Nr. 29 outzer DonnragS. Dem (Ätefoener Anzeiger werden tm Wecktet mit dem Krsflfchra Lanüwirl die Liehener §amilien> dlLtter mermal in der Woche beigelegt AsraNsn-druck u. 13er- lau bei ® r Q h l 'tchen Ünwecl^Buch- u. Slem- brudrret (Presch (frrbee) ÄeMtneiiL fcpebtttoe und Drvserel: »ch.lftraße ». Öbrtfle für Deveschen« Vnzetger Gießen. FernWr'äilmtchlutzNr 6L Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen tftaenteti Pans veck. Xetl. A GutU. fftt ,6tabt and ticnO* und die Pott 'D1L2.—»tenel* IdbvL auoIcbL Bctteüg. Annahme oon Anzeige« üx di« Xagednmnmet jis oonntliagfl 10 Uhr, ; elUnpretfl total 11$U aulroärtl W Pig. (5Mte§ Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 4. Februar 1904 O d monal^l^7bPi^ viertel» EMeMAmeWr “ General-Anzeiger Datitische Tagesschau. Dir zweijährige Dienstzeit gesetzlich festgelegtl Unser 1 - neu parlamentarischer Mitarbeiter schreibt tntterm 3. Februar: Eine wichtige Ankündigung ist heutein der Badg^- kmnmission des Reichstags durch den preußffc^n Kriegs- Minister ^rrfolgt: die neue im nächsten Jahre zu er» wartende Militärvorlage wird die zwei!ahrtge Dienstzeit gesetzlich festlegen. Dadurch ist allen Zweifeln und Befürchtungen ein Ende gemacht. 8hxrr H^E dre Mttr- tärverwalttmg wiederholt erklärt, imgiinjhge Erfahimngen Pie KlLoyolsrage. ,^I'ch trinke gern, wo man mit Maße schenket Und des Nebermaßes nimmermehr gedenket. Da es den Mann an Leib, an Gut und an der Ehre kränket!" So singt schon Walter von der Vogelweide der Minnesänger aus dem 12. Jahrhundert. Und das 19. Jahrhundert? Es sei nur emnnert an das erbitternde Drama „Vor Sonnenaufgang", ^welchem Gerhard Hauptmann das fürchterliche Drinkerelend schildert und die verderblichen Trinksitten geißelt. Durch alle Jahrhunderte hindurch haben Männer, welche rhr Volk keb hatten und an dem kulturellen Fortschritt und bet ökonomischen ^ebunq des Volkes arbeiteten, den Kamps gegen die UnMäßigkeit einen Eichfehler der Deutschen, geführt. Es ist nicht leicht, etwas gegen den Alkoholmrßbrauch .'1, fnnprr oder zu schreiben. Jedes Schwimmen gegen den Strom hält schwer, zumal gegen den Mkoholstrom. Man stM aus Mißverständnisse, Mißtrauen, Widerstand Um wiss"nde welcl>e die Schädigungen des Alkoholnnßbrauchs Dt kennen . Echailtige, welche die mancherlei durch den Alkohol aoschafsenen^Notstände nicht sehen oder nicht sehen wollen: Äigenblicksmenscheu, welche ihren Uebermut mr Alkohol anstoben lassen oder./re Sorgen rm Mas 8WSg s WÄSär gut Stück deutscher S?a;t und Gluudhelt deutschen Fle^, und Wohlstandes, deutschen Jugendlebens und Famüien glücks, deutscher Leistungsfährgtott aus allen Gebieten der Herr Max Schippel, sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter, hat seiner Partei schon oft Beschwerden gemacht durch die regelwidrigen Seitensprünge, die er sich in speziellen volkswirtschaftlichen Fragen gestattet. Run hat er auch neulich wieder m einem sozialdemokratischen Berliner Wahlverein eine Rede gehalten, in der er sich anläßlich der versuchten Gründung eines mitteleuropäischen Zollvereins über Schutzzoll im allgemeinen und über Agrarzölle im besonderen ausgelassen hat. Wir wollen die hauptsächlichsten Stellen aus dieser Rede nach dem Bericht des „Vorwärts" hier wiedergeben. Schippel sagte: Als England in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Freihandel einführte, glaubte es, die anderen Staaten würden ihm bald darin folgen. Das Gegentei ist aber eingetreten. Während der Freihandel für England damals eine wirtschaftliche Notwendigkeit war, hatten die anderen europäischen Staaten ein Interesse daran, die Entwickelung ih^r Industrie durch Schutzzölle zu begünstigen, was denn auch geschah, deute sind auch die Engländer zu der Einsicht gekommen, daß das liberale 3beal des internationalen Freihandels nicht verwirllicht werden kann. Wir toerben die Durchführung des internationalen Freihandels nicht erleben; er ist vorläusig un- hindern. Schippel bespricht dann noch den neuen Zolltarif, bat er für ein wichtiges Instrument in der Hand Deutschlands hält, um gute Handelsverträge zu erlangen. Im „Vorwärts" beschäftigt sich jetzt der Genosse Kautskh mit dieser Entgleisung und Ableugnung des „agrarischen" Genossen Schippel. Er beginnt feine Aus-1 sührungen mit folgenden Sätzen: „Ich behaupte, daß Schippel in der Frage der Agrarzölle die Interessen der Grundrente verficht und daß er dies, da er es nicht offen tun kann, ohne sich vor der Partei zu kompromittieren, in versteckter Weise tut, indem er in Reden und Schriften die Anschauungen der Schutzzöllner so darstellt und die Tatsachen derart gruppiert, daß sie auf das lauteste für die Schutzzöllnerei und gegen uns sprechen. Diese Darstellung leitet er mit ein paar Dorten ein, die ihm als Hintertürchen dienen sollen, durch das er vermeint, jederzeit entschlüpfen zu können, wenn man ihn packen will." Kautsky schließt mit folgendem deutlichen Winke an bie Parteileitung: „Wir muffen Klarheit schaffen über Schippel. Er ist Vertreter unserer Partei im Reichstage, und jede Kopf- und Handarbeit, deutscher Zukunft im großen Wettkampf der Völker liegt? Wer diese Frage verneint, kennt bte Schattenfetten unseres Volkslebens nicht oder will sie nicht kennen. Die Aerzte berichten uns von dem erschreckenden Zusammenhang zwischen unmäßigem Trinken und Erkrankungen aller Art, ob diese einzelne Körperteile oder den ganzen Organismus treffen, ob sie mehr die körperlichen oder die geistigen Funktionen stören, ob sie sofort sich ern- stellen oder allmählich sich entwickeln, ob sie zuerst, in leichterer Form auftreten oder im weiteren Fortschretten in Epilepsie, Irrsinn, hereditärer Belastung der nachwachsenden Kinder die letzten und schwersten Schädigungen bewirken. ~ , , , „ . P, w < Die Juristen konstatieren die Tatsache, daß an auffallend hoher Prozentsatz der Vergehen und Verbrechen unter dem Einfluß des Allohols verübt wird, daß bie Arbeitsscheuen. die Messerhelden, die Unzuchtsverbrecher, bte Selbstmörder u. a. zu einem sehr großen Teil aus den Rahen der Alloholiker kommen, daß übermäßiges Trinken diejenigen in Stadt imb Land mehrt, welche der menschlichen Gesellschaft wenig nützen oder ihr zur Last fallen oder ihr gefährlich werden. c w Jeder Volkskenner, der rn das Jugend-, Familien-, Erwerbs- und Erholungsleben hineinschaut, weiß, wie viel physische Zerrüttung und moralischer Zusammenbruch jugendlicher Existenzen, wie viel Verarmung und Lebensverkürzung, wie viel Verlotterung und Verrohung,, nne viel Familien-Sorge und Leid durch maßloses Mid sinnloses Trinken veranlaßt wird! . _, . . . c>n der Schweiz, in Amerika, in Schweden und rn Belgien wird die ANoholftage unter den die edelsten Gaster bewegenden Zeit- und Boltöproblemeu mit hohem Ernst erwogen und praktischen Lösungen zu geführt. Auch in Deutschland rückt sie — dank vor allem der unermüdlichen Tätigkeit des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke — immer mehr in den Vordergrund. Auch bei uns in Gießen soll es jetzt einen Schritt vorwärts gehen! Zu diesem Zweck veranstaltet der hiesige Vezirksverein am Freitag abend eine öffentliche Versammlung, in welcher Mittel und Wege des Kampfes gegen den Alloholmißbrauch erläutert werden. Eine freie Diskussion, welche sich anschließt, gibt Freunden und Gegnern heit, etwaigen Fragen, Bedenken, Zustimmungen oder Ergänzungen Ausdruck zu geben. Ausdrücklich sei noch bemerkt, daß auch die Frauen als Besucherinnen willkommen sind. Nicht dem Allohol gilt der Kampf! Nur dem unmäßigen, schädlichen und iinsittlichen Alloholgenuß! . In einer Zeit, in welcher an jeden Einzelnen, tote an die Gesamtheit unseres Volkes hohe, ja die höchsten Anfor- dorungen gestellt werden, in einer Zeit, in welcher von unten her der bestehenden Gesellschaft oft genug das Zeugnis moralischer Verdabtheit und die Prognose baldigen Zusam- menbrtichs gestellt wird, in welcher von allen Seiten her dem deutschen Volke- ernste Krisen drohen, verlangt die Frage wahrlich eine ernste Beantwortung: Liegt nicht im Alloholmißbrauch eine große Gefahr für die physische, intellektuelle und sittliche Kraft des Einzelnen und für die ökonomische, soziale und nattonale Entwicklung Deutschlands? I- $. — Neuzeitliche Schlagworte. Erne reiche und bunte Nachilese zu den neuzeitlichen Schlagworten, die N. M. Meyer der Forschung erobert hat, gibt O. Ladendorf in der Zeitschrift für deutsche Wvrtforschunü. Den Haupte Per Aufstand der Kereros. Das in imferan heutigen Morgenblatt bereits veröffentlichte Telegramm gibt Kunde von blutigen Vorgängen. Die Aufständischen sind zwar ans den Hauptorten der Kolonie vertrieben, aber nicht weniger als 120 Tote werden gezählt. Man wird die näheren Nachrichten abzuwarten haben, die uns wohl die Nomen der Toten nennen werden. Das Dunkel über den Verbleib des Obersten Leutwein hat sich in der erfreulichsten Weise gelichtet. Der Gouverneur ist, nachdem die Bondelzwarts durch einen Waffenstillstand vorläufig zur Ruhe gebracht toaren, sofort in westlicher Richtung aufgebrochen und in diesen Tagen tn dem englischen Hafen Port Nolloth eingetroffen, wo em Wörmann-Dampfer bereit stand, um ihn in wenigen Tagen nach ^akopmund zu bringen. Er wird morgen (Freitag) dort erwartet. Die erste Verbindung mit Oberst Leutwein datiert vom 14. Januar. Er benachrichtigte damals mittels Hellographen die Station Windhoek, daß er so schnell wie möglich zurückeilen werde; man möge telegraphisch nt Berlin die Entsendung des Majors Estorfs erbitten. Dieser -Bitte des Gouverneurs ist, wie bekannt, vom Kaiser entsprochen worden. Durch die Wahl des Seeweges erspart Oberst Leutwein wohl mindestens zehn Tagemärsche. Aus diesen Nachrichten ist ersichtlich, daß er etwa am 12. Januar von dem Ernst der Lage im Norden unterrichtet war. Wir formen hoffen, daß das Erscheinen des alten, bewährten Gouverneurs und siegreichen Kommandeurs nur ßünsttge Nachrichten bald im Gefolge haben wird, zumal feine Ankunft in Swakopmund durch eine glückliche Fügung mit derjenigen des Ersatztruppentransports von etwa 230 Mcmn ungefähr zusammenfallen wird. Der als ermordet gemeldete Weiße Tausendfreund wohnte in Otjizewa, der ermordete Pilet ca vier Stunden östllch von Windhoek bei Farm Hoffnung, der Siedelungs- gesellschast gehörig. Die beiden Familien abzuschlachten, war kein Kunststück; da diese ohne Zweifel ebenso durch den Aufstand der Hereros überrascht wurden, wie die Regierung und jeder Bewohner der Kolonie überhaupt; die Ansiedler Enabarth, Stüber und Koc- zar ski sind ehemalige Schutztrnppler und handelten nun mit den Eingeborenen im Felde, waren also auch je einer gegen Hundert. Der gefallene Leutnant D R. Boy , en ist der Sohn des Kaufmanns D. Boysen, der sich yrryxt 0 Urlaub in Deutschland befindet Zulott und Rudo-f betrieben das Maurerhandwerk in Windhuk und Gerwin s k i war Schreiber beim Gouvernement. Fackertwar bei der Eisenbahn. P a s ch und Weiß waren aktive Mlli- tärpersouen, gleich den Vorhergenannten zum Feldzug einberufene Reserve- und Landwerhrleute, die mit Ausnahme Boysens 1893—94 gegen Witboi, 1896 den Aufstand der Hereros (Nicodenrus-Leute und Ovambandseres) mitgemchbt haben und im Kampfe für Haus und Herd geblieben sind. Pilet, F-armer in Frauenstein, ist Magdeburger Kmd und feit etwa sechs Jahren Farmer, Dausendftermd Umt Zwil- polizift, der seine Familie erst im Juli v. I. nachkommen ließ; letztere sttandete bereits mit dem Dampfer ,^iuln Bohlen" an der Liberia-Küste im Juni v. I., also Unglück über Unglück. _____——। mit der zweijährigen Dienstzeit lägen nicht vor. Aber man ersah aus der immer wiederkehrenden lebhaften Befürwortung in der konservativen Presse, die „altbewährte dreijährige "Dienstzeit wieder einzuführen, daß eine nicht zu unterschätzende Gruppe in konservativen und dem Heere nahestehenden Kreisen ihre Sache keineswegs für verloren hielt. Kriegsminifter v. Einem bezeichnete es sogar als „selbstverständlich", daß die Regierung die gesetzliche zweijährige Dienstzeit bringen werde. Ohne Gegenleistung freilich nicht; dieser Adler wird nicht geschenkt. Worin dre Gegenleistung bestehen soll, das ließ sich der Minister nicht entreißen und nicht entlocken. Tas Zentrum llopfte auf den Busch. Tie Abgg. Gröber und Müller-Fulda hätten vor Bewilligung der Aufbesserung für Oberstleutnantsgehälter, die sonst das Zentrum auf ein Jahr zurückstellen will, gern gewußt, was die neue Militärvorlage enthalten wird. Herr v. Einem ging auf diese Mß- begierige Frage nicht ein. Ter Entwurf ist ja, wie der preußische Kriegsminister im Reichstag bei der Etatsdebatte ausführte, bereits ausgearbeitet. Aber die Militärverwaltung deckt nicht vorzeittg die Karten auf. Daß mit bei neuen Vorlage eine erhebliche Erhöhung der Friedens Präsenz verknüpft ist, das Vorauszusehen bedarf keiner Prophetengabe. Mit der wiederholten Forderung der seinerzeit vom Zenttum abgelehnten 7 000 Mann wird es nicht getan fein. Gäbe die Heeresverwaltung schon jetzt weitere Aufschlüsse über die kommenden Pläne, dann würde sie sich nicht nur das Leben sauer machen durch eine gesteigert krittsche Haltung be§ Reichstags gegenüber den schwebenden milttärischen Forderungen, fie wurde auch durch die vorzeittge Bekanntgabe die Aussichten der Vorlage gefährden denn solche mit Mehraufwendungen und vielleicht mit Steuern verbundene Gesetzentwürfe gewinnen erfahrungsgemäß nicht bei längerer Bekanntschaft. Uebrigens ging aus Aeußerungen des Abg. Dr. Muller-Sagan iFrs. Bollsp.) hervor, daß die ftüheren streng vertraulichen Mitteilungen der Militärverwaltung zur nächsten Milttar- vorlage in der Hauptsache wohl nur einer vergleichenden Uebersicht über die Schlagferttgkeit unserer Armee und derjenigen anderer Armeen gegolten haben. Mtt Deftiedigung dürfte ausgenommen werden, was Herr v. Einem über die ernsten Bestrebungen s.ijgft, be:-* Luxus im Offi- , merkorps zu {teuer n. Bemerkenswerterweise sprach ein Mitglied der konservattven Partei, der Abg. v. S t a u d y, den Wunsch nach Vnsch^cänkung des Luxus aus. Dagegen seien die llniformänderungen eine Frage von mehr untergeordneter Bedeutung. denkbar. Gegenwärtig könnten die mitteleuropäischen Länder die Jndustriezölle wohl entbehren. Grundlegend in der Wirtschaftspolitik dieser Länder, besonders auch in Deutschland, sind die Agrarzölle. Man sagt nun: die Agra» zölle bereichern die wenigen landwirtsck>aftlichen Großproduzenten; diese haben einen maßgebenden Einfluß auf die Regierung, und sie benutzen ihn, um sich den Vortell aus der Einfühmrng und Erhöhung der Aararzölle yiyrtoenbeiL Ja, wenn die Sache so einfach wäre, dann könnte man sich doch gar nicht erklären, daß die agrarische Bewegung so stark werden konnte, wie sie zurzett ist. Die Liberalen stehen der agrarischen Bewegung ebenso verständnislos gegenüber, wie der sozialdemokratischen Bewegung. Sett oen siebziger Jahren haben wir mit vollständig veränderten! Wirtschaftsverhältnissen zu rechnen. Die großen norb- amerikaniscben Steppenländer wurden der Laudwrrtschaft erschlossen, ihre Besiedelung wurde durch unentgeltliche He» gabe von Land an die Farmer, durch Subventionierung der Eisenbahnen staatlich begünstigt. Um der amerikanischen! landwirtschaftlichen Konkurrenz zu begegnen, hat England, wo die Landwirtschaft in der Hairptsache durch Pächter betrieben wird, die Pacht herabgesetzt, andererseits ist man zur Viehzuckft übergegangen. Die englische Landwirtschaft ist in rapidem Verfall begriffen, was für England, das sich ja wesentlich auf seine Industrie stützt, nicht schlimm ift — Sollen wir aber auch in anderen europäischen Landern die Landwirtschaft verfallen lassen wegeü eines vorübergehenden Zustandes? Vorübe» gehend ist die amerikanische Konkurrenz, denn auch in Amerika steigt der Wert des Landes, bie Produktion wird dadurch teurer, es werden sich nach und nach dieselben Ve» hältnisse heranbilden, wie wir sie bei uns haben, und so muß die amerikanische Konkurrenz in absehbarer Zeit aufhören. WM man den mitteleuropäischen Landwirt toi» kurrenzfähig machen, so müßten entweder seine Grund- schulden staatlicherseits getilg t werden, um ihn in dieselbe Lage zu setzen, wie den amerikanischen Farmer, dem das Land geschenkt wurde, oder man muß andere Mittel anwenden, um die Landwirtschiaft vor dem Verfall zu bewahren. Die bürgerliche Gesellschaft hat nun das Mittel gewählt, durch Zölle wenigstens die Preise der land- nnrtschaftlichen Prodillte in den Kontinentalländern zu e» halten. Es ist nicht wahr, daß die Preise infolge der Zölle gestiegen sind. Die Agrarzölle sind Zölle, welche mtt Mühe und Not die alten Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gehalten und die Landwirtschaft vor dem völligen Zusammenbruch bewahr t haben. Niemand ist durch die Agrarzölle bereichert worden. Sie haben den Zusammenbruch der Landwirtschaft aufgehalten, können ihn aber nicht ver- Beschuldigung, die ihn trifft, bleibt an ihr hängen, wenn diese sie auf die leichte Achsel nimmt. Man komme nicht mit dem Hinweis auf den Partcifrieden, der ein Zudecken jeglicher Entgleisung mit dem Mantel christlicher Liebe erheische. Bei Schippel kann man nicht mehr von einer Entgleisung reden. Es handelt sich bei ihm um svstematisch entwickelte und propagierte Anschauungen. Und es wäre ein schlimmes Zeichen für die innere Gesundheit unserer Partei, sollte sie es um des lieben Friedens, das heißt der Bequemlichkeit willen, zur Mode werden lassen, daß man einzelnen unserer Abgeordneten Doppelzüngigkeit und Verrat vorwerfen darf, ohne daß ein Hahn danach kräht. Wir dürfen erwarten, daß' sis in einem solchen Falle stets Ankläger und Angeklagte zur Rechenschaft zieht, um ihren Ehrenschild blank zu erhalten." Aus dem Reichstage. Tie erste Beratung des Gesetzen »wurfs über die Entschädigung unschuldig Verhafteter brachte die Bedenken und Einwendungen zum Ausdruck, die schon in der Presse gegen den Entwurf erhoben worden sind. Tie Kommission wirb die Aufgabe haben, die Vorlage umzugestalten. Aus der einleitenden Rede des Staatssekretärs des Reichsjustizamts ging hervor, daß innerhalb der Regierungen Schwierigkeiten vor Einbringung der Vorlage zu überwinden gewesen sind, und daß demzufolge die Abänderungsanträge kaum auf Wohlwollen seitens der Negierung zu rechnen haben. Trotzdem muß der Reichstag versuchen, mindestens die hauptsächlichsten Lücken (die wir erwähnt haben) auszufüllen. Da8 „Fabrikantenlied". Die von Pfarrer a. D. Dr. Naumann herausgegebene »Hilfe"' veröffentlicht in ihrer jüngsten Numlner folgendes Gedicht: Fabrikantenlied. Der Winterhimmel, kalt tmb grau, Hangt uns jetzt voller Getgen, Wir sind die Herren von Crimmitschau Und wollen es Euch zeigen. Wer schwächlich oder bang' geduckt Am Oken hat gesessen Und mit der Herde nur gemuckt, Kriegt wieder was zu treffen. Doch wer beim Streike ohne Blatt Vorm Munde hat gesprochen, Und wer ein steiles Rückgrat hat, Dem wird es jetzt gebrochen. Der mach' nun alle Tage blau. Bis er am Weg' verende! Wir wollen hier in Crimmitschau Nicht Männer, sondern Hände! Hervorragende Blätter der Freistnnigen Vereinigung, wie die „Weser-Ztg." und die „Ostsee-Zig."", rücken auS diesem Anlaß energisch von Naumann ab, der Mitglied des geschäftsführenden Parteiausschusses ist, und verweisen ihn auf den Anschluß an die Sozialdemokratie. Die „M.-Zig." meint: .Herr Naumann scheint den Anhang, den die Liberalen unter den Arbeitgebern haben könnten, über Bord stoßen zu wollen, um dem Phantom eines Anhanges unter den Arbeitern nach- zujagen." Deutsches Reich. Berlin, 3. Febr. Heute hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanns und des Professors Hellmann. Ter Berliner Lehrergesangverein folgte heute einer Einladung des Kaisers nach dem Schloß, wo sich der Monarch Hummelsche Chöre vortragen ließ, die er selbst ausgewählt hatte: außerdem wurde, ebenfalls auf Wunsch des Kaisers, das bekannte Volkslied ^Zn Straßburg auf der langen Brück" gesungen. Außer dem Kaiserpaar wohnten dem Vortrag Prinz Heinrich mit Gemahlin bei, sowie fast alle Minister. Ter Kaiser äußerte wiederholt seinen Beifall und zeichnete den Leiter des Vereins, Professor Felix Schmidt, sowie mehrere Sänger burch Ansprachen aus. anteil daran haben, wie begreiflich, die politischen Schlag- inorte, danach kommen die sozialen im weitesten Sinne, end- llich diejenigen, die man' als mehr oder weniger gedankenlose Modeschlagw-orte bezeichnen könnte. Heben wir nach tnesen drei Richtungen, die in Ladendorfs alphabetischer Reihenfolge nicht ohne weiteres hervortreten, einiges heraus. Die meisten der innervolitischien Schlagworte gehen, wie man schon aus Mtzhers Äste ersehen fcmute, auf das Aahr 1848 zurück. Bei Ladcndorf finoen wir darunter noch folgende: ,pie Ccrmarilla", den „Demokraten v-om reinsten Wasser"" (Schöpfer der Wendung noch unbekannte, „gesinn- nngstüchtig"" (findet sich allerdings schon 1846), „g e - sunder Volkse gvismuS" lruerst von Wilhelm Jordan gebraucht in seiner berühmten 1848er Rede über ine Polenfrage), „Kleindeutschland", „maßregeln" (besonders bei Auerbach beliebt, ursprünglich ein Polizeiaus- Hruck), Opportunität"" "zuerst in hem Gvenzbvten), der durchlöcherte Rechtsboden" (zuerst von Vincke 1848 gekraucht), „Schreier"" (1848 in Hamburg geprägt), „Jesuitenumtriebe" (1847), „Wahlumtriebe"" (1849). Aus der äußern Politik ist besonders ,pas perfide Albion" zu nennen, des auf eine französische Wendung des' Jahres 1840 zurück- geht. — Von sozialen Schlagworten sei erinnert an „Bummler", ebenfalls eine Neubildung des Jahres 1840: ferner an die „Creme der Gesellschaft"", eine seit 1842 gangbare französische Wendung: von der , Emanzipation der Juden" ist schon seit 1830 die Rede; die „kleinen Leute" gingen aus von der 1847 in Berlin gegründeten gemeinnützigen Baugesellschaft, in deren Statuten der eigentümliche Mittelschlag zwischen Bourgeoisie und Proletariat so genannt wird. „Tie notleidende Menschheit" scheint aus dem ftan- zösischen Journalismus zu stammen; der „Pauperismus" erschemt zuerst 1842, das „Recht auf Arbeit'" 1847, Wucher rtn Sinne von unerlaubter Getreidespeftilation ebenfalls seit 1847. — Nur noch einige Proben der sogen. Modeschlagwörter! Schon 1832 sprach Im m ermann vm der „Anbahnung"" der Wiedergeburt Deutschlands. Eine „brennende Frage" war schon Laube 1849 ganz geläufig. Der „edle Rost"" des Alters ist nicht erst von W. v. Schlegel, sondern schon von Wieland 1790 gebraucht worden. „Auf der Höhe der Zeit" stand man schon 1830, die Wendung läßt sich aber noch bis ins 18. Jahrhundeick zurückführen. Wohl der früheste Beleg für das „innere Auge" findet sich 1755 bei Wieland. Der „überwundene Standpunkt",ist nicl*t erst 1842, sondern schon 1838 zu belegen und scheint von D. Fr. S t r a u ß' Geanern ausgegangen zu sein. Die „Tragweite" kam 1848 in Mode und ist eine Uebersekung des französischen „portöe". Für „voll und ganz" scheint 1842 die Frühgrenze zu sein, wo es in einem Gedicht Frei- stigraths vorkvmmü — Der Kaiser nahm heute abend am Diner beim Präsidenten des Reichstags Grafen Balle st rem im neuen Reichstagspräsidialgebäude teil. Ter Einladung waren u. a gefolgt die beiden Vizepräsidenten des Reichstages, Reichskanzler Graf Bülow, die Staatssekretäre Graf Posadowsky, v. Tirpitz, Nieberding, Frhr v. Richthosen, Krätke, Frhr. v. Stengel, Kriegsminister v. Einem, und zahlreiche Ab geordnete. Der Kaiser führte die Gräfin Ballestrem zu Tisch. — Tie Mittelmeerreise der Kaiserflottille ist nach einer Meldung aus Kiel auf 40 Tage berechnet. Als Anlaufhäfen werden Plvmouth, Gibraltar und Palermo genannt. Ter Kieler Polizeipräsident v. Schröter wurde eingeladen, den Kaiser zu begleiten. — Herzog Friedrich von Anhalt wurde anläßlich seines Regierungsantritts zum Generalmajor a la futte im ersten Garde-Tragonerregiment ernannt. — Ter Landwirtschastsminister v. Podbielski hatte gestern die Mitglieder der Budgetkommiss'.on des Abgeordnetenhauses zu einer Weinprobe im Landwirtschaftsministerium cingeladen, wobei elf verschiedene Weinsortcn, sämtlich aus fiskalischen Weingütern stammend, vorgesetzt wurden. — Tem Mitglied 'des preuß. Herrenhauses Majoratsbesitzer Alexander v. Rexin zu Woedke (Kreis Lauenburg) ist der Charakter als Wir kl. Geh. Rat mit dem Prädikat Exeellenz verliehen worden. — Tcr Verband fortschrittlicher Frauen- vereine hat an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, den Zugang zu den höheren Stellen des Postdienstes durch Freigabe der Sekretärprüfung für weibliche Postbeamte unter den gleichen Bedingungen wie für männliche zu eröffnen . Bremen, 3. Febr. Tie Bürgerschaft lehnte den Antrag betreffend Einschränkung des bremischen Wahlrechts durch Einführung eines Zensus (fünfjährige Versteuerung eines Milldesteinkommens von 1200 Mk. einstimmig ab. Dresden, 3. Febr. Ter Entwurf der Regierung über eine Reform der Gemeindesteuern ist soeben erschienen. Ter Entwurf bestimmt, daß die Gemeinden den Branntwein- und Bierhandel, den Schankwirtschaftsbetrieb, Tanzlustbarkeiten und den Wertzuwachs des Baulandes besteuern, außerdem eine Gewerbesteuer für Betriebe, die mehr als 5000 Mk. Einkommen oder 20 Gehilfen aufweisen, einzuführen. Tamit soll eine unmäßig starke Heranziehung des Einkommens zur Gemeindesteuer verhindert werden. Karlsruhe, 3. Febr. Tie Verfassungskommission nahm folgende grundsätzliche Stellung ein: Sämtliche Mitglieder sind Gegner der Verschiebung des bisherigen Verhältnisses der beiden Kammern zu Grinsten der 1. Kammer inbezug auf die Finanzgesetze (Budget re.). Tie Kommission schlägt weiter an Stelle der Wahlkreise mit 30 000 Einwohnern solche von 25 000 vor, um eine Verschiebung zu Ungunsten des Landes zu hindern, wovon besonders das Zentrum seine Zustimmung abhängig machte. Schließlich schlägt die Kommission vor, das Wahlrecht nicht von der vorgeschlagenen zweijährigen, sondern einer halbjährigen und einjährigen Karenzzeit seit Erwerbung der Staats- zugehörigkeit und Begründung des inländischen Wohnsitzes abhängig zu machen. Der allgemeine Eindruck geht dahin, daß das Schicksal der Vorlage abhängig ist von der Haltung der Regierung zur Vermehrung der Rechte der 1. Kammer. Ueber die übrigen Punkte dürste eine Einigung möglich sein. Straßburg, 3. Febr. Pfarrer Telsor erklärte im „Volksboten'" feen ip der „Reveilles des Alpes" erschienenen Brief, daß er sich einer befreundeten Dame gegenüber über den Luneviller Zwischenfall ausgesprochen habe, als Erfindung. Preußischer Landtag. Sitzung vom 3. Februar. Die zweite Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung wird fortgesetzt bei den Einnahmen. Abg. Frhr. v. Eynatten begründet einen eingebrachten Antrag: die Negierung zu ersuchen, die Polizeioerordnungen, welche die Fleischbeschau auch auf Hausschlachtung en ausdehnen, nur in dringenden Fällen aufrecht zu erhalten, ferner die Gebühren für Fleischbeschau wesentlich herabzusetzen. Abg. Gamp (ff.): Der Schlachthauszwang und die Nachuntersuchung in den Städten laste schwer auf den ländlichen Viehproduzenten. Er empfiehlt einen von ihm und dem Abg. Fr hm. v. Zedlitz (frk.) eingebrachten An tra g: Die Negierung solle veranlaßen, daß die bis jetzt erlassenen Verordnungen in Bezug auf die Bedürfnisfrage unter Anhörung der betreffenden Landwirtschaftskammern einer erneuten Prüfung unterzogen werden und daß die Gebühren für Schlachtvieh und Fleischbeschau eine wesentliche Ermäßigung erfahren, und daß ferner eine öffentliche Schlachtviehversicherung unter Heranziehung staatlicher Mittel eingerichtet wird. — Abg. Graf Praschma (Ztr.) weist auf die unerträglich hoch gewordenen Gebühren für Fleisch- und Trichinenbeschau hin. Landwirtschaftsminister von Podbielski: Die Regierung hält nach wie vor die Fleischbeschau bei Hausschlachtungen für wünschenswert. Dagegen ist die Regierung gewillt, die praktischen Fragen der Durchführbarkeit der Maßregeln und der der Landwirtschaft erwachsenden Belästigung erneut zu prüfen. Allt der Trichinenschau haben wir sehr gute Erfolge erzielt. Wir können doch jetzt noch nicht diese für die menschliche Gesundheit so wichtigen Maßnahmen wieder abschaffen. Zur Errichtung einer eigentlichen Schlachtviehversicherung besteht im Reiche wenig Neigung. Ich halte es für meine vornehmste Pflicht, die Gebühren für die Fleischbeschau möglichst niedrig zu halten, aber heute kann ich beim besten Willen nicht sagen, ob irgendwo ein Versehen von mir oder den beteiligten Beamten vorliegt. Warten Sie noch ein ober zwei Jahre ab! Rütteln Sie nicht an den ergangenen Polizeioerordnungen! (Beifall). — A b g. Heckenroth (kons.) bedauert die Erklärungen des Ministers, wonach keine Aussicht fei, daß den Belastungen der kleinbäuerlichen Bevölkerung Einhalt getan werde. Unter den Riembauern seien jetzt einzelne sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden — ein Zeichen der großen Unzufriedenheit. • Abg. Goldschmidt (f r s. V p t.) sagt, Gamp habe nur einen Vorstoß gegen die Kommunalverwaltungen der Städte beabsichtigt; man müsse darauf bestehen, daß das vom Lande in die Stadt gebrachte Fleisch einer Nachuntersuchung unterzogen werde und das; nur gesundes Fleisch auf den Markt gebracht werde. Auf keinen Fall darf der Negierungspräsident beim Erlaß seiner Verordnungen von der Landwirtschaftskammer abhängig sein; ebenso wendet sich Redner gegen eine staatliche Schlachtviehversicherung. Abg. Herold (Ztr.) wünscht, daß der Minister selbst noch in die Lage komme, die Polizeiverordnungen aufzuheben. Hierauf wird der Antrag Herold angenommen. Von dem Antrag Gamp findet nur die Schlußbestimmung betr. Einrichtung einer öffentlichen Schlachtviehversicherung Annahme, in allen übrigen Teilen wird auch dieser Antrag abgelehnt, die Einnabmen werden bewilligt. Beim „AuSgabetitel Ministergehalt"' verbreitet sich Abg. Graf Kanitz (kons.) über die mißliche Lage der Landwirtschaft, da die Handelsverträge nicht gekündigt seien. Die Regierung gehe über die Interessen der Landwirtschaft zur Tagesordnung über, auch von den neuen Handelsverträgen werde die Landwirtschaft wenig zu erwarten haben. Weiter beklagt sich Redner über die Zunahme der Schweineeinfuhr trotz der Grenzsperren, und bekämpft die Brüsseler Zuckerkonvention, da die starke Ermäßigung des Zuckerzolls keinen genügenden Schutz gegenüber einer Ueberschwemmung mit fremdem Zucker mehr garantieren würde. Redner schließt, lieberkeineHandels- verträge, als schlechte! Abg. Graf Praschma (Ztr.) befürwortet eine gesetzliche Regelung derViehmarktsverhältnisse, weiter wünscht er den Erlaß eines Wassergesetzes, sowie die gesetzliche Regelung der Jagdverpachtung. Redner geht alsdann auf die Leuten ot ein und fordert eine Erhöhung der Mittel für die landwirtschaftlichen Schulen. Seine Partei wünsche das baldige Inkrafttreten des neuen Zolltarifes und neue Handelsverträge, sowie die Kündigung der Verträge, die die Landwirtschaft am meisten schädigten. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnerstag. Kirche und bchute. Kattowitz, 3. Febr. Der hier erscheinende „GornoS- lazuk"" berichtete im November v. I. daß die oberschlesische Geistlichkeit vor ihrer Anstellung vor den Regierungsbehörden ein Examen abzulegen habe, und daß in BreSlau unter dem Vorsitz des Kardinal-Fürstbischofs Kopp eine Erzpriesterkonferenz stattgefunden habe, die sich nicht mit kirchlichen, sondern politischen Angelegenheiten befaßt habe. Kardinal Kopp und 30 Pfarrer haben einen Strafantrag gegen den „Gornoslazuk"' gestellt, der in den nächsten Tagen vor der Leuthener Strafkammer zur Verhandlung kommt. Wien, 3. Febr. Die „Neue Fr. Pr." erfährt au5 Rom, das Verfahren gegen den Oelmüher Erzbisch of Kohn sei gestern abg e sch lass en worden und habe nichts ergeben, was als Ursacheseiner Abberufung gelten könnte. Erzbischof Kohn wird heute vor der Rückkehr nach seiner Diözese vom Papst in Abschiedsaudienz empfangen. Ausland. Brüssel, 3. Febr. Die wichtigste Folge des Besuches König Leopolds in Berlin dürfte, wie versichert wird, die Anbahnung eines gegenseitigenVer- ständnisses und d a u e r n d e F ü h l u n g zwischen beiden Fürsten sein. Natürlich drehte sich die Aussprache der Monarchen mehr um große allgemeine, als um spezielle Fragen. Bestimmt versichert wird, daß die allgemeinen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Kongo st aat durch die Reise des Königs eine Besserung erfahren haben. An einer englischen Aktion gegen den Kongostaat werde Deutschland keinesfalls teilnehmen. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob der Kongostaat durch seine .Handels- und Karawanen-Politik bewiesen wird, daß er auf gute Fühlung mit Deutschland Gewjcht legt. — Da Deutschlands fachmännisches Personal durch die vielen schwebenden Handelsvertrags-Verhandlungen sehr in Anspruch genommen werden, so wurde der Beginn der Verhandlungen in Brüssel auf einige Wochen verschoben. P a r i s, 3. Febr. Eine ErbschastSangelegenheit der verstorbenen Maria della Luz erregt hier weiteste Kreise und gelangte vor den Ministerrat. Es ging das Gerücht, die reiche Dame sei keines natürlichen Todes gestorben. Nach dem Gutachten zweier Aerzte ist sie indes an Lungenentzündung gestorben. Der Justizminister teilte mit, die Familie der Verstorbenen habe sich gegen die Ausgrabung der Leiche ausgesprochen. Unter diesen Umständen habe der Ministerrat beschlossen, von der gerichtSärztlichen Obduktion der Leiche abzusehen. Der sozialistische Abg. Breton, der über diese Angelegenheit eine Interpellation eingebracht hat, will wissen, warum der Staatsanwalt die von der öffentlichen Meinung geforderte Untersuchung über den unter verdächtigen Umständen im Klo st er der Assumptionisten erfolgten Tod des Fräulein Luz nicht eingeleitet habe. Der „Matin", der die Angelegenheit zuerst in die Oeffentlichkeit gebracht hat, greift den Oberstaatsanwalt Vulot sehr scharf an, weil dieser keine Untersuchung angeordnet hat über die angeblich spurlos verschwundenen riesigen Renten, die die Verstorbene mehrere Jahre hindurch au5 ijtcm 50 Millionen Francs betragenden Vermögen regelmäßig bezog. Bud apest, 3. Febr. In Preßburg verweigerten zahlreiche inu dritten Jahre dienende Husaren den Gehorsam, veranstalteten Straßendemonstrationen und widersetzten sich der Wache. Bei dem Kampfe wurden zwe» Soldaten schwer und mehrere leicht verwundet. Avßtand und Japan. Die neuesten Ereignisse deuten darauf hin, daß die anhaltende Spannung ihren Höhepunkt erreicht hat. Aus Tokio wird vom 3. d. M. gemeldet: Marquis Ito wurde nachts zum Kaiser berufen. Später wurde ein R a t abgehalten, an dem die fünf ältesten Staatsmänner, der Premierminister, die Minister des Krieges und der Marine, Vertreter des Kriegsministeriums und drei Admiräle teilnahmen. Sitzung dauerte sieben Stunden. Während der Sitzung hatten der Premier Minister und der Minister des Ärswärtigen eine lange Audienz beim Kaiser. Der Sitzung wird große Bedeutung beigemessen. Das Ergebnis ist unbekannt. Die höchsten Beamten machen kein Hehl über die Erbitterung, welche infolge der Verzögerung der Antwort Rußlands auf die japanische Note herrscht. ES heißt, daß am 30. Januar Weisungen aus Petersburg eingegangen sind, nach betten die Kriegsschiffe wegen der gefährlichen Enge der Ausfahrt und der geringen Wassertiefen den Hafen verlassen sollen. Die Flotte wartet jetzt auf weitere Befehle. Die Kriegssch'ffe „Dschi git", „Gardamak", „Sabjaka" und vier Kanonenboote der Torpedoflotte, bleiben noch im Hafen von Port Arthur. Nach dem Abmarsch von 9000 Mann bleibt in Port Arthur noch ÄfrHhnatfilt von 10000 Mann, ausschließlich der in den seltsamer Dieb sein Unwesen. Er ^ahl Reformkleider F^t^ich anhaltenden Truppen. Man beabsichtigt, die und Frau en röcke. Es wurde .festgestellt.daß eS-sich bei kommandierten Truppen sofort durch neue ersetzen, den Diebstählen um denselben Dieb handeln mußte Der. Für den Fall, daß die Feindseligkeiten zwischen Ruß- qanQene Nacht gelang es nun dem Nachtwachter Helker, den laitb und Japan ausbrechen sollten, hnt die Eisenbahnver- Dieb zu erwischen. Es ist der sehr wohlhabende -and- rlach, unser neuer ' ~ - Crimmitschau, 3. Febr. Im Strei fl iekt wieder Flugblätter auf Flugblätter verbreitet. - s;« fnbfo ntfnntfrrhp Eikläruna des Spinner- UN vermischtes eneRevolver und geschliffene TeBephomscher Kursbericht . . 26.85 3% Mexikaner Gold . 102 80 . 91.90 . 102.70 . 91.75 . 101.10 . 95.50 . 102.80 waltung in Tientsin angeordnet, daß das Detriebsmaterial der außerhalb der großen Mauer befindlichen Strecke in den Bereich der großen Mauer gebracht wird. Rußlmd ist im wirt Veit Schirmer von hier. In seiner Wohnung sind sogenannte Prinzeß-Kleider und verschiedene Frauenröcke ge- 4,/e*/-. Chinesen . Electric. Schnckert Nordd, Lloyd . . Kredrtaktien . . Diskonto-Komniandil . 89.80 . 104.90 . 10710 . 211.40 . 193.10 . 143.00 . 156.60 . 159 20 , 143.50 . 16.30 . 192.00 . 234.50 . 192.50 . 204.70 101.25 . 100.70 . 103.70 . 62.10 . 61.25 134*80 . 43.70 43 10 | vorüberfahrenden ZugeS. Mit schweren Verletzungen im Rücken wurde er in? Hospital gebracht. Ke. erscheinende,®omo§. M bie oberschlesish en R^ieningSbehörden m Geslau unter dem D e^nt Erzpriester, 4 nicht mit kirchlichen, besaßt habe. Kardinal rasantrag geqen den chiten Taqen vor der mg kommt. W. A.' erfährt au; >lmützer Erzbischof irben und habe nicht? erusung gelten könnte. Rückkehr nach feiner iz empfangen. im ... zu Kaisers Geburtstag eigens nach Marburg gekommen, um an dem offiziellen Essen teilzunehmen. Als Herrn v. Gerlach bei dem erwähnten Esten an einem Tische ein Platz geschafft werden sollte, wurde von dort Sitzenden erklärt, falls er zu rhnen käme, würden sie auf die Teilnahme am Essen o erz i'chten! Schließlich wurde er irgendwo am Ende plaziert, wo jüngere Herren saßen. Das war nachmittags, l Abends ging Herr v. Gerlach, begleitet von einigen national- sozialen Herren, zum Bürgeresten. Nachdem dort der Karser- toast ausgebracht war, wollte Herr v. Gerlach auch reden, aber er wurde von dem Herrn, der dre Kagerrede gehalten hatte und gewistermaßen als Alterspräsident fungierte, gebeten, durch eine politische Rede nicht die Gegnerschaft zur Mißstimmung zu bringen und auch die Sitte zu beachten, daß man bei Kaisers Geburtstag nur em Kaiserhoch ausbringe. Somit war Herrn v. Gerlach das Wort so zu-- sagen vom Munde abgeschnitten. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den wendbar. _______ _ _____ Aus^tädt und Land. Gießen, den 4. Februar 1904. LlniverMts-Nachrichten. _ (?in deutscher Einmarsch" in Frankreich ä n k.» tigfte Folge des Benin dürfte, wie ver- genseitrnenBer- ’lungjltiifätn beiten bit Ztätttfbe bet ne, als um syrM' die ü dm Lvugostaa! Sesserung erfahm gegen den Songoftam tefimen. Mr die Zv- tkongostaat durch feine lernieftn wird, daß^cr i tzemjcbt legt. - Ta l durch die vielen Mk> rhandlungen sch wurde der Segim bet iae Vochen verschoben G-ngelegenheit der verdat hier witeileOT Fs ging das Eeru^ frn T°de- M » t sie linistn teilte mit * •n Urfänbeti W® ka. Breton, on Deflation eingebra^ di- £n'9'! Jie Set- 113 „»inerte« W’t Kit» “* ben M i'S« Jffi! »rfS’rf Ss'!ü. WSt Ad-»>Z WW X&S-* n? bitt K l,1i öbgetj?,' 8 bi« I ZHS 5: . lton-hab, “genben 6*ufe 'n». -LZZ Wr |e5f§. sowie die R-dn« J ' 'Vin,^5 Ä" dch°i°» t v i,s "*• dl! Rünbigunq ^äbi* dasselbe allem etwa 14-1500 Hörer zählt, säst ebensoviel als alle Hochschulen Frankreichs Auiammengenomme». Aancy hat daher, in Verbindung mit der Alliance Franyarse, beiondere Vorleiungen iür Ausländer eingerichtet, welche französische alte und neue Literatur und verwandte Fächer betreiben wollen: dies auch den ausländischen Hochschulen mit freundlicher Einladung m"geteilt, ^araui die Anmeldungen aus Deutschland. In , bat irf^on vor geraumer Zeit die Fakultät der Rechte ihre Vorlesungen derart eingerichtet, daß dcntsche Hörer ihren ^tudrengang wrtseheu können. Mehrere Professoren waren in Deutschland, um das nähere fpftmtcüen Tie in Grenoble verbrachten Semester werden m Deutschland mitgezählt. Deshalb sind schon seit einigen Jahren ^>00 deutsche In ritten in Grenoble. B e r l i n , 3. Febr. In der Aukau der Universität wurde heute Mittag Frau Helene Herrmann, die Gattin des Germanisten Prof. 2r. Max Herrmann vom Te^n der Philosophischen Fakultät, Pros. Dr. Planck, feierlich zum D o k t o r pro- movie r t. Sie bestand cgm s.^ude. . verhindert. ... ’ — Der2. französische Vortrag von Lektor Goetschy über A. Dumas fils findet nicht heute, sondern morgen, Freitag, um 8 Uhr in der Universitätsaula statt. < sd Darmstadt, 3. Febr. Der Gesamtvorstand deS , Bundes deutscher Gastwirte hielt gestern eine Sitzung , ab Gegen das sogen. Militärverbot, unter welchem die In- , hader von Sälen in Bayern, Württemberg, Sachsen und Preußen fortgesetzt schwer zu leiden hätten, wurde vom Bunde eine Eingabe an den Kriegsminister, die KorpS- und Stadtkommandanten gerichtet. Es wird konstatiert, daß un allgemeinen dies Verbot in Hessen nicht bestehe. r. Mainz, 3. Febr. Versuchsweise ist auf ter Strecke Kastel—Hochheim der nassauischen Bahn eine A en der - un q im Signalwesen bergestellt worden, bei welchem es sich um ein Läutewerk mit Telephonverbindung handelt. Sobald irgend ein Zua auf freier Strecke unwert des Apparates durch irgend eine Signalunt^brechunggestellt wird, kann der Zugführer des Zuges mittelst eines Schlussels den vorsichtig verschlossenen Apparat öffnen und telephonisch bei der nächstliegenden Station an- fragen, was vorliegt und ob der gestellte Zug ohne Störung einfahren resp. die Fahrt fortsetzen kann. Zur gutachtlichen Aeußerung beschäftigten ^gestern abend die Beisitzer des hiesigen Gewerbegerichts mit dem Gesetzentwurf über die Kau sm an n s ger ich t e. Es wurden verschiedene Punkte als verbesserungsbedürftig bezw als überflüssig herausgegriffen, so soll insbesondere die Forderung in Paragraph 10 Absatz 1, daß der Vorsitzende zum Richteramt befähigt sein muß, auf Grund der gwiachten Erfahrungen nicht befürwortet werden. Ms ungerechtfertigt ttmrde auch erklärt, daß der Entwurf die Kaufmannsgerichte erst für Städte über 50000 Einwohner obligatoinsch machen will. Es soll an Stelle der genannten Zahl über ,,20 000 Einwohner" gesetzt werden. Heber die Zulasiung von Rechtsanwälten als Parteivertreter sprachen sich entschieden die Arbeitgeber wie auch die Arbeitnehmer aus, da mit dieser Zulassung der Prozeß für die Parteien nicht allein verteuert, sondern die schnelle Rechtsälege illusorisch gemacht werde. Daaeaen s rachen sich die Beisitzer einstmmig für die Zulassung der Frauen zum aktiven und psisswen Wahlrechte aus da es unbillig wäre, in dieser Hinsicht die beirnfK- tätigen, weiblichen Handlungsgehilfen rechtlos zu mackM. p. Mainz, 3. Februar. Die karnevalistische Fremdensitzung in der Mainzer Stadthalle ist auf den nächsten Sonntag, 7. Februar, nachmittags angesetzt. Die ebenso prunkvoll, wie mit ausgezeichnetem Humor ge- ickmückte „güt' Stubb der Meenzer" faßt bekanntlich einige wusend Personen, die in früheren Jahren auch stets gerne zu der Fremdensitzung nach Mainz geeilt sind. Auch diesmal ist wieder bei den Vorträgen darauf Rücksicht genommen, daß das für die Auswärtigen weniger verständliche Lokale mehr in den Hintergrund tritt, während der .Allgemeinheit eine liebevolle Aufmerksamkeit gewidmet worden ist. Da gerade in diesem Jahre neben dem neuen Protokoller ßambmet noch eine ganze Anzahl anderer neuer Redner in den seitherigen p-ih„ncien aroße Erfolge erzielten und unter ihnen und ben seither ^bewährten langjährigen Mainzer Kämpen der Narretei eine sorgfältige Auswahl für nächsten Sonntag getroffen c -ri r0 ist eS gelungen, ein Programm zu schaffen, hns ha? Mainzer Karnevalleben in lebenswahrem Lichte wider- LLtf Die S tzun7 beginnt Gintag nachmittag um 5 Uhr, wi b too"9 um 3 Uhr geöfinet und d-r Schluß ber S vmq ist aus 3 Uhr f-stg-M. - Der Karnr°alszug 8 "nftnnrhtmontag wird etwa 60 Nummern umfaffen, 20^ Wagen darunter mehrere Prunkwagen, mit sich führen. Zebn Musikkorps, 200 Reiter und weit über 1000 Mann Zuß- volk werden an dem Zuge teilnehmen. Morn dach, 3. Febr. Hier trieb feit einiger Zett em Arbeiterbewegung. o i t f e 3 Febr. StreikendeWeber belagerten aettern das Schloß des Fabrikbesitzers Eaycy bei Neuville Sie zerstörten das Geländer, drangen in,das Gebäude ein, verwüsteten die Gartenanlagen und erftu r m t en hie ^ohnunq, Todesrufe au^stoßend. Die Familie Eaycz ! I ü di'te t e durch eine tiinlcvtür. Tie Vandalen leckten sodann das Schloß in Brand und laben der Feuersbrunst zu, die Ear- maanole fingenb. Eine ßerbeigerufene Gendarmerlebrigade konnre aeaen die nach Hunderten zählende Baiide nichts ausrichten. Heute traten die Gerichtsbebörden und eine edbroahron Kürassiere em. Der Sachschaden beläuft sich auf 200 000 Francs. j.-... q Im Streikgebiet werden . Als Antwort iLrieskalten der Dtedaktian. (Rnonvme Anfragen bleiben nnberülkfichlrgt.) S. Sch. 97. Wenden Sie sich nach Frankfurt an Siebners -- -- - - - 20, oder an Westenberger, Gr. Bocken- —- .... Westerseldl'sZeniral-Stellennermittlungs- haben. — Die in Hungen kürzlich gegründete Rmgosen-Niddaiirasie KR. -------- -- gesellschast verfügt über ein Gefellschastskapital van 50 000 --ailpiipltp Ulflillllinfll. Mark — ^n Udenhain bei Wächtersbach geriet der u« 28 iäbriae Tagelöhner Joh. Eurich mit seinem Vater, dem R. B. Darmstadt, 4. Febr. Asternaberchl nach 50 äbriaen Schreiner Joh. Eurich, bei dem er arbeitete, in 7 Uhr hab stth. hier abermals em D e l b st m o ^eignet. Streit. Hierbei zog der ungeratene Sohn I mtt ci"em 9fteöoltoer versetzte dem Vater mehrere Stiche m Kopf, Hals und Rucken sch in den Kopf und war sofort tot. Die Ursache und ging dann in ein Wirtshaus, um zu trinken. Von einend^ Kugel m oen ^Fi Gendarmen wurde er in das AmtSgerichtsgefangms nach Wächtersbach gebracht. — In Bingen geriet der etwa 40 l Jahre alte Rangierer Franz Josef Erbelding, von einem - • - - T Kn Worten. ®c benutzte die Kleider unsittlichen Aus- csMstemsey« Botschafter in Petersburg lief em Telegramm ^n, wonach Japan tatsächlich eine se h r he r au s f or d una einnebme. Wie verlautet, sei Jupan entschlossen, am Sonntag nach dem Eintreffen der russischen Antwort zu erllären daß die Mandschureißra^ nM durch eme neue Note, sondern nur durch den Abschluß ^ines vollgilti aen Vertrages geregelt werden könne. Man kann sich ^r d^i Augenblick auf rine ernste faßt machen. Em Krieg werde mm vielleicht unab» HW» Erklärung des Spinner- und Fabrikanten- vereins bat das Streikkomitee ein neues Flugblatt verteilt, m welchem hip Arbeiters chatt aufgeiordcrt wird, die Äugeii offen zu halten mid 'Kleine Mitteilungen aus »eile nun u ...» | d>e artettetl W autgeio f ?um Kamps lür die Nachbarstaaten. Am Sonntag feierte der Gesangverein mH ve^ t eu. ,z^ rüftcn< Die Arbeiterschaft hatte den Frieden Frohsinn in Vetzberg im Reichrnannschen Saale fern 20-^^^^ jähriges Stiftungsfest. — Der neu gegründete Eisenbahnverein m Londorf feierte am SarnZtag abend m den Medenbachfchen Lokalen Kaisers Geburtstag. — In Hoch- dieses Selbstmordes ist unaufgeklärt. Köln, 4. Febr. Die „Köln. Ztg." meldet aus Petersburg vom 3. ds.: Die A n t w o r t n o t e R u ß l a n d s au ^anre eure mungic«». o».u..8 ... o, -- .Japan wurde heute nicht ab gesandt. Ed, verlautet, Güterzuge zur Seite gedrückt, unter die Lokomotive eme§ bie Uebermittelung erfolge ^aum ^^r Freit g ° O . 6 • ö- «YVJ. fx----- nri I Berlin 4. FÄr. Ein T e N tm al für RNo o 1 s Bir- chow wird Berlin erhalten. Es soll seinen Platz an der fDl° mt^lrne = r^e\p de s Kai. • Berlin, 3. ^-. Gestern abend hat sich in einem f J.B»« Koupee der Ringbahn der aus Tner stammende General- n nod> nid).± bekannt gegebenen agent Seelemann erschossen, ^^ine Frau Hafen einschiffen. — Von einer anderen suchte auf die Todesnachricht hin sich und ihre beiden des "Kaisers wird gemeldet: Kaiser Wilhelm Kinder zu töten, indem sie über Nacht den GaShahn offen ^d tm Sommer auf seiner Nordlandreise Christia- ließ Sie wurde von dem Dienstmädchen aufgefunden und nia besuchen und dort persönltth den neu geschaNenen nach dem Krankenhaus geschafft, wo WiederlebungS. Orden des norwegischxn Löwen, der ihm verlrehen wurde, versuche, die ^i den beiden Kindern von Erfolg in «ng nehmen^ ber Sitzung des wvrd^' Äei^Xrgebe.0an, an eimr' inmriichen welche^die MeLung, daß Rußland Japan den Krieg Krankheit zu leiden. Seit Sonntag werden alle drei ver- M adrid, 4. Febr. Der Sohn des Mimsterprasiden- rnißt. Man vermutet, daß sie Selbstmord verübten. tenMaura hat dem Abg. Torr ian o wdgen Be leidig- * Trier, 3. Febr. 4.32 N. Sieben Kinder des feines Vaters anläßlich einer Rede rn der Kam- hiesigen Obberrabiners Dr. Baßfreund wurden heilte mer seine Zeugen gesandt ^n.fer Imorgen im Schlafzimmer bewußtlos aufgefunden. Sie Wien, 4. F-ebr. Es wird )cht.bekannt daß Kaiser sind durch KohlengaSbetäub t worden. Eine Tochter Fr an z^J^o f e s ge^ egen. ^ffallcnber Weise nicht ist noch schwer krank, die übrigen sechs Kinder sind wieder! ,s ^anb dichte. Hierin wird ein Zeichen des Miß- hergestellt. . ,. r fallens gegenüber den Verhältnissen am serbischenHofeev- • Sternen, 3. Febr. Em von emem hiesigen Schutz- Gesaiidte soll hierüber einen vertraulichen Bemanne nach Oswiecim transportierter Verbrecher ent-an ^önig Peter geschickt haben, worin er mttteilt, sprang unterwegs, wurde vom Zuge überfahren und ge- ba$ ber Kaiser zu ihm gesagt habe, die monarchischen Mwi^ tötet. Der nacheilende Schutzmann wurde schwer nctte Europas müßten von König Peter verlangen, daß er rrl- ®cemetf)afen, 3. F°br. Sie städtischen Kollegien c^ur2^ beschlossen, ein »"»eS Stadttheater besten K o st - n au, unter dem B^dach^ n rh^N st b^or. 650000 SDit. veranschlagt sind, zu erbauen unter der Vor- Hon n » T insultiert wurden, erhielten diese aussetzung, daß von privater Seite Anteilscheine 'n Höh- hl g el°Li.. ~ ' --------- von 150000 Mk. gezeichnet werden. Säbel zu tragen. • London, 3. Febr. Im südlichen und westlichen Eng-' ——————-—"— land sind durch ununterbrochene Regengüsse Ueber- fchwemmungen eingetreten. Sie richteten grofee $erd3y/0 Reicteanieihe . Leerungen an. Bei Windsor ist durch rapide-l Steigerc der ' Themse die ganze Umgegend und em Teil des königlichen do .... SchloßgebieteS unter Wasser gesetzt. In zahlreichen z,/^. He88en . . . : Orttoaften deS unteren Themsetales, Aermelkanal und an ber Oberhessen . Westküste ist bedeutend--Schaden °ng°richt-t worden Ports- O^r SilP^nte moutt) ist überschwemmt. In London selbst stteg das Waffer 4% Unerar. Goldrente . ,u bedenklicher Höhe. — Auf der Insel Jersey wurden Erd- 4 Harpener...... Tendenz: ruhig. AU Herrin 1205 1204 Montag den IS. Kebrrrar, vormittags lO1^ Uhr, 1202 na 1203 185| Wohnung zu oernu Goeche- ftrafee 23, pt. Näh. 1 Treppe hoch. Wilh. Plank. WNch. 8M8m Agent von erstklassiger Fcuerverüche- zu vermieten. 121 Gäste find willkommen. 1209 mieten. Grabenstraße 9. 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Jerdingung von Juhrlößnen Da« Anfahren von Holz nfw. str ine ftäbtiföen Mn-1»’ltSÄS licdtm, sowie die Leistungen der Tagesfuhren für das Rech- preise« unter Nr? 1217 an die nungSiahr 1904/5 sollen Expedition b. BI erbeten. Ortsgruppe Gissten der KeWell VerckiWg für FMMe. Werter Mitgliederaöend Montag den 8. Februar 1904, abends 8*/« Uhr, im unteren «aale des Lass Gbel. Tages-Ordnung: L Vortrag von Pfarrer £>. Gchulte-Beuern: „Die Meicheser Toten- krrche, ein altes Bauernheiligtum in Oberhessen. 2. Mitteilungen von Landgerichtsrat Schmeckenbecher über die Baumkircher oder Blasmsgesellschaft zu Laubach, ein Rechts- gebüde «ks alter Zeit 0548] S-Zimmerwohnung zu vermieten Erednerstraße 36. Zu vermieten eine hübsche Wohnung, 3 Zimmer und Küche bis 15. Febr. |0566 ^Seltersweg 2, im Uhrenladen. 0563] Kleines Logis zu vermieten Sandgaffe 31. Die Abfuhr von Straßenkehricht im Rechnungsjahr 1904/5 nach verschiedenen städtischen Wiesen soll Montag W« 15. d. 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