Nr. 155 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Erich eint tügttch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Samilienblätter** werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -Hessische Landwirt' erscheint monatlich einmal Gießener Anzeiger Dienstag 5. Juli 1904 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Univerfttätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.L. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. r Anzeiger Dießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. Are Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten- Worte zurückgenommen und Korfanty ihm darauf gesagt: „Das charakterisiert Sie glänzend!" gäbe Deutschlands in und mit auf den Wieg ie jungen Leute aus Für Deutschland, das zur Versorgung seines VolksüberschusjeS, sowie zur Befestigung und Erweiterung seiner wirtschaftlichen Welt- stellung gezwungen ist, nicht nur Waren in die weite Welt hinauszuschicken, sondern auch Menschen auszuführen, liegt das Bedürsnis vor, diejenigen seiner Söhne, die als eigentliche K'olonialpioniere in erst Entsprechend der Bestimmung der Anstalt für junge Reichsdeutsche und Söhne Deutschier im Auslunde wird bei den Zöglingen auf die Festigung des nationalen Bewußtseins jiüb die WirLunu des Verständnisses für die 2luf- "7 oer weiten Welt besonders Gewicht gelegt rverden. Iw Zusammenhang damit muß die An- tetrung für sittliche Selbstzucht angesichts der Gefahren, die im AuslarH der Alkoholismus usw. mit sich bringen, ein besonderes Anliegen der Anstultsleitung sein. Der Ausruf schließt mit der Bitte um Zeichnung von Geldspenden. —i Auskunft erteilt Direktor Hermann Thomä, Stuttgart, Archivstraße 18. Volitische Tagesschau. Frhu. v. Mirbachs Rücktritt. Der Oberhofmeister der Kaiserin, Frhr. v. Mirbach, will die Enthebung von seinem Amt erbitten; die fortgesetzten Angriffe haben auf seinen Gesundheitszustand ungünstig einge-wirkt. Gestern brachte das „Kl. Journ.", das auch unter dem neuen Herausgeber dem Hause Mirbach treu geblieben scheint, die bereits gestern unter unseren Telegrammen erwähnte, längst erwartete und daher nicht überraschende Nachricht, die heute von der „Nordd. Allg. Ztg." nicht dementiert wird. Die Erörterung über Kirchenbaufonds im Llnschluß an den Pommernbankprozeß habe den Frhrn. v. Mirbach peinlich berührt. Wer in der Oeffentlichkeit steht, muß des Tadels wie des Lobes gleich gewärtig sein. Frhr. v. Mirbach hätte sich die Aufregung ersparen tonnen, wenn er rechtzeitig feinen ja sehr erheblichen Einfluß darauf verwandte, den unliebsamen Enthüllungen des Pommernbankprozesses durch Rückzahlung der von ihm quittierten Summen vorzubeugen. Würde Frhr. v. Mirbach etlichen vertrauens werten und für fromme Werte begeisterten Personen gesagt haben: „Wir müssen dies Aergernis aus der Welt schaffen, aus vielerlei Gründe — so waren die paarmal hunderttausend Ndark sicherlich rasche gesammelt. Statt dessen ließ Frhr. v. Mirbach die Sache an sich herum kommen unb erklärte auch noch als Zeuge, zur Rücb erstattung der Summe, auf „Konto L.", sei immer noch Zeit und Gelegenheit. Nun sieht aber das Urteil bei den von den Pommennbankdirektoren auf „Konto K." hinge- gebcuren Summen eine Untreue nicht als erwiesen an. Darnach wären die Pfandbriefbesitzer und Aktionäre nicht, we- nigsteus nicht unriöchtmäßigerweise geschädigt durch die Freigebigkeit der Herren Schultz und Romeick. Folglich ist kein zwingender Grund vorhanden, die Lirchenbauspenden zurückzuerslatten. Wir bleiben dabei: die Rückerstattung ist eine sittliche Notwendigkeit. Und aus diesem Grunde wäre Frhrn. von Mirbachs schneller Rücktritt vom Amt zu bedauern. Denn das leuchtet wohl ein, daß dem Oberhofmeister a. D. nicht die Mittel und Wege %ur Verfügung stünden, vermögende Kreise der Kirchenbaubewegung für oie Rückzahlung zu interessieren. Selbst der konservativen „Kreuzztg." sind aus ihrem Leserkreise Worte des Unbehagens zugegangen, daß die „Kveuzztg." sich dieses hohen Hosbeamten in freundlicher Weise angenommen hat; und die „Kreuzztg." sieht sich zu der Verrvahrung veranlaßt, daß sie die Sammlungs- nrethode des Frhrn. v. Mirbach in ihren sämtlichen Er- scheinungsfor'mau billige. Nun also, wenn Fehler gemacht worden sind — und dazu gehört insbesondere die Annahme der Pommerrrbank-^chenkung — dann müssen diese Fehler korrigiert werden. Jeder Tag der Verzögerung führt der Diskussion neuen Stoff zu. Der Einwand verfängt nicht, daß die Auflehnung im Fall Mirbach nur ein Vorwand sei, um den politisch unbequemen Hofbeamten zu stürzen oder um die Kirchen bewegung zu diskreditieren. Politisch unbequem ist der Oberhofmeister keiner Partei, auch nicht der sozialdemokratischen, in dem Grade, daß darum sein sofortiger Rücktritt willkommen wäre. Und gegen Kirchcn- bauten wird nichts einzuwenden fein, sofern die Mittel dazu nicht auf Kosten Unbeteiligter aufgebracht werden, oder von Personen herrühren, die durch chre Beisteuer lediglich Titel und Auszeichnungen zu ergattern suchen. Gerade die kirchlich gesinnten Kreise werdMn mit Recht an frommen Werken mit so weltlichem Hintergrund Anstoß nehmen. Deutsche Anfiedlerschule in Hohenheim bei Stuttgart. In der schwäbischen Residenzstadt ist ein Ausschuß zur Errichtung einer Ansiedlerschule in Hohenheim (bekanntlich Sitz einer landwirtschaftlichen Hochschule) zusammen- ge treten. Das Ehrenpräsidium hat Fürst Karl von Urach, den Vorsitz der Präsident der Handelskammer in Stuttgart, Geh. Kommerzienrat Widenmann übernommen. Der uns soeben oopgelegte Aufruf ist unterzeichnet von einer Anzahl von Männern, die teilweise auf eine langjährige Praxis in überseeischen Ländern zurückblicken, teils sich im Jn- lande um die Förderungen unserer volkswirtschaftlichen Interessen verdient gemacht haben. Wir geben im solaen- den die wesentlichsten Ausführungen des Ausrufs wieder: Zu der Ermordung deutscher Aufiedler in Reu-Guinea von denen die hübschen Reiseschilderungen aus der Südsee, die wir unlängst veröffentlichen konnten, sprachen, wird der „Köln. Ztg." aus toibnet) vom 13 Mai geschrieben: Ter Norddeutsche Lloyddampftr „Prinz Sigismund", der gestern hier von Singapore über die Inseln des deutscl^en Archipels ankam, bringt Einzelheiten über die dort vor kurzem vorgekorn- mene Niederinetzelu.ua von Ansiedlern. Als der Dampfer in Neu- Guinea anlegte, wurden acht Eingeborene, die dem französischen Eiland Deslaes angehörten und wegen der Mordtaten des vorigen Jahres verhaftet .worden waren, an Bord gebracht, um sich in Herbertshöhe zu verantworten. Die Nachricht von einem Gemetzel erreichte Sidney Anfang Januar dieses Jahres, und das deutsche Kriegsschiff „Eondor" bestrafte die Eingeborenen dafür. Es scheint, daß einige Eingeborenendörfer von de m „(Sonbor" zerstörr wurden, um die Eingeborenen vor weiteren Ausschreitungen zu warnen. Kapitän Lenz vom „Sigismund "berichtet, datz jetzt alles auf den betretenden Inseln ruhig i)t uni) weitere Unruhen unwahrscheinlich sind. Der letzte Ausbruch verlief kurz wie folgt: Eine Anzahl Eingeborener, bis zu den Zähnen bewaffnet, überfiel plötzlich denDampfer „M e la", der Herrn Peter Hausen, dem Direktor der Petershafener Station der Neu-Guinea-Kompagnie, gehörte. Ter Dampfer lag zurzeit an einer Landungsbrücke der Station. Ter Jngenieurder „M e t ar", Do e ll, wurde int Maschinenraum ermordet und einige Leute von der Eingeborenen- bemannung erschlagen. Hierauf griffen die Eingeborenen Herrn Reinhardt, den Agenten der Gesellschaft, an, der sich Ufer befand, und ermordeten ihn. Hansen wurde von freundlich gesinnten Eingeborenen beschützt und konnte sich durch hie Flucht retten. Hierauf besetzten die Eingeborenen den Dampfer und versuchten chn zu steuern. Wie zu erwarten war, kam das Unglück schnell, und man fand den Tnmpfer später gekentert zum Teil ün Wasser an einer Fluh« Mündung. Man nimmt an, daß die Eingeborenen den Dampfer bald zu Grunde richteten und daßjeden- falls viele von ihnen dabei ums Leben kamen. Sobald der Bericht des Blutbades die Behörden in Herberts- Höhe erreichte, wurde eine Untersuchung eingeleitet und, wie vorhin erwähnt, wurden acht Rädelsführer verhaftet. Weitere Einzelheiten über die Morde im Anfang dieses Jahres auf Durour, einer Insel der Hermits-Gruppe, gibt Herr Wahlen, .ein bekannter dortiger Kaffee- und Kokosnußpflanzer, der gestern ebenfalls mck Iblem „Sigismund" ankam. Auf Durour wurde sein Verwalter Reimers ermordet. Wie es scheint, bearbeitete Reimers die Pflanzung mit freundlich gesinnten Eingeborenen iujammen, _ und man erwartete keine Gefahr. Am 24. Februar jedoch besetzte eine Truppe feindlicher Eingeborenen, etwa 500 Krieger stark, die Station. Reimers befand sich zurzeit auf der Veranda seines Hauses, und er sah sofort, daß es au sein Leben abgesehen war. Einige der Angreifer stürzten aut ihn los und warfen ihn mit dem Rücken auf die Veranda. So hielten sie ihn fest, während ein Speer in seinen Mund und durch seinen Körper gestoßen wurde. Der llnglüd- liche starb unter furchtbaren Qualen, feine Hilfe war nahe. Nach dieser feigen Tat banden die Mörder Steine an die Leiche und warfen sie in das Dieer. Reimers Arbeiter waren geflohen, sobald sie gesehen hatten, daß der Feind stärker war als sie. Sie verbargen sich in den Waldungen. Der ^eindlicheStamm verließ die Insel in Kanoes in der Hoffnung, sich auf einer Nachbarinsel in Sicherheit zu bringen. Ein Sturm überraschte sie auf dem Meere, und man glaubt, daß die meisten dabei um l amen. Eine große Anzahl leerer Kanoes wurde an der Durour-Jnsel angetrieben. Der Gouverneur wird eine Strafexp.edition von Herbcrtöhöhe aus int nächsten Monat begleiten, um alle Eingeborenen, die sich än diesen feigen Morden beteiligten, zu bestrafen. dem Hohenheimer Schloß ins Auge gejagt. Die Zöglinge werden unter Leitung einer mit der überseeischen Pionier- ackbeit gründlich vertrauten Persönlichkeit eine Wirtschaft führen, die den überseeischen Farmerverhältnissen ähnelt, wie auch sonst der ganze landwirtschaftliche Betrieb möglichst direkt «uf die überseeische Praxis vorbereiten soll. Auch die wissMschaftlichen Fächer bleiben stets in engster Fühlung mit der Praxis; in verschiedenen Disziplinen, wie Tierarzneikunde, Forstwirtschaft, Hygiene, Pflanzenphysiologie können die Zöglinge nur eine gedrängte Uebersicht des Wissenswerten erhalten, wie auch in den verschiedenen Handwerken bei der Kürze der Zeit nur das Notwendigste zum praktischen Gebrauch erlernt werden kann. Im Zuscunmenhang damit wird sich die Anstaltöleitung bemühen, für eine giceignete Unterlauft der Zöglinge nach ihrem Abgang, bei Farmern, Kolonisten, Viehzüchtern, Pflanzern usw. zu sorgen, um bei diesen unter günstigen Bcdingullgen ihre Ausbildung vollenden bezw. iosort zu (ctbftäi blaer beruflicher Tätigkeit übergehen zu rönnen. Als Sitz bec Anstalt ist der „Exotisch^' (harten" unweit Kariamcntarisches. Berlin, 4. Juli. Die preuß. Landtagsabge- ordlieten nahmen in ihrer heutigen Sitzung die allerhöchste Verordnung wegen Vertagung beider Häuser des Landtages entgegen. Dieselbe wurde vom Minister des Jnrreru, Frhr. v. Hammerstein, verlesen. ^Nächste Sitzung am 25. Oktober 1 Uhr. Petitionen. — Das Herrenhaus nimmt Mitte ^November seine Sitzungeli wieher auf. — Die „F-yeie Deutsche Presse" gibt folgende Mitteilung der „Schief. Volksztg." wieder: „Was für Hunde zischen dort?" soll der natioualliberale Abg. Jürgensen im preuß. Landtage gerufen haben, ab? die lolnischen Mgeordrieten iu der Ansiedlungsgesetzdebatte nach der Rede deö Abg. Sieg ihr Migsallen durch Zischen zu erkennen gaben. Die polnischen Abag. N'orfanth und Dr. Chlapowski Hütten — so berichtet daS Berliner polnische Blatt — diese Worte gehört, uub ersterer sei mit ßdxülter Faust auf bat 2lbg. Jürgensen zugeschritten mit der Frage, auf wen sich dessen Worte bezogen hätten. Der Interpellierte habe nicht bestritten, daß er diese Worte geäußert habe, das Zischen habe ja aber — so habe er hiltzugejetzt — voll irgendwelchen Geschöpfen Ijerftammen können, btorfault) habe darauf erwidert: „Ich und meine Fraktionslolleaen Haban gezischt, binnen Sie diese Beleidigung zurück oder nicht?" r'lbg. Jürgenserr habe die 16. Aeulscher Kongreß für Knaöenhandarbeit zu Worms. (Original-Artikel des „Gieß. AnK.") (.) Worms, 4. Juli. Während der deutsche Verein für erziehliche Knaben- handarbeit in früheren Jahren alle zwei Jahre einen Kongreß abhielt, war dies in letzter Zeit seit fünf Jahren nicht mehr geschehen. Es lag dies daran, daß nach langen theoretischen Erwägungen nun einmal der Versuch unter» nommen werden sollte, die Ideen des Vereins zur praktischen Ausführung zu bringen. Schulinspektor Scherer- Worms führte mit Genehmigung der hessischen Schulabteilung des Ministeriums den Handarbeitsunterricht in die Volksschulen zu Worms obligatorisch ein. Nachdem diese Durchführung erreicht war, lud Die Stadt Worms« die Mitglieder des Deutschen Vereins ein, in ihren Mauern zu erscheinen und die geschaffene Organisation zu prüfen. So kam es, daß der Kongreß vom 1. bis 3. Juli wieder einmal nach langer Pause in Hessen tagte. Aus allen Teilen Deutschlands, sowie auch vom Auslande (Schweden, Holland und der Schweiz) folgten mehrere Hundert Interessenten dem Rufe: Aerzte, Lehrer, Schulleiter und Vertreter städtischer und staatlicher Behörven. Eingeleitet wurden die Veranstaltungen am Frettag abend durch ein geselliges Zusammensein bei Könzert int Garten des städtischen Festhauses. Der Samstag war der Hauptversammlung des Deutschen Vereins für erziehliche Knadenhandarbeit gewidmet, die um 8 Uhr morgens in der Turnhalle der neuen wundervollen Westendschule mit einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Abg. von Schenkendorf-Görlitz, eröffnet wurde. Ter Direktor des Seminars für Kn oben Hand ar beit in Leipzig, Dr. Pabst, wies daraus in einem kurzen Vortrage auf Grund psychologischer und volkswirtschaftlicher Erwägungen auf die Notwendigkeit einer Reform unseres heutigen Schu^etriebs im Sinne der Schererschen Methode hin. Daran schloß sich die Vorführung arbeitender Klassen der Ä^lksschule und einiger Hilssklassen für schwachbesahigte Kinder beioer- lei Geschlechts an. In 21 Klassen konnten die Erschienenen am Unterricht teilnehmen und sich ein Bild machen von dem Betriebe des neuen Unterrichts gegenständes. Unterstützt wurde das praktische Arbeiten durch eine reichhallige Ausstellung von ©d)ülerarbeiten, die außer von der Stadt Worms selbst noch beschickt war von der Handfertigkeitsschule, sowie der Hilfsschule Mannheim, der Handfertigkeitsschule Stuttgart-Gaisberg und dem Knabenhort Ludwigshafen. zu epschließende, vielfach unter fremden Herrschaslszeichen stehende Neuländer au^-iehen, eine diesem Zweck b> e s om - oerö an gepaßte Vorbildung zu geben. Dies gilt vor allem für D Den gebildeten Kreisen, die an Handarbeit uub Selbsthilfe nicht gewöhnt sind. Denen, die an unseren öffentlichen Schulen eine wesentlich theoretische Vorbildung genossen haben, will die in Hohenheim zu errichtende Anstalt Gelegenheit geben, in ein- bis zweijährigem Lehrgang sich diejenige vorwiegend praktische Ausbildung au verschaffen, die sie besahigen wird, in Neuländern )id) als landwirtschaftliche Pioniere rasch einzuleben und zu- aleich ihr Deutschtum lvürdig zu vertreten. Dem Ucbergang in die Ueberseelausbahn soll die Eigenschaft des Abenteuerlichen (genommen werden, die ihm zurzeit im großen Ganzen noch anhaftet. Den Nachmittag füllten Vorträge aus, und zwar be* ; schäftigten sich diese mit dem Hand fertig kettsunterricht in Schülerwerkstätten, im Knaben hort und endlich in der l Hilfsschule. Nach Beendigung der Tagesarbeit folgten die Kongreßteilne^mer der liebenswürdigen Einladung der Stadt Worms zu ihren festlichen Veranstaltungen im Festhause. Begrüßung und Bewirtung namens der Stadtverwaltung gaben den Gästen Veranlassung, von der rheinischen Gastfreundschaft die denkbar günsttgste Meinung mitzurrehmen. Verschönt wurde das Fest durch die Dar- bietungen eines eigens zu diesem Zwecke gegründeten Lehrerchors. Auch bei der in den zur Verfügung stehenden wenigen freien Stunden ftattfinbenben Besichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten boten Herren aus allen Kreisen der Stadt alles auf, um den Fremden den Aufenthalt genußreich zu gestalten. Am 3. Juli sand int Saale des Kasinos ein öffentlicher zkongreß statt. Begrüßungsansprachen wurden namens des Vereins für Knabenhandarbeit, der Großherzoglichen Abteilung für Schulangelegenheiten, der Stadt Worms, der zlreisschulkommission, sowie der innerhalb des Deutschen Vereins bestehender Provinzialverbände gehallen. Von ganz besondevern Interesse Waren die längeren Ausführungen des Regierungsvertreters, Oberschulrat Dr. Scheuermann, der den wohlwollenden Standpunkt, den das hessische Schulministerium der ganzen Bewegung gegenüber einnimmt, barlegte. Darauf nahm das Wort Kreis- Schulinspektor Scherer, um in einständiger freier Rede zur Begründung des von ihm eingeführten neuen Unter* vichtsgegenstandes zu schreiten. Daß ihm dies in überzeugender Weise gelungen war, zeigte der starke Widerhall, den seine Ausführungen in der Versammlung hervorriesen. Zum Schluß vereinigte noch einmal ein Festmahl die Erschcenenen im Fcstyause, worauf die Fahrt nach der Nachbarstadt Oppenheim angetreten wurde, um der von der dortigen Stadtverwaltung an den Kongreß ergangenen Einladung Folge zu leisten. Dort angetommen, bewegte sich unter Vorantritt einer Musikkapelle eine stattliche Zahl von Gasten durch die reich geflaggten und geschmückten Straßen der Stadt zum hoch* gelegenen, im Fejtgewande prangenden Marktplätze, wo der Bürgermeister den EhrenMmk reichte. Darauf erfolgte unter sachkundiger Führung eine Besichtigung der altehrwürdigen Katharinenkirche, der Großh. &in- und Obp- bauschnlc, sowie der 9tuinc Landskrone. Während des in der Wirtschaftshalle der Lcmdskroiie stattfindenden Kommerses schlug für die Weiterwohnenden die MchiedSstunde. Hochbesriedigt von dem am Rheine Gesehenen und Gehörten verließen die Gekommenen die gastliche Stätte, um in weiteren Versuchen gangbare Wege zur N'ntzdarnlachung des Werkunterrichts zürn Wohle der heranryachsenden Jugend ^schaffen. sUiü Ataüt uni) Jiuiö. Gießen, den 5. Juli 1904. ** Die Prei-aufgaben der Landesuniversität ür das Jahr 1904/05. Für das Jahr 190405 haben die Fakultäten nachfolgende Aufgaben gtfkllt: I. Die theologische Fakultät: ^Nictzsche's Angriff auf die Rioral des Christentums soll dargcstelU und beurteilt werden.* LL Die r«ish Itcgen Glieder« (nach Öem Plattenmodeüierverfahren). Die pre DUl Aas AngluL vcs „Aorge Vorstandsmitglied Jung und Ueberreichung einer Ehrenschleife Praktisch, beque ™ nnentbp.hrlieh für Gehirn m und angenehm anentbehrlich für Gebirg, Jagd, Sport, Reise, sowie erhängt die Gäste und Pfarrer Gußmann hielt ein begeistert aufgenommeues Hoch auf lieb ausklang. Nach Austeilung der bie Festrede, die in das deutsche VolkS- Ehrendiplome durch Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik.0794 il Staufenberg, 4. Juli. Gestern fand die Feier des 25jährigcn Stiftungsfestes deö hiesigen Gesang- Vereins bei günstiger Witterung statt. Zwölf auswärtige Vereme waren erschienen. Nach dem Festzuge durch die schön geschmückte , Stadt* begrüßte der Vorsitzende L. Braun Vorsttzende des Hajstabundes, Oberstleutnant a. D. Cramo- lint in Darmstadt, geben dem Verem die Ehre, die von Sr. Maj. verliehene Kaiserschleife und das Hassiadiplom zu überreichen, und der festgebende Verein hofft, daß alle Einwohner Lollars durch Schmücken und Flaggen der Häuser dem gesunden. * Newyork, 4. Juli. Ter Chicago-St. Louis Ex- Zug entgleiste infolge falscher Weichenstellung bei Litchfield. Tie Lokomotive und mehrere Wagen gerieten in Philosophischen Fakultät unserer Ludoviciana, welche am Samstag vormittag in der Aula vor sich gmg, war für die akademischen Bürger unserer Hochschulstadt Veranlasiung, dem Akte zahlreich delzuwohnen; auch einige Damen hatten sich I hierzu eingefunden. Die Prüfungskommission bestand aus dem Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Groov, dem Chemiker Professor Dr. Elbs (Hauptfach), dem Physiker Professor Dr. Trude. Jeder der Herren prüfte die Doklorantm, Frl. Kiletschewsky, in seinem Fach, worauf sich die Kommission zurückzog. Rach dec Beschlußfassung verkündete Professor GrooS das Resultat, welches dahm ging, daß Frl.! Kiletschewsky die Prüfung mit der Note »Sehr gut* (magna cum laude) bestanden habe. Ec freue sich, der ersten Dame, welche an unserer Hochschule in der Philosophischen Fakultät promoviere, dies Resultat verkünden zu können. An- und Abmelden. Es wird wiederholt darauf hingew:esen, daß die polizeilichen An- und Abmelde- und WohmmgSwechsel-Formulare nicht allein auf Großh. Polizei- onit, sondern auch bei den Oktroterhebern am Selterötor, Neusiadtertor und Walltor unentgeltlich zu haben sind. ** Ter Jahresbericht der Gro ßhe r »oali ch Hessischen Gew e rb e i n spe kti on en für das Jahr 19O& iK im Stsatsverlag erfd-lenen und durch alle Buchhandlungen »um Preis von 1 Mark zu beziehen. Herausgegeben im Auftrage des sroßdcrzoglichen 'üiirnstrrrums deS Jimern. t. Lollar, 4. Juli. Wohl eines der seltensten Feste feiert am 10. und 11. dsS. Mts. der Veteranen- und Kriegerverein .Ludwig zur Treue* in Lollar: das 6Ojahrige Stiftungsfest und 25iähngc Hassiasubiläum. Gegründet" 1844 von Veteranen aus den Freiheitskriegen, tarn der Verein 1846 in den Besitz einer Fahne, von der man den Stifter bis heute nicht hat ermiUcln können, die aber von der Bürgergarde, welche hier zur Sicherheit des Dorfes bestand, als Feldfahne schon vor 17^2 geführt wurde, also heute 162 Jahre alt ist. Eß haben sich bereits 32 Vereine zu dem Feste angemdbet und andere stehen mit Ant- Dorfe ein festliches Aussehen geben. StähereS ist ersichtlich aus dem Inseratenteil. TvortschreibTN aus. Regierungsrat Dr. Wagner und der Für daS Kind nur das Veste Wenn Kinder beim Waschen weinen, so ist dies oft nur ein Aufschrei gegen die bedauernswerte Unsitte, Binder mit sodascharfer Seife zu waschen. Mütter, die ihr eure Binder liebt, gebraucht zum Waschen eurer Babys keine andre Seife als Doermg'ü überaus müde und fettreiche Eulen-Seife. Tiefe Seife ist allseits anerfannt als unverfälscht rein und frei von Sodaschärfe. Pr. 40 Pf. p. St. Brand, wobei über 2v Personen in den Flammen u m F a m c n. * N c w L r l e a n s, 4. Juli. Ter Dampfer der Hamburg" Arnerilalienie „Saliacia", stieß mit dem norwegischen Dampfer „EUiS "zusammen. * Beim Alpcnrosenpslücken stürzte oberhalb Riet- bad-ToggcnburgS in der Scknveiz ein 20 jähriges Mäbä>en aus Jnnetbuhl über die Felsen ab und wurde tödlich verletzt. sKerrchtsjaal. Berlin, 4. Jul». Ter Prozeß gegen den Privatdozenten Prof. M c v c r und dessen Ehefrau hat heute begonnen. Tie Anllage beschuldigt Meyer in 30 Fällen, die Ehefrau in 27 Fällen, beide gemeinschaftlich in 20 fällen des vollendeten, die Elxssrau in fünf Fällen deS versuchten Betruges. Die Angeklagten bestreiten jede Schuld. Stettin, 4. Juli. Tas Verfahren gcacn den sozial» demokratischen Redakteur Qu esset Hierselbst lucgem Hochverrats und Zarenbeleidigung ivurde e i n g e - R. S. Leipzig, 4. Juli (Nachdruck verboten.) Wegen gefährlicher Körperverletzung im Sinne bt'v $ 223a b. Ätt-G.-B. wurde der Student der Veterinärmedizin juristische Fakultät: ,Letztwillige ßuroenbttngen unb Schenkimgen cm Vereinigungen ohne Rechtsfähigkeit.1 III. Die medizinische Fakultät: 1) für den akademischen Preis: »Die durch Alkohol bedingten motorischen Störungen ■; 2) für den.Balserpreiö: .Die plastische Darstellung deö mensch- ftlr die See sind meine wasserdichten, wetterfesten Echt steirischen Loden-Fabrikate. W« « «erd ich te Welm 2llbtrti das T i e n ft m i« d che n M. Weiser. Tas Motiv ist chache. 2ie Leiche rnurat heute am der Straße ausgefundeu. er Mörder hat fid) nad) der Tat im Garten seines Dienstherrn philosophische Fakultät: 1) Deutsche Philologie.^ soll die Arbeitsweise Schillers insbesondere auf Grund seiner eigenen Aeußerungen bärge)tcUl werben.- 2) Kun ft' Wissenschaft: »Die Rachbilbungen griechischer Gemälde der Blütezeit m Maler« und Plastik der römifchen Epoche.^ 3) Physik: .Es soll untersucht werben die Einwirkung der Röntgenstrahlen auf verschiedene Substanzen.* 4) Römische Philologie: »De Ovicho rhetorum discipulo? ö) Semitische Philologie: , Der Goran - Kommentar beö Baibävi (geft. 685 o. H.) soll auf seine Quellen bin untersucht werben; besonders kommt eü darauf an, bas Maß seiner Abhängigkeit von dem alteren Kommentare deS Zamachjchari (geft. 538 a. H.) festzustellen." — Die erste Promotion einer Dame in der oi, J ^eiöfnj V. Alsfeld, 5. Juli. Am Sonntag und Montag fand hier das Bezirkssommerfest des Rordbezirts deö GaueS IX vom deutschen Radsahrerbunde statt. Von auöwartt' waren zahlreiche Vereine erschienen. So u. a. von Gießen, SDlarburg, Herborn, stirchhain, 9libba, Wetzlar und Wieseck. Sie nahmen auch fast alle sowohl an der arrangierten Preiödauerfahrt, als auch an dem Korso und dem Reigenfahren teil. Insbesondere in letzterem ivurde von den konkurrierenden Vereinen geradezu Bewundernswertes geleistet. Ueberhaupt stand das Fest im Zeichen schöner sportlicher Leistungen und eS nahm einen in jeder Beziehung wohl gelungenen Verlauf. g. Büdingen, 4. Juli. (Softem beging der hiesige Veteranen- unb Whlitär verein bas Fest feiner Fahnenweihe. Verbunben war hiermit bie Ueberreichung bet vom Kaiser verliehenen Jahnenschleise. Am Samstag abenb fand nach dem Zapfenstreich großes Militärkonzert von her Novelle des Infanterie-Regiments 9lr. 115 statt. Großen Beifall fanden die von der Turngesellschaft an diesem Abend gestellten lebenden Bilder. Gestern bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Straßen der Stadt nach dem Jcstplatz an der Saline. Hier fand nach einer Begrüßung durch die Stabt bie Ueberreichung und Weihe der Fahne statt. Die Weihrebe hielt Pfarrer Sä)äfer. Die Fahnenschleife wurde von KreiSrat Bonkmann nut einer entsprechenden Ansprache überreicht. Gesangsvorträge der Vereine ^Lleder- kranz^ und „(Eoncorbia* trugen zur Verschönerung der Feier bei. Die gesamte fürstliche Familie beehrte nebst hoheni Besuch, unter dem wir auch den Fürsten von Reuß bemerkten, das Fest init ihrer Gegenwart. ES waren noch u. a. anwesend der 1. Präsident der »Hassia«, Oberstleutnant v. Eramolini, und Bezirkskomiiiandeur Cberjtleulnaixt Motz auL Friedberg. Der Besuch des FestplatzeS war ein enormer. Heute findet Frühschoppen mit stonzert und nachmittags stonzert, Tanz und Volksbelustigung statt. Mainz, 4. Juli. In der gestern abend hier abgehaltenen Generalversammlung der t g l i e b e r der nationalliberalen Partei stellte sich bie Ver- I iQinmlung vollstand ig auf den Boden der Wahlrechtsvorlage. Der Berichterstatter Dr. Pagenftecher erklärte, man müsse die Einführung des direkten Wahlrechts begrüßen, denn gerade die nationalliberale Partei leide unter dem indirekten Wahlrecht auf dem Lande am meisten, er erwarte von dem direkten Wahlrecht noch lange nicht, wie dies sonst geschehe, eine sozialdemokratische Gefahr. Homburg v. d. H., 4. Juli. Fürst Herbert von BiSmarck ist heute zum Kurgebrauche hier eingetroffen. 9t am 1. Dezember v. I. vom £anbgcnd)t Gießen zu einer Gefängnisstrafe von zioei Monaten verurteill. Als er eines nachts mü einem anderen Studenten, seinem Freunde Gr., durch bie Bahnhofstraße in Gießen nach Hanse ging, kamen sie aii_ vier Kellnern vorüber, die stark angezecl>t waren. In diesem Zustande faßten diese eine Bemerkung der Studentm, die in lebhafter Unterhaltung vorübergingen, als auf sie gemünzt auf und stellten deshalb letztere zur Rede. Ta sich die Swdenten gar nicht um die vier Personen gekümmert hatten, wies sie Gr. kurz mit den Worten ab, sie solllcn den Schnabel halten. Daraufhin gingen die Kellner zum Angriff über und zwei davon versetzten dem Gr. so wuchttge Schlage auf den ttopl, daß dieser bewußllos zusammenbrach. Als der Angeklagte, der ein paar Schritte voraus war, die Situation übersah und zugleich bemerkte, daß auch die anderen beiden Kellner noch hinzue,ltcn, zog er seinen Revolver und gao vier scharfe Schüsse ab, erst zwei Schreckschüsse aut den Boden und zwei auf .die ganz nahe herangekommenen Angreifer. Angesichts der gefährlichen Schietzerei zogen es die Kellner vor, sich aus dem Staube zu macl-en; einer davon blutete aus einer Fleischwunde im Rücken, was er jedoch erst beim Betreten des „Rassaucr Hofes", wo er wohnte, bemerkte. Beide Parteien, Studenten wie Kellner, wurden sofort verhaftet. Tie Wunde des ztellners war ungefährlich, er war IVa Woche arbeitsunfähig. Student iür. ivar mehrere Tage arbeitsunfähig. Der erste Richter stellte fest, daß R. zweifellos in Notwehr handelte, da em rccksts- w-idriger gegnerisck)er Angriff vorlag, zugleich aber auch, daß das von die,em gewählte Mittel zur Abwehr nicht der Situation entsprochen habe, sondern über die zulässigen Grenzen hinaus- gegangen sei. R. sei ein kräftiger Mensch, der sich zunächst mit dem stocke hätte die Angreifer vom Leibe halten können; mindestens hatten die zwei Schreaschüssc genügt, bie Kellner in die Flucht zu jagen. In seiner Nevisiousbegründung rügte R. 93er- kennung der Notwehr; bie Frage, ob bic Art der Verteidigung notwendig gewesen sei, sei nicht objettiv abgeroägt worden, ins- besondere sei der Umstand nicht berücksichtigt, daß er bereits früher bei einem näcytlicknm Renkontre mit einem Tienstknecht fdMoete Verletzungen davongetragen habe und deshalb angesichts der jetzigen Situation, zumal da sein Freund bereits niedergeschlagen war, in bcgmflidye Aufregung geraten sei. Seine Revision wurde nach dem Anträge des Reichsanwalts vom ersten Strafsenat kosten- chttä'tig verworfen. ZINtversttäts-Aachrtchlen. Professor Gduard M u r e t, der bekannte Lexikograph, ist in Groß-Dichtersel-de bei Berlin gestorben. * Kiel, 4. jnu. l'er BootS mannsmaar miTTett von der Torpedoabteilung bat 20UO Mark von bet Meuageknsse u n terschlagen pnd ist gcflüd)tet. . * Hirschberg i .Schl., 4 Juli. Gestern wurde in Hermsdorf unt. Khn. der 78jährige AuSzügler Fiedler im Zacken ermordet aufgcfuuben. Ter Sohu deu. .Ter Schaden belauft sich auf eine Million Francs, lieber 700 Arbeiter sind beschäftigungslos. — In Tongres zerstörte eine Feuersbrunst das Zivilgefängnis, in welärem 30 Gefangene untergebracht waren. Ter Minister verfügte, daß alle Jirsassen, die weniger als sed)s Monate abzubüßen haben, freigelassen werden sollen. * P a r i s , 4. Juli. Bei einem Automobilunfall wurde der Automobilist Beconnais mit seinem Chauffeur getötet. Ter Unfall war burd) das Platzen eines Radreifens verursackst worden. * Bordeaux, 4. Juli. Bei dem gestrigen S t i c t g e f e d) t nmrbe- ein Matador plötzlich von einem Stier angefallen und lebensgefährlich verletzt. * Neapel, 4. Juli. Ter Bischof von Fossano stürzte im hiesigen Hotel Bellevue infolge Fehltritts vom Lift und blieb tot liegen. * Laibach, 4. Juli. Zwischen Tatsclsach unb Jonnestal wurde der Postbote Bregar ermordet unb beraubt auf* Gehlr-rerichütterung und Cchädelbruch. Tie Verletzungen sind derart, daß an dem Aufkommen des Mannes gezweifelt «nrd. Ober-Ohmen, 1. Juli. Auf Anordnung des ^reiß- ar. _r. Wcngler aus Alsfeld wurden heute unsere beucn . ; ner Wochen geschlossen, oa ucr Reuu 'N unter den Hmbern hefttg grassiert. lieber das füru terlichc Unglück des dämsd-en Tanrpfcrs j „dlorge" . bet an den Hedridcuinselu mll ettva 750 Menschen ver- j ungludi ist, liegen uns heute folgende Nochrcchtm vor: j Ter große dänsichc rcusn^-.ndererdampf^r „Norge", auf der Fuhrt von Kopenhagen nach Newyork begriffen, wurde am oet- , gange ne n Tiens tag aisichctuend aus seinem Kurs genjfen und , Ftiet auf bie Klippen des Rockhall-Russ (2U0 Meilen \ westlich von den Hedrid^n-Juseln, 37 Gr. 36 Min. nördl. Br., । 13 Gr. 45 Arm. wcstl. .L-)- 2er Kapitän Gruttdcl ließ die Maschine sofort rückwärts arbeiten. Der Tampscr hatte aber in der Selle ein so g r v ß c S L e ck, daß das Wasser mit großer Gewall cindrang und alle« überflutete, sodaß jede Ho^ fuung auf R e 11 u n g e n t s ch w a n d. Die a ch t B o o t e des Schiffes wurden darauf zu Wasser gelassen, von denen drei an der Bordwand des Schiffes zerschellten. Von den übrigen fünf Booten, die mit Passagieren gedrängt besetzt waren, gelang e S nur zweien, vom Schiff abzukommen. Emer von den gercttetcn Passagieren berichtet, er habe zwei Boote kentern sehen. Zahlreiche Personen, die mit Rettungsgurteln versel-en ms Meer sprangen, seien vor seinen Augen ertrunken. Mehrere Matrosen hatten ihr Leben zum Lpfer gegeben, um Frauen uno skindcr $u retten. — Ein Geretteter des „Norge" schildert den UnglückS- sall folgendermaßen i Id» saß in meiner Raiüte und wartete auf daS oruhstuck, als ich einen heftigen Stotz im Schiss und bann noch einen neuen Stotz verspürte. Ich eilte au Teck unb sah, baß irgend euvas Gefährliches passiert fein mußte, und stieg hinunter, um meine Sack-cn zu holen. Aui Teck liefen viele Menschen hin . , .. , r, . . . und her. Man nxir im Begriffe, bie Boote herab-ulasten, und lettenS der Jungfrauen LtausenbergS entjaUete sich auf bem ld) qAanatt in emes derselben ES herrsd/te keme Panik. In dem Festplaye das übliche Leben unb Treiben. Da Staufenberg Boote befanden fick) vier bis fünf Personen, eh ich hinemstieg. etu beliebter Ausflugsort ist, waren viele Fremde erschienen. Wir gelangten vom «chisse weg, ba sich in bem öoot ewi .ami _ . -V4.V rv . v I non der tieiabuna befand, ber zu icgcln verftano. ^d) sah zwei ^eine B^et bie geter t^r fcnbe. . anbete Bvoic fentern, Denn bas Welter war schlecht, mrd keiner k. Bab-Nauheim, 6. Juli. Heute nachmittag Tanb Don ben ün Boote Besinblichen komuc steuern. Wir ,egetten « Stegenberg auf Emladu.-rg deS Bürgermeisters Dr. vom Unglücksorte fort, unb nach 24 Stunden trafen wir ben Kayser (Bad-Nauheim) eine von etwa 3OO Personen besiichte Tampfer „Salvia", der uns an Bord nahm. Diele Menfchen snorfArnmf,.™ haH \ » n r«i ♦ fprangcn Mit emem RettungSgurlcl verfchcii ms Wasier und Verfammlung statt, m welcher über das tarnen vor unteren Augen um. — In Stornaway landeten Bad-Nauheim-Ufingen beraten wurde. KreiSrat Fey- 4 101 Passagiere vorn ,,'Norge^. Nach emer^ Lloyd- Friedberg, Kreissekretär Strieder von Usingen beteiligten sich mcldung aus Buttes le wis ^Hebriden) hat der Tampfer lebhaft an den Verhandlungen unb sagten bie Färbernng des „Energie" dorthin signallsiert, daß auch er Schiffbrüchige vom Pr°I-ki°.S durch bie Regierung zu Nachbem auch bi< Bürg«. s^^Mor^nbr, als die Mehrzahl ber Passagiere meiftercicn von Ufingen, Ziegenberg und Ober-Dlörlen das noch schlief/gcschah das Unglück. Turch bie Wucht des Anpralls große Interesse ihrer Gemeinden an der Bahn bekundet aus bem schlaf geschreckt, stürzten bie Passagiere an Deck. Die hatten, schloß bie Versammlung mit ber einstimmigen Refo- See war stürmisch. Von ben ackst Üiettungöbooten konnten nur lution bas Bahnkomü-e um un°erzügl,che Betreibung de« --^r-°schlüge7°um° u^d°^sa°n'k7n “m Mächten Strubel mit Projektes zu erfuchen. untergebenben Schiffe, einem eisernen, breimafligcn Schrauben- kv. Fried berg, 4. Juli. Der Verband der l pampf'er von 3318 Registertonnen. In dem einen Rettungsboot Gabelsbergerschen Stenographen des Main-Rhein-I befanoen sich .19 Männer, seck)s Frauen und zwei Mädchen, lautet gaues unb von H-si-n-Nassau hielt g-stern hier semen ^sw-^cre-,^°n denen “ b"r Wirrnis 2o. Verbandstag ab. Wie aus dem Gefchaftsbeticht hervor- ssi ben Wellen mit dem Tode ringenben Verzweifelten zu ging, zählte ber Verband am 1. Juni d. I. 61 Vereine mit I entfernen unb nach vierundzwanzigsttindiger Mühsal den Bamüser 2048 Mitgliedern unb 6 einzelstehenben Mitgliedern. Zur Salvia zu erreichen, ber sie in Sicherheit brachte. Jedod) haben weiteren Fortführung der Verhandlungen mit dem Verband I n^a^Ä?^Nora?^sstr^ö ß t^U^g?ü^ck /das Hessen-Waldeck über die Verschmelzung der beiden Verbände h^l)''^ bie° dänische Amerikalinie betroffen hat. wurde eine neue Kommission gewählt, unb als Ort der Ab-1 Tas Schiff war 1889 in Schottland gebaut Von Kopenhagen Haltung bes nächsten VerbandstageS Bingen bestimmt. Re-1 war es am 24. Juni nach Christinssanb abgefahren, es hätte ** T-, tom.«./'«..»* N. «* .RSmÄSÄ graphischen ^znflituts m -treeben, gab tn einem öffentlichen tzie Einzcll-citen erfahren wollten. , Vortrage einen Rückblick unb Ausblick auf bie Entwickelung Tie von dem Dampfer „Cervona" geretteten Passagiere des der Stenographie. „Norge" waren balbverhungert Es sollen, nach letzten z E.ch°ls°chs. n. 4. Jul.. Ter , h.es.ge Lr.n.w.r. vier ,glückl.ch^^von der UnsuMtrllr Jakob Appel fiel gestern beim Kirschenpflücken soI" ______1_2_______- 7 unglücklich vom Baume, baß er bewußtlos vorn Platze qo tragen wurde. Er ist au; Sterne gefallen und ferne Verletzungen sind bedeutend. Ter Arzt konstatierte eine schwere 170x200 200x300 140x170 170x200 200x300 Teppiche 6-8 1-3 Tage. 5690. 8—10 10-12 6-8 1-3 10-12 10-12 1-3 3-6 Grossen Posten, welchen aussergewöhnlich billig verkaufe. 6-8 1-3 6-8 cm Mk cm Schirme Garantie cm 10-12 cm cm cm Prachtvolle neue Muster. 5786 6-8 alle 10-12 empfehlen 5294 bis zu 6-8 Peliiche-Decken mit Stickerei mit Stickerei 6-8 3-6 125x140 Mk. 140x140 3-6 cm Mk. cm 6-8 140x140 150x150 cm cm 140x100 150x150 cm cm 1—3 . 7.50 | Ziegen, li/2 Meter lang Mk. 10-12 3-6 | Antilopen, 14/z Meter lang 6.50 Mk. 1-3 8-10 Stück Mk. 6-8 Es empfiehlt sich fUr Jeden, von dem günstigen Angebot Gebrauch zu machen. 3-6 10-12 8-10 Hermann Katz 6—8 8—10 5 Mäusburg 5 8-10 8—10 10-12 1-3 6.95 8.75 10—12 10-12 6-8 6-8 8-10 3—6 3-6 3-6 1—3 10-12 6—8 3-6 1—3 3-6 1-3 10-12 Erdbeeren Aepfel 8—10 6—8 8—10 6-8 10-12 6—8 10—12 6—8 1—3 3-6 1-3 10-12 1—3 8-10 3—6 6—8 8—10 10-12 1-3 3—6 3-6 3—6 3-6 10-12 3-6 3.25 2.95 8-10 6-8 10-12 3-6 6-8 10-12 1-3 1—3 3—6 8—10 10-12 1-3 3—6 8-10 6—8 10-12 10-12 3-6 10-12 8—10 8—6 8-6 1-3 6-8 8-10 6-8 8-10 6-8 10-12 8-10 1-3 3-6 1—3 3-6 8-10 6-8 3-6 3-6 10-12 10-12 3—6 6-8 3—6 Montag, Mittwoch, Freitag: 26.75 38.— 68.— Gießen, den 27. Juni 1904. Größt). Verwaltungs-Direktion der Universitäts-Augenklinik. Vossiu s. Dienstag, Donnerstag Samstag: 8-10 Tischdecken, Tuch Submission. Für unsere Klinik soll die Lieferung von Weißzeug- und Kleidungsstücken aus dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Bedingungen und der Mi- nisterialerlaß vom 16. Juni 19U3 liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Angebote, versiegelt und mit der Aufschrift „Angebot auf Weitzzeuglieferung" versehen, sind mit den Mustern bis zum 30. Juli, vormittags 12 Uhr, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Angebote slatt- finden wird, auf dem Verwaltungs-Bureau abzugeben. Die Zujchlagsfrist beträgt 14 . 18.— . 25.— . 44.75 . 66.75 0/ /(J unter den seitherigen Preisen. Velours prima vorzügliche Ware unverwüstlich Vorlage-Axminster 275, 240, 225, 195, 95, 75 Pfg. Versteigerung. Das Pfarrhaus in Hcnchcl- hcim soll Montag den 11. Juli d. IS., nachmittags 4 Uhr, an Crt und Stelle am den Abbruch öffentlich meistbietend versteigert werden. Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Besichtigungen des Hanfes können von Mittwoch bis Samstag dieser Woche von 2 bis 6 Uhr nachmittags erfolgen. Günstige Gelegenheit zur Erwerbung von altem, gut erhaltenem Eichen Holz. 5804 Heuchelheim, den 4. Juli 1904. Großhcrzogtlche Bürgermeisterei. n DchmngWl Ksnscmnkriige ÄolMischHkiiWjchinkH Alle anderen Grössen in echt handgeknüpfter Smyrnaware, sowie anderen Qualitäten werden 2767 schnell und sachgemäss repariert und neu überzogen. Casseler Schirmiabrik Giessen. Seltersweg 9. Bekanntmachung. Der HauSkehricht wird von jetzt ab in den nachbenannten Strafen an den beiftehenden Tagen und Stunden abgefahren: Velour-Vorlagen, 4.95, 4.50, 3.95, 3.45 Mk. Gemischte Obstmarmelade per Topf 50 Pfg. Leere Töpfe werden mit 10 Pfg. zurückvergütet. 14645 Eberh. Metzger. cm für gutes Halten. • Marmeladen • Aprikosen Himbeeren p. stopf 76 M. 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Johannesstrafze . ; ^anzleiberg .... ^aplanetgasse .... ^aplansgahe .... ^atharmengasse .... taa)enpiaij..... buchst ratze . . . kleine tvlühlgasse . . . * Mmtlflrafze . . . ' . ^ornbltnnengasie .... lüreuzplatz öiroworierslratze .... ^agnft ratze ^andgraienstratze .... ^andntannftratze .... wenigefierner 'Löeg .... ^icherltrafze . . ^leblgslrazze Enenbahn-Franksurterstratze . dranksnrterflratze-Ludwtgsiraße ^ndivigslrafze-Querslrafze Lindengasfe .... ^tndenplatz ^öberstratze .... ^öwengatze . . . * * ^onystratze .... * Ludwlgsplatz .... * ^ndwigslralze .... * Atäusburg Maigafje * Alarvurgerslratze .... Marktlaubenstraße .... Marktplatz Marklstratze Aliltelweg Alottleslratzc .... * yieuenOtiuc ^ieuenweg ^teusladt ....** Nordanlage Ostanlage' Ptoctslrafze ....'. Nnlergatze .... * lllodheimerslratze .... Noonflratze .... Sandgahe Schanzen slratze .... Schisfenbergerweg .... Schillerslratze Asterlveg-Nordanlage westlich der Nordanlage . LchlolZgasse Schollftratze .... Schutzenfiraße Schutflratze .... Sellersweg Eenckenbergstraße .*.*.* Sonnenflratze .... ^tallgajfe .... * ^lemftratze ^lephanfiratze * * '^ildantage Garlenstrasze-Bleichstraße . Bleichilrafze-Sellerstor Tenfelsluftgurtchen . -Lieieniueg Wagengaffe . Walltorflratze . Weldengafje . * Weferfiratze . * * Areflanlage . . * Ajenergaffe AZetjlarertveg . . * * * Wetzfleingaffe . . ’ * * Weijilemstratze... * * Aüefeckerweg . . . ' Wiejenst ratze . / . * * Wilhelmstratze strankin rlerst ratze bis Ludwigstratze 1'ndwlgstratze bis Gbelstratze . Wolfft ratze .... Wolkengasse . . . . * * Bozet-gasse Gießen, den 1. Juli 1904. Brüder Schmidt Seltersweg. eile Sehr selten billiges Angebot ?eHoratiofl$-5hak$, reine Seide, Großheriogltche Bürgenneisterei Gießen. Mecum. ^laso^' . rue\xxtx° General-VertrleL für Westdeutschland C. KOCH — Berleburg. — Smyrna-Teppich 200x300 cm neueste Muster, beste Qualität C- Röhr & Co Federbetten m Kissen 44 Bahnhofstrasse 44 5289 AWenrizcKer Gesangverein Giessen Möbl. 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