Nr. 360 Erstes Blatt. L54. Jahrgang Freitag 4. November 1004 . 1 k ■ ■ fi Giehener Pf^ otertel* 2.20; durch General-Anzeiger dir Poft Mt. jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« iüi bie Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ßeUenpretS: Lokal 12 Pt«, auswärts 20 Pfg. verantwortlich für den poltt und allgern. Teil : P. Wittko: für »Stadt und Land^ und .Gerichtes aal*: August Goetz, für den Anzeigenteil HanS Beck. veL«gspretAr monatlich??» Pf^ viert jährlich Mk. Abhole- ll Zweigstellen monalhrf>65 Bf.: durch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger «erden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche bergelegt. Rotor msdruek u. Verlag der Brühl 'scheu Nniverl^'Vuch-u. Gtein- brurferti. R. Bange, •iä™ Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Hernsprochawchluß Rr 51 Ate tzeAtigr Kummer umfaßt 10 Seiten London, 3. Nov. Das' Neutersche Bureau meldet aus Tschisn: Aus Dalny dort eingetroffene Japaner verbreiteten das von den Japanern selbst hezwei- feite Gerücht von der am 13. Oktober erfolgten Einnahme von Erlungsharr, Shunshushan und einem Fort zwischen Evlungshan mib der Eisenbahn und von Ostseekwanshan. NoÜtische Tagesschau. Diäten in Sicht. R. Berlin, 3. Nov. Die agrarische „Dtfch. Tagesztg." erhält mitunter aus Re- Kierungstreisen Jnformattcnen, die freilich gewöhnlich andere Angelegenheiten betreffen, als wirtschaftspolitische, die bekanntlich das Spezialgebiet jenes Blattes bilden. So wußte es dieser Tage zu melden, daß die Tiätenforderung der Reichstagsabgeordneten bei den nächsten Neuwahlen erfüllt werden wird, da der jetzige Reichstag unter der Voraussetzung der Tiätenlosigkeit gewählt worden sei. Nach den an unterrichteter Stelle von uns eingezogencn Erkundigungen hat Graf Bülow in der Tat im Privatgespräch sich dahin geäußert, daß der dem jetzigen folgende Reichstag nicht mehr über Tiätenlosigkeit zu klagen haben werde. Wie es mit dem „Korrelat" der Tiätengewährung, der Aenderung des Reichswahlrechts, bestellt sein wird, darüber freilich beobachten die Herren von der Regierung diplomatisches Schweigen. Es fällt aber schwer, anzunehmen, daß ohne besonderen Grund gerade für den nächsten Reichstag Tiäten in Aussicht genommen sein sollen. Oder rechnet die Regierung mit der Wahrscheinlichkeit einer Auflösung des gegenwärtigen Reichstags? 6. IahresaussUllunfl der AranLfvrter Künstler im Kunstverein. Man schreibt uns aus Frankfurt: Tie bildenden Künstler Frankfurts geben zum sechsten Male kn ihrer gemeinsamen Jahresausstellung im Kunstverem der Oeffnitlichkeit einen Ueberblick über ihre neueste Tätigkeit. Tie erprobte und wohlbewährte Organisation dieser VeranstMtung, welche sämtliche hiesigen Kunstkorporationen umfaßt, foat fdjon rn den Vorjahren sehr erfreuliche Resultate ermöglicht und den Aus- ftellungiUl die ungeteilten Sympathien aller Kunst freunde , verschafft. Man darf mit Recht erwarten, daß auch dre dresiahrige Ausstellung auf der gewohnten Höhe stehen wird. Dav Aus- ftellungsprogramm ist auf Grund der Erfabrung/nr friiherer Jan re im letzten Winter festgestellt worden und dre Umladungen an. m Künstler zur Beschickung ergingen im Mar. Obwohl dteJnw düngen die früherer Jahre ganz bedeutend übertrafen, wird or Zahl der zug^lasscucn Werke die früherer Jahre nur wenig uber- ftciiVit. weil die Jury strengere Anforderungen N^len mutzte. Zar Ausübung d'ö Jurorenamtes hat das Vertrauen der KunNler- se!,aft in diesem Jal)re berufen: Prof. F. Brütt, Ettore Eoso- mali, ?ludreas Egersdörfer, Robert Forell, Pros. F. Hausmann, Robert Hofsmann, Franz Krüger und Fritz Wuck-erer. " -------— ■— - . - .— - — .. . — "Für die Interessen der Jahresausstellung ist im übrigen ein Komitee tätig, welches sich unter dem Vorsitz von Geh. Re- grerungsrat Bürgermeister Tr. Varrentrapp aus einer größeren Zahl hiesiger Herren zusammensetzt, tue der heimischen Kunst ^^^Die^Kschäftsführrlng ist dem Kunstverein übertragen, dessen sänrtliche Räume zur Verfügung gestellt worden sind. Tie festliche Eröffnung findet Samstag, den 5. November um 1/212 Uhr statt. Hierzu wurde» außer den ausstellenden Kiinstlern und ihren Tanten die Spitzen der Behörden, die Mitglieder deS Ausstellungskomitees, Vertreter der Presse itnb sonstige Ehrengäste eingeladen. Tie Eröffnung für das Publikum erfolgt Samstag nachmittag. Die Dauer der Ausstellung ist bis zum 4. Dezember bemessen. * — Die Einheitlichkeit der bewegenden Kraft ist der Titel einer kurzen, aber sehr beachtenswerten Abhandlung, die Werner Moser im Novemberheft von „Nord mib Süd" (Breslau, SchleMie Verlagsanstalt v. S. Sckwttlaender) ver- öffeutliclvt hat. Mit bcm von dem Verfasse anfgcsteNten Grundgedanken, der uralt ist und bei Spinoza seinen prägnantesten Ausdruck gefunden lwt, hat sich die neueste Philosophie und Natursorschung mehrfach beschäftigt. Werner Moser nun sucht, indem er, der herkömmlichen Anlage entgegen, einen Unterschied Petersburg, 3. Nov. Laut Meldungen aus Tschifu hat Port Arthur schwere Tage durchgemacht, weil die Japaner die Nordost-Forts verzweifelt stürmten und gewisse Erfolge erlangten, indem sie einige Laufgräben nahmen. Mesen Erfolgen wird im hiesigen General- stabe indes insofern keine große Bedeutung beigemessen, als' die erstürmten Positionen von den nächstliegenden Forts bestrichen werden können. Man hält die Lage für ernst, aber nicht aussichtslos, und man meint, daß, wenn Port Arthur den gestrigen und heutigen Sturm aushält, es längere Zeit Ruhe haben wird. Paris, 3. Mw. Aus Petersburg wird gemeldet, der Zar wolle einen besonderen Port Arthur-Ordert stiften, mit dem die überlebenden Verteidiger der Festung ausgezeichnet werden sollen. Ans der Mandschurei. Petersburgs. Nov. Wie Generaladjutant Kur0- patkin von heute meldet, überfielen in der Nacht zum 1. November Freiwillige, die sich an die Schanzen des Gegners herangeschlichen hatten, die dort arbeitenden Japaner, jagten sie auseinander und zerstörten ihre Arbeiten. — In der Nacht zum 2^ November erkundeten Freiwillige die feindlichen Vorhutabteilungen. Berichte über Zusammenstöße sind nicht eingegangen. Tie Japaner eröffnen ein unregelmäßiges, fast ununterbrochenes Feuer. In der Nacht zum 3. November sind keine Meldungen über Kämpfe ein gelaufen. Eine Verschiebung der japanischen Infanterie-Abteilungen von Osten nach' Westen wurde bemerkt. Petersburgs .Nov. Ter „Birshewija Wjedomosti" wird aus' Mukden von gestern nacht gemeldet: Auf der ganzen Linie der vorgeschobenen russischen Stellungen herrscht vollständige Muhe. Tie russischen Laufgräben sind 800 Schritte von denen des Feindes entfernt. Tie Kälte macht sich lebhaft fühlbar, besonders in den vorgeschobenen Stellungen. Mukden, 3. Nov. Aus angeblich zuverlässigen Quellen ist festgestellt, daß 3 4 0 0 0 Kranke und Verwundete aus den letzten Schlachten weggeschafft wurden. Des Mikado Geburtstag. Tokio, 3. Nov. Der Geburtstag des Kaisers wurde im ganzen Lande festlich begangen. Der Kaiser hielt in Tokio Parade über zwei Divisionen ab, die in voller Kriegsausrüstung waren. Tokio, 3. Nov. Der Kaiser gab anläßlich seines Geburtstages heute ein Frühstück, bei dem er die fremden Diplomaten begrüßte und in einer kurzen Ansprache betonte, daß er bedauere, daß die Zeit noch nicht gekommen sei, dem fernen Osten in Verwirklichung seines Wunsches den Frieden wiederzugeben. Er trinke auf das Wohl der Herrscher, die hier durch ihre Bevollmächtigten vertreten seien, und drücke den Wunsch aus, daß die Bande der Freundschaft noch enger werden möchten. Der belgische Gesandte Baron d'Anethan als Doyen des diplomatischen Korps gratulierte dem Kaiser in seiner Antwort zum heutigen Tage und drückte das Bedauern aus, daß der Krieg noch nicht beendet sei und sagte: „Auch wir sprechen unsere W ü n s ch e n a ch F r i e d e n mit unrsomehr Nachdruck vus', als wir mit tiefer Bewegung die Verheerungen betrachteten, die schon den trauernden Familien verursacht sind, und die Tausende von edlen Opfern, die aus beiden Seiten in der Feldarmee käwpftn und ihr Blut vergießen mit einer Tapferkeit, die hervorragend und mit' einem Heldenmut, der unbezwingbar, ist. Russische Reservisten. Lemberger Blätter melden: Bei Noworadomsk in Russisch Polen sind 30000 Reservisten konzentriert, von denen der größte Teil trotz der Kälte im Freien lagern muß, weil keine Gebäude zu ihrer Unterbringung vorhanden sind. Es fehlt auch an Lebensmitteln. IN Czenstochau wurden die Einwohner zur Verabreichung von Tee an die Reservisten aufgefordert. In Warschau herrscht große Aufregung. ____ npiTSaltische Akotte. Paris, 3. Nov. Dem „Temps" zufolge werde der von Vigo mit drei anderen Offizieren nach Petersburg abgereiste russische Fregattenkapitän Esado, Vize- kommandant des Mmiralschiffs des Mschwaders Wmiral Roscbdjestwenskis riber die Toggerbank-Llfsaire vor der En- quetekonlmission das folgende Zeugnis ablegen, welches die mlssische Version dieser Angelegenheit darstelle: 1. Rosch- djestuxnski wurde während der Fahrt verständigt, daß zwei bald unter dieser, bald unter jener Flagge segelnde Schiffe Auf dem Kriegspfade. Die Freundschaft zwischen dem König der Belgier und König Eduard ist in die Brüche gegangen. Tie Mitgliedschaft zum Royal-Jacht-Klub läßt Leopold II. nicht vergessen, daß er Souverän des K 0 n g 0 st a a t e s ist, und dieser Erinnerung entspringt die Disharmonie mit dem englischen Freunde. Es handelt sich nicht etwa um die Angriffe eines der „West-African- Mail" nahestehenden Unterhausmitgliedes auf die kongostaatlichen Behörden. Leopolo II. hat wiederholt bewiesen, daß er diese Beschuldigungen nicht tragisch nimrnt, solange nicht die englische Regierung sie sich aneignet. Tas taten die Staatsmänner in Towning-Street bisher nun zwar nicht, wohl aber haben sie durch anderweites Vorgehen den kongostaatlichen Souverän in Leopold II. nervös und mißtrauisch gemacht. Vor kurzem wurde gemeldet, daß an der Grenze im Hinterlarrd des Kongostaatcs Befestigungen geplant seien. Hier liegt, wie sich jetzt herausstellt, eine Maßregel vor, die gegen eine im Dezember in das Gebiet des Albert- Sees marschierende, kriegsmäßig ausgerüstete englische egyptische Expedition gerichtet ist. Tie Truppen sind Elitcmannschaften aus dem sudanesischen Feldzug und werden von englischen Offizieren befehligt. Zum Vergnügen entsendet England nicht eine kostspielige Expedition in. ein vom Kongostaat in Pacht genommenes Grenzgebiet mit lebhaftem Elfenbeinhandel. In Brüssel argwöhnt man deshalb, daß der Kriegszug gegen die in jenem Grenzgebiet seßhaften Eingeborenen den Engländern nur zum Vorwand dient, dort Fuß zu fassen, mit anderen Worten: daß es sich um eine verkappte Jamesoniade handelt, wie sie auch die Annerion der Buren-Freistaaten einleitete. Ter Ausblick auf diese Möglichkeit muß allerdings dem Souverän des Kongostaates Pein verursachen, denn er ist auf die Tauer außer stände, mit seinen militärischen Machtmitteln die sudanesischen Truppen zurückzuhalten, und wird sich auch der Erkenntnis nicht verschließen, daß durch die englische Expedition die Gefahr eines Aufstandes der kongo staatlich en Eingeborenen, die von den belgischen Ofsizieren und Beamten brutal behandelt werden, an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Ter Apparat der englischen Politik arbeitet langsam, aber mit unheimlicher Sicherheit und Hartnäckigkeit. Der Kongostaat ist offensichtlich aufs Korn genommen, rmd die englisch-egpptische Expedition bedeutet wohl im Grunde den Anfang vom Ende der Selbständigkeit dieses Staates. Der Krieg zwischen Aapan und Rußland. Port Arthur. Petersburg, 3. Nov. Den Ereignissen, welche der heutige Tag bringen wird, sieht man hier mit ängstlicher Spannung entgegen. Es ist der Geburtstag des japanischen Kaisers und die japanischen Truppen planten für diesen Tag einen tzauptangriff auf Port Arthur. Es ist vorauszusehen, daß die Festung einen schweren Tag haben wird. Tokio, 3. Nov. Der allgemeine Angriff auf Port Arthur beginnt sehr wahrscheinlich heute. Der als hervorragende Autorität im Velagerungswesen bekannte Generalleutnant Somejims ist dorthin aBgereift. Die offizielle Verlustliste von der Schlacht am S ch a h 0 spricht von 15 8 7 9 Mann. Deutsches Reich. Berlin, 3. Nov. Der Kaiser hielt heute mittag auß dem Truppenübungsplatz Döberitz, wohin er sich im Auto-s mobil begeben hatte, die Hubertusjagd ab. Zum Rendez-, vous am Obelisken auf dem Hasenheidenberg, wo ein starkes rotes Feld versammelt war, erschienen die Kaiserin, der Kron-z prinz und die übrigen Prinzen des königlichen HauseS. — Der Meldung über eine bevorstehende Zusammenkunft des Kaisers mit dem König von Italien anrb von der „Südd. Reichs-Korr." widersprochen. — Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung dem Entwürfe einer Eisenbahn-Bau- und -Betriebsordnung zu. — Die Fraktion der Freisinnigen VotkSparteß des Abgeordnetenhauses hat mit Rücksicht darauf, daß eine; Regierungs-Vorlage wegen der von der Dresdener Bank übernommenen Hibernia-Aktien angekündigt'ist, beschloßen^ einstweilen die beabsichtigte Interpellation über die Vorgänge bei dem Versuch der Verstaatlichung der Hibernür^ zurückzu stellen. München, 3. Nov. Ministerialrat Ritter v. Pfaff istz zum Finanz Minister ernannt worden. (Der neue Finanz-^ Minister entstammt einer Erlanger Profefforen'amilie. Er ist Protestant, seine Gattin Katholikin, sein Sohn ist protestanttsch, die Töchter sind katholisch erzogen. Vor einem Jahre, als es hieß, er werde der Nachfolger des Herrn v. Riedel werden^ wurde er in der klerikalen Preße heftig angegriffen. Herr v. Pfaff ist ein Fünfziger. Bayern hat mm fünf katholischer und zwei protestanttsche Minister.) parlamentarisches. Berlin, 3. Nov. Das Abgeordnetenhaus hat, in seiner heutigen Sitzung eine Reihe von kleinen Vorlagen; erledigt. U. a. wurde der nattonalliberale Antrag auf A u f*. Hebung der Arreststrafen gegen Unterbeamte fast einstimmig angenommen. Der Antrag des Abg. Ernst (frf< Vg), betreffend Förderung deS volkswirtschaftlichen^ Unterrichts in den Mädchen-Volksschulen, wurde: der Unterrichts-Kommission überwiesen. Der ZentrumS-Antrag aus gesetzliche Regelung der Fürsorge für unbemittelt^ Geisteskranke gelangte an die verstärkte Gemeinde-Kommission. Hierauf wlirden Petttionen erledigt. sich an der skandinavischen Küste aufhielten, 2. im Augen-! blick, als sich die Dogerbankaffäre ereignete, s a h der Tränst portdampfer „Karnschatka" deutlich'zwei Torpedoboote. Gleichzeitig verzeichneten die Funkentelegraphen- Apparate des Geschwaders eine anscheinend! von der „Karn^. schatka" kommende Anfrage, welche in ungewöhnlicher Forrw abgefaßt war und deshalb auf Befehl RoschdjestwensUs nicht beantwortet wurde. Später wurde festgestellt, dast der Transportdampfer „Karnschatka" keinerlei Anfrage ab-! gesandt hatte. 3. Als Roschdjestwenski sah, daß die zwei von der „Karnschatka" signalisierten Torpedoboote fein Geschwader zu überholen trachteten, gab er Befehl, $u| feuern. Es ist absolut falsch, daß auf Fischer- b 0 0 te gefreuert wur'de. Im Gegenteil, als man diese! Fischerboote erblickte, wurde das Feuer eingestelktt 4. Es sei falsch, daß öas Geschwader russische Tor-. pedoboote für japanische Torpedoboote gehalten habe. Die russischen Torpedoboote seien zurzeit, alS sich die Doggerbankaffäre ereignete, bereits im Aermekkanak^ gewesen. Es sei wohl richtig, daß 8 Torpedoboote Uott: Libau abgegangen waren und nur 7 in Tanger angekommen leien. Ein Torpedoboot habe eben in der dänischen Meer-^ enge Havarie erlitten und sei deshalb vom Eisbrecher Jer-, mak nach Libau zurückgeschleppt worden. Die Enquetekommission werde wahrscheinlich in Haag zusammentreten.. London, 3. Nov. Die „Moming Post^ erfährt: die baltische Flotte Mgo erreichte, fehlte eines ihrer^ Torpedoboote, mit denen sie Libau verlassen hatte^ während ein zweites, durch Kanonercheuer schwer beschädigt^ auf der Aihede von Vigo liegt. Kirche und Schule. — Wie der „Tägl. Rundschau * aus zuverlässiger Qrrelle, initgeteilt wird, soll von der Vertrettmg des evangelischen! Pfarrstandes im Decitschen Reiche gegen den ,Sim-' plieissimus" wegen Beleidigung des evang. Pfarr- MiMmiiMMMsmiwiwimiiniimir zwischen mechanischer und geistiger Kraft leugnet, den Beweis zu ftlhren, daß Wille, Empfilrdung und Bewegung nicht in nrfdcb- liebem Zusammenhang stehende, also getrennte Kräfte, sonder» vielmehr, eine in der anderen enthalten, Lleußerungen derselben: Kraft find, daß jode Bewegung zugleich Wille imb Empfindung ist, eine Unterscheidung znüfchen mechanischoi' und geistiger Krafts sinnwidrig und unhaltbar und die Einbeitlichkeit der beN'egendcn Kraft eine unabweisbare Forderung der logischen Konsequenz sei. In demselben Hefte bringt Otto zur Linde die amüsante, Biographie eines englisck>-deutsckiien Charlatmrs, der sich.Kalter- felfo" nannte, mtb Heinrich Funck veröffentlicht einen bisher in*-' bekannten Brief von I. M. R. Lenz. Dem bervorrogatben Natio- nalökonomen Luio Brentano, der demnächst seinen 60. E^bnrtswg. feiern wird, hat Georg Stampcr eine Würdigung zuteil werden lassen. Tas Bild des Gelehrten bildet, radiert von Johann Lindner, den klinstlerischen Schmuck des 5?eftes. Dieses enthält an belletristischen Gaben ein packendes Diera fti g Drama; „11 m Licht 11 ttt> Stift" von Ludwig Sitto nfeld, diuS anS dem Kontrast zweier verschiedener Zeiten feine Stimmnngen herausholende Novelle von Karl Hans^ Strobl: „Johann Peter Melchior", und eine einen altiirdischen Stofs anziehend geschlteudc Trchtung von A. >r Tielo-(Tilsit): „RffäUptzUrü" Interessante Funde sind in letzter 3. Nov. Die Stadtverordneten- Konstituierung der Wahlbureaus lichen $ Mimt : große Pumpen im Betrieb. Zeit gemacht worden. R. B. Darmstadt, Versammlung vollzog die gufCnfti bafürn Kuli m ober n fuM. CünSat Ä p icrrt-’n; 50 "/■ fa&;aT eiftt. w ru & C1 Dftfl m Mi iiitb* 1 tzul Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbarstaaten. Um Zahnweh zu lindern, griff der Arbeiter Kuhn in S p r e n d l i n g e n nachts zur Branntweinflasche. In der Dunkelheit ergriff er die Karbolflasche, trank daraus und starb bald darauf. — Die Negierung zu Kassel hat verfügt, daß zur Feier des 400. Geburtstages Phillipps deS Großmütigen (geboren am 13. November 1504) am Samstag den 12. November unter Wegfall der letzten Schulstunde in den evangelischen Schulen des Regierungsbezirks Kassel eine Schulfestlichkeit stattfinden soll, wobei den Schülern ein Bild von dem Leben und Wirken dieses Hessen- fürsten entworfen werden soll, und zwar in der Weise, daß ihre Herzen zur Dankbarkeit gegen die Väter der Reformation angeregt werden. In demselben Sinne hat das Provinzial- schulkollegium für die höheren Schulen Anordnung getroffen. — Kommerzienrat Fischer hat den Stadtarmen von Bingen 400 Zentner Koblen zum Geschenk gemacht. — In Kassel wurden 20000 Mark in Wertpapieren von einer Einbrecherbande dem Restaurateur Ohlwem entwendet. No sich lm?', Moi-' hui. 7, standeS im allgemeinen und im besonderen der evangelischen Pfarrers rau en gerichtliche Klage erhoben werden. (Der „SimplicissimuS* hatte in einer Nummer den Kölner Sittlichkeits-Kongreß, den selbst die »Dtsch.-evang. Korresp." verurteilt hat, in Bildern und Worten witzig verspottet.) bofkv der Pro ' ’ k lors de< ! Prrl'' lu on^r sind be Aortrag im herein für ßrd- und Kölkkrkundc über Tibet. Gießen, 4. Nov. In welch hohem Maße sich die Veranstaltungen des Vereins für Erd- und Völkerkunde der Gunst des hiesigen Publikums erfreuen, das erwies wiederum der Besuch des gestrigen Eröfinungs- abends. Bis auf den letzten Stehvlatz war die große Aula der Universität von Hörerinnen und Hören: gefüllt. Allerdings hatte die Leitung des Vereins in der Wahl des recht akuten Gegenstandes sowohl, als auch nach der r^merischen Seite hin einen außerordentlich glücklichen Griff getan. Ist doch das Land Tibet infolge der Ereignisse der jüngsten Zeit in ganz besonderem Maße geeignet ,die Wißbegier zu erregen. Und wenn ein Redner wie Tr. Degrner (Berlin) es unternirnmt, seine Zuhörer, zoweit dies beim gegenwärtigen Stand der Forschung möglich ist, ;tn die geheimnisvolle Welt des „asiatischen Kirchenstaates" ein- Aufuhren, dann versteht man die lautlose Stille, mit der jeder- rmmn den etwa lr^stündigen Ausführungen des Vortragenden folgte. vulla" -eußerst Zimcrn durch rii ab*t au bi: W unb fctbtn bm vx bo^ $ Jahre gegen Mari, redjnci meist Sekte Fanati thün- ltllgnn ftfiüthr jungen Vulkan: und die Wahl der Beisitzer für die am 22. d. M. erfolgende Stadtoerordnetenwahl. Die Vorschläge wurden ohne Widerspruch genehmigt. Auf eine Beschwerde deS sozialdemokratischen Abg. Gramer, weshalb die Bürgermeisterei Kopien der Wählerlisten nicht gegen geringe Entschädigung abgebe, oder, wie in Gießen, die Liste durch dre Presse veröffentliche, erwiderte der Oberbürgermeister, es seien trotz erfolgter Umfrage bei den Parteivorständen nur 18 Exemplare verlangt worden. Da diese geringe Zahl den Druck nicht lohne, habe man die Liste nun hektographieren lassen und gebe sie ungefähr zum Herstellungspreise ab; er halte es nicht für angemessen, die Listen auf Kosten der Steuerzahler unfertigen zu lassen. — Die Versammlung genehmigte ferner mit allen gegen 5 Stimmen den Ausschußantrag, nach welchem vom 1. April 1905 ab in Darmstadt ein einheitlicher Gaspreis eingeführt wird, der für die Sommermonate 12 Pfg., für die Wintermonate 16 Pfg. betragen soll. Ern weiterer Antrag, aus Anlaß des bevorstehenden Jubiläums, einer Straße den Namen „Landgraf Philipp-Straße" zu geben, wurde bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. R. B. Darmstadt, 3. Nov. Der frühere nationalliberale Reichstagsabgeordnete Geh. Instizrat Dr. Osann begeht am 4. November in voller geistiger Frische die Feier seines 7 5. Geburtstages. Der Jubilar war schon um die Mitte der 70er Jahre nach dem Ableben von August Metz und Karl Hoffmann Führer der hessischen Fortschrittspartei, aus der sich später die nationalliberale Partei entwickelte. Seit 1875 gehörte er ein Vierteljahrhundert der Anstand. Paris, 3. Nov. Der Kongreß für Wohnungs- hugicne, wurde unter dem Vorsitz des Unterrichts- ministers Chanmw eröffnet. Vertreten sind: Deutschland, England, Rußland, Italien, Spanien, Belgien und Rumänien. — Deputiertenkammer. In der heutigen Sitzung gelangte das englisch-französische Abkommen vom 8. April dieses Jahres zur Verhandlung. Deschanel kritisierte das Abkommen, indem er unter anderen: sagte: England habe ein glänzendes Geschäft gemacht, Frankreich habe nur Versprechungen bekommen. England habe das Knochenmark für sich behalten und den Knochen weggeworfen. Zum Schluffe trat Deschannel jedoch für eine Politik der Annäherung an England ein. — Wien, 3. Nov. Graf Buquoy, Präsident der Oesterrcichischen Zentralstelle zur Wahrung der land- und forstwirtschaftlichen Interessen beim Abschlüsse von Handelsverträgen, wurde zum österreichischen A ck e r b a u m in i st e r ernannt. Für deutsche Leser sei bemerkt, daß die Oester- reichische Zentralstelle für die dortigen agrarischen Bestrebungen ein analoges Gebilde ist, wie für Deutschland der Bund der Landwirte. Es bedeutet also jene Ernennung für Oesterreich wa§ in Preußen die Ernennung eines der beiden Bundesvorsitzcndeu zum Landwirtschafts-Minister bedeuten würde. Innsbruck, 3. Nov. Anläßlich der Eröffnung der italienischen Fakultät an der hiesigen Universität gab es heute blutige Demonstration zwischen Deutschen und Italienern. Die Italiener schossen mit Revolvern. Sechs Leute wurden verwundet. Ans HkaS! luiü Llv'd. Gießen, den 4. November 1904. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog hab^n den Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Ludwig Rüster zum Mitglied der Prüfungskommission für das Justiz- und Verwaltungsfach ernannt. — Ernannt wurde der Gefangenwärter am Provinzialarresthaus in Mainz May zum Gefangenaufseher an dieser 9lnftn(t. ** Schwurgericht. Am 5. Dezember werden die Schwurgerichtssitzungen deS 4. Quartals beginnen. Vorsitzender wird Landgerichtsrat Koch sein. ** Medizinische Gesel lschaft in Gießen. Die Feier deS 25jährigen Stiftungsfestes der Gesellschaft findet Dienstag, den 8. November, statt. Folgende Tagesordnung ist vorgesehen: Abends 6 Uhr im Hörsaal des anatomischen Instituts: 1. Ansprache des Vorsitzenden. 2. Herr Bostroem: lieber Lebercirrhose. Abends 8 Uhr: Festessen. ** Der Bund der Landwirte läßt seit einigen Tagen im Kreise Erbach Versammlungen abhatten, die von der Bevölkerung gut besucht werden. Die Zollpolitik der Reichsregierung bildet das Thema in den Versamm- lungen. C. Ländung. Die Leiche der seit 1. l. Mts. vermißten Verkäuferin wurde gestern abend aus der Lahn geländet. Wie wir hörten, sind bei der Verlebten in letzter Zeit Anfälle von geistiger Störung bemerkt worden; in einem solchen Anfall dürfte sie die Tat begangen haben, da andere Beweggründe nicht vorliegen. ** Gießener Universitäts-Taschenbuch. Auch für dieses Semester erschien mit gewohnter Pünktlichkeit das beliebte, mit dem wohlgetroffenen Porträt des neuen Rektors Professor Dr. Vossins geschmückte Gießener Universitäts-Taschenbuch, herausgegeben von Aug. Frees, Hof- und Universitätsbnchhändler. Tie Bereicherung seines Inhalts durch einen handlichen Stadtplan, erneute Darbietung eitles anziehenden poetischen Stoffes neben dem gewissermaßen als „amtlid)* zu bezeichnenden Teil des Taschenbuchs, gebet! die Gewißheit, daß das U.-T." auch auf seiner neuen 22. Semesterfahrt ein gern gesehener Begleiter unserer Musensöhne fein wird. Der Herausgeber versendet uilentgeltllch ail jeden Interessenten ein Exemplar. ** Musikunterricht für vorgeschrittene Musikschüler. Wir machen auf die Anzeige von Musikunterricht aufmerksam, zu bent sich Herr A. Willkomm bereit erfliirt, und erwähnen dazu, daß sich diese Anzeige int wesentlichen an solche junge Leute wendet, die den Wimsch haben, sich auf dem Gebiete der Musikgeschichte und dem der Musikästhetik weiterzubilden, oder überhaupt ihre Kenntnisse von Tonstücken und von Künstler- persönlich leiten zu ertoeitem. s. Wies eck, 4. Nov. In der vorgestern abend stattgehabten Versammlung wurden folgende Kandidaten zur Gemeinderatsmahl vorgeschlagen: Heinrich Becker und Melchior Kümmel. Diese beiden Herren scheiden nämlich in diesem Jahre aus dem Gemeinderat aus. Romrod, 3. Nov. In den westlichen Teilen der hiesigen Oberförsierei, welche zur Großherzoglichen H o s j a g d gehören, fand heute T r e i b j a d statt. Zur Strecke wurden gebracht 25 Stück Rehwild, darunter 8 Böcke, 2 Füchse und 3 Hasen. G. Büdingen, 3. Nov. Die Kanalisationsarbeiten in unserer Stadt sind mit großen Schwierigkeiten verbunden. Oesters stoßen die Arbeiter auf dickes Mauerwerk, das nur durch Sprengungen durchbrochen werden kann. Zur Beseitigung des Grundwassers sind fortgesetzt zwei vermischte». * Zur Erforschung der Typhusepidemie in Detmold wurden seitens des Staatssekretärs deS Innern vor einiger Zeit auf Wunsch der dortigen Behörden die Professoren Rob. Koch und Beck entsandt, die zunächst seststellen konnten, daß die große Verbreitung der Krankheit wahrscheinlich auf die Infektion der Trinkwasserteitung zurückzuführen sei. Zur weiteren Aufklärung begab sich hierauf eine Kommission des Reichsgesundheitsamtes, Geheimer Regierungsrat Ohlnn'iller, Prof. Beck und Dr. Heise, nach Detmold. Diese ermittelten, daß eine die Wasserleitung speisende Quelle Zu- llüsse erhielt, welche Verunreinigungen durch Abgänge von einem an der Straße nach Schlangen liegenden Ausflugsorte ausgesetzt ist. Von hier aus ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Typusinfcktion erfolgt. Auf Grund dieser Ermittelungen konnten umfassende Maßnahmen getroffen werden, um einer Weiterausbreitung der Seuche erfolgreich entgegenzutreten und einer Wiederholung der Infektion des Wassers vorzubeugen. Die Epidemie nähert sich ihrem Ende. * Die Hochzeit eines Dreiundneunzigjährigen. Von dem Standesbeamten in Worcester im Staate Massachusetts in den Vereinigten Staaten ist unlängst ein sehr betagtes Pärchen getraut worden, nämlich der dreiundneunzig- jährige russische Untertan Bercuson und die zweiundachtzig- jährige Anna Goldmann. Der junge Ehemann hat 7 Kinder, 64 Enkel, 17 Urenkel und einen Ururenkel. Zwei der Urenkel befinden sich augenblicklich als russische Soldaten in Port Arthur. Die Ehefrau hat 5 Kinder und 28 Enkel, so daß das neue Jhepaar auf eine stattliche Familie von 124 Köpfen blicken kann. * Das »böse Deutsch." Wir lesen in den »Mitt, des Allg. Deutschen Schulvereins": Immer wieder geraten die panslavistischen Versammlungen und Kongresse in die tragikomische Lage, für ihre Verhandlungen über den besten Weg zur Ausrottung des Deutschen kein anderes Mittel der Verständigung zu finden als — das Deutsche. So ging es auch wieder dem Prager Kongreß nichtdeutscher Hochschüler/ das heißt panslavistischer Studenten. Als Verhandlungssprache mußten auch sie wieder ausschließlich das Deutsche verwenden, weil tvie der Bericht über die Tagung bedauernd sagt, „es leider Tatsache ist, daß man zur deutschen Sprache zum Zweck der gegenseitigen Verständigung Zuflucht nehmen mußte." * Kleine Tageschronik. Bei M.-Gladbach hntrben in dem Dorfe Holt bei Erdarbeiten zwei Töpfe mit silbernen und goldenen Münzen gesunden, die aus dem 15. imb 16. Jahrhundert stammen. Ter Fund ist von erheblichem Werte. — Auf der Feldmark des Torfes Kniephof, Kreis Naugard in Pom- mern, wurde der Arbeiter Lindemann von dem Jäger Wendt- land, welcher ben ersteren in der Dunkelheit für einen wildernden Hund hielt, erschossen. Wendtland stellte sich selbst dem Gericht. — In dem sogenannten Diamant-Palast in der Kärtnerstraße in Wien wurde nachts von Unbekannten ein Einbruch verübt. Zahlreiche Pretiosen imd ein kleiner Geldbetrag wurden gestohlen.. — In Gent bremgen Tiebe in die Wohnung einer 80;ährigen Frau ein, welche mit ihrem geistesschwachen Sohne zusammen wohnte. Ms die alte Frcnr sich zur Wehr setzte, wurde sie von den Tieben mit Petroleum übergossen, ihr Sohn mit einem eisernen Gegenstand niedergeschlagen. Tarauf setzten die Diebe die Kleider der Frau in Brand. Tie Hausbewohner fanden nur noch die verkohlte Leiche. — In Mount-Vernon, unweit Newhork, explodierte Dynamit, das auf dem Bahngeleise lagerte. Im ganzen Stadtteil wurden die Fenster zertrümmert. Es gab mehrere Tote und 50 Verletzte. — In Dresden wurden der Ratsassessor Dr. Ackermann und drei Berliner Herren verhaftet, mit denen Ackermann in Beziehungen gestanden hat. Tie kriminellen Erhebungen in dieser Skandalaffäre dauern seit einigen Wochen. Tie Verhaftung ist auf Ersuchen der Berliner Staatsanwaltschaft erfolgt. Dio inkriminierten Vorkommnisse sollen sich in einem Berliner Hotel abgespielt haben. Tr. Ackermann ist ein Sohn des früheren Kammerpräsidenten und der Schwager des jetzigen Kammerpräsidenten Tr. Mehnert..— In Telgte (Wests.) drang in der Nacht ein Ein br e ch er in das Haus des Bäckermeisters Düttmann. Er erbrach mittelst einer Art die Tür des Hinterhauses und beabsichtigte vermutlich einen Gelddiebstahl im Vorderhause, wo sich die Gemeindehebestelle befindet. Bei seinem Vordringen trat ihm die Frau Düttmann entgegen, der er mit dem Beil eine schwere Verletzung beibrachte. Auf ihre Hilferufe eilte ihr Mann herbei, den der Räuber am A r m verletzte. Tonn entfloh er und ist leider entkommen. — In. Madrid verhaftete die Polizei den Franzosen Guilbert, welcher beschuldigt ist, 300 000 Francs unterschlagen zu haben. Ein Mitschuldiger, Combes de Villegas, wurde gleichfalls festge- nommen. — Auf der Strecke Paris-Bordeaux wurde zum< dritten Male in kurzer Zeit ein Attentatversuch verübt. Um 2 Uhr nachts fand ein Bahnbeamter zwei schwere Felsblöcke zusammengebunden auf dem Geleise liegen. Die Eisenbah-nl>ehörde hat eine Prämie von 10 000 Francs für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Bisher ist es nicht gelungen, eine Spur derselben zu entdecken. In Köslin wurde ein schweres Sittlichkeits» verbrechen von dem Fleischergesellen Plach verübt. Gelegentllch der Verbüßung einer Gefängnisstrafe hatte er den Arbeiter Wachholz kennen gelernt. Nach seiner Entlassung wurde er bau demselben einige Tage in seiner Behausung aufgenommen. Ms bie Eheleute bei der Arbeit waren, vergewaltigte Plach "das vier- iöbrige Töchterchen des Wachholz. — In Pasewalk erstach der Arbeiter Schumacher den Handwerksbnrschen Chwietkowski, mit dem er in einer Testifiation in Streit geraten war. — In Berlin spielte sich ein Familiendrama in der Jnselstraße ab, wo die Frau des Polizeiwachtmristers Ne^lgebauer angeblich wegen ehelicher Zerwürfnisse sich selbst unb ihr dreijähriges Kind durch Leuchtgas zu vergiften suchte. — Bei einem heftigen Nordweststurm gingen zwei mit HoH und Ziegeln beladene Kahne auf dem Ku ri s ch e n H a f f bei Nidden unter. Turch den Memeler Tampfer „Treue" mürben sieben Personen gerettet. Die Bemannung des einen Kahns ist bis aus einen Matrosen, der sich auf den Maftkorb flüchtete, ertrunken. — Nach einer Statistik falb anfgefordert würde, sich nach einer anderen Behausung umzusehen. Auch 'der jetzige Talai Lama wird von einem englischen Arzte, der ihn anfangs der achtziger Jahre zu Gesicht bekam, als auffallend hübscher-, etwa achtjähriger Knabe geschildert. Daß das Lebeil eines solchen Kindes kein rosiges ist, dafür sorgen schon die vielen (^iebetsüblmgen und Kasteiungen, denen es sich unterziehen muß. Was die religiösen Bräuche selbst anbelanat, so stellen diese eine starke Veräußerlichung der buddhistischen Lehre dar, die in ihrer ursprünglichen Form doch gerade das Gegenteil anstrebte. Die chinesischen Herrscher aus dem Hause der Mandschu wußten sich die eigenartigen tibetainschen Verhältnrisse bald nutzbar zu machen, indem sie mit dem Dalai Lama ein , Führern der Partei zählte. ' Koloinalpost. — Von einem Anfstcrnde der Basut und der um die Station Bamenda wohnenden Negcrstämme in Kamerun, die in einer Stärke von 1000 Bewaffneten den Leutnant v. Puttlitz von der Cchntztruppe angegriffen und zum Rück- 31150 gezwungen haben sollen, melden in Halle d. S. an- gekommene Briese ans Kamerun, die vom 10. CISobcr datiert sind. An Berliner amtlicher Stelle ist von diesem Ereignis nicht« bekannt und man hält die Nachricht für unrichtig. Im Gegenteil ist nach den letzten Meldungen der Obcrhäuptling dieses Stammes. Bimbi, zirr Unterwerfung geneigt. , Dr. Wegener hat im Jahre 1898 den Tibet benachbarten und fin religAer und kultureller Beziehung nahe verwandten Himalaia- «Staat Sikkim bereift, und ist somit in der Lage, eigene Er- szhrrmaen zur Beurteilung von Land und Leuten heranzuzieben. Der Rsdnsr gab zunächst eine gedrängte Ueberficht über die Bc- faebtnrgyi bet Europäer, in das Innere des Landes einzudringen und uns beffrn Kenntnis zu vermitteln. Wie wenig dies bis jetzt gelungen ist, geht daraus hervor, daß Tibet zurzeit noch eines der unbekannresten Lander der Erde ist. Natur und Menschen tun aber auch ihr Möglichstes, um eine Erschließung zu verhindern. Das Hochland Tibet stellt sich uns nändidj als ein gefaltetes Gebivsslaud dar, das im Norden durch treppen artig anzeigende Parallelzüge des Kwenlun und im Süden durch den )äh abfallenden Himalaja begrenzt wird, während der Südosten tu em d System wlldzerriffener Gebirgszüge übergeht, zwischen denen sich mächtige Ströme einen Weg gebahnt haben. Tie aus dem Hochlande hervorragenden Gipfel erscheinen nun keineswegs mcm uach ihrer absoluten Höhe anzunehmen geneigt aS°*9C te* Einwirkung des Wassers, insbesondere aber auch des Windes, find die zwischen den Kämmen befindlichen Täler dermalen mit Schutt und Geröll angefüllt, daß die höchsten Berge der Welt, die sich nach glaubhafien Berficherunacn moderner tZk' 2»en Hedin, hier befinden sollen, sich nur als unbedeutende, langgestreckte Schuttlagerungen darstellen. Tem 'rauhen Klima in solcher Höhenlage entsprechend, ist hier von Ptlan^nwuchs nur in äußerst geringem Maße die Rede. Tem- enttvrechend erscheint Tibet außerordentlich schwach bevölkert, der Icorven und Nordwesten des Landes völlig unbevölkert. Tagegen a • re??" -Hochflächen ein wahres Tierparadies ent- nnaelt eine Erscheinung, die weniger ein Resultat der llimatischen Na m als.vielmehr der völligen Abwesenheit der Menschen ist. -ceben einer interessanten Bisonart, dem Pak, findet man dort 2? unxheuren, Mengen Herden con Wildschafen, Wildeseln und Antilopen Erst tm Süden des Landes wird der Boden kultur- l T6 ™?fte Landbevölkerung neben der nomadisierend mirtrttt. Im wesentlichen begnügt sich der Tibe- $n6au von Gerste und ettocs Gemüse. Der ©anbei des Landes der m chinesischen Händen ist. beschränkt sich daher auch aur Wolle. Pelze, Filzwaren und Gold. Letzteres erscheint allermngs geeignet, in der Entwickelung des Landes eme recht bedeut,ame Rolle zu spielen, da sein seitheriges Auf- fmden zu der Hoffnung berechtigt, in Tibet ein reiches Goldland iu Mchlreßen. Als Transportmittel bienen der mongolischen Be- oo.kerung neben dem Bak merllvürdigerweise gerade in den un- ^-egwmsten Gegenden Schafherden. Aanz besonders anziehend erscheinen bne eigenartige Rolle, die seine Hauptstadt Lhassa im «uziösen Leben der bodohMcken Beoölkerunn spielt. Seit dem Einbringen her buddln strichen Lehre von Indien aus ist Lbaffa ein aro^rtirrr Wallfahrtsort der buddhistischen Welt geworden der seinesgleichen nur noch in Mekka hat. Als Oberhaupt aller Buddhisten thront in dem hochgelegenen heiligen Kloster Pot^la der Talai Lama, dessen Herrschaft nicht nur in gejstlichni, sondern auch in weltlichen dingen eine völlig unbegrenzte ist. Er ist als Vertreter Buddhas selbst nicht nur unfehlbar, sondern" auch allgütig, allwissend, allweise, ja sogar unsterblich. Stirbt nämlich ein Talai Lama, so geht seine Seele in den Körper eines neu» geborenen 5 indes über, das dann durch allerlei Wunder sofort als Nachfolger Buddhas erkannt und eingesetzt wird. Tic auf- fallmd" Tatsache, daß von fast allen ,die den Dalai Lama ge- fefym hab n. dieser als Kind geschildert wird, gibt zu der Vermutung Anlaß, daß, wie der Vortragende witzig bemerkte, die toelintf Wf -itane urteilt diese ‘ langer Sunbh tote En den SeptemberMrmen 92 ® d)TTTe vormsnDlg verloren gegangen, darunter vier 'deutsche, 418 durch 'Unfälle beschädigt, darunter 23 deutsche. — Unter dem Verdacht, die Witwe Enne- moser in Mgund (Tirol) erwürgt und beraubt -u haben, wurden bisher 11 Person e^verha^et^^^^^^E»«-^»—— Vulkanische Gewalten im Natur- und Volksleben Japans. ^as war das Thema», über das in der 22. Jahresversammlung des allgem. e v a n g e l i sch - Pr o te ft a n t i s ch en Missionsvereins in Mannheim am 2. d. M. Prof. O. Schmredel- Eisenach, der von 1887 bis 1892 als Missionar in Japan tätig ^^^Ter^Krieg zwischen Rußland und Japan wirkt besonders verheerend durch die unterirdischen Mächte, die See- und Landminen, welche darin zur Anwendung kommen. Es ist, als ob Japan diesem Ringen seinen besonderen Stempel aufgedrückt hätte, denn es ist, wie kaum ent anderes, das Land der Vulkane und Erdbeben. Sein Kennzeichen ist der 4000 Meter hohe Fujisan, der durch eine Reihe von vulkanischen Ausbrüchen im Laufe der Jahrhunderte sich aufgebaut hat. Er hat aber noch viele vulkanische Brüder und Vettern, welche die fatale Eigenschaft besitzen, oft Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang sich völlig harmlos zu stellen und dann mit einem Male alles in ihrer Umgebung mit einem furchtbaren Ausbruch zu vernichten. So geschah es im Juli 1888 mit dem Bandaisom, der 800 Jahre geschwiegen hatte. Gefährlicher noch als die Vulkane sind die Erdbeben, welche meist durch Einsturz von tief unter der Oberfläche sich hinziehenden Erdhöhlen verursacht werden. Bald treten sie als leichtes Schaukeln, bald als heftiges Rütteln, bald als plötzlicher Stoß von unten auf. Tie Wirkung ist oft tragisch, manchmal aber auch "komisch. "Tas große Erdbeben vom 28. Juli 1891 hat Prof. Schmieder in Tokio milerlebt, Am furchtbarsten waren die Folgen desselben in Nagoya. Tausende von Menschen wtirdm entweder bei ihrer Arbeit oder beim Vergnügen oder, wie 50 Buddhisten, beim Gebet vorm Altar ihres Gottes von dem furchtbaren Naturereignis überrascht. Bewunderungswert war der Eifer, mit dem unsere deutschen Landsleute und die japanischen Christengemeinden das über Zehntauscnde hereingebrochene Elend zu lindern suchten. Noch aufregender und aufreibender für alle, welche in Japan 511 arbeiten haben, besonders aber für die Missionare, ist der vulkanische Charakter des japanischen Volkes. Aeußerlich erscheint der Japaner harmlos und heiter, in seinem Innern aber brodelt vulkanisches Feuer, meist zurückgehalten durch eine jahrtausendelang geübte Älbstbeh-rrschung, bisweilen aber auch plötzlich hervorbrechend. Schon die alten Samurai, die Ritterklasse, hatten ein äußerst leicht verletzliches Ehrgefühl, und oft um einer Kleinigkeit willen fochten sie Duelle auf Leben und Tod aus oder vollzogen an. sich das Hara-kiri, den ritterlichen Selbstmord, wie die 47 Ronin.. Ganz besonders wendete sich die politische Leidenschaft gegen die Fremden, wie das Attentat auf den jetzigen rufsischen Kaiser Nikolai, der im Jahre 1891 als Cäsarewitsch Japan besuchte, beweist, aber auch gegen japanische Staatsmänner, die, wie der Unterrichtsminister Mori, mit der vulkanischen Natur ihrer Landsleute nicht zu rechnen verstanden. In religiösen Dingen scheint der Japaner meist skeptisch und zurückhaltend, aber gar manche buddhistische Sekte versteht ihre Anhänger durch , religiöse Ekstase bis zum Fanatismus aufzuregen. Auch diejenigen Jnpcmer, die zum Christentum übertraten, können ihre vulkanische Natur nicht verleugnen, wodurch mancher jungen Christengemeinde schwere Er- jchütterungen bereitet worden sind. Aber das Gemüt manches jungen Christen gleicht auch dem edlen Wein, dessen Rebe auf vulkanischem Boden gereift ist. Haben wir bei dieser Natur des Japaners nicht vor einer zukünftigen gelben Gefahr zu zittern? Eine kriegerische Invasion haben wir nicht zu fürchten, wohl aber die des chinesischen Kuli und Kaufmannes. Eine weise Politik soll sie a b z u w e h r e n, aber auch der gelben Rasse in ihren Ländern gerecht zu werden suchen. Vor allem ist es unsere Aufgabe, durch unsere auf dem Christentum aufgebaute überlegene Kultur die mongolische Rasse geistig zu überwinden und die Kluft zwischen ihr und der weißen Rasse zu überbrücken. Ziniverfltäts-Wachrichten. — Tie von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen vollzogenen Wahlen 1. des früheren ordentlichen Professors an der Universität Stockholm Tr. Retzius, 2. des ordentlichen Professors an der Univ. Sttaßburg, Tr. Ben ecke, 3. des Direktors des Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M. Geh. Medizinalrats Prof. Tr. Ehrlich, 4. des ordentlichen Professors an der Univ. Leipzig Geh. Hofrats Dr.. Hering zu auswärtigen Mitgliedern ihrer mathematisch-physikalischen Klasse sind bestätigt worden. — Der Privatdozent Dr. Vahlen zu Königsbergs. Pr. ist zum außerordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät zu Greifswald, der außerordentliche Professor Tr. L a n d s b e r g zu Heidelberg zum außerordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät zu Breslau ernannt worden. Kerichtssaak. Bonn, 3. Nov. In der gesttigen Schwurgerichtssitzung hatte sich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit der 20jährige Viehwarter Scholz zu verantworten, der ein 5jähriges Mädchen und einen 4jäbriqen Knaben am 15. August d. I. an sich gelockt und nach Verübung eines Sittlichkeitsverbrechens beide Kinder erJ hat. Tas Gericht verurteilte den Doppelmörder wegen Todschlags für jeden einzelnen Fall zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Hannover, 1. Nov. Wegen Herausforderung des welfischen Reichstagsabg. Frhrn. v. Hoden berg zum Zwer- kampf war bekanntlich der nationallib. Landtagsabg. Tr. JJc a x Iänecke vom Kriegsgericht zu drei Tagen Festung verurteilt worden. Wie wir aus zuverlässiger Quelle Horen, tu diese Strafe im Gnadenwege in drei.Tage Hausarrest umgewandelt worden, die Dr. Jänecke vor einiger Zert auf seinem Landsitz Groß-Burgwedel bei Hannover erledigt hat. Magdeburg, 3. Nov. Tas Schwurgericht, verurteilte den Gastwirt Stephan wegen Meineides und Sittlimkeits- v e rnr e cy e ns, vegan gen cm zerner mrnoerirryrrgen mTrpcrrtyrrt Tochter, zu Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Dresden, 3. Nov. Wie die „Dresd. Nachr." melden, ist gestern abend Kommerzienrat Hahn, der vom hiesigen Landgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war und hiergegen Revision beim Reichsgericht einlegte, gegen Stellung einer Kaution von 150 000 Mark vorläusig aus der Haft entlassen worden. Treptow (Rega), 3. Nov. Nach dreißig Jahren von der Anklage des Meineides freigesprochen wurde der ehemalige Lehrer Thormeyer von hier. Thormeyer war vor länger als 30 Jahren in Wustrow als Lehrer tätig. Er hatte damals 15 Ml. an die Eserichtskasse zu zahlen und händigte einem Gerichtsbeamten den Betrag ein; dieser bestritt, die Summe empfangen zu haben. In einem Prozesse beschwor Thormeyer seine Angaben, und der Staatsanwalt erhob nunmehr Anklage und auf die Aussage des Gerichtsbeamten und eines anderes Beamten hin wurde Thormeyer wegen Meineides zu einer empfindlichen Strafe verurteilt. Nachdem er diese verbüßt hatte, war er unablässig bemüht Material zum Beweise seiner Unschuld herbeizuschaffen. Ties ist ihm nunmehr gelungen und im Wiederaufnahmeverfahren wurde er freigesprochen. Thorinever hat eine Entschädigungsforderung von 30 000 Mark gegen die Regierung geltend gemacht. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 3. Nov. Die heute zur Zeichnung aufgelegten 30 000 Stück Reichst) ankanteile über je 1000 Mk. sind hier stark überzeichnet worden. — Gegen d i e Petr ole nm-Gesellschaften. Die Handelskammer in Plauen wendet sich gegen die großen Petroleum- Gesellschaften und svricht die Erwartung aus, daß ihnen die Behörden keine besonderen Begünstigungen zu teil werden lassen. Besonders solle man für die Errichtung von Petroleumtanks kein Bahngelände hergeben. In Betreff der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft wird jedoch die Ansicht ausgesprochen, daß es nicht gut angehe, derselben den Straßenverkauf von Petroleum polizeilich zu verbieten. — Nachahmungen von Nernstlampen. Infolge Vorgehens der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft ist eine Entscheidung des Landgerichts Berlin herbeigeführt worden, die es der Internationalen Böhmlichtgesellschaft untersagt, die von ihr hergestellten Lampen weiter zu fabrizieren, auch dürfen die von ihr hergestellten Lampen nicht verkauft werden. Märkte. ko. F r a n k f u r t a. M., 4. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Schweinemarkt. Zum Verkauf standen 288 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60—61 Pfg., Lebendgewicht 48—00 Pfg., 2. Qual. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 3. Qualität 53—56 Pfg., Lebendgewicht 00—00. Geschäft gut, kein Ueberstcmd Kirckliche Hlachrichien. Evangelische Gemeinde. 2 3. Sotrntag nach Trinitatis, den 6. November: Reformationsfest. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9V2* Uhr: Professor v. Drews. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthausgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends ?*/< Uhr': Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäus- Gemeinde. Dienstag, den 8. November, abends 8 Uhr: Liturgischmusikalische Feier aus Anlaß des Jahresfestes des Qberhessijchen Vereins für innere Mission. (Die weiteren Veranstaltungen zu diesem Feste find in besonderer Anzeige zu finden). Um dieses Festes willen muß die Versammlung des Frau en Missionsvereins auf Freitag verlegt werden. Donnerstag, den 10. November, abends 8 Uhr, im oberen Saal des Gemeindehauses, Kirchstraße 9, Vibelstunde. Psalm 107. Pfarrer D. Schlosser. In der IohanneSkirche. Vormittags 972 Uhr: Repetent Lic. Fuchs. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Joharmes- gemeinde. Pfarraffistent Schulz. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl fitr die Lukas- und die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die G u st a v Adolf- Stiftung. . Freitag, den 4. November, nachmittags 4 Uhr, beginnen tm Konfirmandensaal der Lukasgemeinde, Liebigstr. 56, die Zusammenkünfte des Missionskranzes der Lukasgemeinde, wozu herzlich einlädt Pfarrer Euler. Israelitische Religionsgeseltschaft. Sabbathfeier am 5. November 1904. Freitag abend: 4.30 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.45 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 4.00. Israelitische Reliaioirsgememde. Gottesdienst in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 5. November 1904: Vorabend 4.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang 5.45 Uhr. MM 06639 Mainzlar, den 3. November 1904. S Die Beerdigung findet Samstag den 5. November, nachmittags 2 Uhr, in Mainzlar statt. Todes-Anzeige. Verwandten rmd Freunden machen wir hierdurch die traurige Mitteilung, daß unter innigst geliebter Gatte, Vater, Schwiegervater und Großvater Hm Friedrich Rein l< nach langem, schwerem, mit Geduld getragenem Leiden heute Morgen 11 Uhr im 75. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fanäüii® OeeBTa MM-VerstkWW. Samstag den 5. November, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale, Neustadt 55, hier, mehrere Betten, Sophas, Kleiderschränke, Tische u. Stühle, Weißzeug und Küchengeräte, sowie eine Partie eng(. Zinn gegen Barzahlung versteigert. Die Versteigerung findet be- stimmt statt.8227 Mehrere sehr gut erhaltene Tauschwagen billigst. 1 leichtes 1- n. 2-spänn. Coupe, 1 GlaSlandauer, 1 leichter 4-sitz. Kutschier- Wagen, 1 4- und 6°sitz. Sandschneider, 1 10«fitz. Sommerwagen sehr billig, 1 neuer, eleganter Laudauer, 1 neues Mylord, mehrere 1- und 2-spännige Schlitten, 1 sehr gut erhaltener Herren- Sattel. 8209 August Kübinger, Seltersweg 19. Telephon 276. dienen er lKnowrrrMafrniyer Werrermertfl. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den, 5. November 1904 : Zeitweise leicht aufheiternd, tagsüber ein wenig kühler, nur vereinzelt geringer Regen. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Meldungen. Trier, 4. Nov. Der stellungslose Buchhalter Rulcmd verletzte vor dem Grabe seiner ersten Frau seinen 6jährigen Knaben aus erster Ehe durch einen Revolverschuß tötlich und erschoß sich dann selbst. Dresden, 4.Nov. Nach einerDisziplinar-Untersuchung wurde der Geh. Hosrat Dr. Meyer, der Direktor des zoologischen und anthropologischen Museums, vom Amte su sperr-, di ert. Wie verlautet, soll Dr. Meyer seine Untergebenen veranlaßt haben, wissenschaftliche Arbeit en unter/ seinem Namen zu veröffentlichen. Mannheim, 4. Nov. Auf der Strecke Mannheim^, Karlsruhe der Rheintalbahn wurden heute morgen in der Nähe der Station Altripp die Leichen eines jungen Mannes und eines Mädchens gefunden, welchen beiden der Kopf vom Rumpf getrennt war. Es handelt sich zweifellos um ein Liebes-Drama. London, 4. Nov. Nach Newyorker Meldungen hat die Union-Regierung bei Deutschland wegen des Abschlusses eines Schiedsvertrages sondiert. Die deutsche Antwort laute zustimmend, so daß der Abschluß deS Vertrages baldigst zu erwarten sei. Paris, 4. Nov. Zwischen dem Direktor des „ Figaro" Gaston Calmette und dem Rittmeister de Bremont d'Acs, von de:n der „Figaro" geheime Briefe veröffentlicht hatte, wird heute ein Pistolenduell ausgefochten werden. Vigo, 4. Nov. Gestern kam der russische Marine-Kapitän Vo ström mit einer geheimen Miffion für Admirah Roschdjeswensky hier an. Da er das Geschwader nicht antraf, fuhr er mit der Eisenbahn nach Gibraltar und Tanger.^ Der Kanzler der Madrider japanischen Gesandtschaft ist uoch^ immer in Vigo. Vom Kriege. Rom, 4. Nov. „Italia MMcwe" berichtet auS Tokio, die Japaner hätten einen unterirdischen Gang gegrcwe^ welcher von der Taub enb ai bis Li au tisch an reicht. Jedoch hofften ttie Japaner, Port Arthur im Sturm nehmen können und wollen den Gang nur zum Legen von Minen int) äußersten Falle verwenden. London, 4. Nov. Erchange Telegraphen-Compcmy ver-( zeichnet das Gerücht, General Stössel sei am Bein leicht Vor*1 wundet worden. , „ . ' Tschifu, 3. Nov. Kriegskorrespondenten, welche von ver, japanischen Belagerungsarmee von Port Arthur zuruckkehren, er-> klären, daß die Japaner eine neue Niederlage erlitten.; hätten. Indessen dauern die Angriffe fort. Sie veranschlagen! die Zahl der Toten und Verwundeten auf 20 00Q Mann. Tie Feldlazarette seien überMt. Der Sturm wurde^ hauptsächlich mit ftischen Truppen unternommen. Zwölf TranKPortdampfer hatten diese in den letzten Tagen in Dalny gelandet. Mukden, 4. Nov. Die russischen Stellungen am Schaho werden täglich stärker. Trotz der großen Nähe deÄ beiden Gegner wird die Möglichkeit eines japanischen AngnMZ^ täglich geringer. Viele Sachverständige erwarten die mllitarrschej Entscheidung erst im Frühjahr. Rußland hat dre Möglichkeit, erdrückende überlegene Streitkräfte in der Mandschure: zu sammeln, besonders wenn die Leistungsfähigkeit der Bahn durch größer^ Organisation de§ Dieustbetriebes noch weiter vermehrt wird. ; Breslau, 4. Nov. Wie aus Czentochau gemeldet wird, kam es in Radomsk zwischen Reservisten und russischen Soldaten zu Tätlichkeiten, wobei sechs Reservisten erschossen und gegen 30 verwundet wurden. Auf kurze Zeit beurlaubte und nicht pünktlich znri'ickkehrende Reservisten werden nachts aus den Betten geholt imt) sofort nach Skierniewice zrrr weiteren schiebung ge^acht^ Telephonischer Kursbericht« 3V2o/o Reichstinleihe . . 101.35 30/0 do. ... 89.30 8V,% Konßols .... 101.25 30/0 do......89.35 R1/2°/n Hessen .... 99.90 31/, % Oberhessen . . ♦ —.— 4% Oesterr. Goldrento . . 101.00 4i/6% Oesterr. Silberronte 100.40 4% Unuar. Goldrento . . 100.05 40/.. Italien. Rente , . . 104.10 41/, % Portugiesen » . . 63.10 Ro/ Portugiesen.....62.05 C. Türken .... —.— Türkenlose......128.20 4% Griech. Monopol.-Anl. 47.80 4l/,% äussere Argentiner 43.75 30/0 Mexikaner .... 29.80, 4Vo% Chinesen .... 89.801 Electric. Schuokert ... 120.00j Nordd. Lloyd . . . . 107 601 Kreditaktien ..... 21100) Diskonto-Kommandit, . . 191.40, Darmstädter Bank . / . 141.10 Dresdener Bank .... 153.50 Berliner Handelsges. v . 161.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.30 Lombarden . . . , . 18.30 Gotthardbahn . . . . . 189.00 Laurahüite ...... 253.50 Bochum ....... 220.50 Harpener ...... 21630 Schatzscheine . . » » • —j ;: fest. Mng-king-ling die Schul' geht an und nun beginnen auf§ neue die Sorgen der Eltern imxj die Gesundheit ihrer Kinder. Rauhe Stürme, feuchte Luit greifen, die Atmungsorgcme mehr wie sonst an, es entstehen Heiserkeit, Husten und noch schwerere Erkrankungen. Diesen im ersten Stadium zu begegnen ist es Pfacht der Eltern, den Kindern auf dem Schulwege einige von den berühmten Fay's ächten Sodener Mineral-Pastillen mitzugeben. Dieselben find ein vorzüglich be- wäbrtes Hausmittel und in jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwasserhandlung ä 85 Pfg. p. Sch. zu haben. hv16/e 7 Mainzer Aktienbier 7922 MÜttSVurg 7. Telephon 292. wohlschmeckend Versteigern»!! § Brennholz- Nnicrn icht wird erteilt. 8045 Vt Flasche 18 «Pfß.. '/- Flasche 9 Pfg. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Hießen Telephon 344. Morgen, SamStag, 13 Uhr, wird auf bcm Lagerplatz längs der Bahn an der Hollergaffe em Quantum Zimmerfpähne gegen. Barzahlung versteigert. [06653 garantiert rein. - Viktoria-Drogerie, Marktstrasse 5.1 Mdkr-MMiK beste und billigste. Heinrich Noll, Gieße« Papierhandlung Bahnhofstrasse 44, Bahnhofstrasse 44. Spezial - Geschäft für Schlafzimmer und Bettwaren Einzelne Schlafzimmer-Möbel in jeder Preislage. und Bett-Kolter in grosser Auswahl. \ C. höh Gepolsterte Matratzen mit Bosshaar, Kapok oder Seegras. Patent-Matratzen bewährter Systeme. Federbetten und Kissen in allen Preislagen. Bettstellen , in Holl und Eisen. Kleiderschränke poliert und lackiert. W aschkommoden. Nachtschränke. Steppdecken jetzt Bahnhofstrasse 44. --■■BÄ ~ * Prinzip: Wir rüicn keine Hohe Schule auch nicht mit Fischpreisen. Wir haben den wohldegründeten und stadtbekannten Ruf, nur gute Ware zu niedrigen Dreises zu führen und wenn in dem flohen und regelmäßigen Absatz unseres jede Woche Mittwoch—Donnerstag eintreffenden großen Postens Prima feinste Hordsee-Fischo wie ja wohl anzunehmen, die beste und massenhafte Anerkennung liegt, so bedürfen wir keiner weiter«, auch nicht der Zuerkennung eines besonderen Titels. Wir verkauften diese Woche wie stets unsere Fische innerhalb 24 Stunden wrd hott« von Mittwoch bis Donnerstag abend vollständig geräumt. Das ist schließlich für unsere verehrte treue Kundschaft wie für unS das i4/u w Allerbeste. -ML Gebrüder Berdux «ahnhofKratze 27. Telephon 231. Liudenplatz 12. Kaffee eigener Röstung in hervorragend fernen Qualitäten und sorg- sättigst zusammen gestellten Mischungen per Pfund von Mk. 1«— bis Mk. 2.— (Bei Mehrabnahme entsprechend billiger.) Boh-Kaffee in allen Preislagen. Thee, ChocoSade, Kakao in diversen Sorten empfiehlt Federweitzer ^Lchott's Weinstube Bahnhofstraße. 8212 Von heute ab fast täglich (frisch) feinste Milcherte Fratt Würste in bekannter Güte. 7020 Schreiner SclterSweg 65. Christian Wallenfels 17 Mavkrptatz 17. Gießen. Telephon 26L. Gegründet 1826. prompter versandt »ach imswärtr.a**/w Radium 8ichc». Sttinä Partei Montag, 7. Rod., 8 Uhr: ■ Mur einmaliger Experimentaiyortrag über dasWuuderelement Stadium von A. Algardi, Physiker, Berlin. Sperrfitz 1.50, Saal L— Mk., Studierende, Schüler, 50 Pfg. (0M4J SSorverkauf bei Herrn Weiler, Markt 1: 1.25 Mk. und 75 Pfg. Eckte l Echte FrankLWürstchen1 FraakLWürstchen frisch geräuchert, empfiehlt [8062 Heinrich Meister ________Seltersweg 57.________ zmtjickr Meßet in bekannter Güte stets frisch. L. »alkhof Macht. ________Westanlage 5. 7371 Hausschuhe in größer Auswahl, von 70 Pfg. em, eingetroffen. 7888 Zraez Meueeier, Sonnenstr. 20/22. W* Hasen frisch aeschoffen, von 3 Mk. an, empfiehlt Frau Ebel, «tSUA SüüeMzdU IJL in vorzüglicher Qualität empfiehlt a*/M Christi anWallenfeis 17 Marktplatz 17 Telephon 262. Gegründet 1826, Kartoffeln i ff- Magnrrm bo«nm für den Winterbedarf empfiehlt zu den billigst. Tagespreisen franko Keller Peter Berg, M,7 Bestellungen werden entgegen- genommen Wicsecker Weg 13, Brandplatz 14 un Laden u. Wolken-' gaffe 22 bei Herrn Ph. Weller. SBöh 'm Ganzen und im Anschnüt empfiehlt öAßn2 ätau Ebel. I Freude! bereiten Sie Ihrer zum Geburtstage schenken. Ersparnis an Zelt, Seife und Brennmaterial ca. 175 Prozent. Lieferung auch auf Probe. Emü Piitor Nachflg. Marktstresse. [8139 Frau, wenn Sie ihr Johns ..Volldampf“ Waschmaschine Brumataleim bester Raupenleim, Pergament» papierstretfeu u. Kordel hierzu. Adler-Drogerie Settersweg 39 Dtto ZthdoL 8122 Frislü geschossene Hasen uni) Reh im Anschnitt — empfiehlt Fr. Klotz, Mäusburq 17. Uevliiiiifr. LLiuter-Aepfel Biruen und Quitte« zu 8—12 Ntark f. 50 kg durch das Obstgut Ortender- in Oberheffen ab- zugeden.hv”/10 9leuerdaute, bestens eingeführte Mühle 8126 wegen Todesfalles sehr billig zu verkaufen. Dieselbe kann durch gutgehende Backerei mit elcfir. Betrieb noch bedeutend vergrößert werden. Zahlungsfähige Kauflustige wollen schreiben unt. A. E. an Rudolf Moste, Gieße«. 065841 Herreuüber-ieher, fast neu, sehr wenig getragen (dunkel), für großen, starken Herrn preisw. zu verk. Landgrafenstr, 5, part. Gut erhaltener, gebrauchter Mcidiuger Ofeu zu verkaufen. 8221) näheres Bergstraße 11. 066221 2 gut erhaltene Winter» Jacketts billig zu verkaufen. _______________Frankfurter Hoi. Petrolcnm-(Doppki-) Locher fast neu, billig zu verkaufen. Sathariucugaste 12, H. I. Gladenbach. Altershalber verkaufe ich mein WolruhauS mit gutgehend. Wirtschaft, Scheuer und Stallung. Großer Garten an der Wohnung. Eignet sich für jedes Geschäft. 8233_______________K. Wetz. In lebhaftestem Badeorte bei Frankfurt a. Äi. ist eine seit 50 Jahren mit allerbestem Erfolge betriebene 06378 Hoftapeziererei verbunden mit stottgehendem Mel-uMmtionSsksW wegen Todesfalles unter sehr günstigen Bedingungen sofort zu verkaufen. HauS, große Werkstatt und nur courantes Lager werden ebensallS billigst mitabgegeben. Außergewöhnlich vorteilhafte Gelegenheit zur Existenzbegründung. Reflektanten, welche Anzahlung leisten können, wollen sich wenden an Friede. Gä«S, Agentur- und KonunissionS - Geschäft in Gießen, Bahnhofstraße 48, II. Aimrsd-Irilliilg, Aufgabe der Jagd zu verkaufen. Off, u. 06660 an die Exp. d. Bl. uevinirtcii I 7 Zimmer | «ftrrweg 0 i|l der drule