Nr. 23S Srsche»«t täglich außer bonniagL. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfifchen Landwirt die Gießener Samitten« Blätter viermal in der Woche beigelegt. RotatwnKdruck n. Verlag der Brühl'schen Unweri°-Buch-n. Stein- fcrucTexti. 0L Lang«. Redaktion, Eweditton imb Druckerei: Gchnkftratze L Adresse für Depesche»,: Anzeiger Gießen» Fcrnsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 3. Oktober 1904 Amis- und Anzeigeblatt sw den Kreis KeW General-Anzeiger Vezag-pretsr monatlich 75 Pf^ viertele jährlich Mt. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monallid) 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« jür die TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 1293t«, auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich tüt den poltL und allgem« Teil U Wittko; für «Stadt und £antr und -GerichtLjaal": August Äoetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Ile Heutige Nummer umfaßt 10 Seiten- Neichstag§-Aög. Ar. Walla« über die tctzie Zieichstagssession. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") Schotten, 2. Ott. Zu der gestern übend einberufenen Vcrsaminlung waren 60 Lis 70 Personen erschienen, auch solchje von auswärts. Dr. Wallau erklärte, es scheine ihm Wicht, über das Äimt als ReichMagsabgeordneter Bericht zu erstatten. Der , Gegensatz von Lauterbach nach Berlin und neu in den Reichstag zu kommen, sei recht bedeutend; seine Frau sei wahrend der ganzen Session mit ihm in Berlin gewesen, aber nun freue er sichj, wieder zu Hause in dem lieben Bogelsberg zu feüt. Wallau beschreibt die Prachjt der Um- forrnen, Orden und Sterne bei der Eröffnung oes Reichstages und meint, die Abgeordneten in schwarzen Fräcken seien sich, vorgekommen wie Raben unter den Pfauen. Er habe sich vorgenommen, recht vorsichtig zu jein, sich leiten und führen zu lassen, um dadurch zu größerer Selbständigkeit zu gelangen. Der Redner vergleicht die Beratung des Reichsbudgets mit derjenigen über die Kreisverwaltung. Als dceuling habe er den Eindruck gehabt, es müsse im deutschen Parlament etwas ruhiger zugehen, er kam jedoch nach 'und nachs zu der Ueberzeu,gung, daß die Hitze des Gefechts zugrrterletzt doch nicht so schlünm sei, denn nach den heftigsten Reden tränken die Gegner später friedlich nebeneinander am Buffet eine Tasse Kaffee und rauchten ehpe Zigarre. ZA Bezug auf die Gewährung von Anwesenheitsgeldern sei mmt zu der Ansicht gekommen, daß sie bezüglich der Sozialdemokraten nicht schädlich sein könne, vielmehr werde diese Partei dann auch Abgeordnete entsenden, die nicht der Unterstützung der Parteikassen teilhaftig würden, wie dies bei den jetzigen Abgeordneten der Soziall) emo kralle der Fall sei. Graf Limburg-SLirum habe eine Art Sozialisten-! gesetz verlangt, doch habe Reichskanzler Graf Bülow dies zu vereiteln gewußt. ' Mit Ausnahmegesetzen sei keine Ve- wegung zu unterdrücken. Beim Kapitel „Reichsamt des Innern" sei der Krimmitschauer Streik eingehender Besprechung unterzogen worden. Biele Abgeordnete seien ins Streikgebiet gereist um Erkundigungen emzuziehew, und es Labe fischt herausgeshellü daß auf beiden Seiten verschulden zu tage getreten seien. Wiederholte Debatten seien über die F l e i sch b e s chf a u üit Gange gewesen, woran sich Dr. Wallau beteiligt habe. Soziateerno kratie und Freisinnige .Vereinigung seien für Niederlegung aller Schwanken gegenüber dem Ausland, da das Inland den Konsum wicht decken könne. Der Redner vertritt die Ansichtt, daß wir uns nicht gefallen lassen dürfen, daß ausländisches ununtersuchjtes und oft recht zweifelhaftes Fleisch gefroren oder konserviert, bei uns ein- gesührl werde. Wie verhielten sich demgegenüber unsere scharfen Kontrollvorschjriften, die Untersuchung der lebenden und geschlachteten Tiere vorschreiben? In Hessen seien die Maßregeln bereits sehr streng, doch seien noch die Haus- schjlachtungen vor der amtlichen Untersuchung bewahrt. Dr. W allau kourmt hier aus einen Artikel in der „sÄolkswach" zu sprechen, von Bürgermeister Metten heimer-Eichl- sachsen verfaßt. Der Artikel schoß: „Fort mit Mallau." Niemals, so führte Redner aus, könne er sich als Kreisrat eine Privat-Fleischbeschau ohne Schlachtviehversicherung denken. In den. dichtbevölkerten Bergwerksdistzrikten trete die Wurmkrankheit epidemisch auf und die"Regierung sei bernüht, dem Uebel aus den Grund zu gehen, um zu sehen, ob diese Krankheit etlva der Einfuhr von schädlichem aus- ländischn Fleisch zuzuschreiben sei. Zwar sei diese Krankheit dem Leben nicht direkt gefährlich doch sei ein starker Verlust von Arbeitskraft damit verbunden. Die Möglichkeit der Einschleppung sei nicht von der Hanjd zu weisen, trotz der gegenteiligen Behauptungen der Sozialdemokratie. Redner bedauert, wiederholt die Sozialdemokratie erwähnen zu müssen; sie hat aber so viele gute Redner, welch es verstehen, dem Volke alles Möglich und Unmöglich glaubhaft zu machn, daß nicht genug gewarnt werden könne, wie z. B. ihre Behauptung, vom Auslande komme allein nur gutes Vieh, „kein Engel sch jo rxriu, wie das argentinisch Schorin." Bei den meisten Sitzungen seien 80, 70, ja ost nur 60 oder 50 Llbgeordnete anwesend, diese machten die ganze Arbeit. Deshalb seien >aiuch Zentrum und Sozialdemokratie ausschlaggebend. (Hört, hört!) Bestimmungen zur Verhütung von Automobi l- unsüllen sollen demnächst ausgearbeitet werden. Ter Vorschlag, daß das Reich dies erledigt, wurde einstimmig angenormnen. Sehr ausführlich referierte Abg. Wallau über das Kapitel Soldat en miß Hand tun gen. Vorgesetzte, hauptsächlich Unteroffiziere, die oft die gemeinsten Vergehen an Soldaten verüben, seien scharf aufs Korn zu nehmen und streng zu bestrafen. 90 Proz. der Mißhandlungen träfen" den Unterofsizierstand. Doch kämen auch Drohungen vor, die in Nervosität ihre Ursach hätten, und dies sei besonders seit Einführung der zweijährigen Dienstzeit der Fall. Das Heer sei um ein Drittel vermehrt worden, nicht aber dementsprechjend die Zahl der Unteroffiziere. Dadurch j"ch mehr Arbeit entstanden, die Unteroffiziere feien nervöser durch Ueberanstrengung und die .Anforderungen der Vorgesetzten. Auf diese Weise entstehe zum Teil die quälende „Nachhilfe" beim Militär. Die Reichregiernng wolle die Unteroffiziere vermehren, doch das Zentrum sage „nein", die Sozialdemokratie selbsp verständlich auch Die Sozialdenrokratie hätte hier gerade durch ihre ZuMrynung den Schutz, der Soldaten fördern können. Bezüglich der Aushebung des § 2 des Jesutten- gesetze s sei die Aufregung des Reiches ungerechtfertigt. Nicht der Reichstag, sondern der Bundesrat bewerkstelligte die Aufhebung. Es sei fraglich ob der Bundesrat befuat ifty einen Beschuß des vorhergehenden Reichtages auszusühren. Die Sache gelte sich als einen Kuhhanoel mit dem Zentrum dar: heute Aufhebung des § 2, morgen Zustimmung über die Vermehrung des Unterofsizierstandes um 650 Mann. Der Qauze Vorfall trifft lediglich den Bundesrat. Der Abg. Sattler habe gebeten, die Uniform-Aen- derungen zu vermeiden. Es falle schwer, die hierfür oft beträchlichen Ausgabnr zu erschwmgen. Abg. Wallau ist der Ansicht, daß der Kriegsminister in dieser Hinsich sein Möglichstes an allerhöchster Stelle zur Vermeidung tue. Unser Mgeordneter hja,Ü in Liefer Hinsicht später noch persönlich mit dem Kriegs Minister unterhandelt, wobei ihm das -ruhige und entgegenkommende Wesen des Ministers sehr gefiel. Weiter verbreitet sich Dr. W. ausführlich über die Beratung der Entschädigung von Militärflurschäden, wobei er in die Debatte eingegriffen habe. Die Landwirte seien öfter nicht in der Lage, chre Forderungen geltend zu machen, einesteils weil sie sich überhaupt noch nicht klar gemacht hätten, welchen Schaden sie erlitten, indem sie z. B. bei Kartoffeläckern nur die sichtbaren Lrch^iden taxierten, was aber die Räder der Geschütze in der jLrde zernralmt, daran werde oft nicht gedacht; andernteils sei die Art der militärischen Kommissionsnlttglieder nicht die rechte. Wenn da z. B. eine etwas hohe Forderung geltend gemacht werde, seien Ausdrücke, wie: „Meinen Sie, der Staat wolle Ihnen Paläste bauen?" re. nicht selten. Deshalb sei es bringend nötig, daß bei solchen Konv- missionen Leute seien, die ein Interesse für die richtige Vergütung der Schäden an die Betroffenen haben und die ihren Einfluß in dieser Weise genügend geltend machen könnten. Oft seien Schäden, wie das Anfressen der Bäume durch Pferde, gar nicht gelterrd zu machjen, weil nicht konstatiert werden könne, von welchem Truppenteil der Schaden verursacht sei, da ja Pferde verschiedener Militürabteilungen an der bete. Stelle gehalten hätten. Diese Schäden müsse nach Angabe der militärischen -Vertreter der betr. Truppen-^ teil bezahlen. So sei z. B. einem Bauer ein Tor umgesahrest worden; wer die Schuld trug, hätte nicht sestgestellt werden können, deshalb wäre der Schaden nicht reguliert worden,, wenn nicht auf seine (W.'s) Jntervercierung statt des Tors' „Dickwurz und Zuckerrüben" reklamiert worden wäreu Bezüglich der Anschaffung der R e m o n t e p s e r d e sei die Ansicht zutage getreten, die Kommission solle in Süddeutschland keine Pferde mehr erwerben. Abg. Wallau habe betont, daß z. B. bei uns in Hessen Hunderttausende für die Pferdezucht verausgabt würden und daß sich hier z, T. vorzüglichess Pferdematerial befände. Der Redner verliest ein Schreiben, des Vorsitzenden des preuß. Landespferdezuchtvereins, von Millich, in' welchem dieser das Pserdematerial Norddeutsch^- lands z. T. scharf bemängelt; es mürben oft ganz ungeeignete Remontepferde gekauft. Abg. Wallau verspricht, von dem betr. Schreiben bei geeigneter Gelegenheit dem Kriegsminister gegenüber Gebrauch zu machen. Ein Antrag, den Abg. Wallau mit unterschrieb, ging dahin,^die Militärbehörde möge bei Einberufungen zu Reserveübungen nach Möglichkeit Rücksicht auf den jeweiligen Stand der Erntearbeiten nehmen, sowie, baß unbemittelten Eltern, die ihren beim Militär befindlichen kranken Sohn besuchen wollten, Reiseentschädig- un g en gewährt würden. Dies sei das wesentlichste aus der letzten ReichDtags- session. Wenn man sich ein Bild von, der nächsten Session«^ machen wolle, so könne jetzt schon gesagt werden, daß ter, Reichskanzler bezüglich Industrie und Land-^ Wirtschaft sehr zuversichtlich sei. Der Zolltarife lnerde wohl oald seine wohltuende Wirkung äußern, durch ihn kämen der Landwirtschaft 35 Mill. Mark zu gute. Bei uns ün Bo g elsberg seien diese Wohltaten zwar weniger zu verspüren, hier müßte das Augenmerk mehr v ieh zücht er rschen Interessen zn- gewendet werden. Redner kennzeichnet die Schäden der Einfuhr aus Rußland und Oesterreich. In unserem Abkommen stehe in anderen Worten: Man müsse erst abwarten, bis man selbst einen Seuchensall habe, dann erst könne man die.Wirkung der Einfuhr erst konstatieren. In den Jahren 1890—1891 seien nach der Statistik Hundert- tausende Stück Vieh zu Sch>aLen gekommen, das sei dem Seuchenabkommen mit Oesterreichs-Ungarn zu verdanken. Die Ostmarken, die ja im Getreidebau über uns stehen, würden uns bei dem Viehseuchengesetz nich,t im Stiche lassem In einem Dorfe des Kreises Lauterbach, Angersbache habe der damalige Schiaden 56 000 Mk. betragen, ohne .Verkalben, Milchfalten usw. in Betracht zu ziehen. Die Kühe hätten drei- bis viermal verkalbt, das seien die Folgen der Seuchen. Wer da die Hand biete, zur Erhaltung der Seuch^ngefahr, dem solle die Hand lieber abgehackt werden. Der Jrrdustrie sollen weitgehende Schiutzntaßregeln zuteil werden, aber nach Ansicht Dr. Wallaus bedürfe in erster Linie die Landwirtschaft des weitgehendsten Schutzes. (Bravo!) Ein Gesetz betr. die Errichtmrg von Kaufmanns- gerichten stehe bevor. Dasselbe soll unter anderem den KaufmannsgehUfen rasch zu ihrem Rechste verhelfen, ebenso den Prinzipalen. Man verspricht sich von diesem Gesetz großen Segelt. Besonders die entlasjenen Gehilfen seien oft sehr bedrängt, die KaufmannsgericMe werden hier rasch helfend eingreifen. Abg. Wallarc ist für dieses Gesetz utrd auch dafür, daß F r a u e n als Beisitzerinnen gewählt werden, in Anbetracht der vielen weiblichen Angestellten. Die Sympathie des Staatssekretärs Graferr Posadowsky sei allerdülgs hierfür nicht zu gewinnen. Abg. Dr. Wallau erwähnt hierauf noch kurz, was eine dritte ücfuua noch nicht erfahren habe;: z. B. die A b änd er- utlg der Matrikularbeiträge. Mir im Vogelsberg müßten gerade so viel zahlen, wie jeder Hamburger und Bremer, das sei ungerecht. Der Redner ist ferner für Beibehaltung der Taler, eingedenk des Satzes: immer noch for'n Taler! Ker King. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten) (Fortsetzung.) „Sie verstehen mich nicht? — Nun wohl, dann will ich es Ihnen erklärens Dieser Mann, der zu unsern Füßen da im Grabe lügt, liebte Sie. . ." „Fräulein Wullbrandt?!" „Ja, er liebte Sie! Er hatte sich in Ihr hübsches Lärvchen verguckt —. und Sie — Sie wissen es wohl — Sie kokettierten mit ihm — und mit dem Bruder — einer von Beiden sollte in Ihr Netz gehen." ... Die Zornesflamme schlug glühend in die Stirn Käthes. Sie streckte gebieterisch die Hand aus. „Ich verbiete Ihnen, solche Worte gu sprechen!" rief sie zornig. „Die schmähen das Andenkeil des Toten und beleidigen seinen Bruder und mich. . . Sie haben kein Recht, an diesem i^vaDe zu wellen! Gehen Sie!" Da lachte die andere laut und gellend auf. „Kein Recht, sagen Sie, habe ich an diesem Grabe — an diesem Zoten?! Ah, das ist seltsam— das ist lustig! Oh, mein kleines Fräulein, wenn Sie wüßten — wenn ich Ihnen eine l^cschichi'- erzählen wollte, Sie lvürden sich voll Schauder von tiq ui ('/'.übe e.lno-euden. Aber was ich weiß, behalte ich für miJ) weiß niemand als er und ich, und meine Lippen sind 1L) iw mm "ic die seinigen. Ich habe kein Recht an diesem Grübe ? Ja, ja, Sie haben vielleicht ein größeres Recht, denn nm K'hrelichllen mußte er sterben." SottesnXllen, Fräulein Wullbrandt — Sie sind wahnsinnig !" c, r . , , „ KI eicht werde ich's noch", entgegnete diese mit unhernu lichec .nahe. „Abei lönnen Sie sich denken, da^ dieser Mann da um Jj^twillen eine Andere, die ältere Recl-te auf seine Liebe de saß, verriet und deshalb sterben mußte?" Käthe schlug-, die Hände vor das Gesicht. „Sck-weigen Sie!" stöhnte, sie. „Es ist nicht wahr." „Es ist wahr — so wahr wie der Tod! — Und nun schmücken Sie das Grab des Mannes, der um Jl>retwillen den Tod erlitt, nur weiter und gedenken Sie dabei derer, die er um Ihretwillen verriet, deren Fluch Ihnen folgen wird — so wahr ein Gott der Rache lebt." Drohend erhob sie die Hand zum Himmel und Käthe sank erschreckt, schaudernd aus die Knie nieder, il-r Gesicht mit den Händen verhüllend. D-cr Kranz war ihren Händen entsunken. Lautlose Stille umsing sie. Selbst das Rauschen der Bäume schien verstummt. Da blickte sie aufatmend empor. Sie war allein, die dunkle Gestalt war verschwunden, heller, freundlicher Sonnenschein glänzte über den Grübern. Sie stand auf. Sie schauderte leicht zusammen, es war ihr, als habe sie ein Gespenst gesehen. „Welch entsetzlicher Gedanke" flüsterten ihre bleichen Lippen. „Nein, nein, cs kann nicht wahr sein! Wie war es doch? Um meinetwillen sollte er eine andere verraten haben? — Und diese Andere — Bertha Wüllbrandt?! — Nein, nein — cs kann nicht sein! Es darf nicht sein!" Sie faltete die Hände und blickte in stummem Gebet zum Himmel. Allmählich gewann sie ihre Ruhe wieder. Sie nahm den Kranz und legte ihn auf das Grab.^ „Armer Mann", slüsierte sie. „sollte meine schwesterliche Freundlichkeit solche Früchte gclragen^haben? Nein — nein, ewig würde der Vorwurf auf meiner Scece brennen." Sie setzte sich auf eine Bank unter der alten Nüster und blickte ernst und t raurig vor sich nieder. Ah, wie glücklich war sic gewesen, als sie hörte, daß Ferdinand Groller von dem furchtbaren Verbrechen fteigesprochen war. Sie — sie hatte ja keinen Augenblick an ihm geztoeiject. _ Er war so gut, so ehrlich, so treu - und er sollte die Hand gegen d it eigenen Bruder er ho bei: haben? Nein - niemals! Sie wollte ihm zeigen, daß sie niemals an ihm gezweifelt. Noch war kein Wort der Liebe zwischen ihnen gewechselt, aber seine Augen sprachen deutlich genug, und glüÄich war sie in dem Beloußtseiii seiner Liebe. Und jetzt wollte sie ihm zeigen, daß auch sie ihm gut war! Wenn er vor sie hinträte, mit freudigem Mute wollte sic ihre Hand in die scmige legen, mit fteudigem Stolz ihre Liebe bekennen und ihm beweisen, daß Liebe, Treue und Glauben noch nicht ausgestorben war in der Welt. Mit welch frohen glücklichen Gefühlen erwartete sie ihn am gestriger: Abend und wie traurig enttäuscht war sie gewesen, als ihr Later ohne ihn zurückgekommen war. Gewiß, der Vater hatte reckst, )u:nn er sagte, daß man Ferdinand noch eine Welle sich selbst überlassen müsse, damit er das gestörte Gleichgervickst der Seele zurückgelvänne, und auch, wie der Pfarrer mit einem Lächeln hinzu setzte, «eilte gewisse Gleichgiltigkeit gegen die Meinungen der Menschen bei dem Bewußtsein recht uni) gut gehandelt zu haben. Gewiß, der Vater hatte recht! Aber eher uttd leichter würde Ferdinand die Harmonie der Seele znrückgewormen haben, wenn er sich von sanfter Liebe umgeben fühlte, von einer Liebe, die nicht forderte, nicht quälte, nicht bat, sondern Die ihn umgab, wie der Sonnenschein, wie die laue Frühlingsluft, wie der Schimmer des purpurnen Abendrots, wie der silberne Monden- scheiii in stiller Sommernacht — unfühlbar, mtkörperlich, um* doch sich beruhigend, besänftigend auf die kranke Seele le^etw, wie die weiche, kühle Mutterhand auf die fieberheiße etirn des Kindes. Und nun war er nicht gekommen! Er fürchtete in ihren Mienen d.m Ausdruck des furchtbaren Verdachts zu lesen, wie der Vater kopfschüttelnd sagte. Er vertraute ihr nicht, ivas sie ihm vertraute; er glaubte nicht an sie, wie sie an ihn glaubte, er liebte sie nicht, wie sie ihn liebte, sonst wäre er zu ihr gekommen, hätte sich vor ihr niedergeworfen, das Haupt in ih-rem Schoß geborgen und gebeten: Hilf mir in meiner Her- zcnsnvt! . Sollte er dennoch schuldig sein? : 3n beut Kapitel „S c r V t s t n r i s" seien 900 Positionen auS beu Städten um Erhöhung des Servis cingelausen. Der PrstDuftstcr von V?.uu vbaili fei der einzige Petent aus dein Wahlkreise biv . bg. 'Jaliau gclvcscn, da in Lauter bad) die Wohnungsmieten sei;r ijod: seien. Cr habe aber feine Petition lvieder zurüa gezogen, naa dem ihm bekannt wurde, baß in Ms selb die Beri ältnisse ebenso liegen. Demzufolge stehe Wallau diesem v ejcy in.cresselos gegenüber. Beim Ersetz über die (S n t schädigun g n n schn ldig Verhäftet e r erivüHut Redner die ResoUUion Paasche, welche will, baß für Fälle, die um,, ans der Reichs lasse bezahU werden, in den einzelnen Bundesstaaten Betrage vorgesehen werden sollen. Bei der Bc fteue r n n g der W etten habe eS Bayern fertig gebracht, leine Stenern zahlen zu müssen, da die M itglieder der R enn - re. ,V ereine nach dem Gesetz v < i Steuer befreit seien; dort seien diese Vereine üB raus stark. Es stehe ein neuer Gesetzentwurf in Aussicht, wonach auch die Vereinsmitglieder zur steuer bei Wetten heran gezogen um? eben; dieselbe werde den Gemeinden abgezogen und das Reich könne die dadurch zu erwartenden 3—4 Milt. Marl gut gebrai chen. Fern, r stehe eine Gesetzesvorlage über die Bekämpfung der Reblaus in Ülussichü Abg. Tr. Wallau spricht noch kurz über seine Tätigkeit im Reichstage. Bon den 100 Sitzungen habe er 93 besucht, für die übrigen habe er sich Urlaub vom Präsidenten erwirkt infolge dringender dienstlicher Anwesenheit in Lauterbach. Soviel in seinen Kräften stehe, habe cr den Wahlkreis vertreten, und die annnsende Versammlung belohnt dies durch ein kräftiges Bravo und Erheben von den Sitzen. Zrrr Diskussion wurde das Wort nicht verlangt. Tie Rede Dr. Wallaus dauerte l1? Stunden. Aer Aufstand in Aeutsch-Südrvcstajrika. Die Schutztruppe für Südwestafrika erhält eine abermalige Vergrößerung durch die Errichtung eines besonderen Eisenbahnbataillons, an dessen Spitze der Major Bauer, bisher Kommandeur des 3. Telegraphenbataillons, tritt. Außer diesem Stabsoffizier sind drei Hauptleute, zwei Oberleutnants und sieben Leutnants, bic durchweg den Verkehrstruppen angehören, und cm Stabsarzt als Ba- taillonsarzt zu dem neuen Truppenteil lommandlert. Ferner enthält da§ „Mil.-Wochcnbl." die Meldung von der Errichtung eines Feld Vermessungstrupps der Schutzlruppc. Zum Vcrmefsungsdirigenten ist der Hauptmann Albert von Hahnke vom Großen Gencnalsiabc ernannt, dem zwei Lbcr- leutnants als Trigonomcter und sechs Oberleutnants als Topographen beigegeben werden. Diese Offiziere treten erst Mitte Oktober zur Schutztruppe, während die des neuen Eisenbahnbataillons bereits im September in der Schutzlruppc angestellt worden sind. Wie Generalleutnant v. Trotha soeben berichtet, hat cr mit der drahtlosen Telegraphie nach dem System »Telesunken* noch auf eine Entfernung von löt) Kilo- Metern tadellose Verständigung erzielt. In Anbetracht der Terrainverhältnisse und der schwierigen Lage, in der sich unsere Schutztruppen im Kampfe mit den Hereros befinden, zeigt dieses Resultat, welche bedeutende Rolle die Funkentelegraphie im Kriege zu spielen berufen ist. Tas Etappenkommando meldet aus Okahandja, daß die Verbindung mit dem Oberkommando durch Gewitterregen feit vier Tagen unterbrochen ist. Deutsches Reich. Berkin, 2. £ft. Tie neue Mittelmeerreisc des Kais ers^wird auf ärztliches Anraten cr-. folgen, da die Seeluft sowohl im Frühjahr im Süden wie im Hochsommer im Norbert besonders günstig auf den Gesundheitszustand des Kaisers einwirkt. Tie Reise findet anfangs nächsten Jahres nach der Hochzeit des Krou- prinzen statt. — Tie „Nordd. Allg. Zlg." schreibt über den Besuch des Ministers Giolitti bei dem Reichskanzler Grasen Bülow: Als BegleitersMeinung bei solchen Begegnungen Pflegen allerhand Gerüchte in Umlauf zu kommen. Die von ihrem Zweck und dem Inhalt der geführten Unterredung zu berichten wissen. In Wirklichkeit yat keine die beiden verbündete Mächte speziell berührende Tages- frage den leitenden Staatsmann Italiens bewogen, die Reise nach Homburg zu unternehmen. Vielmehr wurde er lediglich von dem Wunsche dorthin geleitet, einen Gedankenaustausch, über die allgemeine Lage zn pflegen, einem Wunsche, der im Hinblick auf das fortdauernd vertrauensvolle und unerschüttErt bundestreue Verh ältnis zwischen Deutschland und Italien keiner besonderen Begründung bedarf. Mit Besrie- 2ie schreckte zurück vor dem Gedanlcn, der ihr urplötzlich durch die xseele schoß. (Fortsetzung folgt.) — Siegfried Jacobsohn, Tas Theater der ReiMshauptstdt, Gehestet 2 Mark, Verlag von Albert Langen in München. Ter Verfasser giebt im vorliegenden, zur rechten Zeit erscheinenden kleinen Werke eine lritische Geschichte des Berliner Theaters von der Begründung des Deutschen Reichs bis zur jüngsten Gegenwart und betrachtet das Wort „Theater" im weitesten Sinne jassend, Dramatik, Sck-auspielkunü, 'Thea- rerokonorme, Puvlüum in ihrer Entwicklung. Er trägt dazu bei. Daß der gegenwärtige Stand unseres Theaterlebens — denn in mehr als einem Sinne drückt, leider unleugbar, die berlinische bie geiamte deupchc Entwicklung aus — recht begriffen werden tmtn; er ermogucht auch, zu erkennen, wohin eine künftige Entwicklung gehen soll und mup,. Tas; dies von einem stark pn- sönlra-en Temperament gestaltete Zeitbild somit nicht nur der kritischen Klärung Dienst leisten tonn, sondern auch mit der Fülle interessanter Eharokteristiten und Duails, die cs umschließt, eine fesselnde Lektüre bilden wirb, ist gewiß. — Ein Telegramm au- Thorn meld.:: das von Fellner und Helmer sür 450 000 Mark neuerbauteStadtt Heater zu welchem staatlicher^cit- ein Bmrzusch.ist von 150 000 Mark gewährt und dem eine kaiserliche Subvention ton jährlich 10000 Mark zuteil geworden, n urd - im Deüein des berptu.loenten Delbrück eingeweiht. Nach der Festansprache des Oberbürgermeisters Dr. Kersten' gelaugte ein dramatisches Festspiel: „Als die Preus; n tarnen" vom ßkb San'wt^rat Dr. Lindau--rHorn uno „Wallensteins Lager" zur Darstellung. Das Festspiel b handelt den Ucbcrgang Thorns aus polnischer Schutzherrsck-ast unter die Oberhoheit Preußens im Januar 1793. •* Am 1. Oktober merte der Kunsthistoriker, Prosesso» Ferdinand Luthmer das Soiähriqe Jubiläum als Direktor uei Üansts.ewerbejchule zu Frankfurt a. M. (Luthmer ist, wenn wir »acht irren, beteiligt gewesen an der Zeichnuna der Pläne für cen jetzigen Umbau oes Gießener Bahnhofsgebäudes. T. Red. d. Gieß. Anz.) bigung kann sestgcstellt werden, das; die ^vicdcrholten i iugcien Besprechflängen des Reichskanzlers mit seinem Gasst' v ü i I i g e v E i n v c r n e h m c n über alle zur Erörterung gelangten Fragen ergeben haben, sodaß bei hervorragende italienisch^ Staatsmann aus Deulschlaud nach seiner Heimat mit dem neu gestärkten Bewußtsein zurückkehren konnte, daß wischen bei deutschen und italienischen Politik keine ? i f f c r c n z e n bestehen. In sonst gut u nterrichkclen politischen Kreisen wird angenommen, baß bie Entscheidung über die Lippesche Angelegenheit nicht )obcilb erfolgen bürste. Der Bundesrat als bie Vertretung der brutschen Bunbesfürst.en imb freien Städte hat sich zwar zur Entscheidung ber- arogcr Thronstreitigkeiten sür zuständig erklärt, in Wirk- 1 iiljli it aber werden die b c u t f dj,e n F ü r st.e n bies m a l p c r s v ti 1 i ch b e r u f e n sein, i h r Urteil abzugeben. Bis dahin wird sich Lippe überhaupt nicht im Bundesrat vertreten lassen, womit bic Frage nach der Legitimation seines Vertreters gegenstandslos wird. Der Wieg des schiedsger i chtlicheu Verfahrens wird nicht mehr beschritten werden. — Bon einem neuen Proteste gegen die geplante Ordnung der o ld en b ur g is che n Thronfolge wird der „lVoss. Ztg." aus Olocnvurg derich-tet: Eine Gräfin s)Ji eher au- Dresden-Striesen hat ihrer Meinung nach Anspruch auf die Herrschaft über die getreuen Oldenburger. Sie ist jedoch bereit, bic Ansprüche gegen eine Entschädigung kbzrureien. Tie „Prätendentin" fängt mit der Zeit von 58 vor Christus an, um ihre Ansprüche zu rechtfertigen. Der R a m e Meyer, den sie fuhrt, u n t e r ft ü tz t s e h r ft a r 1 ihre A nspr ü ch c, beim er beweist oic Abstammung von bcu Hausmeie ru ber Merowinger und damit alles klebrige. Ob er allerdings die Lanolagsvr.cn our Anerkennung der Ansprüche ber Nachf- Fominiii Pippins des Kleinen bewegen wird, ist noch zweifelhaft. (Xycer unö Arotte. — Wegen Duells pensioniert. Ter Oberleutnant Balduin Hagen vom 17. Infanterieregiment ist laut Militär- Verordnungsblatt mit der gesei.lt .en Pension verabschiedet worden. Laagen wurde erst im Juni 1904 vom 8. zum 17. Jnfaut.-Reg. Versel , nacktem int genannten Monat vor dem Äiegsgericht der 8. Jmomirlc-Brigade in Metz eine Verhandlung gegen ihn stangcsundcn l>at, naa> loelcher er wegen Zwciiauipss mit tvbliajen Waswn zu zwei Monaten Festung- n verurteilt wurde. Hagen l at sogleich uiiic Strafe angcireten und wurde uunmehr, nachdem er aus der Hast entlassen ist, pensioniert. Hagen, der von einem Kameraden beleidigt wurde, hat diesen gefordert, woraus das Duell auf Pistolen ausgeiragcn wurde; das Duell verlief indes unblutig. — Die aus einem Bataillon bestehende Garnison von von dort beri stet wird, bisher aus den Namen des neuen Regenten Grafen Leopold noch nicht vereidigt worden. In Detmold wird angenommen, daß die V icidigung aus den Namen des Grasen Leopold vor: ujig überhaupt nickn statijinden ivcrde. — Die Erklärung für das Hinaus schieben der Eidesleistung dürfte darin zu fuu>en sein, daß gegen die Aach folge des OJrafeu Leopold in der R:g.::tst ein Proic st von Schvumburg-Lippe vorliegt. Mit du jein Einspruch i 'l die Möglichkeit gegeben, daß dem El ras en Leopold das Rechi zur Nachfolge in der Regentschaft abgesprochen roird. In diesem Falle müßten die Truppen, die eben erst einen Treueid geleistet haben, von ihrem Eide wieder entbunden werden, und sie müßten aufs neue vereidigt werden. Um dieses Verjähren zu vermeiden, wird man vorläufig von der Vereidigung Abstand genommen haben. Kolonialposr. — Zu den bereits gemeldeten Unruhen a in Kongo berichtet der Pariser „Eclair" sagendes über den Ucberfall der, der Jbeni-Gesellschaft gehörigen, Faktorei am 7. April: Beide lvciße Angestellte konnten sich mit knapper Not retten, desgUich.u die Leute einer zweiten Faktorei. Am 5. und 15. Juli überfielen bie Schwarzen eine Ebrenzwache und töteten vier Belgier. Am 29. Juli rourbt' ioied.rum eine Faktorei angegriifen und von 5000 Aufstandisä-en belagert. Die beiden Franzosen, k-.idx mit bet Leitung der Faktorei betraut luarcn, hielten Stand bi- aus Brazzaville Unterftü&ung kam. Heber den Grund des Aufstandes erfuhr der „Cclair", daß diesmal nickst die Steuererhebung, sondern die schlechte Behandlung der Eingeborenen seitens der belgischen Handels- Angestellten der Grund k r. Kommandant Gcntil wurde mit der Unterwerfung des Ausstandes betraut. Mailand, 2. Lkt. Tie Generalversammlung der oft» afrikanischen Kolonial-Geseklschaft in Benadir verlies äußerst stürmisch. Da- Jahres-Defizit beläuft sich auf 184 000 Lire. Es wurde mitgeteilt, daß die Eingeborenen noch immer Merca belagern, sag die Verproviantierung der dortigen Truppen äußerst schwierig sei und zuletzt durch einen deutschen Dampfer erfolgt sei. Tic Beschlnsjsassung über das Fortbestehen der Gesellschaft mürbe vertagt. Aer Krieg zrvijLeu ^apan unb ZLußland Ans der Mandschurei. London, 2. Lkt. Tas Reul ersehe Bureau meldet aus dem Hauptquartier der Armee General Okus über Fusau vom 1. Oktober: Der erste jaPaNische Eisenbahn- zug ist heute nachmittag in Liaujang cingetrosfen. In einigen Tagen wirb ber regelmäßige Dienst eingerichtet sein. Die erften Züge führen Lebensmittel, Munition unb Eisen- bahnmaterial mit sich London, 2. Okt. Nach einer Reutermeldung aus Tschifu vom 2. Oktober haben, wie Chinesen melden, am am 28. unb 29. September heftige Kämpfe westlich von Liauteschau in der Nähe ber Taubenbucht statt- gesunden, bei welchen die Russen vergeblich versuchten, sich der Geschütze großen Kalibers zu bemächtigen, welche die Japaner dort aufgestellt hatten. Port Arthur. Mukdcn, 2. Okt. Hier ist der aus Port Arthur über Tschifu entkommene russische Leutnant Prinz Radziwill ein- getroffen. Er berichtet, das; die Garnison und die Zivilbevölkerung der Festung geiund sind und reichliche Verpflegung haben. Es wird allerdings zuweilen Pferdefleisch ausgcgeben, aber nur, um die besseren Fleischsorlen für die Verwundeten aujzuspareu. Die Versorgung des Platzes mit Trink wasser ist nicht gefährdet, weil in der Stadt ein Destillierapparar Uuil;aiibcii ist, der täglich 20 000 Eimer gutes Wasser liefert. Auch haben die Kriegsschiffe solche Apparate an Boro: ferner gibt es viele Zisternen zur Ansammlung des Regenwaffers und einen Teich mit gutem Wasser. Immerhin ist in den Erg.wmf jen de- letzten Stunuaugriffs ein erheblicher Fortschritt der Japaner zu erblicken. London, 1. L'ti. An- Tschifu wird gemeldet, ein Teil von Togos Flotte bejinde ilck in der Nähe von Tsingtau und i/atroulherc Dor der Kiautschau-Bucht, angeblich um die eventuelle Flucht russischer Schifte dorthin zu verhindern. Kaiser Wilhelm schreibt eine Belohnung au8. Berlin, 1. Lu. v>n den Hafenstädten de- gelben Meeres ilt dieser Lag b.lanut gegeben lvorden, daß der deutsche .\(aner eine Zelohnung von U) 000 Marl' für die Ausfindung pvj verjci o'llenen oeutjchen Äiarine-Attachecs von Gilgen- deimb ausgesetzt bat. Für den Prinzen Friedrich Leopold treffen noch immer in Schloß Glienicke bei Potsdam Ausrüft- ungsgegcustl'i ide zu feiner vorläufig aufgcfdxobencn Reise inS ruf fische Hauptquartier auf beut ostasiatischen Kriegsschauplatz ein. Es ist ein bedeutendes Warculager, das der Prinz mitnchmeu wollte. Darunter befinden sieb unter anderem für etwa 700 bis 800 Mark Haudstlmhe, für ca. 50 Mark Frostsalbe, eine größere Anzahl Rasier- und Hühneraugemncsser und namentlich viele Paar Stiefel. Von diesen besitzt der Prinz in Schloß Glienicke überhaupt einen so reichlichen Vorrat, daß ein ganzes' Zimmer damit vollgepfropft ist. Es mögen wohl ca. 800 Paar stiefel, meistens Reiterftiefel mit Sporen sein, die sorgfältig geordnet in Regalen stehen. Aus Stadt und Sand. Gießen, 3 Oktober. * Empfang Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 1. Oktober u. a. den Bauinfpektor Heyer unb ben Landgerichtsrat Neuenhagen, beide von Gießen. Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den von dem Frei Herrn Schenck zu Schweinsberg- Rülfenrod auf bie evangelische Pfarrstelle zu Ober-Breiden- bach, Dekanat Alsfeld, präsentierten Pfarrverwalter Paul Vogt für diese Stelle bestätigt. — Dem Forstwarten der Gcmeindeforstwartci Treburer Obcnvald, Konrad Luley II. zu Treburer ForsthauS, wurde auS Anlaß seiner Versetzung in ben Ruhestand der Charakter als „Förster" verliehen. — Slcueraufseher Joh. Weihrauch in Mainz wurde zum Psandmeister in Nidda ernannt. ** Zu Lehranrtsassessoren ernannt wurden, wie uns ein Drahtbericht aus Darmstadt rnelder, folgende Lehramts Ichwmden gemeldet wurde, hat sich nach Luzern gewandt und dort erschossen. or r' E- Die Blätter kommentieren einen Artikel der „National Review", worin der Verfasser England den Rat gibt, sich vor einer Annäherung an Deutschland zu hüren. Er erklärt, Deutschland werde sein möglichstes tun, um die guten Beziehungen zwischen England und Frankreich zu zerstör en. Wenn England versuchen wollte mit beiden Mächten auf gutem Fuße zu leben, so würde es schließlich die Freundschaft Frankreichs verlieren Deutschland werde sich immer der Politik Englands widersetzen. , Vom Kriege. Petersburg, 3. Olt. Der „rnegierungsbote" bezeichnet die auswärts verbreitete Meldung als erfunden, nach welcher die russische Regierung jion der Türkei einen Ferman erhalten habe, welcher der Schwarzmeerflotte die Durchfahrt durch die Meerenge gestatte, damit diese sich mit dem zweiten Geschwader vereinige. Tokio, 3. Gerüchtweise verlautet, ein j apa nisches Torpedoboot sei in der Taubenbai auf eine Torpille geraten und in die Luft geflogen. Ter Mannschaft gelang es, sich auf eine ^uscl zu retten. Ter Name des Torpedobootes iN unbekannt. Der Kriegsminister dementiert die Meldung nicht. ... P aris, 3. Okt. Aus Petersburg wird mitgeteilt, Groß- lurst Alexander Mrcyarlowitsch reise morgen mit 1 einer Familie nach dem Kaukasus ab. Dadurch wird das Gerücht widerlegt, datz der Großfürst zum Oberkom- mait vier enden m der Mandscl-urei ernannt worden sei London, 3. Okt. In Port Arthur herrscht großer W a u e r m a n g e l. Tie Lage wird täglich kritischer Nur Atöffels unerschütterlicher Heldenmut erlMt die Hoffnung und Datrrast der Garnison aufrecht. beabsichtigt äußersten Wider- U/h, um Wiremus mit den Kriegsschiffen das Entkommen zu ermöglichen, das Logos scharfe Bewachung bisher verhinderte. Die Festungswerke des Goldenen Hügels sind durch das Bom- bardeinent der Japaner fast gänzlich vernichtet. Tokio, 3 Okt. Wie berichtet wird, haben die Russen ur P o r t Arthur seit einigen Lagen verzweifelte Ver- 1 uche gemacht, das Fort Kuropatkin und andere Stellungen wieder zu erobern. Sie hoffen auch die Wasser- Beriorgung für die Stadt wieder zu nehmen und aus- zuvenern. Zu bie)em Zwecke unternahmen sie mehrere Angriffe aus diese Stellungen, wobei es auf beiden Seiten große Zerlu st e gab. Die Lage der russischen Flotte im Hafen von Port Arthur Jet nützlich geworden, nachdem die Japaner mehrere schwere Geschütze in solche Stellungen gebracht haben, daß sp direkt den Hasen^ bombardieren können. — Die rusfisck-eu v lapanischen Borposteu im bilden, Südosten und Osten von Mu b e.n V- beständig in Fühlung miteinander. Täglich finden Schar- müßet statt. Man erwartet stündlich eine große Schlacht unb man glaubt, daß Kuropatkin nur vorübergehend bet Mukpen und am Hunsluß Stellung genommen habe, um den Vormarsch der Japaner aufzuhalten. y ~ondo n, 3. Okt. „Daily Ehrouicie" berichtet, daß nach dem letzten Gefecht bei Port Arthur zioischen den beiden Kriegftchren- den ein kurzer Waffenstillstand beschlossen wurde, um 4'°. *en SU begrab en. Tie beiderseitigen Offiziere tauschten miteinander Gruße auv und unterhielten sich über die Strapazen des Kncgcs. Nach dem Waffenstillstand wurde der Kampf mit aller Heftigkeit wieder ausgenommen. Kopenhagen, 3 Okt. Tie Firma Rothschild habe ^^b 'Anleihe übe rnommen, uLlche LmPch das D a b a k - M o n o p o l geschert würde. Eine Bedinamia leihe-Uebernahme fei, daß die Behandlung der Juden in Rußland eine beffere werde. 11 Shanghai, 3 Ott. Wie berichtet wird, ist es einem r u i s i 1 ch e n schiffe gelungen, aus Port Arthur au entkommen. * *■ v * i $ u Automodilfahrer sind festgestellt. )(Grünberg, 1. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt Frankfurt a. M., 2. Okt. Amtlich wird mitgeteilt:tebe" “ft1 » ’« 8.90-9.0U 2)lf„ abend 8 Uhr 52 Minuten stieß in der Nähe beä ^14.(ÄSoppekken®«? Bahnhofes Bockenheun zwischen Bockenhcimer Weiche nnd Erbsen per Doppel-Zentner 00.00—00.00 Alk., Samen per Toppet- Hellerhof Schnellzug 72 dem vorausgefahrenen Zentner 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln per Doppel-Zenter 0.00 Alk., E"güte-zug 6018 in die Flanke. Der Eilgüt-rzug Frankfurt a. M., 3. Okt. (Ortg.-Telegr. des „Gießen. Anz. ) Amtliche Äiotlerungen der heutigen Fruchtmarkip re is e Weizen Alk. 18.00—00.00, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, La Plata Alk. 18.00—19.25, Kansas Atk. 18.00-19.25, Roggen (hiesiaers Mark 13.75—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.50—18.00, Franken- ielder Alk. 18,00—18,75, Hafer Alk. 14.50—14.75, Mais Alk. 12 25—12 50 Weizenmehl 0 Alk. 26.75—27.25, 2. Qualität Alk. 24.75 bis Alk. 25.25, 3. Qualität Alk. 22.75—23.25, Rogqenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität Alk. 19.25—20.00, Weizenkleie Alk 9 75 bis Alk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00-00.00, Maiokeime Mk. 10ch0 bis Alk. 00.00, Franken, Pfalzer, Ried Alk.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. I iiawsfr'suon gti brauch et j Kcnd®rEsi@rte Mpsnmilek 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 Vereinen in Gießen (Verein und Gesellschaft) einberufen war und in deren Verlauf ein Stenographen-Verein Gabelsberger-Heiichelheini gegründet wurde. Der L'erein hflt fif-h St» svtffnnn 1I»,S rtl .r. .r<. Arnow' jrtu'iuiuujrn. Berlin, 3. Okt. Das von dem sozialdemokratischen Reichstagsabg. Eduard Bernstein herausgegebene „Neue I Montags blatt" schreibt: Wir würden den Rücktritt der n . 1 nF, ... r . beiden Redakteure Franz Mehring und Gustav Jäckh , " P e n, ^nigliche Forster Havels er- vort der „Leiste Bolkszig." nicht bedauern, insbesondere schoß heute mittag angiblich wegen Familienzwistigkeiten sein wus Franz Mebrina anbetrifft dessen Wissen und lite- Catanzaro wurden heute nachmittag leichte Erderschütter- daß ihm eine Reihe von Eigenschaften des Eha ungeu wahrgenommen. raoters abgehen, die gerade von dem lettenoen stteduktertr * Wien, 2. Ott. Der schleppende Gang, den die Verhand- eines hervorragenden Parteiorgans erwartet werden müssen, lungcu bcs Advoläien der Prinzessin Luise nehmen, legen deren Mangel, wie sich wiederholt schon gezeigt hat, dem ihr i> ii Wunsch nahe, die Verhandlungen ganz abz u- Parteileben sehr verhängnisvoll werden kann. brechen. Das Oberhofmeisteramt weiß zu dieser Zeit, daß Berlin, 3. Okt. Der 24jährige Buchhalter der Gas- ?ie Pnnzestin der Forderung zustimmt, ihren Geisteszustand unter- anstatt Vernburg, Friedrich Brüggert, dessen Eltern der suchen zu lasten, daß sie es aber ablehnt, sich dem Ausspruch Verlob una mit der 16V2 i ä 11 r i n en n^t^i nicr Inseitig vom OoermariäMUamt ernannter Sachverständiger zu na « ch ul A en Siebenen1 Äd-rstawd ^n 'limlerwerien. Atta- weigert sie sich milschieden, zur Untersuchung uttgig^nchtzicn, nait/ Deuts'..,land zu gehen. Stimmt man diesen ihren Bedingungen 11 c i’ I l‘j)O (। e n, naujoeni er seiner E e - nicht zu, so hat sie geschlossen, ihre eigenen Wege zu gehen. He Oien eilte K' ugel 1 n den M'vpf tzojagt hat»e. Das : Uut c r gang einer St a d l. Rach Berichten englischer schwer verletzte Mädchen, dessen Sehkraft für immer Di rloren Mütter aus Pueblo ist der größte Teil der Stadt Trinido 1 tfL Ivurde V* Eststritv ühMührh. Plakat-Fahrplan enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Gtetzen, Frankfurt a. UL, Caffek, Marburg, Friedberg, Lollar, Londorf, Fronhausen, Wetzlar, Loblenz, Löln, Zulda, Alsfeld, Grunberg, Gelnhausen, Nidda, Schotten, Hungen, Laubach, Lich, Stockheim und Gedern ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der vieberthalbahn zum Preise von 20 psg. in der Expedition des Giehener Anzeigers vorrätig. — Der Fahrplan kann auch durch die Austräger des Gießener 2lnzeigers bezogen werden. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Rgctzbarstaaten. In Butzbach wurde am gestrigen, — _______—- Sonntag den 2. Ortober in dec wiederhergestellten Markus- Glefzencr ianvwrrrsüjaftitlkyer Wertervlenst. kirche im Beisein des Stadt- und Kirchenvorstandes und Boraussichtltche Witterung in Hessen für Dienstag den der Kirchengemeindevertretung in den Altar eine metallene 4‘ 5Dttobei’ ^04- ^ieist trüb, windig, RegeufÜtle, Zlbkuhluug. Kapsel eingefügt, in welcher auf die Wiederherstellung ^taheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirche sich beziehende Dokumente enthalten sind. Zu der Feier ivaren nur besonders geladene Gäste anwesend. Die eigentliche Einweihungsseier findet am 23. d. M. statt. 372% 3V,% 3 7o 37-o/o 37 2% a. M., 3. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des ^Gieß. Anz. ). Amtliche Viotierungen der heutigen Viehniarkl- teSKSÄ "ÄS der über Nervenstörung klagt. Vorerst wurde die Strecke em- Rmder, 0 aus Oestreich, 260 Kälber, 440 Schafe und Hammel geleisig betrieben. Bei den Aufgleisungsarbeiten legte sich ein 0 Zügen, 0 Ziegen-, 0 Schaflmnmer. Bezahlt Wagen über die noch frei gebliebenen Geleise, so daß alle IW Pfund Sa)lachtgelvicht: Ochsen 1.Qualität 71—73 Atk., dre, Geleise eine Zeitlang gesperrt wurden. An eine Auf- 64 58-80 Äk7tiü^ I Qu'akÄ-k9 »2 Ouai rechterhaltung des Verkehrs, etwa durch Umsteigen, war nicht 64—66 Alk., 3. Qual. 54—56 Mk, 4. Qual. 45—47 Mk./b.' Quast zu denken, da die in Frage stehende Strecke gerade im Umbau 00—00 Mk. Kälber: 1. Qual. 81—85Pfg., Lebendgewicht 48—51 Pf' befindlich ist. Um 1OV3 Uhr abends wurde der eingeleisige n’n . ^bendgewicht 43-46 Pfg., 3. Qual' der Verkehr wieder zweigeleisig betrieben. Der Material- 60—00 Pfg., Lebendgew. 47 Pfg., 2. Qual. 58--59 Pfg., Lebendgewicht schaden ist nicht allzu erheblich. 46—00 Psg., 3. Qual. 52—55 Pfg., Lebendgewicht 00—oo Pfg. ' Geschäft bei Hornvieh schleppend, bei Kleinvieh gut. Ueberstaud bedeuteud. 4% Ungar. Uoldrento 4°/j Italien. Rente , 4%% Portugieser , öu/j Portugiesen. . , 1% C. Türken . , geiieut und zählt jetzt schon 21 Mitglieder. Der Vorstand 10-, Rink in Karlsruhe, in dessen Privatwohnung, wie wir wurde wie folgt zusammengesetzt: Prokurist Gustav Bergen, ^ldeten, die nicht mehr ganz junge Frau des Rechts- Vorsitzender, Kaufmann Karl Hch. Kuhl, Schriftführer und lesrn.ser aus Mannheim - die Frau ist sm qj J A m ,yu)ultBiorec uuo bereits Großmutter — int traulichen tete-ß-töte angetroffen und 3 V «nV11 y-7 2" ^cifftzeru wurden ge- von ihrem Ehemanne herausgeholt wurde, hat den Rechtsanwalt wählt die Mitglieder: Bürgermeister Kreiling, Fabrikant 'Rmn äuui Ttiell gefordert. Tie Forderung wurde jedoch von Dr. und cand. math. Gräber, sämtlich in Heuchelheim. Am nächsten ^lesmger zurückgewiesen. Dienstag wird unter Leitung des Schriftführers ein An- d-» st i g s t o ch t e r verhaftet. Madame Yvonne fänaerl uriu^hcninnm 1 ri s < -f» i - Moelly, die einzige Tochter des seinerzeit vielgenannten Nei- rangeii in ]u § beginnen. 13 Herren sind bereits angemeldet lenden Henrh de Mayrena, der rechtmäßig den Königstitel und weitere Beteiligung steht m sicherer Aussicht. In Kürze tüh-rte, da ihn die Sedan gs in Araukanien zum König aussoll auf besonderen Wunsch ein weiterer Unterrichtskursus FeLuLen ?att.eu' wurde am Donnerstag in dem Augenblick ver- Set4-,«'*wswÄSfc'Kss angesehener prrren hat die Teilnahme an dieseni Unterricht kostbarer Juwelen zum schaden einer Firma in der Rue zugesagt, sodag nut Bestimmtheit anzunehmen ist, daß die d-e la Iaix.^ stenographische Bewegung in Heuchelheim in besonders L- nt streite von eine m K ameraden erstochen, günstiger Weise sich entfalten wird L- Zahlmeister-Aipirant Schulze und der Ober- ff T-riedbera i nFt (V cy r i m I“,9er,^erfe^c öom ö. 3agerbötaitton in Hirschberg nahmen C an ec9, ^tt. Em von Frankfurt a. M. mtt mehreren anderen Oberlägern au einer Abschiedsfeier teil. zugezogener ckuetzger, welcher hier eine Wirtschaft übernehmen I ^uf dem Nachhauseweg entstand zwischen den beiden, die sich will und bereits das Konzessionsgesuch eingereicht hat, ivuvöe ÄJfe. hätten, ein ernsterer Streit. Schulze gab zu" Last °°Ln ^ei m "< r1 9 lCQten "hrung eines minderjährigen denen der letzte lehr tief war und SckMlze fast ganz durch- ^Rädchens. Das Atädchen war dem Metzger resp. Wirtl^h^te. T>er Gestochene stürzte zusammen und wurde von bereits hierher gefolgt. Die Ausreißerin ist setzt wieder ind . !! in die Wohnung eines in der Nähe wohnenden Arztes uni]ianoe dieses Borfalles werden durch die eingeleitete lauter- alsdann im Kraukenhause von den Aerzten vorgeiwmmene Ope- suchung aufgeklärt werden. — Vor einigen Tagen ereignete ^j011 konnte den Verletzten nicht retten, am andern Tag gegen sich in dem nahe gelegenen Orte Dorheim ein Unfall, ^ag erlöste ihn der Tod von seinen Leiden. welcher durch zwet Mutemobilfahrer verschuldet wurde, kn jen'(Baden)&ist’bi?P°°stkass? mit'250M Mar^JnL ou allem Gluck aber verhältnismäßig günstig verlief. Ein entwendet worden. — In Köln versuckste ein elegant ge- Landwirt von Dorheim weilte auf seinem Grundstücke, um kleideter junger Ma nn mü einer schon etwas bejahr- Aepfel einzuernten. Während der Mann mit seinen Leuten durch einen t u r z in denRhein das Leben beschäftigt war, hielt das bereits teilwe.se beladene Fuhrwerk faMÄÄÄSÄ auf der Lanostraße. In der Richtung von Melbach kommend, springen, wo er ertrank. — Ter 50 jährige Streckenarbeiter nahte ein Automobil. Um einem Scheuwerden des Pferdes I » Tischant in Suelz (Rheinland) wurde von einem Güterzug vorzubeugen, eilte der Landwirt dem Automobil entgegen, test — Der Salzburg- Di- L 3fJafiehn8 ,an9famerem Sahren zu veranlassen. L°77d Ät-'n" ^te Schwester des Mannes ging unterdessen zu dem Fuhr- Arbeitern mit eteinen beworfen. Ein Reisender erster Klasse werk, um das schon unruhige Pferd zu halten. Trotz tiefer gu^e am ^Kopfe durch Steinwürfe schwer verlestt. — In El >Vorfichtsmaßregeln fuhren die Herren in ihrem Automobil § ^0 l (L>panieii) wurde durch die Explosion eines Gefchützes rücksichtslos weiter; das Pferd scheute und ging durch. Anstatt ein Le^allg'LiÜ bettMer^Ärlst^ess" «7"löbn^°nüt oatz nun die Automobilfahrer gehalten hätten, fuhren fie einem sJJtäMjen aus einer angesehenen Familie vor kurzem obendrein dem dahinrasenden Pferde nach, und fast sah es löst wordep war. In einem hinterlassenen Briefe hatte der aus, als sei ein Wettrennen zwischen den beiden 5^6^611 e s^u V I;ni-en- im Gang. Hätte die^Frau nicht im letzten Moment noch die entdeckt. Die Taglöhnersfrau Perntsich ließ ihr vierjähriges^Mäd- Zugel des wildgewordenen Pferdes losgelaffen, so hätte sie chen unter den größten Marlern verhungern. Tie Ncher körperlichen Schaden genommen. Kurz vor Dorheim §^iche wurde mit Stich- und Kratzwunden und gebrochenen Glie- kam das Pferd zu Fall, und der Wagen stellte sich quer bem Cfen gefunben- srausame Mutter wurde über die Landstraße. Durch diesen Umstand wurde das nach- -ir.. ■ ■ ■■ folgende Automobil auch zum Halten gebracht, worüber die Insassen sich ungehalten äußerten. Gleich darauf fuhren fieL..P^a^ 21 CFt* ^ri der Strafkammer wurden wegen Her- weiter ohne sich um den durch chr rücksichtsloses Fahren ver- und weg^n Uebervringm!^ d-7ser°E°rd-r7ng Meb. Vi7th schulderen Unfall weiter zu kümmern. Der Wagen war zer- aus Horneburg und AUoizinalrat Tr. Stille aus Stade ver- trümmert, das Pferd hatte schwere Verletzungen an den urteilt. Dr Vieth erhielt einen Monat, Medizinalrat Stille Beinen, und die schönen Früchte lagen massenhaft auf der I?nen ??? Festungshast. Ter geforderte Tr. Maaß aus Home» Landstraße so den Weg anze.gend, welchen die w,ld° ^agb b^sK^lÄ7^a^ genommen hatte. Der gesamte Schaden des Landwirts be- von Tr. Maaß gemachte Aeußerung, Tr. Vieth hätte sich des läuft sich auf über 100 Mk. Der Vorfall wurde alsbald der unlauteren Wettbewerbes schuldig gemacht. zuständigen Behörde mitgeteilt und die Namen der beiden Märkte. Bekanntmachung. Qn das Handels - Register Abt. A wurde heute bezüglich der Firum .Gebrüder Rosen- bannt" zu (Sicßcn eingetragen: Dem Kaufmann Siegmund Seligmann dahier t|i Prokura erteilt. Gießen, am 29. Sept. 1904. Großh. Amtsgericht. Ba/,0 Versteigerung von choldsachen. Mittwoch dcu 5. Oktober, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in meiner fmbe: 7 goldelleHerremnedaillollS Äraschettenknöpse, Broschen, Armbänder, Ohrringe, Brustknöpfe unb 2 Granatarmbänder. Die Sachen können vormittags de- sichttgt iverden. 7705] Geißler, Gerichtsvollzieher __________Bahnhofstraße 60. Im Anschluß an die Ber- ftctflcnmß in der Rübsamcn'schen Hofratte, Lahnstraße 11, werden am 4. Oktober noch ca. hundert Zentner Heu versteigert. 7702 Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag dcu 4. d. Mtö., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Pferd, 1 Faß Fußboden-Ocker, 11 Kippwagen, 1 Jagdgewehr, */, Tugend Gummischuhe, 12 Korsetten, 1 Billard, 1 Plüsch - sopha mit 2 Sesseln, 1 Zinuner- tepplch, Vertikows, Sophas und andere Sachen. 7696s Boru, Gerichtsvollzieher. Perkeo. Morgen, Dienstag abend: Spansan. Pilsner 05769 und Mcrler Mosel 30 Pfg. 1 1 1 Hygienische Bedarfsartikel Großart. Neuheit Preisliste gratis. Mannheim 12. Ziulschierwagen billigst zu verkaufen. A. Kübinger. A. B. G. Hahnheimer Ausschank 25 Pfg. 1 neuer eleganter Landauer 1 neues, leichtes Conpö-Landaulett sehr geeignet für Lanotouren neues Halbverdcck neuer 4sib,iqer ^orb-Pürjchwagen leichter, sehr gut erhaltener 4sihiger 7512 Soeben emgetrosfen: a’/10 la. 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