srr. 155 tSgktch außer Sonntag-. Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Zarnttien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Aiotattonsdrucl n. Bei> lag der Brühl 'fchen Unwerl^Buch-n. Stein- druckeret. 9L Bange» Redaktion, Grvedttü» und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Sieben. ^ernsprcchanschlußNr 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 5. JulilSv4 GiehenerAnzeigerS W General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gießen ZMZ , j.1 zeigenteil: HanS Beck. Deutsches Deich. Ham Ausland. — Auf Veranlassung deS Staatssekretärs deS Innern sand am 30. Juni eine Besprechung statt zwischen Vertretern des Walzdraht- und Drahtstiftverbandes und Vertretern der an den Erzeugnissen der Walzdraht- und Draht- stiftindustrie interessierten Kreise sowie sonstigen Sachverständigen über die Verhältnisse und Wirksamkeit deS Verbandes deutscher Drahtwalzwerke und deS Verbandes deutscher Drahtstist- Neben den Vertretern der beteiligten Behörden ,, I waren etwa 85 Sachverständige anwesend. Die Verhand- schulen vornehmen lasten, zunächst über Art und Umfang jener Kinderbeschäftigung. !und über die Lohnbeschäftigung der Kinder im Haushalte wie in der Landwirtschaft und in Neben, betrieben am 15. November eine einheitliche Erhebung durch die Lehrer und Lehrerinnen der Volks- den Segelsport sich entwickeln würde. Bei oer Regatta Tr a v emün de-Warn e- munde ging a,m 4. d. M. endlich als erste Yacht der Tos lcktcl ! C mt.U,em Kaiser durchs Ziel. Die „Iduna" be. äut tocrb‘nl^l0te nch nrcht mu Wettsegeln. „Meteor" erhielt den ersten und ^urmdurg" den zweiten Preis. Uebrigens hatte sich der Kaiser als Mitglied des deutschen Automobilklubs angemeldet. Es war da aber eine heikle Etikettenfrage zu lösen, indem Prinz. Heinrich schon seit längerer Zeit Ehrenmit- 9 beö Auchs ist. Wie das „Kleine Journal" mitteilt, ist letzt rn Kiel entschieden worden, daß der Kaiser von letzt ab als Erstes Ehrenmitglied in den Listen des Deutschen Automobilklubs geführt wird. Paris, 4. Juli. Die Kammer nahm die letzten, noch ausstehenden Artikel des Militärgese tzes an und be- schloß, daß das Gesetz an dem auf die Veröstentlichnng folgenden 1. Januar in Kraft treten soll. Morgen werden noch einige Artikel beraten, die zurückgestellt wurden. — Die Untersuchungskommission in der Karthauser- Angelegenheit hielt eine Nachtsitzung ab und vernahm nochmals den Redakteur Ecndre von der ,£ibrc Parole", die fiel] jetzt bereit erklärt, den Namen des geheiinnisvollen Besuches der Karthäuser zu nennen; es ist Ma Sc u rau d, der Präsident deS republikanischen Ausschusses für Handel und Industrie. Die Kommission nahm indes die Angaben CendreS nur mit Zweifeln entgegen, da dieser den Eindruck der Unglaubwürdigkeit machte. Japanische Verdächtigungen. Tie Feindseligkeiten der japanischen Presse gegen Deutschland werden nachgerade typisch. Eine neue Probe dieser grundlosen Animosität ist die, gestern bereits in einem Telegramm er- wähnte, „Befürchtung" eines leitenden Blattes in Tokio, daß Deutschland dem russischen Port-Art Hur-Ge- schwader erlauben könnte, sich nach Kiautschou zu flüchten. .Dadurch'würde Japan wider Willen gezwungen sein, Deutschland als Verbündeten Rußlands anzusehen. Tie Abneigung treibt sonderbare Blüten. Trotzdem muß man noch die Kriegsnervosität in Japan in Anschlag bringen, um diese geradezu groteske Verdächtigung zu erklären. Selbstverständlich werden die Russen in Kiautschou kein Asyl finden. Teutschland har bisher der japanischen Negierung Feinen Anlaß gegeben, über Reutralitätsverletzung zu klagen, und wird dies nicht tun. Uebrigens sind die Japaner mit Port Arthur noch nickt soweit, um über das Schicksal der russischen Flotte sich den Kopf zu zerbrechen. Wunsch, m Danzig geschaffen werden, und zwar in Ver- vrndung mit der dort neu errichteten Tech- nrschen Hochschule, sodaß Theorie und Praxis Hand rn Hand gehen. Im Bau von Kriegsschiffen und Ozeandampfern leisten die deutschen Ingenieure anerkanntermaßen vortreffliches. Sie werden ohne Zweifel auch auf dem Gebiete des Yachtbaues vollkommeneres erreichen und seegängige Fahrzeuge herstellen, die den englischen und amerikanischen gleichwertig sind. Zum guten Bvvts- materml aber gehört eine entsprechend ausgebildete Be- manmmg. Teutschland besitzt noch keinen Stamm von Eine Iergimmung des Kaisers. Die amerikanische Yacht „Jirgomar" hat in der letzten Juniwoche bei der Kieler R'g^tta die Kaiserp ach t ^Meteor" geschlagen, und bei der Wettfahrt fitel-, ^uuuvu^.i ®cfratfdrbe hat die englische Yacht „Brvnhild", ob- fabrikanten wohl fie wert zurücklag und eine volle Stunde später • startete, um eine halbe Stunde vor dem „Meteor"«,. — — —------- die Ziellinie passiert. Die Travemünder, und nicht [""$55 ^7" .m ber Hauptsache die von den Verbanden ioeniger die Lübecker waren in schwerer Sorge. Der Kaiser Drahtmdustr^e befolgte Preispolitik und das Verhältnis hatte infolge dieser Niederlagen in den letzten Kieler Tagen des Absatzes im Inland zu dem Export und ferner die Frage incht mehr mitgesegelt, und das Gerücht war verbreitet, er der Konzentration der Industrie (Ausschaltung und Zusammen- ^alle nicht nach Travemünde kommen, sondern von Kiel legung von Betrieben) und die Rückwirkung der Kartell- direkt nach Swimnnünde gehen. „Jngomar" schnappte später bildung auf die Arbeiter- und Lohnverhältniste. Das Schwer- .Hamburg dm Preis we^ und gewicht der Verhandlungen laq m den Auseinandersetzungen gab und „Wendur" nicht gestartet hatte. «r führten, das emen Am Samstag nachmittag erschienen aber doch in ? „9 etr7./>cr bestehenden Differenzen für die Zukunft er- Travemünde, von schwarzen Torpedobooten geschleppt, ^ffen laßt. ,,Meteor" und „Iduna", die beiden Kaiservachten. Als — Gemäß dem BundeSratSbeschluß vom 23. Juni schlug l'ie näher kamen, erkannte man auf dem 0)roßmast der Graf P osa d ow skv vor, daß nunmehr die Bundesregierungen ersteren den Stander des Großkonrmodore des Kaiserlichen der Resolution deS Reichstages vom 23. Mär, Folae neben Nachtklubs: der Kaiser war an Bord. ' —v "" v!- r r r - • 9 Dann kam der letzte Sam:tag, ein Tag, recht zum Segeln geschaffen. Sorme und reichlicher Segelwind. „Meteor" und ,^Jduna" blieben aber untätig an ihren Pfahlbündeln am Priwall liegen — man sagt, der „Meteor soll umgebaut werden, um eine andere Berechnung )er Segellängen zu ermöglichen. Der Kaiser ging jedoch, zur Freude aller Spvrtsmen, an Bord der „^yamlhtrg" und cante mit. In der A-Klasse gingen „Jngoma^ und ,Lurm- burg" fast gleichzeitig über die Startlinie, fast auf die Sekunde mit dem Startschuß. „Jngomar" gewann einen kleinen Vorsprung, „Hamburg" blieb aber dicht auf. Bei dem zivar etwas böig gewordenen, jedenfalls aber ausreichenden Winde wurde die 25 Seemeilen lange Bahn glatt zurückgelegt. Jngomar" ging auch diesmal als Sieger durchs Ziel. Mit lauten Hurrarufen wurde !>er auf der Hamburg'" in die Trave einlanfende Kaiser empfangen. Er blieb noch eine Meile au Bord bet den Hamburger Herren, dami ließ er sich von seiner blauen Salon-! linasse nach denn ,^Jn,gomar"" bringen, und verweilte hier mit seinen Herren. Tmmt ist # die Tagesordnung erschöpft. Minister Frhr. von Hammerstein verliest die Veriagungsurkunde, wodurch .beide Häuser des Landtags bis zum 18. Oktober vertagt werden. Politische Tagesschau. Die Fleischbeschau im preußischen Herrenhause. Berlin, 4. Juli. Auf der Tagesordnung steht zunächst der mündlicl)e Bericht der Agrarkommission über den Enttmirf eines Gesetzes ziir Abänderung des F l e i s ch b c s ch a n g e s e tz e s. Graf Fink von Finkenstein als Berichterstatter empfiehlt Annahme des Antrages. Tie Kommission hat den Entlvnrs mit 13 gegen 7 Stimmen angenommen. Oberbürgermeister Becker-Köln erklärt sich gegen Aer Krieg zwischen Japan und Wußland. Kriegswiuter. Eine Meldung des Reuterschen Bureaus aus Liaujang vom 3. Juli besagt, da den Operationen im Felde durch die Regenfälle ein Ende gesetzt worden ist? sei Kuro- patkin nach Haitscheng zurückgekehrt. Tie Meldung, daß die Russen denTaling-Paß (bisher ist er stets „Talinpaß" genannt worden) wieder genommen haben, ist verfrüht. Weder die Japaner noch die Ruffen könnten an den Paß in genügender Stärke herankommen, um die tatsächliche Besetzung desselben auszuführen, da tiefer Schlamm die Fortbewegung der Geschütze und des Trains unmöglich mache. Tie beiden Armeen befänden sich nunmehr im Biwak auf beiden Seilen des Passes. Trotzdem liegt heute vom Kriegsschauplatz folgendes Telegramm vor: Petersburg, 4. Juli. Wie General Ssacharow dem Generalstab vom 3. Juli meldet, wurde am 2. Juli in der Umgebung .von Kaitschou festgesteNt, daß die Vorpostenabteilungen des Gegners sich nach Süden zurückzog e n und eine 14 Werst lange Linie nordöstlich von Sseniut- schen besetzten. Tie Station Sseniutscknn wird von einer japanischen Jnfantrrieabteilung besetzt gehalten .In der Umgebung von Sseniutschen zogen die Japaner mindestens eine Division zusammen. Wie gemeldet wird, stehen in der Umgebung von Ssiujan _ gegen 50 000 Japaner. Bei dem Talinpaß hat der Feinds seine bisherige Stellung inne und rückt nicht weiter nach Haitscheng vor. Berlin, 4. Juli. Die Meldung der ^Daily Mail^, wonach Kaiser Wilhelm, von einem deutschen Geschwader begleitet, den Besuch deS Königs von England im August d. J§. erwidern soll, wird der „Nat.-Ztg.^ von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Die Japaner leugnen und klagen an. Tokio, 4. Juli. (Amtlich.) Es werden Gerüchte verbreitet, daß am Abend des 12. Juni drei bei Litiatung liegen gebliebene russische Verwundete von der angreifenden lapanischen Kavallerie in roher Weise gemartert worden seien, aber nach dem amtlichen Bericht des Generalstabchefs der zweiten Armee hat am 12. Juni nirgendwo weder eine Schlacht noch ein Zusammenstoß von Kavalleriepatronillen st a t t g e f u n d e n. In der Schlacht in der Rähe von Wafangtscheng am 15. Juni behandelten die russischen Soldaten unsere Gefallenen und Verwundeten grausam. Tie verwundeten russischen Offiziere und Soldaten, die gefangen genommen worden sind, zeigrn sich im höchsten Grade gerührt von der aufmerksamen Behandlung, die wir ihnen unsererseits stets zu teil werden lassen. Von den Leichen der Feinde wurde nicht eine einzige, wie fälschlich berichtet worden ist, auf irgend eine Weise verstümmelt: sie sind alle sorgst ig beerdigt worden. — Ein weiterer Bericht des Oseneralst < v f>cfs der zweiten Armee besagt, daß am 15. Juni sechs Kundsckmfter des 18. Artillerieregiments bei Jengtsuschon ein Scharmützel mit 15 feindlichen Kundschaftern hatten und daß, als unsere Leute getötet waren, die Feinde mit demBajonett nach Augen und Mund des Toten stießen und ihnen die Börsen und Kleidungsstücke raubten. Am 27. Juni wurde ein Soldat des 3. Kavallerieregiments namens Kobayashi durch Schüsse von dem Feinde verioundet, als er auf einem ungefähr vier Kilometer nordöstlich von Hsunycktslieng entfernten Punkte Posten stand. .Sobald er vom Vserde gefallen war, umringten ihn etwa 20 Mann der feindlichen Kavallerie, durchbohrten ihn wiederholt mit ihren Lanzen.und ergingen sich in Roheiten, indemsie ihm e i n i g e K ö r p e r t e i l e a b h i e b e n. Unsere Kavallerie kam jedoch plötzlich hinzu und brachte den Leichnam an sich, wäbr-'nd der Feind floh. Mobilisierung des ersten russischen Armeekorps. Petersburg, 4. Juli. Tie vor einiger Zeit gemeldete Mobilisierung des ersten Armeekorps wird durch einen heute veröffentlichten kaiserlichen Erlaß bestätigt. Eine Reserveinfanteriebrigade und zwei Artillcriebrigaden mit entsprechenden fliegenden Parks werden aus dem ersten Armeekorps ausgeschieden und dem Kommandeur des 18. Armeekorps unterstellt. Dagegen erhält das mobilisierte Armeekorps Truppenteile aus anderen Militärbezirken. Die Wegnahme eines englischen Dampfers dnrch die Ruflen. London, 4. Juli. (Unterhaus.) Auf eine Anfrage betr. die Wegnahme des cnglifcb-cn Dampfers „A llant 0 n" durch die Ruffen erklärt Unterstaatssekretär Perey, es finde ein M e i n- unasaustausch zwischen der englischen Regierung und dem Botschafter in Petersburg statt, der um die Mitteilung einer offiziellen Erllärung über die Gründe der Verurteilung des Dampfers „Allanton" ersuchte Die Regierung höre, der Schifss- eigner tat Schritte, Berufung bei dem Oberprisen- gericht in Petersburg zu erheben. Somit werde die Regierung die Entscheidung des Gerichtes abwarten, um zu beschließen, welche Vorstellungen sie,, .falls es nötig sein sollte, bei der russischen Regierung in gehöriger Weise machen kann, wenn sie im Besitze aller Tatsachen ist. Percy erklärt, die Negierung h.abe keinen Grund, zu glauben, haß die Russen sich von Niutschw an g zu rückzog en; aber er schickte das Kriegsschiff „Espiegle" dorthin. Die Verstimmung des Kaisers über die Mißerfolge bei den Wettfahrten erscheint begreiflich. Ist es doch des Kaisers Wunsch, daß Deutfthland auch auf dem Gebiete des Sports anderen Länderir sich zürn mindesten gewachsen zeige. Beim Segelsport mit) in der Pferdezucht aber ist diese Linie noch nicht erreicht; die wertvollen Preise ivandern hier wie dort ns Ausland. Immerhin muß berücksichtigt n>erden, daß i)tc Kaiserhacht „M ete 0 r" auf einer amerika- nischenWerftgebant worden ist, daß also die amerikanischer! Konstrukteure mit der Herstellung der noch vollkonnneneren Yacht „I n g 0 m a r" f i f c H> ft ae- chlagen haben. Fer,uer sei darmr erinnert, daß das klassische Land des Schiffsbanes, England, ans dem (Sic*, biete dec Yachtkonstrnktion an Amerika nicht heranreick) objektiv erörtern. Oberbürgermeister Struckmann -Hilixsheim: Wenn biefer Antrag keinen Stamm von so. werde es den Städten außerordentlich schwer gemocht. tfrren L Prüfen ttne England mid jAänerrka. Mit der Zeü geietzlichen Pflichten über die llntersiichima von eingeführtem _^ber cruch hrer der Unterschied sich auSgleichen lassen Mrsch nachzukommen. Die Vorsckwisten über die Untersuchung ^ur Danzig Ware es auch wirtschaftlich von Bedeutung, des Fleisches werden so illusorisch gemacht. Man werde dadurch dort im Anschluß cm die Technische Hochschule eine m Jupande öurückgeführt, die früher einrn Schrei ber Entrüstung zentrale füri den Segelsport sich errtwickeln würde erresit haben Oberbürgermeister Kirsch- Bei der Regatta Travemünde-Wgrne- n er-Derlm: Vielen (Ärunden, die für das Gesetz in der Kom-'-'"-^" ------- * -- — -warne- Million geltend gemacht worden seien, lassen sich obiekrive und Vcrnunftsgründe überhaupt nicht gegenüberstellen. D^s Recht, das den Städtern erhalten und ausgebaut werden sollte, wird ihnen jetzt genommen. Es ist nur merk- wurdig, daß .die dringliche Geschäftslage immer treffe. In finanzieller Beziehung werdeii die Großstädte es aushalten können. Ten lleincn und mittleren möchte er schon jetzt raten, sich den Luxus der Schlachthäuser, die sie auf dem Gesetz fußend und von der Regierung häufig angeregt, errichtet haben, jn Zukunft zu versagen. Und in janitärcr Hinsicht: In großen Städten ist von einer wirksamen Kontrolle gar nicht mehr die Rede. Alle Fort- schrittc, die man in den letzten 20 Jahren auf diesem Gebiete m der Wilsenschaft, Technik und Erfahrung gemackst hat, sind für me großen Städte ausgelöscht, wir kommen wieder zirrück in dre Zeiten vor Errichtung der Schlachthäiiser. Er glaube nicht, baß der heutige Tag, wenn man den Beschluß fasse, in der inneren Geschickte Preußens ein glücklick)er Tag sein werde. Oberbürgermeister Wilms- Posen wendet sich ebenfalls scharf gegen das Gesetz, das eine schwere Versündigung gegen die Volksgesundheit; bedeute. Ter Antrag wird gegen die Stimmen der Oberbürgermeister angenommen. ' e n, 4. Juli. Auf der diesigen Internationalen Kochkunst-Aue lellnng kam eS -n deutschfeindlichen Demonstrationen. Ein Offizier wurde tätlich in - su liiert. Erst em Militärausgcbot konnte die Ruhe wieder 'erftcUen. New york. 4. Juli. Die Newyorker .$inieße be- fiauvifi, einen Brief von einem Buren erdalten zu haben» worin gesagt wird, daß an der deutsch-ost afrikanischen Grenze 4000 bewaffnete Buren unter dem Kommando Van Brannellen und Moritz nändcn, die sich angeblich niemals ergeben hätten. Es wird behauptet, das; die Konnnandanten großen Zuzug erhalten hätten, und daß sie hoffen, dis zum Januar 10 000 Mann inS Feld stellen zu können. Die .Times* behauptet, das; die deutschen Behörden dies Buren grobes Wohlwollen entgegen« bringen. (Also sangt die Deutschenhetze in England trotz deS KönigSbesucheS von vorne an!) All!.'' 5 tu in und Land. ließen, den 5. Juli 1904. Vom Hofe. S. K. H. der GroßHerzog hoben am 2. d. M., nachmittags 1 Ubr, den in außerordentlicher Mission hierher entsandten Gros;her;ogl:ch Mecklenburg- Streligschen Oberhofmeister und Kammerherrn Major von LivoniuS in besonderer Audienz empfangen und auS dessen Händen ein Schreiben S. König!. Hob. deS Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz entgegengenommen, durch welches Aller- döchstdemselben daS Ableben S. K H. des GroßherzogS Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz und der Regierungsantritt des GroßherzogS Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz notifiziert wird. • • Von der Universität. Wie wir hören, hat Dr. I. Haller, ordentlicher Professor der Geschchte in Marbarg. früher in Rom, einen Ruf als Nachfolger des Prof. Dr. Hödlbaum erhalten und angenommen. — Die Zweite Kammer hält ihre nächste Sitzung am Donnerstag ab. Auf der Tagesordnung steht wieder die Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf die Landstände betreffend, und ferner ein Antrag der Abg. Ulrich uud Ge- nossen, Einführung des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts mit Proportionalsystem zum Landtag betreffend. • • Hessisch-Thüringische SlaatSlotterie. Am heutigen ersten ZiehungStage der 3. Klasse fiel ein Gewinn von 25 000 Mk. enrf Nr. 25908, ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 90926, ein Gewinn von 2000 Mk. aus Nr. 12022 ein Gewinn von 1000 Mk. aus Nr. 16871, Gewinne von 400 Mk. auf Nr. 28605 48398 63063 94076. (Ohne Gewähr.) • * Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde antermmmt am Sonntag einen Ausflug in daß obere Lahntal, insbesondere nach Biedenkopf—Laasphe, Schloß Wittgenstein und die Zigeunerkolonie SabmannShaufen. Wir verweisen auf das Inserat in der heutigen Nummer, nach dem Anmeldungen zur Teilnahme biS Donnerstag, den 7. Juli erfolgen muffen. • * Für 5 Pfennige eine Weltreise. Ein hiesiger Einwohner schickte vor längerer Zeit eine Ansichtskarte von hier, mit 5 Psg. frankiert, nach Bremen an den Maschinisten eines Dampfers. Diese Rade traf indessen den Adressaten nicht mehr an, wurde nachgesandl und passierte nicht weniger als 5 Nachsendungsstationen, bis die Post endlich die Bemühungen aufqab und die Karte nach Gießen an den Absender zurückgehen ließ. h. Klein-Linden, 4. Juli. Im September sind 30 Iabre verflossen, in welchen unser B ü r g e r m e i st e r als Mitglied des Ortsoorstandetz. lä Jahre als Beigeordneter und 9 Jahre als Bürgermeister tätig ist. — Hier bat der Turnverein ur Erbauung einer Turnhalle bereite Unt erha udlun gen mit dem Ort ^Vorstand gepflogen und betreffs der Platzfrage schon Schritte getan. Tie zu erGanenbe Turnhalle soll auch dem Schulturu- urrterricht dienen, weshalb man dem Bauprojekt sympathisch gegenübersteht. ) •( Allendorf a. d. Lda., 4. Juli. Der bei dem gestrigen Brande verunglückte Schreiner Reinhardt ist nicht, wie berichtet wurde, auf dem Transport nach der Klinik, sondern em eme halbe Stimbe nach der Ankunft in der Klinik zu Gießen gestorben. Ein Feuerwehrmann von Londorf hat ebenfalls einen Unfall erlitten; er glitt beim Spritzen aus, mußte an einem Gelenke ärztlich behandelt und nach Hause gefahren werden. Tie auswärtigen Feuerwehren wurden geltem ent nachmittags gegen 2 Uhr nach etwa zehnstündiger Löscharbeit entlassen. Tie hiesige Wehr dagegen konnte erst heute abend nach ungefähr 14 stündigem Äusharren ihre Tätigkeit vorläufig einstellen. Auf Anordnung deS Kreis» Feuerwehrinspektors LooS von Gießen, welcher auf der Brandstätte erschienen war, wurde gestern mittag mit dem Wegfahren der Trümmer unter Heranziehung eines Mannes aus jedem Hause begonnen. Trotz fortgesetzter Anstrengung war heute abend diese Arbeit noch nicht vollendet, und immer raucht und glimmt eS noch auf der Städte des Rcumngscheu Wohn- iind Lagerhauses. Auch die vielen Gegenstände auS dem umfangreichen Eisenlager erscheinen als krümmer. Frau und Kind deS Kaufmanns Reuning wurden in der Nacht über ein Dach hinweg au« dem brennenden Hause gerettet. Von den weiter durch das Feuer beschädigten Häusern ist heute daS HauS deS Bäckers Ziußer polizeilich abgesperrt worden. Bensheim, 3. Juli. Vor einigen Tagen hat sich die Stadtverordnetenversammlung mit her Frage deS EisenbahnbaueS Bensheim-Lindenfels be- schäftigt. Wie der „Kl. Pr." mitgeteilt wird, erklärte Bürgermeister Frenay, das; durch das vollstäudig ablehnende Verhalten der Wormser Stabtuerortmctenver* sammluug die Angelegenheit in ein anderes Stadium getreten sei Man stehe jetzt vor der Frage, entweder das Projekt fallen zu lassen, oder einen anderen AuSwog zu finden, der dem Verlangen der Regierung entspreche uud den Bau der Bahn garantieren werde. Nach einer längeren Debatte kam folgender einstimmig gefaßte Deschlus; zu stände- „Tie Stadtverordnetenversammlung ist der Ansicht, daß der Bahnbau Bensheim-Lindenfels ganz wesentlich im Interesse her Stadt Worms liegt und dieser Stadt große Vorteile bringen muß. Deshall' ist die Stadtver ordnetenversammlung auch der entschiedenen Meinung, daß es Pflicht der Stadt Worms ist, zu den Kosten des Bahn- baues in erheblicher Weise beim tragen Sie begreift daher den ablehnenden Standpunkt der Stadtverordnctcnver- sammlunsi der Stadt Worms nicht unb erwartet, daß es ben Bemühungen des Kreises gelingen werde, eine andere, dem Balmbaü günstige Eutscheiduug der Stadt Worms herbeizuführen. Um jedoch im Augenblick den Fortgang der Sache nicht fdwitern zu lassen, stimmt die Stadtverordneten Versammlung den in der Bü. gcrmeistcrvcrsammlung vom 3. Juni 1904 gefaßten Beschlüssen zu. inhaltlich deren sie unter dem dort gegenüber der Stadt Worms gemachten Vorbehalt bereit ist, für den Zittsenausfall 22 Prozent ui garantieren und von den nach Llbzug der freiwilligen Beiträge noch verbleibenden 0^l'"ndeerwerbskosten ebenfalls 22 Prozent zu übernehmen." Kleine Mitteilungen a u ° Hessen und den Nachbarstaaten. Bei dem am Sonntag stattgehabten Bezirksfest b?* Nordbezirks Gau 9 in Alsfeld errang der Rad fahr Ver e .u W ieseck 1900 den 2 Preis bei der Dauerfahrt über 100 Sm. — Wie man auS Wetzlar berichtet, ist beim Baden in der Lalm der Holzwarenhausierer Grösch aus Hettenhausen i. d. Rhön ertntnfen. — Der wegen Mordes an dem Potizeidietter Schneller in Lorsch verdächtige und inhaftierte Arbeiter Rosenberger hat ein umfassendes Geständnis abgelegt — Ernannt wurde am 29. Juni d I. der Leotlhard Krämer in Butzbach Mim Schreibgebilfen an her Zellenstrafanstalt Butzbach mit Wirkung vom' 9 Juli 190t. Dcrmifcbtc*. * Klagenfurt, 4. Juli. Tci Bildhauer Professor Schot' i c n ^ifcnbaün-Situnq Göttingen, 4. Juli. Die Schnellfabrversuche mit neuen Eilzug-Lokomotiven haben vorläufig ihren Ab- sck-ius; gesunden. Aus dem W.ttkamps ist die -»veifstnstel gekuppelte 4 Zylinder Berbend-Schnelluigmaschine der Hannoverschen Maschinenbau-Aktienges^llschnst als Siegerin h.-rvorgegang:n Di- ferner konkurrierenden Firmen ivaren eine füniachfige der Grasen- Uadener Mai'chinenfabr-k und eine vierochsiae Schnellzuasmaschine aus der Borsig'schen Maschinenfabrik in Berlin. Außer diesen drei Bauarten mar bei den ersten Versuchen auf der Militär- eisenbahn noch eine vierte beteiligt, die für die Weltausstellung in St. Louis bestimmte Riesenlokomotive aus der Henschelschen Maschinenfabrik in Kassel. Diese erlitt gleich bei ihren ersten Versuchen auf der Mstitäreisenbahn allerhand Mißgeschick, weshalb sie bei den letzten großen Versuchen auf der Strecke Berlin- Hannover nicht in die engere Dahl kam Ta die Maschine, die den Sieg davontrug, bis zu 143 Kilometer in der Stunde fuhr, so ergibt dies einen Erfolg t r beutfeben Industrie, der die bisherigen Erfolge der englncben und amerikanischen Maschinen weit Übertrifft. München, 4 Juli. Die bayrische Staatsregierung hat einen Antrag eing-'brachi. in dem sie sich mit der Verstaatlichung der pfälzischen Eisenbahnen beschäftigt. Sie will Demi 1. Januar luOo ab das gesamte Eigentum der Aktie» grfallldxift’n Pfälzische Ludwigsbahn, PsäUiscl-c Maximiliansbahn und Pfälzische Nordbalmcn gegen einen Gesamtpreis von War^jberncfrnicn^ Cirri(fit5faa(. Frankfurt, 4. Juli. Nach längerer Pause hatte sich lcht wieder mit einer Reihe von Soldaten Mißhandlungen zu befassen, die bei der achten Kompaanie des 87. Infanterie-Regiments in M ainz vorgckom- men ,ind. Angeklagt ist der 22 jährige Unteroffizier Hugo Pockel, der o»S der Unteroffizierschule hervorgegangen ist. Cbnc ersichtlichen Grund schlug er die Musketiere und strengte sie beim Exerzieren über Gebühr an. Ein Musketier Wedemayer mußte sich vor den Spiegel stellen unb eine Viertelstunbe starr in den Spiegel blicken. Wenn er wegschaute, wurde ihm der Kops von dem Unteroffixier mit Gewalt zureclstgerückt. Dieser Wedemayer ist schlief'lich infolge der Mißhandlungen sahnen- slüchtig geworden, wofür er zu acht Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Das Kriegsgericht stellte 166 Fälle von vorschriftswidriger Behandlung und 40 Fälle von Mißhandlung fest, sodaß eine Gesamtstrafe von acht Monaten GcfänMlis angemessen erschien. Gleich- zeitig nmrben dem ?(rn-’ffantcn die Tressen abgesprochen und seine sofortige Verhaftung angeordnet. §pidplnn der vereinigten Frankfurter Stadttljeaker. Schansbiclhans. Mittwoch den 6. Juli*): „Ter Hochlonrist/ Donnerstag den 7. Inli: Zyklus klassischer Dramen: „Die Verschwörung des FieSko zu Genna/ Freitag den 8. Inli: „Alt-Heidelberg.* SamStag den 9. Inli: Zum ersten Male: ^Die Klane/ .’Dieraul: „EdarleyS Tante/ Sonntag den 10. Inli: „Die Klane." Hierauf: „Eharleys Tante/ Montag den 11. Inli: Zyklus klassischer Dramen: „Ttavia Stuart.* •) Anwng, wenn nicht anders bemerkt, abends unt 7 Ubr. Micßencr landwirtschaftlicher Wetterdienst. VoranHsichlliche Witterung indessen für Mittwoch, den 6.Inli 1904 : Zeitweise beiter, zunächst Regen (Oberhessen stärkerer, Rhein- Hessen nnd Starkenburg nur stellenweise geringer Regen), dann wieder trocken, etivas kühler. Räberes dnrch die Qsteßener Wetterkarte. Ternperatnr der Lahn nnd der Lnst am 5. Juli 1904. 91 ad) Recnimnr gemessen inittags zwisd;e,t 12 unb 1 Uhr. Wasser 17°, Luft 1R°. Al b e r t R Ü b f a men. 11 en eile lilrli-nii rn. Berlin, 5. Juki. Die verurteilten früheren Direktoren der Pommernbank Schulze und Rolneik haben Berlin verlaßen, um sich in der Sommerfrische im Kreise ihrer Familien von den Strapazen ihres Proz"sses zu erholen. Leipzig, 5.Juli. Der Bl,d)druekereiarbeiter9lckermann schoß gestern auf seine Geliebte, die Arbeiterin Kohler. Die Kugel drang dem Mädchen in den Kopf und verletzte sie lebensgefährlich. Darauf legte Ackermann die Waffe gegen sich an und verletzte sich tätlich. Gera, 5. Juli. Wegen sittlicher Verfehllingen, die er sich an Schulmädchen zu Schulden fonnnen ließ, ist der Zeichenlehrer Schallwitz von hier spurlos ver- s ch w u n d e n. L. London, 5. Juli. Zum Untergang des Aus- wandererdampsers „dcorge" wird gemeldet, daß von den Pasfagic'.cn 1 29 Personen gerettet wurden unb 637 den Tod in den Wellen sanden. Ob noch tpcitra? B-wte daS Land erreichten, onnte bisher nicht faftgcfteP.t werden Der Kapitän, der sich unter den Geretteten befirbei, her ich "t, daß sieben Boote entkommen seien. Es wird behaupt.t, die R.'ttnngsgnrtel seien alt gewesen unt) bei der Gebranchnahme auseinandergefallen. London, 4. Jilli. Infolge eines Automobil- un salles starb in Diggleswade ((Grafschaft Bedsort) Sir William Rattigan. Mitglied des Unterllmuses für Nordosd- lanark, liberaler Unionist. Die Gattin desselben wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Brüssel, ö. Juli. Die Passagiere des in Aittuciv n ein« gelaufenen Dampfers „Philip' Spille" melden, daß am 20. Mai ein PkNtvn von 5 Mann, darunter der P o ft meiner Raust ber Station Mbobo im Kongostaat von Eingeborenen getötet und ihre Leichen verzehrt worben seien. Eine Straf - Err Mehomia zurückgekehrte mazedonische Flüchtlinge eingekerkcrt und sie gefoltert, um von ihnen das Geständnis aus.zupressen, wo sie die W'fsen versteckt haben, die sie zu b?m geplanten Aufstande benutzen wollten. . , Tokio. 4. Juli. Aus allen über den letzten Kampf vor Port Arthur nunm'hr hier bekannt geworden?n Einzel- l eiten ergibt sich, baß auch dieser Angriff b:s Admiralsl Togo ein voller Er folg war. Die russische Flotte ist zweifellos in übelster Verfassung in den vastn beim* gesandt worden unb dürfte mit einer größeren "Anzahl ihrer Schiffe aus Wochen wieder kampfunfähig sein. Telephonischer Kursbericht, v 8‘V/o Roioh*anleihe . . 102 30 Vf. do. . . . 90.35 31/,®/ Komioh .... 102.15 do ... W/ lleeMen .... 100.40 81/,% Ol>erhoBB«n . . . 99.00 4 -ö ÜMterr. Oo'dronto . 101.15 41 6 Opflterr. Silbcrrenio 100.12 Unffar. Goldronto . . 100.10 4°/ Itfiben Rente . . . 103.90 41 7 % Portnpieser , . . 61.90 ?°/ i'örhitrieacn.....61.15 1 % C. Türken .... —.— THrkenleen .....130.40 4°/o Lnrjet^ouer. '*-• *, >- ,.v‘ -• • letzt zu bedtlitend herabgesctztell Preisen. Wetterauer friilj-ßartoff In! 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