iS , 79 Zweites Blatt 154, Jahrgang Gießener Anzeiger Cfa'fTTtl täglich mH Ausnahme des Sonntags. Ihit ■ »s General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen heutige Dummer umfaßt 8 Seiten. Zum 50jährigen Doktor aus Groß-Zimmern. * ter. 8. vor iztom Gest einem Ans int».- III Nach der Erklärung v. Hoden^ derung jedoch abgelehnt. L U.V Mö cweg. -M .Siebener Kamilienblätter" werden dem e jt'i -• ger viermal wöchentlich beigelegt. Der -Mich« Landwirt" erscheint monatlich einmal. hohes iS h^ 3160 tgge- enbea idettt r und lB Institut Boi Sdmell lieb. Vc, «. Pritt-üm V 15 ir 62 en. 6 mg. t. 076 Dienstag 5. April 1904 Rotationsdruck und Verlag der Brüh loschen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. ßL Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen in. i Kall« ächt, bnt er ! bei rstt. 1683 Mki AelteresMtzi, ^ankenpslegivrv- h>ec o. ausw. Ltd - bergttMeßrn^ «Pin in Ntobt: ? jungte «üb Quelle. Cjnar a. b. i^tbüion fei Mchrere Sch5^ "uujeii giu aus Osnabrück. Zum Dr. phil.: Louis Karl Wolff, Direktor der Rheinischen Dampfkeffel- und Maschinenfabrik Büttner in Uerdingen, Friedrich Sehnert, cand. rer. nat N Ä itn 191 .6. hr- Volitische Tagesschau. Die Duellangelegeuheit des bisherigen Reichstagsabg. Dr. Zanecke. Die Wahl des NationaUiberalen Dr. Max Jänecke, des Besitzers deS „Hannov. Cour.", zum Reichstagsabgeordncten für Lüneburg, ist bekanntlich für ungiftig erklärt worden und an seiner Stelle jüngst der Welfe v. Wangenheim in den Reichstag gewählt worden. In diesem letzten Wahlkampfe war von nationalliberaler Seite ein Flugblatt verbreitet worden, das ein gegen den welfischen Rechtsanwalt Dr. Dannenberg vor fünfzehn Jahren wegen Beleidigung Bennigsens gefälltes Gerichtsurteil wiedergab. Herr v. Dannenberg beauftragte darauf den welfischen Reichstagsabg. Frhr. o. Hodenberg, von Dr. Jänecke Aufklärung über den Urheber dieses Flugblattes zu verlangen, v. Hodenberg fragte telegraphisch bei Dr. Jänecke an, wo und wann er als Bevollmächtigter v. Dannenbergs ihn in einer Ehrensache sprechen könne. Dr. Jänecke fragte telegraphisch zurück, um was es fich handle. Bald darauf brachte der sozialdemokratische .Volkswille" die verfrühte Meldung von einer Duellforderung Dannenbergs an Dr. Jänecke, und zur Aufklärung des Tatbestandes veröffentlichte dann Dr. Jänecke jenen Depeschenwechsel, den auch wir unseren Lesern mitteilten. Diese Veröffentlichung in Sachen eines noch schwebenden Ehrenhandels wurde welfischerseits als eine Verletzung des Ehrenkodex angesehen, und Herr v. Hodenberg erklärte in der »Dtsch. Volksztg.", er halte sich nunmehr, nachdem Dr. Jänecke den Weg der Oeffentlichkeit beschritten und ehrverletzende Unterstellungen gegen seine Person gemacht habe, der Aufgabe überhoben, in Ehrensachen mit Dr. Jänecke noch in Verbindung zu treten. Diese Aeußerung.hat nun Dr. Jänecke veranlaßt, den Freiherrn v. Hodenberg zum Duell zu fordern, Herr v. Hodenberg hat die For- r— K6»grt- TeclinM Unseren^ SerlfbW; . des-nt auSjWev,, herrschte im enaeren deutschen Vaterlande die toeil) tolle Ruhe der österlichen Woche. ‘Wt ganz so friedliche Feiertage wie ihre deutschen KollklWi waren den augenblicklich am Ruder befindlichen StaaMmllern Frankreichs be"" ' WQ"M ? J Sti(: bürg geiud» 3202] .MKi griuchl. bergs muß man annehmen, daß er Dr. Jänecke nicht mehr für satisfaktionsfähig hält. Als Erwiderung auf die Erklärung Hodenbergs in der ,D. Volksztg." schreibt nun Dr. Jänecke im „Hann. Kurier": „In dieser Erklärung sind schwere persönliche Beleidigungen gegen mich enthalten. Nachdem ein Vorgehen meinerseits aus dem zwischen Ebrenmännern üblichen Wege ergebnislos geblieben ist, habe ich a 1 s Reserveoffizier die Angelegenheit den zu- kündigen Instanzen überwiesen und behalte mir außerdem gerichtliche Schritte in dieser Angelegenheit vor." lieben, die noch kurz .alten mußten, der sie leickM lon i hrcn ministeriellen Sesseln hätte wegblasen können. Kurz^ tot Vertagung der Kammer haben die reaktionären Parten mnter der Führung Mölmes einen Vorstoß gegen oaö ttsiamnltd). langlebige und ihnen schon längst als Dorn im . erschienene Kabinett Comb es unternommen. Als sMzelknaben hatten sie sich dazu den Murineminister Pe> Lu» n ausersehen, dessen Amtsführung von chnen der Wrsssten Kritik unterzogen wurde. Zwar gelang es Die -vv; noch, den Angriff abzuschlagen und eine Mehrheit für & ritinisterielle Tagesordnung zu gewinnen, wie langeie ch aber Combes, dessen Hauptaufgabe, die Lahm- i.cguri j: i> s klerikalen Einflusses in Frankreich, fast er- fülit roch halten wird, ist eine andere Frage. -u nerfreulichen Zustände auf der B a l k a n h a l b - in f e ill ireit entfernt, sich zu bessern oder gar aufzuhören, ..'hdivitf .euerdings in Permanenz erklärt werden zu joileni1.. llzber das famose Reformwerk in der Tür- um 01767<^ t'c i illKbetn zwar allerlei unbedeutende Nachrichten Der» breite >..e aber unschwer erkennen lassen, daß der Be- yerrsc ch alter Gläubigen und seine Räte die Sache „dila- orijdtr ’MÄanbelt wissen wollen. Möglich^ auch, baß der Padis.P. durch den nachlassenden Druck des im fernen .i |L u. ^gierten Rußlands verführt wird, die Aussühr- N Nufieger Programms nach Kräften hinauszuschieben. )n i ist rnatisü>en Kreisen gilt folgende Einteilung der niazed-riAjchen Bilajets als feststehend: Die russischen Gen- darmtMQfsiziere erhalten das Vilajet Salonichi, die östreielGinNarischen das Vilajet Ueskueb, die italienischen das AWvt Monastir, die englischen den Regierungsbezirk DrdnvW D-'ie französischen den Regierungsbezirk Serres, Heide in -öilajet Salonichi. T!«zlleiche Ursache scheint auch auf das kriegslustige Bule gnemvolk ihren Einfluß auszuüben, denn nach den letztem . Übungen sind die Komitatschis wieder eifrig an der 21 Weit,, die türkischen Vorposten zu beunruhigen oder afterftL-ihüioten zu begehen, tote Dörfer anzuzünden, Bauern zu Mi Üfi-.iiibcln und Vieh hu stehlen, worm ihnen von der tüctmiü 3oldateska übrigens nichts nachgegebeu wird. In S os: ciiiigetroffenen Nachrichten zufolge herrscht unter der bi M ritschen Küstenbevölkeruna sowie überhaupt unter dem n".Ä.ü tischen Elementen stark durchsetzten Landesgebiete großem, ^- ugefühl, sodaß bei der sonstigen Zuspitzung der türkisc'H ^lharischen Beziehungen das schlimmste zu be- f ür dj J i i st. D ii. jianbien der auswärtigen Mächte am s e r b i s ch? n Hose^ ; jj inzwischen im Begriffe, wieder nach Belgrad zurüa. .i jy^u, da dre Forderung auf Entfernung der Ve r- s chw i. «rr. am Hofe erfüllt wurde. Tas lebhafteste Interesse nicht bloß des politisch interessierten Teiles des Publikums nimmt immer noch der russisch-japaniscye Krieg in Anspruch, wenn auch bei den fast stets unkontrollierbaren Nachrichten, die das Sensationelle der ersten Meldungen verloren haben, die allgemeine Anteilnahme nicht so groß wie im 2lnfang ist. Als wichtigstes Ereignis der vergangenen Woche muß das Landgefecht bei Tschöngdschu im Norden Koreas, östlich der Jalumündung, bezeichnet werden. Gegenüber dem letzten Bericht von russischer Seite über dieses angeblich für die Russen siegreiche Gefecht wird in Tokio Daran festgehalten, daß die japanischen Verluste nicht groß gewesen seien. Es wird betont, daß von einer Verwirrung unter den japanischen Truppen nicht die Rede sein könne, da sie Erfolge erzielten, indem sie, tote russischerseits im ersten Bericht zugegeben wurde, die Russen zum Rückzüge nötigten und die Stadt besetzten. Bezüglich des hissens der Fahnen des Noten Kreuzes durch die Japaner, das als Zeichen der Verwirrung angesehen wurde, wird auf die Erklärung Wert gelegt, daß Japan feit 1886 Mitglied der Genfer Konvention ist und die japanischen Truppen über die Bestimmungen für die Verwendung des Roten Kreuzes nicht im Zweifel fein können. Man behauptet sogar, daß die Japaner feit ihrem Erfolge bei Tschöngdschu erheblich nördlich von Andschu haben Vordringen können und die Russen sich zum Jalu zurückziehen. Japanische Privat- nachrichlen ferner besagen, die japanischen Trrrppen Hütten, nachdem sie die Russen aus Tschöngdschu verdrängten, einen Tag Raft gemacht und seien am nächsten Tage nach Jöng- dschu vorgerückt, von wo sie nadj> einem kürzen Gefecht die Russen weiter nach Norden drängten. Tie Russen zögen sich jetzt auf Unsan zurück. Tast das alte Wort des östreichischen Feldherrn Monte- cucculi, zum Kriegführen gehören drei Tinge, nämlich Geld, Geld und nochmals Geld, feine Binsenwahrheit sei, ist den regierenden Gewalten im Lande der ausgehenden Sonne schon des öfteren zu Gemüte geführt worden. Tie Meldungen über finanzielle Schwierigkeiten, in denen sich die japanische Regierung schon jetzt nach der verhältnismüßig kurzen Dauer des Krieges befindet, wollen nicht verstummen. Ebenso nehmen die Plüne und Vorfchlüge, durch neue Steuern die leeren Staffen zu füllen, kein Ende, dtun hat der japanische Landtag in einer tönenden Resolution die Annahme der projektierten Kriegssteuer und der übrigen Finanzmaßnahmen beschlossen. Ob aber, unbeschadet des bei dem Jnselvolk ausgeprägten Nationalgefühls und Der bisher bewiesenen Opfersreudigkeit, die Japaner imstande fein werden, die schweren Kriegslasten auch fernerhin zu tragen, muß abgetoartet werden. Zu verzweifeln aber brauchten sie bei einem etwaigen Versiegen ihrer Geldquellen nicht. Ahr mächtiger englischer Verbündeter hat ein viel zu großes Interesse daran, den russischen Einfluß in Asien nickst zu groß werden zu lassen, als daß er es ruhig mit anseden könnte, wie sein kleiner mongolischer Freund unter den Bajonetten der zarischen Söldner verbluten müßte. Volitische Wochenschmi. leister Wilhelm weilt noch immer an den sonnigen: Schaden des Mittelländischen Meeres, in der sizilia- nifqjfon Hafenstadt Me ffina, wo er auch die Öfter feiet» tagi«; -gebracht hat. In Neapel hatte er mit dem König von!Mafien eine Zusammenkunft, die durch die offiziellen Tri:Äspräiche einen politischssn Anstrich erhielt. Die Quin- tess.m; i-er fürstlichen Toaste bestand in der Versicherung bei:Iki Herrscher, auch in Zukunft am Dreibunde fest- zulg'ckcu der sich bisher als sicherste Bürgschaft für den eu.'fälschen Frieden erwiesen habe. Der Kaiser spendete als. stia-en besonderer Befriedigung mit den Lerftungen deö; ft ? deutschen Lloyddampsers „König Wert" während oe-i i kre: eise von Bremerhaven nach Neapel, sowie allen für i die Bewohnung durch den Kaiser und sein Gefolge auf. 0(tu Schnelldampfer getroffenen Einrichtungen den v'. .^!:DLijgteit§anftaIten für die Angestellten des Nord» otiumdkt Lloyd 15,000 Mark. Alarmnachrichten üb. bin Befinden des Kaisers werden in Rom als bloße Bö j^tum inöver bezeichnet. In der Umgebung des Königs vo. i: Masten wird auf das bestimmteste versichert, daß dec« lo set besser aussehe als früher, er fei qe lifuni er, als man ihn jemals in Italien gesehen; nai >7«ntlich falle der Kontrast gegen das letzte Frühjahr ausi,. Ivo das Aussehen des Kaisers etwas zu wünschen übcstig l stg. — Der Pariser deutsche Botschafter teilt oben» re ji mitt, daß der Zustand des Kaisers zu keinerlei Be- forj^ffen Anlaß gebe. Richtig sei zwar, daß der Kaiser, als - t: üierün verließ, erkältet gewesen und in Vigo noch 'iic. g r.H aus dem Damm war; die Kreuzfahrt im Mittel- mecn (.»Ute ja aber auch vor allen Dingen eine Erbol- ungiMsi sein. In Berliner Hofkreisen nimmt man an, daß der i laiftr bereits um den 20. April herum wieder in der i Ktieishauptstadt weilen wird. Heber die Heimfahrt uerluoutit daß sie von Genua aus erfolgt, wo der Kaiser die ! .hvkenzoIlern" verläßt. Das Gerücht, der Sulla,n; l;ab e Wilhelm zum Besuch in Konstantinopel ein- j.'Xfcitr, jeftätiat sich nicht. Aus Wiesbaden kommt die icht, daß der Kaiser am 1. Mai zur Eröffnung ocr i mmen Mainzer Brücke erscheinen und am selben ; agpe mich wieder abreifen wird. 'Aeschwere Schlappe, die die deutsche Schützer uipve in Südwestafrika durch allzu schneidiges Lor gtjen einer Anzahl Offiziere erlitten hatte, ist noch imn~:a: mcht ausgewetzt. Vorderhand konnte Gouverneur LeutlMiir nur melden, daß der Unglücksort Owikokorero >ou i den! Hereros geräumt und dafür von den Deutschen efet'lfl feu Es gehört sicher keine große Prophetengabe dazuj'^, um die Behauptung aufzustellen, daß es noch ge- caurii« W dauern wird, ehe es gelingen wird, die auf- if'i W ereros, die sich so widerspenstig gezeigt haben, uie ^Mpstsche Kultur anzunehmen, zur Ruhe zu bringen, ckm i"7. i>. DL wird eine weitere Llnzahl von Jntendantur- ..nd illiisLiiuahnbeamten nach Südwestafrika entsandt werden. Sühn int) so in dem verlorenen Winkel des dunklen Lrot Bll 'ööeiße und Schwarze blutige Kämpfe miteinander Kus Sluü miO Kaui». G i c ß c n , 5. April 1904. LU. Promotionen. Im ..Honat März 1904 wurden an der Landes - Univesti'.^ promoviert: Zum Dr. med.: Ludwig Hachenberg, approbierter Arzt auS Eilpe, Wilhelm Kurz, approbierter Arzt aus Echzell, Heinrich Zo epp ritz, approbierter Arzt aus Gießen. Zum Dr. med. vet.: Gottsried Albert, approbierter Tierarzt jubiläum wurde erneuert daS Diplom als Doktor der Medizin dem Medizinalrat Dr. Friedrich Salzer in Worms, das Diplom als Doktor der Rechte dem Großh. heff. außerordentl. Gesandten und bevollmächtigten Minister am Kgl. preuß. Hofe, Bevollmächtigter zum Bundesrat, Wirkt. Geheimrat Dr. v. Neidthardt, Exz., in Berlin. ** Personalnachrickiten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Generalleutnant Frhrn. v. Gall, Kommandeur der Großh. Hess. (25.) Tivision, das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Turch Entschließung des DiiiiiftenumS des Innern sind die Lehramtsakzessisten Ml- helm Angelberger in Tarmstadt, Wilhelm Becker in Ofsenbach, Otto Diehl in Michelstadt, Karl Herbert in Worms, Otto Kammer in Alsfeld, Wilhelm Kolb in Nidda, Karl Schmidt in Mainz, Kaspar Schmidt in Worms und Dr. Johann Schwarz in Dieburg zu Lehr- amtsassessoren ernannt worden. — Tas Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung S. K. H. des Großherzogs dem Diitgliebe der freiwilligen Feuerwehr zu Offenbach städt. Branddirektor und Kreisfeuerwehrinspektor Johann Joses Karl Müller. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Oberförster Der Oberförsterei König, Wilhelm Hoffmann, dem Oberförster der Oberförsterei Kranichstein, Walter Frhrn. van der Hoop zu Darmstadt und dem Oberförster der Oberförsterei Hoch-Weisel, Karl Schlotterer zu Butzbach, den Eharakter als „Forstmeister" erteilt. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben zum 1. April dem Vorstand der Kal- lulatur der Brandversicherungskammer Rechnungsrat August £ a a g in Tarmstadt die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Ernannt wurde am 28. Mürz d. I. der Schreibgehilse Karl Lohr in Langen zum Registrator bei dem Amtsgericht Langen. Am 29. Mürz wurde der Steueraufseheraspirant Richard Falter aus Unterschönmattenwag mit Wirkung vom 1. April 1904 zum Steueraufseher ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurde Der Bahnwärter in der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemernschaft Lorenz Kissel zu Bretzenheim mit Wirkung vom 1. April 1904 an. ** Die an Gymnasien usw. angestellten Eiern ent ar lehr er richten an die zweite Kammer die Bitte: „Sgofye Kammer wolle geneigtes! dahin wirken, daß den an den Staatsanstalten in der Eigenschaft als Volksschullehrer angeftelften Lehrern in Bezug auf Pensionierung und Hinterbliebenenverforgung die Rechte Der Zivilbeamten verliehen werden und daß deshalb 1. in Artikel 21 des Gesetzentwurfs über die Dienstverhältnisse. der Staatsoeamten die Bestimmung unter Zisser 6 gestrichen, 2. der Artikel 66 des Gesetzes über das Volksschulwesen vom 16. Juni 1874 aufgehoben oder entsprechend geändert werde, und 3. in Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1900, die Witwen- und Waisenkasse der Volksschullehrer betreffend, die auf dre Lehrer an Staatsanstalten bezüglichen Worte gestrichen werden." *• Folgender Antrag der Abgg. Hirschei unb Köhler-Langsdorf, betreffend, die Erbauung zweier Eisenbahnlinien, ausgehend von einer am Univ er sitäts- Forstgarten-Gießen an der Eifenbahnstrecke Gießen- Gelnhausen einzurichtenden Zentral-Station einerseits nach Bad-Nauheim, anderseits nach Laub ach, wurde uns mitgeteilt: Unter Abänderung eines Antrags des Adg. Köhler, die Erbauung einer Eifenbahnstrecke von Oder»Hörgern nach Station G a r b e n t e i ch betreffend, beantragen wir, die verehrliche II. Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen: I. a. wegen Erbauung einer. Eisenbahnstrecke, ausgehend von Station Bad-Nauheim an der Main-Weser-Bahn über Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg, Griedel, weiter unter Benutzung der Strecke Butzl'ach—Lich, nach Ober- Hörgern, sodann über Eberstadt, Holzbeim, Grüningen und Watzenborn-Steinberg nach einer zwischen dem Großh. Universitätsforstgarten im Gießener Wald und der Gailschen Thonwaren-Fabrik an der Eisenbahnstrecke Gießeil—Gelnhausen einzurichtenden Zentral-Station, b. wegen Erbauung einer Eisenbahnstrecke von diesem Zentral-Punkte aus über Hausen, Steinbach, Albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Harbach bei Ettingshausen oder Queckborn, die projektierte Linie Lich—Grünberg durchkreuzend über Wetterfeld—Lauter nach Laubach mit den beteiligten Gemeinden, Gemarkungsinhabern und Privaten alsbald in Verhandlungen einzutreten; II. Nach erlangter Uebereinfunft zwischen den beteiligten Gemeinden, Privaten rc. und irgend einer leistungsfähigen Bau- unb Betriebsgesellschaft einen Staatszuschuß von 25 000 Mk. per 1 Kilometer dem Unternehmer zu gewähren. ** Zum Kongreß für experimentelle Psy- cho logie wurde von der Kgl. Eisenbaundiriklion in entgegenkommender Weise ein Zimmer vv.; < ron at§ Emp- sangsbureau zur Verfügung gestellt, jnt Verlage der Rickerschen Buchhandlung erscheint zum Kongreß eine kleine Schrist mit Programm, Verzeichnis der Vorträge, Teil- nehtnerliste sowie einem Führer durch die Stadt und Universitätskalender. ** Vom Museum. Es ist augenscheinlich, daß daS Interesse an dem Museum des Oberhessischen Gcschichts- vereins in immer weitere Kreise der Bevölkerung bringt. Der Zuwachs in den ersten Monaten dieses Jahres ist an Stückzahl in früheren Jahren noch niemals übertroffen worden. Zahlreiche neue Ausstellungsschränke, die eine bessere Gruppierung der ausgestellten Gegenstände ermöglichen und gestatten, daß diese freier und damit anschaulicher zu Gesicht gebracht werden können, haben der Sammlung seit kurzem ein ganz anderes Gepräge gegeben und ihre Gediegenbeit erst IUI- ( J j jet_ ta Her, 3054 oiort ;e 13. ien 3203 l26. einer neuen Anz." finden Zeit anzupassen. Friedberg, 4. April. Im „Oberhess. Interesse des e s s o r und Kaisers, dem achten Sohne des Bauerngutsbesitzers Schröter in Hart au bei Sprottau in Schlesien, ließ der Monarch bei dessen jetzt erfolgter Konfirmation durch den Ortsgeistlichen eine prachtvolle Bibel überreichen. Diese trägt auf dem Titelblatt folgende eigenhändige Widmung des Kaisers: „Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Wilhelm I. R." • Nürnberg, 2. April. Der Mörder der 23 jährigen Kellnerin und ihres halbjährigen Knaben ist der 22 jährige Rechtskandidat Freiherr von Wapper, Vizewachtmeister der Reserve eines süddeutschen Artillerie - Regiments. Der Mörder, wird infolge der Verletzung, die er sich durch einen Schuß zugefügt, wahrscheinlich das Augenlicht verlieren. ♦ London, 4. April. Nach einem Lloydtelegramm aus Montevideo wütete dort ein heftiger Sturm. Ter Materialschaden ist erheblich. Im Hafen sind zwei Schiffe gesunken. * Palermo, 4. April'. Tie fünf Briganten, welche den Wiener Professor Hofrat Tr. Fuchs überfallen und beraubt hatten, wurden verhaftet. * Wien, 2. April. Während hier die Temperatur weiter steigt, wird aus Auffee heftiger Schneefall gemeldet. In Lemberg und ganz Galizien traten heute empfindliche Kälte und starker Schneefall ein. * Wien, 2. April. Wie aus der Umgebung der Prinzessin Luise von Ko bürg gemeldet wird, machte der ehemalige Oberleutnant Matavich den Versuch, die Prinzessin aus der Heilanstalt bei Dresden zu befreien. Matavich kam mit zwei Herren zu einem Restaurateur, den er um Unterstützung bei der Befreiung bat. Hierdurch wurde der Plan der Polizei bekannt und vereitelt. * Borislaw, 4. April. Das bohrtechnische Institut der Firma Seidenstein und Sikorski istniedergebrannt. Ter Schaden ist sehr bedeutend. ' Petersburg, 2. April. Eine riesige Feuersbrunst ist in dem hiesigen Marien-Kaufhause ausgebrochen und hat einen vierstöckigen Flügel total eingeäschert. Der Schaden beträgt ungefähr eine Million Rubel. Bei dem Brande büßten zwei Personen ihr Leben ein. Beide stürzten sich aus dem 4. Stock herab und waren sofort tot. Mehrere andere Angestellte trugen lebensgefährliche Brandwunden davon. 20 Personen wurden durch die Feuerwehr von den Dächern gerettet. * Newport, 2. April. Aus dem nordwestlichen und nördlichen Ohio werden große Neberschwemmungen gemeldet. Viele Menschen sind umgekommen. Obgleich alle Arbeitsfähigen an den Tämmen des großen Sammelbeckens arbeiten, der größten künstlichen Wasseranlage in der Welt, ist doch bereits ein 30 Fuß breiter Riß entstanden, und man fürchtet, daß die ganze Einschließung fortgcrissen werden könnte. Warnungen sind ergangen und man macht alle Anstrengungen, um weiteren Verlusten von Menschenleben vorzubeugen. Starker Wind vermehrt die Gefahr der Ueberflutung. Tas Sammelbecken bedeckt einen Flächenraum von 30 600 Morgen. Tie Dämme sind 10 bis 25 Fuß hoch. Tas Sammelbecken ist auf der Wasserscheide zwischen dem Ohio und den Seen angelegt und speist bie wir folgende? Inserat: Oeffentlicher Tank. Gezwungen, „im Dienstes" mein Doppelamt als Pros . . Pfarrer h i e r s e l b st niederz ulegen und darum Friedberg und das Großberzogtum Hessen zu verlassen, habe ich in den letzten Monaten Hierselbst so vielseitige Teilnahme und unverdiente Anerkennung gesunden, daß es mir bei meinem nunmehrigen Abschied nur cuif diesem Wege möglich ist, dasür meinen herzlichsten Dank auszusprechen. — Friedberg wird mir unvergeßlich bleiben. Möge auch Friedberg nie vergessen, daß es eine Luther- Stadt ist, von der einst die heute noch gültige und nötige Losung ausging : , Gottes Wort soll obschweben 1* Friedberg, den 31. März 1904. Prof. Schöler, Pfarrer z. Z. i. P. Kleine Mitteilungen aus Hessen u n d d c n Nachbarstaaten. In Wetzlar schied am 1. April der Dechant und Ehrendomherr Kölscher aus dem geistlichen Amte aus. Der frühere dortige Eisenbabnstationsvorstcher Padberg beging am 2. April seinen 80. Geburtstag. — In Frankfurt hat eine Firma einige Automobiler o s ch k e n in Dienst gestellt. — Wie verlautet, beabsichtigt die Stadt Mainz, das in den 30er Jahren errichtete Theater nach der Ludwigstraße hin mit einem monumentalen Erweiterungsba u zu versehen. Die durch den Umbau entstehenden Aufwendungen sollen durch eine Theater - D i t l e t st e u e r verzinst und amortisiert werden. — Am 1. April starb nach längerem Leiden der Lehrer Ruppcl zu Düdelsheim bei Büdingen, langjähriges Vorstandsmitglied des Larrdes-Lehrervereins, der Ludwigs- und Mcestiftnng, des Vereins Lehrerheim Vogelsberg, Schriftleiter des Schnlboten für Hessen. Die Beerdigung fand gestern, am 2. Ostertag, nachmittags 3 Uhr, zu Düdelsheim, statt. — In Laubach versammelte ich dieser Tage das Lehrerkollegium des Ghmnasiums im „Schützenhof", um eine Abschiedsfeier für Professor Dr. Röschen, der bekanntlich an das Realgymnasium zu Gießen versetzt worden ist, zu veranstalten. Der Dienstälteste, Professor Dr. Wetzell, hielt die Mschiedsrede. Prof. Tr. Röschen dankte. Eine größere allgemeine Feier steht noch, bevor. — In Ober-Mörlen sprach am 1. April im Wohnhause des Lumpenhändlers Voller Feuer aus, welches jedoch beim Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht war. Jahres 1811 ihrem Wesen nach in Geltung zu erhalten, sie jedoch im einzelnen den Bedürfnissen Vermischtes. ' Köln, 2. April. Ein Dienstmädchen, das Mutter geworden war, schnitt seinein Kinde gleich nach der Geburt Kopf und Arme vollständig ab und warf die Leiche dann in ein TaubenhauSchen. Der Schädel des Kindes war von hinten eingeschlagen. Das Mädchen begab ich nach der Tat selbst zur Provinzial-Hebammenanstalt, wo man sofort das Verbrechen entdeckte. * Gelsenkirchen, 2. April. Die Verhaftung des Direktors Winkelm ann von der Deutschen Krankenversicherungskasse erfolgte wegen bedeutender Unterschlagungen. Der Fortbestand der Kaste ist un- icher, sämtliche Bücher sind beschlagnahmt. * Berlin, 2. April. Das erste Frühjahrsgewitter in diesem Jahre ist heute mittag über Berlin und Umgebung niedergegangen. • Berlin, 2. April. Einem Patenkind des recht gezeigt. Die alten Räume sind in der Tat kaum wieder zu erkennen. Vorgeschichtliche Funde in Villingen, Langsdorf und Klein-Linden haben u. a. die keramischen Sammlungen neuerdings bereichert. In Annerod wurden kürzlich auf kleinem Raum eine große Anzahl meist deformierter Gefäße und zahlreiche Reste aufgedeckt und für das Museum gewonnen. Der Bczirks- Denkmalspsteger Hauptmann Kramer besiimmte sie als spätkarolingischen Ursprungs und ist der Ansicht, daß es sich um die Auffindung eines HäfnerofenS handelt. Eine Sammlung von Schlössern und Beschlägen ist in Friedberg erworben worden. Besonderer Wert wird auch auf die Vorführung von Kunstblättern, Drucken und Handschriften gelegt, die neu geordnet und in angemestenen Zeiträumen ausgcwcchselt, den Besuchern des Museums unausgesetzt Neues und Interessantes bieten. Gut entwickelt hat sich auch die Porträtsammlung der Gießener- Pro f ess o re n, die bis auf den Beginn unserer Hochschule zurückführt. Durch die Munifizenz eines hiesigen Herrn werden sie, sobald die neuen Räume im alten Schloß bezogen werden können, in Nahmen gefaßt, eine ansehnliche Gallerie bilden. Eine Sammlung hessischer Volkstrachten wächst erfreulich an; c8 ist sehr zu begrüßen, daß sich in dem Museum eine Sammelstelle gebildet^hat, die diese immer mehr verschwindenden Zeugen alten hessischen Volkslebens der Nachwelt überliefert. Leider sind Männertrachten heute schon nicht mehr aufzutreiben, sofern es nicht gelingt, solche noch in den Truhen alter Familien zu entdecken. Eine Mitwirkung des Publikums in diesem Punkte wäre besonders verdienstvoll. Wie wir hören, wird die Fertigstellung des alten Schlosses bis zum Herbst ermöglicht werden, so daß der Umzug der Sammlungen zu Beginn des nächsten Frühlings zu erwarten steht. ♦* Die Beerdigu n g des Stadt v. Hanau fand am 2. Osterfeiertag vorm. 1/212 Uhr auf dem Friedhöfe der israelitischen Religionsgemeinde statt. Ein zahlreiches Drauergefolge, darunter fast vollzählig die Mitglieder der Stadtv.-Versammlung, hatten sich an der Kapelle eingefunden. Am Grabe hielt Rabbiner Dr. Sander dte Trauerrede. Oberbürgermeister M e e u m legte unter Hinweis auf die Verdienste, die Herr Hanau sich durch seine Tätigkeit in der Stadtverordneten-Versammlung, in den Kommissionen, in der Ortskrankenkasse und anderen Einrichtungen der Stadt erworben habe, namens der Stadt und der Stadtverordneten-Versammlung zwei Kränze am Grabe nieder. ** UmdieOsterfeiertage menschenwürdig zu verbringen, war es vonnöten, zu Hause die Oefen mit glühenden Kohlen vollzupfropfen, auf der Straße oder in dem Eisenbahnen aber einen dicken Winterpaletot anzuziehen. Einen möglichst umfangreichen Regenschirm konnte niemand, der sich hinauswagte, entbehren. Nur wer einige Phantasie besitzt, vermochte sich, wenn er mit roter Nase und blauen Fingern vor einem knospenden Baum oder grünenden Strauche stand, einzubilden, daß er sich! im Frühling befinde und das gwße Erwachen der Natur festlich begehe. Am Ostersonntag schien doch wenigstens noch zeitweise die Sonne, war der Aufenthalt int Freien leidlich erträglich. Am Montag aber ließ sich nicht nur unharmonisch ein starker Nordwest in der wild brausenden Lenzsymphonie vernehmen, sondern man hatte noch dazu mitunter die zweifelhafte Annehmlichkeit eines überbeftigen Regenschauers. Woher diese inkommentmäßige, nach den vielen schönen Vorfrühlingstagen gänzlich deplazierte Witterung kommt? Wahrschetn- ltch dringen auch in diesem Jähre, wie in den meisten seiner Vorgänger, Eisberge aus dem Polargebiet besonders weit nach Süden vor. Dieser Besuch ungefüger Kälte- reservoire wäre gewiß nicht angenehm und würde auch für die nächsten Wochen nichts Gutes weissagen. Aber wenn, wie es in den letzten Jähren andauernd der Fall war, neugierige Forscher aus aller Herren Ländern die arktischen Gegenden durchkreuzt haben, so dürfen wir! luäs eigentlich über den Gegenbesuch, den wir nun von dort erhalten, nicht so sehr erregen. Wir nrüssen im Gegenteil zufrieden sein, wenn die Eisbären nicht auf den Einfall kommen, einen Massenausflug nach dem Vogelsberg oder der Wetterau zu machen, oder die Walrosse einen Einbruch in die Wieseck versuchen. — Doch wir können uns zu der Witterung noch im Verhältnis zum Nordosten Deutschlands gratulieren. Tort hat, nach neuesten Privatnachrichten, der Muter mit Eis und Schnee wieder seinen Einzug gehalten. Kanäle nach beiden Seiten. Eine Anzahl von Städten keine Kraft für ihre Wasserwerke, ihre Beleucbwna für den Betrieb der elektrischen Trambahnen. Viele briken mußten die Arbeit einstellcn. Tie Schienenwege & streckenweise unter Wasser, besonders int nördlichen tht des Staates Jndiania. Tie Kohlenbergwerke sind dur^ das Wasser beschädigt, die Brücken durch die Fluten gerissen worden. Der östliche Teil der Stadt Marion liecn in Trümmern. Der bisher angerichtete Schoden wird qSh zwei Millionen Dollars geschätzt. * Vergi ftung durcb die Kätzchen der Weide Durch den Genuß der jungen Ausschüsse (Kätzchen dc- Meiden hat sich das siebenjährige Töchterchen des Schlachter meisters L. Rosenthal in Barenburg eine Vergiftung gezogen, an deren Folgen es gestorben ist. * Ein Ehedrama. In Münden erschoß der Herbergsvater der Herberge zur Heimat Wenzel im Streu seine Ehefrau und dann sich selbst. * Dr. Siegfried Genth e, der Korrespondent ber „Köln. Ztg." in Marokko, ist in der Umgegend von ermordet morden. Am 8. März hatte Dr. Genthe, Q[$ feine Koffer schon gepackt waren und er entschloßen war, ar nächsten Tage zur Küste abzureiscn, einen seiner gewoh'nier Ritte in die Umgegend von Fes unternommen. Seitdrir ist Dr. Genthe verschwunden, und alle Nachforschungen bei Sultan?, der ihn persönlich kannte und schätzte und fofcr >urch Berittene und Fußtruppen die ganze Umgebung ab. uchen ließ, sind ohne Erfolg geblieben. Es meldeten iirf ** Eine Organisation der Forstverw alt- nng. Der zweiten Kammer hat die Großh. Regierung den Entwurf eines Gesetzes, die Forstverwaltung des Großherzogtums Hessen betreffend, Aur Beratung und Beschlußfassung noch kurz vor Ostern vorgelegt. Seit dem Erlaß der unter dem Namen „organische Forstordnung" bezeichneten Verordnung von 1811 haben die staatlichen Einrichtungen natürlich so zahlreiche und einschneidende Aenderungen erfahren, daß es nicht länger zu vermeiden ist, einer zeitgemäßen Umgestaltung dieser Verordnung näher zu treten. Die Regierung erfüllt durch diese Vorlage auch eme in der Thronrede bei Eröffnung des gegenwärtigen Landtags erteilte Zusage. Es handelt sich nickst um die Aufstellung neuer Grunosätze für die Festorganisation des Großherzogtums. Im Gegenteil, die bewährten Grundsätze, die in der allgemein für die damalige Zeit als vortrefflich anerkannten Verordnung vom 16. Januar 1811 über die Einteilung des Staatsgebiets in forstlicher Hinsicht, über die Bewirtschaftung der Gemcindewaldungen und über die Amtspflichten der Forstbeamten ausgesprochen wurden, sind int großen und ganzen heute noch zutreffend. Sie dürfen bezeichnet werden als der Niederschlag einer sich über mehrere Jahrhunderte erstreckenden Erfahrung über die Einrichtungen, die zu einer gedeihlichen Entwicklung der hessischen Forstwirtschaft dienlich und notwendig sind. Daß jene Verordnung von 1811, entgegen der damaligen Zeitströmung, an dem Grundsatz der staatlichen Beförsterttng der Kommunalwaldungen streng festhielt, muß als ein besonderes Verdienst jenes ausgezeichneten Gesetzgebungswcrks hervorgehoben werden. Wi die Ueberschrift andeutet, will die Vorlage ein Gese für die Forstverwaltung des Großherzogtums sein. Der erste Abschnitt betrifft die Einteilung des Staatsgebiets in forstlicher Hinsicht, während Msckmitt 2 handelt von den Forstbeamten, ihrer Ernennung. Versetzung und Entlassung. Die Amtspflichten und Amtsbesugnisse der Forstbeamten bilden den Gegenstand des 3. Abschnittes. In Abschnitt 4 sind die Bestimmungen über Stellung unter Forstschutz, über das Waldkataster und die Freigabe vom Waldvcrband zusammengestellt. Ein^ fünfter Abschnitt vereinigt unter der Bezeichnuitg „S'.htu i nmungen" einige .Sonderbestimmungcn und Uebergangsvorschriften. Der Entwurf verfolgt die Absicht, die Forstorganr.atton des jedoch schließlich zwei Marokkaner, die behaupteten, sie am 17. März ettva 60 Kilometer unterhalb Feg in b? Gegend von Habassi, wo eine Fähre über den Sebu gebt" int Fluß die Leiche eines Christen gefunden, die zwei wunden aufgewiesen habe. Die deutsche Regierung hot ben Konsulatsbeamten Dr. Dassel, nach Fes gesandt, um narb- drücklich zu verlangen, daß alle Maßnahmen getroffen werben, damit die Schuldigen ihre Strafe trifft. Dr. Vaffel ist om 19. März aus Casablanca abgercist. Dr. Genthe war 1876 geboren. Er war der Sohn eines Gymnasialdirektors in Hamburg; einer seiner Brüder hat ebenfalls in Afrika einen Tod gefunden; er wurde von einem Elephanten zertreten. Siegfried Genthe hatte Geographie und Geologe tudiert und in Marburg den Doktorhut erworben. Schon den jugen Studenten trieb die Reiselust und der Tatendrang in die Welt hinaus; er folgte der Einladung eines gleich, altrigen Maharadscha, den er in Deutschland kennen gelernt hatte, nach Indien und lebte an deffen Hof ein Jahr sing am Fllße des Himalaya. Nachdem er seine Studien deenbei hatte, trat er 1898 tn die Dienste der „Köln. Ztg.', war mehrere Jahre deren Vertreter in Washington, machte in ihrem Auftrage eine Reise nach Samoa, begleitete daö deutsche Expeditionskorps in China, durchstreifte Korea und kehck durch die Mandschurei nach Rußland zurück. Im vorigen Jahre, als der Aufstand des Bu Hamara die Blicke ber Welt auf die Nordwestecke Aftikas lenkte, machte er 'ich zu der Expedition nach Marocco auf. * Vom Zeitungsgründen. Durch die leikhtiertiqe Begründung einer Zeitung ist anscheinend der Buchbinbcr. ineister Ehlert zu Storkow in den Tod getrieben worben. In Storkow, das noch nicht 3000 Einwohner hat, gibt feit einigen Jahren der Buchdruckereibesitzer Kruse btn .Sofal- anzeiger für Storkow und Umgegend" dreimal^ wöchentlich heraus. Kruse hatte kürzlich einige Leute bet itabr cmoe- griffen und sich dadurch deren Unzufriedenheit zugegen, rie wollten ihm nun eine Konkurrenz schaffen und Überresten den Buchbindermeister Ehlert, der bis dahin in guten Ber- hältnissen lebte, vor einigen Wochen, eine „Storkower Zu.' herauSzugeben. Dieser ging darauf ein, schaffte ftch Dtaichmen und Schriften an, verwendete viel Geld für eine Agitation, um sein Blatt einzuführen, und erzielte trotzdem keinen folg, denn als vor etwa drei Wochen die erste.Numma erschien, hatte er kaum 30 Abonnenten. Ehlert ho.! sich durch die Ratschläge seiner guten Freunde ruiniert, irr ist nun in seiner Verzweiflung nach Berlin gereist und '• I von dort seiner Frau seine Wertsachen sowie noch 25 l'a Geld mit einem Briefe, in dem er mitteilt, er wolle sich Leben nehmen, zugesandt. Seine Leiche nhirbc nbet n nicht gefunden. __ ' Auszug sus deu Stlmdessmtsreglsteru der W* Aufgebote. m Am 24. März. Hermann Friedrich Wilhelm Voß, - steiler in Großen-Buseck mit Maria Müller m _ 28. März. Auqust Adolph, Soldat dahier nutt Helen Heuchelheim. Am 29. März. Dr. Otto Ado^t Eduard -JA Koch, Chemiker in Offenbach mit Anna Marie CHar _ dahier. — Heinrich Friedrich Neu, Buchdruckerel.owu . bach a. M. mit Anna Sophie Kreie dahier. Am 30. JJ J Ernst Bischoff, Schlaffer dahier mit Kathanne Gmapem - mann in Haina. Am 31. März. Wilhelm, Fuhrmann dahier mit Emma Krehbast hierselbst. Eheschlietzungeu. hnbie, Am 26. März. Wilhelm Jakob Post, Sergeant Marie Louise Röhring in Weißenfels. Am 29. - 1 ' m Müller, Zahlmeister-Aspirant dahier mit Karolme p gera(a6 selbst. Am 30. März. Reinhold Gustav Johannes «tuvs, dahier mit Katharina Schmitt in Günterod. Geborene. . rinefcri1-1 Am 21. März. Dem Schneider Ludwig Hormanne- ^r, Berta. — Dem Taqlöhner Philipp Spuck ^ne'lod)^ Anna. Am 23. März. Dem Glaser Theodor Schästr e Elsa Anna. Am 24. März. Dem Schloffer Juuu- L Sohn. Lothar Arthur Julius. - Dm> Stt.ram eine Tochter. Am 27. MärZ. Dem Schnei der -lua ßeinfl j । Tochter, Frieda. - Dem . Weller ein Sohn, Hemrtch. — Dem Metzger no .. . I Wenzel eine Tochter, Ottilie Gma ' $ein flo^' Bierbrauer Gabriel Jakobi ein Sohn. Am 2! .. - s^kla ' mann Wilhelm Dürbeck eine Tochter, Ilka Frar z Johanna. Gestorbene. . 7 ->ahre » Am 26. März. Georg Ludwig Meckenbachs ^icr Sohn des Schuhmachermeisters tfcxtiroa) -Uc ne 27. März. Heinrich Schiescrstein, 20Tage- cüt ^”arbMr W Johannes Schieferstein dahier. Am 28.3- .^?'S^jfyetzers eizeorq Strohwig, 6 Monate alt, Soh'^i d ^.^b Bruck, 36 Strohwiq dahier. Am 29. März. Mar'e^B-ll-k, Am SL-^A alt, Ehefrau des Taglöhncrs Christoph Bellol bau Tag Katharine Steinmüller, 9 Jahre alt, @dbel, 9 : dah,-r._______ ! Pickels, Mitesser, KJ-JSL-E : kN inen 5,33 fm, 14,51 „ 0,35 , 0,88 „ 16,11 „ rm w Funktionen des Feuer- Beamten unseres Hoch- cbm Inhalt für Wagner zu 12,6 18 Eichen-Stämme Bauholz Fichten-Derbstangen Grünbergerstraße 5. hex. Emü Fischbach Grubenholz Bauholz 15,91 13,35 10,63 2,05 21,98 7 1 26 74 1 16 209 4 12 4 des Gesetzes über die Besoldungen der Gendarmen Polizeikosten betr., enthaltenen Bestimmungen ent» werden ersucht, sich bis zum 1. Mai 1904 unter der erforderlichen Nachweise bei uns zu melden. Schutzmann-Stellen sind Militäranwäctcrn voran der 3154 siihnung und die Sechen, Äoülage Die bthclten. 3 D 111 2d 83)1 17 55 Fichten^ liefern« „ , Bauholz Buchen-Stamm Schnittholz Fichten-Stämme Bauholz Fichten-Derbstangen 2,67 0,73 9,22 14,54 A. Bau- und Werkholz. Eichen-Stamm Schnittholz nut 0,64 1 16. 501 66' 4 158. A. Bau- und Wertholz. 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April 1904 von vormittags 10 Hör am aus den Distrikten Buchwald, Heege, Fortbachsccke, Uli Unncr, Todenberg und Hainbuch: Holzverfteigerung. .In den Mitgebrauchswaldungen der Gemeinde Treis a.Lda. treiben versteigert: I. Donnerstag den 7. April 1904 von vormittags 10 Blbr an aus den Distrikten Aspenstrauch und Neuer-Wald: Bekanntmachung. Wir bringen zur Kenntnis, daß mit Genehmigung Großh. 1 -isamts dahier, bis aus Weiteres, die Funktionen des Feuer- ^!'U:ators in der Stadt Gießen durch die Beamten unseres Hoch- Holzverfteigerung der Stadt Gietzeu. Routag, 11. April 1904, vormittags 10 Uhr, beginnend, w l in den Distrikten Lichtenciche, Sandberg uud Ncuhege ö6ie Dienste bet M ertreter in Washins ie nach Samoa, bcglnD ima, durchstreiste fiort: mch Rußland jurüd. ' b beS Bu Samara ' de Afrikas lento, mch irocco auf. »gründen. Luch bie ng ist ani&mtnb btt foro in den lob ^t nicht 3000 Bim* ibrucfereibtfigtr & nb Umgegend' b' ^lid) einige Leute deren Unzusriedeii slonlnmnz schass»- Ffblert, der bis beigen Wochen, eim. ging daraus ein, stzü- endete viel Geld e rtn, und erzielte W na drei Wochen'' m 30 Abonner^ (e seiner guten oeiflung nach < eine Wertsachen P-- m er *•*„ 1M. Seine Sei?- Eichen-Derbstangen , Fichten-Derbstmlgen , rm Eichen-Knüppelholz, „ Nadel-Knüppelholz, , Eichen-Stockholz, 12,5 „ Nadel-Stockholz, 470 Wellen Eichen-Reisig, 780 u Nadel-Reisig. Zb.i Zusammenkunft ist auf der UkLnsiise. Die Gehaltsbezüge sind wie folgt geregelt: 1. für den Polizeikommissär beträgt der Anfangsgehalt 2000 Mk., welcher alljährlich um 60 Mk. steigt, bis der 3200 Mk. betragende Endgehalt erreicht ist, und 2. für die Schutzmänner beträgt der Anfangsgehalt 1100 Mk. und der Endgehalt 1700 Mk.; der letztere wird durch alljährliche St«: gerungen in Höhe von 30 Mk. erreicht. Der unwiderruflichen Anstellung der Schutzmänner geht eine ^jährige Probezeit voraus. Zur Erteilung jeder gewünschten Auskunft sind wir gein1 bereit. Liensheim, den 17. März 1904. 2715 Großherzogliche Bürgermeisterei BenShei.n. Dr. Frenay. B. Brennholz. 5 6. wBuchen-, 49 rm Eichen, 1 rm Aspen-, 22 rm Nadel-Scheiter 31 I r 48 ■ w 3 r i 56 „ y Knüppel 51 ’ • 215 , , 2 , , 139 , „ Zopfreis 11 . , 0,5 „ v 1 v , 0,5 „ „ Stöcke Zjusammenkunst ist am ersten Tage am Eingang zum Esr-uchumpf an der neuen Chaussee, am zweiten Tage im SW:- Buchwald an der Straße nach Mainzlar. Treis n. Lda., den 2. April 1904. 3145 Großherzogliche Bürgermeisterei Treis a. Lda. Benner. seit 1601 medizinisch bekannte alkal. Quelle ersten Ranges. Ausgezeichnet durch Wohlgeschmack und Haltbarkeit. Vorzügliches Heilmittel gegen Erkrankungen der Atmuugsorgane, des Magens, der Harnorgune, Gicht und Biabetis. Den Rekonvaleszenten von Influenza ärztlicherseits ganz besonders empfohlen. 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Mts. veröffentlichten Prospekts, der bei uns ausliegt, sind Mk. 4,000,000.— Aktien der Deutschen Bierbrauerei Aktiengesellschaft zum Handel und zur Notiz an der Berliner Börse zugelassen worden und werden von uns in’ den Verkehr gebracht. Die Zulassung an der Dresdner Börse wird beantragt werden. Wir legen von obigen Aktien den Teilbetrag von Unter den nachstehenden Bedingungen zur Zeichnung auf: 1. Die Zeichnung erfolgt am Sonnabend den E. Apr'd dL in Berlin bei der Bank für Handel und Industrie, » » , „ Nationalbank für Deutschland, w e „ dem Bankhause Hardy L Co., G. m. b. H., „ Breslau bei der Breslauer Disconto-Bank, „ Dresden bei dem Bankhause Gebr. Arnhold, „ Frankfurt a. M. bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie, „ Leipzig bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse, „ „ „ dem Bankhause Erttel, Freyberg L Co., ” „ >, „ „ H. C. Plaut, Berlin/Dresden, im April 1904. Bank für Handel und Industrie. Gebr. Arnhold. in Giessen bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Giessen, während der üblichen Geschäftsstunden auf Grund eines bei den Stellen erhältlichen Anmeldeformulars. 2. Der Zeichnungspreis beträgt 148% zuzüglich 4% laufender Stückzinsen vom 1. Oktober v. J. ab und Schlussnotenstempel. 3. Bei der Zeichnung ist eine Kaution von 5% des gezeichneten Betrages in bar oder in solchen Effekten zu hinterlegen, welche von der betreffenden Stelle als zulässig erachtet werden. 4. Die Zuteilung erfolgt nach dem Ermessen der einzelnen Zeichenstellen unter baldtunlichster Benachrichtigung an die Zeichner. 5. Die Abnahme der zugeteilten Stücke hat in der Zeit vom 15. April bis 25. April a. c. gegen Zahlung des Preises (2) zu erfolgen. 3172 Nationalbank für Deutschland. Hardy & Co. G. m. b. H. Mk. 2,500,000 j. 2791 H. Nicklaus, MWchc 15 I. Stürmer Langstrasse 107 2657 und alle bekannten Los-Verkaufsstellen. PterdeschonereMÄung geben. 3018 DaS von mir geführte MW! 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