witwen, evangelischer Konfession, zu vergeben. Bewerbungen sind bis längstens 30. November d. I. beim Armenamt, Neuen Bäue 25, einzureichen. Nur selbständige Handwerker oder deren Witwen können berücksichtigt werden» Gießen, den 2. November 1904. B*/u Großherzogin Bürgermeisterei Gießen. , ____________I. V.: Curschmann.__________________ Bekanntmachung. Die zur Drainage einer Wiese, Flur XXI, Nr. 41—45 in der Gemarkung Wieseck, erforderlichen Arbeiten sind zu vergebeii. Bedingungen können am dem Armenamt, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. 2, eingesehen werden. Angebote sind einzureichen bis spätestens L Dezember d. Js. Greßeii, den 2. November 1904. B*/u Die Armen-Teputation der Stadt Gießen. , Curschmann. Iergeöung von ZLauaröertm. Xie für den inneren Ausbau des Schulhauses, Fertigstellung des Abortgebäudes und der Hosanlage in Annerod erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Tie Angebotsunterlagen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Emsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind ver> schlossen und portofrei bis spätestens Dienstag deu 15. November d. I., nachmittags 4 Uhr, auf der Großh. Bürgermeisterei Annerod emzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlaat du 3M. zu Mk Maurerarbeiten 361.60 Weißbinderarbeiten 3349.85 Tachdeckerarbeiten 479.— Spenglerarbeitcn 185.20 Schlosserarbeiten 694.40 Glaserarbeiten 1310.94 Schreinerarbeiten 5114.29 Tapezierarbeiten 136.— Chaussierarbeitcn 375.— Pflasterarbeiten 720,— Eisen- und Röhrenlieferung 63.60 Gießen, den 28. Oktober 1904. B-9/10 Ter Großh. Kreisbauinsprktor des Kreises Gießen. Tie hm, Großh. Baurat. Spezial-Offerte in kompletten Schlafzimmern. Äusser den billigen kompletten Schlafzimmern Satin nussb. poliert, bestehend aus: 2 Bettstellen 2 Nachttischen 1 Waschkommode mit weisser Marmorplatte und Kachelaufschraubesp. 1 englischem zweitürigem Spiegelschrank M. 335 und jeder Preislage und allen Holzarten bis zu Mk. 1300. offeriere mein: Neu entworfen: Schlafzimmer „Rekord“, gleiche Möbelstückzahl wie vorher, in Satin* Nussbaum oder Eiche, beliebig gebeizt und patiniert, in Vornehm moderner Ausführung .. Mk. 540. Unter Berücksichtigung aller Vorteile der SelbNtfabrikation mit besten 11 ilfsmaschiuen ist es mir möglich geworden, dieses aparte Zimmer zu diesem aussergewöhnlich billigen Preise zu offerieren. Die Stücke werden auch einzeln abgegeben. Besichtigung in meiner Separat.BetfenaussteHunß erbeten. 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Größe Rr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, namentlich für engere Ofenschächte geeignet ..... 1,25 Mk. In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stücktokü.......1,05 Mk. RußkokS Nr. 1.....1,20 „ RublolS Nr. 2.....1,20 , Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: StückkokS.......1,— Mk. NutzkokS Nr. 1 .... . 1,15 , NußkokS Rr. 2.....1,15 „ Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Ausnahmsweise können kleinere Koksmengen ohne besondere Vergütung auch an die bell’. Lagerplätze (Keller, Stall usw.) verbracht werden, sofern die Zufuhr durch das Gaswerk erfolgt. Im Gaswerk findet nur Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der glmotrtaf der Gllskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei: Bacheuheimcr & Schaumberger, Marburgerstraße 22 Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Aliceftraße 19, I. Happel, Neustadt 56, Gcbr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Uuvcrzagt, Grünbergerslraße 13. Dauiel Wirth'S Nachf. (Th. Geilfus), Westanlage 5L Diese Firmen berechnen obensteheirde Preise unserer Gaskoks samt Anftihr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch tu Mcugeu unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkuug Gieße» ermäßige» sich um den Betrag der Oktroirnckvcrgütuug vo» 4 Pfg. für den Zentner. Gießen, den 11. Oktober 1904. 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