Wr 105 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 5. Mai 1904 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Lietzener Familien« Hölter viermal in der • Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü hl'scheu Univers.-Buch-u, Stein- druckerri. R. Lange. Redaktion, Trpedittoa und Druckerei: echulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernfprechanschluß Nr. 51. Metzener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: rnonattich7bPs^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittag- 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polst. und allgem. Teil: P. Witiko- für „Stadt und Land" und .Gerichtssaal*: August Goetz; für den An- zeigentell: Han8 Beck. Volitische Tagesschau. Zur hessischen Wahlrechtsvorlage. Bereits in unserem heutigen Morgenblatt haben wir mitgeteilt, daß der Wahlrechtsausschuß der 2. Kammer am Mittwoch eine Sitzung abgehalten hat, in der eine sehr erfreuliche Einigung aller Parteien zustande gekommen ist. Der Kompromißantrag des Ab'g. Dr. Gutflei sch hät die Billigung der Ausschußmehrheit gefunden. Der Ausschuß ist in den prinzipiellen Punkten und in den Einzelheiten vollständig einig und empfiehlt demgemäß Wie Einführun g der direkten Wahl der Abgeordneten zur zweiten Kammer unter Einfügung bestimmter Kdutelen für die Ausübung des Wählrechts. Die Anträge des Ausschusses über Artikel 3 des Entwurfes, welcher von der Zusammensetzung der zweiten Kammer handelt, wurden dahin festgestellt, daß die zweite Kammer künftig aus 60 statt seither 50 Abgeordneten bestehen soll. Unter Aufrechterhaltung oes bisherigen Privilegiums eigener Abgeordneter für die kleineren Städte Alsfeld, Bingen und Friedberg hätten hiernach, einschließlich derselben, statt seither 10 künftig 15 Abgeordnete auf die Städte zu entfallen, während statt seither 40 künftig 45 ländliche Wahlbezirke bestehen sollen. Oberhessen soll in Zukunft 18 Abgeordnete (2 mehr wie seither) und zwar die Städte 4 (Gießen 2, Alsfeld 1 und Friedberg 1) und die ländlichen Bezirke 14 Abgeordnete erhalten. Allerdings hat, wie wir noch erfahren, der Ausschuß diese Beschlüsse in Abw esenheit der .Regierung gefaßt. Sie hat sich ihre Stellun gn ah me zum Antrag Gutfleisch Vorbehalten. Der Ausschußreferent hat bereits mit der Ausarbeitung seines ausführlichen Referates begonnen. Dadurch wird unsere frühere Mitteilung bestätigt, daß man etwa Ende Mai in die Plenarberatung der Wahlrechtsvorlage einzutreten beabsichtige, deren Ergebnis ja nun kaum mehr zweifelhaft sein dürfte. Tie Nachricht unseres sd.-Berichterstatters vom 2. Mai (Nr. 103) wird dadurch Lügen gestraft. Mir hören schließlich noch, daß gestern ein allgemeiner, telegraphisch einberufener Städtetag in Darmstadt stattgefunden hat, der sich mit dem Antrag Gutfleisch be- faßt hat. Deutsches Keich, B er l i n, 4. Mai. Zu dem gestern staltgehäbten Diner im Reichskanzlerpalais, zu dem sich der Kaiser angesagt hatte, hatten u. a. Einladungen erhalten: Prof. Tr. Adolf Haruack und Frau, General Graf Küno Moltke, Geh. Rat Prof. Dr. Renvers und 'Gemahlin, Herr und Frau v. Meister, Prof. Kekuls und Gemahlin, Geh. Rat Ihne und Gemahlin, Prof. Schiemann. — Der Kaiser ist heute morgen nach Eisenach abgereist. Auf der Fahrt nahm er oie Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts, des Chefs des Marinekabinetts und des Staatssekretärs des Reichsmarineamts entgegen. Um 12i/2 Uhr traf der Kaiser in Eisenach ein, von wo er sich mit dem Großherzog nach Eisenach begab. Dort fand ein Frühstück statt, an dem der Kaiser, der Moßherzog, die Großherzogin und die Herren und Damen des Hofstaates teilnahmen. Nach dem Frühstück unternahm der Kliser einen Spaziergang in der Umgebung der Burg, worauf der Tee eingenommen wurde. Um 6 Uhr reiste der Käiser nach Schlitz ab. — Die Wahlprüfungskommission des Reichstages beschloß nach längeren Verhandlungen die Wahl des Wg. Tr. Potthof (Frs. Vera.), v. Maltzan (kons.), Gamp (Rp.) und Mentz (kons.) für giltig zu erklären. — In oer Budgetkommission des Reichstages wurde heute die Interpellation Arendt (Rp.) zum Titel „Stempelabgaben für Lotterielose" besprochen. Sie beantragt, die verbündeten Negierungen zu ersuchen, eine reichsgesetzliche Regelung des Lotteriewesens und die Einrichtung einer Reichslotterie herbeizuführen. Abg. Dr. Arendt begründet seine Resolution u. a. auch mit dem Hinweis, daß die gegenwärtigen Zustände im Lotteriewesen die Reichs Verdrossenheit erhöhten. Sächsischer Finanzminister Dr. Rüger erkannte die Mißstände an. Die Einrichtung einer Staatslotterie würde aber ein Eingriff in die Kompetenzen der Landesregierungen sein. Graf Oriola (natl.) bemerkt, mit der Erklärung zur Reichssache werde dieses Spiel auch nicht besser. Am zweckmäßigsten wäre eine Verständigung der Regierungen untereinander. Abg. Dr. Arendt zieht schließlich den Antrag zurück, indem er erklärt, es sei ihm wesentlich darauf angekommen, eine Erörterung uno Klarheit der Frage anzubahnen. — Im preuß. Abgeordnetenhause ist heute im Namen von 77 Mrmen durch den Buchdruckereibesitzer Otto Schob eine Eingabe gegen den preußischeuLot- teriegesetzentwurf überreicht worden. Die Eingabe führt aus, daß der Entwurf eine erschreckende Verschlechterung des gegenwärtigen Zustandes herbeiführen müsse, und empfiehlt die Mlehnung der Vorlage und die Anbahnung einer deutschen Lotterie gemein schäft. — Die „Deutsche Volksw. Korr." macht den Vorschlag, die Kosten für die vom Flottenvereine an gestrebte schnellere und stärkere Vergrößerung der Flotte durch Ausgabe von einigen hundert Millionen Staatspapiergeld, insbesondere von Fünf- und Zehnmarkscheinen, aufzubringen; die Vermehrung der Umlaufsmittel von geringerem Werte (Zehn- und Zwanzigmarkscheine) werde dem Verkehr sehr willkommen sein und an der guten Finanzwirtschaft Deutschlands nichts ändern. (Wie man ernstlich einen solchen Vorschlag machen kann, ist rätselhaft.) Ausland. L o n d o n, 4. Mai. Wie aus Bonny berichtet wird, hat 500 Kilometer vom Emoflusse zwischen einer englischen Kolonne und Eingeborenen ein blutiger Kampf stattgefunden. Die letzteren wurden zurückgeschlagen und ließen 2 5 0 T o t e aus dem Kampfplätze zurück; auf englischer Seite fielen vier eingeborene Soldaten. Die Eingeborenen hatten fortgesetzt den Handel bedroht. — Die beratende Kommission des Handelsamts hat ihren Bericht ausgegeben. Mit Bezug auf das deutsche Zolltarifgesetz sagt die Kvmmission, die englische Regierung hatte angesichts der Deutschland eingeräumten Handels-Privilegien das Recht gehabt, wenn auch keine besonders günstige Behandlung seitens Deutschlands, so doch wenigstens zu erwarten, daß die deutschen Tarifvorschläge derartig formuliert würden, daß sie die englischen Jüte ressen nicht schädigten. Heber den neuen russischen und den vorgeschlagenen neuen östreichisch- ungarischeu Tarif sagt die Kommission, die hauptsächlichsten Industriezweige des vereinigten Königreichs erklärten einstimmig, baß durch die russischen und östreichisch-mngarischen Tarife dem englischen Handel Schaden zugefügt würde. Ties veranlaßte die Kommission, bereits auf Maßregeln zu dringen, nicht nur die vorgeschlagenen Erhöhungen rückgängig zu machen, sondern auch die bestehenden Zölle herabzusetzen. Rom, 4. Mai. Der „Osservatore Romano" erklärt zu den über die Haltung des heil. Stuhles während des Besuches des Präsidenten Loubet veröffentlichten Meldungen: Tie Haltung war derartig, wie sie der Natur der Tatsache entsprach, die der heilige Stuhl als eine sehr schwere Beleidigung seiner Würde und seiner Rechte betrachtete. Daher richtete der heil. Stuhl an die französische Regierung einen förmlichen Protest gegen die ihm zugefügte Beleidigung und teilte gleichzeitig in ähnlichen Ausdrücken durch Vermittlung seiner Vertreter im Auslande obigen Protest den Regierungen aller Staaten mit, mit denen sie sich in unmittelbaren Beziehungen befindet. Sidney, 4. Ma^ Der neue sozialistische Minister des Aeußern Hughes hat sofort Gelegenheit gesunden, seine Regierungsgrundsätze gegenüber der großaustralischen Kolonialpolitik und der Behandlung der Eingeborenen zur Geltung zu bringen. Auf Neu-Guinea im Gebiete Goorabri haben schwere Kämpfe mit den eingeborenen Papuas stattgefunden. Diese hatten im vorigen Jähre einen Missionar getötet, der jedoch nach anderen Meldungen eines natürlichen Todes gestorben sein soll. Daraufhin hat der Gouverneur-Stellvertreter, Robinson, die Entsendung eines Strafzuges angeordnet, der jetzt unter den Pampas ziemlich aufgeräumt hat. Hughes hat daher telegraphisch die Fortsetzung des Feldzuges verbieten lassen und den Gouverneur, Oberst Barton, zu eingehender Berichterstattung aufgefordert. Außerdem will der Minister eine Untersuchungskommission an Ort und Stelle entsenden, um die Angelegenheit prüfen zu lassen. (Uu- bjewaffnet?) Aus AtM und Land. Gießen, den 5. Mai 1904. Der Nachdruck unserer durch Korrespondenzzeichen gekennzeichneten Originalartikel ist nur unter Zitat des „Gieß. Anz." gestattet. •* Die Beerdigung von Prof. Dr. Hoehlbaum fand gestern nachmittag 4 Uhr" von der Kapelle des neuen Friedhofes aus unter großer Beteiligung statt. Am Sarg in der Kapelle sprach Pfarrer Euler. Als der Sarg von der Kapelle zum Grab getragen wurde, hatten die Chargierten der Korporationen in Wichs und mit Fahnen im Mittelgang der Kapelle Aufstellung genommen. Vor dem Sarge schritt die Musik. Dem Sarg, der von 6 Trägern getragen wurde, schlossen sich die nächsten Leidtragenden, der Lehrkörper der Universität und die sämtlichen Korporationen an. Darauf legte der Rektor Professor Dr. Brauns im Namen der Landes-Universität einen Kranz nieder mit folgenden Worten: — Für den AerztetaginRv stock hat der Aerztliche BezirkSverern München zwei wichtige Anträge gestellt: „1. Der Aerztetag möge eine für sämtliche Aerzte Deutschlands giltige Verpflichtung festietzen, die im wesentlichen eine hohe Konventionalstrafe und ehrenwörtliche Verpflichtung enthält. 2. Der Aerztetag möge beschließen, daß die These 4 Ides Königsberger Aerztetages betreffs Einkommensgrenze der Versicherten in der Höhe von 2000 Mk. geändert werde, und zwar wie in München in der Höhe von 2000 Mk. Gesamt-Jahreseinkommen für verheiratete Versicherte." Eine einheitliche Organisation über das ganze Reich — so wird hinzugefügt — ist nach den Erfahrungen der letzten Kämpfe wohl das einzige Mittel, den die Aerzteschaft bedrohenden Gefahren erfolgreich zu begegnen. Dresden, 4. Mai. Die Wahlrechtsreformvorlagen sind nunmehr der ersten sächsischen Kämmer zugegangen. Der Präsident bemerkte, daß er zwar die Materie der ersten Deputation zur Weiterberatung überweise, dabei aber schon jetzt glaube, daß die Deputation kaum in der Lage sein werde, angesichts der ganzen Geschäftslage des Landtags und infolge des späten Dermins der Beschlußfassung in der zweiten Kammer noch in der gegenwärtigen Session einen Bericht über die Angelegenheit m erstatten, wenigstens nickt mit der Gründlichkeit, wie es oem Ansehen und der Würde des Hauses entspreche. Diese Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. rn Namen der Universität lege ich diesen Kranz für unseren dahin geschiedenen Kollegen Konstantin Hoehlbaum an seinem Grabe nieder. Viel zu früh ist er seiner Familie, unserer Universität und der Wissenschaft entrissen. Ihnen allein galt seine Arbeit, ihnen allein widmete er sein ganzes Leben. Abhold jeder Zerstreuung, jeder größeren Geselligkeit, ja fast jeder Erholung, suchte er Befriedigung nur in der Arbeit. Darum schien er wohl still und verschlossen, aber wir wissen, daß er nicht nur schreiben, sondern auch reden konnte. Wie feurig und begeisternd waren doch die markigen Worte, mit denen er bei der Trauerfeier der Universität am 3. August 1898 Bismarck gefeiert hat. Die Kollegen, die ihn noch nicht näher kannten, stauuten über die Feuerseele, die da flammend und zündend hervorbrach. Sein Körper freilich war schwach, aber sein energischer Geist zwang ihn zu Diensten und mit aller Macht hat er in den letzten Wochen gegen den kranken Körper angekämpit; ein Stärkerer hat ihn besiegt.' Nun ruhe in Frieden, Konstantin Hoehlbaum. Der Dekan der philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Groos, legte im Namen der Fakultät ebenfalls einen Kranz nieder mit folgender Ansprache: Die philosophische Fakultät ist schmerzlich erschüttert durch den Tod eines hervorragenden Kollegen, der ihr 14 Jahre lang als treuer Mitarbeiter angchört hat. Hier ist nicht Raum für die sauste Wehmut, wie sie uns beim Hinscheiden eines Freundes erfüllt, der mit ungeschwächter Kraft sein Tagewerk rüstig vollendet hat, um dann nach friedlichen Abendstunden spät zu entschlummern. Weder die volle Sonnenhöhe der Kraft, noch die Ruhe des Abendfriedens iü dem Manne vergönnt gewesen, an dessen Grabe wir trauern. Von Anfang an mußte er einem zarten Organismus die bedeutenden Erfolge ferner Geistesarbeit abzwingen, und vor der Zeit ist über seinen regen Willen zum Wirken die Nacht hereingebrochen, da keiner wirken mag. — Konstantin Höhlbaum, geboren am 8. Oktober 1849 in Reval in Esthland, studierte von 1868—1871 in Dorpat und Göttingen Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften. 1871 promovierte er in Göttingen. In demselben Jahre wurde er Beamter des hansischen Geschichtsvereins und knüpfte dadurch Beziehungen an, die für sein ganzes Leben bedeutungsvoll geworden sind. 1875 habilitierte er sich in Göttingen. Schon damals hatte sein reger Geist fortwährend mit den Hemmungen feiner schwankenden Gesundheit zu kämpfen. 1880 wurde er als. Leiter des Stadtarchivs nach Köln berufen, wo er bald auch Vorsitzender der Gesellschaft für Rhein. Geschichtskunde geworden ist. Als solcher erhielt er 1887 den Professortitel. 1890 folgte der Dahingeschiedene einem Ruse nach Gießen, und seitdem hat er im Kreise seiner treuergebenen Familie, hochgeschätzt von Mitbürgern und Kollegen bi? zu seinem Ende unter uns gelebt. — Durch seine zahlreichen Schriften, von denen nur die verschiedenen Beiträge zur livländischen Geschichte, das hansische Nrkundenbuch, das Buch .Weinsberg", die hansischen Inventar-: des 16. Jahrhunderts und die Arbeit über den Knrverein zu Reuse angeführt sein mögen, hat er der historischen Forschung wichtige Dienste geleistet; in jeder Publikation hat sein zugleich gründliches und umfassendes Wissen weit über die nächste Ausgabe hinaus belehrend gewirkt. Von der Hochschätzung seiner Leistungen zeugt die große Zahl von gelehrten Gesellschaften, denen er angehörte. So ist er Ehrenmitglied der Niederländischen historischen Gesellschaft und korrespondierendes Mitglied der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaft gewesen. Von 1897—1903 war er Vorsitzender des Oberhess. Geschichtsvereins, seit 1903' Mitglied des Großh. Hess. Denkmalrates. Ueberall aber, wo er helfend eingriff, zeigte er sich als ein organisatorifches Talent ersten Ranges. — Von hervorragender Bedeutung war sein Einstuß als Lehrer. Die Zuhörer rühmten fein imponierendes Wissen, seine Fähigkeit zu scharfer Charakterisierung, seinen sicheren Blick für das Wichtige und seine natürliche Beredsamkeit. Und ganz besonders verstand er es, auf ältere Schüler fördernd einzuwirken. Schon in Köln hat sich eine Art ständiger, historischer Schule um ihn als Leiter gruppiert, aus der eine stattliche Reihe tüchtiger Gelehrter heroorgegangen ist, in denen sein Geist und seine Methode weiterlebt. In der germanischen Kultur, die H. wie wenige gekannt hat, ist in wachsender Größe ein Lebensideal heraufgestiegen, das von anderer Art ist als das antike Herrenideal der edlen Muße. Es ist das Arbeiterideal einer rastlosen Tätigkeit im Dienste der Gemeinschaft und einer Pflichterfüllung rein um der Pflicht willen. Die deutsche Wissenschaft darf sich rühmen, ihre besten Arbeiter stets mit diesen Ideen erfüllt zu haben. Höhlbaum aber ist em typischer Vertreter der deutschen Wissenschaft gewesen. Heber seinen Leistungen stehen die beiden großen Worte, die zugleich sein Wesen kennzeichnen: der Ernst der Arbeit und die Erhabenheit der Pflicht. Darum ist er uns allen, Lehrern und Schülern, ein vorbildlicher Mann gewesen, und ein Vorbild soll er uns auch in Zukunft bleiben! Im Namen der philosophischen Fakultät lege ich als Symbol des Schinerzes, zugleich aber auch als Zeichen dankbaren dauernden Gedenkens diesen Kranz an seinem Grabe nieder. Prof. Freiherr v. d. Ropp legte am Grabe zwei Kränze nieder, den einen im Namen der historischen Kommission für Hessen und Waldeck; Geh. Hoftat Professor Dr. Behaghel legte im Namen des Oberhess. Geschichts- verei n s und ein Mitglied des historischen Seminars in dessen Namen einen Kranz nieder. ** Das Züchtigungsrecht. Durch eine in den letzten Tagen erfolgte Verfügung der obersten Schulbehörde ist die gesetzliche Bestimmung vom Jahre 1876, betr. Züchtigungsrecht in der Volksschule, Absatz 5, aufgehoben worden. Der rubt. Paragraph bestimmte, daß bei Mädchen und bei Kindern in den beiden ersten Schuljahren körperliche Züchtigungen überhaupt nicht angewendet werden dürfen. Die Beseitigung dieses Paragraphen erregt nach den „N. Hess. Vbl." in Lehrerkreisen allgemein hohe Genugtuung, denn man braucht noch kein vielverschrieener „Prügelpädagoge" zu sein, um doch schon die gefährliche Schärfe jener Gesetzesbestimmung empfunden zu haben. Im übrigen weiß der geschickte Lehrer auch nach Beseitigung dieses Paragraphen in taktvoller Weise diesen Kindern gegenüber zu verfahren. ** Zur letzten Sitzung der Stadtverordneten tragen wir noch nach, daß Stadtv. Petri bet der Oktroidebatte über die von unserem Reichstagsabg. Heyligenstaedt erhaltene Mitteilung bemerkt hat, daß in Steifen der Reichstagsabgeordneten die Meinung sich bereits gebildet habe, die für das Jahr 1910 beschlossene Aufhebung des Oktrois solle noch füreineReihevon Jahren verschoben werden. ** In der Ost asiatischen Besatzungsbrigade wurde Buchinger, bisher Unlerofsizier der Reserve aus 2-LÄ- H60'. Reihe im Vordergründe unseres Bildes sichtbar Anfanas- u. Schlußkurse. . 197.50 201.37 216.37 138.00 192.50 197.40 Gelben Meer fürchtet, aber nur Verhütung anwenden will. . 201.75 . 216.60 . 138.00 . 192.00 Brauns Arteilte das D i jährigen Sohn &öttinqer Schäfer Theodor! begonnen. Gegei Tode verurteilt rc gelegt. Tas R Slr.-P.'O. für vc Verhandlung zur vorigen Jahres in seinen (bes A, schlagen und ui mitgemachte Mittelmeerfahrt des Kaisers, daß der Kaiser während der ganzen Reise keinen Alkohol, sondern nur Apfelsinensaft. Fachinger und Aachener Kaiserbrunnen getrunken habe. Rur zweimal wurde mit je einem „Schluck Sekt" eine Ausnahme gemacht, beim Diner mit, dem König von Spanien in Vigo und beim Abschied von den Gästen ht Neapel. (Frkf. Ztg.) Kleine Mitteiluuoen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Samstag den 7. Mai begeht Lehrer Rabenau in Rödgen sein 25jähriges Dienstjubiläum. - In Alsfeld feierte am Montag den 2. Mai Johannes H o r z das 25jährige Arbeitsjubiläum bei der Firma mann Bücking Söhne, altdeutsche Weberei. Dem Jubilar wurden vom Inhaber der Firma vielfache Ehrungen urd Geschenke zu teil. — Die Gemeinde Queckborn hat heute einen Gemeinde-Bullen pro Zentner 38 Mk. versteigert Höchstbietender war Ludwig Heller aus Lich. ♦ Hainbund von Vertret Zentralfriedhose die Verunglr 20. Jnli 1902 ( «Wien, 4. imgeit an. * Tollwu Stellenbesitzer ( fernem eigenen gestorben. C Berlin in das * Neue Ü Ms der Straße das zwei Damei Bemvais geler gegen einen 9 der beiden Da lebensgefä Ter zweite He fuhr ein Auw Milchwagcn, e Schließlich übc Rentier Bessy Stelle tot w kam der Kommandeur des 11. Regiments, Oberst Lei- ming um. Unsere Verluste betragen gegen 2000 Mann und etwa 40 Offiziere. Tie Verlitste der Japaner müssen ungeheure sein. Die.Division zog sich in voller Ordnung nach Fönghwan- tschöng zurück. Die moralische Haltung der Mannschaften der dritten Division ist ungeschwächt. Mehr als 700 Verwundete marschierten mit ihren Regimentern zusammen nach Fönghwantschöng. Die gesamte russische Presse bedauert die großen Verluste der russischen Truppen in den Schlachten am Jalu, spricht ihr jedoch jede strategische Bedeutung ab. Die „Nowoje Wremja" meint, her russische Rückzug von Liurentschen hätte spätestens am 30. April beginnen müssen und wurde aus bisher nicht festgestellten Gründen um einen Tag verzögert. 5 Bataillone, 24 Geschütze mußten trotz allen Heldenmutes von zwei Divisionen erdrückt werden. Die auf russischer Seite in den Kampf gekommenen Truppen, etwas über 10000 Mann, stan- den gegen 65000 Japaner. Der „Rußki Invalid" bezeichnet die japanischen Angaben über die russischen V e r l u st e als unwahr. Die Japaner hätten dagegen en or m e Verluste gehabt. Der Rückzug der Russen vom Jalu hat aber auf die russische Bevölkerung deprimierend gewirkt, auch die Börse ver flaute. Dem Londoner „Daily Chronicle" wird aus Tokio ge- meldet, daß der japanische Erfolg am Jalu hauptsächlich den schweren Arisaka-Geschützen japanischen Fabrikats zu danken sei. Die russische' Position in Fönghwantschöng soll nach japanischer Ansicht nicht zu halten sein Bei dem Kampf bei Tiurentschen sollen gegen 1000 Japaner verwundet fein; auf feiten der Russen sollen die Verluste noch größer fein; außerdem sind über 1000 Russen gefangen So sagt eine Meldung aus Tokio via Malta! Der „Standard" erfährt aus Petersburg, daß General Kuropatkin sämtliche Truppen aus der Gegend von Gensan zu rück zieht. Er wünscht kleinere Gefechte zu vermeiden und wird deshalb alle vorgeschobenen Posten zurückberufen. es des neuen Syndikatsvenrages, teils nach Vollzug desselben ouicti- geführt wurden, zum Abschluß gelangt, und die infolgebeneu em» getretenen Verschiebungen lassen sich nunmehr übersehen. Laurt - der letzten 2 Jahre sind verkauft worden 13 Zechen mit einet Gesamtbeteiligung von 4 692 578 t. Don dieser ^teiligungÄzuier sind 2 979 578 t. auf Aktiengesellschaften und nur: 1723 000 t. aut Gewerkschaften übergegangen, so daß auch durch diesen Prozeß der Einfluß der Aktiengesellschaften gegenüber den Gewerstchailen innerhalb des Kohlensyndikats gesteigert worden ist und weiter irischem Wege zu entzündenden Minen links nach dem Ufer zu einer verdeckten Position führen, von wo ans die Zündung der Minen erfolgen kann, sobald sich ein Schiff über ihnen befindet. Diese Minen schwimmen unter der Wasseroberfläche in etwa 3 Meter Tiefe und werden in dieser Höhe durch gesteigert wird. „ . Kanalvorlage und Zementverbrauch. Anläßlich der Te? Handlungen des preußische» Abgeordnetenhauses über die wajw wirtschaftlichen Vorlagen wird wieder einmal darauf hmgewieieit daß es im Interesse der Zementiudustrie liegen wurde, das allem die eigentlichen Kaualvorlagen zur Annahme kamen, p1- für den Bau' der neuen Wasserstraßen immerhin eme amehnuar Menge von Zemeut erforderlich werden wurde, während die cigenf w Nenf.i?L ?l1 Ä *,el Harpener Bergbau . . 197.50 Tendenz: Schwach. ihrer Lösung entgegenzugehen. Von den mit der Ausführung der Denkmalsidee betrauten Künstlern wurde dargctan, daß sich auf dem Ludwigsplatz trotz der elektrischen Bahn die Aufstellung des Denkmals wohl ermöglichen ließe. Nachdem man sich durch ein Gerüst davon überzeugt hatte, daß der Ausführung aus Verkehrsrucksichten und wegen der allgemeinen Gestaltung und der Dimensionen des Platzes Hindernisse nicht entgegenstehen, arbeiteten die Professoren Habich und Putzer eine Modellskizze aus. Dieses Modell fand sofort die einstimmige Anerkennung des engeren Ausschusses, und man beschloß, die Ausführung des Denkmals in dieser Form auf dem Ludwigsplatz dem weiteren Ausschuß unbedingt zu empfehlen. Das Denkmal würde darnach die Figur des Fürsten Bismarck in etwa 3 Meter Größe und markanter Darstellung auf einem ornamentierten Unterbau zeigen, der aus 4 Röhren Wasser in eine das Standbild umgebende Brunnenschale abgibt. Diese Brunnenschale mit senkrechten nach außen reich und wirkungsvoll ornamentierten Füllungen speit das Wasser aus verschiedenen Ausläufen in ein flaches Bassin, das eine breite, monumentale Einfassung erhalten soll. Das Ganze ist also als Brunnendenkmal von durchaus malerischer Wirkung gedacht und zeigt dabei eine künstlerisch reiche und einheitliche Durchbildung. Es ist zu hoffen, daß auch der weitere Ausschuß sein Einverständnis zu der Ausführung des Denkmals in der vorgeschlagenen Weise geben wird, worauf mit der Verwirklichung des Projekts ungesäumt begonnen werden könnte. Mainz, 4. Mai. Nach der Einweihung der neuen „Kaiserbrücke" soll der Kaiser in scherzendem Tone geäußert haben, „die teilweise Entfestigung hätten die Mainzer schon früher haben können, wenn sie nicht so widerborstig gewesen wären". Dieses Scherzwort bezieht sich, wie jetzt näher bekannt wird, auf ftühere Vorverhandlungen zwischen dem Militärfiskus und der Stadt. Die damalige Millionenforderung erschien der Bürgermeisterei viel zu hoch, und so kam es denn, daß die Stadt schrieb, sie habe kein Interesse mehr an der Teilentfestigung. Infolgedessen ruhten einige Zeit die Verhandlungen, wurden dann wieder ausgenommen und zu einem guten Ende geführt. wonach das Reichsschatzamt selbst das freiwerdende Gelände verkauft und dadurch andererseits die Stadt Mainz fein finanzielles Risiko mehr hat. E m s, 2. Mai. Der hiesige Vadekornmissar und frühere Turnlehrer des Kaisers, Oberst v. Dresky, erzählte der „Emser Ztg." zufolge in einem Vortrag über die von ihm und ebenso wirklich zwei von ihnen vernichtet wurden, werden wohl Nachhut führte der Chef meines Stabes nach der für sie ----- " bestimmten Stellung. Das 11. Regiment hielt sich auf feiner Die Schlacht bei Tiurentschen. Der Bericht des russischen Generals Kasch talinski (vgl. unser heutiges Morgenblatt) fährt fort: Um 1 Uhr nachmittags hatten sich die Japaner der Stellung des 11. Regiments soweit genähert, daß die dritte Batterie nicht auf den Weg gelangen konnte, der durch Kreuzfeuer beschossen wurde. Die Batterie blieb, nachdem sie in der Nähe der Japaner eine Stellung eingenommen hatte, auf derselben bis zum Schlüsse des Kampfes, wobei sie ihren Kommandeur, den Oberstleutnant Murawski, verlor. Von der Stellung der Nachhut wurde durch Truppen der ersten Stellung eine Maschinengewehrkompagnie weggebracht. Der Kommandeur der Maschinengewehrkomvagnie nahm, da er die schwierige Lage der Batterie des Oberstleutnants Murawski sah, aus eigener Initiative seine Stellung und verlor die Hälfte seiner Leute und alle Pferde. Dann machte er den Versuch, die Maschinengewehre durch Mannschaften über die Berge Hinwegzubringen. Die Maschinengewehre gaben gegen 35 000 Schuß ab. Teile des 12. Re - gi ments schlugen sich durch und retteten die Fahne. Die zweite Batterie der 6. Brigade versuchte auf einem anderen Wege zur Reserve zu gelangen, konnte aber mit der Hälfte der Pferde nicht auf die Berge hinaufrücken und unterstützte, nachdem sie wieder ihre Stellung eingenommen hatte, den Angriff des 11. Regimentes. Um die Mittagszeit erfuhr ich, daß die Javaner ein Bata illon des 22. Regimentes, das bei Fschingou stand, zurückgeworfen hatten und meinen linken Flügel umgingen. Gegen 1 Uhr nachmittags näherten sich meinem linken Flügel drei Bataillone des 11. Regimentes und die Batterie des Oberstleutnants Murawski, die von General Sassulitsch aus der Reserve vorgeschickt worden waren mit dem Befehl, bis zum Abzug des 9. und des 10. Regimentes aus Schachedza sich zu halten. Ich wies das 11. Regiment an, eine beherrschende Rückstellung mit Verteidigung nach zwei Fronten einzunehmen, — beauftragte die Batterie Murawski, sich zur Reserve zurückzu- beaeben, und befahl dem 12. Regiment, der dritten Batterie und der Maschinengewehrabteilung, unter dem Schutze des 11. Regimentes zurückzugehen. Die Truppenteile der dem Landwehr-Bezirk Worms, mit der Zahnarztstelle unter Ernennung zum Zahnarzt beliehen. - Oeffentliche Lesehalle. Im April wurden 2175 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 965, Zeitschriften 506, Jugendschriftcn 262, Verdichtungen 29, Literaturgeschichte 19, Länder- und Völkerkunde 59, Kulturgeschichte 18, Geschichte und Biographien 85, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 116, Seewesen 24, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslehre 14, Religion und Philosophie 24, Staatswissenschaft 13, Sprachwissenschaft 3, Fremdsprachliches 16 Bände. Nach auswärts kamen 79 Bände. ** Fleischbeschau. Am Sonntag den 1. Mai fand hier die definitive Gründung pes Oberhessifchen Fleischbeschauerbundes unter dem Vorsitz des Präsidenten des Bundes Wilhelm Fatum zu Wohnbach, und unter Beisein des Direktors Dr. Liebe- Gießen statt. Es wurde die Bildung von Kreisvereinen beschlossen und für jeden Kreis zwei Vorstandsmitglieder gewählt, um die Sache in die Hand zu nehmen. Als Vereinsorgan wurde die Rundschau für Fleischbeschau, Berlin, gewählt. Me bis jetzt noch nicht 6eigetretenen Fleischbeschauer werden, der wichtigen Sache wegen, ersucht, baldigst beitreten zu wollen. ) ( Wieseck, 4. Mai. Unser Dorf — das größte in Oberhefsen — wird bis zum Herbst eine Wasserleitung besitzen. Gegenwärtig ist man mit der Rohrleitung entlang der Straße Großen-Buseck—Gießen beschäftigt. Die Quellen befinden sich am Hangelstein und liefern reichlich Wasser. Die Kosten der Leitung betragen ca. 85 000 Mk. — Ein Schulhausneubau ist beschlossen, nachdem Kreisbaurat Diehm und Kreisschulinspektor Kleinschmidt hier weilten. Nach Vollendung des Neubaues wird die Schule achtklassig werden. — Die kleine Nachbargemeinde Trohe — ca. 120 Einwohner — baut ebenfalls eine Wasserleitung, die zu 8000 Mark veranschlagt ist. m. Lich, 4. Mai. Tie verwitwete Fürstin Hermann zu Solms-Lich ist auf Hohensolms an Lungenentzündung erheblich erkrankt, sodaß Prof. Tr. Sticker- Gießen berufen wurde. Infolge der Erkrankung der hohen Mutter wird die für den 10. Mai in Aussicht genommene Vermählung der Prinzessin Karoline zu Solms-Lich bis auf weiteres verschoben. Darmstadt, 4. Mai. Die Frage der Errichtung eines Denkmals für den Ehrenbürger unserer Stadt, Fürsten Bismarck, scheint nun, wie wir in den „N. H.Vbl." lesen, to. (wt : 3. «6. Bed schlich big eil>8ureid ^-Rechten, a den - Siir«,,, ^lntkar i; 151 das eine auf dem Grunde des Meeres befindliche Verankerung gehalten. Rechts und links auf dem Bilde sieht man Batterien, die ihr Feuer auf die einlaufenden feindlichen Schiffe eröffnet. Das rechts befindliche der vordersten Schiffe hat einen Torpedo aus einem seiner Bugrohre entsendet, der soeben in das Wasser eingetaucht ist und gegen ein die Hafeneinfahrt verteidigendes, auf dem Bilde nicht sichtbares Schiff gerichtet zu sein scheint. Da sich sowohl die Minen als auch die unterseeischen Boote dem sonst vernichtenden Schnellfeuer aus den kleinkalibrigen Geschützen der Kriegsschiffe entziehen, so ist allerdings die Einfahrt des Hafens durch diese unterseeischen Verteidigungsmittel gesichert. Der Wächtdienst auf der Reede von Port Arthur wurde, wie aus den gestrigen Nachrichten hervorgeht, ausgeübt von dem schnellen Kreuzer „Nowik", dessen Kommandant sich schon mehrere Male durch kühnes Vorgehen auszeichnete, ferner von einer Anzahl Kanonenbooten, darunter das von dem Bombardement der Takuforts im Jahre 1900 bekannte „Giljak", und Torpedobooten.' Die im Bericht Alexejews erwähnten „Minenkutter" sind wahrscheinlich Dampfboote, die mit einem Torpedoausstoßrohr ausgerüstet sind. Der russische Ausdruck für „Mine" und „Torpedo" ist der gleiche und fo kann man nicht mit voller Deutlichkeit ersehen, ob einige der Sperrdampfer durch ausgelegte russische Minen oder geschossene Torpedos zum Sinken gebracht wurden. Möglich ist beides. Die Japaner haben es diesmal durch die Masse zwingen wollen, und die Dampfer — ob es acht oder zehn waren, steht nicht einwandfrei fest — in mehreren Gruppen nacheinander vorgehen lassen. Die Schiffe scheinen sehr viel stärker besetzt worden zu sein, als bei den früheren Versuchen, um eine höhere Maschinenleistung, bessere Führung und damit ein schnelles Herankommen an die gesuchte Stelle zu gestatten. Daß Torpedoboote auch diesmal die Dampfer begleitet haben, ist eine wenig verständliche Maßnahme; sie konnten nichts helfen und vergrößerten das schon ohnehin starke un£> der Entdeckung sehr ausgesetzte Schiffskontingent. Ob kann man erkennen, wie die Kabelleitungen der auf elek- die nächsten Tage erweisen. , , ~ ■ xx , -. , -< ,,x - , < ■ - Im übrigen zeigt dieser Sperrversiich, daß man noch Stellung noch zwei Stunden und schlug sich mit den immer Störungen durch Teile der russischen Flotte im Bajonetten kämpfend unter bedeutenden Ver- " kleine Mittel" zu ihrer l u st e n mit der Fahne über einen Höhenzug durch. Hierbei LZtz Fusion ® 'n xe 6 Konib'N . h bat der B0 A f Senn W Lj,, Sie Äffe SS» Hl» I« “Ä d°s un latale deutscher H Limburg a. ijnittspreise pro1 W M-. Kom, ssrbsen 0.00 M ber für sie W auf sein 1 Nch mit btn ateubeu Ber, A durch, hje^ ^'vberstLei, raqen gegen Tie Verluste u Ae.DibisW ! Fvnghwau, lang ber Mauu> lU Mehr al; ^ren Regimentern bedauert blt in in ben Schlach e strategische ' meint, her russj, :ens am 30. April nicht festgestellter ntaillone. 24 Ge> n zwei Tivisioner te in ben Kamps 0 Mann, stau« „Rußki JnvM die russischer er hätten bagegei hat aber auf die t, auch bie Börse ,irb aus Tokio ge- i fytuptfädjfiä) bei rbri!at§ zu bunker Fönghwan- id)t zui>aUei ollen gegen 1060 iten ber Russe: n; außerdem snu sagt eine Melbum bürg, baß General s ber Gegend vor feinere Gefechte ök geschobenen Pos« s'U- ) Schluß?^ 201.3? 9J6.3? 138.$ 192.$ 197.40 s,daß berE llkobol, sondw euer KaiserbrumS it je einem Ä ir mit bern.M "non ben*6 (M- $■. ;ien und bei Mai begeht ^7 Tienstiubrlaum , 2 Mi Joh^ « eich. - jlksirirtN kKch ** r .t bil chdem W & w Heben Hochwafferschutzvorlagen nicht von gleicher Bedeutung für die Zementindustrie zu werden bestimmt erscheinen. Kombinationen in der Kohlenindustrie. Die Börse ist wieder reich an Kombinationen. Aus den starken Kausen, die schon seit einiger Zeit seitens der Diskonto-Gesellschast in Esch- weiler Aktien vorgenommen wurden, wurde geschlossen, daß eine Fusion Gelsenkirchener-Eschweiler m Verhandlung stehe. Nach einer anderen Version sei der Gedanke einer Interessengemeinschaft zwischen dem Aachener Hüttenverein Rothe Erde und der Esch- weiler Gesellschask noch nicht aufgegeben. Wir sind der Meinung, daß diese Kombinationen einer festen Unterlage entbehren. Selbstmord eines Bankiers. Wie aus Hamburg gemeldet wird, hat der Bankier Davieds in Tönning in Schleswig, der in Vermögensverfall geraten ist, Selbstmord begangen. Noch vor kurzem wurde sein Vermögen aus mehrere Millionen Mk. geschäht. Die Dresdner Bank und die Hamburger Vereinsbank sind in Mitleidenschaft gezogen, es heißt jedoch, sie seien gedeckt. Die Verbindlichkeiten werden auf 2 Mill. Mk. geschätzt. Worms, 3. Mai. Tie T a b a k ° A n b a u f l ä ch e hat sich im letzten Jahre in den drei Hauptorten des hiesigen Handels» kammerbezirks vergrößert. J>i L a m p e r t h e i m ernteten 404 Pflanzer 172 393 Kg. (im Vorjahre 363 Pflanzer 223 749 Kg.), in Lorsch 252 Pflanzer 113 438 Kg. (i. V. 231 Pflanzer 136 468 Kg.) und in Kiernheim 489 Pflanzer 305 833 Kg. (i. V. 435 Pflanzer 281 469 Kg.) Der Tabakbau selbst hatte im Jahre 1903 unter der ungünstigen Witterung zu leiden, daher der geringere Ertrag trotz der vergrößerten Anbaufläche. Was den Tabakhandel anbetrifft, so macht sich laut Handelskammerbericht leider eine Abnahme des Umblattverbrauchs deutscher Tabake bemerkbar zu Gunsten der leichteren Javatabake. Trotzdem seien gute Einlagetabake deutscher Herkunft immer gesucht und werden gut bezahlt. Märkte. Limburg a. d. L., 4. Mai. Frachtmarkt. Durch- fchnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.36 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 6.88 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 00.0 Mk. vermischter. * Hamburg, 4. Mai. In Gegenwart des Senates und von Vertretern der Bürgerschaft wurde heute auf dem Zentralfriedhofe in Ohlsdorf ein Grabdenkmal für die Verunglückten der Primuskatastrophe am 20. Juli 1902 ein geweiht. * Wien, 4. Mai. Ein Sturm richtete viele Verwüstungen an. * Tollwut. In Hutschkau, Kreis Namslau, ist der Stellenbesitzer Gottlieb Zuerny, der am 17. Januar von seinem eigenen Hunde gebissen worden war, an Tollwut gestorben. Er war nicht zu bewegen gewesen, sich nach Berlin in das Institut für Schutzimpfung zu begeben. * Neue Automobilunfälle in Frankreich. Auf der Straße von Evreux nach Paris flog ein Automobil, das zwei Damen und zwei Herren trug und von dem Besitzer Beauvais gelenkt wurde, infolge Platzens des Pneumatiks gegen einen Baum und stürzte um. Beauvais und eine der beiden Damen, die Sängerin Marie Lendoza, sind lebensgefährlich verletzt, die andere Dame leichter. Der zweite Herr ist heil davongekommcn. — Bei Chartres fuhr ein Automobil, in dem zwei Heizer saßen, gegen einen Milchwagcn, ein Heizer liegt schwer verletzt im Hospital. Schließlich überfuhr bei Fontainbleau das Automobil eines Rentier Bessy einen Radfahrer Namens Galdemas, der auf Stelle tot war. Kerichtssaal. Braunschweig, 4. Mai. Das hiesige Schwurgericht verurteilte das Dienstmädchen Rieckheer, das ihren zweijährigen Sohn ermordete, zum Tode Göttingen, 3. Mai. Der Raubmordprozeß gegen den Schäfer Theodor Burchardt aus Esplingerode hat heute von neuem begonnen. Gegen das Urteil vom 23. Februar, wonach er zum Tode verurteilt worden, hatte Burchardt mit Erfolg Revision ein- gefegt. Das Reichsgericht hielt eine Verletzung des § 251 der Str.-P.-O. für vorliegend und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung zurück. Dem Angeklagten liegt zur Last, am 30. April vorigen Jahres den Schafhändler Gottfried Bust aus Hollenbach in seinen (des Angeklagten) Schafstall gelockt, meuchlings erschlagen und um etwa 5000 Mark beraubt zu haben. Die Leiche hat er auf seinem Gehöfte begraben, wo sie erst im Herbst vorigen Jahres entdeckt wurde. Nach der Darstellung des Angeklagten ist er mit Bust in Streit geraten, sodaß er die Tat im Affekt ausgesührt haben will. Gegen diese Behauptung spricht die Art der Verletzung des Schädels. Burchardt wurde heute wiederum zum Tode verurteilt. Wien, 4. Mai. Tas Bezirksgericht in Leopoldstadt verurteilte den Magistratssekretär Demel wegen e in es Exzesses in der Spiritusausstellung, wobei er die gesamte jüd if ch e Bevölkerung gröblich st beleidigte, zu 48 Stunden st r e n g e n 91 r r e ft. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Rcligionsgefellschaft. Hotlesdienst. Sabbathseier am7. Mai 1904. Freitagabend 7.20 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8.40 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.40 Uhr. Krieskasten der Redaktion. (»tnouhnic Anfragen bleiben unberücksichtigt.) ,,Wechsel". Tas Institut ist uns nicht bekannt. Am besten stellen Sie uns die Broschüre zu kurzer Einsicht zu, oder teilen uns mit, was Sie von dem Institut wissen wollen. Vielleicht können wir Ihnen Auskunft erteilen. Neueste Melduuae». Berlin, 5. Mai. Generalleutnant v. Trotha ist zur Beratung über die Streitkräfte und zur Ausrüstung des neuen Expeditionskorps für Südwestafrika hier eingetroffen. Für die Expedition sind Hauptmann The walt und Leutnant Schulz vom 44. Feld-Artillerie-Regiment in Trier in Aussicht genommen. Frankfurt a. O., 5. Mai. Zur Reichstagsersatzwahl wird mitgeteilt, daß von der wirtschaftlichen Vereinigung Generalmajor von Jagwitz als Kandidat ausgestellt wird. Die Antisemiten haben zu gunsten dieses Kandidaten auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. Braunschweig, 5. Mai. Die Zahl der von der Braunschweiger Lotterie ausgegcbenen Lose wird bei der nächsten Lotterie von 100 000 auf 70 000 herabgesetzt. Karlsruhe, 5. Mai. Die seit einiger Zeit mit einer badischen Schnellzugs-Lokomotive auf der Strecke Offenburg-Freiburg vorgenommenen Schnellfahrten haben ein sehr befriedigendes Ergebnis gehabt. Der Versuchszug, bespannt mit Lokomotive, Tender, drei vierachsigen O-Wagen und Salonwagen im Gesamtgewicht von 253 000 kg erzielte eine Geschwindigkeit von 136 bezw. 140 km. Bei früheren Fahrten, wo kein starker Gegenwind herrschte, sogar 144 km. Den Versuchsfahrten wohnten außer dem badischen General-Direktor Roth auch Vertreter der preußischen, bayrischen, sächsischen und württembergischen Staatsbahnen bei. München, 5. Mai. Das Hinscheiden Lenbachs steht stündlich zu erwarten. Der Puls stockt bisweilen, die Atmung setzt aus, es wird niemand mehr zugelassen. Rom, 5. Mai. Der französische Botschafter am Vatikan, Misard, begab sich in den Vatikan. Man vermutet, er tydb’e die Antwort auf die päpstliche Protestnote überreicht. Vom Kriege. London, 5. Mai. Wie dem „Daily Chronicle" und dem „Daily Telegraph" aus Tokio gemeldet wird, ist die Hafeneinfahrt von Port Arthur tatsächlich gesperrt. Tokio, 4. Mai. Auf die Nachricht, daß die Sperrung des Hafens von Port Arthur gelungen sei, zogen abeuds Tausende mit Musik durch die Straßen und veranstalteten vor dem Marine- und Kriegsmiuisterinm uud vor dem Generalstabs, geb'äude Kundgebungen. Yokohama, 5. Mui. Mehrere Depeschen aus Dschifu melden, daß gestern ein j apanisch es Ge s ch w ad e r mit 9 Transportschiffen bei dichtem Nebel auf Port Arthur losfuhr. Das Feuer der Küstenbatterien brachte die letzterwähnten Schiffe zum Sinken, doch haben sie ihren Zweck genügend erreicht. Es scheint, daß die Sperrung des Hafens nunmehr völlig geglückt ist. London, 5. Mai. Aus S ö u l wird telegraphiert: Nach Vertreibung der Russen aus ihren Stellungen am Jalu haben die japanischen Truppen ihren Sieg ausgenützt. Das Resultat ihrer Operationen ist noch nicht bekannt gegeben, aber seine Veröffentlichung wird erwartet. Petersburg, 5. Mai. General Sassulitsch, der durch einen leichten Streifschuß verwundet sein soll, hat den heißen Kampf amJalu aus eigener Machtbefugnis gegen den au s d rü ck l i ch e n B e f e h l Ku r o p a t krn s geführt. Knropatkin-hat sich telegraphisch beim Zaren beschwert, daß Sassulitsch seinen Befehlen nicht Nachkomme und auf eigenes Risiko mit dem Mut der russischen Soldaten rechnend, zu v-iel wage. Die Verwundung des Generals Kaschtalinsky soll ernster Natur sein. — London, 5. Mai. Ein Telegramm aus Söul meldet als eins der ersten Resultate des japanischen Sieges amJalu die Eröffnung einer Filiale der TokioerNationalbank inWidju zur Erleichterung der Finanzierung der Feldarmee. In Söul verlautet, daß die Russen eifrigst den Bahnbau Liaoyang-Föngwantschöna fördern. 30 Kilometer sind bereits fertig, der Rest ist noch zu legen. Berlin, 5. Mai. Wie die „Voss. Ztg." erfährt, kaufte die japanische Regierung vom Nordd. Lloyd 8 zur ostasiatst- schen Linie gehörige Dampfer für Kriegszwecke. Petersburg, 5. Mai. Die Militärbehörde hat die Mobilisierung des 10. und 11. Armeekorps angeordnet. London, 5. Mai. „Daily Chronicle" meldet aus Tokio: Admiral Alexejew habe dem chinesischen General, welcher in Mulden die chinesischen Truppen befehligt, die Aufforderung zugestellt, sofort alle Truppen zu entwaffnen. Weiter meldet das genannte Blatt, die Japaner erwarten bei der Verfolgung der Russen einen heftigen Widerstand vor Motienling, einem Gebirgspasse auf dem Wege in Liaoyang. Telephonischer Kursbericht Frankfurt a. Ml. 3Vg°/o Reicheanleihe . . 101.90 3n/n do. ... 89.95 Ri/,o/0 Koneoie .... 102.10 3°/n do.....90.15 R'/gtyn Hessen .... 100.— S1/, % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.70 4l/s% Oesterr. Silberrento 100.55 4% Un^ar. Goldrente . . 99.90 40/,) Italien. Rente , . . 102.60 4*/2 % Portugieser » . . 60.00 30/ Portugiesen.....58.50 1% C. Türken .... —.— Türkenlose......128.80 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 45.70 30/0 Mexikaner 41/s,/r. Chinesen Electric. 8chuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . Tendenz: still 4li',% äussere Arsrentiner 42 80 Mai. . 26.20 . 86.00 . 105.90 . 102 80 . 201.60 . 184.10 . 137.90 . 154.60 . 153.50 . 138.00 . 18.90 . 191.— . 240.50 . 192.80 . 197.40 I Julius Fischer 3612 Schulstraße 6. Anfertigung eleganter Herrengarderoben unter Garantie für guten Sitz und tadelloser Ausführung. 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