General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Arris Eichen. Politische Tagesschau. Redaktton, Expedition u. Druckerei: Schulftr,!. TeU Nr. 6L Telegr^-Adr. r Anzeiger Gießen. Der deutsche Synodalentag in Worms. Die Bemühungen, das evangelische Gemeindeleben innerlich zu kräftigen, gehen auf eine ganze Reihe von Jahren zurück. Seit man angefangen hatte, der Bewegung von innen her neues, frisches Leben zuzuführen und die Laienwelt zu einer Einwirkung auf das kirchliche Leben in höherem Grade als bisher heranzuziehen, begann sie sich durchzusetzen. Die Gründung eines freien Verbandes deutscher Synodalen, die nun in Worms beschlosien wurde, bildete das erste greifbare Resultat dieser Tendenzen. Hierbei sind zwei Hauptpunkte zu berücksichtigen. Der erste betrifft die Frage: Welche Berechtigung und innere Kraft wohnt der deutschen Synodalen-Bewegung inne? Die zweite Frage ist die, ob cS im Interesse der Entwickellmg de§ Volksund Kulturlebens, speziell vom protestantischen Standpunkte aus, wünschenswert ist, eine mehr oder minder geschlossene Organisation der evang. Laienwelt, bezw. der Synodalen zur Durchführung zu bringen. An die Stelle der kirchlichen Bevormundung des Mittelalters setzte die Reformation die freie Ausgestaltung des kirchlichen Genreindelebens. Die Gemeinde wurde zum Organ des religiösen Lebens. Dadurch kam ein ungemein fortschrittliches Eleinent in die religiösen Bestrebungen hinein, eine bisher durch den kirchlichen Autoritätskultus hintangehaltene freie Weiterentwickelung religiöser Ueberzeugung, die eigene Verantwortlichkeit, eigenes Stellungnehmen und Stellungsuchen wurde ermöglicht. Die Unterordnung unter die Traditionen wurde beseitigt. Die Religion wurde eine innere persönliche Angelegenheit jedes einzelnen, sie hörte auf, das Geheimnis und das Vorrecht einer bestimmten priesterlichen Kaste zu sein. Die Gesamtheit der einzelnen ortsansässigen Personen, die Gemeinde, übernahm selbständig die Verwaltung ihrer kirchlichen Angelegenheiten. An die Stelle eines bisher aristokratischen Kirchenregiments trat in der Idee die kirchliche Demokratie, eine Entfesselung der individualen religiösen Volkskräste. Der Landesherr aber übernahm das Amt des obersten kirchlichen Vertreters und ihm zur Seite trat dominierend die landesherrliche Behörde, d. h. in den verschiedenen Landern die Oberkirchenräte bezw., wie bei uns in Hessen, die Oberkonsistorien, denen Superintendenten, Dekane rc. untergeordnet wurden. Dies brachte e§ mit sich, daß die landesherrlich eingesetzten Behörden allmählich einen immer größeren Einfluß auf die Ausgestaltung deS kirchlichen Lebens gewannen. Der Einfluß der Laienwelt wurde wieder zum Teil durch sie lahm gelegt. Die .Kirche" wurde ein Verwaltungsinstitut kirchlicher Angelegenheiten, das religiöse Eigenleben, die Kraft der religiösen Bestrebungen, die Freiheit der einzelnen Christenmenschen, für die Luther eingetreten war, kam dabei . Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'schm W Universttatsdruckerei. R. Lange, Gießen. geschehen. Tas ist aber das Bedauerliche, WD vtv|v .......Mett Fällen den Hang zum LrrxnS bei den jungen Leuten nicht eindämmen, sondern durch Schenkungen usw. steigern. Tie Angelegenheit ist nicht nur von Bedeutung für die Studentenschaft, sondern für die Gesamtheit. Die stn de n tis chen Sitten und Unsitten werden ins Leben mit hinständig ausgeschlossen. Die Wormser Kundgebung synodalen Lebens ist erfreulich insofern, als sie wieder einmal die Notwendigkeit und Unentbehrlichkeit der Laienwelt für alle evangelischen Bestrebungen vor Augen führt, sie berührt ferner dadurch angenehm, daß sie eine fr e i e Organisation der Synodalen schafft. Andererseits vermißt man in dieser Kundgebung ein klares Programm und ein entschiedenes Auftreten, welche die notwendigsten Voraussetzungen sind, wenn Erfolge von Bedeutung und eine Wirkung auf die evangelische Volksmasse erhielt werden soll. Ob' letzterer Uebel- stand bleibt, muß die Zukunft lehren. zu kurz. Erst das überall siegreiche Vordringen des Katholizismus, der die von ihm beherrschten Volksschichten innerlich zu durchdringen wußte, brachte führende protestantische Kreise zu der Einsicht, daß eine Verknöcherung des kirchlichen Lebens' und bgr kirchlichen Institutionen über alles vermieden werden müsse, wenn die Widerstandskraft des Protestantismus gegenüber Nonr ungebrochen erhalten bleiben solle. Man suchte daher bei uns Hessen und auch in Preußen das kirchliche Leben zu kräftigen durch die Ausgestaltung des Synodalwesens, das der Larenwelt eine Vertretung in der Synode verschaffte. Diese Bestrebungen, die auf eine Verstärkung des Laieneinflusses hinausgehen, fanden forort in weiten Kreisen des evangelischen Volkes' die Resonanz, die sie zu ihrer Durchsetzung nötig gebrauchen. Ein Teil des! Vvlkes aber ist — das zu verschweigen hieße Vogel Strauß-Politik betreiben den kirchlichen Neigungen entfremdet. Die evangelische Kirche hat sich lange von den inneren Lebensfragen der Nation zurückgehalten und als sie ansing, sich mit ihnen zu beschäftigen, geschah eH in einer Weise, die nicht immer glücklich genannt werden kann. Nachdem sie lange geschwiegen hatte, verstanden viele ihre Sprache nicht mehr, als sie anhub zu reden. Während dieser Zeit ist die katholische Kirche umgekehrt den intimsten Regungen der Volksseele sorgsam sinnend nachgegangen, und hat sich 1 in manchen Gebieten zum wirtschaftlichen Protektor der . abhängigen Bevälkerungsschichten aufgeworfen, so daß sie . für ihre Anhänger eine unentbehrliche Hilfe werden mußte.. Die katholische Kirche hat, in ihrer Weise, für das Volk , gekämpft, der Protestantismus hat des öfteren begütigend einzuwirken gesucht, aber er wich beklagenswerterweise schrittweise zurück und räumte den Hxniptteil der Arena. Es ist daher in hohem Maße berechtigt, wenn die evangelischen Gemeinden selbst anfangen, die Hand ans Werk zu legen, um für die evangelische Sache, die zugleich die Sache des Kulturfortschritts ist, einen Kampf zu führen. Eine Crnenernng des protestantischen Wesens /atm sehr wohl ans einer freien und freudigen Betätigung der Laienwelt hervorgehen. Ob es aber rätlich ist, in Resolutionen wie in Worms Klage über den jetzigen Zustand gar so laut anzustimmen, erscheint doch zweifelhaft. Was hat es für einen Zweck, stets Konstatiertes noch einmal zu wiederholen, baß man nur ja im! anderen Lager darüber jauchze. Es gilt vor allem, jn deutlicher Weise zu den einzelnen Tagesereignissen klar und entschieden Stellung zu nehmen, zu zeigen, was das evangelische Volkselement über gesetzgeberische Pläne und Maßnahmen, über die Mißachtung christlicher Grundsätze im sozialen Leben, bei irgend welchen Anlässen, z. B. auch in kolonialen Fragen, denkt und empfindet. Es fehlt die rein evangelisch-chrN- liche Kritik zu allem, was sich im Reiche und in den Einzil- staaten, im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ereignet. Man imuß zu den Menschen sprechen, wenn man sie für seine Sache erwärmen wrll. An dem Schweigen, das nun schon Jahrzehntelang andauert, leidet der Protestantismus als an seiner schlimmsten Krankheit. Redet man aber, so findet man auch „Verständnis" und braucht sich nicht über „Gleichgiltigkeit" zu beklagen. Damit ist auch der Schlüssel zur Lösung der zweiten Frage gegeben. Organisationen haben keinen Wert, wenn sie nur ein rein äußerlicher Aufbau sind. Nicht daraus kommt es |an, daß die Synodalen organisiert sind, sondern darauf, welche innere Kraft ihre Organisation haben kann. Der Wormser Beschluß zeugt nicht gerade von großer Zuversicht. Die evangelische Kirche bedarf aber, darüber dürste es keine Meinungsverschiedenheit geben, gar sehr der zusammenfassenden Organisationen und grade der Weg der synodalen Zusammenfassung ist unter den gegenwärtigen Umständen ein überaus empfehlenswerter Akt. Durch die Persönlichkeiten, die im Vordergründe der synodalen Bewegung stehen, ist die freiheitliche Cntwicklrrng des religiösen Lebens in keiner Weife gefährdet. Eine Beeinträchtigung der Giemeindefreiheit, des eigentlichen Lebenselements der evangelischen Kirche, erscheint als vollwurden die mit Jagdemblemen gezierten monumentalen Bänke (oon Felderhoff) enthüllt. Der Kaiser unternahm einen Rundgang und verlieh Ordensauszeichnungen an Künstler und Oberförster. Ein Vorbeimarsch der Gardeschützen schloß die Feier. Im Anschluffe an die Feier fand im königlichen Schlöffe eine größere Frühstückstafel statt, an welcher auch die Künstler, die Forstmeister und Oberförster teilnahmen. Der Kaiser hielt folgenden Trinkspruch: „Mein Glas soll gelten dem edlen Waid w erk und allen ehrlichen deutschen Waidmännern, und soll nrgleick ein Wort des Dankes enthalten für die Tättakeit der Forstmänner, die ficb heute um mich versammelt haben. Ich spreche ihnen meinen vollsten Dank und meine Anerkennung aus,, daß sie meine Ideen und Wünsche inbezug auf die Jagd, die WÜdpflege und das Waidweck mit Ausbietung aller Ihrer Kräfte zu entwickeln und zu fördern bemüht sind. Ich spreche vor allen Dingen den Herren meine besondere Anerkennung und meinen Dank auS, die mich auf meinen Pürschen begleiten und dieselben interessant und zugleich glücklich zu gestalten bestrebt sind. Wir alle folgen dem einen schönen Grundsätze, unser Wild zu hegen und zu pflegen, es waidmannisch zu jagen und in ihm, dem Geschöpfe, den Schöpfer zu ehren, wie es m dem allen guten deutschen Iagdspruch steht. Auf das edle Waidweck, auf alle edlen deutschen Waidmänner leere ich mein Glas mit einem kräftiger? Horridoh!" . „ . Oberlandforstmeister Wesener erhielt ein Pvrträt de§ Kaisers mit seiner Unterschrift zum Geschenk. Halter sagte ihnen, daß Macke am gestrigen Nachmittag zu ihm gekommen sei und wegen einer dringenden Geschäftsangelegenbelt um einige Tage Urlaub gebeten habe. Man habe ihr, der sieißig- sten Arbeiterin, diesen gewährt. Darauf habe sie ihre kleinen Ersparnisse, die sie der Kasse der Fabrik übergeben, abgehoben und sei dann noch eine zeitlcmg iit ihrem Arbeitsraume und in der Färberei gewesen. Daraufhin habe sie sich entfernt, mcm wisse nicht wohin. Öinn habe auch weiter niast cms sie gcWet. In diesem Augenblick trat ein Werkmeister in das Bureau. „Entschuldigen die .Herren", sagte er, „aber ich habe eine wichtige Meldung zu machen." „Was gibtS?" fragte der erste Buchhalter „Sie wissen. Herr Buchhalter", entgegnete der Werkmeister, „daß ich die Arbeiten in der Färberei zu leiten habe und daß ich in meiner Werkstatt das Schränkchen mit Farben und giftigen Stoffen habe." Ja — was ist's damit?" „Ich halte den Schrank stets fest verschlossen und trage den Schlüssel stets bei mir. Nur während der Mittagspause lege ich den Schlüssel an einen versteckten Ort, da ja während dieser Reit niemand in der Fabrik ifi Als itf) geftern nun nach der Mittagspause in meine Werkstatt znrdckkehrte, sand ich den Schlüssel im Scpranle stecken. Ich erschrak Ich glaubte, ick hätte den Schlüssel stecken lassen. Andere Geschäfte nahmen mich dann in Anspruch .Heute morgen will ich Farbstoffe aus dem Schrank holen nnb da sah ich zn meinem Schrecken, daß ein Schächtelchen mit arsenhaltigem Pulver fehlt. " „Das ist sehr ernst, Meister!" rief der Buchhalter. „Haben Sie Verdackt, wer das Schäckittlchen genommen haben lönnte?" „Ja. Es kann nur Macke Brandt gewesen sein, denn nur diese ist während meiner Abwesenheit hier in der Fabrik hewesen und wußte auch, wo der Schlussel über Mittag lag. Sie hals mir ja bei meinen Arbeiten und ich batte volles Vertrauen zu ihr." Mit einem schmerzlichen AeclZzen sank der AmtSgerickstsrat auf einen Stuhl; Ferdinand war sehr blaß geworden und schonte ernst drein. Studentischer Luxus. Bei dem Rektoratswe chsel an der Leipziger Universität hat der aus dem ME scheidende Rektor Professor Dr. Bücher einige bemerkens- und beherzigenswerte Worte über den Luxus in der Studentenschaft gesagjt. Er hat u. a. ausgeführt, in den meisten Verbindunaen könne kaum noch ein Stiftungsfest gefeiert werden, das nicht mindestens drei Tage dauere; kostspielige Ausfahrten wechselten mit Festen und Aufführungen^ deren Vorbereitungen allein die Beteiligten viele Stunden und Tags dem Studium entzögen; es habe sich geradezu ein Kodex des Luxus ausgebildet, der den studierenden junges Mann; einschätze nach dem, was er ausgebe: nachgerade müsste die Frage aufgeworfen werden, ov hier nicht ein Zurückschneiden geiler Auswüchse, ein Zurückkehren zur alten.' Einfachheit des deutschen Studententunrs dem Verbirrdmrgs- leben selbst am meisten nützen werde. Recht bemer^nswert ist, was die feudale „Deutsche Tagesztg", das Organ der deutschen Landedelleute, die bekanntlich ihre Söhne zumeist in deutschen Korps habens schreibt. Man höre: ' Rektor Bücher hat auf einen munden Punkt in unserem Stu- bentenleben hingewiesen. Man hat vor einiger Zett sehr tobaft und mit vollem Rechte über den Luxus, der -um Teil im Heer«, eingerissen ist, geklagt. Noch berechtigter und noch begründeter, scheint uns die Klage über den studentischen Luxus zu sem, schon deshalb, wckl er hier mehr noch als dort auf Kosten der Eltern getrieben wird, und weil gerade das Smdententmn in eurem innerlichen Gegensätze zu allem protzigen Luxus stehen müßte. Der Rektor Bücher hätte gut und gern noch manches binzusügerr. können. Nicht das ist der Hauptschaden, daß breitägige Studenten-- feste gefeiert werden, sondern der wunde Punkt liegt dann, toit sie gefeiert werden. Man überbietet sich dabei in einem künstlich gemachten, sinnlosen, mindestens gewaltig übertriebenen LuxnS, der den Genuß nicht gesteigeck, sondern beeinträchttgt, der ledigllch bestimmt ist, nach außen hin zu Wicken. Es ist eine Art deS Affentums eingeckssen, die früher gerade von den Studenten verhöhnt und bespöttelt wurde. Eine .Korporation sucht dfr andere zu übertrumpfen. Früher legte man Weck darauf, möglrchst flott, stramm, burschikos und waffentnckttg zu erscheinen, Kljt äfft man- bas blasierte, schlotternde, in sich zusarmnengesimkene Gigerltum nach Früher wollte der Student „f o r s ch" sein, heute legt er Wert darauf, „patent" zu erfchcknen. Diese beiden Worte der ©tu- bent^nsprache bezeichnen am besten den Wechsel der Auffassungen. Es ist nun freilich eine alte Erfahrung, daß Kapuztuerpredraten besonders auf Studenten kreise nicht zu wirken pflegen. WaS getan werden kann und muß, das sollte besonders von den sogen. Alt en Herren" geschehen. Das ist aber das Bedauerliche, daß diese A. H. in vielen Fällen den Hang zum LuxuS bei den Korridoy! Berlin, 2. Nov. Heute vormittag wurden die I a g d g r ii p p e n am Großen Stern im Tiergarten im Beisein bc§ KaiserpaareZ feierlich enthüllt. Mit dem Kaiserpaare erschienen der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich und die Prinzessin Viktoria Luise. Von Ministern waren anwesend Frhr. v. Hammerstein, v. PobbielSki, Frhr. v. Reinbaben, v. Budde. Unter den Eingeladenen waren auch zwanzig Forsimeisier und Oberförster aus den Revieren, in denen der Kaiser jagt. Unter Jan- farenklang wurden die Gruppen enthüllt (der Hubertus- brunnen von v. Uechtritz, die altgermanische Wisentjagdgruppe von Schaper, die moderne Fuchsjagd von Haverkamp, die mittelalterliche Saujagd von Carl Begas und die Hasen hetze von Baumbach). Gleichzeitig Der Mng. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Wir danken — wir brauchen Ihre Dienste nicht mehr", ent gegnete her Rat ziemlich schroff. ,/Und merken Sie fkch, Herr Kaspar Neugebanr, ich brauch« keinen Aufpasser, wenn er auch von meinen lieben Verwandten aus zärtlick>er Fürsorge für mein Wohl gestellt loirb" Neugebaur lauste. „Ah, Sie haben erraten . . ■ r , „Allerdings!" fajitc her Rat giftig. „Machen Sie sich^weiter keine Arbeit und grüßen Sie meine Heben Verwandten. Ich würde Ihnen doch raten, Herr Amtsgerichtsrat, mir mcht so schroff entgegenzutreten", entgegnete Neugebaur drohend. „Pah. ich weiß mit Leuten Ihrer Art umzugehen, Herr Neu-' gebanr! Ich kümmere mich den Kuckuck um Sie und Ihre Denunziationen. Ich rate Ilmen, noch heute abzureiftn und meine Wege nicht mehr zu kreuzen." „Ich werbe Ihren Rat befolgen. Aber ich warne Sie noch- „Äbien, mein Herr. Ich habe keine Zeit mehr, mich Ihrer angenebnien Unterhaltung zn erfreuen." Damit schoß der erzürnte alte Herr zur Tür hinaus. Ferdinand folgte ihm. „ ,, ,, , , „ „ — „Sie hätten doch nickst so schroff fein sollen, Herr Rat , sagte er. , „Mag fein, baß ich mich habe hinreißen lassen, hesiwer zn fan, als nö'ig war. Aber ich kann dieses schleick-ende Gewürm nickst leiden. Was kann er mir an tun? Höchstens mir einen Prozeß anbängen. Darauf bin ich vorbereitet. Jetzt aber haben wir Wichtiger's zu tun, als uns um diese Kleinigkeiten zu bekümmern. Lassen Sie uns zur Fabrik gehen/' , < In dieser fragten f*< nach Mane Brandt. Ter erste Buch,- „Aber was kann Marie Brandt mit dem Gift beabsickstigen?" rief der Buchhalter. „Sie war eine brave, fleißige F«m, lebte. m geordneten Verhältnissen — Herr Amtsgeckchtsrat, können Sie Auskunft geben?" „Vielleicht, meine Herren", entgegnete der Rat tief aufseufz end. „Ich fürchte, Macke Brandt hat Selbstmord verübt —" „Aber weshalb?" „Ich kann Ihnen das jetzt nicht auseinandersetzen, Herr Buchhalter. Die Motive zu diesem verzweifelten Schritt, hängen mit Begebenheiten in dem früheren Leben der Unglücklickstn die nur dieser Herr da nnd ich kennen. Vor enter GerichtS- kommission werden wir Rede und Antwock stehen. Aber so weit sind wir ja nock nickt. Vor allem kommt es darauf an, dm Aufenthalt ober den Verbleib der Unglücklickpn festzustellen." * „Ja, der Gendarmecke-Posten muß benachckchttat werden!" „Gewiß. Die österreicknsckie Gendarmerie sowohl wie die preu- süsche drüben in Fckedriehstal. Außerdem muß an bas ^istrlich^ Vezicksgeckcht und an das königlich preußssche Amtsgericht Meldung eistattet werben. Wie man mir mitteilt, hat Macke.Bs^ud von hier aus die Straße verfolgt, ivcldie in das Böhmische hinein führt." , .... „Daun werden sie unsere Gendannm schon auffntoen verlassen Sie sich darauf!" _ Die Fabckkleitnug erstattete darauf die nottoendlgen "Meldungen und nach kurzer Zeit gingen telegraphische -derEk nam ollen benachbarten Genbarmerie-Pvsten ab nnb die Gendarmen diesseits und ienfcitS der Grenze machten sich auf die Suck-e nach der Veckchwundenen. (Fortsetzung folgt.) -Wie Maximilia n Sarden Blumentb al« Mit- arbeitet- wurde, ein nnfreiivin.net »roat unb rast dm „Toten S?ihnen" dem die „Sn Fun ft Sardens nack cdeu einen scharfen '< . ibebrief gewidmet hat — o.i\\ ixrt siar Blumenthal bei seinem jüngsten Aufenthalt i« Wien bei einem Interview verraten. Za. Sarden hat selber bet dem Werk ge- Nr- ZÄH Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 3. November 1904 .**“**AM* Die „Eichener zamNienblStter" werden dem UH K HZ B B Vi 1/ W Vf li sÄ i j Vf l -Anzeiger viermal wSchentlich beigelegt. Der MM- H Bku b W vk, W fclWx M. U U W W W Missliche Landwirt" erscheint monatlich einmal. V NT V v ausgenommen, und uvnn man mit gutem Fuge darllver klagt, daß auch in siervifse Beanttenknche der unnütze und protzige Luius Eingang gefunden habe, so nrirb ein Grund dieser unerfreulichen Erscheinung mit in dem Luxris des StudententumS \u sucherr fein. * Freisinn und Sozialdemokratie. In Alzey hatten die Freisinnigen mit den Sozialdemokraten bei den Gemeindewahlen ein Bündnis geschlossen, da8 jedoch in die Brüche ging — offenbar weil die freisinnigen Wähler der Parole ihrer Führer nicht folgten! DaS liberale Bürgertum will eben von der Sozialdemokratie nichts wissen und läßt sich durch übernommene Führerbeschlüsse nicht ins Bockshorn jagen. In Alzey wütet jetzt der Vorstand der sozialdemokratischen Partei gegen den .Verrat" und „Schacher", dem seine beiden Kandidaten erlegen seien. Zugleich wird mit süßer Rache bei den nächsten Reichstagswahlen gedroht. Es soll dann vermutlich das Mandat dem Zentrum in die Hand gespielt werden. Nicht minder interessant ist, wie das Zentralorgan der Sozialdemokratie, der berümte „Vorwärts", sich über den „Fall" auSläßt. Den Alzeyer „Genossen" wird bescheinigt, daß sie sich mcht über besondere Klugheit ausgezeichnet hätten. Für- alle „Genossen" ergebe sich aus dem Fall die Lehre, daß der Gewinn einiger Mandate niemals höher angeschlagen werden dürfe, als eine prinzipielle Agitation. Rill einem förmlichen Wutausbruch aber wendet sich das Blatt gegen die „verräterischen" Freisinnigen: „Sie haben sich", so schreibt e§, „hier aufs neue nicht nur als politische Jammerlappen erwiesen, sonden als wortbrüchige Verräter, die die Moral der Krawattenmacherei m die Politik umsetzen." Im Schimpfen und Verunglimpfen erreicht das sozialdemokratische Zentralorgan noch immer den höchsten Rekord. Für diejenigen Liberalen, die sich über ihr Verhältnis zur Sozialdemokratie noch nicht klar sind, ist aber die Schirnpf- leistung des Blattes immerhin recht lehrreich. Kirche und Schule. In einer Privataudienz, die der Papst dem Herausgeber der „Allgem. Ztg." bewilligte, sagte der Papst, der übrigens z. Z. leicht erkrankt ist, über den Krieg: „Ich bin überaus betrübt über daS schreckliche Schauspiel dieses Krieges. Dies ist ja fein Krieg, sondern ein Gemetzel. Man muß auf das Lebhafteste bedauern, daß alle zivilisierten Mächte dem grausamen Schauspiel gegenüber gleichgültig bleiben und daß es ihnen nicht gelingt, sich zu emer großen gemeinsamen Aktion zu vereinigen, welche die Beendigung des Krieges bezweckte." Der Papst schloß mit dem Wunsche, daß die Vorsehung so rasch wie möglich dem blutigen Streite em Ende mache. Wener sprach der Papst ein Verdammungsurteil über das Duell. Mannheim, 2. Nov. Heute fand hier die 20. General-Versammlung des allgemeinen evan- gelisch-prote staut. Missionsvereins statt, zu welcher aus ganz Deutschland Vertreter cuuvcsend sind. Die Eröfsnungsversammtung tagte in der Konkoroienkirche. Begrüßungsansprachen hielten Prälat O.hler Karlsruhe namens oer badischen Oberkirchenbehörde und Professor Dr. Tröltzsch-Heidelberg im Namen der evangelisch-theologischen 5*niuuu Heidelberg. Stadtpsarror Schöpsfer - Mannheim überreichte eine Ehrengabe von über 4000 Mark. 2ln den Kaiser gelangte folgendes H u l d i g u ii g s t e l e g r a m m zur Absenvungi „Eurer Majestät huldigt in tiefster Ehrfurcht die 20. Generalversammlung ocs allgemeinen evangelisch-protestantischen Missionsvereins, treu dem Gelübde, mit i-vii heiligsten Gütern unseres evangelischen Glaubens den Völkern Asiens die Botschaft des Friedens zu bringen." Gleichzeitig wurden an bui Gvotzherzog von Vaoen uno au den Großherzog Wilhelm Ernst von wachsen als Protektor des Vereins Huldigungstelegramme gesandt. Aus Staöt uni) £miü. Gießen, 3. November 1904. ** Stadtverordnetenwahlen. Gestern abend tagte im „Löwen" die von der ersten öffentlichen Wählerversammlung eingesetzte Kommission zum zweitenmal. Tie Vertreter der verschiedensten namhaftesten wirtschaftlichen Vereinigungen waren wieder habet zugegen, die Vertreter der politischen Vereinigungen fehlten. Nach längeren recht sachlichen Erörterungen, wobei schließlich alle Emzelinteresjen hinter der Gesamtheit zurücktreten mußten, kam endlich eine Kandidatenliste zustande, die jedenfalls die Sympathie der Bürgerschaft erlangen wird. Die Diemen der oorgcschlageneu Kandidaten werden in aller Kürze veröffentlicht werden. Die Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes u n b des Allgemeinen Deutschen Schul- vereins veranstalten, wie aus dem Anzeigenteil unserer heutigen Nummer zu ersehen ist, Freitag abend eine Ver- bolfen. Es war in bin Augusttagen des Jahres 1896, als Plumern hat die ersten ^kizz^.i zum „Toren Löwen" entworfen hatte. ,in °,er „Zukunft" Maximilian Hardens „Sommertage m Friednchsruh" und — sie schlugen die ersten Akkorde für Die e-timinung üe<3 Dritten unb vierten Aktes an. Xie gut beobachteten «ter^ge Bismarcks, so erzählt Blumenthal, Die durch niünd- lid/e Steuerungen des Kanzler^ beglaubigt ivurocn, sind Dann in jem ^tua übergegangen, uno es fmoen sich ganze Puraltelstellen, ^oetyeye llebertragung gewisser Gesprächsfragmente lenes Artikels bilven. ^m übrigen zürnt Blumenthal Maximilian Harden nicht, uno er gesteht ihm zu, daß ec ihm selbst dann noch mterepant erichemt, wenn er „Riemen aus seiner eigenen Haut sa-newer. Was Harden aber von bevorstehenden OrdenSauszeich- nungen für den Dichter des „Toten Löwen" sage, wäre und bliebe Zuiunstsmustk. Testa mehr klagt Blumemhal über das Beniurverbot, bas zwar der Buchausgabe genützt — es liegt bereits m 5. Auflage bet F. Fontane u, Eo. -, Der Aufführung ober aeichoDet habe und das hoimungssrohe Wort, mit oem ihn Baron Berger in Hamburg begrüßt habe: „Also wirklich verboten'>> Wetter, was müssen Sie für Protektionen haben!" habe keine Berechtigung gehabt. Interessant ist noch zu hören, daß Blumenthal in der Tat einst mit dem Fürsten Herbert Bismarck Dieselbe Schulbank drückte, da sie beide gemeinsam das Abilucium machten, und daß der Lichter seinem ehemaligen Schulkameraden oen „Toten Löwen" zur Lektüre gesandt hatte, woraus Herbert Bismarck ihn zur intimen Besprechung des Werkes nach Fnedrichsruh einlud. Bismarcks .Krankheit und Tod hat cieien Besuch vereitelt, lieber seine Kritiker sagt Blumenthal schließlich noch, daß sie dem Dichter nie vergessen könnten, was it — wie der Hotelzettel nur der Reiset listigen Reisen ücr alle literarische Zett . -n Bagage. Aber dec Bühnenschriftsteller soll tausend t. r woe Worte mit — hundert Aufführungen beantwort en, so ettoa tröstet sich Blumenthal. sammliing, in der Landtags- und Reichsratsavgeordnerer Franz Schreiter aus Leitmeritz in Böhmen sprechen wird. Man berichtet uns über einen Vortrag desselben Herrn, den er am letzten Sonntag in Mainz gehalten hat, folgendes: .In den Mittelpunkt seiner Erörterungen stellte der Redner Daß wirtschaftliche und politische Verhältnis Oesterreichs zu Ungarn und legte dar, weshalb die deutschnationalen Parteien Den Ausgleich bekämpfen müßten. Dieser sei lediglich ein Ergebnis der Großmachtzwecke des Hauses Habsburg; die Kosten habe Oesterreich zu tragen, das seit 1867 schon 3 Milliarden Kronen mehr gezahlt habe als Ungarn. Die Zollgememschast mit Ungarn sei zudem ein Hindernis für die Zollunion mit dem Deutschen Reiche. Die Ausfuhr der österreichischen Industrie nach Ungarn sei zum Stillstand ge- lommen. Die ganze Sachlage spreche jetzt dafür, den wirtschaftlichen Bruch mit Ungarn herbeizuführen. Der Redner lam dann auf die tschechische Obstruktion im Wiener Reichsrat und die deutsche Obstruktion im Prager Landtag zu sprechen und legte die Grülide der Politik der Deutschen dar: eß handle sich am letzten Ende darum, daß die Tschechen die Lebens- kräftigkeit des Föderalismus beweisen wollten; damit müßten sie ad absurdum geführt werden. Die Prager Obstruktion iverde so lange dauern als die Wiener. Die Deutschen seien wachsam geworden und auf der Hut vor allen. ES sei gelungen, die deutschen Arbeitermassen in Böhnen wieder für den nationalen Gedanken zu begeistern, alle Mandate seien der Sozialdemokratie wieder abgenommen bis aus eins. In dieser Mitarbeit der Arbeiterschaft liege die Gewähr für den Sieg." Nach diesem Bericht verspricht der Vortrag interessante Aufklärungen über die gegenwärtige Lage 'n Oesterreich zu geben. Vielleicht findet sich der Redner i*< seinem hiesigen Vortrag bereit, auch über die neueste W-Ndung in Oesterreich, den vor einigen Tagen vollzogen--n Ministerwechsel innerhalb des Ministeriums v. Körber, sich zu äußern. ** Der „Lanz" und die Aepfe^ Als schmucker Vaterlandsverteidiger machte em junger Kaufmann beim Kaiser Wilhelm-Regiment seine Reserveübutt^; er hatte Urlaub und schlenderte abends spät durch die Straßen. Hierbei wurde er angenehm überrascht durch btn Zuruf einer jungen Dame, welche in einer Nebenstraße mit dem Dienstmädchen neben zwei voll gefüllten Körben mit Aepfeln stand; beide ruhten, weil ihnen die Last zu schwer wiirde. He! Lanz!, rief die gar nicht üble Maid, komm, her und hilf uns die Aepfel tragen! Was krieg ich, wenn ichs tu? meinte scherzend der Infanterist. 3 Aepfel und 10 Pfennig zu nem Trunk, erklärte lachend die Gießnerin. Bereitwillig übernahm der Lanz die Arbeit — beim Transport der Aepfel — zu helfen; er ging stolz, mit jeder Hand an einem Korb tragend, in der Mitte, während die Maid und deren Magd tragen halfen. Tas Fräulein bemerkte gar bald, daß in dem zweierlei Tuch nicht wie sie vermutet hatte, ein ungebildeter Bauern- knecht stecke, und gab sich auf dem Wege alle erdenkliche Blühe, zu erfahren, mit wem sie es zu tun habe. Aber geschickt wich der Soldat allen neugierigen Fragen aus. Am elterlichen Hause des jungen Mädchens angelangt, erhielt der Lanz den versprochenen Lohn und ging vergnügt lächelnd und pfeifend von bannen. Das Fräulein erhielt aber am anderen Tage eine bunte Karte mit dem Namen des jungen Mannes darunter. Für den Sonntag empfing der Kartenschreiber bereits eine freundliche Einladung zum Kaffee in der Familie, der er natürlich nachkam. Seit dieser Zeit sieht man den ehemaligen Lanz regelmäßig in dem Hause, vor dem er an jenem Abend die Aep.'elkörbe niedersetzte, verkehren, und die Dladjbarn sprechen schon allen Ernstes davon, daß es nächstens in dem Hause eine Verlobung geben würde. Dian zerbricht sich den Kopf, wieso der doch unbemittelte Kaufmann dazu gekommen fei, sich mit der einzigen Tochter des gut situierten Hausbesitzers zu verloben. Daß der Lanz durch den Aepfeltransport mit der jungen Tarne bcfannl geworden war, davon natürlich haben die Nachbarn feine Ahnung, und wenn sie es heute erfahren, so werden sie es einfach nicht glauben und bedenklich die Köpfe schütteln. ** Millionen deutschen Geldes fließen jährlich in die Taschen holländischer Losschwindler. Die „Deutsche Wochenztg. in den Niederlanden" veröffentlicht die Zuschrift eines jungen Deutschen, der in ein solches Los- fchwindelgeschäft in der Absicht eingetreten war, um den Betrieb kennen zu lernen und seinen von der Spielwut besessenen Landsleuten die Augen zu öffnen. Er nennt den Betrieb dieser Leute eine „ratenweise Betrügerei". In Holland würden die Behörden diesen Schwindlern schnell ihr aubereß Handwerk legen, wenn diese nicht ausschließlich nach dem Auslande, d. h. in erster Linie nach Deutschland arbeiten würden. Einige dieser „Schwindelbuden" find freilich doch in Amsterdam polizeilich geschlossen und ihre Inhaber wegen Betriigs unter Anklage gestellt worden, aber die anderen „Bankiers" setzen ihr Treiben munter fort. Einer dieser Spekulanten — auf die Dummheit seiner Ntitmenschen — hat für seine Zwecke eine eigene Zeitung und ein eigenes Auskunftsbureau. Mehr kann man doch nicht verlangen. Er soll ini Jahr eine halbe Million Mark verdienen, sein „Direktor", ein früherer Schreiber, hat ein Jahreseinkommen von 17 000 Mk., fein „Bureau- Ehes", em ehemaliger dänischer Arbeiter, ein solches von 10 000 Mark. Nach diesen Ausführungen, für deren Richtigkeit der Gewährsmann der sehr angesehenen Wochenzeitung jede Verantwortung übernimmt, müssen jährlich Millionen deutschen Geldes in die Taschen dieser geivissenlosen Schwindler ließen. Wir halten es für die Aufgabe der Presse, vor diesen Losschwindlern zu warnen. r. Krofdorf, 3. Nov. Dor Vorstand des Handwerker- Vereins für die hiesige vereinigte Bürgermeisterei Apbach- Launsbach hatte am 16. Oktober mit den ^Vertretern der Abteilung Wetzlar zur Gründung einer Fortbilduilgs- 'chule für juiige Handwerker getagt Eine weitere nach Torlar einberusene reich besuchte Versammlung brachte einstimmig den Wunsch zum Ausdruck, daß für die 12 Gerne rn den eine HandweU'er-FortbildungSschule begründet werden möge. Tas Zustandekommen Der Schule gilt nun umsomehr gesichert, da auch bk Koni gl. Regierung dieser Angelegenheit ein lebhaftes Interesse entgegenbringt. Es 'teht zu erwarten, daß die Schule mit dem 1. April 1005 ins Leben tritt, jedoch hat man sich über den Ort noch nicht genügend geeinigt; sowohl Krofdorf als Atzbach mürben in Vvt-schlag gebracht. w. Nidda, 1. Nov. Gegenwärtig wird an der Straße nach Balzhausen in der Nähe des Bahnüberganges auf einer das ganze Tat oeyerrfcyenvcn Anyoye em paus inr Schweizer st il gebaut, welches eine Zierde der Gegend zu werden verspricht. Es gehört dem Obersten Weimer von hier, früher beim Kaiser-Wilhelm-Negiment in Gießen. — Das am Sonntag hier gefeierte Erntedankfest wurde außerordentlich von der Gemeinde besucht; man hat bei uns alle Ursache, für die in jeder Beziehung gute Ernte dankbar zu sein. — Seit Sonntag hat der Gastwirt „zur Krone" elektrische Beleuchtung in seinen Räumlichkeiten. Er erzeugt die Elektrizität durch einen Motor, den er zugleich zu seinem Metzgerbetrieb verwendet. Dem Vernehmen nach wird er, soweit dies möglich ist, an Privatleute Elektrizität abgeben. § Hainbach, 2. Nov. Einer geringfügigen Ursache ist hier ein blühendes Menschenleben, ein 18 jähriges Mädchen zum Opfer gefallen. Tas Mädchen hatte bei. der Dreschmaschine geholfen. Hierbei zog es sich durch ein Gersten- gewan eine kaum bemerkenswerte Wunde zu. Aber die Wunde verschlimmerte sich, es trat Blutvergiftung ein, und das Mädchen ist jetzt infolge hiervon verstorben. tc. Main z, 2. Nov. In Anwesenheit des Großherzogs findet nächsten Freitag abend die Einweihung des neuen Offizierskasinos des 117. Infanterieregiments statt. Der Großherzog trifft um 5.20 Uhr hier ein. tc. Höchst a. M, 2. 9loo. Auf der Strecke Oberlieder» bach—Unterliederbach der Höchst—Königsteiner Bahn wurde eine Telegraphen st ange auf d i e Schienen gelegt. Der Zugführer bemerkte die Stange und brachte den Zug rechtzeitig zum Stehen. Auf die Ermittelung des Täters wurde von der Eisenbahndirektion eine Belohnung von 50 Mark gesetzt. Als der Tat dringend verdächtig wurden drei Burschen in Nieder-Hosheim verhaftet. (f.) Braunfels, 1. Nov. Im Laufe dieser Woche wird Braunfels, das als Luftkurort mit jedem^ neuen Jahre mehr geschätzt wird, dank einer rührigen, mit den Bedürfnissen der Neuzeit vorwärtsschreitenden Gemeinde-Vertretung zum ersten Mal in seinen Straßen Acetylen- Licht brennen. Ein nach den neuesten Erfahrungen erbautes städtisches Acetylen-Werk versorgt die städtischen Straßen und Gebäude mit diesem Hellen Licht; auch viele Private haben sich an die Zentrale angeschlossen. Seit Jahren schon bringt auch eine vorzügliche Quellwasserleitung der Einwohnerschaft gesmides Wasser, fast in jedem Hause befindet sich zur Annehmlichkeit der Bewohner eine Zapsstolle. In nächster Zeit wird noch voraussichtlich die Kanalisation der ganzen Stjadt zur Ausführung kommen und hieran anschließend eine vollständige Neup s lästerun g der Straßen, sodaß Braunfels auch im Innern ein schmuckes Städtchen sein wird. Tie seit sieben Jahren ins Leben gerufene Biltenkolonie vergrößert sich mit jedem Jahre und bietet einen ruhigen gesunden Aufenthalt in dem von der Natnr so verschwenderisch bedachten Dergstädtchen. Ter rührige Vev- schünerungsverein hat im verflossenen Jahre durch Anbringung neuer Schilder und Bänke die zahlreichen Spazierwege vervollkommnet und wird noch in diesem Herbste über 500 Atleebäume pflanzen, die auf den Wegen zum nahen Walde Schatten spenden sollen. Der kleine Wildpark hat wieder eine größere Anzahl Schaufler, welche unter der Obhut ihres treuen Pflegers so zahm geworden sind, daß sie mitten unter den Gästen herumgehen und, zur großen Freude der Kinder aus deren Hand fressen. — Möge des Städtchen auf dem „Braunen Felsen" auch für die Zukunft sich immer weiter zu einem blühenden meiuwesen entwickeln. Llcrnriicyres. * Grobe Fahrlässigkeit eines Arztes. Unter dieser Spitzmarke war seinerzeit aus Budapest berichtet worden, daß der Professor Julius Dollinger den Tod einer Frau verj'chulldet habe, indem er bei der Operation der Syrau Lideczy eine Pincetteinder ett Körper z u r ü ck l i e ß, die bei der Obduktion in den Eingeweiden gefunden wurde. Die vom Gericht dieserhalb unternommenen Vorerhebungen sind beendet Tie Staatsanwaltschaft hat den Beschluß gefällt, daß sie die Anklage gegen den Professor Julius Dollinger nicht übernehme. Dieser Beschluß ist eingehend motiviert; es wird namentlich darauf hingewiesen, daß bei der Natur solcher Operationen ein derartiges Versehen selbst bei Beobachtung der penibelsten Vorsichtsmaßregeln nicht ausgeschlossen sei. Dieser Beschluß der Staatsanwaltschaft iimröe den Parteien zugestellt. Wie verlautet, wird der privatklägerische Anwalt die Vertretung der Anklage selbst übernehmen. * Der Mann mit der größten Familie ber Welt. Der Mann, der die größte Familie der Welt hat, ist der Nlormonenpräsident Joseph Smith in Sait Lake City, Smith hat 6 Frauen, 45 Kinder und 150 Enkel- kin der. Uebertroffen in der Zahl der Kinder hat ihn nur fein Vorgänger, der Präsident Brigham Poung, der 56 Kinder hinterließ. Die Frauen und unverheirateten Kinder von Smith leben in fünf Häusern in Satt Lake City, die verheirateten Kinder und Enkel verteilen sich über die ganze Stadt. Smith erhält alle Bewohner der fünf Häuser; feine verheirateten Kinder und Enkel müssen jedoch für sich selbst sorgen. Dieser Vater von 45 Kindern ist sehr reich; die Kosten des Unterhalts für die fünf Haushaltungen werden auf 400 000 Mk. geschätzt. Er bezieht ein außerordentlich großes Einkommen als Direktor von zivanzig verschiedenen Körperschaften, Banken und Fabriken. Vor mehreren Ntonaten hatte sich Smith in Washington wegen seiner „Vielweiberei" zu verantworten. Smith kehrte zwar triumphierend nach Satt Lake City zurück, er hat aber in den letzten Monaten viele Mormonenfamilien aus Utah in Mexiko angesiedelt, das schließlich das neue Hauptquartier der Nlorniolienkirche werden soll, da sie hier sicher vor den Gesetzen der bereinigten Staaten ist. • Die Seeschlacht bei Hüll.) Die „Jugend" wid» met der Heldentat Roschdjestwenskys folgende Verse: Wer dampft so spät durch den Aermelkanal? S' ist Rofchdjestwensky, der Admiral. Er hält die Abschiedsbowle im Arm; Der Nebel steigt, der Kopf ivird ivarnr. „O, Väterchen Admiral, seht dort: Torpedoboote auf Steuerbord!" „Beim heiligen Wiitki, wahrhaftig ja, Die japancsischen Teufel sind da 1 Schießt auf die Kerle, und rennt bann, rennt! Sie sprengen uns sonst in die Luft am Eiid." Ratsck)! ^Ratsch! Bum! Bilm! Ganz phänomenal, Schießt Noscbdjestweliskv, der Adlmral. Frankfurt a. M W U i.MMM ^^WWWWWMWW^W ■ WMWMWWMMM MÜH *h hier, Tcrs ll5et. hQe lfin^ itb tt| fbcn. che ijt ^chen dresch. Mtai. &mbe ib das erzogz neuen statt. icher» vurde legt. Zug Täters 50 in Woche Jahre -n Ae- c-Ler- )Ien- en er» tiscüen j viele Zeit Her» ast in r He- ) vor- :tpbt ie voll» önum- i wird, klonte Ahigen । Der» e Ber- ch An- vazier- herbstr n M lMd- lvelche worben n und Wien, utf für u Ä- . Unter gerichtet er den er bei der eit in den serhalb :aatä* jie die nicht Mert; : Mur bei Le- t aus- iltschast irb der e M e bet hat, fit e Cüy. intel* ihn nm der 56 , Kinder ,ily, die .ic ganze t; stlne ich selb't ,,*• die ' werden )ldeut!lch chiedenen Senaten ive'berel" ä^ali scn v'ele eit 'rftW ' uMen Ai |plb* Kerichtssaal e n . and- das sittliche und amtliche Verhalten . . , ___,, . . es Offizierkorps seines Regiments erscheinen. Diese Artikel rührten von einem Offizier des Regiments her, der Name sei Redaktionsgeheimnis. Er, der Schreiber, sei Redaktionsbote beim „Vorwärts" und bereit, den Namen des Verfassers gegen 1000 Mark Belohn ung zu nennen. Er bitte, das Geld unter der Chiffre I. M. B. 2 Postamt 101 einzusenden. Unterschrieben war der Brief mit: „Ter Freund des Regiments". — Unter dem 21. August richtete er einen zweiten Brief an den Kriegsminister v. Einem. Tarin erklärte er sich bereit, gegen eine unter H. B. 30 Postamt 96 einzusendende Belohnung von 3000 Mark die Namen der Offiziere zu nennen, die für den „Vorwärts" Artikel schreiben. Eile sei notwendig, denn es ständen Artikel über „Sittenführung und Tisziplin im deutschen Heere" in naher Aussicht. — Bei der Plumpheit, mit welcher der Angeklagte die Sache inszeniert hat, war es natürlich leicht, den Briefschreiber abzufassen. Büttner gab zu, mit dem „Vorwärts" in keinerlei Beziehungen zu stehen und auch Nach der Lektüre der „Erstklassigen Mensche Ein unglaublich törichter Streich hat dem stellungslosen He.... lungsgehilfen Büttner eine Anklage wegen versuchten Betruges zugezogen, die von der zweiten Strafkammer des Landgerichts I zu Berlin verhandelt wurde. Ter Angeklagte hat einen Brief an den Oberst Hoyer v. Rot en Hain vom Garde-Füsilierregiment geschrieben, worin er mitteilte: Es werde binnen kurzem im „Vorwärts" eine Artikelserie über ZluiVersttäts-Vachrichteu. — Professor Dr. Kütter in Tübingen hat den Ruf als Leiter der chirurgischen Klinik in Marburg angenommen. — Amtlich wird die Ernennung des bisherigen Privatdozenten in der evangelisch-theologischen Fakultät der Bonner Univer- sit5t Lie. theol. Tr. phil. Heinrich Weinel (auS Büdingen) zum außerordentlichen Professor für Neues Testament, systematische Theologie und Kirchengeschichte an der Urriversität Jena bestätigt. Weinel tritt an Stelle von a. o. Professor Tr. Ernst v. Dobschütz, der Holtzmanns Professur in Straßburg i. Els. übernommen hat. .....■■■'.Öl ■ I _■ ■ I I ■" . r ■ — Sport. Der Sieger des diesjährigen Gordon-Bennett- Rennens, T h e r y. hat bei seinem ersten Start auf amerikanischem Boden eine empfindliche und unerwartete Schlappe erlitten. Er wurde bereits im Vorrennen auf der Bahn von Empire City über zehn Meilen von Sortori auf einem Mereedes- Wagen geschlagen; Thery fuhr seinen Bennett-Wagen aus dem Homburger Rennen, konnte aber gegen Sartori nicht aufkommen, der zichn Meilen in 9 Min. 45 vier Fünftel Sek. durchfuhr, während der Franzose genau 10 Min. gebraucht hat. Im zweiten Vorlauf gewann Barney Odfield auf Peerleß in 9 Min. 12 drei Fünftel Sek. gegen Bernin auf 60 Pferdestärke. Renault in 9 Min. 39 vier Fünftel Sek. Tas Entscheidungsrennen gewann Oldfield in 9 Min. 12 drei Fünftel Sek. gegen Sartori in 9 Min. 39 vier Fünftel Sek. Dann dampft er schleunig davon, der Held» . v». ' — Herrjeh, sind die Japaner geprellt! — Erst bei den Azoren schnauft er aus Und meldet: „Sieg bei Hüll!" nach Haus, „Gelang, ein Schiff in den Grund zu bohr'n! Zwei Feinde — und ich den Kopf verloren!" • Kleine Tageschronik. Vom Observatorium des Vesuv wird gemeldet, der Aschenkegel, der sich bei den letzten Ausbrüchen bildete, brach mit f u r ch t b a r e m G e t ö s e z u ] ci m m e n. Es folgte ein dichter schwarzer Aschenregen, der zwei Stunden währte. — Wie die „Münchener Reuest. Rachr." aus Schloß Hohenburg bei Toelz melden, brach die Großherzogin von Luxemburg infolge eines Unfalles im Zimmer den rechten Unterarm. Der Zustand der Patientin ist den Umständen nach befriedigend. — Zn Erfurt gelang es zwei Sträflingen aus dein Landgerichtgefängniffe zu entfliehen. Zwei andere, welche mit ihnen von der fünf Meter hohen Umfassungsmauer sprangen, blieben schwer verletzt liegen. — Aus R i l v i n g e n (Lothringen) wird mitgeteilt, daß die im Neubau begriffene katholische Kirche ein gestürzt ist. Die Ursache des Einsturzes ist wahrscheinlich auf einen Konstruktionsfehler zurückzusühren. Menschen sind nicht verletzt worden. — In Trier wurde ein Sergeant des 161. Regiments in der Nacht von 15 bis 20 Männern überfallen, seines Seitengewehres beraubt und mit diesem und mit Ziegelsteinen derart verletzt, daß man ihn ins Lazarett überführen mußte. Seine Verletzungen sind lebensgefährlich. Acht der Atteiitäler wurden gestern in aller Stille einzeln verhaftet ivib dann zusammen ins Untersuchungsgefängnis abgesührt. — In Chieti (Italien) wurde eine wellenförmige Erderschütterung wahrgenommen. — Als der Prinz und die Prinzessin Leopold von Bayern am Dienstag in München spazieren fuhren, stieß ibr Wagen mit einer Droschke zusammen. Die Pferde des prinzlichen Wagens stürzten und die Deichsel brach. Der Prinz und die Prinzeffin sind unverletzt und setzten ihren Weg zu Fuß fort. nie dort RedakttonSboke gewesen zu fein. Der Verlust von Geld und die Not, in die er geraten, hätten ihn zu dem dummen Streich gebracht, zu dem er auch durch die Lektüre des Baudissinschen Buches „Erstklassige Menschen" angeregt worden fei. Tas Urteil lautete amf sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Deutscher Reichsbankausweis. Nach dem neuesten Ausweis verfügt die Bank noch über eine steuerfreie Reserve von 22 890 000 Mk. Man hatte angenommen, daß dieselbe mit Ende Oktober wieder in die Notensteuer geraten würde. Zur gleichen Zeit des Vorjahres hatte die Notenreserve nur 9 050 000 Mk. betragen. Weitere beträchtliche Goldzuflüsse aus dem Ausland haben stattgefunden, die fast ausschließlich aus England, auch in Sou- verains, eintrafen, nicht jedoch aus Amerika oder Frankreich. Der effektive Goldvorrat der Reichsbank ist weiter durch Teilbeträge aus präsentierten Noten der anderen deutschen Zettelbanken verstärkt. Oestreichischer Petroleumexport nach Deutschland. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Export östreichischen Petroleums sich zwar in befriedigender Weise entwickelte, aber auch geklagt, daß er an dem Mangel einer Organisation für den Tetailverkauf leidet. Es ist daher beabsichtigt, in Westfalen, Posen und Bayern je eine Tankanlage zu bauen. Weiter soll in Mainz und Düsseldorf je eine Vertriebsgesellschaft in Form von Gesellschaften m. b. H. begründet werden, denen die Pflege des Faßgeschäftes obliegen wird. Ferner soll eine Anlage in Stettin für den nordischen Verkehr geschaffen werden, um den Oderwasserweg ausnützen zu können und das Hamburger Geschäft zu entlasten. Preiserhöhungen bei Kohlen. Von den Rheinischen Anthrazitkohlenwerken in Kupferdreh wird gemeldet, daß der Vorsitzende in der Generalversammlung sich 'dahin aussprach, daß eine Aufbesserung der Preise für kleine Nußsorten sehr wünschenswert sei, da hierin dauernd große Nachfrage herrscht. Auch für gewaschene Femkohlen sei eine Preiserhöhung erwünscht; , für die Werke wohl, aber für die Verbraucher nicht. Tie Werke haben zuletzt 8 Proz. Dividende gezahlt. — Das Kohlensyndikat hat eine Kommission zur Regulierung der Preise für nächstes Jahr angesetzt. — Das Niederschlesische Kohlensyndikat erhöhte mit dem 1. November die Preise für Schmiedekohle und gewaschene Kohle um 40 Pfg. per Tonne. Reichsbank. Wechsel auf Schwerte a. d. Ruhr, welche nach dem 5. d. M. fällig werden, werden von jetzt ab von der Reichsbank angekauft. Dieselben sind an die Reichsbanknebenstelle in Hörde zu girieren. Märkte. () Ortenberg, 1. Nov. Ter gestrige Pferdemarkt war überaus stark befahren, die Nachfrage mäßige deshalb auch bk Preise für Käufer äußerst annehmbar. Einährige Fohlen erzielten 120—160 Mart. — Rindvieh war recht begehrt, die Preise hoch, besonders für Milchvieh. — Sehr niedere Preise erzielten die Ferkel, welche für 16—18 Mk. das Paar rasch verkauft wurden. Der Auftrieb war ganz enorm. — Der Krämermarkt war diesmal wieder bedeutender als in früheren Jahren. Landwirtschaft. =• Alsfeld, 1. Nov. Bei der heutigen Eröffnung des diesjährigen Kursus der hiesigen landw. Winterschule wurden 37 junge Leute ausgenommen, wovon 16 die obere, 21 die untere Abteilung besuchen. Ihrer Kreiszugehörigkeit nach entstammen hiervon aus dem Kreise Alsfeld 24, Lauterbach 5, Gießen 2, Schotten 5 und Ziegenhain 1. Die meisten der jungen Leute stehen zwischen dem 15.—17. Lebensjahre, nämlich 30. Infolge der für den Schulbesuch nicht günstigen Bahnverbindungen ist die Mehrzahl der Schüler, 26, gezwungen, hier in Alsfeld zu wohnen, nur 11 können täglich in das Elternhaus zurtickkehren. Viehzählung. Bekanntlich soll eine Viehzählung am 1. Dezember im Deutschen Reiche vorgenommen werden. An- zugeben ist die Zahl des in der Nacht zum 30. November zum 1. Dezember in Haus, Gehöft und den zugehörigen Nebengebäuden vorhandenen Viehes. Dabei ist gleichgiltig, wer Eigentümer des Viehes ist. Viehstücke, die vorübergehend lauf Reisen, Fuhren rc.) abwesend sind, sowie Viehstücke, die im Laufe des 1. Dezember verkauft werden, sind hier mit aufzuzeichnen. Nicht mitgezählt werden soll Vieh, welches im Laufe des 1. Dezember erst gekauft wird, oder welches nur zufällig und vorübergehend im Gehöft anwesend ist. Schlächter (Metzger) und Händler haben auch das bei ihnen stehende, zum Schlachten oder Verkauf bestimmte Vieh aufzuführen, sofern es nicht aber erst am 1. Dezember gekauft ist. Schafherden sollen stets in der Gemeinde gezählt werden, in der sie sich auf Weide oder in Fütterung, wenn auch nur vorübergehend befinden. Pferde, einschließlich Mtlitär- pferde, werden bei der Zählung in vier Abteilungen eingeteilt Aohlen, 1—3 Jahve all, 3—4 Jahre alte, 4 Jahre und darüber). Tas Rindvieh wird in fünf Abteilungen eingeteilt: 1. Kälber unter 3 Monate alt, 2. Jungvieh Don 3 Monate unter 1 alt, 3, Jungvieh von 1—2 (noch nicht 2) Jahre all, 4. 2 Jahrr alte und ältere Bullen, Stiere und Ochsen, 5. 2 Jahre alte und ältere Kühe (auch Fersen, Kalbinnen). Schweine werden in drei Abteilungen eingeteilt: 1. unter y3 Jahr all, einschließlich Ferkel, 2. i/2—1 (noch nicht 1) Jahr all, 3. 1 Jahr alt und älter. Mit der Viehzählung soll auch eine Zählung derjenigen in der Zeit vom 1. Dezember 1903 bis zum 30. November 1904 vorgekommenen Schlachtungen erfolgen, bei denen gemäß der bestehenden Vorschriften die amtliche Fleischbeschau unter* blieben ist. Tie Richtigkeit der Angabe ist von demjenigen zu bescheinigen, unter dessen unmittelbarer Aufsicht und Verwaltung das Haus oder .Gehöft steht, auch wenn er nicht Eigentümer des vorhandenen Viehes oder des geschlachteten Viehes war. Geschäftsübernahme. Am 1. November habe ich das TW- nd RchgWst * Daniel Wall 12 Schlotzgasse 12 übernommen und werde es in der seitherigen Weise weiter- sühren. Ich werde stets bemüht sein, nur gute Ware und solide Arbeit zu liefern, und bitte das meinem Vorgänger geschenkte Vertrauen auf mich übertragen zu wollen. 06563 Hochachtungsvoll K. Döring lW«I Wsch») 12 Schloßgasse 12. Wollene StricKgarue (Marke M. & K.) anerkannt bestes Fabrikat, empfiehlt in allen gangbaren Farben und Qualitäten billigst 7863 Robert Stuhl, L Sorten - Verzeichnisse kostenlos. Koniferen ßlleebäume, Ziergehölze grosse Auswahl. Tadellose Ware. Dahs, Reuter & Co. Baumschulen Jungsfeld-Oberpleis, b6Z. Köln. Baumschul-Areal: 200 Morgen. 8s21/ Witipps-Ieier des Evangelischen Bundes Sonntag den 6. November 1901, abends 81/* Uhr im Neuen Saalbau (Steins Garten) unter gütiger Mitwirkung des gemischten Chorö des Evangelischen Arbeitervereins. Festredner: Pfarrer Lic. Dr. Diehl-Hirschhorn: Was verdankt Hesien dem Landgrafen Philipp dem Großmutigen. Alle Evangelischen sind mit ihren Familien srcundlichst eingeladen. Eintritt frei. v'7u stets bevorzugte Qualität pp.Pfd. 1.20,1.40,1.60,1.70,1.80. Niederlagen bei: Eberhard Dort in Giessen. Carl Heller in Lieh. Weitere Niederlagen gesucht. Dis/to Wasser-Reinigungs- Apparate ID. R.-P. angem. autoin. wirkend Reinigung von Kesselspeisewasser sowie sonstiger gewerblicher a___»Gebrauchswässer für Brauereien, Wäschereien, Papierfabriken. Garantie für Erzielung reinen, weichen, von Kesselsteinbildnern vollkommen befreiten Wassers. hv18/T S Glänzende Zeugnisse. | Vorziigl. Referenzen. — Billige Preise. Kostenlose Wasseruntersuchung durch eigenes Laboratorium, c. Prospekte und Kostenanschläge gratis. Dampfkesselfabrik vorni. 8 Arthur Rodberg, A.-G. Darmstadt. — Vertreter gesucht. Durch Güte, Kraft und Reinheit Normal-Hemden Unter-Jacken und -Hosen Handschuhe Strümpfe und Socken empfiehlt billigst 7877 JlllillS Schulze, Kreuzplatz. Der Wotftanb. Anfang 8 Uhr. 06451 Leiteten Philipp Hof, Lscchtzcr 06591 Neustadt 12 (früher KaplanSgasse) empfiehlt sich zum Lieferung von Wandplatten. Wilhelm Höss, Hscnsetzer, Bleichstraße 31, 1. Stock. Prospekte kostenfrei. Strengste Verschwiegenheit. Vertreter: Ohr. Emil Derscho w, Frankfurt a.M.,Kaiserstr. 14, Kaiserpl. Heschäfts-Kmpfehl'ung. Ich erlaube mir ergebenst anzuzeigen, daß ich mich als auf den Lebensfall bei der 1838 gegr. Preussischen Kenten - Versicherungs- Anstalt in Berlin. Oeffentliohe Versicherungsanstalt. Einkomiuenserhöhung,Altersversorgung Kapital Versicherung für Aussteuer, Studium Militärdienst. Bei Ausschliessung der Rentenscheinausgabe portofreie Rentenübersendung ohne Lebenszeugnis. hv'28/i» Strickwolle (Marke M. & K.) in allen Farben und Qualitäten zu billigsten Preisen RootooBla. J. H. Fuhr, Loiinenstraft 2o. Stricken von Strümpfen, Röcken rc. rvird billigst besorgt — Auch stehen Musterröcke zum Abstticken zur Verfügung. 7851 hier niedergelassen habe. Zum Setzen von eisernen und Porzeltau-Öefeu und Herden sowie zur Ausführung von Reparaturen und zum Reinigen halte ich mich bestens empfohlen. und Kapital Contentia Gamätaß den 5. November 1904 findet im Neuen Saalbau unser lVitttevvevgnügen verbunden mit Konzert, Theater und Ball statt. v“/* Sehen von Porzellan- u. eisernen Kefen und Kerben sowie zur Ausführung von allen in dieses Fach eiuschlagendeo SN paratnren unter billigster Berechnung. Neberuabme von Neubauten. Wähler-Versammlung 5elterrberg-RiegeWd 8224 Me JnteresienLen sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. D?r Dmstllü Ks WilhI^irKs §k!tmdkrg iivd Rikgchftit Gemeinderatswahl M-seck 8222 als neuzuwahlende GemeürderatZmitglieder vorgeschlagen. Wir bitten unsere Mitbürger, den genannten am Saknstag den Z. Novenrbev 3. Vorstandöwahl. zu Bei der Wichtigkeit der TageS-Ordmmg ersucht um zahl. reiche Beteiligung Ter Vorstand. Bürgcrvcrcin Wicscck Herkules Schirm Cycloph Mi Traumulus Novität! Tragische Komödie in b Akten von Ho la und Jerschke. Gast: ArliniT Sauer aus Frankfurt a. BL Ende gegen IP/i Uhr. Anfang 8 Uhr pünktlich. GeT"Gaofll Das Rauchen der Öfen 8099 verhindert Johns Schornstein-Aufsatz. biürgsteu Preisen. 06612 7770 i^öbel «ette£ K ter OE Loilese, hslmviikük uhü tiuuBieelltHe »Uomal-Unterzeuge Heänruch SaeSc, 19 Mrüßr^e 19. 7748 empfiehlt in reicher Auswahl zu billigsten Preisen 7883 Robert Stuhl, MM 23 7282 Empfehle mein großes L 8. Man achte genau auf obige Fabrikmatte, ivelche sich in jedem Schirm befindet. Alleirr-verkar-f für Gietzen wttb rrmgegend in der Schirm-Fabrik Nur echt mit dieser Marke. In keinem Warenhaus und in keinem Bazar vorzufinden. Nur in den erste« Spezial-Geschäften zu haben. 3« 3* s 5 Nur echt mit dieser Marke. Ueberzichc« und Reparaturen schnell und billig in eigener Werkftätte. Bei der am 2. November stattgchabten Bersammlimg wurden die Herren Heinrich BeSer, EeamKrat Melchior (geoist Sari) Kimmel, Gennüttü Ludwig Deibel IV. jeder Preislage. in solider Ausführung. Unter Garantie. — Franko Lieferung. — Eöbelmagazüi Äug. Osssann 89 Seltersweg 8V. Freitag den 4. November, abends 9 Uhr in der Restauration Otto. Gefitzt. geschützt. Die sorgfältigste Stoffwahl, exakte Arbeit, bestes Material, daher unbegrenzte Dauerhaftigkeit. Theater-Verein L Vorstellung: Freitag den 4. November. ▼«/„ s’l. U fC = e 2 üj t'ä 3J M? nwr, '! schwill Fr-ge ; «M8-1 mit £,r FeZerweitzer jGchott's Weinstube Bahnhofstrabe. 8212 Freisinniger Verein. Einladung zur ordentlichen General-Iersammkung am Dienstag den 8. November, abends Sy2 Nhr in der Restauration Ieidrl, am Kanzleiberg. Tages-Ordnung: 1. Bericht und RcchnungSablage. 2. AufsteUuug von Kandidaten zur deurnächsttgeu Stadtverordueteu-rSahl. MllkidMikM, KklWL Lmpsehle sehr moderne Neuheiten, alL: Docker, Spvnchbretter, pmiede, Tische, Etageren, Wandschränke ufw. sowie alle kleineren Gegenstände in großer Auswahl und feinster Ausführung zu sehr billigen Preisen. 8085 Artikel für den flachen und plastischen Tirsbrand. Lteiustrch 68. UM. NWsr. Lickstch K. erlincn' bet, 6t: una V1 yn ’w Gin Men'-' des Sri gliebnu n W seine (einer 1 Äesl'erui Sittli er «uif verbr« Hegte „i jchlieinr wieiaicn Srivroü» ,45 wu gekUgll schäd: N mchrsül nung^i obenörc Migli Aerger ins Cij vorhani alle 1 sch^^g 2U0000fach erprobt, jtta&tenrite Lieferung auch auf Probe. EmU Pistor Naehf., Marktstrasse 10. Mahler! Da Herr Professor Dr. Biermer erklärt hat, ein Stadt, oerordnetenmandat nicht annehmen zu wollen, liegt die Not. wendigkcit vor, einen anderen würdigen Vertreter unserer Universität, der gleichzeitig auch di- Gesamtinteresscn dec Stadt zu vertreten rocifc als Kandidaten für die StadiverordnetenWahl in Vorschlag zu bringen. Der geeignetste Mann für eine so wichtige Aufgabe scheint uns Herr Professor Dr. Krüger zu sein. Scharfer Blick und hohe Einsicht, vereint mit einer aufgcklätt christlichen Gesinnung befähigen Herrn Professor Dr. Krüger, in allen bedeutiamen Fragen, die an unsere Stadt hcrantteten, mit Rat und Tat mitzuwitten. Darum wählt Proskssor Dr. Krüger der im Interesse der Stadt sicher nicht zögern wird, ein Mandat anzunehmen! 06604 Mehrere Bürger. Die W >r TageNkarlen bei Herrn Chai Her, Neuen weg, und abends an der Kasse zu Mk. 5.—, 4.—, 8.— und für Studierende Mk. 2.—. Sarg-Magazin bei vorkommenden ^levbefällen. Dasselbe enthält eichen polierte Sarge und tannen lackierte m hell und dunkel in jeder Preislage. i&F Üiuder-Särge in jeder Gröhe. SCarä Tränkner, Schretnermcifter^E 7848 in sr-sber Auswahl von bett billigsten bis zu den feinsten. Priizii: $e« (Suten nur M Alklbkßc! -äs'.ÄteÄ'. »unac«, Setlburt, Salm rc., »er. unv marin. Fische aller Art. Wild- und Wast.Gcslügcl in großer Auswahl. Sämtliche ScllUUReu der Eais»« bei C. ti. Klemhenn, Delikatessen-, Fisch- m,d Geflüget-Handimig Bahnhoffrraße 59. Telepl)on 66. «ZE- Mhre nur das Allerbeste, daher auch die massenhaften Ancneimungm m,d täglich steigender Absatz meiner vorzügtlchen Fische. Die billige JAandcr Konsumwcrre biete ich meiner werten «undschast nicht an. 06605 Ler erße SiHii Aestr Kossmei eingetroffen. Berkaus zu ^riginallFabntpreisen bei 06603 Bahnhofstraße 69. C. G. Klein kenn« Telephon 66. HäesrithaS (Heesen, BlololiHtraHse 5 Dezente Bedienung Separate Salons ff. Biere und Weine. Me08 Ludwig Hinterlang, Gemüsehändler. ■MMMHHH9 lahhlk-hiti Iktiaifam (Inh.: €ari Ifiaau jr., (Äiefcon) 8ku- »i Weitz-ASKsU LsSiU stets vorrätig. d4/, Tetepchou: Kaltwette Nr. 200, Kontor Nr. 282. HautauSfchläge, wie Mitesser, Finnen, Gesichlspickeh Hautröte, Pusteln, Blütchen rc. Daher gebrauche man nur Aadebesler Mol-TknschUfkl-Leise nur echt m. Schutzmatte Ltecke«- Pferd, ii 50 Psg^ bei Adolf Bieler Marktstraße 5. 7218 »et« Geschäft befindet sich von heute an Neuenweg 58. Empfehle alle Sorten Gemüse, Kartoffel« und Zwiebel« zu den Schellfische blutkrifch auf Eis treffen heute ■ ein bei 7621 Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 4«. Wim ScheWk blutsrifch in Eiöpackuug, treffen ein bet a6/, (teteWaMels 17 Marktplatz 17 Telephon 262. Gegründet 1826. | e$F Ottoman. Staats-Eisenbahnloose g fär grex Deutschland geseUl K er teetote Fetoien - Obligationen W föL3x3QO,GOObF“r.'| Auswahl um sofort, ohne Abzuff ■ Siküisia Ziehung bevorstehend! W 7‘V l£0j«a Bateniooao. W M Vtu **Tur»n Hteuuig« h. Pixy#ect d. ■