Nr. LS4 Erstes Matt. 154. Jahrgang Mittwoch 5. Oktober 1804 SHslstreatze Vdrefse für Depesche«: Anzeiger Gtctzes. Fernsprechanschluß Nr. 61, erfleht! iSsNch außer GomUagS» Dem Vtetzener Anzeiger rverden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gleßener Kamilien- Blätter viermal in der Woche deigelegt. Rotationsdruck u» Verlag bet Brühl'sch«, Iluwerst Buch-u. Stein- bnulerei, Ä. ßange, yezugSvrsi-r monatlicfi75 Ps.» viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für ine TageSnummer bis vormUtagS 10 Uhrz ZellenpreiS: lokal 12 Pf. auswärts 20 Pfg. verantwortlich für den poiit und allaem. 3. Witiko: für und Lcmd^ und tSfaal^: August für den Anzeigenteil: HanS Beck. politische Tagesschau. Zur Lippefcheu RegeutschastSsrage. Mehrere Blätter melden heute: Dem soeben ibt Detmold znsamTnentreterrd en Landtag geht eine iVorioge KU. darlegend, daß nach dem; Tode des Grafen Ernst tzu Lippe-Biester selb eine so ernste Lage geschaffen sei, daß es die StaatSregiernng für eine u^ abwendliche Wicht hielt, den Land tag einzubetoufenl Der Ernst der Lage werde dadurch gesteigert, daß nach; amtlicher Mitteilung die Regierung von Schaum- burg-Lippe gegen die llebernahme der Regentschaft durch den Grafen Leopold, dem, ältetet Sohne des jetzt ver>° storbenen GrLfregentetr, bei dem Mmhespate Protest erhob und daß der Kaiser erklärte, diese Regentschaft nicht anerkennen &n köninen. Das von deut Kaiser an den Graf-Regentett gesandte Äntworttelegrawm lautet: Rominten, 26. Sept. Ich spreche Ihnen mein Beileid zum Ableben Ihres Herrn Baters aus'. Da die Rechtslage th kelner Weise geklärt jst, kann ich eine RegentjschaftsÜbernahme Ihrerseits nicht anerkennen und lasse auch daS' Militär nicht vereidigen. Nach längerer Begründung wird mrsg-eführh, daß der Grasregent in iWextpaueu aus ein gutes Recht sich bereit erklärt, nochmals Heim Urteil etneS unparteiischen Gerichtshofes stch Za unterstellen; deshalb wird daS Detmolder StaatStninisterinm beim Bundesräte beantragen, daß imder BeiWgesetzgebung ein unparteiischer ordeuütcher Gerichtshof, sei es" daS Reichsgerichjt, sei es das preußische Katchnergericht, sei es der oberste bayerische Gerichtshof oder ein anderes höchstes Gericht bestellt werde, durch welches die von der schäurry- buranippischen Staatsregierung erhobenen Ansprüche wie solche in dem ProteM vom 12. Rov. 1897 und in dem Anträge vom 20/Jan. 1898 dargelegt würde, zur richten lichen, alle Beteiligten bindeinden Entscheidung zu bringen. Das Detmolder Staatsminisherium ersucht den Landtag, durch einen Beschpiß diesem Drtrage beizrrtreten. Dieser iBorlage ist eine roeitere Vorlage bet- gefügt, nach der das RegentschaftsMsetz vom 24. April 1895 eine Ergänzung erhält, durch welche im Falle des to'» lebens des Mrstxn Mexander die Regentschaft von dem Grafen Leopold bis zurend-gilti^gen Ent- s ch e i d u n g über die erneuten Thronstreitigkeiten fo r t - geführt wird. Der Text ist der Begründung beigegeben. So weit die Blättermeldungen auS Detmold. Die dortige Regierung hält an der absoluten Souveränität des Staates fest , . w Ausfallen muß der Don des Kaisertelegramms. An den kühlen, knappen Ausdruck des Beileides wird über* acurgslos die empfindlichste Meldung geknüpft. Ziveisellos sachlich korrekt ist es, daß bis zur Erledigung des Verfahrens die Shimpw Lippes im Bundesrat ruht und die' Truppen nicht auf den Grafregenten ver- Edigt werden. In der Verfassung ist die Form nicht vorgesehen, die der Bundesrat für die EntschMung m, solchen; Streitsachen zu wählen hat. Nun leuchtet ein, daß eine solche RecWfrage, in der ein riesiges Material von historischen Beweisurnmden und Watsrechtlichen Grübchen zu untersuchen ist, weder vom Durrdesrat beztv. von der Gesamtheit der deutschen Fürsten und Freien Städte geprüft, noch von einer PoKörperschaft per majora entschieden werden kann. Deshalb ist fc Detmolder Antrag, daß auch, diesmal ein besonderes Gericht beKllt werde, durchaus der rechte. Welcher Weg auch MM 'Slustrage dieses lerdrgen Zwrstes gewählt lverdeu tstöge, zwei Wünsche werden daber sicherlich in den weitestzn KreisesN gehegt: Einmal, daß wayrenp^ des Prozesses selbst die Leidenschaften der Parteiung schweigen: es handelt sich um eine Rechtsfrage, der der Gründe und nicht >Ab- mhd Zuneigung entschjerden nrässen. Und zweitens ist drürtzenp zu hoffte daß diesmal die Erbfolge definitiv und für alle Zeiten entschieden und feMstellt werde. Wenn die deutM Natron sich nun doch einmal Mit diesem Ueb'erbleibsel aus den verklungenen Tagen öder Zersplitterung und b er gilbtet Legitimität-öprinzipieu beschäftigen soll, sb kann man nur wünschen, daß die Geschichte endlich eurmal ist Frieden eingesargt wird. ' Dr. Oerie! resigniert. Der Chefredakteur der „Disch Tagesztg." Dr. Oertel, erklärt sich „nicht in der Lage,", die ihm von den Konservativen angebotene Re i chs t a g s ka n d i d a t u r rm Wahlkreise Jerichow anzunehncen. Mit anderen Worten: Dr. Oertel verspürt feine Neigung, nochmals durchzusallen. Zu diesem Schicksal würden ihm die alt- märtischen Liberalen ohne Zweifel ebenfv verhelfen, wie bei w 4 Hauptwahlen zum Reichstag die Liberalen des sächsischen Kreises Freiberg, der engeren Heimat dieses! überzeugten Interpreten agrarischer Anschauungen. Es wirb Herrn Oertel nicht leicht geworden sein, die Reichs- tagslandidatur abzulehnen. Mit Selbstgefühl hat der „Leit- arülel-Lyriker "der „Disch TagesM." fünf Jahre hint-> durch im Reichtstage die festliche weiße Weste zur Schau getragen, überlegenen Tones erteilte er der Regierung ^)e- lehrö.ngen und besonders gern lancierte er un die Adresse d's t Wasen Bulo v sorglich zugespitzte Bosheiten. Zweifellos ist in der drei en Brust Dr. Oertels die Mandatssucht jetzt besonders rege, wo die Handelsvertragskam- pagne im Pa.'la>nent bevorschht. Fast, scheint es, als hätten die preu^ijchM Konservatipep Herrn Oertel, bei dech Ale yeutige Wummer umfaßt 12 Seite«. dis agrarische Seele ungleich stärker entwickelt ist als die gouvernementale. foMsvgen zum Besten. Ein bombensicheres Mandat toben in Osteldien, wo schon Ersatzwahlen zum Reichstag stattfanden, trägt man ihm nicht an. Man zieht hier vor, eine in weitesten Kreisen unhekaunte ,SLokalgröße^' erprobten JunkertumZ iM Parlament Zu jenbejt, die sich dort in unverbrüchliches Schweigen hüllt. Kommt aber anderwärts eine Kandidatur DU Oertels, in Frage, so muß er notzedrungen resignieren, da er durchzusallen reine Lust hat. Die preußischen Konservativen sind also nichjt ganz schuldlos, wenn die Mandatstraub en für Herrn Oertel zu hoch hängen, und er sich nach wie vor gezwungen sieht, in^oer „Dtsch Tagesztg." die Reden vom Stapel zu lassen, die er so gern im Reichstag halten würde, zumal als« Mandatsnachfolger deK Mrsten 'Bisimjarch Graf Pvsadowsky. ' ' i 1 R. Berlin, 4. Oktober. Dem! Namen des meiWeschäf.tigten Regierungsmitgliedes, des Staatssekretärs Grafen Posadowsky, ist man in den öfsenMch^n Erörterungen der letzten Zeit selten begegnet. Das hat seinen Grund. Tier Staatssekretär bereitet sich in der Stille auf die kommende Parlamentssession vor, die selbst an seine außerordentliche Arbeitskraft und sein ungewöhnlichjes Wissen vergleichsweise hohe Aw spruche stellen wird. Graf PosadowsH ist dem Vernehmen nach mit dem Studiumder HandelsvertragA- materie beschäftigt, da wie beim Zolltarif, so auch bei der Beratung der Handelsverträge die Vertretung der Regierung ihm in erster Linie zufallen wird. Graf Bülow berief bekanntlich als er mit Herrn von Witte, der wirtschaftspolitischen Mrrtorität Rußlands, in Norderney über &en Handelsvertrag konferierte, den Grafen Pvsadowsky als deutsche Autorrtat auf diesem Gebiete in das 9tordsee- bad, und es ist Wohl nicht zuletzt das Verdienst des Staatssekretärs, daß der kritische Mmnent in den Verhandlungen überwunden wurde. Eine Einberufung des Wirtschiaftlich;en Ausschusses zur Vorberatung der Handelsverträge ist, tote es heißt. Nicht beabsichtigt. Schurz gegen Roosevelt. KNrl Schurz tritt für den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Parker ein und seine offene Opposition gegen Roosevelt ve-rschlechtert nach oer Auffassmrg in Berliner politischen Kreisen Roosevelts Eharrcen ganz erheblich Schurz, der Befteier des Dichters Gottfried Kinkel, nimmt immer noch die unbestritten erste Stelle im Deutschtum der Ver. Staaten ein. Es ist ein nahezu autoritativer Einfluß, den Schjurz als Politiker, als hinreißender Redner ausübt. In diesem Manne toohnt eine Energie, eine Kraft der Ueberzeugung, wie sie nur höchst selten anzutreffen sind. Selbst der politische Gegner nennji Schurz nrit größter Achtung. Daß Schsurz getoisse'rmaßen im letzten Arlgenb'lick gegen Roosevelt sich erhoben hat, ist geeignet, die Wuchst des Vorstoßes zu verstärken. Viele Deutschs-Amerikaner, die vielleicht' noch zweifelhaft waren, ob sie Parker Roosevelt vorziehen sollten, dürsten nun endgiltig für den ersteren gewonnen sefn. Es wird Herrn llioosevelt unter diesen Umstmtden wenig nützen, daß er bis in die letzten Tage hinein die Empfänge deutscher Welt aus stellnn gsb e f uch^e r, il a. des Oberbürgermeisters von Posen, sowie namhafter deutscher Gelehider, sich besonders hat angelegen sein lassen. Schurz hat Rechit, die Regierung Roosevelts als eine „Gefahr für die Republik" zu bezeichnen, weil die Einmischpngs- lust der Amerikaner unter einer neuen Präsidentschaft Roosevelts, bet dessen ünpulsivenl Temperament und starkem Ehrgeiz- noch wachisen uub unfehlbar folgenschwere Korc- flikte mit anderer! Großmächten heraufbeschwören wird. Roosevelts R e g i e ru n g ist aber mindestens im selben Grabe eine Gefahr für das Deutschtum. Mrd Roosevelt gewählt, so wird pfan nur &u bald erkennen, daß seine schönen Rederc über den Segen deutscher Kultur und wie viel die Amerikcuter von den Deutschen, lernen können, auf den Stimmenfang berechnet gewesen sind. In DeutschLarrd wird wohl niemand unglücklich feilt, wenn Ntoosevelt durchfallen sollte. Mit Roosevelt zu handelspolitischen .Abmachungen zu kommen, wie sie bett deutschen Interessen angemessen sind, dürfte sehr schwierig, toeim nicht säst unmöglich sein. Parker hat beu Ruf größerer Mäßigung und Einsicht. » Aus Newyork kommt heute die Meldung, daß fast sämtliche Mächte den Vorschlag einer neuen Friedenskonferenz ablehnten, toeg sie den Zeitpunkt für inopportun halten. Die Demokraten erklären, zweifellos mit Recht, den Vorschlag als ein W a h l m a n b v e r Roosevelts. Deutsches Reich. Berlin, 4. Okt. Der Kais er trifft am Donnerstag 81/2 Uhr vormittags in Marienburg ein und tritt um 10 Uhr die Writerreise nach Danzig an zur Eröffnungsfeier der dortigen Technischen Hochschule. — Der Fall Schippet hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Nachdem der sozialdemokratischie Parteitag zum „Fall Schlppel" die bekannten Resolutionert beschlossen hatte, nahnr die sozialdenrokratische Parteileitung des 16. schlesischen ReichDtagswählkreises Stellung zur neu geschaffenen Lage. In der Parteiversantmlung legte sie folgende Resolution bor: „Die Parteiversammlung des 16. schlesischen Reichs- tagsivahlkreises erklärt sich mit der Haltung ihrer Delegierten auf dem Parteitage in Bremen einverstanden. Zu den gegen Genossen Schippel auf dem Parteitage angeilommerren R.solulioneu critciri die Parteiversamm- hing, daß keine Veranlassung vorliegt, Konsequenzen daraus zu ziehen, lvelchje das Reichs Hag v Mandat Schippels berühren." Nach lebhafter Debatte wurde diese Resolution gegen sechs stimmen angenommen. Schjippel bleibt also Reichs tag^ab geordneter. — Herr L e b i u s, Herausgeber der „SachisenshiMme^h hat, wie wir mitteilten, die sehr merkwürdige Entdeckung gemacht, daß die meisten Redakteure der Berliner Blätter mit Ausnahme der Eheftedakteure Sozialdemokraten seien. Es fehlt ihm nur eine Kleinigkeit bei dieser Entdecntn'g, der Beweis der Wahrheit. Von sich selbst verkündet der Herr: Er (Lebins) sei als notorisch,er Sozialdemokrat ein gesuchter Mitarbeiter bürgerlicher Blätter, so der „Dresd. N. N.", der „Franks. 3tg‘" und der „Verl. Morgenp." gewesen. Dazu bemerkt die „Frkf. Ztg.">: Der Herr scheint einigermaßen an Größenwahn zu leiden. Ein Herr Lebius hat ab und zu Tagesneuigkeiten an die „Frkf. Ztg." be^ richtet, die mft einem Parteistandpunkt absolut nichsts zu tun hatten; er hat nftt Nachrichjten gehandelt, tote andere Geschäftsleute mit Hüten oder Schjuhep. Wegen M ajestäts b e leid igung jst gegen den Redakteur der sozialdemokratischien „Magdeburger Volks- shimme" ein Verfahren eingeleitet worden, angeblich wegen Der bloßen Mitteilung, daß der Kaiser den Hosenbandorden des verstorbenen Herzogs von Cambridge an g ekauft habe. — Die Gutach>ten der Einzelregiernngen über den vorläufigen Entwurf wegen der Staffelung der Br au steuer und des Verbotes der Surr 0 gute sind jetzt größtenteils eingelaufen und unterliegen der Nachprüfung. Oldenburg, 4. Okt. Tie hiesige Staatsanwckttschast stellte gegen di-e „Nation a l z t g." in Berlin wegen des Vorwurfes der Parteilichkesit Strafantrag. Der Vorwurf wird gefunden in einem Artikel in der Angelegenheit des ,Miidenzhoten". Nord hausen, 4. Okt. Unter Führung Nordhausens, des Hauptsihes der Branntweinindustrie, steht ein Z u s a m m e n- schluß der Branntwein-Interessenten zu einem Verbände bevor, um den bedrohlichen Maßnahmen der Spirituszentrale ein Gegengewicht zu bieten. Leipzig, 4. Okt. Die ,Leipz. Volksztg." bezeichnet in einem Leitartikel den von Bernstein in seinem Montagsblatt gebrachten Artikel als einen unwürdigen Streich, wie er noch nie von einem angeblich sozialdemokratischen Blatte verübt worden sei. Die Redaktion versucht festzustellen, daß die erste telegraphische Meldung von der Debatte des Parteitages über den Südekumartikel am 23. September in ihre Hände gelangt sei. Als nur noch ein geringer Teil des betreffenden Blattes zu drucken war, sei sofort die Depesche in den restlichen Teil der Auflage noch eingefügt und mit folgendem Zusatz versehen worden: r(S8 ist uns wenig verständlich, wie der Parteitag überhaupt dazu kommen kann, sich mit einer derartigen, zunächst rein privaten Angelegenheit zu befaßen. Südekum mag, wenn er sich beschwert fühlt, auf dem Instanzenwege gegen uns vorgehen, da wollen wir ihm Rede und Antwort stehen. Durch eine übereilte Behandlung der Sache, die zunächst noch gar nicht vor sein Forum gehört, würde der Parteitag uns um die vorausgehenden Instanzen berauben, wie das Südekum selbst im Falle Schippel ausgeführt bat/ Das sei auch heute noch die Ansicht der Redaktion und die Notiz sei niemals aus dem Blatte herausgeschnitten worden. Jäckh habe an Mehring depeschiert, daß er die Notiz gegen Südekum unter dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehmen wolle und Mehring habe die Erklärung an den Parteitag verfaßt, die erst am 24. September zur Kenntnisnahme der in Leipzig Beteiligten gelangt und unverändert nach Bremen gesandt worden sei. Es sei also ganz unmöglich, daß der Wortlaut bereits am 23. September hätte veröffentlicht werden können. Kirche und Schule. General-Versammlung des Evang. Bundes. Dresden, 4. Okt. Soll der Evangelische Bund Politik treiben? Diese Frage ist heute von dem Referenten Senior Dr. Baerwinkel dahin beantwortet: Der Bund müsse unpolitisch bleiben. Tie Hauptaufgabe sei der Kampf gegen den Ultramontanismus. Tie politische Stellungnahine bleibe dem Gewissen der einzelnen überlassen. Graf Wintzingerode und der Gesamtvorstand vertreten denselben >Ltandpunlt. Tie Mehrheit der Generalversamnilung schloß sich dieser Auffassung an, aber matt betonte, daß dem Bunde mehr Nachdruck und Entschiedenheit in seinem Älustreten nützlich wäre. Mit Genugtuung wurde der von Professor Tr. Witte erstattete Jahresbericht entgegengenommen. Ter Buttd zählt 236 853 Mitglieder; int letzten Berichtsjahre hat er um 66 353 Mitglieder zngenvmmen. Tie Jesuiten- gefahr hat dem Bunde zahtreicye Atitglieder gebracht. Ter Bericht von Hessen-Nassau Nagt, daß die Simultanschatle zu, konfessioneller Gleichgiltigkeit erzieht. Tie nächste Generalversamutlung findet in Hatttburg statt. Dl er Deutscye 'Protestantentag. Berlin, 4. Okt. Ter Deutsche Protestantentag trat hier heute vormittag 511 seiner 22. Tagung zusammen^ Tas Emt- stelmngssahr des Vereins, n>elcher Freiheit der christlrchen Lehre uno Selbständigkeit der Gemeinde austrebt, ist 1863. Bwetg- üereilte bestehen jetzt in Alsfeld, Berlin (Berliner Untonsverein), Bremen, Darmstadt, Dresden, Elberfeld-Barmen, Gotha, Hamburg, Hannover Heidelberg, Hild^lieiin, Zkarlsrnhe, taflet lautern, Mannheim, Ohrdruf, Osnabrück, Pforzhetm, ^vtesbaden und Worms. Tie Leitung liegt in ben Hilden deS ständigen Ausschusses. Letzteren bilden jetzt: «rnunardtreklar Tr. Andreae, Hesbiuihändler Erusius, Pfarrer Malier und Heß, sämtlich tu Kaiserslautern '"eia 11 Stepp-Obermoscl-el und -leian Trost tu Winnweiler Heu mnmittag fanden AnSschußsitzungen itntt, am Meiid hielt ü'i uu . r. Ätehlhoru Leipzig beim Gottesdienst die Feslpredigt. bei Grüningen. von Liaujang und 9 Meilen amm 4 o n am 2. Oktober 60 russische Reiter an, welche Pasch srngtun 13 Meilen im Norden \ ' *' ™ " nb eine in Finnland. General Oökar Ferdinand Jahre 1838 geboren und begann 1854~ seine Großherzog nach Grüningen zurück, um dort zur Rückfahrt nach Lich sein Automobil zu besteigen. Am Platze hatte sich em zahlreiches Publikum eingesunden, um den verehrten Landesherrn vor seiner Abreise noch einmal zu begrüßen. Der Großherzog sah mit freundlichem Lächeln nach den um* sehenden Leuten und erkannte darunter einen alten Bekannten aus seiner früheren Soldatenzeit. Mit dem herzlichen Gruße: „Da ist ja auch ein alter Kamerad aus meiner Kompanie" I reichte der Großherzog dein biederen Grüninger Bau'ersmanne1 die Hand und ließ sich mit ihm in ein Getzrräch ein. •* Personalien. Tas Ehrenzeichen für Mitglieder 'reiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliede der reiwilligen Feuerwehr zu Budenheim Phil. Schnaitt V. — Der Dammwärter Peter Hofmann zu Kostheim wurde auf ein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, in den Ruhestand versetzt. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 100 000 Mk. aus Nr. 40712 (nach Mainz), 10 000 Mk. aus Nr. 16052, 5000 Mk. auf Nr. 17826, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 10939 39125 53179 56225 59805 65378 66535 85243 86397. (Ohne Gewähr.) ** Besitzwechsel. Der frühere Oekonom und jetzige Rentner Wilh. Kitz verkaufte sein zwischen Credner» und Frankfurterstraße gelegenes Gelände für 90 000 Mk. an die Großunternehmer Fröhlich u. Ruckstuhl. ** Das „Offenbacher Abendblatt", das sattsam bekannte sozialdemokratische Organ des Abg. Ullrich, beschäftigte sich kürzlich in seiner Art mit den hessischen Amtsblättern. Bei dieser Gelegenheit kramte es eine Anekdote von anno Tobak, nämlich dem Jahre 1896 aus, die sich hier in Gießen zwischen dem „Anzeiger" und der hiesigen sozialdemokratischen Partei abgespielt haben soll. Der damalige Leiter der Druckerei und Redaktion des „Gieß. Anz." ist inzwischen längst verstorben, so daß uns Heutigen die Nachprüfung der Richtigkeit jener Anekdote unmöglich ist, unb das Hervorzerren unkontrollierbarer „oller Kamellen" absiird erscheint. Bekanntlich sind seit Mitte 1898 Driickerei und Verlag des „Gieß. Anz." in anderen Händen, und die Redaktion aus gänzlich neuer Basis auf- unb ausgebaut. ** Bundestag der deutschen Bodenreformer. Auf der bevorstehenden Tagung des Bundes der deutschen Bodenresoruier in Darmstabt sind für Sanlstag, den 15. Oktober, folgende Gcgenftänbe vorgesehen: 1. „Gesetzgeberische Versuche zur Einfähruiig der Zuwachssteuer", Referenten: Oberbauiat Prof. Baumeister-Karlsruhe, Reichstags- abgeordiieter Tr. Jäger-Speyer. 2. „Die Schwindsucht und die Wohnungsfrage", Referenten: Professor Tr. 9)L Gruber- München, Tr. nicd. Ebeling-Berlin. Die Zuwachssteuer tritt bei dein stets wachsenden Steilerbedarf der Geineinden inuncv süube r u ngösckisfe außerhalb Port Arthurs seit dem Juli | vicderholt schwere Unfälle erlitten haben, sodaß fast alle diese Schiffe untergcgangcn seien oder sckMcrc Be- chädigungen davongetragen hätten. Die neue japanische Anleihe. London, 4. Okt. Ter „Standard" meldet aus Tokio vom 3 Oktober: Der Gouverneur der Bank von Japan und andere leitende Bankiers hätten sich bereit erklärt, eine dritte Ausgabe der inländischen japanischen ^-iegsanleilve m der Hohe von 80 Mi llionen P e n zn den srüheren Bringungen zu übernehmen. Ter Ausaabekurs sei 92 Prozent; verzinst werde die.Anleihe mtt 5 Prozent, rückzahlbar sei sie in sieben Jahren. Tie öffentliche Bekanntmachung wird in einigen Tagen erwartet. General v. Grippenberg ist in Petersburg eingetroffcn. T-er neue Kommandierende der zweiten russisclx-n Armee im fernen Osten, i|t Finnländer und lammt aus einem alten selMedischen Geschlecht. 'L-em >Vtamm- vater wurde 1640 geboren, 1678 geadelt. Eine Linie der Familie blüht in Sü'weden und eine in ----T mehr in den Bereich der öffentlichen Diskussion. Für die Angehörigen des Großherzogtums Hessen durste diese Frage angesichts der bevorstehenden Reform der Gemeindesteuern noch ganz besonders wichtig sein. Daß die Schwindsucht mit der Wohnungsfrage und diese wiederum mit der Bodenfrage in engstem Zusammenhang steht, darüber gibts wohl nirgends einen Zweifel. Die Behandlung dieses Themas durch so bedeutende Männer wie Prof. Gruber und Dr. Ebeling dürfte darum bei der allgemein anerkannten Notwendigkeit der Bekämpfung der Schwindsucht geeignet sein, das Jnteresie weiterer Kreise zil erregen. ** Die VI. Berbandsversammlung der öffen 1 l. A r b e i t s v e r m i t t e l u n g s st e l l e n der Rhein- und Maingegend findet am 22. Oktober vormittags 11 Uhr im Sitzungssaale der Stadtverordneten ün hiesigen Bürge rrneistcreigebüudc statt. Nach Schluß der > Sitzung |iiibet ein Gang durch die Stadt und eine Besichjtig- tiiig des Dolksbades statt. G. Büdingen, 4. Okt. Mit dem voni Vorstand des Matbildenhospitals beschlossenen Bau eines Kr anken h aus es soll Anfang 1905 begonnen werden. Es kommt in den südlichen Teil der Stadt, in freier Lage, zu liegen. sb. Birstein, 5. Okt. (Drahtbericht.) Se. K. H. der leistung aus der Haft entlassen worden. • Straßburg (Els.), 4. Okt. In Gerninen wurde der Sch u tzmann Freurant von einem gewissen Viktor Bruchelles erschossen, als er ihn verhaften wollte, weil er ohne Auf- enthaltsbescheinigung m Elsaß-Lothrmgen weilte. (Frkf. Z.) * Mannheim, 4. Okt. Ein hiesiger Kaufmann überfuhr gestern abend mit seinem Automobil in fahrlässiger Weise einen Taglöhner samt Frau und Kind. Alle drei trugen erhebliche Verletzungen davon und mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. "London, 4. Okt. Zwischen den Stationen Llanelly und Longhor entgleiste der Walliser Expreßzug, wobei etwa 50 Personen verletzt und fünf Personen getötet wurden. * Genf, 4. Okt. Die Ingenieure, welche die Arbeften am Sinipl ontunnel leiten, sind sehr beunruhigt über die Auffindung neuer heißer Quellen im Tunnel. Man glaubt, daß noch große Arbeit und bedeutende Kosten erforderlich sein werden, um den Tunnel fertig zu stellen, obwohl die noch zu bauende Strecke ziemlich kurz ist. * Wien, 4. Okt. Heute mittag überreichte der Kurator der Prinzessin'Luise von Ko bürg, Dr. Jeistmantel, ein Gesuch an das Oberhofmarschallamt, in dem die neuerliche Ueberprüsung des Geisteszustandes der Prinzessingefordert, die Durchführung der Untersuchung aber dem Ober- ! hosmarschallaint überlasten wird. Gleichzeitig überreichte namens der Prinzessin Luise Dr. Stinimer eine Eingabe um Aufhebung der Kuratel, jedoch mit der Erklärung, daß nur jene Psychiater gewählt werden, welche die Prinzessin namhaft macht. Die Entscheidung über die Gesuche wird in Kürze erfolgen. (Frkf. Z.) * Ein Revolver-Duell wurde in Nantes am helllichten Tage auf offener Straße ausgefochten. Duches- ncl, ein ehemaliger Kaufmann, glaubte dem Friedensrichter Lheuds seinen geschäftlichen Ruin zu verdanken und verfolgte ihn seit einiger Zett, um blutige Rache zu nehmen. Als Lheudö das Handelsgericht verließ, feuerte Duchesnel auf ihn. Der Handelsrichter war darauf vorbereitet, zog seinerseits ebenfalls den Revolver und schoß auf den Angreifer. Auf dem belebten Platz brach eine ungeheuere Panik aus. Alles flüchtete in die Häuser, versteckte sich hinter Straßenbahnen usiv. Als die Schießerei ausgehört hatte, trennte man die beiden Gegner, die schwer, aber nicht lebensgefährlich verwundet sind. * Ein Attentat auf den Siniplontunnel. Dem „Daily Expreß" wird aus Genf mitgeteilt, daß die Streikenden von Mailand de»'. Versilch machten, den Simplontunnel zu sprengen, während darin gearbeitet wurde. Es waren ver- | schiebens Sprengladungen so angelegt worden, daß sic alle Aus Stadt und Land. Gießen, 5. Oktober. > .... •• Der Großherzog und sein ehemaliger Kompanie-Kamerad. Am letzten Manövertage weilte * Berlin, 4. Okt. In der Strafsache gegen die ehe- ber Großherzog von Hessen mit seinem Gefolge an der Warte malige Kammerfrau ber Herzogin Amalie von SchleSwig- Nach Beendigung des Gefechtes kehrte der Holstein, Fräulein Milowski, ist letztere auf Antrag des " " Verteidigers durch Beschluß der Strafkammer ohne Kautions- Gripenbera ist ini Jahre 1838 gebaren und begann 1854~ seine imlitdrifdv Laufbahn bei dem Finnländischen Grenadier->Lcharf- chüheukorps. Er hat seinerzeit sehr cnergild) gegen mmllands Russifizierung protestiert und nmrbe deshalb, tröst ferner hohen Stellung, seiner Tapferkeit und glänzenden militari,chen Eigenschaften' außer Dienst gestellt und eich wieder kürzlich reaktiviert. Neue JntervenlionSgeruchte. Rom, 4. Dkt. Tas zum Vatikan Beziehungen unterhaltende . . . . , Blatt „Vera Roma" stellt eine V c r m i t t 1 u ng de s P a pst e s G ro ß h erz o g wird morgen hier emtreffen zu einem zwei- im rmssiscl>-japanischen Krieae in Aussiclst. tägigen Besuch der Gräflich Isenburg'schen Familie. Paris, 4. Okt. T-er frühere lapanische Gesandte ' reift er voraussichtlich auf 8—10 Tage nach in Petersbura ist mit einet geheimen Misnon beauftragt, ty11 , . Y . o cn \ hier einaetrossen. Es handelt sich, wie verlautet, um eine Inter- Kiel zum Besuche des Prinzenpaares Heinrich, mtt üention ber Mächte, seriell Frankre ichs ,in dem russisch- dem er alsdann nach Darmstadt sich begeben wird. Das westlich hjer Straße von Mukden besetzt hielten, und zerst rernte sie. Die Japaner setzten ihre Rekognoszierung in der Umgegend fort, wurden aber vsn 230 russischen Reitern angegriffen. Nach kurzem Kampfe zogen sich die Japaner ohne Verlust zurück, die Russen verloren 30 Mann. In der Front des japanischien Heeres sind keine .Veränderungen eingetreten. To kio, 4. Okt. (Amtlich.- 2lm 30. September wurden etwa 50 russis che Kavalleristen beobachtet, wie sie chinesische Tschunken auf dem Hunho verbrannten. Sie wurden durch^ das Feuer von auf beiden stehenden japanischen Truppen vertrieben. Die russische Meldung von der Verbrennung von 17 mit japa- -Munition beladenen Tschnntzen ist vollständig falsch. Es wird geglaubt, diese Meldlmg solle das Verhalten oer Russen entschuldigen, welche chinesische Dschunken in Masse zerstören, um zu verhindern, daß die Japaner sie gebrauchen. Paris, 4. Olt. In Kurv patt ins Hauptquartier ist man davon unterrichtet, dag Siaosyr und Ssiandschan, Punkte, dre den T a l i n p a n beherrschen, gegenwärtig von 12 000 Japanern bei etzt sind Tas Gros der Truppen Kurokis lagern, noch- der Baniapuia. N o dz u s Armee steht östlich von ^entai, das ItarE befestigt ilt: sie ist von dort aus bereit für den Fall eines von Kuroki voraussichtlich zwischen Fulin und Fu'chun auszusuhrenden Umgehungsmanövers in der Front cin- zugreifen. Okus Aiwiee lagert noch immer westlich der Bahnlinie. Kuropatkin ließ für den nwglichen Fall, oaß er sich mit der Hauptmasse seiner Armee nach Tieling zurüctziehen müßte die Uebergänge des ^ochamaling -Gebirges befestigen' 5 e in das Tesilec von Tieling hinabführen. An einzelnenPunften lind die russischen und lavamschen Vorposten taum zwei Kilometer von einander entfernt. Genf, 4. Okt. Tie japanische Regierung hat bedeutende Lebensmittelankäufe für ihre Armee in der ManLschurn gemacht. U. a. eine Bestellung auf 200 000 Kilo- iöeld>cr in 14 Tagen in einem mittelländischen ist. Bon hier aus wird der Zwieback unter ngen Tage amtlich gemeldet, daß die russischen Minen nach dem Trient abgehen. Port Arthur. L Okt. Ter „Times" wird aus Tokio vom anwesend, die das neue Testament in japanischer Kleine Mitteilungen aus Hessen und den SpraGe den Flüchtlingen überreichen wollten. Aber nie- Nachbarstaaten. Dem Kriegerverein zu Münster wurde ”riänttbc..bVeie ÄS tiierbaCI)nl)0fb unb ft“ künutt°°nN die vom Kaiser gestiftet- Fahnenschteise durch Kretsamtmmtn die Verantwortung überncljanen, daß irgend jemand die Geleisc Dr. Kranzbuhler-Gießen überreicht. Die ^tabt Hanau betrete. Als die FlüüLlinge vom Zug ihre Landsleute bemerkten, beabsichtigt zur Errichtung von Arbeiterwohnhausern ein neues riesen sie lebhaft: ®aniai! 3m Glanzen trafen 70« Darlehen auszunehmen. — Zu dem gestern gemeldeten Personen ein, und zwar o84 Manner, 299 Frauen und 24 Kinder. Marbura ist nut'uteilen baR nun bie Täter T-er Aufenthalt auf dem Bahnhof dauerte nur wenige Minuten. alt vci 2-tarvurg tfl nmouteuen, öaß nun ote 4-aier Unter lebhaftem Winken mit den Händen und wiederholten Bansai ermittelt worben |tnb. Es sinb bie drei Bruber r>neberts- Rufen siihr der Zug weiter. Häuser am Rothenberg, bie aus purer Rauflust bie Tat be- gangen haben. Der Zustand des verletzten Studenten ist nicht lebensgefährlich. Ausland. Paris 4 Okt. Ter frühere Kaiser von Ann am, , nxlch'r von Finnknich abgelebt worden war, 1888 in Gefangeir frfxift eUgvricl>tshofes m Mgrer Luloe bei raten. Ter König ist 33 Jahre alt. Tie Negrerung von Jndoe'-ina bat ihm eine Pension von 33 000 Franes mH rum ; un-Mv'ieLU gehabt, die jetzt aus 80 000 erhöht worden ist. '— Tem „Temps' wird auS Madrid bendxtct: Mi dem bevorstehenden fra n z ö si f eh-span i s che n Ue bere in ko m ■ nte n Ixniöelt es siä> darum, das Zugeständnis betrepeno Du Bergröüerung der spanischen Einflußsphäre mit dem von 6-raitt- reim angfnvbtcn ftiedlithen Vordringen in Marokko zu vereuu- aen. Zu diesem Bebufe wurde die Verabredung getroffen, Dau bie Wirkung des Ucbereinfonuncn», dessen Wortlaut gebet in g c- halten wird, erst in 15 Jahren zur Geltung gelangen soll. Spanien batte sich lange geweigert, diese Klanfel anzunehmen. Tagegen wurde die Einflußsphäre Spaniens vergrößert, wenn auch nickt in dem Maße, wie der spanische RtiNister de^. lleußern ursprünglich verlangt hatte. Insbesondere sollen dre Städte Te- tuan und Tanger in die neue spanisch Einfliißspyäre fallen. In Madrid l>abe dieses Ergebnis Befriedigunghervorgerufen, wenn man auch »u der Ansicht neige, daß bie lo jährige Frift den Wert der Zugeständnisse vermindere. _ _ — Von anderer v^eite wird gemeldet, daß Spanien nunmehr die französische Intervention in Marokko durch Zustimmung zu dem englisch - fr a n zö s ifcken .1 b - kommen anerkennen werde. Tie s)ieutvahucrung der ma- roffaniidKii Küste zwisclieii Melitta und den Anhohen am rechten S^buufer wird bestättgt, und die Neuttalisierung von Ceuta und dem Gibraltar gegenüberliegenden Terrain nnvb durch besondere B-Ammuitgen gefidxrt. Tcn wtrZchastlichen Jntercitm «panicns wird bin» Wllpvlittfchc und fistalitchc 'SiaBnalymen Rechnung getragen werden. o , Rom, 4. Okt. In polttiichen Kreien erregt es Aufsehen, daß dbsäion Giolitti erst gestern zurückgekehrt ift, kein Ministerrat stattgefunden hat. Mehr Verwunderung erregt Die Reiselust des italienischen Botschafters in Berlin, Grafen Lanza, der in den letzten Tagen zwijcheu Beilin, Raccvnigi und Rom ljin und her reiste. Gesteni konferierte er längere Zeit mit dem Tiinifter des Äuswärttgen, ber gestern noch zum Ksmge reiste. T« er fünf Tage von Rom abwesend ist, vermutet man, daß er nickt nur in Raeeonigi fern werde, sondern daß er auch ins Ausland reise, vielleicht nach Teutlchland. Viel bemerkt wird das Geheimnis, das alle diese Reisen umgibt. Brünn, 4. Okt. Nach sozialistischen Straßendemonitrattonen lehnte ber Landtag die Einführung des allgemeinen Wahl- rechtes mit 40 gegen 31 Stirnmen ab. Ier Krieg zwischen Japan nnv Zlußland. AuS der Mandschurei. Petersburg, 4. Okt. Ein Telegramm des Generals Ssacharow vom 3. Oktober an den Oteneralftab besagt: Am 2. OLvber bei Sonnenaufgang versuchte eine japanische Schjtvadron zweimal die Linie der Kosakenfeldwachen Mischen Chuanchuandjan unb Fyndjapu zu durchbrechen. Beide Versuche waren er so lg lo s. zwei Sotnien zur HÜfe kamen, wurde die japarrische Sch-vadron .zerstreut. Mittags griff eine feindliche Bo rhut ab t eil- ung in Stärke von ungefähr einem Bataillon, zwei oder drei Schwadronen, die ganze Front der Vorposten eines Kosakenregiments wieder an. Tas Scharmützel wahrte bis zum Abend. General Mischffcheiiko sandte den Kosaken Hilst. Gegen abend war der Feind auf der ganzen Linie zurückgeschlagen und zog sich! auf dem Wege nach Sjaliuchetse, von unserer Kavallerie verfolgt, zurück. Eine Kosakenstreistvache unter Führung eines Leutnants legte der feindlichen Streifwache einen Hinterhalt, wobei ein japanischer Offizier getötet wurde. In den von den, Japanern verlassenen Orten fanden unsere Kosaken viele Patronen, Ausrüftungsgegenstände und zum Sanitätsdienst gehörige Sachen. Unsererseits wurden zwei Offiziere und Mei Kosaken verwundet. Am 2. Oktober unternahm der Gegner in Stärk von ungefähr iy8 Bataillonen und einer Schwadron in drei Gruppen einen Vormarsch- gegen unsere Vorpostenlinie zwischen dem Hunho unb der Eisenbahnlinie. Gegen abend wurde der Vormarsch mit Hilfe einer zur Unterstzützung herangekommenen Kompagnie zum Stehen ge bracht. Ern Kosak wurde verwundet und einer getötet. In der Umgegend von Tschantan auf dem rechten Ustr des Hunho zerstreute am 2. Oktober eine unserer Patrouillen zwei Strerfwachen des Gegners, wobei drei japanische Dragoner gefangen genommen wurden. Eine am 2. Oktober in Liaotschen nach Osten ausgeschickte Patrouille fand den Tawangoulinpaß von einer 200 Mann starken Ehunchusenbande, die von japanischen Offizier geführt war, besetzt. Bei dem Scharmützel wurde ein Kosak getötet Tokio, 4. Okt. (Reuter.) Ein Telegramm des Generat- stab'es der Mandschureiarmee meldet: Eine Abteilung des jazpanischen Vortrabs, bestehend aus einer Kompagnie Infanterie und einer Schwadron Kavallerie griff japanischen Konflikt. Prinzenpaar wirb sich bort bann wohl längere Zeit auf- Die Dauer des Krieges. halten. Paris, ,4. Okt. Ter „Pctit Paiificn" verösientlicht eine Binaen, 4. Okt. Die amerikanische Regierung UntcrrcbuiiQ leincd Petersburger Kvirefpondenten mit beut Mi-1 4 • litürattachee bei der dortigen ftanzösiscken Botschaft, General hat einen Entwurf zusammengestellt, besten Inhalt unb Moillins, der unter anderem über Die wahrscheinliche Tauer Einzel-Bestimmungen der Einführung deutscher des Krieges gesagt haben soll: Wenn der Krieg seinen normalen h ru ngs- unb Genußmittel große Hinb ernisse ÄÄÄ» We "u ÄX ÄÄu 'n de.. Weg legen, u a würben auch bcsnnbe« der Wem- Einhall tun können, denn die Russen seien nicht b a n a ch handel unb ber Weinbau babiirch erheblich geschabigt werben, angetan, sich irgend eine I n t e r v e n t i o n gefallen zu lassen. Hm dagegen Stellung zu nehmen, hatten sich gestern hier Neue japanische Truppen. eine Anzahl Vertreter der Weinhänblerverbänbe London, 4. Okt. Rack dem neuen japanischen Militärgesev versammelt. Es mürbe einstimmig beschlossen, eine Aborbbas mit Dem %aat seiner Verkündigung in Kraft tritt, werden s)?Pirhfifnn.rPr lins hen ^nnbel§ininiiter zu ent- wettere 331 816 M ann zum .Hneffübicnit einberufen. Ttc|e Bk. nung an den A^chslanztcr und ven yanüe.Sinim|tcr zu ent red>nung gründet sich auf Grbebnnnen, die vor dem 'Diilitär- fenben, nut ber Sitte, bahm wirken zu wollen, baß ber Ent- Programm von 1896 zur Ausdehnung des £>cerwcfen8 angr. ,uurf ^ine Gesetzeskraft erlange. stellt wurden. Ties Programm wirb mit feiner jevt vkstAoffenen fc Biebrich, 5. Oft. (Drahtbericht.) Gestern nach- erstisa ffÄtÄÄk.;* ** * * »*.*««*-... — lion erl>öl)t nnrb. mobil, warfen bie Equipage um unb bie barm sitzenbe Flüchtige Japaner in Berlin. Dame würbe schwer verletzt. Berlin, 4. Okt. Tie aus Rußland ausgeiviesenen Japaner, fc. Frankfurt a. M., 4. Olt. Heute morgen wurde die mn btx Heimreise begriffen find, trafen heute nachmittag -n O^uerstraße 5 wohnende Bauunternehmer Anton und Vertreter des iapanisck>en Roten Kreuzes, sowie Missionare kleinen Kindern, verhaftet. die segensreichen Früchte des theo- cktisch allseitig zu verwenden, ist es Te6epho5iischer Kursbericht 101.90 4% Oesterr. Goldronto 4l/6% Oesterr. Silberrente'j 100.65 47.90 Freitag 7. 8. 9. Samstag Sonntag . 101.85 . 89.90 . 101.85 . 89.90 . 90.90 100.50 104.00 62.70 61.90 4% Ungar. Goldrente . . 40/q Italien. Rente , . . 41/, % Portugieser . . . 3°/o Portugiesen. . . . . 1% C. Türken . . . < Türkenlose ...... 4% 0riech. Monopol.-Anl. 4l/»% äussere Argentiner Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen . 29.50 . 90.70 . 121.70 . 105.25 . 213.50 . 194.50 . 142.90 . 156.25 . 161.50< . 140.30 . 18.20 . 190.00 . 254.00 . 214.25 . 218.40 3V2% 8p/o 8V,°/o 3% 372% 3% Mexikaner . . 41/2% Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kroditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstadter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden , . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . « » . Harpener . . . . Tendenz: fest. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 6. Oktober 1904: Meist trüb, windig, tagsüber kühler, Regen- fätle, in Starkenburg nur geringer Regen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Arverteröervegurrg. Dresden, 4. Okt. In der Zigarettenfabrik von I 0se tti ist ein streit ausgebrochen. zu gleicher Zeit explodieren mußten. Dadurch, daß eine der Ladungen vorzeitig explodierte, wurde das Komplott entdeckt, und man grub eine verbindende Zündschnur aus, die man abschnitt, um weiteren Schaden zu verhindern. Dies ist der zweite Versuch innerhalb weniger Tage. Man schreibt ihn den italienischen Sozialisten zu, die darüber empört sind, haß sich die Arbeiter vom Simplon dem allgemeinen Streik nicht anschlossen. Der erste Versuch richtete sich gegen einen Eisenbahnzug mit Arbeitern in dem Tunnel. "Defraudationen, Unglücks fälle re. Bei bem griechischen Konsul und Weingrosststen Ott in Würzburg wurden sämtliche Bücher befchlagnahint. Er steht im Verdacht, jahrelang Defraudationen zum Nachteil feines Münchener Filialleiters begangen zu haben. — Wie aus Johannesburg in Südafrika telegraphiert wird, explodierte das Dynamit- Magazin der Anged Deep Mine. Die Erschütterung war furchtbar, doch wurden weder Menschen verletzt, noch Bergwerks- Einrichtungen beschädigt. — Wegen D e p 0 t - U n t e r s ch 1 n g u n g ist der Bankier Kniehase, in Firma Kniehase & Co. in Berlin verhaftet worben. — Der frühere Rittmeister Freiherr von Grabow aus Berlin ist in D r e s b e n wegen bes Ver- bachtes. mehrere hunderttausend Mark unterschlagen zu haben, unter Anklage gestellt und in Haft genommen worden. — In Duttweiler (Pfalz) sind drei Scheunen abgebrannt. Die Iran bes Besitzers Probst kam in den Flammen um. Vom Kriege. London, 5. Okt. Ein in Petersburg eingelauftntzZs Telegramm sdes Generals Stössel berichtet, die Angriffe der Japaner aus das Fort Visoky vom 19. und 21. September wurden zurückgeschlagen. Tichjte Infanteriekolonnen stürmten, konnten aber das Feuer der Geschütze von den Forts nickft aushalten. Paris, 5. Okt. Aus Kyonchou und Chimchongdo irt Korea !werden Revolten gemeldet, zu deren Unterdrückung japanisches Militär ausgesandt wurde. — Ein russischer Matrose traf in Paris mit der Flagge des bei Tschemulpo gesunkenen Kreuzers Warjag ein. Tie Flagge wurde von der russischen Vtoschast übernommen. Paris, 5. Okt. Tie hiesige Ausgabe des „Newyork Heraid" erfahrt aus Petersburg, der Vorschlag des' Präsidenten Roosevelt über die Einberufung einer Friedenskonferenz werde in den offiziellen K'reisew als durchaus ü b e r r a s ch e n d und unzeitgemäß angesehen. — Eine Petersburger DepeM >an mehrere hiesige Blätter besagt, daß die Gerüchte über eine Demission! des Mar ine Ministers Avellan von neuem entschieden dem entiert werden. Ferner heißt es, der Tag der Ausreise des Baltischen Geschwaders sei noch nicht festgesetzt und werde jedenfalls geheim gehalten werden. London, 5. Okt. „Daily Telegraph" berichtet, daß in der Nacht vom 22. auf den 23. Sept, die Russen einen; Ausfall gegen eine Stellung machten, welchie vom 36.- japanischen Infanterieregiment besetzt war. Bei diesem Angriff wurden die Russen vollständig a u f g e r i e b e n, Von den 40 0 0 Mann, die sie vor der Schlacht zählten blieben nur 1 Unteroffizier un'b 11 Mann! übrig. (Der „Daily Telegraph" ist eins der berüchjtigsteni Londoner Lügenblätter. D. Red. ) Rom, 5. Okt. Die „Italia Militare "veröffentlicht ein! Telegramm aus Tschifu, worin berichtet wird, daß diej Japaner zwei wichtige Forts und vier kkleinere Verschanzungen bei Port Arthurerobert hätten. Petersburg, 5. Okt. General Oku überschritt den Hun-Fluß und machte eine Umgehungsbewegung in westlicher Richtung. Nach der Ansicht russischer Militärs gilt es als sicher, daß Kuropatkin viele Streitkräfte abgeben müsse, um die Umgehung sversucheOkuszuverhinderru^^^^^^^^^^^^^^ Nniversttäts-Wachrichlen. — Tie juristische Fakultät der Universität Leipzig hat aus Anlaß des 25 1 übrigen Bestehens des Reichsgerichts die Senatspräsidenten Maßmann und Treplin, sowie die Reichs- geriMsräte Beer, Förster, Kaufmann Planck, Schütt und Stellmacher, den Rcichsanwalt Zweigert und den Rechtsanwalt Geh. Justizrat Patzki zu Ehren- d 0 11 0 re n ernannt. _____ _______ ujw., we! die reine an den zuständigen Stellen soweit gefördert worden, daß mit einer Einbringung der einzelnen Etats an den Bundesrat spätestens zm Anfang des nächsten Monats gerechnet werden darf. Bis zum Schluß des November hätte der Bundesrat sich mit dem Etat zu beschäftigen, sodaß als sicher anzunehmen ist, daß der Reichstag bei seinem Wiederzusammentritt den Etat für 1905 vorsindet. Kiel, 5. Okt. Prin_z und Prinzessin Heinrich werden mit dem Prinzen Sigismund am 17. Oktober nach Darmstadt zu einem 14tägigen Besuch bei dem Großherzoglichen Hofe abreisen. Tie Rückkehr nach Hcmmelmark ist für Anfang November geplant. Paris, 5. Okt. Professor Koch wohnte einer Sitzung der medizinischen Akademie bei. Paris, 5. Ott. Ter Chefarzt des hiesigen Irrenhauses zu Sainte Anne, Tr. Ballon erhielt gestern von eifern W a h n s innigen eine n M eifer st i efc in den Nacken. Sein Zustand ist besorgniserregend. Wenn Tr. Ballon mit dem Leben davon!.mmen sollte, roirb eine schwere Lähmung zurückbleiben, da das Rückenmart verletzt worden ist. ; Wien, 5. Okt. Zur Affäre der Prinzessin Luise von Koburg wird mformierterseits mitgeteilt, daß das Oberhofmarschallamt dem Wunsche der Prinzessin nach n 0 ch m a l i g c r U n t e r s u ch u n g ihres G e i st e s z u st a n d e s statt geben wird, umsomehr, als auch Prinz Philipp von Koburg, Dr. Feistmantel und Bachrach sich dafür ausgesprochen haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auch gegen die Wahl der Sachverständigen durch die Prinzessin selbst vom Oberhofmarschallamt kein Widerspruch erhoben werden. Wien, 5. Okt. Tie „Wiener Ztg." publiziert die Ernennung des ordentlichen Univenitä bisher von keiner and . reu in- oder ausländischen Gei einmal' reicht werden konnte. Bei der Viktoria gehen täglich über l.nio Bdlksversick>erungsanträge ein, und sie zahlt sckwn letzt monal" lich nahezu 1 Million Mark für Sterbefalle und Ubläufe in der Bolksversicherung aus: l/3 davon sind gezahlte Gewinnanteile, c 10 Neueste Meldungen. Berlin, 5. Okt. Das Deutsche Theater hat am Dienstag mit einem breiaktigen Drama „Maria Frieb- haminer" von Heinrich unfein einen starken unb lauten Erfolg gehabt. Der jugendliche Verfasser wurde nach jedem Akte gerufen und zum Schluß sehr lebhaft begrüßt. Berlin, 5. Okt. Die Vorbereitungen für die Aufstellung der einzelnen Teile des Reichs Haushalts-Etats für 1 9 0 5 sind nach einer Mitteilung der „Berl. Pol. Nachr." Bergzabern, 5. Okt. Wegen gegenseitiger Beleidigung verurteilte gestern das Schöffengericht den Apo- thekenbesitzer Georg Worg von hier zu 15 Mark und den ebenfalls hier wohnhaften prakt. Arzt Tr. Werber, welcher sich bei der Beleidigung tätlich vergriff, zu 60 Mark Geldstrafe und beiderseitiger entsprechender Kostentragung. T>as Vorkommnis, das sich im Bürgerkasiuo zutrug, dürfte ein weiteres gerichtliches Nachspiel Huben, das sich auf den Grund der Beleidigung bezieht. Major v. Sydow, der vom Kriegsgericht in Hannover wegen schwerer Mißhandlung seiner Tochter zu vier Monaten Gefängnis und Tienstentlassung verurteilt wurde, hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Aerzte-Zweikampf. Im Februar d. I. forderte der Arzt am Friedrichstädter Krankenhausc. zu Tresden Tr. Hein seinen Kollegen, den an dem gleichen Institut anaestellten Militärarzt Tr. Wolff, mit dem er bei einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung in Differenzen geraten war, a u f S ä b e l. Es wurden 60 G ä n g e ausgemacht, falls nicht vorher einer der Gegner kampfunfähig werden sollte. Beim 16. Gange erhielt Tr. Wolff einen Hieb, der eine Verletzung der Schädelbecke zur Folge hatte. Tr. Hein erhielt seinerzeit vom Kriegsgericht eine Strafe von vier N-'onaten Festungshaft; Tr. Wolff wurde vom Landgericht ebenfalls zu vier Monaten, Tr. Meyer, der Kartellträger Tr. Heins, zu drei Tagen Festung verurteilt. feruungen ohne direkte Verbindung. Eine internationale Ge- sellschaft zur Ausnutzung der Erftndung ist gebildet. z-zi Mouistenbund. Ernst Häckel veröffentlicht im Oktoberheft der Frankfurter Halbmonatsschrift ,^D a s f r e i e W o r t" 30 Thesen für einen zu gründenden Monistenbund. Er schreibt: Um die einheitliche naturgemäße Weltansch.auung in weitesten Greifen M verbreiten und die segensreichen Früchte des theoretischen Monismus auch vraktisch allseitig zu verwenden, ist es wünschenswert, daß alle vahiu gerichteten Bestrebungen durch Gründung eines einheitlichen Monistenbundes einen gemeinsamen Mittelpunkt finden. In dieser „universalerr Monistengemeinde" würden rücht nur alle Freidenker und alle Anhänger der monisti- sch«r Philosophie Aufnahme finden, sondern auch alle „freien Gemeinden, ethischen Gesellschaften, freireligiöse Gemeinschaften" :lchL als Richtschnur ihres T^enkens und Handelns allein i Vernunft anerkennen, nicht aber den Glauben an tradi- Kunst und Wistenschaft. Eine sensationelle Erfindung. Ritzaus Bureau in Kopenhagen meldet: Ter Erfinder des Telegraphons Poulsen hat eine neue Erfindung gemacht, wodurch er imstande ist, auf einfache Werse ein Kontinuieren der elektrischen Wellen heÄvvrzubringen. Tndurcki wird ermöglicht, die drahtlose Telegraphie so zu regulieren, daß ein Auffangen von Depeschen von unbefugter Seite völlig ausgeschlossen ist. Ferner bietet die Erfindung die Möglichleit der drahtlosen Telephon i«, ferner ermöglicht sie das Steuern eines Bootes nndÄbfeuern eines Torpedos auf große Ent- tionelle Togmen und angebliche Offenbaru-ngen. Tie bevor- stehmden Kongreffe in Rom und Saint Louis (der erstere ist bereits Mvesen) bieten die günstigste Gelegenheit, alle diese zer- ftmiten Kräfte zu vereinigen in einem großen universalen Monistenbund." ' Feue^sicherheit im Theater. Tie Feuersicherheit im Potsdamer Königlichen Schauspielhause ist neuerdings durch eine selbsttätige Feuermelde v orrichtu ng erhöht worden, die in allen Räumen des Theaters angebrackst wurde, welche nicht unter ständiger Aufficyt der Feuerwehr stehen. Bei plötz- iicfyer Wärmeentwicklung ertönt beim Posten auf der Bühne, in der Portierloge, sowie im Telegraphenzimmer des Feuerwehrdepots ein Glockenzeichen. Gleichzeitig wird dem Posten auf der Bühne durch ein Tableau angezeigt, aus welchem Raume die Meldung kommt. Ter Einführung der Neueinrichtung sind ausgedehnte Pwben vorangegangen. Tie langsame Envärmung eines Zimmers durch Ofenheizung wird durch den Apparat nicht angezeigt, sondern nur akute Feuerentwickelung. Herichtssaal. sh.) Friedberg, 4. Okt. Bor dem hiesigen Schöffengerichte hatten sich Heinrich Fix f en. und dessen Sohn Hein- rich Fix jun. wegen Körperverletzung zu verantworten. Zwischen Angehörigen der Famllie Fix und im selben Hause wohnenden Mietern bestanden Reibereien, die vor Gericht teilweise geschlichtet wurden. Am Abend des 2. März L Js. kam es nun abermals zu unerguicklichen Szenen. Aus diesem Grunde erwartete am folgenden Tage mittags gegen 121/2 Uhr der Angeklagte Heinrich Fix jun. auf der Straße den Akademiker Bernhardt, um von letzterem Genugtuung zu verlangen, welche B. verweigerte. Nun überfiel Fix jun. seinen Gegner und mißhandelte ihn, was der als Zeuge vernommene Professor Eger bekunden kann. Kommilitonen eilten B. zu Hilfe und brachten ihn in die Wohnung. Kurze Zeit nach diesem Vorfall kam es im Hause selbst zu Streitigkeiten zwischen dem angeklagten Sohne und den Akademikern Gülich und Limmer. Durch das Geräusch der Streitenden wurden die übrigen Hausbewohner aufnierffam. Auch der Vater des Angeklagten eilte herbei, und half fernem Sohne, indem er mit einem Pfeifenrohr dreinschlug, aber, lediglich um den Streit zu schlichten, wie die heutige Beweisaumahme ergab. Der Solm aber hatte sich ein altes Rapier geben lassen unb damit hieb er auf die Gegner los, die sich mit Stöcken wehrten, so gut es ging. Der zuerst mißhandelte Akademiker B. war erjt einige Wochen voicher operiert worden und befand sich aiff dem Wege der Genesung. Infolge der Mißhandlung auf der Straße war er aber wieder bettlägerig und krank geworden, sodaß der mehrere Wochen ärztliche Hilfe benötigte. Im Verlaufe der Verhandlung tritt er deshalb no-tz als Nebenkläger auf und verlangt eine entsprechende Buße. — Alv sachverständiger Zeuge bekundet praktischer Arzt Tr. May-Bad-Nauheim, daß der angeklagte Fix jun. ein äußerst reizbarer und sehr nervöser Mensch sei. Tiesem Umstand seien wohl seine strafbaren Handlungen zuzuschreiben, die er bei ruhiger Erwägung wohl nicht begangen halte. Bei einer eventuellen Strafzumessung mußte dies als nnlberuoer Umstand in weitgehendstem Maße beruasickstigt werden. Ter Staatsvertreter weist in seinem Plaidoyer aus dieses ^ztsiche Attest hin und auf die Unbescholtenheit des Zungen -.canne^. Trotz der Schwere des Falles sollen mildernde Umstande m weitgehendstem Maße in Betracht kommen und eine Gefängnisstrafe, wie sonst üblich, ausgeschlossen werden. Tas Urteil lautere. In zwei Fällen wird der angeklagte Sohn der Körperverletzung nach § 223a für schuldig erklärt und in ^lue Geldstrafe von zusammen 120 Mark verurteilt. Außerdem muß der Verurteilte 200 Mark Buße entrichten und 1 einen upen der Gerichtskosten übernehmen. Ter mitangeklagte Vater wird von Strafe und Kosten freigesprochen. sd. Darmstadt, 5. Okt. (Trahtbericht.) Konrad Gerbig aus Schwarz bei Alsfeld wurde heute vom Schwurgericht wegen Brandstiftung in Kl. Rohrheim bei Gernsheim begangen, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Flensburg, 4. Okt. Im Prozeß gegen den P asto^r Jacobs e n und den früheren Gasthofbesitzer Lassen aus >Lck)erre- beck wegen Bilanzverschleierung, Gelds di i c b n n g und Zuwendung unrechtmäßiger Vermögensvorteile an Jacobi en zum Nachtelle der Kreditbank in Scherrebeck wurde Jacobsen von der hiesigen ersten Strafkammer gänzlich frei- gesprochen. Lassen wurde wegen Bilanzverschleierung in zwei Fällen unter Zubilligung uiildernder Umstände zu 600 Mark Geldstrafe verurteilt, bezüglich der beiden anderen Anklagepunkte wurde er sreigeiprochen. Ter Staatsanwalt hatte gegen beide Angeklagte zehn Neonate Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe beantragt. Leipzig, 4. Okt. Tar> Reichsgericht verwarf die von dem Lehrer Nickel in T r a k e h n e n gegen das Urteil des Land gcrichts I Berlin vom 8. April 1904 eingelegte Revision als unbegründet, kicket war vom Landgericht wegen Beleidigung des Landl la llmeisterü v. Dettingen zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Eine Tisehen-Uir geschenkt beliebten Gioth's gemahlenen Kernseife an den Fabrikanten I. Gioth, panau, einsendet. hvll7 Spielplan der vereinigten Stadttheater Gicßen-Marbnrg und des Großherzoglicheu Kurtheaters Vad-Nauhcim. (Direklion S t e i 11 g 0 e 11 e r). Donnerstag den 6. Oktober: At a r b u r g: „Der Talisman." " Gießen: „Die Journalisten." Nauheim: „Die Journalisten/ Gießen: „Der Talisman." Landwirtschaft. — Eine Ausschußsitzung des landw. Vereins für die Provinz Ober Hessen findet Donnerstag, den 6. O ktober, nachmittags 3 Uhr, im Hotel zum Prinzen Karl in Gießen unter dem Vorsitz des Präsidenten statt. Tie Tagesordnung umfaßt zelm verscksiedene Gegenstände. Auch die Kanalisation der Lahn steht auf der Tagesordnung, ferner die Errichtung eines Zentralzuchtviehmarktes, der Gießener Wetter- dienst mw Zander es Kändcl und WerKeyr. Volkswirt schäft. Syndikatswesen in Deutschland. Das Syndikats-- roefen in Deutschland ist in fortgesetztem Aufschwung begriffen. Fast kein Tag vergeht, der nicht auf diesem Gebiete eine neue Erscheinung zu Tage förderte. Der Stahlwerksverband ist jetzt mit der Emschatzung der Werke der Fertigfabrckate beschäftigt und es wird auch vom Internationalen Schienenverband gesprochen. Vereinigt haben sich ferner die Brückenbauanstalten, wie wir bereits gemeldet; dann hat sich eine wirtschaftliche Vereinigung deutscher Gaswerke gebildet und die Preiskonvention der Zement- industriellen dürfte jetzt auch vielleicht einmal zu Stande kommen. Nach dem Vorbild des Kvhlensindikats und des Stahlverbandes erwartet man von den Syndikaten die Schaffung einer gewissen Stetigkeit für das gesamte Wirtschaftsleben, also auch eine größere Standigkeit der Erträgnisziffern. Dadurch verliert die Aktie, wie der ^Aktionär" schreibt, in den Augen des großell Publikums mehr und mehr den Charakter eines Papiers mit schwankenden Erträgnissen. Hibernia-Angelegenheit. Bekanntlich hat die Hiberniagesellschast gegen den von der Dresdner Bank durchgesetzten Antrag'.'Aushebung sämtlicher Beschlüsse der Generalversammlung vom 27. August betr. Kapitalerhöhung Beschwerde erhoben. Tas Landgericht, Kammer für Handelssachen, Bochum, hat dieser Beschwerde Folge geleistet. Dadurch ist der ganze Plan der Dresdner Bank sehr gefährdet und sie sah sich genötigt, gegen das Bochumer Urteil Beschwerde beim Kammergericht ein^ulegen. Es wird nun von der Entscheidung dieses Gerichts zunächst abhängen, ob der Regierung der Weg soweit geebnet ist, daß sie das gegenwärtig halbe Aktienkapital von Hibernia übernehmen kann, ohne befürchten zu müssen, daß durch Kapitalsvcrmehrung die Macht dieses Besitzes vermindert wurde. Wie uns scheint, befindet sich Minister Möller in einer wenig angenehmen Lage und er weiß vorläufig keinen anderen Ausweg, als Zeit zu gewinnen. Klugen stehen in diesem Streite immer nicht minder Kluge gegenüber und dabei hat die Ministerpartei doch den Nachteil, daß bei ganz unbefangener Prüfung der Verhältnfffe das Recht eher auf der anderen Seite zu finden ist. Schon die ersten Schritte, die der Handels-Minister in dieser Angelegenheit getan hat oder tun ließ, haben die Kritik stark herausgefordert. — Reichsbauk. Am 17. Oktober wird in W e i ß w a s s e r (O.-Lsi eine von der Reichsbankstelle in Görlitz abhängige Reichs- banknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giro-Verkehr eröffnet werden. Märkte. Lauterbacher Frachtpreise vom 1. Okt.: Korn 15 Mk., Hafer 14 Mk., Erbsen 22 Mk., Kartoffeln 5,75—7,60 Mk., alles pro 100 Kg. kc. Frankfurt a. M., 5. Okt. (Orig.°Telegr. des „Gieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zcnn Verkauf standen 1693 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60—00 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 2. Qual. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qualität 52—55 Pfg., Lebendgeivicht 00—00. Geschäft gut; Ueberstand unbedeutend. kc. Frankfurt a. M., 4. Okt. Heu- und Strohmarkt. Heu kostete heute Mk. 3.60—4.00, Stroh sDif. 2.10 bis Mk. 2.30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest. 0 Kirchhain, 4. Okt. Tie Sperrung der Gießener Viehmär 11 e seitens des Oberhessischen Viehhändler-Vereins scheint auf unsere Viehmärkte belebenden Einfluß auszuüben, denn der heute hier abgehültene Rindviehmarkt war außerordentlich lebhaft. Der Auftrieb von Rindvieh belief sich auf etwa 300 Stück, die bei guten Preisen vielfach schon im Vorverkauf abgesetzt wurden. — Auf dem Schweinemarkt belief sich die Zufuhr auf etwa 500 Stück. Ter Handel war flau und die Preise gingen sehr zurück. Saugferkel kosteten 16—19 Mk., größere 30—40 Mk., und Läufer 80—90 Mk. pro Paar je nach Größe und Qualität. ■' in keinlter und fauberiter Ausführung billiglt. ': Siebener Anzeiger, Brühl’fche Druckerei *5 6 Zimmer 1 o s 5 Zimmer L&den etc. Löwen-Drogerie. W. Kllbir-ger. 3 Zimmer - Mädchen gut erhaltene I! 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