Nr. 2 Zweites Matt. 154. Jahrgang Montag 4. Januar 1904 Erlchetn, tJglich mit Ausnahme deS Sonntag?. 5)t ..Gtehrner Samtlknblälter** werden dem Anzeiger oiermal wöchenlllch betgelegt Der «hessische tanöwlrt“ erschernl monatlich einmal. Gießener Anzeiger verantwortlich für bei öflfftnwtacn letlx P. Wttlko; für den Anzeigenlettr & vrL RotaNonSdrnck und Verlag der vrü h k'fche» UniDexfimtßtiruderet (Prelsch Erdens Stehen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Iie Heutige Yummer umfaßt 8 Seiten. Gießen, am 3L Dezember 1903. Betr.: Den gerichtsärztlichen Dienst; hier: Die Räume für Vornchme von Leichenöffnungen. Das Gros)hcr;og!iche Kreisnmt Gießen an die Grosjh. Bürzermeistereren der Landgemeinden des Kreises. Sie wollen berichen, ob und welche Lokale in Ihren Gemeinden im Falle -inor vorzunehmenden Leichenöffnung verfügbar sind. I. V. Dr. Wagner. Gi.ßen, am 31. Dezember 1903. Bctr.: Die Strafregster; hier: Die Nachweisungen der im 2, Halbere 1903 verstorbenen bestraften Personen. Der Grotzh. Oler-Staütsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhesien an sämtliche Ortspilizeibehörderr des Kreises. Sie werden ersucht, üc obenerwähnten Nachweisungen, bezw. Fehlanzeigen bis zun 1 Februar k. I. — ohne nochmalige Erinnerung — an nich cinzusendcn. T le o b a l d. Die Woche dü Zassreswechfels. Gießen, 4. Jari. Mr überschauen die l^ten Tage des alten und die ersten des neuen Jahres, kn neuer Tag der Erinnerung war gekommen nach den ^eihnachtsfeiertagen, die doch^ andji Stunden der Einkehr inuns selbst und einen Rückblick aus viel Jahre des Weltenll-nZ und unser eigenes, persönliches Taz ein gebracht Hahn. Die drei Feiertage des Ehristsestes zeigten uns MeNhen, die ihre Arbeit niedergelegt hatten und in dieser Treulosigkeit sehr verschiedenartig die Welt auschauten. Liter den strahlenden Kerzen des Ehristbaumes, bei dem Ivel der Kinder mochte wohl bei vielen die Hand ihres unchtbaren Begleiters, ihres Spiritus familiaris, der nur t-T Zeit zu Zeit zu uns zu sprechen Pflegt, leise an die Pfve geklopft haben, die dem Weg unserer vergangenen Ju-nd sich öffnet. In der Kirche redete der Pfarrer von im Kind in der Krippe, das in A r m u t groß geworden't und auch den Arme n sein Herz öffnen konnte, und wennuch das ärmliche Mütterchen der Predigt des Geistlichen cht viel weiter zu folgen vermochte, so ahnt doch auch es i den Tönen der Orgel und den Weihnachtsliedern dcheüin der Hütte die Wahrbeit, die man nur aus sich selbst fahren rann, daß un,cr Leben behütet und geheiligt isst ch fein Tag und keine gute oder böse Tat verloren geht ad unser geistiges Tun wahren Wert und Weihe erst dannrlangt, wenn es „dem Augenblick Dauer verleiht." In dieser Stunde der vergannen Woche haben wir Ereignisse zu gedenken, bedeutimgoll teils in politischer Hinsicht, die nicht weit davon emrnt waren, die PerI spektive auf einen Krieg zu eröffnen, bedeutungsvoll teils I sür das allgemein menschliche Mitempfinden und für Betrachtungen praktischer Art. Kurz bevor die Glocken die Jahreswende verkündeten, ereignete sich in Amerika ein entsetzliches Unglück. Mehr als ein Halbes Tausend Menschen mußten durch eine Feuersbrunst ihr Leben lassen, in einem Augenblick, als sie Unterhaltung und Freude im Theater, an der Kunst, gesucht hatten. Die Funken eines platzenden Leitungsdrahtes auf der Bühne eines neuen, aber, wie das Ereignis erwiesen hat, keineswegs in seinen Sicherheits- Vorrichtungen sehr „modernen" Theaters haben in Chicago diese entsetzliche Katastrophe berbeigeführt. Der Brand scheint ungemein schnell entstanden zu sein, denn darüber, wie die Bühne so schnell in Flammen geriet, ist nicht viel bekannt geworden. Das steht indessen fest, daß die Sicherheitsvorkehrungen unzulänglich, ja, soweit sie baulich vorgesehen, vernachlässigt waren. Ein Asbestvorhang zur Abschließung und Verbergung eines auf der Bühne etwa ausbrechenden Feuers und zur Verhütung der Ber- qualnmng des Theaterraumes war zwar vorhanden, aber, wie die Meldungen stark vermuten lassen, in seiner Konstruktion und Anlage fehlerhaft. Unbegreiflich ist auch daß die Ausgänge aus dem Zu schau err aum, die tatsächlich zahlreich vorhanden gewesen sein sollen, nicht gefunden werden konnten oder verschlossen waren. Wenn dies letzte zutrifft, so hätte der zuständige Aufsichtsbeamte geradezu unverantwortlich leichtsinnig verfahren. Bis jetzt ist nur von Verhaftungen und Vernehmungen von Angestellten, die auf der Bühne M tun hatten, in den Meldungen die Rede gewesen, und es scheint, als ob noch nicht klargestellt sei, ob dem Ausbruch des Feuers selbst Verschuldungen zu Gninde liegen. Klar ist aber, — und diese Gewißheit ist gräßliche — daß das Umkommen so vieler Menschen hatte verhindert werden können. Tie meisten wurden ja tm Gedränge niedergetrampelt und erstickt oder endeten durch Sturz von den außen angebrachten, aber nur auf halber Höhe hängenden Feuerleiterm Daß die Beleuchtung des Hauses ge,rört und der Raum in Dunkelheit gehüllt wurde, hat zu dem fürchterlichen Ausgang freilich auch wesentlich betgetragen. Zu spät werden nun die Theater in Chicago untersucht und geschlossen, aber hoffentlich hat das Ereignis Anlaß gegeben, daß in Theatern. und anderen Instituten, wo so viel Menschen sich ansammeln und erfahrungsgemäß immer wieder Drandkatastrophen sich ereignen, immer mehr und geeignetere Maßregeln zum Schutz gegen Feuersgefayr getroffen werden. Tie anderen Ereignisse, die wir vorhin als politisch weittragend im Auge hatten, sind die Vorgänge in Ost- asien. Rußland utü) Japan drohen im Streit um Korea einen Krieg zu beginnen. Tiefe Situation ist nicht durch gewissenlose Operationen von Staatsmännern und Politikern hervvrgorufen worden, sonderm durch mit Notwendigkeit erfolgende Vorstöße der Entwicklung in jenem Lande. Seit Korea vor acht Jahren das Vasallentum zu China mit der Hilfe Japans abgeschüttelt hat, ist in neuester Zeit China ganz vom Schauplatz zurückgetreten, und Rußland und Japan, beide im Wachsen und in der Entwicklung begriffen, stehen sich als feindliche Ncachoam gegenüber. Beide Länder haben sich um die kulturelle Entwicklung und Erschließung Koreas gleichermaßen verdient gemacht. Nachdem Rußland die Mandschurei besetzt hat, muß es notgedrungen auch auf Korea Stützpunkte suchen und die Fortsetzung seiner konsequenten politischen und wirtschaftlichen Arbeiten erheischt die Verbindung zur See zwischen Wladiwostock und Port Arthur. Aber das aufstrebende Japan verfolgt nicht mit minderer Berechtigung das Bemühen, in Korea, dem Land seines nationalen Ehrgeizes, für das es schon so viel wirtschaftliche und politische Anstrengungen aufgewandt hat, festen Fuß zu fassen. So hat sich denn, schließlich bei allem guten Millen auf beiden Seiten, die Lage sehr zugespitzt, und von englischer Seite ist man fortgesetzt bemüht, dce Spannung noch zu verschärfen, um daraus zu profitieren und Rußland gegenüber einen Vorsprung zu gewinnen. Welch weite Fäden die Phantasie unsrer Skttern über dem Kanal spinnt und wie sie fürchten, bei der „Verteilung" Ost- asiens zu kurz zu kommen, davon zeugt u. a. auch ein Artikel der „Morning Post", den wir heute an anderer Stelle auszugsweise wiedergeben und der allerdings interessante Zukunftsbilder entrollt. Hoffentlich ist die Erwartung des Blattes, daß es zum Kriege kommen werde, ungerechtfertigt. Rußland hat mit Rücksicht auf das Friedensmanifest des Zaren alle Ursache, Friedensliebe zu zeigen und scheint, wenn es auch einstweilen noch den Zögernden und Unnachgiebigen spielen will, angesichts des entschiedenen Auftretens Japans schließlich doch Zugeständnisse machen zu wollen, die eine kriegerische Berwick-, lung vorderhand ausschließen. Deutschland hat eine ruhige Woche gehabt. Man freut sich darüber, daß des Kaisers Gesmrdheitszustand zu gar keinen Bedenken mehr Anlaß gibt und daß er im streife der Seinen in Berlin ein ungetrübtes Weihnachts- fest gehabt hat. Von einer Reise nach dem Süden, scheint nicht mehr die Rede zu fein. In unserer engeren Heimat- im Großherzogtum He.sen, hat unser geliebter Fürst, Groß- Herzog Ernst Ludwig, trauernden Herzens ohne [ein Kind die Weihnachtsfeier begehen müssen. Aber zum 1. Januar, feiner Geburtstagsseier, hat ihm sein treues Hessenvolk einen Beweis feiner Liebe gegeben, der fein Herz in Freude gehoben haben wird. Mehr als 84 000 Beiträge aus allen Kreisen der Bevölkerung sind in einer kunstvollen Truhe dem Landesfürsten zugegangen. Es war unseres Erachtens gut, daß im Wortlaut der Adresse, die Kommerzienrat Glückert im Namen der Deputation verlesen hat, der Passus fehlte, daß die Geburtstag spende zu Zwecken der Kunstpflege verwandt werden möge. Uns scheint, mit der Ueberreichung der Spende zur freien Verfügung ist dem Grvßherzog eine größere Freude gemacht lvorden, als wenn man mit der Verwendung zu bestimmtem Zweck geradezu eine Einschränkung der Gabe als freies Geschenk des Volkes vorgenommen hätte. Nun hat unser Landesherr aus der Adresse die Sicherheit entnommen, aus welchen Gesinnungen und zugleich aus welchem Taktgefühl der Gedanke einer Geldspende an ihn entsprungen ist, und wir können allerdings — was man in der Adresse vielleicht noch ein klein wenig dezentep hätte ausdrucken können — „vertrauen, daß Se. Kgll Hoheit damit die Bestrebungen fördern wird, welche sein Wohlwollen als hierfür am geeignetsten erachten wird." Tie schönen, schlichten Tankworte aber des Landesfürsten werden im Volke einen bewegten Wiederhall finden. Plaudereien aus der raiserstadt. Nachdruck verboten.) Max Halbes „Strom". — Victor Blügens 60. Geburtstag. — Berliner Neujahrswsche. Der Dichter der ,,Jugend", dennach seinem ersten großen Erfolge lange Jahre hindurchein Glück mehr be- schieden war auf den weltbedeutende Brettern, hat mit seinem „Strom" am „Neuen Theater unter der ausgezeichneten Tirektion des jungen Reinrdt endlich wieder den Beifall des Berliner Publikums a der ganzen Linie entfesselt. Das „Imprimatur" zu dim Scpaippiel hat er sich freilich vorsichtigerweise in Wieund Hamburg geholt. Sein Mißtrauen gegen De.rlinellrpremieren kann der verstehen, der den Hexensabbach bcscmem „Amerikafahrer" dereinst miterlebt hat. Diese echen Ungezogenheiten eines sogenannten gebildeten Pu.kums waren das Unerhörteste, was sich denken läßt, urwer nach einem solchen „Jena" die Waffen nicht streckind lieber Bank- drrektor oder Rezensent wird, sondern gebeugt an fein „Sedan" glaubt, der muß eben beit nnoeischlichen Funken wahren und echten Dichtcrseuers in der «eie haben. Der .„Strom" ist nun eigentlich auch kein „Sm"; er ist mehr ein „Watenoo"; und der stets auf den Hrpunlleu siünm- ungsvoll emsetzLnde „Eisgang" des Sines spielt hier sozusagen die Nolle des alten Dlücherder durch fein rechtzeitiges Erscheinen damals ja bie Sacht gewonnen hat, weun's auch die Engländer heute ni hören wollen. Unter Max Halbes Freunden werden auamgländer sein, die dem Eisgang sein Recht nicht lassen aber wer die szenische Wirmng dieses geschickt eingeflocknen Naturvorganges auf einer guten Bühne beobachtet t, giebt dieser Tragödie des Bruderzwistes, in der der S bei Halle a. d. Saale. Doch früh schon ging's in die Welt hinaus; zunächst auf bie Lateinschule der Franckescheu Stiftungen in .Halle, später, nach^ halb beendeten thcologisch en Studien als Hauslehrer nach Mücheln; dann auf das Prediger-Seminar Wittenberg und alsbald auf den Redaktionsschemel der „Krefelder Zeitung", den er bald darauf mit einem der Leipziger „Gartenlaube" vertauschen durfte. Tenn Ernst Keil, der Begründer unseres großen Volksblattes hatte mit gewohntem Scharfblick sofort den Wert dieses ursprünglichen reichen Talentes erkannt und ihn noch von feinem letzten Lager aus an das Werk feines Lebens zu fesseln vcr,ncht. Doch sagte der Dichter, dem das eigene Schaffen höhere Freuden gewährte, dieser Tätigkeit schon nach zwei Jahren wieder ade, und folgte nur seinem inneren Trieb, der uns in der Folge nicht nur jene vornehm geschriebenen, scharf charakterisierten Romane und Novellen vom „Friedensstörer" an bis zur „Frau Gräfin", den „Spiritisten" ufiö. usw. bescheerte, sondern auch eine Reihe der wunder- vollsten Humoresken geben, die zu den besten gehören, die je geschrieben worden. Wenn man sich außerdem vergegenwärtigt, daß Blüthgen der deutschen Over zwei Texte geschenkt hat, die in ihrer Sprache sowohl als im Ausbau der .Handlung die öden Wege der (Schablone, die auf diesem Gebiete domiiüert, weit'hinter sich lassen. — „Tie schwarze KaschLa" und „der Richter von Zaramea" komponiert von Jarno — fo erfüllt es uns mit doppeltem Respekt vor seiner Vielseitigkeit, zu hören, daß er seine höchsten Triumphe dock eigentlich als Lyriker feiern ! darf. Vor allem weht durch feine Kinderlieder ein so köstlicher Hauch reinster Kinderlust, ein so inniges Ver- stehen aller Regungen junger Seelchen, daß man sich gar nicht wuiidern kann, ihn bei unferen kleinen Siebungen ebenso bekannt zu finden als bei den Großen. Wer das Vergnügen genießt, den Dichter auch als Men- ,chen zu kennen, wer seine schlicht bescheidene Art, sich zu geben, beobachtet, feinen nie verletzenden lebendigen Humor int Ge.präch belauscht hat, der wünscht ihm doppelt freudig zu seinem Ehrentage, daß aus der großen mächtigen Schar der Leser, die er durch lange Jahre erbaut, gerührt und erheitert hat, sich hier und da eine Stimme findet, die ihm „Vergelt s G-ott" und „Glückauf" für die Siebzig wünscht. .Hoffentlich ist ihm noch ein langer und glücklicher Lebcnr-Lbend bcschieden! — Was die Berliner Neujahrswünsthe anbetrifft, so sind sie, durch die Reste aus früheren fahren vermehrt, nicht gerade winzig. Dor allem handelt sich's um die Ver- kehrsverhältm.fe, die geradezu unleidlich geworden find. Ob nun Untergrund- oder Schwebebahn — ganz gleich! 9iur endlich Entlastung der Hauptverkehrsadern, tvenn die Zahl der Unfälle nicht ins Unheimliche wachsen soll. Ta- neben natürlich das Derlangeu nach all dem Unerfüllbaren, das so innig mit dem Geldbeutel zufammenhängt: weniger Steuern, weniger Miete, weniger Kollekten ufw.! Bon den verschiedenen Mehr's gar nicht zu reden. Es wird auch anno 1904 nicht alles zur Skeifc gedeihen, was Heuer vielleicht schon in Knospen schwillt. Begnügen wir uns^rnt dem, was fomnit! Profit Neujahr, lieber Leser! _______ 2L R. — „Wiener Sezession" in Frankfurt a. Ml Tie offtz.elle Sonderaus-.ellung der W.ener Sezession, die jetzt im Zranksur.cr Kun,.Verein eröffnet worden ist, düiste oas Interesse weiter Kreise erwecken. Tie Ausstellung ist von den Herren Pros. Jos. Olbrich und Carl Moll als Delegierten der Wiener Sezession arrangiert und entüit Werke oer bedeutendsten Wiener Künstler, soweit sie der genannten Vereinigung angehören. Teils nut Kollektionen, teils mit Einzelwerwu sind vertreten Ferd. Andri, Jos. Engel- hart, Hynais, Jetckmar, Zoh. W. K'raemer, Carl Moll, Fel Z-rhr. o. Myrbach^ Orlik, Schmätzer und viele andere. Von dem greisen Altmeistrr Rudolf v. Alt sieht man Arbeiten aus seiner frühesten Zeit, von 1829 bis 1902; unter den auswärtigen Mitgliedern der Wiener Sezession fällt be- londtzrs Jos. Olbrich-Darmstadt auf, der u. a seine neueste, viel besprochene Arbeit, den für den Großherzoa von Hessen bestimmten Prunkteppich zur Au^stclluna gebracht Hat. ä in gefährlicher Lage. Interesse sein dürfte. Ein Wetter E. Niedrigste Temper/r am 2. bis 3. Januar — — 11,1 "v. 3. 2. Höchste Gedenket der hungernden Vögel! | 1 2 1 2 751,3 748,8 747,3 745,9 Hell. Himmel Sonneiischein Aed. Himmel v 3,1L C. südlichen Grenzlinien Rußlands, und sie vorwärts zu schieben emerseits Abbas und anderseits vom Pamir Hoangho, oder selbst noch weiter mongolische Wüste uud die Nord- Chinas sind zur Einverleibung in Rußland vorgemerkt. Es ist ein gewaltiger Gebietsraum, viel größer als ganz Europa westlich der Weichsel, und andere Mächte werden schwerlich untätig bleiben. Japan mag Korea nehmen und behalten als em Minimum, und Rußland wird sich möglicherweise darein finden. Frankreich wird sicher seine Einflußsphäre in -China nach Süden auszudehnen suchen. Wie weit in fünfzig lJahren? Deutschland will die Herrschaft über einen Teil Chinas erlangen. Es hat in Kiautschou sich seine erste Basis »eingerichtet. Es wünscht nicht, Rußland in die Quere zu kommen, und wird daher wohl die erste Gelegenheit wahrnehmen, sich die zweite Stellung weiter südlich, etwa in Futschau zu suchen. Von diesen zwei Punkten aus wird es die Herrschaft über das Pangtsetal anstrebcn. Deutschland hat auch seine eigenen Gedanken über den näheren Osten. Eine von Berlin nach dem persischen Golf gezogene Linie giebt die allgemeine Richtung an, in der sich der deutsche Einfluß bewegen soll. Sie bewegt sich parallel mit der russischen Grenze, damit Zusammenstöße vermieden werden. Wie freilich die Zukunft Konstantinopels zu ordnen ist ohne Konflikt, ist bis heute nicht abzusehen. Vielleicht wird auch Arabien von künftigen deutschen Forschern als Land der Verheißung -entdeckt werden. Zu gleicher Zeit erwartet Frankreich sein nord- afrikanisches Reich durch Marokko abzurunden und seinen europäischen Einfluß durch Pflege engerer Beziehungen zu Spanien und Italien auszudehnen. Die Frage ist, wie sich angesichts eines solchen Zukunftsbildes die Politik Englands zu gestalten hat. — Es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß durch weiteres Zögern unserer Staatsmänner der Gang der Dinge auszuhalten ist. Das nächste russische Ziel ist Peking. Die mandschurischen Bahnen werden auf zwei Anschlußoerbindungen der Provinz eingerichtet. Die erste Linie geht vom Baikalsee über Urga nach Kalgan. Daß 900 Kilometer Wüsten für Rußlands Vorgehen kein Hindernis bilden, hat man in Merw gesehen. Eine zweite Linie geht von der Südabdachung des Altai nach der nördlichen Krümmung des Hoangho. Stehen erst die russischen Vorposten am Hoangho und tn Kalgan, dann -ist ganz Nordchina Rußlands Gnade anheimgegeben. Rußland hat es eilig, damit Japan nicht China auf seine Seite bringt und dessen Wehrkraft entwickelt. Wie eilig es an die -Ausführung seiner Pläne geht, sieht man daraus, daß neuerdings schon Reisende bei Kalgan auf russische Posten gestoßen sind. Und weil Japan nicht gesonnen ist, Rußlands Pläne zur Ausführung kommen zu lassen, zweifeln wir, daß eine friedliche Lösung heute möglich ist. Japans geschichtlicher Beruf scheint zu sein, Ostasien aus seinem langen Schlafe zu wecken, und Japan wird seine Aufgabe nicht auf Rußlands Geheiß aus der Hand legen. Deshalb aber erwarten wir, daß 1904 ein wichtiges Kapitel der Geschichte aufgerollt werden wird. Jahre vorher. Monat Juli mit 12 421 Badegästen statt, während der De- Getränke mit Mineralwasser. j ember mit 6737 Bäder die geringste Frequenz aufwies. Die fünf Jahren nicht mehr, ebensolvent wie stark alkoholische Bäder in 1903 verteilen sich nach Art, Klassen und auf die Getränke. Geschlechter wie folgt: Schwimmbäder: Männer 31 652, * Papenburg, 31. Dez. Auf der Ems und im Knaben 10 424, Frauen 5828, Mädchen 4929, Volksbad: Kanal sitzen zahlreiche befrachtete Seekähne und Männer 9407, Frauen 2999. Wannenbäder: 1. Klasse: Dampfer im Eise fcst. Ein Älroleumschiff befindet sich kirchliche Nachrichten. I (Lv-angelische Gemeinde. Montag" 4. Januar, Abends 8 Uhr, Bibel stunde int KonfirmandAll der: 'Johanneökirche Galaterbrief, Kap. 3, 1—14. I Pfarrer Dr. Naumann. 7» 9" 7» Are Entwicklung tn Astasien. Die englische „Morning Post" stellt nach einer Kennzeichnung der Lage zwischen Rußland und Korea Betrachtungen an, die zwar etwas sehr phantasievoll und übereifrig in der Voraussagung des Kommenden erscheinen, immerhin aber interessant und bezeichnend sind. „Um die Dinge richtig anzufassen und zu erkennen", heißt es darin, „gilt es nicht nur, die Lage des Tages anzusehen, sondern 50 Jahre voraus in die Zukunft zu blicken. Angenommen, Herr Balfour hält sich an die Berufungsfälle, mit denen sein Name seit 1895 verknüpft ist, weigert sich, an Krieg zu glauben, bis er tatsächlich erklärt ist, wirft im fernen Osten nut Phrasen, wie Offene Türe, Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des Gebietes um sich, Phrasen, die für den parlamentarischen Gebrauch erfunden sind und in der Praxis auf Untätigkeit hinauslaufen, und angenommen, er wartet auch in der Folge, -ehe er zum Entschlüsse gelangt, auf eine klare Knndgebung der öffentlichen Meinung, wie wird dann sich das Bild der Lage Asiens um 19 50 darstcllen? Die Frage beantwortet sich von selbst bei einem Blicke auf die Karte. Auf der Pamirhochebene liegt der Angelpunkt, von dem aus sich zwei lange Linien einerseits nach Batum am Kaspischen Meere und anderseits nach Wladiwostok erstrecken. Das sind die MeteoroLogihe Beobachtungen der Stion Gießen. Aus Stadt uud Land. Gießen, 4. Januar 1904. Vermischtes. * Intimes vom Deutschen Kaiser. DerinHavanna erscheinende „Diario de la Marina" bringt eine Schilderung der Lebensweise des Kaisers, reich an interessanten und auch ür deutsche Leser zum großen Teil neuen Mitteilungen. Das Organ des Herrschers ist kräftig und von unvergleichlicher Ausdauer. So läßt sich der Kaiser nicht, wie es sonst wohl Herrscher tun, vorlessen, sondern er liebt es, selbst vorzulesen. Er versammelt dann einen intimeren Kreis um sich, dem er ohne Unterbrechung eine bis anderthalb Stunden aus Büchern, Zeitschriften oder Zeitungen vorliest. Sehr häufig sind es englische oder französische Werke, die naturgemäß bei einer Vorlesung für deutsche Herren eine besonders deutliche und scharfe Akzentuation und demgemäß eine starke Annspannung der Stimmkraft erfordern. Unmittelbar an die Vorlesungen schließen sich längere Diskussionen, in die der Kaiser selbst auf das lebhafteste mit eingreift. Trotz aller dieser starken Zumutungen an die Stimme, denen kaum ein Herr der kaiserlichen Umgebung gewachsen sein würde, klingt das Organ des kaiserlichen Herrn am Schlüsse eines solchen Abends ebenso sonor ivie am Beginne. Die gesunde und allen Anstrengungen mit Leichtigkeit gewachsene Stimme gehört einem ebenso kräftigen und gestählten Gesamtorganismus an. Auch durch eifrige sportliche Betätigung ergänzt und festigt der Herrscher fortgesetzt feine körperlichen Kräfte. Während der Kieler Woche oder in Berlin und Potsdam spielt er fleißig Tennis. Die Partie dauert stets etwa zwei Stunden, und wie der Kaiser selbst ein guter Tennisspieler ist, so zieht er zum Spiel nur ausgesucht gute Spieler heran. Der Monarch ist zu gleicher Zeit passionierter Reiter und Fußgänger. Wenn geritten wird, so dauert der Spazierritt eine bis anderthalb, auch zwei Stunden, und in jeden Ritt fügt er einen so scharfen Galopp über sechs bis zehn Kilometer ein, daß die Herren des Gefolges alle Mühe haben, mitzukommen. Ebenso bevorzugt der Kaiser beim Spazierengehen einen sehr schnellen und zugleich ungewöhnlich langen Schritt. Die rasche und seine Politik geht dahin, vom Pamir bis Bender bis zur Mündung des südlich. Persien, die und Nordwestprovinzen I Eingesandt. (Für Form uiLnha.r uui.i üicicr Rubrik stehenden Artikel überniA die Redaktion dem Publikum gegenüber steineillei Verantwortunq.) Gießen, 2. Jan. Es wäre f wünschenswert, wenn die hiesige Schutzmann- schäft emschrciß. würde, falls cs nicht aufhört, daß von der hiesiaen I u qP Passanten des Selterswegs ost durch Spott - un-ohnrufe belästigt werden. „ E i n Ai i t b u r g e r. 3. 3. 3. 4. Aas Hi^ner Strcchenpstastcr oder: O, öfte dich mit mir! Folgende Verse fti uns aus unserem Leserkreis zugegangen, für deren Wohllauten Form wir zwar feine Garanue übernehmen, deren Sinn x Meinung wir jedoch gern unterschreiben. Tu kljt: Ich werd' mißhandelt So opon rauher Hand, Meinssrz zersetzt, zerrissen, Zersut und verkannt. O kld nicht so heftig, Stillssine Zähren dir; O, siaus mich Geplagten, O, Je dich mit mir! Ich nies Straßenpflaster Wasach, so manchesmal ZeJen und zermartert Zu/er, schwerer Qual. Wisit ward ich zerwühlet Fstöas- und Wasserzweck, Ef/ische Getriebe ^lifoec Seit und Eck. T« Schweres nimmt ein Ende, Sibaben auch Gewinn ; D»'s schließlich ist vorüber,' JlG rund ich besser bin. — Soll auch deine Tuldung ch Heil gereichen dir. £polle nicht verzagen, jrÖjtfr dich mit mir! — _ getroffen, die für weitere Kreise u . hiesiger I m m o b 11 i e n m a f l e r atte von einem Hauseigentümer ben mündlichen Auftrag erha/ru, dessen in Frankfurt a. M. belegenes Hausgrundstück zu verkauli. Nach Erhalt dieses Auftrages ließ sich der Makler von snem Auftraggeber eine soge- nonnte „Auhandengabe" und zwcu aus einem Formular unterzeichnen, wie es der Verein Deutsch'Immobilienmakler entworfen uiid herausgegeben hat. In der Urkunde hieß es, daß sich der Auftraggeber an diesen Auftrag uiym diese Vollmacht bis zu einem in der Urkunde bestimmten Tage /bunben halte, und daß er bei ur-kundlichem Abschlüsse des Kaus^lrages dem Makler eine in der Urkunde naher fixierte Provisioiiahleu werde. Vor Ablatif der in der Auhandengabe gesetzten fcift führte der Makler seinem Auftraggeber einen Refletlmitcchu, welcher sich bereit erklärte, unter den non demAustraggebei^Ilimmten Bedingungen das Haus käuflich zu erwerben. Der Vernier lehnte jedoch den Abschluß des Kaufvertrags ab. Tarau/wurde der Makler gegen seinen Auftraggeber wegen Provisio/und Schadenersatz klagbar. Der Beklagte machte der Klage ge/uiber geltend, daß die von ihm unterzeichnete Anhandengabe, ü rechtsgültig zu sein, der in § 313 B. G. -B. vorgeschriebenen sichtlichen oder notariellen Beurkundung bedurft hätte. Man/s dieser Form sei die Anhandengabe, und zwar ihrem ganzeünhalte itach, nichtig. Das Landgericht schloß sich dieser Auchrung an und wies deshalb die Klage des Maklers koslenfältzab. - Gießener VolkSbad. Im Dezember wurden anstrengende Gangan ymden tyn aoer mcyr, semem levyafmr 6737 Bäder verabreicht gegen 8514 im November 1903 und Temperament entsprechend sich eifrig mit seiner Begleitung 5478 im Dezember 1902 oder im Durchschnitt auf den zu unterhalten, mag das Wetter auch noch so rauh und ganzen Badetag 250 Bäder gegen 310 im November 1903 stürmisch sein. Seine Arbeitskraft und tchsachliche Arbeitsund 207 im Dezember 1902. Der Besuch hat sich wie folgt leistung übertrifft bei weitem die des normalen Arbeits» verteilt: Menschen. Wenn der Kaiser viel reist, so darf man es sich Schwimmbad 3621 Männer, darunter 417 zu 10 Pfg., nicht vorstellcn, als ob er, wie es die meisten anderen Sterb- r 643 Frauen, „ 137 „ 10 , lichen tun, behaglich im Sessel ausgestreckt, seine Zigarre Wannenbäder 1. Klasse 229 Männer, 55 Frauen, rauchte und zum Fenster hinaussähe. Vielmehr arbeitet er 2. „ 517 „ 306 „ im Eisenbahnwagen und auf dem Schiffe unausgesetzt. Das Eine wichtige Entscheidung. V _ _____ Landgerichts Frankfurt a. ff. wurde eine Entscheidung —10/1,9 । 86 I — 3, 3,4 ! 83 - 6; 2,7 - 4 3/2. 92 NNE 90 L. Kerichtsl al. ■ der dritten Zivilkammer des Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen erste Frühstück nimmt der Kaiser in englischer Weise zu sich: 116 Männer und 15 Frauen, Brausebäder 1058 Männer Tee und dazu Fleisch oder Fisch. Die Fischnahrung bevor- und 177 Frauen. Die Personenwage wurde von 120 Per- zugt er ganz besonders. Wenn der Kaisir an Bord ist, wird onen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt. an jedem Morgen gefischt, und der Herücher läßt sich regel- ** Die Frequenz des Gießener Volks bades stellt mäßig den Fang zeigen. Seine bekanttc Vorliebe für die sich für das abgelaufene Geschäftsjahr 1903 wieder günstiger See erstreckt sich eben auch auf deren Bewohner. Die Lieb- gegen das Vorjahr. Es wurden im Ganzen verab- lingsspeise des Kaisers an Bord ist wer der Teller mit reicht 106 796 Bäder gegen 96 394 im Vorjahre. Hiervon Arannschaftskost, der ihm täglich zunt Probieren gebracht entfallen auf Schwimmbäder 65 279 gegen 56 749 werden muß; er probiert aber eben nicht nur der Form in 1902. Von den Schwimmbädern sind 12 406 als Volks- wegen, wie cs mancher verwöhnte Vovcsetzte tut, sondern er bäder ä 10 Pfg. gegen 10 796 im Vorjahre abgegeben, ißt den gehäuften Teller mit herzhafteti Vergnügen herunter. Wannenbäder wurden verabfolgt 17 951, darunter 91 zu Ein starker Esser, ist der Kaiser kein starker Raucher; er raucht ermäßigten Preisen gegen 17 507, darunter 748 zu er- nur leichte Zigarren, und zwar auch Liese« bloß auf Reisen, mäßigten Preisen in 1902. Heil- oder Schwitzbäder zwei bis drei Stück täglich, sonst rauht der Kaiser am Tage wurden genommen 1776 gegen 1862 im Vorjahre, dagegen etwa acht türkische Zigaretten. Im Lrinken ist der Kaiser wurden die Brausen benutzt zu 21 792 gegen 20 276 im außerordentlich mäßig. Er trinkt mr geringe Quantitäten Der stärkste Besuch der Anstalt fand im von Moselwein oder Sekt, und er/mischt obendrein beide ........ “ " Bier/trinkt er seit vier bis ** Provinzial-Ausschuß. Samstag, den 9. Januar 1904, vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes hier, Brandplatz 9, eine öffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschuss es mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Konsumvereins Zeilbach um Erteilung der Wirtschaftslonzcssion. 2. Gesuch des Christian Walter zu Angersbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. 3. Enteignung von Gelände in der Gemarkung Gießen zum Zweck der Errichtung einer chirurgischen und einer Augenklinik; hier: Ausspruch der Enteignung. 4. Gesuch des Hrch. Ph. Nolte zu Kaichen um Erlaubnis zum .Betrieb einer Gastwirtschaft. 5. Gesuch des Philipp Müller Lu Ntainzlar um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. ** Postalisches. Wegen Bauarbeiten auf der Gotthard- bahn ist seit einigen Monaten in Mailand wiederholt der Anschluß an den italienischen Zug Aiailand-Brindisi versäumt worden, der die deutsche Post für den aus Brindisi nach dem Orient abgehenden Dampfer zu befördern hat. Um diese Post, mit der Briefsendungen nach Syrien, Egypten, Ostafrika, Vorderindien, Hinderindien (britisch und niederländisch), China und Australien Beförderung erhalten, unter allen Umständen rechtzeitig zur Einschiffung nach Brindisi zu bringen, müssen die Schlußposten vorn 1. Januar 1904 ab bis auf weiteres gefertigt werden: 1. von der Lahnpost, die Freitag abends 11 Uhr 20 Min. von Frankfurt über Heidelberg nach Basel abgeht, und 2. von der Lahnpost, die Samstag morgens 4 Uhr 31 Min. von Straßburg nach Basel abgeht. Männer 3129, Frauen 1274, 2. Klasse: Männer 7989, Frauen 5468. Ermäßigte Preise: Männer 51, Frauen 40. Römisch-irische und Dampfbäder: Männer 1474, Frauen 247 ; Massage und Douche: Männer 55, Brausebäder: Männer 18528, Frauen 3264. Das inanzielle Ergebnis des Bades ist den Verhältnissen nach beftiedigend. i. Klein- Linden, 3. Jan. Ein schöner Sylvestcr - brauch ist hier seit einigen Jahren eingeführt: der hiesige Posaunenchor nimmt um Mitternacht vor der Kirche Aufhellung und spielt zur Jahreswende mehrere Choräle, während die Einwohner sich um die Kirche versammeln. — Dem hiesigen Arbeiter Kaspar Klein wurde vom Großerzog das allgemeine Ehrenzeichen „Für treue Ar- )eit* verliehen. Der so Ausgezeichnete ist bereits 45 Jahre ununterbrochen in der Gießener Zigarrenfabrik Bender tätig. — Der bei der Explosion in der Neujahrsnacht in Klein- Linden entstandene Schad en beläuft sich auf ca. 250 Mark. == Lich, 3. Jan. Dem verstorbenen Fürsten Ludwig von Solms-Hohensolms-Lich soll hier ein Denkmal errichtet werden. Es hat sich dafür bereits ein Konnte gebildet. In den ersten Tagen findet im „Holländischen Hof" eine Versammlung in der Angelegenheit statt, zu welcher ämtliche Bürgermeister, Pfarrer und Lehrer der Gemeinde des ehemaligen Fürstentums Solms-Lich Einladung erhalten haben. Fürst Ludwig starb vor 25 Jahren, er war sehr wohltätig und hat sich um die Stadt Lich verdient gemacht. — In Hattenrod wurde auf einen Mann ein scharfer Schuß abgegeben, der zum Glück fehlging. Die Untersuchung darüber ist im Gang. Grundbuchs eingeleitet worden. k. Lich, 3. Jan. Der Gesangverein „Cäcilia" feierte am Neujahrsabend im Heilandschen Saale sein diesjähriges Winterfest. Es wurden dabei mehrere Theaterstücke auf- geführt. Die gesanglichen Leistungen des Vereins, der von dem Gesang-Wettstreit in Bad-9lauheim vorigen Sommer preisgekrönt zurückkehrte, ernteten ebenfalls lebhaften Beifall. tz Nidda, 3. Jan. Zu Neujahr waren es 25 Jahre, daß die Stammgäste des Gasthauses „Darmstädter Hof" hier dessen Besitzer Louis Ruppel für Vorzüglichkeit seines Apfelweines ein schönes Ehrendiplom überreichten. Es ist heute noch im Herrnstübchen zu sehen. — In dem Nachbarort Fauerbach ist zufolge ministerieller Anordnung ebenfalls das gerichtliche Verfahren zur Anlegung des neuen Janua" 1904. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Feuchtigkeit^ । Relative Feuchtigkeit i Windrichtung __ 1 Windstärke