Nr. 181 Grlch-iut täglich außer Sonntag». Dem Giessmer Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesstschen Landwirt die Siebener Familien. Blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der BrÜyl'schen Vu'oers.-Buch-u.Stein- drucke«!. R. Lange. Redaktion, «rvedMo« und Druckerei: Scholstraße 7. Adresse für Depeschen: «u-etger «letze». Fernsprechanschluß 9h.61. K ®rfteS Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 4. August l»04 Gietzener Anzeiger «attd.aisdvt ” •*’ S=SS Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen KM --- zeigenteil: Hans Deck. Z)ie heutige Dummer umfaßt 8 Seiten. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der verlängerte Asterweg von heute an bis aus weiteres für den Fuhrwerks« und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 3. August 1904. Grobherzogliches S'oli^eiamt Gießen. _________________Herberg._________________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Stein st raße zwischen Schott- und Marburgerstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 3. August 1904. Großherzogliche-r ' oli,;eiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Schott st raße zwischen Nordanlage und Steinftraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 3. August 1904. Großherzogliches Nolizeiamt Gießen. Herberg. Z)er Krieg zwischen Japan und Dußland. Karopatkin bestätigt den Rückzug. Ein Telegramm KNropatkins an den Kaiser vom 2. August besagt: Am 2. August zogen sich unsere Truppen von Harts ch eng auf dem Wege nachAnschantschian zurück. Ungeachtet des sehr heißen Tages wur-e der Marsch in guter Ordnung zurückgelegt. Der Feind beunruhigte uns nicht. Es ist alles getan, um unserer Infanterie Erleichterung z-u verschaffen. Jeder Kompagnie sind einige Fuhrwerke zugeteilt zur Aufnahme der Mäntel und Tornister. Die Hitze ist indessen so groß, daß, ungeachtet der getroffenen Maßregeln, die Zahl der vom Hitzschlag Befallenen bedeutend ist. Von den Truppen der Ostfront sind heute keine zuverlässigen Nachrichten eingetroffen. Die Kampfe auf dem Ruckzug. Von der Armee, die den Angriff auf Tanutscheng unternahm, wird aus Tokio berichtet: Der Angriff begann am 30. Juli. Der Feind hatte stark verschanzte Stellungen auf den Höhen um Tanutscheng eingenommen, 15 Meilen südöstlich von Haitscheng. — Am 31. Juli entspann sich ein heftiger Kampf, der den ganzen Tag anhielt. Der linke Flügel der Japaner vertrieb den vor ihm stehenden Feind aus seinen Stellungen und drohte, der Hauptmacht des Feindes in den Rücken zu fallen, der dadurch gezwungen wurde, sich in der Nacht auf Haitscheng zurückzuziehen. Die feindlichen Truppen standen unter Generalmajor Alexejew und setzten sich aus zwei Divisionen Infanterie und sechs Batterien zu- rairrmert. Die Japaner erbeuteten sechs Feldgeschütze und nahmen eine Anzahl von Russen gefangen. Ihre Verluste betragen 30 0 Mann, während der Feind 150 Tote auf dem Felde ließ. Japanische Verluste. Nach einem Bericht des Generals Kuroki fielen bei Dung- i!zuling und Kushulintzu auf japanischer Seite sechs Offiziere; 16 wurden verwundet. Ferner verloren die Japaner 950 Mann an Toten und Verwundeten. Bei Port Arthur. Ter dreitägige Sturm der Japaner, der hart- aäckig gegen die inneren Verteidigungswrrke im Norden und Osten von Port Arthur gerichtet war, blieb erfolglos. Dschunken, die hier aus Port Arthur eingetroffen sind, berichten darüber: Am 26. Juli vor Tagesanbruch begannen die Japaner von Kwokau aus einen Angriff gegen die Küstenforts, -te ^fischen Vorposten wurden zurückgetrieben. Admiral Togo beschoß gleichzeitig die Forts aus »veiler Entfernung. Das Feuer der Forts zwang die Schiffe, sich in sicherer Entfernung zu halten, und machte so das Zusammenwirken der japanischen L>chiife und der Landtruppen unwirksam. Am Morgen des folgenden Tages verließ die russische Flotte den Hafen unter dem schütze der Batterien auf dem Goldenen Hügel, eröffnete aber kern Feuer auf die Japaner und zog sich bald nach dem Anker- Vlatz zurück. .Der Angriff im Norden von Port Arthur erfolgte am 27. Juli. Ter linke Flügel der Japaner rückte gegen die Russen bei Shiushiling vor, wurde aber zurückgeschlagen. Tie Dschunken blieben, nachdem sie Port Arthur verlassen hatten, noch drei Tage in th?r Nähe der Stadt, hörten aber kein Feuer uehr. Tie russischen Lazarette in Port Arthur ind überfüllt. Tausende von Verwundeten sind n Geschäfts- und Wohnhäusern von Ehincsen untergebracht, die hre Häuser dazu hergeben mußten. Krankenpfleger pflegen die verwundeten in Privathäusern, die ärztlich beaufsichtigt werden. In Rintschwang !>aben die Japaner ein großes Proviant-Depot er* Achtel, welches von 2000 M ann kuwackst wird. Man erwartet ilas Eintreffen japanischer Kriegsschiffe, welche ' r a n s oo r t schi s f e begleiten. --- Auf dein Gebäude her ^ussis^ chinesischen Bank ist die japanische Flagge gehißt worden. Tie Japcner »oeigern sich, die Rechte des französischen Verwesers, oa« GebÄude unter seinen Schutz genommen Hot, an- „«erkennen, .weil dies erst noch dem Ausbruche der Feindselig- k'-iten geschehen sei. Zum Tode deS Generals Keller wird noch .gemeldet: Ein Steinhaufen bei Thawuan am Tefilee von Jantfcling bezeichnet vorläufig den Ort, wo Graf Keller die Todeswunde erlitt. Keller wußte, daß dorthin Kuroki die zweite Division seines Korps dirigiere, und bestand darauf, die Verteidigung dieses wichtigen Punktes persönlich zu leiten. Er stand etwa fünfzig Schritte von der auf einer kleinen Anhöhe postierten Batterie, welcher es gegen 2 Uhr nachmittags gelungen war, gegen eine japanische Batterie sehr wirksame Schüsse abzugeben. Tie japanische Artillerie erhielt aber Verstärkung, und um 3 Uhr nachmittags wurde Keller das Opfer seines Heroismus. Er hinterläßt eine Witwe, einen Sohn, oer Offiziers- Spirant in der Pagenschule ist, und eine ganz junge Tochter. Kellers rechte Barthälfte war infolge der im Türkenkriege erlittenen Operationen an der Wange ganz weiß geworden; die linke Barthälste zeigte ein kräftiges Rotbraun. — Ter Petersburger Korrespondent des „Matin" erinnert daran, daß der getötete General Graf Keller mit einer der bekanntesten aristokratischen Familien Frankreichs verwandt war. Er war ein Vetter des Marquis de Beauvoir. Keller, dessen Urgroßvater übrigens Gesandter Friedrichs des Großen in Petersburg gewesen ist, war oft in Paris und wohnte wiederholt den französischen Manövern bei. Leroux hat Briefe Kellers an seine Familie gelesen, darf sie aber nickt veröffent- lichen, ,da sie offenbar recht pessimistisch klingen. Er teilt nur die folgenden Sätze mit: „Ich habe eben 117 Werst zu Pferde zurückgelegt. Meine Offiziere und die fremden Militärattachees liegen wie gebrochen da, ich dagegen habe mich nie wohlcr gefühlt. Tanke Gott, daß er mir trotz meinen 53 Jahren den Körper eines Zwanzigjährigen erhalten Hal." Volttische Tagesschau. Die Versenkung des DampserS Thea. Zu der gestern gemeldeten Heldentat des Wladiwostok- Geschwaders, der Jngrundbohnrng des deutschen Dampfers Thea, sagt die ,Nordd. Allg. ßtg/ nicht ein einziges Wörtchen. Und doch ist es klar, daß die Ladung Fische, welche die Thea führte, die Versenkung nicht rechtfertigte. Soweit sind nicht einmal die Engländer im südwestafrikanischen Krieg gegangen, daß sie Le denSmittel als KriegSkontrebande bezeichneten und demgemäß die betreffenden Schiffe der Neutralen behandelten. Rußland hat ein Kontrebande- und ein Seebeuterecht ganz nach Gutdünken aufgestellt; die Rücksichtslosigkeit des Gebrauchs wird zu einer immer größeren Gefahr für den internationalen Handel. Die „Times"' unterzieht nach einem heutigen Telegramm den Bericht SkrydlowS über die Kreuzfahrt des Wladiwostok- Geschwaders einer schneidigen Kritik. Das Blatt sagt, er zeige, daß England noch nicht am Ende seiner Schwierigkeiten mit Rußland hinsichtlich des neutralen Seeverkehrs sei. Seine Handlungsweise, indem er den „Knight Commander" und den deutschen Dampfer „Thea" versenkte, möge gänzlich im Einklang sein mit dem russischen Prisenkodex, die russischen Zeitungen behaupten aber, ein solches Vorgehen sei weder im Einklang mit unserem Prisengesetze, wie wir es handhabten, als unsere Herrschaft zur See unanf-chtbar war, noch mit Grundsätzen, denen wir beistimmen können. Der deutsche Dampfer ist verurteilt und versenkt worden, weil seine Ladung aus Fischen bestand. Die Deutschen mögen protestierten oder nicht, wie c8 ihnen beliebt, aber wir wissen auS dem Munde deS Premierministers, daß England die russische Regierung darauf aufmerksam gemacht hat, wie eS die französische Regierung im Kriege mit China darauf aufmerksam machte, daß wir Lebensmittel nicht als Kontrebande anerkennen können. — Trotz dieser Erklärung ist England mitschuldig an diesen heillosen Zuständen. Bei allen den internationalen Verhandlungen, die darauf abzielten, eine Einschränkung deS Begriffs der KriegSkontrebande im Jntereffe deS Handels der Neutralen durchzusetzen, war die englische Regierung nicht zu haben, ebensowenig wie die russische und die französische Regierung. — Nach einer Meldung auS Wien verlautet übrigens dort in diplomatischen Kreisen, daß zwischen den iMächten ein Meinungsaustausch wegen Abhaltung eines internationalen Kongresses behufs Regelung der Kontrebandefragen stattfinde. * ReichStagSwahlrecht. Wir brachten gefteni noch unter „Neueste Meldungen" die so schöne, kunstvoll und plausible Behauptung des „Vorwärts" über eine Re so rin des Reichstagswahlrech ts. So viel Mühe das Blatt sich aber auch gegeben hat, diese „Verhandlungen" einleuchtend zu machen, so erhält man doch bei der Lektüre des langen Artikels des „Vorwärts", dessen urchtbar ernster und kampfeösicherer Ton unbedingt er* wungen erscheint, die Ueberyeugung, daß das sozialdemokratische Organ sich der ganzen Haltlosigkeit seiner Veröffentlichung wohl bewußt ist. Verhatldttlngeu über eine bedeutende Verschlechterung des Reichstagswahlrechts seien unter Mitwirkung der preußischen Regierung geführt wor- >cn. Um die Opposition abzuschwächen, werde das preu- zische Landtagswahlrecht ein wenig verbessert. Nach einer Mitteilung unseres Berliner Mitarbeiters enthält die Mitteilung des „Vorwärts" ein Körnchen Wahrheit. Just daS sei zul reffend, lvas mehr des Effektes tue gen, um die schwarzen Pläne noch sehllvärzer erscheinen zu lassen, von der Verbesserung des preußischen Wahlrechts berichtet wird. Tatsächlicl) beabsichtige die preußische Re- serung eine Wahlrechtsreform. Nrcr darf man sich dar- itier keine Illusion machen, daß ein Wahlrecht in liberalem Sinite dabei herauSkommt. ES gibt nur eine „kleine" Reform- eine große wäre ja ohnehin nicht durchz-usetzen gegen die unüberwindliche Abneigung der Konservativen, die dem geltenden Wahlrecht einen Teil ihrer Stärke verdanken. Die „kleine" Wahlrechtsreform hat auch ihren Nebenzweck: den Neber^weck nämlich, den Liberalismus im Lande mit dem neuen, eifrigst geförderten Schulgesetz wenn nicht zu versöhnen, so doch 'zu befreunden. G-raf Bülow sucht diplomatischen Sinnes dem Sturm vorzubeugen, der sich gegen das Schulgesetz erheben könnte. Seit den Kanal- debatten ist das System der Ausgleichung beliebt geworden. Eine solche „Kompensation" wie das wunderschöne, in den parlamentarischen Sprachschatz übergegangene Wort lautet, würde dann durch die Wahlreform geschaffen werden. Das heißt: das Andere nicht ohne das Eine. Erst das Schulgesetz, dann die Wahlreform. Auf diesen Gegenstand mögen sich vielleicht die Besprechungen der Regierung mit Parteiführern, wovon der „Vorwärts" erfahren haben wÄl, bezogen haben. Uebrtgenä haben kaum im gegemuärtigen Zeitpunkt Kvnferenzen stattgefunden. Die Minister sind auf Urlaub, und die führenden Parlamentarier wissen wohl besseres, als jetzt die foimen- durchglühte, staubige, dunstige Reichshauptstadt zu besuchen. . Irgend welche Mänderung des ReichDtagswahl- rechts ist mit Bestimmtheit innerhalb der Regierungen nicht geplant. Wir legen absichtlich den Ton auf das Wort Regierungen. Es ist uns nicht unbekannt, daß Parlamentarier der Rechten — bon größerem Einfluß, als etwa Herr v. Kardorff — eine „umfassende Revision" des Reichstagswahlrechts gerne sähen, ja, daß über den Gegenstand Denkschriften mit eingehend begründeten Vorschlägen der Regierung unterbreitet worden si?rö. Derartige Verbesserungsprojekte gelangen beiläufig sehr häufig an die Regierung. Beträchtlich sind die Einsendungen praktischer Volkswirte" mit fix und fertig ausaearbeiteten Steuerplänen, nicht minder groß ist die Zahl oer gedruckten und handschriftlichen Ausarbeitungen, die auf eine genial einfache Weise die soziale Frage lösen wollen: dazu kommen noch scharfsinnige Belehrungen, welchen Kurs unsere auswärtige Politik zu nehmen hätte, um dem Deutschen Reich einen weltgebietenden Einfluß zu sichern. In der Regel erhalten die glücklichen Fnnder des Steins der Weisen eine höfliche Empfangsbestätigung, und damit ist die Sache erledigt. Parlamentarier aber, zumal, wenn sie zu den Führer:: gerechnet werden, muß man schon etwas auszeichnender behandeln. Ta beißt es denn wohl in dem Antwortschreiben, daß die Vorschläge „bemerkenswert", „beachtenswert" seien. Das verpflichtet zwar auch zu rnchts, erweckt aber vielleicht in dem strebsamen Volksvertreter die angenehme Enrpfindung, daß seine Vorschläge Gehör gefunden haben. Die Genugtuung darüber wird nicht immer in der männlichen Brust geborgen, der Freund erzählt es dem Freunde und dieser wieder einem anderen. So erklären wir uns, wenn von Zeit zu Zeit Reden umgehen, nun müsse sich alles, alles wenden — nämlich infolge der vortrefflichen, beachtenswerten politischen Rezepte der- Herrn Abg. £ Solcher blinde Lärm ist schon oft geschlagen worden: man muß sich wundern, daß er immer wieder Eindruck macht. Der „Vorwärts"" wird aber auch wohl wissen, weshalb es jetzt, nahe dem Parteitag, angezeigt ist, politische Verschwörungen an die Wand zu malen. Die bürgerlichen Parteien werden mit dem „roten Gespenst" unter einen Hut zu bringen gesucht; die Sozialdemokratie entschließt sich zur Einigkeit beim Anblick des „schwarzen Mannes", der auf den Raub von Volksrechten ausgeht. Ms zum Parteitag wird man noch von mancher anderen grausigen Enthüllung hören. Zum Bruch Frankreichs mit dem Vatikan. Ter Abbruch der Beziehungen zwischen Frankreich und dem Vattkan geschah Mircb folgendes Schneiden Delcassss an den Kardinal^Ltaatssekretär in Rom: „Nackidem die Regieinlng der Republik zu unedcrholten- malen die Ausinerksamkeit Eurer Eminenz auf die sckn>ere Be- eintrachtimmg hingelenkt bat, welche die Initiative des bei- ligen Stuhles durch direkte Einflußnahme auf französische Bischöfe den konkordatsmäßig verbrieften Recktten des Staates zufügt, ist der heilige Stuhl durch zwei diesseitige 9h)ten vom 23. ,d. M. auf die Konsequenzen hingennesen worden, die unsere Regierung aus der beharrlichen Verkennung ihrer Rechte herzuleitcn gezwungen wäre. Wir sind genötigt, angesichts der Antwort Sr. Eminenz vom 26. d. M. ftstzustellen, daß der heilige Stuhl die Akte aufteckterhält, die er ohne Wissen der MaM, mit der das Konkordat abxTeschlosien rvorden ist, vorgenonnncn hat. Tie Regier-ung der Republik hat daher beschlossen, den amtlichen Beziehungen, die durch den Willen des heiligen Stuhles gegenstandslos geivorden sind, ein Ende zu machen. Bei Ueberreichung dieser Note werden Sie hinzu' siigen, haß wir auck die Mission des apostolischen Nuntius als beendet betrachten." .^it einer vom 30. Juli nan ts datierten Antwort des Ge- schäftsträgers de Courcel, in iwlcber dieser konstatiert, daß der ihm erteilte Auftrag zur AuSsühnrng gelangt sei und daß dem gemäß der Kardinal-Staatssekretär die sofortige telegraphische Abberuftmg deS Nuntius Lorenzelli aus Paris angrordnet habe, chließt der Brieftvettckel im französisch vatikanischen Konslikt Der römische Koiresponlv'nt, des Pariser Journal will wissen, daß der päpstliche Sttlbl eine N ote an di e M a ckte mit Be- ckwerden gegen Frankreich aufgesetzt bnbe sic sei jedoch nickt votl dem Papste ftll'st, foitbcni von seinem Staatssekretär Merrv frei Bal unterzeichnet. n>as tvedcr unter Leo XIIL nock Pius IX. möglich gewesen mAre Wenn diese Note bisher nvck nickt versandt wurde, soll dies nickt einem SäumniS oder Be- deuken deS lwiligen Stuhls, sondern der Einsprache des diplo matisck?int Vertreters einer katholisch'« Macht zuzuschreiben sein per b.iytristtzc Ariegrminiker üöcr das ThuH In der Plenarsitzung der Kammer der Reichs- rate in München am 3 d M. führte Kriegs Minister v. Asch, nachdem F ü r st von L ö w e n st e t n - R o s o n - berg das Duell vom Standpunkt gläubiger LvtiholUen Umty vfnntrtlt batte. auS, er mitte Mc ^tnfd^auutt* «PK de- Vorredners hoch, urüfse aber, wie er 1 fber5eit getan bube, von bem Standpunkte be- Offi zie r S n u •< au f einem anderen Boben flehen Der fi*ric^nitiüHer legt sobann die Angelegenheit bett, bie Anfrage bet Abg. Heim in ber M geordneten- ftinrmcr ausführlich dar, wobei er bie Behauptung aufrecht erhielt, bas; ein Erlaß nicht ergangen fei, beT -uin Duell zrvi nge. Nach weiterer Debatte, in welcher ^ruf v. Prevsina abfällig sich darüber anS- -spricht, baß Abgeordnete sich an bie Offiziere heran- drängten, uni sie zur Pflichtverletzung zu veranlassen, würbe schließlich der Militäretat genehmigt._______________ Frankreich nnb der Vatikan. Nachdem ber Papst am 3. b. M. in langer Audienz Lorenzelli empfangen hatte, sand im StaatSsekre- tariat ein Karbinalrat statt. Die Sitzung wurde heute forttzesetzt. Das Urteil dürfte ober kaum vor November erfolgen Bischof Lenordez befindet sich zu geisi- Heben Exerzitien bei den Drappisten: er bat die Absicht geäußert, noch vor der Urteilsverkünbigung abzudanken. Die dem Bischof von Laval gestellte Frist, nach Rom zu kommen, läuft am SamStag ab. Der Bischof von Laval ist entschlossen, sein Bistum, wohin ct gestern zurückgekehrt ist, weiter zu behalttn. Dieser Entschluß ist auf den Rat des Generaldirektors des DultuSministeriUmS zurüchzuführeii, welcher dem Bischof empfahl, zurückzukehren und auf Grund deS Konkordats seinen Posten beizubehalten. Aus Rom wird gemeldet, der Prozeß gegen den Bischof von Laval Jet bereits vom heiligen Tribunal eingeleitet worden. Wie verlautet, würbe die jbiric. um ein ChiSma zu vermeiden, Ttnr im äußersten Notfall über ben Bischof von Laval den Kirchenbann verhangen Das Blatt „Lcr E r o ix" in Paris bringt einen längeren Artikel des Katholikenführers de Mun, in bem bie katholischen Senatoren, ^geordneten, Generalräte. Ver- einsvorstünde usw. aufgefordert werden, dem Papste Huldigungskundgebungen zu übermitteln De Thnt selbst habe, wie er mitteilt, beute dem Kardinal Staatssekretär Merrv del Bal im Namen der katholischen Bevölkerung Frankreichs, welche er vertrete, ein Telegramm gesandt, worin gegen den Abbruch ber diplomatischen Begehungen Frankreichs zum Vatikan protestiert und der Staatssekretär gebeten wird, dem Papste bic Versicherung ber unwandelbaren Treue ber französischen Katholiken auszufprechen. Deutsches Keich. Bergen, S. Auq. Tie ,Hohonzallern* mit dem Kaiser an Bord ist in Begleitung des Kreuzers .Hamburgs und deS Torpedobootes r£(cipner' heute abend 10 Uhr 30 Mm. hier eingetroffen. Berlin, 3. Aug. Die Ankunft deS Kaisers auf Schloß WilhelmShöhe wird neueren Bestimmungen zufolge erst am 13. oder 14. d. MtS. zu erwarten fein, nachdem der Monarch sich kurze Zeit in Ewinemünde aufgehalten hat. Ter Besuch des KasserpaareS in Hameln und Fischbeck wird erst gegen Mitte d. M. stattfinden. — Dem »StaatSanzeiger* zufolge ging den Regierungspräsidenten eine gemeinsame Verfügung deS Finanz- mmisterS und des Minister- deS Innern nebst einer Denkschrift betreffend die Gemeindebesteuerung derDrund- befitzer nach dem DeranlagungSmaßstabe deS gemeinen Wertes zu. Die Regierungspräsidenten werden aufqeforbert, bis zum 1. Juli 1905 zu berichten, welchen Fortschritt die Einführung der Grundwertsteuer in den Gemeinden ihres Bezirkes gemacht hat. — Der .StaatScmzoiqer* veröffentlicht das Gesetz vom 24. Juli 1904 zur Abänderung deS Gesetzes betreffend daS Staatsschuldbuch vom 20. Juli 1883. — Der Minister deS Innern macht bekannt, daß sich sämtliche Bundesregierungen damit einverstanden erklärt haben, daß die teirffamFeit ber zur Heberwachunq deS internationalen Mädchenhandels bei dem Berliner Polizei- prästdium eingerichteten Zentralvolizeistelle auf das Reich ausgedehnt wird, und daß die Kosten nach Verhältnis der Matrikular - Beiträge der einzelnen Bundesstaaten verteilt werden. Kiel, 3. Aug. Das Kieler Konsistorium entsetzte im Disziplinarverfahren den bereits suspendierten positiven Pastor Iacobfon-Scherebeck, der 1898 als antisemitischer Reichstagskandidat aufgestellt war, seines Pfarr- amteS. Stettin, 3.Aug. Der 84jährige Graf von Arnim- De nf en, Mitglied deS Herrenhauses, ist in der letzten Nacht in Schwedt an der Oder infolge eines UnglücköfalleS gestorben. Im Schlafzimmer deS Grafen, ber schon seit längerer Zeit bettlägerig ist, explobierte eine Benzinlampe (in ber Nacht zum Dienstag), wobei ber Graf an Gesicht unb Brust schwere Brandwunden erlitt, denen er heute nacht erlegen ist. Air Hereros. Generalleutnant v. Trotha meldet auS Brinbi- Lngoahererv: Tie zweite Kompagnie des Feldregi- tourt>€ am 2 August um 8 Uhr vormittags von 150 Hereros bei Okateitei angegriffen Der Angriff wurde abgeschlagen. 30 Hereros sind tot Diesseits sind schwer verwundet ein Unteroffizier leicht verwundet zwei Mann: außerdem sind zwei Wit^ bois tot und einer verwundet. — Ein neuer Truppentransport in Stärke von 13 Offizieren unb 355 Mann sowie 550 Pferden geht am Samstag auf dem Dampfer deS Norddeuffchen Lloyd „Wittekind" nach dem Kriegsschauplätze ab. Ausland. Haag, 3. Au§ Bei den Wahlen zur ersten Kammer wurden gewählt 29 Antiliberale nnb 18 Liberale Tie Wahl von drei Mitgliedern wurde vertagt. Bor der Auslösung fatfe sich die Kammer aus 27 Liberalen und 23 Antiliberalen zusammen. Petersburg, 3 Aug Ter künftige Minister be« Innern soll hd'glick adn'nißrative Lbliegenhiten baden, eine ^rt 'M!Irr ft Rußland und Finnland sein. Man nennt Hrr >rfen Bosten den vom Großfürsten Sergius empfohlenen TJ?r>drfen-r miverncur Christi. Reben ihm unb ganz unabhängig mfrrbe ein Polizeimini st er funktionieren, der ohne »eÄZ$entNngarns, Belgiens, der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreid:S und Italiens der Negierung gegenüber einstimmig den Wunsch auS, daß sie ihren Einstuß bei dem Kongreß aus- üben möchte, nm die alten Tarife beizubehalten. Tic neuen Tarife erhöben den Zoll aus etwa zwanzig französische Artikel, darunter Parfümerien, Medizinaln>cine, Papier, Wäsd>e und GlaS- nxrren. Niutschwang, 3. Ang. Ter Kriegskorrespondent deS „Matin" erzälstt in einem auS Nintschwang Datierten Briefe, daß in Sbanhaikwan wo sich noch bie lebten internationalen OkkupationSbetachementS befinden, .die i a p a n i s ch c n Soldaten jetzt eine sehr herausfordernde Haltung entnähmen und kürzlich mit deutschen Soldaten Streit gehabt unb einem deutschen Feldwebel durch einen Säbelhieb einen Arm abgehauen hätten. Aus Stadt und Land. Gießen, ben 4. August 1904. ** Personalien. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Fenerlvehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Heubach Johannes Buch- h e iine r, Kirrl X5ru ber, Peter Hering IT., Heinrich Hild, Michael (Sunt), Heinrich Lutz, Gkorg Magfatn, Johannes Magsam III., Michael Meister, Georg Rödelsperger, 05a Rupper t ITT . Gg. Schimpf I., Nikolaus Seitz und Michael Seitz IV. " Verbreiterung des Battketts auf der Straße nach Heuchelheim. Der Kreis Gießen hat, nachdem schon früher bic Stabt Gießen das Gelänbe bazu zur Verfügung gestellt hatte, unter Beteiligung ber Provinz beschlossen, bic Kosten ber Anlage eine« Bürgersteigartigen Bankett« längs ber Robheimer C-Hatiffee bis zu der nach Heuchelheim abgehenden Straße, im Anschluß an den von der Stadt bereits angelegten verbreiterten Fußweg, zu übernehmen. Mit ben Arbeiten zu dieser wichtigen BerkehrSverbefferung wird alsbald begonnen werben. * • Polizeibericht. Gestern nachmittag gerieten in einer Wirtschaft in ber Frankfurterstraße hiesige Droschkenkutscher in Streit, wobei es bhitenbt Köpfe absetzte. Tie Leute hatten die Gelegenheit benutzt, während ihre Fahrgäste sich in der Kirche befanden, sich m einer m der Nähe gelegenen Wirtschaft zu prügeln. Anzeige ist erhoben worden. * • Für bic Burg Gleiberg hat bekanntlich die Stadt Gießen eine Summe von 100 Mk. bewilligt. Auch bie Kreis Vertretung hat für die alte König Sburg 200 Mk. auS den Mitteln deS Kreises Gießen bcigeftcurrt • * Von ben sechs Vizefeldwebeln der Reserve, welche zur Ableistung der am vergangenen Donnerstag beendigten Hebung B beim hiesigen Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm eingezogen waren, haben fünf die vorgeschriebene Prüfung bestanden und dadurch die Qualifikation zum Reserveoffizier erlangt. •• DenkmalS-Einweihung für gefallene Krieger bei Wörth Wie man uns schreibt, wird daS 3. Hess. Ins Regt. v. Wittich Nr.83, Garnison Cassel, mit dem Verein ehemaliger 83er am kommenden SamS- tog den 6 d. M., dem Jahrestag ber Schlacht bei Wörth, dort, bei Wörth, seinen in jener schlacht gefallenen Kameraden 7um Gedächtnis ein würdiges Denkmal enthüllen. Zu diesem Zweck werden sich die Festteilnehmer Samstag morgens in Cassel versammeln, wo um 10.50 Uhr ein Sonder-Schnellzug absahren unb auf einigen Stationen der Main-D-eser-Bahn für weitere Festbesucher anhalten wird. Cberfl von Sommerfeld nebst einer Anzahl Offiziere deS Regis. S3 sowie eine arößere Beteillgmttz von ci>e maligen Offizieren, Reserveosfi^ieren und Veteranen, welche ben Feldzug beim Regt. 83 mitgemacht haben, werden die gemeinsame Reise ^vit diesem Zuge zunächst di- Straßburg unternehmen. Abends findet dort Vereinigung und Begrüßung der Festteilnehmer statt. U. a. werden Oekonomie- rat Sch lenke und Gutspachter K'le in -Hos-Albach, die beide dem Regt. Nr. 83 im Feldzuge als Reserveoffiziere angehört haben, sich an dieser Cinweihungsfeier bei 2Ärth beteiligen. •• Gin Ausruf gegen den Wiederaufbau deS Heidelberger Schlosses istunS zugegangen, unterzeichnet von folgenden Herren deS engeren AusschuffeS: Geh. Hofrat Prof. Tr. Th ade, Heidelberg, Prof. Konrad Sutter, Mainz, Prof. Wilh. Trübner, Karlsruhe, Dr. F. Mam- rot h, Frankfurt a. M., und Prof. Wilh. Manchot, Frankfurt a. M. Es wird aufgefordert, sich zu einem Bunde zu vereinigen. Der Beitritt geschieht ohne Geldbeitrag durch bloße Anmeldung bei Hetten der Ausschüsse. Außer den obigen, den engeren Ausschuß bildenden Herren nehmen auS Heffcn u. a. folgende Mitglieder deS weiteren AuSschuffeS Anmeldungen entgegen: Oberst & la suite Maximilian Freiherr v. Heyl in Darmstadt, Professor Olbrich in Darmstadt und Rechtsanwalt Kleefeld in WormS. fc. Darmstadt, 3. Aug. Von den Kavallerie- Offizieren deS XVIII. Armeekorps wurde in der vergangenen Nacht um den von dem Kaiser gestifteten Ehrenpreis geritten. Ter Abritt der Offiziere erfolgte gestern abend in Darmstadt mit der Richtung nach dem TaunnS. Ten Teilnehmern lag wie immer auch die Lösung einer kriegsmäßigen Aufgabe ob. Die zu erkundenden Truppen- ausstellungen wurden von den Garnisonen Mainz, Wiesbaden unb Homburg außgesühri. fid. Darmstabt, 3. August. Die Ausschreitungen ber Streikenben am Neubau beß ,Darmstädter HofeS* nehmen täglich größere Dimensionen an, so daß die Polizei kaum mehr in der Lage ist, die Ordnung ausrecht zu erhalten. Die arbeitswilligen Zimmerer mußten heute mit Wagen zur Bahn gebracht werden. Einige Radaumacher wurden verhaftet. w- Hanau, 3. August. In der Gegend von Gersfeld in der Rhön gingen schwere Gewitter nieder, bei den-'n eine Anzahl von Gebäuden von Blitzschlägen getroffen und eingeäjchert wurden. Frankfurt a. M., 3. Ang. In ber Nacht zum Mow- tag erkrankte hier die Familie deS Kaufmanns! Bing, bestehend auS ben Eltern unb zwei Mcidchen im Mter von 8 nnb 5 Jahren, sowie bic Köchin unb boS Dienstmädchen unter Vergift nngsersch ein n nge n. ES liegt ohne Ziveifel eine Vergiftung durch verdorbene Speisen vor. Es wurden sofort Gegenmittel ängewandt; eine Lebensgefahr erscheint ausgeschlossen. Die Untersnch- III 'N! I M annheim, 3. Aug. Die Kriminalpolizei verhaftete gestern den Schreiner Johann Rühl aiiS Dottenheim, der sich ditrch VeraiiSgabling von Coupons verdächtig gemacht hatte. Wie sich herauSsteNt, hat Rühl in der Nacht vom 23. zum 24. v. MtS. in Milten berge am Main bem Samenhänbler G. I. Gäffenstein eine Kassette mit KouponS unb Depotscheinen im Werte von rn ii b einer halben Million Mark gestohlen. In seinem Besitze würben nur noch Wertpapiere im Betrage von 200 000 Mk. gefunden, die übrigen KouponS und Wertpapiere behauptete er in seinem Koffer, der in Miltenberg stehe, verschlossen zu haben. Rühl hatte zwei Bekannte mitgenommen, die ihm beim Absatz der KouponS behilsiich waren; dieselben wurden gleichfalls sestgenommen. Hhm Jalils fette Meise. Tie vorläufige Beisetzimg der Leick>e KrügcrS schildert ein englifder .Korrespondent im Haag in einem ergreifenden Bericht: Paul Krs'ger ist in das Mutterland feiner Rasse heimgekehrt, der alte Krieger ist selbst von seinem Adoptivvaterlande fern gcHorben. Eine Stunde vor der Ankunft der LeickZe im Haag brach ein Unwetter loS, heftige Regengüsse fegten ^die Straßen leer. Aber nach einer halben Stunde hörte die Sintstut auf, und die Sonne brach wieder durch die Wolken. Da belebten die Straßen sich wieder, die Bewohner des Haag zogen nach dem Bahnbof, auf dem die Leiche ankommen sollte. Tie Zugänge n>aii'n dicht besetzt, den ganzen Weg entlang bildeten t ilnepmende Zuschauer Spalier. Die Blumenspenden, die zur Ausschmückung des Vctd enn-agim^ dienen sollten, lagen in einem Wattezimmer des Bakniboses aus. Ohrohe Orchideenkränze waren in Menge gesandt, auf vielen Schleifen las inan das Wort „Bereeniging". Um k2 Uhr fuhr der Zug in den Bahnhof ein. Eine Rangier- ma'd> nc k p e t' einen schäbig auSfchenbcn 0'eräckwag n von dem Zuge los, bet zwei gewöhnliche Gepäckzettel mit ber Ausschrift „Von Basel nach dem Haag" trug. Die kleinen Fenster waren schmutzig von dem Staub der langen Reise, nur einzelne Jmmer- gvünblälter innen an den Fenstern beuteten barauf bin, was ber Wagen in sich barg. Ter Wagen wurde auf ein NebengelriS rangiert, das Siegel erbrochen nnb die Tür zurü kgestoßen. Im ?.nnem war ber Versuch gemacht, ben Wagen onrch Grün und Blumen in eine Kapelle zu verwanbeln. Schnell würbe ber einfache Sarg, ber die sterblichen Heber roste Pcml Krugers enthält, aus bem Wagen gehoben unb auf ben Leichenwagen gestellt. Die Männer lüfteten ben Hut, hier unb ba l)örtc man das Schluchzen einer Fran. Vor allen sichtbar lag der Königin Wilhelmine großer Palmenkranz mit nvihen Lilien unb dem königlichen Monogramm in Gold auf violettem Bande. Langsam bewegte fid) jetzt ber Zug vorwärts, voran ber Bürgermeister in offenem Wagen und eine Abteilung berittener Polizei. ..Unter dem Trauergesolge befanden fid> der frühere Präsident Steijn und Dr. Lcvd^. an bereu Wagcwenster bie Vorlränge heruntergelassen waren Tie Mehrzahl ber Zuschauer waren Frauen, bereu roeintnbe Gesichter einen rührenden Eindruck machten. Ter Weg nach Eiken- buinen, dem vorläufigen Ruheplatz des früheren Präsidenten, bot einen ntalcrifdrn Anblick. Ter erste Teil führte burd) die Stadt, über breite Plätze unb durch eine schmale strafte, bann war die Hauptstraße zum Friedhof erreicht. Hier standen die Leute nneber dickt gedrängt In der ersten Reibe barte man einem kleinen Mcidchon Platz gemacht: den ganzen Nachmittag hatte eS mit einem großen Strauß Rosen gewartet, unb jetzt reichte es ihn beim Vorbeifahren des Leichenwagens schüchtern hin. Einer der Leidtragenden nahm die Mumim unb warf sie auf b.’n Wogen, wo sie auf b?r prächtigen Blurnenspeude der Königin ruhten. Ter Weg führte weiter an einem schmalen Kanal entlang, lieber der Strafte wölbten sich die Baume zu beiden Seiten zu einem Bogen zusammen, zur anderen Seite be-5 Kanals behüten sich saftige Wiesen, hinten am Horizont drehten sich ein Tuv,cnt> W ndmschlen Barken lagen auf bem Kanal, bic mit Frückt n des Landes bedeckt waren. Tie Bauern^luden geschäftig daS Genüsse aus, als aber der Trau ewig in Sicht kam, ruhte alle Arbeit . . Tiefe Bauern drängten fid) an ben Rand des Kanals, bic Bahre bes Mannes zu sehen, ber nicht viel besser als sie erzogen war unb ein großes Gebiet, die reichsten Goldfelder der Welt beherrscht hatte Hier kam erjangiam hinter den schwarzbehängten Pferden daher, in dem Sarge, der verborgen unter zarten Blumen war. Atss jeder Barke standen ein Tupenb Zusd auer, mand'er Vater hielt seinen Knaben hoch, damit er KrügerS Leicl)0 vorbciz ehen schon könnte. In ber Ka» pelle würben Sieben gehalten und Lobpreisungen laut von Mannern, bic ihn kannten . . . Tas wahre Begräbnis wird es freilich erst sein, wenn Krüger dort unten liegt, wo sein Herz war, — in Afrika. . . Herichtssaal. fc. Mainz, 3. August. Wegen Veröffentlichung der „Kretsch- manii-Briofe^ ftent gegen die »Mainzer Volkszeitung^ vor der hiesigen Strafkammer Termin am 26. August an. — Am 26 August hat sich die Else Frett wurst vor desselben Kammer wegen Hntesschlagung von 41,000 Mark zu verantworten. d. Mainz, 3. Aug. ,Ter 29jährige hiesige Metzgerin ei stör Karl Nufthag wegen Betrugs mit zwei Monaten Gefängnis vorbestraft, ist d.s unlauteren Wettbewerbs angeklagt. In hiesigen Blättern loarcn anfangs b. I. Inserate des Angellagten erschienen, in denen großer Preisabschlag angekündigt wurde; u. a. war vrima Rind- unb Ochsenfleisch, das Pfund zu 60 Pfg., offeriert. Tatsächlich soll aber bet Angeschuldigte in der damaligen Zeit gar keine Ochsen geschlachtet und mir Kuh- und Rindfl ei sch verkauft haben. Aus dem Scküacht- und Vi hhos mürben damals von der Polizei diese Feststellungen nemaüit. Ter Angeschuldigte gibt auch zu, daß er zurzeit deS Erscheinens ber Inserate keine Ochsen geschlachtet habe, ber Preis mit bem Ochsensleisd> fti irrtümlich in bad Inserat hineingckom- men. Ein in seiner Nähe nwhnenber Kaufmann habe bas Inserat verfaßt unb in den Blättern ausgegeben. Trotzdem habe diese Preisangabe des Ochscnsieisches nichts zu bedeuten, denn fein Kuhflcisch sei erster Qualität unb zum Teil besser ald Ochsenlleisch. Tie Leute kämen hoch zu ihm, pb er Ochsen- ober Rindfleisch schreibe. Metzger, die nur prima Ochsensleiscb verkauften, kauften bet ihm die Nierenstücke, Rostbeefs usw. Daß einzelne Blätter, trotz seines Widerrufs, das Inserat in seiner alten Fassung weiter gebracht, sei nicht sein Verschulden, sondern auf ein Versehen der Expeditionen znrückzuführen. Aus der Beweisaufnahme ging hervor, baß der Angellagte zur damaligen Zeit keine Ochsen geschlachtet hatte. Ter Viehhändler Deringer aus Dobeiiheim hat bem Angellagten fdxm öfters Vieh verkauft. Gt habe nur prima Kühe bezogen, bie ntandimal besser seien als Ochsen. Ter Preis zu 60 Pfg pro Psunb sei viel zu niedrig geivcsen. Metzgermeister EiSwapcr bestätigte, daß der Angeklagte nur prima Kühe geschlachtet. Von einer Täusdmng deS P. blikums könne man h er nickt sprechen Sachverständiger Obermeister Falk führte auS, daß es icbcnfalld sehr unreckt und immerhin biS zu einem gewissen Grab auf Schädigung ber-enigen Metzger, nnddh' nur Ochsen schlachten, berechnet sei, wenn ein nur trübe unb Bullen schlachtender Metzger in den Zeitungen |nrinta Rind und Ochsenfteisd) zu reduzierten Preisen empfehle. Auch cinbere daran die von dem Angeklagten angeführte Tatfadx nid>tS, baß er Roastbeefs unb Lenden, wenn er ein gutes 6tücf gesd-ladstct habe, ab und zu an Ochsenmetz-cr ’tl ?. ■% e Co b'"> i», ÄO“Pon§ 'M) D)k r ^?^Dtete9er s** p t-> L" * f,t,f*n wurden ein .-, Beucht: ® ™. taog w, :\5Wl ’ '-lUIlllU Q^, .", u belebten , uach btm .. *lf äugangc utfmiß '' -rtti'unner ii A»p • ^.rtfmgutg". 1 ™ ^fingier» - ■-8 n D:n b’m :I dn,2llffchrisi "ler waren k .nr 3nuntr» ' bn was her • Witte ■: iw z» ■ ' - '*rim unb • ®3tb* der ein- r^ger- enMt, -'y-ta Al : xfie man bas br temgiti Vil- ■ -ib brci tönig* ik ßasgkm be- r^zmnyKrr in *: Jhttrr -Änjn nnb d'Trrmgelasien n irrti wintnbt t &? ncd) titai- mr LEbrnml. . -Iktr bcrd) btf it'r r*rrfc, bau t Erichen öil Atrr< man 7. t. ’Ra&w'ÄJ^ -xr.u :Tb ity -<7*wr iteiteni - - Mb wen ftt - . - -"vnN bei T- v-fmalni .Qand H;i Seihen /£:? M -matt — bfffrfl siü - > ec:, bit pn- Sf* gfiäflitig ,' 7 A !:r. rubt' y* flonh bei nel bester „ , ., -y'^B (^Ib* ’ hmm der ver' *2j, ^asb® kiv V“ir.:brn b^- 5^. 77 der 8°' "’ W" ** wo )tii becjtrrfdr u um K .... vammer 1 -M- p-*L s»i«j bei verkauft habe. Es gäbe Mhe und Rinder, bereit Fleisch in Qualität manchen Ochsen nicht nachstehe, doch sei selbstverständ- licb prima Kuh- und Rindfleisch immer weniger wert wie prima Ochsenfteisch. Ob durch die marktschreierischen Inserate das Publikum geschädigt worden ifL sei schwer festzustellen, jedenfalls könne von einer dauernden Schädigung wohl kaum die Rede gewesen sein, denn das Publikum urteile schließlich nach dem Geschmack und frage wenig nach der Benennung. Daß die Kunden der in der Nähe wohnenden Ochsenmetzger alsbald wieder zu diesen zurückgekehrt seien, beweise, daß das Publikum den Unterschied herausgefunden habe. In Norddeutschland habe man übrigens schon lange mit der Bezeichnung Ochsenfteisch gebrochen, in Berlin und .Hamburg usw. heiße es einfach Rinderbrust, Rinderbraten, Rinderfilet usw. — Staatsanw. Günge- rich halt den Angeklagten schuldig des unlauteren Wettbewerbs, weil er in den Inseraten die Unwahrheit gesagt und damit das kaufende Publikum getäuscht habe. Tie Höhe der zu erkennenden Geldstrafe überlasse er dem Ermessen des Gerichts. Ter Verteidiger plädierte eingehend auf Freisprechung. Das Gericht war der Ueberzeugung, daß der Angeklagte tatsächlich in den Inseraten die Unwahrheit gesagt, um damit das Publikum zu täuschen. Da im Viehhandel bei Ockisen damals keine Preisreduzierung ftattgesunden, .habe der Angeklagte mit seinen billigen Preisen nur den reellen Ochsenmetzger schädigen wollen. Die Voraussetzungen des § 4 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb seien gegeben und deshalb habe Strafe einzutreten. Es wurde auf 50 Mark Geldstrafe und die entstandenen Kosten erkannt. vermischte»« * Hannover, .3. Aug. In Groß-Leifierde wurde der beim Landwirt Pape beschäftigten 16 jährigen Tienstmagd Johanna Huß von einem gleichfalls bei Pape beschäftigtem Knecht der Hals durchschnitten. Ter Tod trat sofort ein. Der Mörder ist ftüchtig. * Die Färbung der Forellen. Wer Forellen züchtet, fängt oder ißt, .wird beobachtet haben, daß diese kostbarste aller Süßwasserfische sonderbare Launen in seiner äußeren und inneren Färbung .hat, imb es ist .eine fesselnde Aufgabe, den Ursachen dieser wechselnden Färbung nachzuspüren. In ihrer äußeren Faiche ist die Forelle durchaus abhängig vom Einfluß der Sonnenstrahlen und von der Farbe ihrer Umgebung. Hält sich der Fisch vorzugsweise im Schatten oder in tieferem, .klarem Wasser auf, so wird seine Haut dunkel oder ganz schwarz. Die Forellen dagegen, die in den oberen Schichten oder in flacherem oder auch trübem Wasser leben, sind äußerlich heller gefärbt. Diese Fähigkeit des Farbenwechsels hat sogar etwas von der Eigenschaft des Chamäleons, denn sie zeigt sich oft innerhalb kurzer Zeit, sodaß sie auch sogar guf künstlichem Wege nach- gewiesen werden kann. Setzt man eine aus dunklem Wasser gefischte schwarze Forelle nur für eine Viertelstunde in einen neuen Bottich, .der noch die Naturfarbe des ftisch gehobelten Holzes besitzt, so wird 'sie auffallend gelb. Wird das Gefäß dann wieder zugedeckt, so nimmt der Fisch bald wieder eine schwärzliche Hautfarbe an. Wie ein Mitarbeiter der „Allgemeinen Fischerei-Zeitung" äussührt, muß dieser Farbenwechsel zu dem Gesichtssinn in Beziehung stehen, beim blinde Forellen sind und bleiben bei jeder Beleuchtung schwarz, während die andere an dem beschriebenen Farbenwechsel teilnimmt. Es handelt sich dabei ohne Zweifel um ein Schutzmittel für den Fisch, der sich aus diese Weise durch die Annahme der Farbe seiner Umgebung den Augen seiner Feinde zu entziehen hofft. Von der äußeren Farbe der Forelle auf die des Fleisches zu schließen, ift .ein Fehler, beim letztere hängt nur von der Art ber Ernährung ab, wie übrigens bei allen Fischen der Lachsfamilie. Tas Fleisch ist immer ebenso gefärbt wie die Eier, so daß die Forellenzüchter während der Laichzeit mit Bestimmtheit Voraussagen können, ob eine Forelle rotes gelbes ober Helles Fleisch haben wird. Es kann sehr wohl vorkommen, daß' .in einem und demselben Bach bie Forellen Fleisch von ganz verschiebener Farbe aufweisen, je nach der Nahrung die sie an den einzelnen Strecken ihres Aufenthalts finden. * Ein kaum gl a u b li ches S tü ckch e n v on Bu r e a u- kratismus meldet die „Rhein.-Wests. Ztg." aus Hagen i. W.: Vor mehreren Tagen wurde im Anschluß an eine Versammlung nach fur^em Wortwechsel zwischen drei Verwandten einer der Beteiligten erstochen. Ter Tater, Arbeiter Figge, wurde nach der Tat flüchtig und trieb sich in den benachbarten Waldern umher, ohne daß es gelang, seiner habhaft zu werden. Sonntag morgen sand sich Figge aus dem Bureau ber Hagener Staatsanwaltschaft ein, um sich selbst zu stellen. Anstalt nun bie Polizei telephonisch zu, verständigen, und bie Festnahme des Täters zu veranlassen, wurde ihm bedeutet, daß die „Staatsanwaltschaft nicht zuständig" fei und er sich mit seinem Anliegen an die Polizeibehörde wenden müsse. Figge, .den sein Gang inzwischen gereut haben mag, ist aber bei der Polizei nicht erschienen und wieder fluchtig. *Artisten-Deutsch. Dre in den Fachblättern des Artistenvölkleins veröffentlichten Ankündigungen enthalten oft sonderbar klingende Ausdrücke und Wendungen, die dem Fachmann vollkommen verständlich sind, dem Laien aber recht drollig erscheinen. Eine kleine Blutenlese wird dies beweisen: „Gesucht Untermann für .Hand auf Hund, der Ringe arbeiten und den Obermann auf tragendem Bambus balancieren kann. Solche bevorzugt, die etwas Doppeltrapez arbeiten. — Kräftig gebauter Mann mit Kostümen und Netzemrichtung wünscht Luftnummer beizutreten. Gehe auch zu Kraftnummer — Hund als Esel mit Maske verkäuflich. — Jongleur, perfekt bis zu 6 Bällen, 4 Tellern, 4 Mulen und 3 Keulen rückwärts sucht Stellung. — Zu kaufen gesucht eine KakadunNmmer. — Schnellster Blitz dich ter sucht Engagement. — Junger Mann sucht Anschluß an Excentrigue-Truppe. Selbiger ist auch komisch sehr gut veranlagt. — Diener mit Paß für Hundenummer gesucht. — Suche eingie Artisten für Luft und Parterre. — Ein guter Komiker, der auch bunt arbeitet, gesucht. — Junger Mann sucht Anschluß an gute Drahtseilnumtner, — Clown oder August gesucht. Nur solche ohne Phantasiegagen werden berücksichtigt. — Suche perfekten Pianisten^ der ein Blechinstrument bläst, 2. Tenor oder 2. Buß singt. — Mache allen Direktoren und Agenten die Anzeige, daß ich mich mit Herrn Max M. entlobt habe. Moments mori! Agnes D. — Tüchtige Primgeigerin gesucht. Kneipverhalt- nisse vollständig ausgeschlossen Meratur. — Haarpflegemittel. Von Ph Mr. Adolf Vomacka, Prag. Verlag von A. Hartleben in Wien unb Leipzig. Geht 2 Mk. — Unternehmungen, ivelche ein Absatzgebiet unter den Friseuren haben, finden könnten ober suchen wollten, bietet vorstehendes Buch eine beachtenswerte Anregung. Ter Haarkünstler ist stets in ber Lage, feiner Kundschaft, bie er gerade unter ber Hand hat, bieses ober jenes Präparat eindringlicher als ein anderes Geschäft empfehlen zu können. Tenn er kann selbe auf die Schuppen, ausfallendes schütteres, ergrauendes Haar, .Kopf- unreinheiten in unauffaKenberer Weife als ein anderer aufmerk- fam machen und kann bestimmt die Frage erluartcn, ob er kein Mittel dagegen weiß. Er kann ein solches nicht nur empfehlen, sondern dessen Gebrauch sofort borbenionftvieren. Gute Mittel zur Haarpflege werben immer gekauft werden unb bie Haarpflegemittel Bomacka's enthalten davon nur Bewährtes. Es ist kein Sammelsurium aller möglick>en, sondern eine strenge Auswahl nur erprob' *• Mitt4. Die Verbindung des Frisiersalons mit ei nm Haar slegesalon, wie sie der Verfasser als erwägenswert empfiehlt, ist toohl beachtungswert und das Buch ist schon dieserhalb des Anschafsens wert. — U n t c r r i d f 8 b i > i c für 1 Selbststudium der Italienischen brache. Professor Giamb. Bnonaventnra nnb Dr. phll. Alb. Schmidt. Einzelbriefe le 50 Psg. Verlag von E. Haberland in Leipzig-R., Eilenburgerstraße 11. — Von den 40 Briefen, welche nach dieser Methode das ganze System der italienischen Sprache erschöpfen sotten, liegen uns vor Brief 21—30. Mit Brief 20 schloß in Lektion 40 ber erste Kursus ab. Wer sich streng an bie Vorschriften desselben hielt, muß jetzt korrekt italienisch lesen unb schreiben rönnen, unb bas Sprechen darf auch nicht mehr besondere Schwierigkeiten bereiten. Das Prinzip, an ber Hand einer interessanten laufenden Lektüre die Sprachgesetze zu entwickeln, ist pädagogisch ausgezeichnet. .Für bie Unterrichtsbriefe wurde als Grundlage ber Darstellung ber Roman bes Dichters Manzoni gewählt, welcher unter bent Titel „Die Verlobten" auch 'in beutscher Uebersetzimg weit verbreitet ist. Jeder Bries enthalt vom 21. Briefe ab ein größeres Stück bes Romans. Unb daneben bringt jeder Brief ein Stück aus einem unterhaltenden Lustspiel zur Uebersetzimg .ins Italienische. Gerade im Lustspiel prägt sich die Form feiner Konversation aus. — Sammlung Göschen Nr. 213, Portugiesische Literaturgeschichte von Dr. Karl v. Reinhard st oettn er, Honorarprofessor an ber Königl. Technischen Hochschule München. Preis in Leinwand gebunden 80 Psg. — Was um die Mitte bes neunzehnten Jahrhunderts Fd. Wolf bettagt, daß nämlich zu einer allen wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Geschichte ber portugiesischen Literatur die grundlegenden Vorarbeiten fehlen, muß .auch die letzte Forscherin auf diesem Gebiete, Frau Dr. Karoline Michaelis be Vaseaneellos, noch beklagen, obwohl sie, gestützt auf Bragas und anderer Gelehrter Tätigkeit, (1893) eine portugiesische Literaturgeschichte veröffentlichen konnte, welche infolge ihrer eingehenden selbständigen Untersuchungen aus lange Zeit ein auf diesem Gebiet abschließendes Werk bleiben wird. Fast schwieriger noch gestaltet sich der Versuch, einen Ueberblick ber reichen, wenn auch foenig bekannten portugiesischen Literatur zu entwerfen, tn bent alle Materialien richtig benutzt, alle Streitfragen kurz erwähnt, alle Tatsachen an die gehörige Stelle gesetzt sind, schwierig trotz der umfangreichen Schriften Bragas und ber kritischen Arbeit Michaelis be Vasconcellos', welche ja bie unverrückbare Grundlage ähnlicher Darstellungen bleiben m uff en. Unter ben wenigen großen Dichtem der portugiesischen Literatur, deren Namen durch die Welt gegangen sind, steht zuvörderst Ca- moes. Ihm gebührt die hervorragendste Stelle in einer Geschichte des portugiesischen Schrifttums, fein Wirken unb Leben bezeichnet nicht nur den literarischen, sondern auch den politischen Höhepunkt des Reiches, das mit seinem Tode selbst die Nattonalität verlor. .So bieten sich dem Geschichtschreiber ber portugiesischen Literatur zwei Ausgaben sozusagen von selbst, das Emporkommen des portugiesischen Königreiches bis zu seiner bedeutendsten Machtentfaltung zu schildern und zu zeichnen, wie es rasch herabsank, also die literarffche Tätigkeit bis zum Auftreten des gewalttgen Sängers ber „Lusiaden" (1572), und bie nicht immer anregenden Zetten von seinem Tode bis zu jenem Tage, wo nach langer Ermattung und ober Nachahmung des Fremden die Literatur wiederum nach ber alten Nationalität strebt unb sie erreicht. Um ben nationalsten aller Dickster also gruppiert sich zwanglos das Ganze ber portugiesischen Literatur, was in dem vorliegenden Bändchen darzulegeu versucht wurde, ohne deshalb eine gewisse Erschöpfung der reichen Literatur jemals aus dem Auge zu verlieren und auf die möglichste Vollständigkeit auch im kleinen Rahmen Verzicht zu leisten. — Wilhelm Schmidt-Bonn: Die goldene Tür. Ein rheinisches Kleinstadtbrama in brei Aufzügen. Verlag von Egon Fleisibel u. Co., Berlin W. 35. — Preis 2 Mark. — Der Ton der Sehnsucht, des Glückverlangens, der heute durch die Welt gebt, klttiat aus diesem Drama heraus. Aber ber Sturm, der draußen durch bie großen Städte tobt, wirst hier, in ber kleinen Stadt, nur einige Wellen aus. Es wird das stille Schicksal der Leute gezeigt, die in ihrem Fabrikbureau tote in einem Käfig festgehalten, doch mit aller ihrer Arbeit gerade so viel verdienen, daß sie leben können, die ihr ganzes Leben sich nach Frau unb Kind sehnen, aber Junggesellen bleiben müssen, da sie keine Frau und Kinder ernähren können, die enbllch grau werden, mürrisch, feindselig gegen alles Junge und Fröhliche, bie verrosten, verkalken unb sterben. .Es werden bie Tvpen solcher Leute gezeigt: die Men, die schon verrostet sind, und bie Jungen, zu denen bas Sehnen ber großen Zeit braußen schon Hngebrungen ist, die sich gegen ihr Schicksal aufbäumen. Zwischen diesen Generationen steht ber kraftvolle Mann, ber mit der Sehnsucht nach Höherem in ber Brust, burch baS Schicksal hier festgebannt, noch der Jugend angehört, ber noch wartet auf irgend ein Glück, ber aber fast daran ist, bas Warten aufzugeben und alt und ohne Hoffnung zu werden wie die übrigen. In diesen Kreis tritt nun ein junges Mädchen aus ber Großstadt, mit bfoubem Haar und fröhlichem Lachen. Leuchtenb wie das Glück selber sitzt sie an ihrem Pult unter ben Männern, die nach ihr Hinsehen, alle von ihr umgewandelt, wieder jung werden. .Einer von ihnen, der Kraftvolle, sieht in ihr sein Glück gekommen unb verlobt sich mit ihr: denn da beide, Mann und Frau, verdienen, ist eine Ehe möglich geworden. Llber auch dieses Mädchen ist von dem Drang des jungen Geschlechts überall erfaßt: sie will hinaus aus ihrem kleinen Leben unb ist bereit, sich dem verführenden Besitzer ber Fabrik hinzn- geben. Ihr Verlobter aber tötet sie. Dies im kurzen die Handlung, die still ist wie bie kleine Stadt, unb bie Schicksale in dieser kleinen Stadt. Aber diese Handlung ift von einem Duften und Klingen imd Leuchten umgeben, ber Blick schweift .über die alten Ziegeldächer hinweg in die große Welt hinaus, in ber sich neue Zeiten fcorbereiten, und so ist cllles weit und jauchzend in diesem engen und grauen Rahmen. Aröctterbcwegung. München, 3. Aug. Ter Maurer streik ist so gut wie beendigt. Gestern nachmittag wurden bie Forbernngen ber Streikenden, 50 Pfg. Mindestlohn für Maurer, .36 Psg. für Tagelöhner, auch von einer tu-citcren Firma angenommen. Handel und Verkehr. Uolkswittschaft. Essen, 3. Aug. ,Die „Mein. .Wests. Ztg." meldet: Der Geheime Kommerzienrat Heinrich Lüg-Düsseldors, welcher dem Aufficktsrate der Dresdener Bank unb der Hibernia-Gese lisch ast gleichzeitig angehört, hat seinen Austritt aus dem Aufsichtsrate der Dresdener Bank angemeldet. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. August 1904. 3. 2“ 3. 9’8 4. 726 £ 27,7 21,4 18,8 18,3 14,7 11,5 753,5 753,4 753,7 Höchste Temperatur am Niedrigste , * G JQ ß 48 78 71 N. NNE. uQ S s 2 Still o Wetter Sonnenschein Klarer Himmel Sonnenschein 3. August = + 28,06 C. 3. , --- 4- 13,30 C. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 5. August: Vorwiegend heiter, noch etwas wärmer, große Hitze, noch keine Gewitter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbathfeier am 6. August 1904. Freitag abend: 7.30 Uhr. Samstag vormittags: 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.50 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 7.30 Uhr. Schiffsnachrichten. Norddeut sch er Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 3. August. (Per transatlantischen Telegraph Der Doppelschrauben-Poftdampier „Großer Kurfürst", Kapitän E. Mundt, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 2. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelfchrauben-Schnellpostdampser „Kaiser Wilhelm IL", Kapitän D. Högemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Ucneste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Bremen, 4. Aug. In der Pauli-Brauerei sind Unterschlagungen in Höhe von 35000 Mk. entdeckt worben, die durch Fälschungen der Lohnlisten gemacht wurden. Der Täter hat sich erhängt. Ostrowo, 4. Aug. Eine schwere Grenzverletzung hat sich ein russischer Posten zu Schulden kommen laßen. Mehrere russische Deserteure waren, nachdem sie die Prosna durchschritten hatten, über die Grenze entkommen. Der russische Grenzsoldat setzte ihnen nach und schoß aus preußischem Boden zwischen Senielow und Osiek aus die Flüchtlinge. Einer wurde getötet, ein anderer schwer verletzt. Madrid, 4. Aug. Trotz des Dementt hält sich mit großer Bestimmtheit das Gerücht aufrecht, daß sich bie Infantin Maria Theresia mit dem Prinzen Ferdin and von Bayern verloben werde. Die Königin- Mutter reist am 22. September nach Wien. Wien, 4. Aug. Aus Böhmen wttd gemeldet, daß die anhaltende Dürre dort großen Schaden angerichtet hat. Die Zuckerrüben verdorren auf den Feldern. Die Kartoffeln müssen umgeackert werden. Milch, Eier, Butter und Ueisch steigen ungemein im Preise. Petersburg, 4. Aug. Verschiedene Nachrichten bestätigen, daß die Japaner bei den letzten Angriffen auf Port Arthur 18 000 Mann eingebüßt haben. Die vorgeschobenen Befestigungswerke, welche bereits von den Japanern eingenommen waren, wurden z ur Ücker o b e r t. Am meisten zeichneten sich die Truppen de§ Generals Focks aus, welche drei japanische Belagerungsgeschütze eroberten. Bis jetzt ist in Petersburg noch kein amtlicher Bericht Stößels über die Kämpfe bei Port Arthur eingettoffen. Söul, 4. Aug. In Söul 'wurde einer Herald-Mekdung zufolge das Standrecht proklamiert. Tie nächste Ver- anlaffitng zu dieser Maßregel war ein mißglückter Ueberfall der aus Genfan erwarteten japanischen Feldpost durch rüffenfreund- liche Koreaner. .Tie Söuler Garnison wurde erheblich 'verstärkt. Gleichioobl wagen die Japaner aus Furcht einer allgemeinen Volkserhebung nicht, die von ihnen langst begehrten Wald- und Fluß-Konzessionen mit Gewalt zu erreichen. — Wie au$ Gensan gemeldet wird, laßt der rusiische Kommandant bes großen Postens von Kiungheung am Tumenfluß von 20 Ingenieuren und einigen hundert Kulis bie Straße, die östlich von der Provinz Pingyaug .bis zu der Uferftabt Niusan führt sowie die Straße jtadr Songschin in einer Brette von neun Fuß für militärische Zwecke in Stand setzen. Die Ruffen fühle« sich vollkommen als Herren. Tsckifu, 4. Aug. T^r enbgiftige Angriff auf Port Arthur steht unmittelbar bevor. Schon sind hier 200 Männer, Weiber und Kinder angekommen, welche am 1. August den Befthl erhallen hatten, Port Arthur sofort zu verlassen. Sie berichten von einer sckweren Schlacht am 1. August, bei ber die Verluste auf Setten der Japaner 15 000 Mann, auf Seiten der Russen 5000 Mann betrugen. Die Japaner rückten dann vor und nahmen zwei Forts aus der Landseite ein. Nunmehr werden die Geschütze rneg- geschleppt, um die letzte Attacke vorzubereiten. Ein norwegischer Dampfer kam mit t a u s e n d F l ü ch t l i n g e n hier an, welche mit Erlaubnis der russischen und japanischen Kommandos Port Arthur verlassen hatten, damit bie Unschuldigen dem Schrecken des Sturmes entzogen werden. Telephonischer Kursbericht. a. M«, 4. August 3% Mexikaner .... 27. F^antdhxrt 3Ve°/o Reichsanleihe . . 102.05 30/n do. . . . 89.70 S^O/o Konsole .... 101.90 3 Oberhessen . . . — 4% Oesterr. Goldrenie . . 101.65 4l/e % Oesterr. Silberrente 100.55 4% linear. Goldrente . . 100.50 40/0 Italien. Rente . . . 104.00 4,/2 % Portugieser » . . 61.90 8% Portugiesen.....61.50 1 % C. Türken . . . . —.— Türkenloee......—.— 4% Griech. Monopol.-Anl. v 47.00 4u vermieten I Zimmer | 6593| Große 6-Zimmer wohn, mu Eas, Badezimmer, Garten rc. Neu hergerichtet. Stephan,rratze 42, Ecke Bleichstr. »nuitmrtcrNe U m das oberste, schone, ausgebaute Ltoctwerk,eineireundl.6-^immer- mit ^ogg.a, Veranda, Bleichplatz und Trockenboden per u anoerweu zu verm. [6571 virteustock ch Schneider, Die Parterrewohuuno ^Ur.^.besteh. aus ö^unmern, Beranoa, ^arlenanteil rc ist für L Tkt. zu vermieten. Vormittags von 8—9 Uhr anzuschen. |ßöi4 iL-ne sehr schöne MaHrden- wohnung von 6 Zimmern Bodl'i.aum, Bieichplatz, Bahnhoglratze — Westanlage per sofort oder später zu oerm. [6528 dläh. Bahnhosttraße 60, 1. 5t 6606[ Sehr geräumige Mansarde (6 Zimmer rc.) zu vermieten_________Bergstrabe 17. j 5 Zimmer | Schöne L-Zimmertvohnung zu vermieten. 6087 ^udivigsplatz 16. I. Brnnner. LudioigSplatz 6 Parterre, 6 Zimmer, (ÄaS, clektr. Garten pp^ per L Oktober sh vermieten._______________65^8 6öu9| Nwhuuna (Beletage) von 5 Znn., Bad mit GaS u. all. Zub., Bleiche u. (Lartenant. per 1. Ott. 3u verm. Stephanstr. 88, Mans. 6570] Fünstimmerwohnung mit allem Zubehör in schönster Lage per sofort ober später zu Denn. Louis veil, Grünbergerltr. 14' I___4 Zimmer WllbkM Ltttjjk lä ist eine 4-Zimmerwohnung mit rtüdjc unb allein Zubehör per 1. Ott. ev. auch früher zu Denn. G714| 9!ah. Brauerei ?eytor. 043421 4 Zimmer mit Zubehör, Ofaseinrichtung und Bleichplay zu vermieleii_______Neustadt 4. £rcnn6U«jimmrrwol)niiiifl per 1. Oktober cd. auch finher zu vermiete»». 3. Mramcr, 6590] Konditorei, 9teuei» Bäue. Schöne 4-Zimmenvohnung per 1. Oktober zu vermieten. 6587 Nah. Schillerslrave 16, pll Oswaldsgarten. 653dj Eine 4-Znnmerwohnung z»l venmelen_____Neustadt 78. | 3 Zimmer | 67111 Eme 3-^muneriDoi)iiuiig mit Zubehör p. L Sept, zu verm. Ltemilratze 63. I. Ruckstuhl. schone Ü-Zmunerwohnung zu vermieten. U43<4 Uourad Dürr, Eteinstraße 78. In meinem 9lebenhauje ist die ilirtmciD^üaiifl,6712 bestehend auS 3 geräumigen, tn- einandergehenden Zimmern nebst Zubehör, sowie Okirtenanleil unb bleichplay per 1. Sept, zu verm. r. Mann, • il| 8-Zimmerwohnung zu vermieten Erebnerstratze 34. 65961 3 Zimmer, Hud)e und Zubehör im Hintcrhause zu vermieten Bahnboistrave 24. Näh. daselbst bei Perm Böeiu hardt. Neustadt 77 L-Zimmer-Wohnung, Mansarde, per lo. August zu verm. [6607 Nah. Ar. Mrngcr, RL-Vmben, Gaschauo zur Teustchen Eiche. Moltkestratze 24 6533 Mansardenwohtiung, 3 Zimmer mtt Zubehör, per 1. Oktober zu penn. 'Näheres daselbst parterre. I 2 Zimmer | 0433UJ Kleme Wohnung, zwei Zimmer mit Küche, p. 1. Sept, zu vermieten Sudan läge 23. Große Mühlgafse 21 |b*/t ist int Hintergebäude im unteren Stock eine Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern mit ttüche, zu vermieten. Nähere- bet der Bürgermeisterei, Zunmer Nr. 16. Verschiedene | Bxie\ Asterweg 9 und drei Wobmmgen von |c 6-7Zimmem nebst Zubehör auf 1. Oktober zu vermieten. Nah. aus der löürger- meislerei — Ztininer Nr. lö. Ebclstratze Hubau sind geräumige 4—6-Zimmev- wohnungen zu vermieten mü oder ohne (öarten. 6572 f)iäh. Fiantiurlerstratze 29. 04252) 4-Zimmerwohng. mit abgeschl. Korridor u. eine 2-Zün.- Wohn. zu verm. Südanlage 7. 6ii09) Schöne 8 — 4- Rimmer- wohnnng zu verm. Neustadt 41. 04339) 3 Zimmer, 2 Kabinette, Korrid. iu all. Zub., auch geh, p. 1. Otl. z. v. Nah. Grünbgr-str. 33. Bruchstraße 11 6611 1. Stock, 3 Zimmer, und Alan- arbe, 2 Zmimer mit Zubehör, für 1. Oktober zu vermieten. Näheres Wilhelmstraüe 40, auch zu erfragen Bruchstratze 9, pari. Eine sehr schöne 2» bis WuimimtMng zu vermieten. 0605_________ Seltersiveg 35. Im Neubau Ebclstratze sind mehrere 2- unb 3-Zlmmer- Wohnungen mit Zubehör z»i vermieten. 6573 Nah Frankinrterstratze 29, 6602) Schöne Mansardenwol)- nung an ruhige Leute. _______ Haiumstraße 27. 05941 Zn meinem pauie Dtoib- anlage 13 eine schöne 3-Zimmer- wohnmig und eine 2 jinnncr- wohnung mu Xtiche uiib Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. Liebmann Bar. 6674) 8—4-Zimmerwohng. zu vermieten Atarburgerslratze 29. 6531) Altceilrave 28, 2. Stock, per sofort billig bis 1. April 1905 zu vermieten. Näheres Alicestratze 81, part. 65261 3 - 4-Zunmerivoh>i. ^Vleu- bau) zu v- Schlffenbergeriveg 65. 6529) Goethcstratzc 21 schöne Mansardemvohnung p. 1. Oktober an ruhige Veute z»» vermieten. 6640) (inic 2-Zimmermühnung mit Gliche unb 1 Zimmer mit Nüche sofort zu ücnmeten __Schissenberger- Weg 65. 6589| Grüubergerstr. 26 ist die mittl. Wohnung anbeviu. per 1. Okt. ati ruh. Heute zu verm. 6574) Braudplatz 14 1. &to6 ist eine schöne 2—ö-Zunmerwoh- uung mit Kabinett und Kammer sofort zu vermieten; Spülklosett, Heiz- und Leuchtgas, Trockenboden u. Bleichplatz ist vorhanden. SlähereS ^rantturterstratze 29. iüui ILogis zu vermieten [6716 Schiffenberger Weg 68. 04377) Rlcüic Wohnung sofort zu vermieten chr. Ntühlgasie 10. 6620) Kleine Wohnung an ruh. Leute zu verm. Brejerstratze 12. 6604) Meine ilöoynung zu ocr- ISüt le, ... 6703) GrötzereS und kleiner es Logis z. v. Nah.Asterweg28, L>th. 6677) Zwei kleine Wohnungen einzeln oder getrennt per sowrt zu verm. H. Zimmer Ww., _________________ölreuzplatz 1. tU2M| 2 schöne, groge, Helle, unmobl. Zimmer an einz. Herrn ob. Dame z. v. Ludwigstr. 14, 11. 04382) (inie unmöbl. Stube an eine einz. Berf. z. v. Sonnenstr. 11. I Möbl. Zimmer | Uehtttt schön mobl. jinnnrr auch zu Burcauzivecken geeignet, zu verm. Marktplatz 2. [04381 04389, Moblienes Zimmer zu vermieten 26etztarerweg 41. ^chlasstelleu frei 04879 w Neuen Bäue 6. 6622) (hn auch zwei möblierte schöne Parterrezunmer un 5eilenneu bau (Vrantiiiuerfir. 29 sogleich zu vermieten. Vlgheres daselbst. 04285) Westanlage 10, II, schönes, ruhiges, möbl. Zimmer zu verm. ! Lj Aden etc. | 6551) Ter seit einer Reihe von Jahren von Herrn Nikolaus mne- gehabte nebst Wohniing, Bleichstratze 15, ist per L Oktober zu vermieten. ____________tt. Nauheimer. Großer SicUcr zu vermieten Neustadt 15. [6669 Mietgeluihe Junges Ehepaar sucht schöne 3« oder 4*Zimmer-rvohuuug in ruhiger, angenehmer Lage p. September ober Anfang Oktober. Offenen mit Preisangabe unter 04269 an die Ifcypcb. d. Bl. $rfnniiL^3imnifrnio^iiBDfl mit Bleichplatz per sofort gesucht. Off, u. 04322 a. d. Exp. d. Bl. erb. tylerne Wohnung v. 2—8 Zim. •’V in der Nahe der Ludwigstr. von älterem Ehepaar p. 1. Sept, zu mieten gesucht. Off. mü Preis u. 04367 an die Exp. d. Bl. erb. fCm junger Kaufmann sucht " 7 möbl. Zimmer per 1. Sept. Nähe des SelterswegS. Offenen erb, uni. 04878 an die^Exp. d. Bl. (Offene Stellen Nebenverdienst M bis 1000 Mark! Agenten, Beamten, Kontoristen, Geschäfts-Reisende, Kaufleute, Lehrer, Rentner und andere oer- irauenviDÜrbige Personen, welche ihr Einkommen zu erhöhen roün- chen, sendeii gefl. ihre Adresse N. W». 1547 an Haaseustein A Bögler, « -G., Köln. hv,0/r Tüchtige «»'/, Maschiiiellschlojscr mih kiscablthcr auf dauernde Arbeit gesucht. Verheirat, bevorzugt. Off.seith. Tätigkeit, Aller u. Lohnanspr. an Wieobadener rtaniol- unb Melallkapfel-^abrik A. Mach, Micsbadni. Äjcht.Lchloüergkscllk gesucht 043801 C ariWig a n dt, Löberstr.5. o tüchlU Lchttluclüesclicu ür bauen,de Arbeit gesucht von Emil Schön, Ebelilrane 9. Nur ältere Leute wollen sich melden. 6541 2 tüchtige, junge Schlosser sucht ch. Hansel. 6636 SchMeWlle Wchl. I H. Becker, Walltorstr. 53. iiüctfit>inbcr und Handlanger -CD sosort gesucht. 04868 Adam Wagner, Weserstratze 6. (Ü'inc größere Fabrik tu der Nähe von Ninlhcim a. Rhein sucht mehrere Handwerker, wie vleilöthcr, Klempner, Lchlosjer,Drchcr,Lchieiner ttüfer u. dergleichen, sowie eine grötzcre Auzahl 2$: Arbeiter nui) Arbeiterinnen siirdauerndcu. lohnende Beschäftigung. Aorkcuntnissc jur letztere siud nicht erjorder- lich. d1/, Auskunft erteilt Herr Phil. Schneider, Rasthof zum Adler. 10—12 tüchtige b'tmtiitlirliciter [Rohnnacher) finden dauernde Beschäftigilng bei hoheii Akkordlöhnen oder Stundenlohn von 30—85 Pig. Sommer wie Winter. Iran Tcrn & 0o., Cemenlivarensabrik, Weftanl. 81. 1'2—15 tüchlige LtiiibliiStt iillö Mölaiigkr suchi Konrad Dürr, Weitzbiuder- meister, Steinslratze 73. [04875 Ich suche tüchtige 6710 Aohrflampfer u. zahle die höchsten Akkordlöhne. Emil Horst, Zementwarenfabrik, Liebigstr. 51 (Riegelpfad >. süchtiger Arbeiter gejucht [6709 ______________Liedigflratze 61. Zimger, traniger Fahrbnrfche sofon gesucht. 6560 I. Weisel, Sonnenstratze 6. iüd)t. Pscrötkucitzt gcM 6612 ^rantiuNerftratje 59. Rin briirr u mcl)rcre 8tro^e VUI ynjll diuder sol. gesucht. Näh.H.vogel,Wilhelmstr^6. Ein Wärter sofort gesucht. B4/, Änae« Klinik. Hausdiener gefuchl. 104388 V_________Naffaner Hof. &in joliöft Lorslhk, der mit Pferden umgel)en kann, sofort gesucht. 6707 __^kbr. Haustein, Kietzen. Jüngerer Bursche | ür Nafchenbiergeschckst geluctu. H. Hebstreit, Nlmifstratze 21. 6in Kausburslhe _______Seltersweg 70. Junger Hansbnrfchc zu einem Pferde gesucht. [6558 Bäck er E n g elhardt, Bchnhofstr. 12. liidjtific, saubere Jlödjiii in gute« HauS für 16. August ober 1. Sept. geg. hoh- Lohn aes. ff 04871 (in die xp. d. Bl 04891] Mädchen, welche« kochen kann, in gutes Haus p. 16. Ang. oder 1. Sept, geiucht durch Frau Värrn, 3 eufelituslgärtchen 8.__ bin türfjtincö ?ienflMöcheu gesucht. 6717 Bahnhofstraße 6, 1. Stock. ein starke-, brave«, ehrliches Mädchen für Gast- u. Laud- wirlschast verwendbar, sucht gegen hohen Lohn ans sofort wafhuirt Htrschhänfer, Eubach l>.Weilburg. ____________04383____________ 04868) Ein altere«, tüchtiges Mädchen zu älterer Dame sofort gesucht Grünbergerstraße 10. Ein zuverl. Dienstmädchen gesucht. Frau Friedr. Decker, 14369 Nordanlage 31, pt. 04344) Ausländ. Mädchen zu Kindern gesucht______Markt 7. 04355) Moiiat-sran ob. Mädch. per sofort gesiicht Xreuzplatz 6. Eine wirklich tüchtige 6699 Perkäuserin die cücnt. später in der Lage wäre, ein Geschäft selbständig zu leiten, gesucht. Offerten unter 2. F 3 postlagernd Qnetzeii erb. bin MMS blMS MW gesucht. Mollkestr. 20,1. [04288 Ein Mädchen für Küche und Hans mit guten Zeugnissen gesucht. 6658 Frau Mathilde Möhl, ___________Bahnhoistratze 1. Ein tüchtiges Dienstmädchen gesucht. Wetzsteinftr. 40, pari. Lehrmädchen gesucht, welches das Kleidermachen gründlich erlernen will, event.auch frei lernen, wenn etw. Hausarbeit mit über- nominen wird. Goetheslr. 48, pt. Zuverlässiges Mädchen oder alleinstehende Witwe, die gut bürgerlich kochen kann und alle Hausarbeit übernimmt, in kleinen Haushalt eines älteren Herrn gesucht. 6621 Meldungen Bahnhofstr. 54, 11. WllejiMlW 04385) Anständiges Mädchen sucht Stelle in ft. HauShalt durch Frau Geisel, Kirchenplatz 11. Einfaches Fräulein, ivelches selbständig kochen kann, soivie im Nahen und Bügeln be- wandert ist, sucht Stelle. Gefl. Anerb. unter E. T. postlagernd Wetzlar erbeten. 6623 Empfehle mich im Ausarbeiten sowie Neuanfertigen von Matratzen u. Polstermöbelll aller Art in bekannt guter Arbeit und billigen Preisen. 6616 Ar. Zimmermann, Tapezier, Bahnhosslratze 80. OllÄtrfw wird sauber ge- waschen und gebügelt bei 04077 _ Cito, Liebigstraße 63. Kieme, nachweivl. gut rentierende Wirtschaft ist an tüchtige, kautionSsähsge Wirtsleute unter günstigen Bedingungen zu verpachten. Offenen befördert unter A. 6478 die Expedition d. Bl.__________ £tUerbt',mlL RaihhllskjillllöNl. Off, u. 04343 an die (Srp. d. Bl. erb. werden gut und iIIHIUlL lauber tapeziert pec Rolle 25 Pfg. Ar. Zimmermann, (6615 Tapezier, Balmhofftratze 80. Tandem für Dame und Herrn auf einige Zeit zu leihen gesucht. Off. unt. 04378 an die Expedition d. Bl. Lohnfuhren werden angenommen. Drescher gesucht. 04886) Schützenstratze 15, H. ÜWMsfrifkmiü 3m Stricken u.Anstrickeu von Strümpsev empfehle ich mich angelegenilidtfi Ktrickgarne(drße8»!UätruI habe ich stets vorrätig. BF Preise billigst. -MU Ernestine Hopfner VrüubergerKrgtze 17. ri”/y) Liebesheiratk Ja.Waise m. 280000M. Bern», u. s. häuül. w. charaklero. Herrn ziv. Heir. k. z. l. Off.u.,LiebeSglück^ Berlin8.V.26 Watzeiikrisf Schiffender^ nach (Vietzen verloren. 04387 Gegen Belohnung abzugeben Hoflohnkutscher Huhu. Bernhardiner entlaufen. Wiederbringer Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. 6713 Walleuselo A- Lauer. ZOhkvfkK 1904. Sonntag den 14. und Montag den 15. August Gröhes t4/- Prtisschitßen Lionzert, Tanz n. Volksbelustigung. W Sntree 30 -Big. Sektion Giessen D. «L Oe A.-V. Sonntag den 7. August Tour VIII: Himberg — Bubenrod — Dünst'era— WaldhauS — Launsbach — Bietzen. Ab l/t7 Uhr vorm. pünktlich von der Lahnbrücke.