Samstag L. November 1904 134. Jahrgang Erstes Blatt Pie Heutige Hlummer umfaßt 16 Seiten. y an dlun gen mit Deutschland sind b een d eL Der Vertrag kann als abgeschlossen betrachtet werden. Die Unterzeichnung wird in den nächsten Taigen stattfinden. Der Inhalt des Uebereinkommens wird erst bekannt gegeben, wenn auch die Verhandlungen Deutschlands' mit Oesterreich beendet sind. Ms Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Vertrages wird der 1. November 1906 bestimmt. Seine Tauer wird auf 12 Jahre bemessen werden. Wien, 5,. Nov. In der heutigen Nachtsitzung des niederösterreichischen Landtages', in der das Budget beraten wurde, kam es wieder zu wüsten Lärm‘- szen en. Ter CchristlichsoMle Schneider rief, die letzten Demonstrationen seien von böhmischen Lausbuben inszeniert worden. Ter Sozialdemokrat Seitz erwiderte mit einer Anspielung auf Schneiders Alkoholvorliebe. Solange! es Alkohol gebe, werde es auch Schneider geben. Schneiden stürzte mit erhobener Faust auf Seitz. Der Schlag sauste auf den nebenstehenden Antisemiten Gruber nieder. Seitz griff nach dem Revolver, den er wegen antisemitischer Drohungen in der Tasche tragt. Die Streitenden wurden getrennt. Es gab ungeheure Tumulte. Die Galerie, die gegen Schneider demonstrierte, wurde geräumt, schließlich wurden um Mitternacht Seitz und Schneider ausgeschlossen. Mehener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Wort Arthur. London, 4. Nov. Reuter-Bureau meldet aus Schanghai: Der Angriff auf Port Arthur dauert mit un geschwächter Kraft fort. Die Verteidigung wird weiter hartnäckig und entschlossen geführt. Der nördliche Teil von Kikwanschan ist genommlen und wird trotz des heftigen Feuers' der Russen gehalten. Ein im Innern der Wert ei di gun g slinie gelegenes Fort wurde am 2. November durch Explosion eines Pulvermagazins zerstört. Die Ber- luste der Belagerer sind dem Vernehmen nach überaus groß. Es wird geglaubt, die russische Flotte vor Port Arthur werde noch einen Vierfach machen, zu entkommen. Schanghai, 4. Nov. (Reuter.) Hier verlautet, die Japaner nahmen sämtliche Hauptpositionen im Nordosten der Festung Port Arthur ein. Dem britischen Dampfer „Viktoria" gelang es, die Blockade von Port Arthur mit voller, aus Rind fleisch bestehender Ladung zu brechen. L o n d ö n, 4. Nov. Reuters Bureau meldet aus Tschifu: Hier eingetroffene Chinesen, welche Dalnh gestern verließen, berichten, Scharen von! iw der letzten Schlacht verwundeten Japanern passieren Dalnh. Frische Truppen seien auf dem Marsch zur Front. In Dalnh wird die Zahl der in den letzten drei Monaten gefallenen und verwundet en Japaner allgemein auf 40000 angegeben. Andauernd erhält sich 'das Gerücht, d-aß die Japaner Erlungschan und gewisse Außenwerke von Kikwanschan nahmen, doch werden von gut unterrichteten Japanern diese Gerüchte für verfrüht gehalten. Paris, 4. Nov. Der Sohn des Generals Stössel erhielt hier eine von Ende Oktober datierte Nachricht seines Vaters, wonach Port Arthur sich noch lange halten könne, wofern nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten. London, 4. Nov. Während Tokioer Tepeschen den Fall Port Arthurs nahe bevorstehend bezeichnen und melden, daß das letzte Fort auf der Ostseite der Stadt sich in den Händen der Japaner befinde und fünf russische Schiffe auf der Rhede mm Sinken gebracht worden seien und ein Teil des Südwestens der Stadt brenne, drahtet der Tschifner Korrespondent des ,Daily Telegraph", daß der japanische Sturmangriff zurückgeschlagen worden sei. Tie Japaner nahmen viele Laufgräben vor den Forts ein, vermochten aber nicht, sich der Forts selber zu bemächtigen. TieVerlustederJapaner seien größer als je. Tie Japaner in Tschifu räumen em, daß sie schlechte Nachrichten empfangen haben. Ter Kampf müsse fortgesetzt werden. Es werden Verstärkungen nach Talny gebracht. Tas Bombardement sei'so heftig, daß die Straßen Dalnys so zittern, als ob ein Erdbeben stattfinde. Durchschnittlich kommen täglich 300 V'wwundete in den Hospitälern an. London, 4. Nov. Tas höchst unzuverlässige Blatt „Control News" berichtet: General Stössel telegraphierte dem Zaren, daß er einen letzten Versuch gemacht habe, die ä n ß e rot F e st - ungswerke zu verteidigen und daß er beabsichtige, sich mit 10 000 Mann auf Liaotischan zurückzuziehen. Alle K r i e g s- schiffe, mit Ausnahme des „Pobjeda", seien gesunken, der „Sewastopol" und „Pereswjet" ragten zwei Fuß aus dem Wasser hervor. Mehrere Kriegsschiffe seien in Spitäler umgewandelt. Ter „Retwisan" sei bei einer Feuersbrunst zerstört worden, wobei mehrere Matrosen umkamen. ~ Tschifu, 4. Nov. Wie verlautet, ließen die Japaner mittels Dampspumpen große Mengen Seewasser in die Schanzen vor Port Arthur. Bei einem Ausfall am Oktober gerieten 20 0 Russen in Gefangenschaft. * fflitrj vor Schluß der Redaktion geht uns noch folgende Depesche zu.: London, 5. Nov. Ein Berichterstatter des Reuterschen Bureaus telegraphiert mit Genehmigung der Senfur aus Bort Arthur einen ausführlichen Bericht über die Belagerung, über deren verschiedene Stadien bisher nur äußerst verwirrte Ideen aus den Schilderungen chinesischer oder mehr oder weniger zuverlässiger Flüchtlinge gebildet werden konnten. Erst letzt gewinnt man ein Bild der Größe der den Japanern gestellten Aufgabe. Ter Bericht schildert, wie Tag für Tag, Woche für Woche die Japaner die russischen Stellungen und Forts zu erstürmen versuchten, wie sie immer wieder zurftckgeschla- gen wurden und immer wieder zum Angriff vrnaingen, bis die Anstrengungen von einigen, oftmals nur geringen Erfolgen, im Vergleich zu den Opfern, gekrönt waren. Eine der schlimmsten Wochen war die vom 19. bis 24. August, in der die V e r «= lüfte der Japaner 14 000 Mann betrugen. Die ruffc1 scheu Scheinwerfer und Sternraketen trugen dazu in großem Matze bei, die schwer gewonnenen Laufgräben unhaltbar zu warnttL Auf der ganzen Linie kämpften die Russen in tiefster Dunkelheit, während die Japaner das äußerst blendende Licht der Scheinwerfer und Sternlichter direkt im Gesicht hatten. Bei. Tagesanbruch am 23. August eröffneten die Japaner ein sthc tiges Feuer: über 400 Geschütze wüteten gegen die russischen Befestigungen: die Russen antworteten mit einem so furchtbaren Schrapnellseuer, daß es die Angreifer dezimierte und Mang, sich in der Nacht auf den 24. August in das Tal unterhalb der genommenen Forts zurückzuziehen. Tas ganze Resultat des tägigen Angriffs war die Besitznahme des Forts Banjusau, dav den Japanern das Fußfassen aus dem Bergrücken ermöglichte. Tie Japaner unterschätzten augenscheinlich Stössels Geschick und den entschlossenen Geist der Besatzung. Niedergeschlagen durch den zurückgeschlagenen Angriff und die schweren Verluste, entschlossen sich die Japaner zum Angriff mit Sappen und Parallelen. Bis zum 8. September versuchten die Russen täglich das Baujusanforts wiederzuerobern. Tie Japaner nahmen ihre Zuflucht zu Knegs- listen. Sie benutzten unbesetzte Laufgräben und Kasematten, die sie Nacht für Nacht wiederherstellten, wenn sie am Tage zerstört wurden. Tie Japaner erbauten ferner ein System von parallelen Belagerungsarbeiten vom 25. August bis zum 18. September fortgesetzt. Tie Russen machten Ausfälle und griffen die arbeitenden Arbeiten fast jeb« Nacht an, während sie sie am Tage beschossen. Als sich die japanischen Laufgräben den Verhauen am Fuße des Hügels näderten, auf dem die Forts stehen, wurden die Anö- fälle häufiger und entschlossener. Pardon wurde weder gewünscht noch gegeben. Tie heftigste Kampfeswut entbrannte, selbst Kranken- träger wurden getötet. Der Grund zu diesem Vorgehen lag tu her Angabe der Russen, daß die Forts beschossen wurden, wäbrcnd Aus Stadt und Land. Gießen, 5. November 1904. *• Ein Schreiben des Großherzogs über bett Wormser Synodaltag. Bei dem Vorsitzenden deZ Wormser SynodaltagS ist nachstehendes Schreiben Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs eingetroffen: „Die an Mich gerichtete Kundgebung des Wormser Synodal- tags hat Mich herzlich gefreut, weshalb ich diesen Weg wähl», um Ihnen Meinen Dank auszusprechen, welchen Sie den Teilnehmern freundlichst zur Kenntnis bringen wollen. Es hat Mir eine besondere Genugtuung gewährt, daß der Synodaltag, im 400 jährigen Erinnerungsjahr an Meinen Ahn Philipp den Großmütigen, in Meiner treuen Lutherstadt Worms, den Beschluß gefaßt hat, boä Genüge mit dazu beitragen zu wollen, um den engeren Zusammenschluß der evangelischen Landeskirchen in Deutschland herbeizuführen. Ernst Ludwig.* Zu den Stadtverordnetenwahlen. Als Nachfolger des Geh. Rats Dr. Gaffky für die Stadtverordnetenversammlung und insbesondere als Ersatz in der Baukommission ist von verschiedenen Seiten Medizinatrat Dr. Haberkorn genannt und empfohlen worden. Bezüglich dieses Vorschlages, den man nur begrüßen kann, bestanden Zweifel nur insofern, als man vielfach nicht wußte, ob ein Kreisarzt überhaupt wählbar fei. Aus verschiedene Anfragen haben wir uns bei zuständiger Stelle erkundigt und erfahren, daß Bedenken gegen die Wahl eines Kreisarztes als Stadtverordneter nicht bestehen. Gestern abend fand in der Restauration von Hermann Otto eine von über 70 Personen besuchte Versammlung des Wahlbezirks Seltersberg und Riegelpsad statt. Bauunternehmer Winn lehnte, nachdem er einstimmig vorgeschlagen worden war, die Kandidatur ab. Nach sachlich geführter Debatte wurden folgende Kandidaten aufgestellt: Eichenauer, Gabriel, Dr. Gutfleisch, Medizinalrat Dr. Hab er körn, Haubach, Gg. Hebstreit, Fr. Helm, Heichelheim, W. Hornberger, Gg. Simon, Kirch, LooS, Krumm, Petri, Wallenfels, Prof. Dr. Wimmenauer. — ES wurde auch beschlossen, einen Süd-West-Verein zu gründen, welcher demnächst ins Leben treten wird. Die von der ersten Bürgerversammlung im GasthauS zum Löwen eingesetzte Wahl-Kommission hat irr mehreren engeren Kommissionssitzungen und gemeinsamen Beratungen mit den verschiedensten wirtschaftlichen und Standes- vereinigungen, von denen bereits kurz berichtet wurde, eine Kandidatenliste für die Stadtverordnetenwahl nunmehr festgestellt. Man ist übereingekommen, so schreibt unS daS Komitee, die ausscheidenden zehn Herren in dankbarerAnerkennung ihrer verdienstlichen Tätigkeit im Stadtamte sämtlich wieder zu empfehlen. Von den außer ihnen in Aussicht genommenen Herren lehnte der als Vertreter der Universität zuerst nominierte Geh. Medizinalrat Professor Dr. Bostroem auf Befragen aus Berufsgründen leider ab und statt seiner wurde der ebenfalls der weiteren Universität angehörige und als Gießener Kind mit den Verhältnissen ber Stadt wohl vertraute Bibliothekar Dr. Ebel m die Liste ausgenommen. Auch auf die anderen Berufskreise wurde Rücksicht genommen und als Vertreter des Handwerks Schlossermekster Martin Dörr, als Nachfolger deS verstorbenen Stadtverordneten Hanau Max Friedberger, für die Großindustrie August Gabriel, aus den Kreisen der national gesinnten Arbeiterschaft Lackierer Ritzert aufgestellt. Die an dem Ausfälle der Wahlen gleichfalls intereffierte Landwirtschaft findet nach der Meinung der Versammlung in Oekonom- Simon ihren geeigneten Vertreter. Wir erhalten noch die Mitteilung, daß der nationalliberale Verein seine General-Versammlung zur Aufstellung der Kandidaten Qin kommenden Dienstag am & b. MS. abends Uhr im oberen Saal ded Casö Edel abhalten wwd. ** S. K. Hoheit der Grotzherzog reiste gestem nachmittag nach Mainz zur Teilnahme an der Emwechung des Offizierkasinos des Infanterie-Lelb-Rcglments Nr. 117. Im Gefolge befanden sich Generaldajutant Generalmasor von Wachter und Flügcladjutant Hauptnmnn Frhr. Schäffer von Bernstein. Die Rückkehr nach Wolfsgarten erfolgte gestern abend. Heute, Samstag, werden Ihre Königl. Hoheiten Nr. Ä61 •rUitnl »Sgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener KamUien» ölatter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der B rühl'schen Univers.-Vuch-u. Steindruckerei. 8u Lang«, Redaktion, Ervedttia» und Druckerei: Schnlftratz« 1. Adresse für Depeschen: Auzetger Gieße«. Fernspr«'chanschlußNr.bl. monatlich 75 viertel» jäbrltchMr. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch disPoftStt.L.—sieere^ jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bie TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. LellenpreiS: lokal 12 auswärts 20 Pfg. Verantwortlich füt den polit und augem. Teil: P. Wittko: Mr .Stabt und Land* und „GerichtSsaal": August Goetz; Mr den Anzeigenteil: HanS Beck. Ausland. Paris', 4 .Nov. (Kammer.) Tus Haus imb die Tribünen sind stark besetzt. Auf der Tagesordnung stehen zunächst die FnterpcUalionen über die Angeberei tm Heere, Guyot de Virieneue (nationalistischer ReMblr- kauer) erklärt: Die Tatsachen, die er am Freitag tn der Kammer zur Sprache gebracht hat, seien als richtig erkannt worden. Der Kriegsminister habe gegen die Schuldigen keine Maßregeln ergriffen und nrüsse dafilr veranlwortsich gemacht werden. Redner fügt hinzu, es sei ertoiefen, daß der Kriegsminister am Freitag nicht die Wahrheit gesag. habe. Nach langer, höchst stürmischer Debatte verlangt der Radikale Martin die Priorität für die Dagesordnuüg der Mehrheits'parteien, die auf die Negierung rechnet für bte Verteidigung der republikanischen Grundsätze in der Urmee. Ter radikale Dissident Vazeille verlangt einfache Tagesordnung, womit die Debatte am' vorigen Freitag abgeschlossen wurde. Me einfache Tagesordnung wird abgelehnt, doch beträgt die Regierungsmehrheit nur zwei Stimmens Die Priorität für die von der Regierung akzeptierte Tagesordnung Martin wird mit 28fi gegen -.76 Stimmen angenommen. Man will zur Wstimmung über den ersten Satz der Tages'ordnuW Martin schreiten, als der Nationalist Losies das Wort erbittet, um über den besonderen Fall eines Offiziers Mskunft zu verlängern Der Krie qsminister antwortet. Wie er von der Tribüne yerabsteigt, Mrzt der Nationalist Syveton auf ihn zu und schlägt ihn zweimal ins Gesicht. Das ganze Hans Mrzt nach der Mtte, wv sich ein wirrer Kamps entspinnt. Der Präsident Brisson bedeckt sich, die Sitzmrg wird siispendiert und die Tribünen werden geleert. Der Wiederbeginn der Sitzung schlägt Brisson die Zensur gegen Syveton mit Ausschluß für 30 Sitzungen vor. Mr Vorschlag findet Annahme. Da S. nicht freiwMg geht, führt,ihm die Palastwache hinans. General An dr s-hat eine ziemlich sta rke und blntende Hautgusstschun g an der Schläfe davongetragen, wahrscheinlich weil er unter ber Wucht des Schlages mit dem Kopf auf daS Pult gestoßen wurde. Syveton sieht einem1 Strafverfahren entgegen. — Der ehemalige bonapurtistische Deputierte Paul de Gassagiiac, Verleger der „MtoriiS", ist ge storben. In Cassag'.iac hat die französische Republik emcn ihrer leibenschastlichsten Gegner verloren und die bonapartisdsche Publizistik einen ihrer fähigsten Kopse. Paul Cassagnac hat ein Alter von beinahe 67 Jahren-erreicht Zürich, 4 ,Nov, Die Handel svertrag^Sver- ein Parlamentarier unter weißer Flügge die Botschaft des Kaisers vom 16. August überbrachte. Tie Erbitterung gegeneinander wuchs noch. Keine Flagge wurde später mehr erkannt. Pioniere, die die Trähte der Verhaue abschneiden sollten, hatten schwere Verluste; dies gab Anlaß zur Erfindung mannigfacher Listen. In einigen Fällen gingen die Pioniere vor und fielen wie tot dicht bei den Verhauen nieder und blieben regungslos liegen, bis die Aufmerksamkeit der Russen nachließ. Tunn schoben sie sich auf dem Rücken liegend unter den Trähten dzirch und durÄ- fchnitten diese mit langen Scheren. Wenn mißlang, wurden Pulversäcke an Bambusstangen unter die Verhaue geiührt und entzündet, sodaß so die Verhaue zerstört wurden. D y n a m i t b o m b e n wurden von den Russen gegen die stürmenden Japaner angewandt, von den Japanern gegen die russischen Laufgräben und Außenwerke. Wenn die Verwendung von Handbomben unmöglich war, gebrauchten die Javaner iniprovisierte B o m b e n m ö r f e r, die Bomben 50 bis 100 Pards weit schleuderten. Tie schwersten Geschütze, die die Japaner anfangs zur Stelle hatten, waren 4,7-zöllige Schiffsgeschütze. Aber gegen Ende August kamen sechszollige Geschütze hinzu. Am 14. September trafen einzöllige Haubitzen ein. Sehr bemerkenswert ist, daß trotz der ständigen mörderischen Zurückweisung stets zahllose Freiwillige zu den verwegensten Unternehmungen, ja zu dem sicheren Tode bereit waren. Am Abend des 19. September begannen die Japaner den Angriff aus den 203-Meter-Hügel und auf die Namaokayaniakmqel. Aber trotz mehrerer Stürme an den folgenden Tagen, die 2000 Mann kosteten, konnten die Japaner das voraeschobene Fort auf dem 203 Meter- Hügel, eine außerordentlich starke Stellung mit Drahtgeflecht und Schanzgräben, mcht einnebmen. Ter letzte Teil des Berichts beschäftigt sich mit den Beschießungen der Forts durch die Japaner und den Llusfällen der Russen bis zum 27. Oktober. Deutsches Reich. Stuttgart, 4. Nov. Tie vom Könige zur Wiedereröffnung des Landtages verlesene Thronrede weift darauf hin, daß eine der wichtigsten Aufgaben des nächsten Landtages die Verfassungsreform sein werde, nach welcher die Mitglreder der beiden Kammern ausschließlich aus dem gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht hervorgehen sollen, zugleich soll die Kammer der Standesherren eine zeitgemäße Neuerung erfahren. Tie Thrornede stellt sodann außer dem Gemernde- Reformgesetz und der Hoftheatervorlage, Gesetzentwürfe zum Umbau der Bahnhöfe in Stuttgart und Comrstadt, über den Bau einer linksufrigen Neckarbahn, ferner einen Gesetzentwurf zur Besserung der Gehälter der Volksschullehrer und in Verbindung bannt einen Entwurf zur Abänderung des Volksschulgesetzes, in Aussicht. Auch soll ein Gesetzentwurf über die Vahnemheiten vorgelegt werden. Tie übrigen Vorlagen sind von minderem Belang. _ , München, 4. Nov. Mit großer Spannung sieht man hier den kommenden Wahlen entgegen. In ganz Bahern regt es sich und bedrohliche Anzeichen deuten auf Sturm. Handelt es sich doch in der Hauptsache darum, das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht zu erlangen. Tie Regierung wird wohl von ihrer Absicht der Mänderung der Wahlkreise mmt ab- fffihi-n. Mit ihren Vermittelungsvorfchlägen ist sie in der letzten Session gescheitert, und so wird sie die Sache diesmal walw- scheinlich schlauer anfanssen. Sie beharrt fest auf ryrem Standpunkt, daß die Abänderung der W a hl kreis einteil- ung lediglich Sache der Staatsregierung sei und daß der Landtag nichts hineinzureden habe Sie wird daher die ganze Wahlkreiseinteilung aus dem ^lesetzentwurse herauslassen und falls der Entwurf angenommen ist, die Wahl- n:eiseinteilung nach eigenem Ermesien vornehmen. Jedenfalls wrnd der Kamps sehr heiß werden und man sieht mit großem Interesse der Entwickelung der Tinge entgegen. /er Großherzog und Prinz Heinrich von Preußen sich per Automobil zur Fafanenjagd in den Groß-Gerauer Park beheben. B. 8. Kunstausstellung. Wie schon erwühnt, enthält die gegenwärtige Ausstellung mancherkei Interessantes, wovon das 'Wertvollste hier besonderer Beachtung empfohlen sei. An die Spitze stellen wir die schönen Landschaften R. Kaiser'S, besonders »die Insel", und die »jungen Wan- berer* von R. Scholz. »Landschaften auS dem Achcntal" von feinem koloristischem Reiz hat M. Kunz-Bonn auS- auSgestellt; mit ihnen wetteifern die in einer eigentümlichen Mischling von Pastell und Gouache geschickt auSgesührtcn Landschaftsskizzen von L. Pelling-Diesen nm Ammersee. Düsseldorf sendete zwei flotte Seebilder von H. Lindenberg, ein trauliches holländisches Interieur von W. Harn- büchen und ein duftiges, nur leider durch seinen Goldrahmen stark beeinträchtigtes Frühlingsbildchen »Flora" von H. DeiterS, Marburg stimmungsvolle Landschafts- und Figurenstudien von H. Giebel, und liebevolle Aquarelle von A. Pfeffer; auch fehlt Ubbelohde nicht, der unS diesmal mit einem allerdings sehr skizzenhaften Jnterieurportrait überrascht. Von symbolistischer Richtung ist nur ein bemerkenswertes Bild da, „der Abend" von F. Goeppert-Weimar, gut gedacht und nicht ohne einen Zug inS Große, im ein- zelnen aber nicht durchweg erfreulich, zum Teil sogar von unfreiwillig komischer Wirkung. ** Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, tim !/s 12 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre z. Op. „Die Felsenmühle" von Reißiger, 2. „Mein Traum!" Walzer von Waldteufel, 3. „Einzug der Gäste a. d. Wartburg", (Tannhäuser) von Wagner, 4. Armee- Marsch Nr. 9, Herzog von Braunschweig, 1. Bat. Garde 1806. C. Verhaftet. Ein aus hiesigem Braunsteinbergwerk beschäftigter Arbeiter aus Niederbiel wurde hellte morgen wegen eines von ihm am verfloffenen Sonntag zu Niederbiel begangenen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. ** Ab schre dsfeier. Gestern abend fand im Neuen Saakbau, veranstaltet von dem Lehrerkollegium des Neal- ghmnasiums und der Realschule, eine Wschiedsscier zu Ehren des als Direktor an die Realschule zu Wimpfen versetzten Professor Block und deS'an die Höhere Mädchenschule und das Lehrerinnenseminar nach Mainz versetzten, Oberlehrers Dr. Bender statt. vcrniijchte». • Dresden, 4. Nov. Der Museums-Direktor Geheimrat Dr. Meyer wird beschuldigt, Museumsstücke beseitigt zu haben. Ferner wird ihm zur Last gelegt, daß er verschiedene Gegenstände für den Selbstbcdarf nuf Kosten des Museums angefertigt haben soll. Dr. Meyer befindet sich vorläufig noch auf freiem Fuße. In Weimar wurde am Realgymnasium vor einigen Tagen eine geheime Schülerverbindung entdeckt. Tas Lehrerkollegium sah sich deshalb veranlaßt, 17 Schüler der Prima und Sekunda aus hier Anstalt zu verweisen. Tie Maßnahme wird gerechtfertigt durch die von der Regierllng bestätigte Schulordnung, die sich in den Händen jedes Realgymnasiasten befindet. * Kleine Tages chronik. In Tresden macht sich peinliche Erregung über das Polizeiverbot bemerkbar, Postkarten mit dem Bildnis der Gräfin Montignoso auszustellen und zu verkaufen. Tics Verbot wird damit motiviert, daß die Ausstellung dieser Bilder geeignet sei, bei dein weitaus größten Teile der Bevölkerung, insbesondere bei den königs- treuen Publikum, Anstoß, Verwirrung und Beunruhigung hervor- zururen. — In her Nacht stießen in Herbillon -Algier) die beiden in Algier beheimateten Dampfer „Gironde" und „Schiaffino" zusammen. Ersterer ging unter, lieber 100 Personen sollen ertrunken sein. Tie „Gironde" verließ Bone mit 110 Reisenden, von denen 100 Kabylen waren. Ter Tamvfer „Schiaffino" blieb an der llnfallstelle. Märkte. Metzen, 5. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wockemnarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfg. 2 Stck. 15—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf.,' Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsenpr. Liter32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80—0,90Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,60—1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 58—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—6,50 Mk., Weißkraut per Stück 8—10 Pfg., per Zentner 4.00—4.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 8,00—10.00 Rtk.', Milch per Liter 18 Pfg., Aepfcl per Zentner 4 bis 7 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 20-25 Psg. Zwctschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Mk. Marktzeit 8—2 Uhr. ko. Frankfurt a. 9)L, 5. Nov. Heu- und Strobln a r k t. Heu kostete heute Mk. 3.50 — 3.90, Stroh Mk. 2.20 bis Mk. 2.50. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest. ko. Franks n r t a. M., 5. Nop. K a r t o f f e l m a r k t. Man notierte: Mk. 5 80—6.30 per 100 Kilo. (flft(fte Aachrichtcm Katholische Gemeinde, chottesdienll. SamStag, den 5. November 1 904. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 6. November 1 9 0 4. 24. Sonntag nach P f i n g st e n. Vormittags von 6 */, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9 V, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittag? um 5‘/? Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Montag abend 6'/, Uhr ist Jnbilällms»Andacht. Donnerstag um 7 Uhr: Segensmesse. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 6. November 1904: Zunächst vorwiegend trüb, Temperatur wenig verändert, dann mifbeilerub. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Vriefkallen der Rkdakllcm. (Anonyme Anfragen bleiben unberncksichtigt.l r. Die letzten hessischen Landtags wählen fanden am 8. November 1902 statt. Neueste Meldnnnen. Berlin, 5. Nov. Eine entsetzliche Familien- Tragödie hat sich in der Prinz Eugenstraße abgespielt. Dort erdrosselte die Frau des Maurers Lentze ihre drei Kinder im Alter von 6, 3 und 1 Jahr und verübte dann auf gleiche Weise Selbstmord. Paris, 5. Nov. DaS „Eco de Paris" meldet aus Petersburg, daß bet den Verhandlungen zwischen Rußland und England sich Schwierigkeiten ergeben haben. Rußland habe den Wortlaut des Abkommens, wie e§ England vorgeschlagen habe, ab gelehnt und das Schriftstück nach London zttrückgesandt. Paris, 5. Nov. Die Deputierten, welche bei dem von Syveton hervorgerusenen Zwischenfall zugegen waren, berichten, daß dieser den Kriegsminister mit solcher Heftigkeit geschlagen habe, daß das Gesicht ganz geschwollen sei. Andrö, welcher vor der Ministerbank stand, war von dem unvermuteten Angriff überrascht gewesen und habe unter der Wucht der Schläge gewankt. Er fiel dem Ministerpräsidenten in die Arme, der aufgesprungen war, um dem Angegriffenen zur Hilfe zu kommen. Das nunmehr entstandene Handgemenge war allgemein; wildes Rufen und schrankenloses Hin- und Herlaufen tobte in den Reihen der Deputierten. Der Arzt des Palais Bourbon, welcher den Kriegsminister Andr4 verband, erklärte, von der Hand Syveton könne der mit Blut unterlaufene Fleck nicht herrühren, sondern laste sich durch den Ring erklären, den Syveton an der Hand trage. Brison benachrichtigte die Gerichtsbehörde von dem Vorfall in der Kammer. Paris, 5. Nov. General Andrö wurde von Syveton mit der geballten Faust zweimal so heftig ins Gesicht geschlagen, daß er eine blutunterlaufene Strieme davontrug. Zuerst war das Gerücht verbreitet, Syveton habe den Kriegsminister mit einem Schlüssel, den er in der Hand gehalten habe, verletzt. Es scheint aber, daß die Strieme von bem dicken Siegelring Syvetons herrührt. General Andrä wurde von dem Arzte der Deputiertenkammer verbunden, und begab sich sodann nach dem Kriegsministerium. Er wohnte dem Schlüsse der Sitzung nicht bei. Dem Ministerpräsidenten, der ihn besuchte, sagte der Kriegsminister, der Schlag sei so heftig gewesen, daß er im ersten Augenblicke geglaubt habe, von zwei Nevolverkugeln getroffen zu sein. Wien, 4. Nov. Der „N. Fr. Pr." wird aus Inns» brück gemeldet: Der Gemeinderat beschloß, die Schließung der italienischen Fakultät und die Entfernung des Statthalters, der eine blutbefleckte Hand habe, zu fordern. Dem Bürgermeister Greil, der erklärte, er habe an den Statthalter Worte gerichtet, wie sie noch nie in der Burg gehört worden seien, wurde volles Vertrauen ausgesprochen. Innsbruck, 5. Nov. Bei den Tumulten wurde das Gasthaus Stenef in Wilten, der Aufenthaltsort von Italienern, dem Erdboden gleichgemacht. Der verwundete Beamte Engelbrecht ist gestorben. Telephonischer Kursbericht. 3*/sn/o Reiohsan leihe . . 101.40 Sn/o do. ... 89.80 8‘/,°/0 Konsole .... 101.35 3 °ln do.....89.35 3l/2°/n Hessen .... 99.90 3lOberhcssen . . . —.— 4% Oesterr. Goldronte . . 101.75 4* 6% Oesterr. Silborrente 100.30 4% Unirar. Goldrente . . 100.20 40/ ■ Italien. Rente , . . 104.10 4* a % Portugieser . . . 63.00 3°/ Portugiesen. .... 62.05 1% C. Türken .... —.— Türkenlose......128.20 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47.80 41/. % äussere Arsrentiner 43.60 3% Mexikaner .... 29.85 4,//’/o Chinesen .... 89.85 Electric. Sohuckert . . . 120.00 Nordd. Lloyd . . . . 107 40 Kredifaktien.....211 30 Diskonto-Kommandit, . . 191.30 Darmstädter Bank . . . 141.40 Dresdener Bank . . . . 153.30 Berliner Handelsges. . . 160.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.10 Lombarden ..... 18.10 Gotthardbahn.....189.00 Lanraliütte ...... 253.50 Bochum ....... 221.30 Harpener......217.00 Schatzscheine.....—.— | Brechdurchfall Diarrhoe Darmkafarrh ^ | Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw, | “ Kauft nur Nur echt /I8SO\ Marke auf der Sohle. Bekanntmachung. In der Zeit vom 29. Oktober bis 5. November 1904 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Paar weiße Glacehandschuhe; verloren: 1 goldener Ring mit Blutstein, 1 goldener Trauring, gez. L. 6. 9. 91. und 2 Darnen- uhren. Zugeslogen ist 1 Kanarienvogel. Zug elaufen ist 1 rebhuhnfarbiger Hahn. Die EnrpsangSberechtigten des gefundenen Gegenstandes belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 5. November 1904. • Großherzogli u? • timt Gießen. H e v berg. Mtijcher WohmMchmis Wen. Gartenstratze 2, Zimmer Nr. 14. (Geschaftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 40 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 1 möbl. Zimmer. 1 möbl. Zimmer. Zu mieten gesucht: 37 Wohlrungen von 2—6 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine DvlMmg mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. ein- schließlich 0,50 Mk., und uon mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.; außerdem ist iür jede Wohnungsanmeldlmg 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un- HrtgeMrch. BM/ 0 Zur In allen Stadtteilen regt man sich und stellt Kandidaten zur Stadtverordnctenwahl auf. Nur die Neustadt und angrenzenden Teile liegen im Schlaf! Haben wir nicht ein Interesse an der Stadt, am Vieh- rnarktplatz, welcher noch nicht festgelegt ist u. s. w. Darum ist es an der Zeit, daß man eine Versammlung einberuft und Stellung zur Stadtverordnetenwahl nimmt. 66713 Viele Wähler. 1 ■ Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gnrtenftratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern lArbeitcrn jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zr» vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es könne« crugestcllt werden: B6/n 2 landw.Knechte, 2 Schmiede, 2Spengler, 3Schlosser, 2Schreiner, 1 Friseur, Erdarbeiter, 2 Installateure, 1 Fuhrkiiecht, 1 Kutscher, 9 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 3 Lauffrauen, 2 Laufmädchen. ES suchen Arbeit: 2 Schlosser, 2 Schmiede, 1 Metall- und Eisendreher, 1 Wagner, 2 Auslauser, 1 Packer oder Fabrikarbeiter, 1 Fahrbursche, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Kellner. Verdingung. Nachstehende für die Feldbcreiniguug Daubringcn noch erforderlichen Drainagearbeiten sollen auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und zwar: 1. Anfahren der Röhren veranschlagt zu. . . 34,50 Mk. 2. Herstellung von Draingräben einschl. Rohrverlegung ..... 579,— „ 3. Maurerarbeit .......48,— „ Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Daubringen offen, woselbst auch die Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen und portofrei, bis Donnerstag den 10. d. Mtö., vormittags 11 Uhr einzureichen sind. Die Eröffnung der Angebote findet um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter statt. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen. Gießen, den 4. November 1904. Grotzherzogliche KirlturirrspeMon Gießen. B6/11 Wißmann. Wenn mancher Mann wüsste welche bedeutende Vorteile die Sclbstbereitung von Cognac, Rum, Likören mittelst der Echten Orlginal-Reichel-Essenzen Marke „Lichtherz“ bringt, würde niemand länger säumen, sich durch einen Versuch 511 überzeugen, daß die selbstbereiteten Getränke, von wunderbarer Feinheit und den besten Litören der Welt ditrthauö ebenbürtig find, viele derselben au Wohlgeschmack sogar Übertreffen und sich mehr als um das Doppelte und Dreifache, ott bis um das Zehnfache billiger stellen. Ein Mißlingen ist ausgeschloffen, jeder Versuch ein Meisterstück. Wertvolle illustrierte Broschüre ,,Die Destillirnng im Haushalt" fltdtiS! Erhältlich in den durch Schilder kenntlichen Niederlagen — wo nicht, Versand ab Fabrik. Ott« Größte Spezial- fabrik Deutschlands, Berlin, Eisenbahnstr. 4. Nm vor Nachahmungen geschützt zu sein, fordere mau stets lleichel- EwNvnzcn mit dem „Liclitherz“ und weise alles Airdere ohne Weiteres von sich. Bekanntmachung, die Wahl der Mitglieder der Stadtverordneten-Ber< sammlung betr. Dienstag, den 15. November 1904, von vormittags 11 Nhr bis abends 7 Uhr, soll die Wahl von sechszchu Stadtverordneten norgenommen werden. Die Wahl findet in dem Bürgermeisterei, gcbände -Gartenstraße 2) statt und zwar haben diejenigen Stimmberech- ugten, deren Namen mit den Buchstaben beginnen: A bis Go im Zimmer Nr. 10, Gr bis Li im Zimmer Nr. 11, Lo bis Schl im Zimmer Nr. 12, Schm bis Z im Zimmer Nr. 15 abzustimmen. „ t ± Neben der regelmäßigen dreijährigen Ergänzung der Stadtverord« ncten-Bersammlung durch zehn Mtglieder sind noch sechs Ersahmitglieder, davon drei auf die Dauer von sechs Jahren und drer auf bte Dauer von drei Jahren, zu wählen. Da nach Artikel 11 der Städteordnung die Hälfte der Stadtver- ordneten dem hächstbefteuertcn Drittel der Wählbaren angehören muß, von den im Amt vcrbleibendm 14 Stadtverordneten 13 diesem Drittel angehören, so müssen von den zu wählenden 16 Stadtverordneten mindesten» 2 aus dem böchstbesteuertcn Drittel gewählt werden. Alle Stimmberechtigten werden hiermit elngeladen, an dem gedachten Termin sich persönlich einzufinden und ihre Stimme abzngeben. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen Stimmberechtigten, welche mit der Entrichtung der Gemeindesteuer zur Zeit der Wahl sich lunger als zwei Monate im Rückstände befinden, zur Abstim- munq nicht zugelaffen werden und daß daher alle diejenigen, welche bis zum 10 November mit der Entrichtung des 2. Zieles der Gemeindesteuern iin Riickstande waren, nur dann abstimmen können, wenn sie einen solchen stiiickstand noch bis zur Wahl abführcn und, daß solches geschehen, der Wahlkommission durch Vorlage der Steuerquittung nachweisen. Gießen, den 5. November 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Versteigerung. Dienstag, den 8. November d. I. versteigere ich Neustadt 55 dahier: 8253 1. vorm. 10 Uhr: Ledertreibriemen, Hochdruck- und Panzerschläuche, Asbestfäden und Asbestschnur, verbesserte Talkum- Packung, 250 Kilo konsistentes Fett, chirurgische Instrumente u.Kranken- Pflegeartikel aller Art. 2. nachm. 2 Uhr: 1 Billard, 1 Steppmaschine, ein halbe- Dutzend Schnallenstiefel, 1 Pferd, 1 Fahrrad, 1 Faß Weingeist, Handelswaagen und Wagschalen, 10 Mille Zigarren, Südweine und Spirituosen. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. Born, GerichtSvollzüher. Versteigerung. Mittwoch den 9. Nov. I. I., nachm. 3 Uhr, sollen im städt. Pfandloknl Seltersweq 11 dahier die wegen rückständiger OrtS- krankenkasfe-Beiträge für den Monat Juni 1904 gepfändeten Gegenstände, alß: Kommoden, Vertikows, Sofas, 1 Klavier, 1 Nähmaschine, 2 Kassenschränke und 1 Wagen versteigert werden. 8216s (Semmecker, Pfandmeister. Pftr-e-Berstciütt«iig. Montag den 7. November, vormittags 10 Uhr, gelangen 6 ausrangierte Dienstpferde auf beni Hofe der neuen Kaserne in Gießen meistbietend gegen Barzahlung zur Versteigerung. IB8/U UrÜmPerverwaltuna 1 des Infanterie-Regiments Nr. 116. Radium Well. Lteills Arten Montag, 7. Nov., 8 Uhr: I Nur einmaliger Experimesitai-Vortrag über das Wunderelement Radium von A. Algardi, Physiker, Berlin. Sperrsitz 1.50, Saal 1 — Mk., Studierende, Schüler, 50 Pfg. [°6641 Vorverkauf bei Herrn Weiler, Markt 1: 1.25 Mk. und 75 Pfg. Rekord 8249 6g. Zinsser, Rechnungsrat, und Frau. 8242 Frankfurt a. M. (Schwanthalerstr. 37, H), den 4. November 1904. Die Beerdigung findet Montag den 7. November, vormittags lO1/^ Uhr, vom Portale des Sachsenhäuser Friedhofes au§ statt. Todes - Anzeige. Hierdurch die tiesschmerzliche Mitteilung, daß unsere heißgeliebte Frn Clara Räuber geb. Zirrtzer heute nachmittag 12V2 Uhr nach nur eintägigem, schwerem Krankenlager im Alter von 28 Jahren verschieden ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Gottlieb Räuber, Kgl. Eisenb.-Stations-Assistent, und Kind. io reichhaltiger Aimhl Adolf Bieler Viktoria-Drogerie Marktstratze 5. [8143 ch-wä mtfr'e III gar Ottoman. Staats- Eisenbahnloose »In sl14/f für gr*nz Deutschland gesetzt erlaubte Prämien - Obligationen RSL 3x800,000 g« Auszahlung sofort, ohne Abzug. Nächste Ziehung bevorstehend! Krankheit 7 braver tiestrauernden KrnterölieSenen 8246 m abend Bruder Beileid bitten ie Beerdigung findet Sonntag den 6. November, nachmittags , den 4. November 1904. von 11 Jahren. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser innigst geliebter Gatte und Vater Herr Le® Mainzer Leitungsanfseher nach langem, mit Geduld getragenem Leiden, gestern Nachmittag 4 Uhr im 45. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Mainzer. Gießen (Crednerstr. 35), den 4. November 1904. Die Beerdigung findet Sonntag den 6. Nov., nachm. 2% Uhr von der Kapelle deS neuen Friedhofs aus statk. 06691 Knegmmi» Gießei. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kameraden Leo Mainzer geziemend in Kenntnis zu fetzen. v6/*1 Der Vorstand. Die Beerdigung findet Sonntag den 6. d. Mts., nachmittags */,8 Uhr, aus dem neuen Friedhof statt. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über dasVermögendesHandels- manns Josef Stiebel in Mendorf a. d. Lda. hat der Gemeinschuldner unter Zustimmung aller Konkursgläubiger Einstellung de§ Verfahrens beantragt. Der Antrag nebst den zustimmenden Erklärungen liegt auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht der Beteiligten offen. Die Konkursgläubiger können binnen einer mit der öffentlichen Bekanntmachung beginnenden Frist von einer Woche Widerspruch gegen den Antrag erheben. B6/11 Gießen, am 3. Novbr. 1904. Großherzogliches Amtsgericht. Versteigerung. Montag, bett 7. November, nachm. 2^/g Uhr sollen dahier Marktplatz 20 im Adler: 1. Haus- u. Küchengeräte aller Art, 2. ein neues Fahrrad, 3. drei Pferde, 4. zwölf neue leinene Säcke, 5. 4 Kannen Lack und 2 Kisten Farben, 6. eine Partie Schuhwaren, 7. zwei Mille Zigaretten u. v. A. gegen baar versteigert werden. Die Versteigerung findet teilweise bestimmt statt. Gießen, den 5. November 1904. 8254] Seipel, Gerichtsvollzieher. Kein Husten mehr beim Gebrauch von E. Walther’s Fichtennadel-Brustbonbons, ä 30 und 50 Pfg. bei [hv26/10 Gustav Walter, Mäusburg, Telephon 386. Rekord Ratgeber bei Kapitalanlagen „.Hinterlassenschaften. Langjähriger erfahrener Angestellter eines Bankhauses empfiehlt sich als diskret. Vertrauensmann in Vermögensverwaltung, und solider Ratgeber bei Kapitalanlagen in Börsenwerten und Hypotheken, sowie Regulierung von Hinterlassenschaften. Kon- trotte von Verlosungen. (Besuche bei Kundschaft auch imHause.) Briefl. Offert, an A. Sartorius, Frankfurt a.M., Baumweg «,p. hv4/11___________ Sicherhetts-SeilMkll zum Aufwinden von Lasten. Einfach! Praktisch! Bewährt! 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Rh Id. verein „Sdelweitz" Eiehen. gegr. 1892. ___gegr. 1892. KM7- Sonntag den 6. November Ansflug nach htm „Bernhardtshäuser Hof“ ÄUitt-tinben. — Tanz. — Freunde und Gönner des Vereins Stadt-Theater Gietzen. Direktion: H. und F. A. Stein goetter. Sonntag den 6. Rovbr. 1904f Vierte Sonntag Abonnement- Vorstellung. Charley’s Tante. Schwank ui 8 Akten vou Brandon Thomas. Federweißer Lchott's Weinstube Bahnhofstraße. 8212 MUMM Zum Einhorn, Menu Sonntag d. 6. November: Diner ä 70 Pfg.r Mockturtle-Suppe, Rosenkohl mit Kalbsbraten und Kartoffeln oder: Rehkeule mit Salat und Kompott Diner ä Btt. K— A (im Abonnement 85 Pfg.)^ Mockturtle-Suppe, Rosenkohl mit Kalbsbraten und Kartoffeln, Rchkeule mit Salat und Kompott, Dessert Diner ä Mk. 1.50 (im Abonnement Mk. 1.30): Mockturtle-Suppe, Zander mit Butter u.Kartoffeln, Rosenkohl mit Kalbsbraten u. geröst. Kartoffeln, Rehkeule mit Salat und Kompott, Dessert 06694 Kutscher-Verein. Sonntag den 6. November Familienabend bei Herrn Sauer, Neustadt verbunden mit 8248 Konzert, komischen Vorträgen eto. Freunde find herzlich willkommen. Der Vorstand. x|4 JLiter Wein dessen Echtheit und Güte durch Attest Kgl. Untersuchungsftation begutachtet ift, für 20 Psg. Rhein. Weinbaus Urmersbach. Sächsischer Hof, Asterweg. Verkauf außer dem Hause 10pGt billiger. — Täglich ff. Abend platte zu 40 und 50 Pfg. 06704 Türvorlagen, Bürsten und Besen re. empfiehlt in reichster Auswahl L. Kohlennann IV. Bleichstraße 12. Modewarenhaus A. Fangmann 29 Bahnhofstraße 29 Ätzer AcMmst täglich zu haben in 7461 LouhS Bterkeller. Montag den 7. November, abends 81/, Uhr: Monats-Versammlung bei Kamerad Appel. Vortrag und Instruktion über „Thcaterwachedieust" von Brandmeister Faber. Zahlreiches Erscheinen dringend erwünscht BYU Das Kommando. Znm neuen Saalban früher Steine Garten. Sonntag den 6. November 1904t Grosses Konzert aospoführt von der O*/11 Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 118 unter persönlicher Leitung des Großßh. Musikdirektors Herrn C. Krauss©. Spielplan: 1) Sternenbanner! Marsch. Sousa. 2) Ourerture Undine. Lortzing. 3) Salon-Perlen, Solo für Flöte (Herr Jonaa). Krausse. 4) Fester Karneval. Rhapsodie. Liszt. 5) Festr-Ouverture. Lentner. 6) IX. Konzert f. d. Violine (Herr Gins). Benot 7) Lenz und Liebe! Walzer. F. v. Blon. 8) Fantasie aus Lohengrin. Wagner. 9j Der Ball am Strnensee. Meyerbeer. 10) La belle Victoria, Solo für Xylophon (Herr Klöppinger). 11) Lola! Italienische Serenade. Friedemann. 12) Töff! Töff! Eine Automobilfahrt durch das lustige i Mnder-Nonfettion | Prima Kognak | Spezialmarte, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literflasche 2 Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognaks unter Oriainalverfchluß als die besten, welche der Markt bringt E. Dort, Walltorstraße 45. 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November, vormittags lll/e Uhr, soll ein herrenl., eingefangener schwarzer Pudel auf derPolizeiwache meistbietend versteigert werden. 8245 Der Polizeiwachtmeister: Kasper. Uiijlihliüe Mnniinp aus allerWelt bestätigen, daß es bei Husten, Heiserkeit, Hals-u.Krust-- leiden, Verschleimung (Katarrh), Keuchhusten fein dergleich. Mittel fliebt, welches sich auch nur an- näherird mit den segensreichen Eigenschaften des Rheinischen Traubeu°Brust°HouigS oer- aleichen könnte. Vorrätig ä, Fl. 0,60,1,17t u. 3 Mark bei C. G. zUeiuheun.Delie.-u.Eolonialw. m Gießen, Bahnhofstr. 59. 8236 Endlich befreit 3 von den Qualen der Hühneraugen, Hornhaut, Warzen durch E.walterr Hühneraugcntod, ä. 35 Pfg. bei Gust Walter, Aiäusburg, Tel.386 Gemahlene ■ • Dalli; Seife