Donnerstag 3 November.1904. 131 Jahrgang Erstes Blatt. O viertel» monal Amt§- Wh AkzeigeblÄi für öLK Mreis GietzW BEE Nr. 259 Oriettut tLgstch auf;ei Sonntags. Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit den' hesflschen Landwirt die Gießener Zamttten« hlätter viermal in der . Woche beigelegt. ^lotanonödruck u. Versag der Brühl 'schen Unwech-Buch-n. Stein« bm'cferei. 9t Lange. Redaklwn, 9rrt bitten und Druckerei: Gchvtpratze 1. tlbrcfie für Develchen: Anzeiger Giesen. ^ernivrklbanlchlunAr 51 jödrlich M. LL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pt.: durch jährt ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für d»e TageSnummer biS vormittags 10 Uhr. ZeilenprerS: lokal 12Pj. anSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich Mr den poliL und augem. Teil U Wittko: füt »Stadt und ßonb* und »Gerichts! aal*: August Goetz; für dsn Anzeigenteil: Hans Bsck. Der ZAfstaNd in Aentsch-KüdwestLfriKa. chünzc Verwundete tfrbanb. Erst hieß es, rief tiefe Trauer und Bestürzung gerade in einer sie sei tot. und bi ich war. Früher stand er im 1. Garde-Regiment zu Fuß. Wegen seines frischen, liebenswürdigen und vornehmen Wesens' und seiner treuen Kameradschaft war der Verstör- bene Bei seinen Kameraden sehr beliebt. An Typhus gestorben sind ferner: 1. Unteroffizier Ernst Pankratz, Reiter Hoyer> Reiter Maslowski, Unteroffizier Langguth, Reiter Krusat,. Reiter Lehmann. Auf Patrouille gefallen: Reiter Pi- larski. Dem Rcuterschen Vureau wird art?' Kapstadt gemeldet: Auf Anfragen erklärt das engl. Kolonialamt die Nachricht^ Hereroführer seien nach Be tsch nun alan d geflohen. für unrichtig. Alle MrMndifchen, die auf br^ ttsches Gebiet gelangen, werden entwaffnet. Die öeutrge Mrmorer umfaßt 10 Seiten- .......-3 1--------------ü"™"”L— ■- --■l1-!!? allzuweit aufgetan. Ter Erfolg der „Festigkeit" Englands wird am meisten in Petersburg zu lachen geben. Ans Geestemünde kommt die offenbar ans dem Auswärtigen Amt stammende Meldung, es seien nmnnehr von deutscher Seite wegen der Entschädigung der Besitzer des „Sonntag in Petersburg auf diplomatischem Wege die Forderungen geltend gemacht worden, nachdem Art und Umfang be§ Schadens durch Vernehmung in Geestemünde sestgestÄlt worden sind. Man zweifelt nicht, daß sie bewilligt werden. Nach einer Petersburger M *dung wurde die Mseudnng eines neuen Geschwaders zur Ergänzung der Ostfeeflotte nach der Katastrophe vorläufig a u f g e g e b e n. Frau Stössel verwundet. Aus Alexandria erhielt der „Petit bleu" i« Druffel folgende- Telegramm: „Hier traf aus der Reife nach Petersburg der Ingenieure Michailow ein, dem es am 31. August gelungen ist, unbemerkt von den Japanern Port Arthur zu verlassen. Michailow erzählt, daß trotz dar größten Wachsamkeit dar Besatzung rinr große Anzahl japanischer Spione Eingan g tn dre F e st u n g findet. ES vergeht Mn Tag, ohne daß einige von ihnen erschossen tnerben. Tie einen schleiä>en sich vmn rande har ein, die anderen konnnon, als Chinesen vartlaidet, in Dschunken an; die Lebensmittel, welche sie zur Täuschung der Ruljen mit- bringen, stammen unmittelbar von den japanischen ^erv^egungS- übersühruugs-Schiffen, welche Lldmiral Togos C^aschwader regelmäßig mit Proviant versorgen. Der Ingenieur bes.i.iigl ferner die Richtigkeit des Gerüchts, daß Frau Stössel verwundet wordau ist. Am 21. Juli (3. August) wurde sie von einem Granatsprengstirck nicht unerheblich an der Schulter verletzt, als Ker Krieg znnscken Japan und Muhland. Vom Kriegsschauplatz. Petersburg, 2. Nov. Genercttleutnant Sfach'a<- row meldet dem Ganeralstab von gestern: Mn 31 .Oktober beschoß der Feind mit Artttteriefeuer eine Höhe beim Dorfe Houthai und das Dorf Schanlantsi, ohne uns irgend welchen Schaden zuzufügen. Unsere Mörserbatterie, die das Feuer des Gegners erwiderte, traf ein Geschütz mtb zwang bie, Mdienungsmannschaft, zu flüchten. Wahrend des gcmzew Tages wurde ein schwaches Artttteriefeuer auf das Dorf Sahepu unterhalten. Wir hatten keine Verluste. — Am 1. November machten feindliche Vorhutabteilungen bet Tagesanbruch nach einem Gefecht den Versuch, gegen unser Zentrum vorzurücken, wurden aber durch energische Gegenwehr unserer Wachtposten genötigt, sich zurückzuM)em—> Am Morgen desselben Tages machte der Feind einen Versuch, eine Vatterie gegenüber dem Putilowhügel in Stettimgj zu bringen. Das Feuer unserer Batterien zwang den Feind jedoch, seine Geschütze fortzuschaffen. Tagsüber wurde be^ Putilowhügel mit schwachem Schrapnellfeuer beschossen. Auf unserem äußersten linken Flügel rücken die Japaner etwas vor. Auf dem rechten F<ügel haben bteh Javaner wiederum das' Dorf Sandepu oesetzü 1 Tokio, 2. M>v. (Reuter.) Eine Depesche ans' beim?) Hauptquartier der Mandschureiarmee vow gestern mittag meldet: Am Nachmittag des 30. Oktober rückte gegenüber der linken Abteilung unserer linken Armes? eine feindliche Streitmacht von Lilewentun und Hartfantai von Norden her vor. Sie bestand aus einens Regiment Infanterie, drei Regimentern KavalLrie imty einer Batterie. Es entspann sich ein Kampf, bei demj; der Feind zurückgefchüagen wurde. Unsere teilung hatte nur geringe Ker lustre, wahrend die Bet Hauptquartier E5eneral Okus über Fusan von gestern: Fwi den Armeen ist keine erhebliche «lenderung eingetreten. Sonntag griffen russische Jnfanterieabteil-; un g en und donische Kosaken die japanische Kavallerie aufp dem äußersten linken Flügel längs des Hunho an, wurden^ aber mit einem Verlust von 20 Toten zurückg esch lage uL Tie Linie der j a p a n i s ch e U Truppen zieht sich jetzt längK des Ufers des Sch ah o hin bis auf den linxen Flügel, ber; den Fluß bereits überschritten hat. Tschifu, 1. Nov. (Reuter.) Nachdem der Kapitän, und die Mannschaft des russischen Torpedojägers? „Reschitelny" bereits an Bord des deutschen Dampfers! ,vorwärts" eingeschifft worden waren, um sich mit Erlaubnis der chinesischen Negierung nach Schanghai zu begeben^ kehrten sic plötzlich an das' Land zurüch weil im letzten Augenblicke die chinesische Regierrmg die Erlaubnis- zurückzog. Tschifu, 2. Nov. (Reuter.) Die Marrnfchaft des ,M- schitclny" begab sich 'heute nach Schanghai. D^e Kämpfe unr Port Arthur. Tokio, 2. Nov. Cbi nintHcfier f ücht über die Kampfe vor Port Arthur hebt tt, daß Russen, die am 18. Oktober gefangen genommen 1.neben, aussagteu', das Schicksal von Port Arthur müsse sich bald entscheid e n. Die Lebensmittel seien ungenügend^ die russischen Streitkräfte seien numerisch sehr vermindert. General Stössel habe Geldbelohnungen und Medailtetl für 400 Freiwillige cnlsgesetzP welche einen Ausfall machen und japanische Geschütze Zerstörer: würden. Die baltische Asstte. . London, 2. Nov. Das Reutersche Mrreau erfahrt, baß die Unterhandlungen zwischen der englischen und der russischen Regierung bezüglich der Ernerrnung einer inter- ■ nationalen Kommission zur Untersuchung des Vorfalls in der Nordsee fortschrciten. Es verlaute, bei der Audienz, die der britische Botschafter in Petersburg am Sonntag beim Kgifer Nikolaus hatte, und in der gestrigen Audienz des' russischen Botschafters beim König Eduard, hätten beide Herrscher ihre Befriedigung über das Dor- 1 handensein der Aussicht auf friedliche Beilegung des Streitfalles ausgedrückt. Der Vorschlag, daß Rußland und England durch je qinen Marineoffizier und einen bedeutenden Rechtsgelehrten vertreten sein sollen und daß der Kommission auch Marineoffiziere neutraler Mächte angehören sollen, scheine des Beifalls der Parteien sicher zu sein. Was den Ort des Zusammentritts der Kommission angeht, so ziehe England Paris oder einen französischen Hasen vor, während Rußland mehr für Haag sei. Die Angelegenheit werde aber zweifellos ohne besondere Schwierigkeiten geregelt werden. Es seien aber andere wichtige Punkte vorhanden, die eine sorgfältige Erwägung fordern, so der, daß einige Zeit verstreichen dürfte, ehe das Uebereinkommen betreffend die Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission durch Unterschrift und Siegel abgeschlossen sein wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürsten die Schiffe des baltischen Geschwaders, bis die Kommission eine Entscheidung fällen kann, Tausende von Meilen vom Scharrplatz des ^Vorfalls entfernt sein. . Hüll, 2. Nov. Die Untersuchung des Lerchen- /ch a u g e r i ch t s ist heute abgeschlossen worden. Die Jury gab dem Antrag des Regierungsvertreters gemäß ihre Entscheidung dabin ab, daß die betreffenden Leute durch Geschosse getötet wurden, die ohne vor-gehende Ankündigung von gewissen Kriegsschiffen abgefeuert worden sind. Die Jury äußerte den Wunsch, ihrer Genugtuung über die Bemühungen der beiden Regierungen Ausdruck zu geben, in zufriedenstellender Meise die Angelegenheit Zu beenden, die ohne Beispiel in der Weltgeschichte dastehe, und drückte schließlich ihre Teilnahme für die Verwundeten und deren Angehörige aus. Gibraltar, 2. Nov. (Reuter.) Hier wird geglaubt, Wmiral Roschdjestwenski werde morgen stütz mit dem Geschwader in Tanger eintreffen. , Paris, 2. Nov. Zur Untersuchung der Angaben Noschdiest- wenskis- wird der kommandierende Admiral K a z n a k o w die sehr eingeb'nden Berichte der russischen Krnrdschafter über die, von japanischen Offizieren und deren Angestellten in neuester Zeck :n den Nordseehäfen unternommenen Schritte der Hüller Kommission London. 2. Nov. „Daily Expreß" nreldet aus Petersburg, daß die Ausfahrt der Ostseeflotte aus Vigo von ber Kriegspartei in Rußland mit gr o ß er Freud e ausgenommen worden ist. Tie Kriegspartei ist überzeugt, dast. die wachsende fortschrittliche Bewegung in Rußland nur durch einen europlsischen Krieg zu hemmen wäre. In Ausfühnrng dieses Gedankens Befürworten die Berater des Zaren erne^ p r o votierende Politik gegen England uno nndenevten sich fctiiitn bet friedlichen Erledigung der Nordsee-Angelegenheit, wie sie der Zar und Graf Lamsdorff herbeiführen. Für den Augenblick ist die Kriegs Partei unterlegen, doch wird sie neue Kräfte durch die Rückkehr A l e x e i e w s gewinnen. Alexejew, der noch immer großen Einfluß besitzt, ist der Krregs- partei vollständig ergeben. , y ± , Madrid, 2. Nov. Die plötzliche Abfahrt der Russen aus Vigo überrascht hier sehr, zumal d-a bte Ofsizrere in Vigo manche Gegenstände für ihren Privatgebrauch Sur Ablieferung am Donnerstag bestellt hatten. Während der Nacht mußte noch eiligst Vieh für die Schiffe geschlachtet werden. Komen- dampf'r fahrrn dem Geschwader mit nach Port Scnd ausgestellten Papieren voraus. Als die in der Arosa-Bucht angekommenen engsischen Kriegsschiffe die Abfahrt der Russen ersichren, dampften sie Hals über Kopf ab, ohne die bestellten Lebensmittel an Bord zu haben. Diese Brngänge und die ungewechn- liehe Bewegung zu Smibe und zu Wasser bei Gibrgltar rufen rn.tr Besorgnis hervor, daß neue Verwickelungen rm Anzuge sind. , London, 2. Nov. Die Blätter drücken ihre Unzufriedenheit über das Abfegeln der russischen Flotte und tie Hinterlassung von nur vier Ossi'ieren zur Aburteckung br.rch die internationale Kommission aus und besiirchten, daß die Gewähr>lng der englischen Forderung^ seitens Rußlands sich tirmter mehr als illusorisch ertoeiten würde. Die Regier- H n g wird deswegen auch von benjemgen Blättern geta beit welche an 'nglich das siebercinkommen mit Rußland gcm’Iint hatten, und dringend aufgefordert, bei den weiteren Ver'hand- Imgcn üb'r d'e Kommission mehr Energie zu zeigen, namentlich auf der Ausführung des Urteils über die Schuldigen zu bestehen. * Die englische Presse hat Recht, über die ^Abfahrt d e s r u s s i s ch b n 6) e s ch w a d e r s von Vigo Enttäuschung zu äußern Mle Welt hat die Ankündigungen Lord Balfours nicht anders verstanden, als daß bis zum Abseoluß der Untersuchung dst basiis h? Flotte die Fahrt nicht fortsetzeu werde. Und nun ' m^rd gerade der Hauptschuldige, der Admiral R o sch d lest - weuski mit freundlicher Zustimmung ber eng* lise' en Regierung losgelassen. Ja, es hat nicht eiu- mal ein-, siruiellen englischen Genehmigung bedurft: es war von Anfang an nichts anderes vereinbart worden. Die amtlieben Erklär',nam des Londoner Auswärtigen Amtes stellen fest, daß di" ri'ssis'nl» "st nierung die Verpflichtung übernommen hat, vier rrfrjfrfxJ - r;-, .ie in Vigo zurückzulafsen. „Hieraus ergibt sich", Üf-v:,. «Otto. Ma. 3ta." mit „baß Me J.'r.-fi.' Tx Tung durch die Abfahrt der rufsischeu Flotte nicht SSÄ Viel Geschrei intb wenig Wolle. Für •■•H; fiöfb»! t' i ibenc Resultat hat die englische Regierung durch •■icfreThctftc üb'Ilgen das Land ganz unverhältnismäßig in Unkosten gestiirst haben die englischen Staatsmänner den Mund Unerfreuliche Aussichten. Von kolonialer Seite wird geschrieben: Die Depesche des 05enerals v. Trotha vorn 30. Oktober beleuchtet die. durch den Aüsstmid im Hererolande entstandenen Zustände in erschreckender Weise. Die Hec- rero haben alles Vieh verloren. Die Viehyerden dieses Volkes waren nicht nur das größte, sondern geradezu das einzige Wertobjekt im Laude und sind es bis zum Anfänge dieses Jahres geblieben. Von den Herden nährten sich die Herero fast ausschließlich; mit dem Verschwinden der Herden hört ihre Existenz-Möglichkeit auf. Daraus erklärt sich', diaß das Volk als halb verhungert bezeichnet wird. Die Viehherden der Hexero, die sie nach Angabe der Missionare bei Ai^sbruch des Aufstandes noch besaßen, stellen nach ganZ mäßiger Schätzung einen Wert von mindestens 12 Mill. Marff "dar. Nimmt pran aber die Preise an, die nach dem" südafrikanischen Kriege und besonders seit dem Ausstande für das Groß- und Kleinvieh bezahlt werden, so kommt! eine Summe yeraus, die wohl bis cm das Doppelte heranreicht. Das Hererovolk ist von einem reichen zu einem bettelhaften, herabgesunken. Der Verwaltung des Schutzgebietes steht eine große, ungewi'hrrlich schwierige Aufgabe bevor. Die Reste des herab gekommenen Volkes werden in kürzester Frist in unsere Hände fallen urnd wir werden sie verpflegen müssen. Nicht rrur aus aflge-meinen menschlichen Rücksichten müssen wir das' tirn, sondern auch schon im Hinblick darauf, daß Seuchen entstehen werden, wenn wir ihnen nicht zu Hilfe kommen. Nach Aussage von Weißen, die mit den Herero umhergezogen waren, waren vor drei Monaten im Lager der Ausständischen cm Weibern, Kindern und Hirten 15 000 Vorhemden. Nimmt man an, daß jetzt noch 10 000 uns gegenüber stehen, so bekommt man einen Begriff von der nächsten Aufgabe. Diese Schar, die durch monatelanges Nrntzerhetzen und durch unglarib- licho Entbehrrmgen körperlich äußerst heruntergekommen ist, muß nicht nur untergebracht und mit Lebensmitteln versehen werden, sondern ftcflt auch in hygienischer Hinsicht die größten Anforderungen cm uns. Da auch der Viehbestand der Ansiedler durch die AuMudischen zum größten Teile vernichtet ist, müssen wir für einen neuen Viehbestand sorgen und deffen Vermehrrmg für die nächsten Jahre im Auge behalten. Daraus läßt sich ermessen, welche Ausgaben uns noch bevorstehen. General v. Trstha meldet aus Windhut vom 2. d. M.: Die zweite Kompagnie des Regiments Nr. 1 rückte gestern auf Nehoboth ab. Die halbe Geblrgsbatterie folgt heute. Die vierte und fünfte Kompagnie des Regiments Nr. 2 mit iy2 Batterien treffen voraussichMch am 8. November hier ein. Die siebente Kompagnie des zweiten Regiments muß schon in Hoacha- nas fein. — Durch eine Patrouille von 20 Mann wurden am 30. Oktober von Gochas abgeholt: Frau Misslouar Berger, Frau Hilscher mrd Fräulein Wiprecht. Diese wurden nach Gibeon gebracht. Die Patrouille hatte ein dreistündiges Gefecht mit Gochas-Hottentotten, die in der Ricktung nach Rietnwnt aus wich en. Diesseits sind fcüte Verluste. Die feindlichen Verluste sind unbekannt. Die Gochas-Hottentotten sind anscheinend noch im eigenen Lande; sie sotten aber eine Vereinigun g mit den Witvois in Rietmont beabsichtigen. Von Packrim hat sich der Feind wieder zurückgezogen. Alm Fischfluß sind zahlreiche Witbois'. Die Namen der in Gochas ermordeten Weißen werden noch festgestottt. Ein aus Kapstadt eingegangenes Telegramm besagt: Nach einer Meldung des Bezirksrichters F-orckel in Keet- mamtshoop sind Huwitz, 5-ermann und Semper gerettet. Ferner mürbe Vaye gerettet. Beck, Skerlow, Kaempfer^ Bake, Prenzlow, Berger, Wildot, Kaese, Otto und Frauen sind verschont geblieben. Das Marweerveditionskorps in Sudtvostafrlka, das einst unter Major v. Glasenapp stand, hat jetzt in Hattptmann Schering einen neuen Führer erhalten. Schering ist mit Wahrnehmung der Geschäfte des Führers des Marineexpeditionskorps für Südrvestasrtta beauftragt. Von den vier Kompagniechess unter Major v. Masenapp (Haermg, Fischer, Lieber, Schering) loar Schering der jüngste, sodaß also die anderen drei ans dem Korps, das nicht mehr sehr stark sein kann, geschieden sein müffen.^ Der Acttestr, Hcntpt- urann Haering, der sich> schon in Ostasien aus^eichnete, tritt zum zweiten Soebataitton zurück. Die Leiche deZ Leutnants Do'ckmar Lntze von Wnrutb, eines hosfnungsvotteu jungen Ofck'äiers der Schutzttuppe für Südwestasrika, der in dem Feldzuge dorn Typhus erlag, traf im Hamburger Hafen ein, um in die Familiengruft zu Großfurra Übergeführt Ku werden. Leutnant v. Wurmb, ein Jugendfteuud unseres Kronpninzei^ hntr der altesw Sohn des tveimarischen Ministers v. Wrtrntb. ( 1 hül 11 ein Mer von 27 Jahren erreicht. Am 8. F-nrimr war er nach dein Ausstands gebiet gegangen, wv er bi z'.t Erkrankung dem erst berittenen . .Rdregnueut zuaeteill ne wirkliche Heldin, und die Bcsatzn^ <; „guter Engel" nennt, siebt in ibr, als Untcrhfaith für die Rettung ders Refhmg ftfdHmtt. Frau Stössel wartete ihre völlige Wrederher- strNunä nicht ab und verlies; ba-3 Lazarett bereits irm 26. Juli iS. August^: urt die Leute zu beruhigen, besuchte sie sofort der Reihe und' sämtliche Forts imb Schanzen. Tie Soldaten ließen Fch bei ihrer ?luknnft auf die Kniee nieder, einzelne küßten den ecirm ihn's Kleides. Wie die Belagerung Port Arthurs enden wird, ist nicht vorauszusehen, der Name der Gattin des Generals Stösse! ivird iniftrrhlicb tu der Reihe brr Heldinnen fortleben, welcve die Geschichte kennt." Die neue japanische Anleihe. London, 2. Rov. Tas Reutersche Bzrreau erfährt aus Tokio: Auf die neue Schahbonds-Anleihe von acht Millionen Pfund vom 31. Oktober iiitb am ersten Tage sechs Millionen gezeichnet worden: da die Liften bis zum,7. November auslieqen, werde die Anleihe ohne Zweifel mehrfach gezeichnet. Ter Vizepräsident der Bank von Japan.Takahaschi er- Närte einem Vertreter- des Reuterschen Bureaus, die Schatzbonds- Anleihe werde v o m B o l k e e n t h u s i a st i s ch a u f g e n o m in c n. Trotz des Krieges sei die Finanzlage Japans sehr oe friedigend. Ter Krieg übte bisher- keine nachteilige., ,ungen auf die Produktivnskrrft des Landes aus. Tie A sfuhr und die Einfuhr wei'«' eine beträchtliche Zu na hme auf. Alle Japaner, vom Kaiser bis zur untersten klasse, »egten sich Einschränkungen auf. Tas Volk arbeite härter und produziere nicht nur mehr, sondern vermeide den Kauf von Luxusartikeln, welche somit für die Ausfuhr verfügbar und, darunter namentlich Seide. Ter Ertrag der Ernte, lvelche in diesem Jahre besonders gut sei, werde auf 10 Millionen Pfund geschätzt. Im n ä ch st e n Finanzjahr dürften 7 70 Mi l l. zu Kriegszwecken gebraucht werden. Für die erhöhten Ausgaben, die zur Entsendung der bedeutend vermehrten Streitkräfte nach der Mandschurei, sowie zum Bau von Kriegsschiffen erforderlich seien, werde Japan alle hierfür erforderlichen Mittelim Lande auf bringen können. Es beftebe vorläufig nicht die Absicht, Heb an fremde Märkte zu wenden. Ein großer Teil des Erlöses aus der London-Newyorker Anleihe vom Mai 1904 liege noch in London. Reservistentumnlte. Petersburg, 2. Nov. Tie „Rufs. Telegr.-Ag." meldet: Auf obrigkeitlichen Befehl waren an den Einbernsungspunkten die Branntweinhandlungeu geschlossen worden. Tie Reserristen erstanden jedoch für teures Geld heimlich Schnaps bet Jnd-n. In der Trunkenheit gaben die Einberufenen dann ihrer durch den teuren Preis des BrannUveins hervorgerufenen Wut durch Zertrümmerung jüdischer Läden Ausdruck. Tie Erbitterung der Ehristen gegen die Juden wurde in diesen Orten auch dadurch hervor gerufen, daß die letzteren in großer Zahl desertierten, wodurch die christlichen Reservisten gezwungen wmchen, die im Heer entstehenden Lücken auszufüllen. Tie Mehrzahl der T-eserteure sind Juden und die Wohltätigkeitsoesellschasten in Lemberg erwiesen ihre Fü'-sorere nicht den Kernrussen. Valitische Tagesschau. Wahlbeemfluffungen im Saarrevier. Im preuß. Abgeordnetenhaus wurde am Mittwoch die Besprechung der Interpellation von Marx (Ztr.) über die Wahlbeeinflussungen im Caarrevier fortgesetzt. Abg. Dr. Wie in er (frs. 23p.) legt den prinzipiellen Standpunkt seiner Partei gegen amtliche Wahlbeeinfluffungen dar und polemisiert gegen Eingriffe von Staatsbeamten in das Koalitionsrecht der Arbeiter in Staatsbetrieben. Taß der Minister von tadelnden Verfügungen sprach, die er erlaffen hätte, sei ein Beweis dafür, daß Tadelnswertes vorgekommen ift Auch anderwärts sei Beschwerde zu führen darüber, daß die Wahlfreiheit von Beamten gegenüber ihren Untergebenen nicht gewahrt worden sei. Hoffentlich werde Graf Bülow dafür sorgen, daß das Wahlrecht und die Wahlfreiheit, wie ^fie verfaffungsmäßig gewährleistet sind, nicht verkümmert werden. Den besten Boden für die Sozialdemokratie böten Ungerechtigkeiten. Der Grundsatz der Verfaffung „Gleiches «Recht für 2lKe* solle auch für das Verhältnis von Arbeitern und Beamten gelten. Handelsminister Moller erwidert, er habe sich bereit erklärt, gegen die Uebergriffe von Beamten jederzeit emzu- schreiten. Er habe die Bergwerksdirektionen beauftragt, das Verhalten solcher Beamten auf das ernstlichste zu mißbilligen und im Wiederholungsfälle weitere Schritte zu ergreifen. Abg. Fuchs (Ztr.) mochte vom Minister Aufklärung haben, ob er gegen die nationalliberale Wahlagitation der Beamten im Saarrevier Protest eingelegt hat. Es sei konstatiert, daß sich in Preußen ein Gericht gefunden hat, welches offen die Wahlbeeinflussung seitens der vorgesetzten Behörde als zulässig erklärt hat, daß sich ein Staatsanwalt gefunden hat, der sich zum Anwalt einer Partei erniedrigt hat. Es sei für die Beamten und Bergarbeiter unmöglich gewesen, frei nach ihrer Ueberzeugung zu stimmen. Der Hauptschuldige Hilger sei noch immer im Amt. Abg. Dasbach (Ztr.) sucht nachzuweisen, daß nicht Parteiverhetzung, wie der Minister behaupte, sondern die tatsächlichen Mißstäyde, die Unzufriedenheit im Saarreoier verschulden. Gegen die schamlosen Wahlbeeinflussungen hätte Front gemacht werden müffen. Unter den Bergleuten, die der Zentrumspartei angeboren, habe Erbitterung Platz gegriffen, die durchaus nicht künstlich gemacht ist. Oberberghauptmann v. Velsen bestreitet, daß die Bergwerksdirektionen sich Wahlbeeinfluffungen haben zu schulden kommen lassen. Gegen die Vorwürfe, welche gegen die Beamten der Bergwerksdirektionen erhoben worden seien, lege er entschieden Protest ein. Abg. Dr. Fri edberg (natt.): Der Wahrheitsbeweis pes Abg. Dasbach sei mißglückt, und das werde man zugeben, ein unschuldsvoller Engel und ein leidenschaftsloser Mensch itt Dasbach nicht, das gehe aus seinen Aeußerungen in der Presse hervor, in der er gegen die Bergwerksdirektion in Saarbrücken häßlich polemisiert habe. Er habe dadurch zu einer starken konfeffionellen Verhetzung beigetragen. Hilger sei ein braver patriotischer Mann, der für seine Arbeiter sorgt. Kehren Sie (zum Zentrum) vor Ihrer eigenen Tür, werden Sie erst inbezug auf die Wahlbeeinflussungen sittlicher, und dann erheben Sie Vorwürfe gegen uns. Abg. Marr (Ztr.) polemisiert gegen den Vorredner. Er spricht weiter seine Freude darüber aus, daß der Minister gegen das Ueberwachungssystem die schärfsten Verfügungen erlassen hat. Ein Schlußantrag v. Zedlitz wird gegen die Stimmen des Zentrums und eines Teiles der Linken angenommen. Znm deutsch oflerreichischen Handelsvertrag. „N. Fr. rßr." meldet aus Wien: In der am Mittwoch nachmittag im Ministerium des Aeußern stattgebobten ersten rrragkkomeren'. begrüßte Graf G v l u cho w s k i den fetanfr-tun: Grafen Posadowslt) und dankte ihm dafür, daß durck, persänli^^2 Eingreifen das Zustandekommen des Handels- ju fördern. Er sprach ferner den Wunsch aus: Gras Pofadows-kv mSge zur günstigen Stunde nach 'Wien gekommen sein und es möge gelingen, die wirtschaftlichen Beziehungen der so innig verbündeten Reiche auf sichere und dauernde Grundlage zu stellen. Graf Posadowsky dankte in herzlichen Worten für die Begrüßung und äußerte: Er sei mit größter Bereitwilligkeit nach Wien gekommen, um das .Handelsvertrags- Werk zu fördern und sodann zu bekunden, welch hohen Wert auch das Deutsche Reich auf dauernde kommerzielle Beziehungen mit der Nachbarmonarchie lege. Es wurde hierauf in die Erörterung der grundlegenden Fragen des Handelsvertrags endgegangen, die iy2 Stunden währte. Heute beginnen die programmgemäß vorgesehenen Verhandlungen der kommissarischen Vertreter, welche bis Sonntag oder Montag dauern dürften. Tcnm folgt eine zweite Konferenz der Minister, welche wahrscheinlich in Budapest stattfinden wird. Als Vertrauensmann des Staatssekretärs Olafen Posadowskp betätigt sich der Direktor der handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Geh. Rat v. Körner. Er hat auch "bei den Verhandlungen mit den anderen Veetragsstaaten ein? hervorragende Rolle gespielt und ist deshalb mit in erster Reihe berufen, die Sache der Regierung im Reichstage, zumal in der Kommission, zu führen. Herr v. Körner ist seinerzeit ans dem sächsischen Staatsdienst in die ReicbSverwaltung übergetreten, und zwar zunächst ins Reichsschatzamt, bei dem.auch der preuß. Landrat Graf Posadowskp zum Ressortchef im Reichsdienst ausrückte. Wie Graf Posadowskp als Schatzsekretär durch umfassende und eindringende Kenntnis auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik sich auszeichnete, so hat auch Hem: v. Körner durch seine Tätigkeit im Reichsschatzamt eine derartige Vertrautheit mit wirtschaftlichen Fragen sich angeeignet, daß auf ibn die Wahl zum Direktor der wichtigen handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes fiel, als Geheimrat Reichart aus dieser Stellung schied. Herr v. Körner ist bisher im Plenum des Reichstags verhältnismäßig selten hervoraetreten, zum letzten Male aus Anlaß der Brüsseler Zuckerkonvention, an deren Abschluß cr als Vertreter Deutschlands teilnaknn. Besondere rhetorische Begabung ist ihm, nicht eigen, er spricht kühl und temperamentlos und wirkt lediglich durch das, was er sagt. Sein politischer Standpunkt ist dadurch gekennzeichnet, daß er sich wiederholt den Tadel der Agrarier zugezogen hat. Andererseits können daraus Industrie und .Handel die Gewißheit entnehmen, daß von einer Preisgabe ihrer Interessen keine Rede sein kann bei Handelsverträgen, an deren Abschluß Herr v. Körner hervorragend beteiligt war. Eine allgemeine Direktive ist den Unterhändlern zwar durch den Reichskanzler vorgcschriebcn, aber bei den Spezial Positionen, deren Gestaltung für die beteiligten Kreise besonders wichtig ist, bleibt es der Sachkenntnis und Gewandtheit der Unterhändler überlassen, die deutschen Interessen wahrzunehmen. Bei Graf Posadowsky und Herrn v. Körner sind sie in besten Händen. Deutsches Reich. Berlin, 2. Rvv. Heute empfing der Kaiser im König!. Schlosse zu Berlin den Grafen Eberhard Solms und den Präsidenten des Kammergerichts Dr. v. Schmid. — Heute abend fand eine Fe st Vorstellung im Opernhause statt. Anwesend waren das Kaiserpaar, der Kronprinz, mehrere Minister, sowie die zu der heutigen Enthüllungsfeier geladenen Forstbeamten. Zur Aufführung gelangte der .Freischütz". — Die „Köln. Zig." hört über die Lippesche Frage: Tie Anträge der streitenden Parteien gingen an die zuständigen Ausschüsse des BundeSrates. Von diesen sind sie noch nicht an daS Plenum des Bundesrates zurückgelangt. Daneben laufen die persönlichen Bemühungen des Reichskanzlers, darauf hinzielend, eine Einigung der Parteien zur Vereinfachung der spateren Verhandlungen herbeizuführen. Es darf in der nächsten Zeit eine Entscheidung darüber erhofft werden, ob die vom Reichskanzler angestrebte Einigung der Parteien erreicht wird. Uebcr die Punkte der Emigungsverhandlungen ist nichts bekannt. Dieselben werdon aber jedenfalls nicht ein materielles, sondern ein formelles Recht zum Gegenstand haben. — Von anderer Seite wird uns folgendes gemeldet: Zwischen den streitenden Parteien ist eine Verständigung über die Festsetzung deS Gerichtes, das die endgiltige Entscheidung fällen soll, erfolgt, nachdem gestern der schaumburg-lippesche Minister Freiherr von Feilitzsch zu seinem Vorschläge die Zustimmung des Fürsten Georg erlangt hat. Die Regentschaft des Graf-Regenten wird als zu Recht bestehend anerkannt und die Thronfolge frage soll von 2 Senaten des Reichsgerichtes ohne jedwede Mitwirkung einer fürstlichen Persönlichkeit entschieden werden. — Die Generaldiskussion über den Gesetzentwurf betreffend die Erschwerung deS Vertragsbruchs der landwirtschaftlichen Arbeiter in der Komissiou des preuß. Abgeordnetenhauses ergab die Geneigtheit der Mehrheit der Kommission, den Entwurf anzunehmen, wenngleich im Einzelnen noch Bedenken vorliegen. — lieber ein Lotterieeinvernehmen verhandelt Preußen, wie bekannt, nicht nur mit Hessen und Braunschweig, sondern auch mit sämtlichen deutschen Lotterie- ftaaten; die Verhandlungen nehmen einen glatten Verlauf, wenn schon sich zur Zeit noch in keiner Weise absehen läßt, welche Bundesstaaten ihre Lotterien eingehen lassen beziehungsweise einer Lotteriegemeinschaft beitreten werden. Dresd en, 2. Nov. Die neue Festsetzung der Zivi l - liste des Königs, die dem nach dem Tode eines Königs einzuberufenden Landtage verfassungsmäßig vorzulegen ist, sollte ursprünglich in der Weise erfolgen, daß die für König Georg vor zwei Jahren bewilligte Zivilliste gefordert und zu ihr die bisherige kronprinzliche Apanage geschlagen werden sollte. Die Doppelforderung gedachte man mit der starken Familie des Königs zu begründen. Sie scheiterte aber bereits in ihrem Vorstadium an dem entschiedenen Einsprüche eines maßgebenden, der Regierung sehr nahestehenden Mitgliedes der zweiten sächsischen Kammer, jn dem betont wurde, daß in Anbetracht der Finanzlage und der Stimmung im Lande an eine Bewilligung dieser Forderung durch die Zweite Kammer nicht zu denken sei. Der Einspruch ist also, so schreibt die „Dr. Ztg." nur auf die Einsicht zurückzuführen, daß es völlig unmöglich fein würde, eine derartige Forderung durchzudrucken, ohne auf den energischsten Widerspruch im Lande zu stoßen. München, 2. Nov. Im Befinden des Prinz- rege nten ist eine wesentliche Besserung eingetreten; doch empfindet der Patient längeres Stehen beschwerlich. Er muß sich noch einige Zeit Schonung auferlegen. Der Prinzregent ist heute abend von seinem Jagdausflug nach Hintersee hierher zurückgekehrt. Schwerin, 2. Nov. Die heutige Versammlung der Konservativen im 2. mecklenburgischen Wahlkreise stellte einstimmig den Generalsekretär des deutschen Landwirtschaftsrats/ Privatdozent Dr. Da de -Berlin, als Kandldaten auf. Kolonialpost. — lieber die deutsche Straf - Expediti on gegen die Eingeborenen von Neu-Pommern (Bismarck-Archipel), die eine Anzahl deutscher Missionare und Schwestern ermordet hatten, wird dem „Morning Leader" aus Sidney gefabelt: DaS deutsche Regierungs-Fahrzeug „Seestern* ist aus Neu-Pommern hier eingetrofien. Der Kapitän berichtet, daß die deutsche Straf-Expedition über siebzig an der Niedermetzelung der Missionare beteiligte Eingeborene erschossen und gegen zwölf Eingeborene gefangen genommen hat. Die Gefangenen wurden zum Tode verurteilt. Der „Seestern" ließ eine bewaffnete Abteilung zurück, um die Bainmg-Berge abzustreifen und weitere Züchtigungen der Eingeborenen vorzunehmen. Unter den Getöteten befindet ich To Mana, der Anstifter der Itiedermetzelung der Missionare. ___________________________________________ Ausland. Wien, 2. Nov. Kaiser Franz Joseph empfing heute nachmittag wiederum Staatssekretär Grafen v. Posadowsky in einer besonderen längeren Audienz, lieber seine Mission äußerte sich Graf Posadowsky im Gespräch mit einem Redakteur der „Zeit" folgendermaßen: „Ich bin nach Wien gekommen, um mit möglichster Beschleunigung die Handels- vertrags-Verhandlungen zu betreiben. Wenn überhaupt, muß der Vertrag im Laufe dieses Monats zu Stande kommen. Wir müffen dies im Interesse des deutschen Handels und der deutschen Industrie wünschen, denn diese beiden Faktoren müssen über die künftige Gestaltung der handelspolitischen Verhältnisse möglichst bald orientiert werden, da sie für ihre Kalkulationen eine möglichst stabile Basis brauchen. Belgrad, 2. Nov. Der vom mazedonischen Komitee zum Tode verurteilte Agitator der serbischen Propaganda in Mazedonien, Paligorits, wurde in Misch ermordet. Tanger, 1. Nov. Die hier herrschenden Unruhen sind durch den Gouverneur Geddari veranlaßt worden, bei den Stamm Sahel vom rechten Ufer des Wadel Kus hinderte, nach dem Markt in Larasch zu kommen. Die Meldung vor der Beschießung des deutschen Dampfers „Nord« fee" bestätigt sich, doch wurde niemand getroffen. Vize- fonful Meier hatte von dem Gouverneur Wachen für die gefährdete „Nordsee" verlangt, erhielt diese aber erst nach fünf Stunden, nachdem das Schiff bereits beschossen war. Hätten die Sahelleute einen energischen Angriff unternommen, fo wäre die „Nordsee" verloren gewesen. Der Gouverneur ist derselbe, der der Aufforderung des Vizekonsuls Meier, Gewehre zum Schutze des deutschen Konsulats zu liefern, nicht nachkam. Gegenwärtig herrscht in Larasch Ruhe, doch besteht bei der Unfähigkeit Geddaris keine Sicherheit für deren Dauer. Newyork, 2. Nov. Große Sensation erregt die In» diskretion eines höheren Marine-Beamten, daß sämtliche vier Schlachtschiffe der Illinois-Klasse Konstruktionsfehler hätten. Die Batterie im Hinterturm sei ungenügend geschützt. Die ganze JllinoiS-Klaffe sei auf den Aussterbe- Etat gesetzt. Ans §tfldt und Lüstd. Gießen, den 3. November 1904. — Empfänge. S. K. H. der Großherzog empfingen am 2. November u. a. den Provinzialdirektor Dr. Breidert und den Professor Dr. Kossel von Gießen, und bet> Oberamtsrichter Steinberger von Hungen. ^Personalien. S. K. H. der Großherzog haben bei Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, Hermann Sandmann, zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht mit Wirkung vom 7. November b. I., beti Amtsgerichtsrat bei bem Amtsgericht Gießen, Karl Wiener, zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Bübingen. Dr. Julius Lehr, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen ernannt. '* Französische V ortr ä ge. Lektor Goetschy fünbigt uns für bieses Semester einen neuen Zyklus von Vorträgen an. Dieselben werben voraussichtlich Mittwochs ftattfinben, und ganz aktuelle Themata zum Gegenstand haben. Lektor Goetschy möchte nämlich über fünf der bedeutendsten französischen Dramatiker der Gegenwart sprechen und zwar über Br ieux, P. Hervieu, Mirbeau, Donnay und Maeterlinck. Näheres wird bald bekannt gegeben werden. '* Verwundete russische Offiziere auf ber Durchreise. Gestern nachmittag mit bem Schnellzug 555 Uhr burchfuhren mittels eines Sanitätswagens aus Berlin eine größere Anzahl verwunbeter, russischer Offiziere, aus dem russisch-japanischen Kriege kommend, die hiesige Station, um sich nach Cannes (Frankreich) zur Erholung zu begeben. ** Der'erste theologische Ferienkurs zu Frankfurt a. M. in den Tagen vom 24/ bis 26. Oktober hat einen recht erfreulichen Verlauf genommen. 65 Pfarrer und Neligionskehrer nahmen daran Teil, 23 aus Hessen, 8 aus Nassau, 16 aus bem Bezirk Kassel, 18 aus Frankfurt a. M. Die Stimmung war vortrefflich, bie Vorträge höchst anregend, die DiSkchsion sehr lebhaft. Allgemein wurde der Wunsch ausgesprochen, baß dem ersten Kursus im nächsten Jahre ein zweiter folgen möge, der wahrscheinlich in Marburg abgehalten werden wirb. * * Der nationalliberale unb freisinnige Verein halten erst am Dienstag kommender Woche ihre Generalversammlung ab. * * Radfahrer und Automobil. Gestern abend colli- bierte am Kirchenplatz, Ecke Marktplatz, ein Radfahrer mit einem Automobil. Der Radfahrer blieb unverletzt, aber das Fahrrad wurde stark beschädigt. Der Autofahrer soll unterlassen haben, Signal zu geben und dadurch den Zusammenstoß herbeigeführt haben. * * Streitigkeiten. Gestern abend gegen 8 Uhr gerieten in einem Hause der Dammstraße mehrere Personen in Wortwechsel, in dessen Verlaus es einige Schläge absetzte. Drei Personen au5 einem anderen Stadtviertel, welche em Haus auf Aufforderung des Hausbesitzers nicht verließen^ werden demnächst wegen Hausfriedensbruchs sich zu üc> antworten haben. 8. Wetzlar, 2. Nov. Die Handelskammer füi den Kreis Wetzlar hat iu der am 31. Oktober statt- 'M^W***' A-iV f; • •ÄF’JW-' 'WW^ beil des bei M bem der ner, )ber« „gen, erichl tjchh ! Don iben. M war und den. der 5*s lerlm , dem i, tun i. can^ er hüt •r und g auS a. » -rsiend, Zunsch ,rt ein M* inigE e ihre ut/enb'e Er po^g e cmftzn^ verfügen. Die baltische Flotte. i Teiephonischer Kursbericht Tendenz: fest. Statt besonderer* ßnseäge Es hat Gott dem Herrn gefallen, meine teure Gattin, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Julie Lindenborn, geb. Medicus 128 — 47.80 . 101.25 . 89.05 . 101.25 . 89.35 . 99.90 * 101.75 100.25 . 100.05 . 103.90 . 63.00 . 62.20 Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen . 29.80; . 89.85 . 120.00' . 107.70, . 210 50* . 191.30 . 141.70} . 153.70 . 161.00-; . 140.90 . 18.30- . 189.00 . 252.00. . 217.7b/ . 215.50 Kreuzberg-Abschnittes, des oft*' Hchen Teiles der Nordfront sowie die drei Forts des west>. sich en Teiles der Nord fr out haben außerordentlich gslittenj und sind zum Teil in völlige Trünimerhaufen wandelt. Nur noch mühsam erwidern von Zeit zu Zeit einige, russische Geischütze das Feuer. Auf der ganzen Nordfronh in6 die Truppen bis auf Sturm-Distanz herangerückt. Auch; )ie Fortschritte gegen den nördlichen Teil der Ostfront sind 'ehr bemerkenswert. Hier soll die 11. Division Vorgehen!' und in das Fort Liautischan schon Bresche geschossen wor- den sein. Die Fortschritte arff der Westfront, wo Ülos hie' erste Division vorgeht, sind noch nicht recht erkennbar. Petersburg, 3. Nov. Hier zirkuliert wieder einmal das Gerücht, daß Port Arthur erobert sei. — Frw Lause des Monats wird Kuropatkin über folgendes Truppen verfiigen: 385 Bataillone Infanterie, 261 Schwa- dronen Kavallerie, 26 Regimenter Artillerie, 91 Pionier-' und Telegraphen-Kompagnien. Dazu kommen noch 1406; Geschütze. Jtn ganzen wird KuropaMn über 330 000 Mann/ 3°/0 Mexikaner . . 4V2V0 Chinesen . . Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . berg- und hüttenmännische Verein für die Lahn, Dill und benachbarten Reviere sich in allen Punkten an. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Errichtung einer Handelsabteilung an der Kgl. Realschule Aschaffenburg wurde genehmigt. — Bei Höchst a. M. erschoß sich in den Mainanlagen in einem Anfälle von Geistesstörung der Chemiker Dr. Tollfus. W/o ?°/o 8V.°/ö 3% 3V2°/n 4% Oesterr. Goldrente . 41/ß% Oesterr. Silberrente 4% Un^ar. Goldrente . 40/y Italien. Rente , . 4Va % Portugiesen » . 30/0 Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . Türkenlose..... 4°/o Griech. Monopol.-Anl. 4*/,% äussere Argentiner entschiedenste für die Kanalisierung der Lahn em- getreten. Daß die Ausführung des Lahnkanals ein Gebot zwingender Notwendigkeit und Gerechtigkeit ist, darüber kann an keiner Stelle ein Zweifel bestehen. Nach der in letzter Zeit bekannt gewordenen feindlichen Stellungnahme .gewisser Kreise gegen die Mosel- und Saar-Kanalisierung muß mit Recht befürchtet werden, daß auch eine Kanalisierung der Lahn nicht mehr erreicht werden kann, wenn die jetzige wasierwirtschaftliche Vorlage Gesetz geworden und damit der Rhein-Hannover-Kanal bewilligt ist. Die Handelskammer für den Kreis Wetzlar erblickt daher m der Aufnahme des Lahnkanals in die gegenwärtige wasserwirtschaftliche Vorlage die einzige Möglichkeit, die alte, seit 40 Jahren immer wiederholte Forderung des zeitgemäßen Aus- baues der Wasierstraße der Lahn, zu welchem die preußische Staatsregierung bereits im Jahre 1866 die Verpflichtung übernommen hat, die auch in ihrem Gesetzentwurf vom Jahre 1873 schon zum Ausdruck gelangte, in absehbarer Zeit verwirklicht zu sehen. Die Handelskammer erkennt gleichzeitig an, daß für die Mosel- und Saar-Kanalisierung die gleiche Notwendigkeit der Aufnahme in die wasierwirtschaftliche Vorlage besteht. Sie richtet deshalb an die Herren Abgeordneten des Lahn-, Mosel- und Saargebietes im preußischen Abqeardnetenhause die dringende Bitte, die wasserwirtschaftliche Vorlage nur dann zu genehmigen, wenn sie durch die Einbeziehung der Lahnkanalisierung, sowie der Kanalisierung der Mosel und oonr ergänzt wird." Diesem Beschlußantrag der Handelskammer schloß der Paris', 3. Nov. Mehrere russische Offiziere, von der baltischen Flotte, die in der vergangenen! Nacht aus Madrid in Paris eingetroffen sind', sind gestern/ nachmittag mit dem Nordexpreßzug nach Petersburgs weitergereist. — Dem „Matin" wird aus Petersburg gedrahtet, daß der Admiral Kazanakow, der die russische Regierung in der Untersuchungskommission über den Hüller; Zwischenfall vertreten wird, nach Paris' abgereist fei, wtz die Komm ission tagen werde. Vigo, 3. Nov. Gestern nacht ging der Kanzler d ev/ japanischen Botschaft in Madrid nach Bkgo und ver-> üchte nähere Erkundigungen über den Aufenthalt der russi-' chen Schiffe dort sowie über andere das Geschwader be--> treffende Angaben einzuholen. Mit besonderer Hartnäckig-' feit fragte er danach, ob die Linienschiffe mit Schutznetzen!! gegen Torpedoan griffe versehen wären. Heute hav, der r-ussische Generalkonsul die Stadt verlassen. Petersburg, 3. Nov. Der englische Botschaften, unterbreitete dem Grafen Lambsdorff den englischen Bor-^ schlag über die Zusammensetzung des Untersuchungs'-- Ausschusses. Derselbe soll bestehen, aus einem Eng-, länder, einem Russen, einem' Fr ajn z osen und erneM Amerikaner, welche zusammen das fünfte Mitglied nennen, wozu wahrscheinlich ein Deutscher gewählt wird. Karrdel wb MrKegr. WolKsrmrlschäft. fc. Frankfurt a. M., 3. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 26 Ochsen, 6 aus Oesterreich, 0 Bullen, 00 aus Oesterreich, 39 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 ans Oesterreich, 719 Kälber, 266 Schafe und Hämmel. Bezahlt wurde für 100 Pfund Scblachtaewicht: Ochsen 1. Qualität 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 59—63 Mk.; Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 67-69 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 54—56 Mk., 4. Qual. 45—47 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 81—85 Pfg., Lebendaewicht 48—51 Pfg., 2. Qualität 73-77 Psg., Lebendgewicht 43-46 Pfg., Schlachtgew. 57—61 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 68—70 Pfg., 2. Qual. 62—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Limburg a. d. 8., 2. Nov. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 14.80 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn, altes, Mk. 00.00, neues 00.00 Mk., Gerste 00.00 Mk., Haier 7.20 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. vermischtes. • Den eigenen Gatten auf der Jagd angeschossen. Graf Prey sing hatte dieser Tage in der Volk- mannsdorfer Au bei Moosburg (Bayern) eine Jagd veranstaltet zu der der Graf und die Gräfin von Holnstein als Gäste geladen waren. Während des Treibens glitt die Gräfin an einem Abhange aus, wobei ihr Gewehr zur Entladung kam. Die Schrotladung traf ihren in der Nähe stehenden Gemahl, der nicht unerhebliche Verletzungen erlitt und sich sofort in ärztliche Behandlung begeben mußte. Glücklicherweise ist eine Lebensgefahr nicht vorhanden. »Heber die Jagddenkmäler, die am Mittwoch in Berlin enthüllt wurden (siehe den besonderen Artikel im 2. Blatt) war der Kaiser, wie die „Dtsch. Fr. Pr." meldet, entzückt. Er zeigte sich sehr erfreut von der Einheitlichkeit der ganzen Anlage und der Eigenart der einzelnen Gruppen, von denen die Fuchs- und die Hasenjagd ganz besonders gelungen erscheinen. Ganz entzückend fand er auch die Bänke. Die Farbe des grauen, warmtönigen Muichelkalksteins gehe famos mit der Bronze zusammen. Es wäre sehr gut, wie es Pros. Schaper empfohlen habe, alle Jahre die Gruppen abzuwaschen, damit sich die goldene Farbe erhalte. Bei der Gruppe von Prof. Baumbach gefielen ihm sehr die in die Augen der Steppenhunde eingesetzten Halbedelsteine. Der Kaiser war in bester Stimmung und äußerte vor der Fuchs- und Hasengruppe lachend: ,Nun können die Berliner ihre Witze machen \* * Kleine Tagechronik. Aus der westfälischen Korrektionsanstalt Benninghausen sollen 18 Sträflinge ausge- brachen sein. — In Bern bürg beging ein Liebespaar, d^r 19jährige Naumann und dte 17jährige Föllner vergangene Nacht auf offener Straße S e l b ft m 0 r d durch Erschießen. — Em Straf- gefangener, der von Trier nach Brauweiler transportiert vnirdc, sprang im Kyllburger Tunnel aus dem Zuge, wurde überfahren und getötet. — In Flensburg verübte em lunger Mann auf offener Straße auf die Näherin Lafrenz einen Revolver anschlag. Er verwundete sie durch zwei Lombarden • • . • A Gotthard bahn . . . Laurahütte . • • . Bochum . . , » < ? Harpener . . • . - I Schatzscheine . .. Bekanntmachung. \ Der Borauschlag der Gemeinde Treis a. L. für das Iah« 1905/06 liegt vom 7. November 1904 ab acht Tage lang auf denr, Büreau Großh. Bürgermeisterei Treis a. L. zur Einsicht der 3n*' tereffenten und Vorbringung von Einwendungen offen. Treis a. L., den 3. November 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Treis a. L. Benner. 821, --------—---------------J Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen fitr Freitag den 4. November 1904: Meist trüb, milder, stellenweise geringe Negen- sälle, besonders im nördlichen Gebiet, starkwindig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte.____________ Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Mannheim, 2. Nov. Verhaftet wurde der Fabrikarbeiter Korn, welcher in Neckarau den Vorarbeiter Schwab auf der Straße erstochen hat. Paris, 3. Nov. Der »Figaro" veröffentlicht heute un Facsimile eineListe für di eEhren legionvorgeschlagenen Offiziere. Bei den Namen der des Klerikalismus verdächtigen Offiziere heißt es: .Siehe Auskunftszettel". Dieses Schriftstück trägt als Unterschrift ein „ADer .Figaro" behauptet, daß dies die Unterschrift des Kriegsministers Andre sei. Ferner veröffentlicht das Blatt gleichfalls im Facsimile zwei Tagebuchnoten des verstorbenen Ministerpeäsidenten Waldeck-Rouffeau vom 24. und vom 30. Dez. 1902, in denen dieser erzählt, der Ordonanzoffizier Hauptmann Humpert und der Kabinettsschef des Kriegs- ministers General Perzin hätten ihn besucht und sich über die im Kriegsministerium herrschende Angeberei beschwert. General Perzin habe ihm insbesondere mttgeteilt, daß der Adjutant des Kriegsministers Andre, Hauptmann Mollin, von den Freimaurerlogen Auskünfte über die Offiziere erhalte und die Absicht geäußert, seine Entlaffung zu geben. Waldeck-Rouffeau habe den General Perzin entschieden hiervon abgehalten, jedoch erklärt, er muffe sich kategorisch weigern, sich für diese tadelnswerten und unzulässigen Machenschaften herzugeben. Er begreife, daß man bei wichtigen Beförderungen die Präfekten nm Auskunft Mer Offiziere ersucht habe, aber man könne sich nicht an erste beste Privatpersonen wendem Tie Angeberei dürft nicht auf' diese Weise unterstützt werden. Waldeck-Rousseau suchte am 30. Dezember 1902 den Ministerpräsidenten Eombes" aus und teilte diesem die Geschichte mit Humbert und Perzin mit. Ministerpräsident Eombes habe hierauf erklärt, daß dies aufhören müsse. Der „Figaro" schließt daraus', daß der Ministerpräsident Eombes, da er von diesen Treibereien gewußt habe, für die ^Vorgänge im Kriegsministerium mit verantwortlich sei. Newyorck,3. Nov. Aus St. Lours wird gemeldet: 'Der Luftschiffer Balduin ist mit seinem Ballon 3000 Fuß hoch gestiegen und manövrierte mit demselben eine halbe Stunde lang, um seine Lenkbarkeit zu beweisen. Darauf kehrte er trotz Gegenwindes zum Ausgangspunkte zurück. New York, 3. Nov. Bier schwer tziewaffnete Despa- rados überfielen die Nationalban k in Eody Wyoming. Sie ermordeten den Kassierer, plünderten die Kasse unb entkamen ins Gebirge. Buffalo Bill mit seinen Indianer-Spähern nahm die Verfolgung auf. Bom Kriege. Petersburg, 3. Nov. Neuerdings geht auch das 4. tu ss. Armeekorps nach dem Kriegsschauplätze ab. Tokio 2 Nov. Der seit dem 36. Oktober ununterbrochen fortgesetzte Artilleriekamps um P 0 r t Ar t h u r hat Bekanntmachung. Mehr als ein Drittel der Inhaber von Buchhandlungen, Papier-, Schreibmaterialien- und Lederwarenhandlungen hat beti Großherzoglichem Kreisamt die Einführung des 8 Uhr-Lade«- Muffes für ihren Geschäftszweig beemtragt ; Um eine Abstimmung aller Beteiligten herberfuhren zu können, ist gemäß § 2 der Bekamstmachrmg, betreffend das Verfahren defl Anträgen auf Verlängerung der Ladenschlußzeit, vom 25. Januar 1902, eine Liste der beteiligten Geschäftsinhaber auigesteltt rooraen. Beteiligt im Sinne dieser Bekanntmachung find alle diojcuigcn Inhaber offener BcrkanfSstelle«, welche Waren- der oben bezeichneten Art feil halten, auch dann, wenn dieses Ware« nur nebenbei geführt werde«. Ich bringe dies mit dem Anfügen zur allgemeinen KennttE daß die fragliche Liste in der Zeit vom 7. bis 19. d. Mts. währenü der üblichen Geschäftsstunden auf dem Bürgermersterelbureau^ Rimmer Nr. 15, zur öffentlichen Einsicht entfliegt Emfpruchs gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Lifte können von de« beteiligten Geschäftsinhabern bis zum Ablauf der OffenlegungsfrM schriftlich oder ztt Protokoll erhoben werden. Nach Ablauf Der* Frist vorgebrachte Ansprüche bleiben unberückfichttgt _ Gießen, den 2. November 1904. Bffl Der von Großherzoglichem Kreisamt bestellte Kormmffar: Curschmann, Beigeordneter. • Muiversttats-Iachrichteu. — Das internationale soziologische Institut in P a r t s wählte Prof. Wilhelm Wund t-Leipzig ztt seinem Mitglieds. Hericktslaal. Darmstadt, 3. Nov. Mit 6 Jahren Gefängnts bedachte die Strafkammer den jugendlichett Taglöhner Ltttz, der noch nicht 18 Jahre alt, am 15. Attgust d. Js- epiem Spazffrgange seine Geliebte, die 24 jährige Käthe Netß aus Gelnhausen erstach. _, . < < Mainz, 2. Nov. Ekele rregenl>e Truge wurden durch .einen Prozeß zutage gefördert, der vor der Straflammer gegen den Metzgerrneifter Philipp Hof II. aus Guntersblum weg«r Vergehens gegen das Nahrungsmsttelgesetzt verhandelt wurde^Er soll verdorben es Fl ei sch und Borsäure zur Wurftb er ert- ung verwendet haben. Ter Angeklagte streitet er 1 iefere seine Ware in die ersten Delrkatessengescha ftt6 von Frankfurt, Mainz und Wresbaden Ber^erneN im Juli erfolgten Haussuchung ivurde m dem Keller: des Am geklagten in einer Bütte Fleisch aufgefundcn, d^ ^ollrg r Verwesung übergegangen war, ebenso verdorbener < Ten durchsuchenden Beamten wurde es von dem 9- schleckt, ein Gendarm erklärte, daß nicht tu et n zt ges gesundes Fleisch vorgefunden worden sei. Em fr fette des Angeklagten sagte unter seinem Erd aus, daß w 0 ch c n t - geboten Vollversammlung einstimmig folgenden BeschlußIlich von dem ve-rdorbenen Fleisch vier Sir fVnflauf der U-orLfront Fe6"e " ? 19 I Pfund in 6y er Wurst verarbeitet worden seren. Tas^wessen. Die dr-er Forts des Kl I chemische Nntersuckungsamt hat in der Leberwurft 15 Prozent I lieben Teiles der Nordfront sch k6?., „ ? v nf auf das Borsäure feftgeftellt. Ter Angellagte wurde zu einem Monat Gefängnis und 25 Mk. Geldstrafe verurteilt. — Unheimlicher K l a t s eh. In dem ' thüringischen Städtchen S a a l f e s d ging das Gerücht, daß der Fleischer- meifter Zimmermann sein Dienstmädchen ttmge- bracht und mit z »Rostbratwürsten verarbeitet habe, daß sogar ein Arbetter den Ring des Mädchens in einer Wurst gefunden habe, und was die lose Phantasie sonst für Blödsinn er» and, während das Dienstmädchen tatsächlich mit ihrem Liebhaber durchgegangen war. Die Geschichte beschäftigte jetzt das Gericht. Zimmermann, der durch das schaurige Gerücht in seinem Geschäfte etwas zurückgekommen war, wenn auch die Kunden alsbald zurückkehrten, hatte zur Feststellung des Sachverhalts gegen die Verbreiter des Gerüchts bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Die Frauen, die das Gerücht in Umlauf gesetzt hatten, sind für ihren leichtfertigen Mund zu Geldstrafen verurteilt worden. Giessen (Liebigstrasse 17), am 3. November 1004. Namens der Familie: Pastor LiELcLe&born. 8230 gestern abend nach elftägigem, schwerem Leiden im 63. Lebensjahre heimzurufen. Psalm 126. Die Beerdigung findet Samstag den 5. d. Mts., nachmittags 3 Uhr in Odenhausen (Station Friedeihausen) statt. Dur Stadtverordneten - Wahl! Bei den bisherigen Knndidak*nt eignet sich auch alS Geschäft-' tokal, Bureau rc._______________ Aregeipfad 30 Wohnung, 3 Zimmer, Küche iutd Gartenanteil zu oernr.782s' | Verschiedene j 7933] Die vollftLudig »cm hergerichtete Beletage unjem pauseS, bestehend aus 7—8 Zin^- mern, Zubehör und GartenatiteÜ, ist Miderwettig zu vermieten. ___________Gcbr. Schwan. 7630] Die durch den Dod des Herrn Oberst a. D. Haupt frei- geroorbene Wohnung in meinem pause Asterweg LV, 1 Treppe (5 evtl. 6 Zimmer mit Zubehör), ist sofort zu vermieten. 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Landgrafenstr. 8,1. 06^371 Brave Person für alte Hausarbeit gesucht. Kannzu Haufe schlafen. Wilhelm st raffe 3. Eine fleiß., tticht. Kraft, in vuch- handlnug mit au. Nebenbranchen tat. qew., m der lÄrled» all. schert. Äirb. sow. m. d.Schreivurasch.best. vertr.,s.Tätigt. Off.u.06626a.E^p. l^ebild. Fräulclu. 24 Jahre alt, an selbständiges Arbeiten gewöhnt, gewissenhaft in all. Häusl. Verrichtung., sucht Wirkungskreis.. Off, u. 66625 an die Exp. d. Bl. 1/isii entarten liefert rasch und billigst _____Bruhl’sche ümv^Druckerel Wnati)fliiit"| a. einem KochknrfnS teilnehmen. Tägl. vormittags von 9—1 Uhr.. Monat!. 10—12 Mk. Näh. Sony- straffe 2D, Ecke Bleichste 1 Tr. h. Vier Studenten suchen eins., bürznll Sätin^fi;^ Off, u. 06544 an die Exp, d. Bll ÄklinintiilaPlig. Warne hiei-mit jedermaim, meinem Sohne Eduard irgend etwas zu borgen, zu leihen oder Gelder aus^ubezahlen, da derselbe nicht mehr in meinem Geschäft ist und ich für nichts hafte. 8223 J. Weisel, Mineralivafferhandlung.__ Goldene Damevnhr auf dem Wege Nordanlaae—- Dammstraße-Brandgaffv- Moltke- ftraße-Steuiweg verloren. Gegen Belohnimg abzugeben 06624_______Nordan'age 13, II. Gsiii. Nmenildr gefsnöetu 066101 Spaar ll P., Bruchstr. 17.. Lcrililcil eilte ^itrßeüctff. Ler erkannte Finder wird gebeten,. die Decke sofort MättSbttrg 19 abzugeben.___00616 " Sektion Giessen 0. L Oe. A.-V. Sonntag 6. Novbr.: Tour XI: Wetzlar — Braunfels — Weilburg., Ab 813 uorm. Nuckfahrtarre Wstzlar. v*/11 Zöm Einhorn. Freitag den 4. November: Diner ä 70 Psg.: Gersten-Suppe, Merlan gebck., Sauce Nemouladeu. Kartoffelsalat oder: Schmorbraten mit ^ludcln und Kartoffeln. Diner ä «k. 1— (im Abonnement 85 Pfg. ohne Dessert): Gersten-Sirppe, Merlmi gebet, Sauce Remoulade und Kartoffelsalat, Schmorbraten mit Nudeln und Kartoffeln, Dessert. Diuer ä Mk. 1.60 (im Abonnement Mk. 1.80): Gersten-Suppe, Merlan gebck., Sauce Remoulade und Kartoffel^ salat, Schmorbraten mit Nu^olu und Kartoffeln, Gi'insebratcn m. Kompott u. Salat, Deffert. 06618 ®®e®®oo»e»®e®®®