Nr. 103 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 3. Mai 1904 Erscheint täglich außer Sonntag-, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Giesrner Samtlien» llätter viermal in der Woche beigelegt. Notattonsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untoerl.-Buch-u. Stein- druckeret. ÖL öang^. Redaktion, Erveditto« und Druckerei: Sch ulst ratze 7. 5lbrefie für Depeschen: Anzeiger Gtetze«. Ferniprrchanschluß Nr. 61. GietzenerAiMiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den weis Gießen Bezugspreis: monatlich 76 Pf^ viertel- jährlich Mk. SLO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschL Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Lagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf* auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den polU. und allgem. Teil: P. Wtttko: für .Stadt und Land^ und „GerichtSsaal": August Goetz; für den An- zeigentell: HanS Beck. Per Krieg zwischen Japan und Außtand. Die Japaner am Jalu. Die heute morgen eingetroffene zweite Depesche vom Kriegsschauplätze, die wir um der rechtzeitigen Ausgabe unseres Morgeublattes willen nicht mehr ganz zum Abdruck bringen konnten, hat folgenden Wortlaut: Tokio, 2. Mai. (Reutermeldung.) Als die Japaner sich gestern morgen zwischen Kiulientscheng und Joschoko einer sich am rechten Jaluufer hinziehenden Hügelreihe bemächtigten, leisteten die Russen zum zweiten Male auf einem Hügel nordöstlich von Kiulientscheng Widerstand. Die Japaner gingen auf drei Megen vor und besetzten die Linie zwischen Antung und Lutsch u k a r i. Die kaiserlicheGarde umfaßte die Russen von drei Seiten und nahm gegen 8 Uhr abends nach erbittertem Kampfe Mann gegen Mann die russische Stellung. Die Japaner erbeuteten 20 Geschütze mit Bespannung und Munition und nahmen über 20 Offiziere und eine große Anzahl Soldaten gefangen. Die Russen zogen sich nach Föngwangtscheng zurück. Um ihren Erfolg vollständig auszunützen/ fehlt es offenbar den Japanern an Kavallerie, während die Kosakenabteilungen an mehreren Punkten glänzend sich bÄvährten und wesentlich dazu beitrugen, der russischen Infanterie einen geordneten Rückzug zu ermöglichen Aus Irkutsk gingen die 3. und die 4. sibirische Kosaken d i v i s i o n über den Baikalsee ab. Diese Divisionen bestehen aus je drei aktiven und sechs Reserve-Regimentern. Die nach dem Kriegsschauplatz beorderte kaukasische Kosaken-Brigade unter dem Kommando des Fürsten Or- belliani ist zum Abmarsch fertig. Den Befehl, die Stadt Antungin Brand zu stecken, gab der russische General Kaschtalinsky. Große Vorräte waren in Antung aufaehäuft. Wie „Daily Expreß" aus Tokio berichtet, waren die japanischen Truppen, welche bet den mehrtägigen Operationen am Jalu engagiert gewesen sind, 40 000 Mann stark. „Daily Mail" berichtet aus Niutschwang: In Föngwangtscheng, wohin die Russen sich zurüötzogen, stehen 10 000 Mann russischer Infanterie, 5000 Kosaken und eine Artillerie-Brigade. Der Ort ist stark befestigt. Ein Generalstabsoffizier berichtet, daß die Russen große Vorräte in Tieling, nördlich von MuDen, aufhäufen. Die Stadt wird als Proviantbasis bezeichnet. Wiener Blätter fassen ihr Urteil üb^er die Kämpfe am Jalu-Fluß dahin zusammen, daß, trotzdem die russischen und die japanischen Meldungen stark differieren, aus beiden Darstellungen ersichtlich sei, daß es bisher keinem Teil gelungen ist, einen entscheidenden Vorteil über den anderen ui gewinnen; jedenfalls sei aber die Zeit der durch die Flotte erzielten leichten Siege für die Japaner vorüber. Nachdem nunmehr der Landfeldzug im fernen Osten seinen Anfang genommen hat, fordert die Haltung Chinas das gespannteste Interesse. Taucht doch bereits die Vermutung auf, es bestehe eine Verabredung zwischen China und Japan dergestalt, daß China gehalten sei, eine fremdenfeindliche Bewegung großen Stils zu inszenieren, sobald Japan entscheidende militärische Erfolge zu Lande errungen habe. Diese Vereinbarung soll bas letzte staatsmännische Werk des alten Li-Hung-Tschang fein. ES ist in der Tat nicht unwahrscheinlich, daß noch zu dessen Lebzeitest die Grundlinien für eine gemeinsame Aktion der Gelben gegen die Weißen festgelegt worden sind, denn die Art, wie die Japaner auf chinesischem Boden sich aufspielen, macht ein Einvernehmen unter den Asiaten geradezu handgreiflich. Japan zeigt sich in der Rolle des keck auftretemren, China in der des nichts Gewahrenden. Seine Neutralität ist dem Stammes- aenossen gegenüber zum mindesten sehr wohlwollend, wie die Entwaffnung des im Hafen von Shanghai verankert gewesenen russischen Kanonenboots „Mandschur" zeigt. Ueber die mit den Bedingungen der Neutralität in Widerspruch stehende Anwesenheit eines japanischen Kreuzers auf dem Whangsu wird stillschweigend weggesehen. So beuten alle Anzeichen darauf hin, daß Rußland bet dem Landfeldzug nicht nur für seine eigenen, sondern für die Interessen aller in Ostasien engagierten Weißen kämpft. Jede russische Niederlage rückt die Gefahr eines Rassenkampfes im Osten näher, und den Schutz der Weißen könnten die dort befindlichen europäischen Truppenkontingente kaum gewährleisten Die Wirren des Jahres 1900 wären sozusagen harmlos gegenüber dem Unglück, das im Fall des Unterliegens Rußlands über das weiße Element in Ostasien hereinbrechen würde. ♦ Ein anderer Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 2. Mai: Wie zu erwarten war, hab^n die ruffische n Niederlagen die Börse verstimmt, obwohl man doch auf die Ueberschreitung des Jalu durch die Japaner vorbereitet sein mußte. In Bezug auf den Krieg in Ostasien trägt die Börse zwei Seelen in ihrer Brust. Theoretisch wird den Russen jeder Schlag von den Japanern „gegönnt", Praktisch im Interesse der russischen Werte und der Festigkeit des Marktes das Unterliegen Japans gewünscht. Ueb- rigens zeigte sich die Berliner Börse heute noch besonders nervös wegen der Mußenmg des Kaisers über die Bestimmung der neuen Rheinbrücke „zu ernsteren Transportes. Von militärischer Seite wird her Erfolg der Japaner nicht als von entscheidender Bedeut- una bewertet; allerdings falle das moralische Gewicht in die Wagschale, indem der Sieger mit neuem Elan und neuer Zuversicht erfüllt werde. Mukden gilt als der Schauplatz der ersten großen Entscheidung zu Lande. Daß die Japaner Port Arthur nicht aus dem Auge verlieren, daß sie alles daran setzen, dies;, von den Russen als uneinnehmbar gerühmte Position zu Fall zu bringn, kann nicht zweifelhaft sciu In bemerkenswert gelassener Weise schreibt die „Nordd. Allg. Ltg." zu den Ereignissen: Die nächste Wirkung der japanischen Erfolge dürfte sich darin zeigen, daß die Japaner im Besitz beider Ufer der Jalumündung nunmehr ungehindert große Truppenmassen auf mandschurischem Gebiet landen lassen können. Aus Tientsin Hegt noch folgende Reutermeldung vor: Russische Ingenieure führen unter Verwendung chinesischer Arbeitskräfte am Liaoflusse, 3 Meilen von Singmineting, Befestigungswerke auf; auch zwei Meilen von Kupangtse, wo sich ein permanentes russisches Lager befindet, sind Befestigungensarbeiten im Gange. Me Eisenbahnlinie wird von 180 Mann abpatrouilliert. Das Kriegstagebuch eines japanischen Torpedobootskommandanten wird demnächst im Verlag von Eugen Salzer in Heilbronn erscheinen. Ter Chronist war zuerst Kommandant des untergegangenen Torpedobootes „Kasumi", kam dann auf das Schlachtschiff „Mi- kusa" und wurde hierauf zum gefahrvollen Amt e*ne§ ,-Sperrdampferführes" ausersehen. Das Buch wirft, wie man uns schreibt, auf die russis chen Zustände in Port Arthur, die durch die Spionage von japanischen Generalstabsoffizieren erkundet wurden, grelle Streiflichter und macht die Mißerfolge der Russen erklärlich. Volitische Tagesschau. Von Dr. Hammacher» 80. Geburtstag wird aus Berlin noch berichtet: Abg. Sattler überreichte eine Adreste, die folgenden Wortlaut trägt: Hochverehrter Freund! Tiefbewegt von liebevoller Verehrung und herzlicher Dankbarkeit, kommen wir heute zu Ihnen. Ein gütiges Geschick hat Sie, geistig frisch und körperlich rüstig, die Schwelle des 80. Lebensjahres überschreiten lassen. Mit Ihrer Familie, mit der unabsehbaren Zahl Ihrer Freunde vereint, bringen wir unsere Glückwünsche dar. Möge Ihnen vergönnt sein, noch viele Jahre so frohgemut wie heute im Kreise der dankbaren Kinder und Enkel zu verbringen. Möge uns vergönnt sein, noch viele Jahre uns Ihres führenden Beistandes und Ihres freundschaftliches Rates zu erfreuen. Alt und jung wird heute gemahnt, den weiten Zeitraum zu Überblicken, den Sie durchschreiten dursten. Wohin das Ange sich wendet: überall reiche Früchte Ihrer bedeutsamen Mitarbeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Mit anderen unvergeßlichen Männern waren Sie es, der die nationalliberale Partei ins Leben rief, die beim Einigungswerke und beim Ausbau des geeinten Reiches nicht fehlen durste, wenn daS Versaffungsleben der Deutschen auf die Dauer den rechten Inhalt haben sollte. AlS Zierde des Reichsparlaments und der preußischen Volksvertretung sehen wir Sie Jahrzehnte hindurch schaffen und kämpfen : den großen vaterländischen Zielen jedes Sonderintereffe unterordnen ; unerschrocken sür die Güter dec geistigen und bürgerlichen Freiheit streiten; eine gedeihliche Zukunft mit vorbereiten, ivo eine wahrhaft humane Staatskunst Bismarcks die Gegensätze der modernen Ge- sellschast zu versöhnen strebt; der gewaltigen Entwickelung wirtschaftlicher Arbeit im Vaterlande ihre sicheren Forinen mit bestimmen; weitsichtig auch neue Betätigung für deutsche Kulturarbeit jenseits der Msere erschließen; auf allen Wegen ein leuchtendes Beispiel nationaler Entschlossenheit und freiheitlicher Kraft: unS aber, den politischen Freunden, allezeit ein treuer Kamerad und weiser Berater. Es ist uns ein Herzensbedürfnis, mit unseren Glückwünschen den innigsten Dank für alles daS zum Ausdruck zu bringen, was Sie uns in Ihrem langen, reich gesegneten Leben uns als Führer und Freund bis auf diesen Tag gewesen sind. So möge eS noch lange bleiben. Ihnen möge es beschieden sein, noch viele Jahre mit uns zu raten und zu taten. Der Partei in allen ihren Glieder,: wird damit willkommene Gelegenheit geboten sein, Ihnen Treue um Treue zu halten und immer aufs neue zu beweisen, daß sie in Dankbarkeit ihre verdienten Männer ehrt. So wünschen wir es von ganzem Herzen. Verehrungsvoll und freundschaftlich ergeben Die nationalliberale Fraktion des Reichtages. Dr. Sattler. Frhr. Heyl zu Herrnsheim. D. Blankenhorn. Die nationalliberale Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses. HobrechL E. v. Epnern. Dr. Friedberg. Eine Abordnung des früheren Wahlkreises Hammachers, bestehend aus Professor Hersmann-Ruhrort, Keetmann- Tuisburg, Hirsch-Essen überreichte ebenfalls eine Äldresse; diejenige des Provinzial-Komitees der nationalliberalen Partei Hannovers begleitete Abg. Wallbrecht, mit Erinner- ungsworten auch für Bennigsen und der treuen Freundschaft zwischen Rudolf v. Bennigsen und Hammacher. Dann kamen die Abordnungen der Deutschen Kolonialgesellschaft unter Führung von Excellenz v. Ho Neben, des Deutschen Flottenvcreins unter Führung des Generals Menges, des Deutschen Handelstages unter Führung von Geb. Kommerzienrat Dr. Frentzel und von anderen. Der Reichsverband der deutschen nationalliberalen Jugendvereine überreichte dem Gefeierten mit dem Gelöbnis unwandelbarer Treue für die nationalliberale Sache die Mai- Rummer der „Nationalliberalen Jugend", die sich als Festschrift für Hammacher darsbellt, der nationalliberale Jugendverein Berlin übergab eine Sammlung der aus dem Jugendverein hervorgcgangenen Aufsätze und Reden. Bis gegen 2 Uhr zog sich der Empfang! der Abord- nungen hin; auf jede der Ansprachen antwortete Dr. Hammacher in bewunderungswürdigem Eingehen auf alle die ans dem verschiedenartigen Charakter der vielen Abordnungen hervorgehenden besonderen Bezugnahmen auf die Tätigkeit Hammachers. Er entwickelte dabei ein erstaunliches Gedächtnis von Vorgängen und Personen wett zurückliegender Zeiten. Aus dem Reichstage. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 2. Mat: Daß Finanzdebatten recht interessant sein können, bewies die heutige Reichstagssitzung, in der zunächst der Etat der Zölle und Verbrauchs steuern zur Verhandlung stand. Aus den Zöllen zieht das Reich den weitaus größten Teil seiner Einnahmen. Es ist deshalb begreiflich, daß die Einzelstaaten ein Interesse daran haben, diesen! Einnahmetitel im Etatsvoranschlag reichlich bemessen sehen, weil sie dann entsprechend geringere Matrr- kularbeiträge zu zahlen haben. Tie Budgetkommission hat diesen Einnahmetitel bereits um 20 Millionen höher etatisiert. Abg. Dr. Paasche (nl.) wollte ein Uebriges tun und noch 17MillionenzugunstenderEinzel- fta aten einstellen. Er wählte die Form der Anregung, nicht des formellen Antrages, den er sich eventuell für die dritte Lesung Vorbehalten wollte. Den einzelstaatlichen Vertretern kam diese Anregung natürlich gelegen. Graf Hohenthal, der sächsische Gesandte, gab dem Ausdruck, indem er in beweglichen Morten die Beunruhigung schil-, derte, die durch die Gestaltung der Finanzen des Reiches in die Finanzen der Einzelstaaten hin ein getragen wurde. Ter Reichstag aber verschloß solchen Klagen sein Ohr und verfuhr ziemlich unsanft mit dem hohen Bundesrat. Auf der einen Seite hieß es, der Bundesrat lasse die wünschenswerte Sparsamkeit außer Acht, wenn es sich um die Bewilligung von Mitteln für Militär- und Marinezwecke handele. Auf der anderen Seite hielt man dem Bundesrat entgegen, er habe sich nicht ins Zeug gelegt für die rechtzeitige Mn- digung der Handelsverträge und das Inkrafttreten des Zolltarifs. Da der Spezialist des Zentrums in,' zollpolitischen Fragen, Abg. Speck, den einen Einwand!, billigte, den anderen nicht mißbilligte, gab es für die' einzelstaatlichen Finanzen nichts zu retten. Dr. Paasche trat leider den Rückzug an, er wird auch verzichten auf die Formulierung eines Antrags für die dritte Lesung des Etats, weil er seine Anregung für aussichtslos hält^ Ter Staatssekretär Frhr. v. Stengel war nicht in der. Lage, namens der verbündeten Regierungen zu ihr Stellung zu nehmen; aber er ließ durchbücken, daß das Schatzamt sich z u st i m m e n d verhalten würde. Ein gewisser Opti - m i s m u s in bezug auf die Entwicklung der Reichsfinanzen war also unverkennbar. Tenn wenn der in Einnahme gestellte Mehrbetrag tatsächlich nicht eingeht, dann muß das Reich anderweit für Deckung sorgen. Weniger kurzweilig als beim Etat der Zölle ging es beim Etat der Verbrauchssteuern her. Im Verlauf einer breit ausgesponnenen Zucker st euerdebatte entbrannte der Streit über die Zweckmäßigkeit des Beitritts! Deutschlands zur Brüsseler Zuckerkonvention von neuem. Die Agrarier wollen es dem Staatssekretär nicht glauben, daß dieser Beitritt als segensreich für die deutsche Zuckerindustrie sich erweisen werde. Sie sehnen die Zeit der hohen Ausfuhrprämien zurück. Wieder eilte Abg. Dr. P a a s ch e der Regierung zu Hilfe. Als „Vater"" des letzten Zuckersteuergesetzes und auf Grund seiner Informationsreise nach Kuba darf er besondere Kenntnis der Materie in Anspruch nehmen. Dem Zucker folgte das Salz. Für eine Beseitigung der Salz st euer plädierte Aba. Ku- lerski (Pole), weil nach seiner Meinung das Salz die einzige Speisewürze der armen Leute im Osten ist. der sich anschließenden Debatte wurde der Gedanke einer hohen Besteuerung der Automobile angeregt und dabei eine parlamentarische Stilblüte zur Entfaltung gebracht. Nämlich durch den Abg. Gamp (Rp.), der gegen die „Erdrosselung der Automobile" seine warnende Stimme erhob. Deutsches Reich. Berlin, 2. Mai. Der Kaiser besichtigte am heutigen Gedenktage der Schlacht von Gr.-Görschen auf dem Bornstedter Felde die Bataillone des ersten Garderegiments zu Fuß und das Lehr-Jnfanteriebataillon. Die Kaiserin war ebenfalls in einem offenen Vierspänner eingetroffen. Ferner waren die Generalität und viele ftemdländische Offiziere erschienen. Der Besichtigung schloß sich ein Exerzieren im Feuer an, wozu die 2. Kompagnie der Gardejäger mit der Maschinengewehrabteilung, die Unteroffizierschule, das 3. Garde-Ulanenregiment und zwei Batterien Garde-Feld- artillerie hinzugezogen waren. Rach dem Gefecht hielt der Kaiser Kritik ab. Sodann folgte ein Parademarsch. Darauf setzte sich der Kaiser an die Spitze des ersten Garderegiments zu Fuß und führte dasselbe nach der Stadt, wo er auf dem Kasernenhofe das Regiment noch einmal defilieren ließ. Später nahm der Kaiser das Frühstück bei dem Offtzierkorps ein. Die Kaiserin war nach dem Gut Born stad t gefahren. Ter Kaiser begab sich heute nachmittag vom hiesigen Stiü)t- schloß zu Pferde nach Berlin. — Die nationalliberale Fraktion im preuß. | Es können Gewinne entfallen von Der Klassenlotterie t Verzeichnis der G. Bähr, Tie C. Beäer, M E. Böcker, A" L. Diessenbm W. Ebel, M, G. Fayet, B F. Grüttner, W. Henn, T W. Höfer, 1 Aus Stabt und Kaud. Gießen, 3. Mai 1904. •* Taschenfahrplan. Wir weisen nochmals darauf hin, daß der Fahrplan der Strecke Butzbach—Sich fo wesentliche Aenderungen erfahren hat, daß wir einen Nachdruck zum Einkleben in das Büchlein veranlaßt haben. Dieses Einklebeblatt ist in unserer Geschäftsstelle kostenlos zu haben. •• Kurse für Volksschullehrer. An der Landesuniversität beqinnt am 11. Mai der vierte Fortbildungskursus ür Volksschullehrer. Die Vorlesungen finden jeden Mittwoch nachmittag von 4—7 Uhr statt und dauern bis Ende Juni. Es lesen: 1. Prof. Dr. Groos: Einleitung in die Philosophie (Metaphysik, Erkenntnislehre, Psychologie, Güterlehre); 2. Prof. Dr. Hansen: „Die Vegetation der Erde" mit gelegentlichen Besprechungen im botanischen Garten; 3. Prof. Dr. Sauer: Bilder aus der deutschen Kunstgeschichte, Architektur, Plastik, Malerei. •• DaS Museum desOberhessischen Geschichtsvereins wird fortan am 1. Sonntag nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten von 2—4 Uhr nachmittags dem Publikum geöffnet sein. Die Besichtigung an diesen Tagen vormittags fällt dann aus. — Das vor einigen Tagen von uns veröffentlichte „Eingesandt" sieht also seinen Wunsch in freundlichster Weise erfüllt. Wir danken dem Verein für sein schnelles Entgegenkommen. •• Sängerkranz. Wie wir hören, wird die Beteiligung bei dem Ausfluge des Sängerkranzes nach Weilburg am nächsten Sonntag eine derartige, daß es ratsam ist, die noch rückständigen Anmeldungen unverzüglich an den Vorsitzenden gelangen zu lassen, bevor die Liste geschlossen wird. — Bei etwas günstiger Witterung wird es eine äußerst lohnende Partie werden. ** Weshalb spielt man vorzugsweise gern in der Hessisch-Thüringischen Staatslotterie? Wie sich bei Vergleichung der verschiedenen Gewinnpläne der deutschen Staatslotterien und der von einer Aktiengesellschaft betriebenen Ungarischen Klassenlotterie für die in Betracht gezogenen Gewinnsorten die Gewinnaussichten für die Spieler gestalten, ist unanfechtbar zutreffend in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. V'd'cu, An lung schloß sich ein gemeinsames Mittagessen. N. B. Darmstadt, 2. Mai. Eine scharfe Strafe wurde heute von bei: hiesigen Strafkammer abermals einem nichtsnutzigen jugendlichen Baumfrevler zuteil. Der 1887 in Gerns heim geborene Taglöhner Jak. Grüll war am 11. März d. I. auf dem Johanneshof beschäftigt ge- ivesen und hatte dabei von seinem Arbeitgeber sehr reichlich zu trinken bekommen. Er war daher natürlich auch leicht zu duncmen Streichen auferlegt und hieb- auf der Heimkehr zwischen Gernsheim und Hühnlein ganz sinnlos mit einem Beil auf hie jungen Obstbäumchen ein, wodurch ein Schaden von ca. 20,75 Mk. entstand. Der Staatsanwal: beantragte als Sühne für diese Roheit 3 Monate Ge' fängnis. Das Urteil lautete auf 2i/r Monate. — 31 der seit einiger Zeit hier herrschenden Selbstmord« manie ist heute mitzuteilen, daß der 40 Jahre alte Ober- rechnungsrevisor A., der vor einigen Tagen sich durch einei Revolverschuß in die rechte Schläfe zu töten versuchte, un) zwar lediglich aus nervöser Ueberreizung, im städtischem Krankenhause gestern den Folgen seiner Tat erlegen ist " — Ein seltenes Schauspiel bot sich heute vornntta; aus dem hiesigen Meßmarkt dem Publikum dar. M einer der Verkaufsbuden auf dem Schillerplatz war plötzttc? Feuer ausgebrochen und dasselbe griff so schnell um fick, daß man bie Bude zusammenschlagen mußte, um die fayr der Weiterverbreitung des Feuers zu beseitigen. Da- den Marktbesuchern ohne Entree bereitete Schauspiel lockte natürlich eine zahlreiche Menschenmenge an. sd- Darmstadt, 2. Mai. Der Sonderausschuß zue Prüfung der Wahlrechtsvorlage trat am Dienstag den 2. Mai unter Vorsitz des Geh. Renierungsrats Haa. wieder zusammen. Sollte eine endgiltige Einigung nickt zu stände kommen, so dürfte der Zusammentritt des Plenums der Kammer überhaupt bis Herbst verschrb.n werden, da in einigen Abgeordneten-Keeisen wenig Neigung mehr für einen demnachstigen Zusammentritt besteht, zudem weitere wichtige Beratungsgegenstände nicht spruchreif smo. R B. Darmstadt, 3. Mai. (Eigener Drahlbericht) Schon wieder sind hier zwei Selbstmorde vorgekommen. Gestern abend erhängte sich ein 62jähriger Mann in seiner Wohnung am Marienplatz, und heute vormittag i/28 Uhr wurde ein 22 jähriger Laufburchse im großen Wocg ausgefunden, der sich einen Rev olverschu ß in die rech e Schläfe beigebracht und sich rückwärts ins Wasser gt- stürzt hatte. Frankfurt, 2. Mai. Das Mordwerkzeug, toc» mit die wegen Raubmordes Angeklagten Groß und Sta ,* forst den Klavierhändler Lichtenstein ermordet haben solle?., ist gestern abend von einem Wagnermeister an der Kreuzung ' Kassel, achtete hn ganz Baumblüte ist i * Hannov Mer Kaufmo bucke verausgc M au, vor en eme jetzige Bok ^Mglied N feinen Kor * Salle l ^end des qe te?h>el?e MeWene j Se von 800C vorden. j.’Senq - 2, ter, Mw» ÄtVaS 5 B wurde he 8>rma $Qn ft st M Sflabt® " am, A. Kcmimar K. Kockerbe! A. Kunst, 9 ff. Lauterbc E. Lieske, - A. Lotz, M F. Lucius, F. Mener,! R. MoÜy, 2 R- SRorbman H. Prediger, W. Schluudr R. Schlippe, E. Schneider A. Scholtysji R. Seih, Ti, W. Somme, 0- Storck, 9 R. Walz, Ti K. Wimmen A. Wich, 2 machen. Das Pferd scheute wahrscheinlich vor dem mitgenommenem Hund, warf den Reiter ab. der mit dem Fuß im Bügel hängen blieb und ins Feld geschleift wurde. Wahrscheinlich hat er dabei noch Hufschläge auf Kopf und Brust erhalten. Ein des Weges kommender Fuhrmann lud den Verletzten auf und fuhr ihn zum Arzte, der einen Schädelbruch konstatierte und die sofortige Ueberführung in die Klinik zu Gießen an ordnete. Der Verletzte blieb bewußtlos; sein Zustand ist lebensgefährlich. )( G r o ß - E i ch e n , 2. Mai. In der durch unsere Mesen fließenden Ilsbach wurde in voriger Woche „Forellen- b r u t" eingesetzt und zwar durch die Forstakademie zu Gießen im Beisein des Großh. Forstinspektors unserer Oberförsterei. Ter von Höckersdorf kommende Ilsbach eignet sich durch sein Quellwasser, steiniges Wasserbett und mit Erlen bepflanzte Ufer ganz vorzüglich als Forellenbach. Mit der Einsetzung von Forellenbrut in die benachbarte Ohm hat man die besten Ergebnisse zu verzeichnen. Während dort vor Jahren die Forelle gar nicht vorkam, der Weißfisch aber recht häufig, hat sich jetzt dieses Verhältnis fast vollständig umgekehrt. (!) Mücke, 2. Mai. Auf den Wächter des Dampfsägewerks der „Vogelsberger Holzindustrie" hier wurde in der Nacht auf Sonntag ein U e b e r f a l l ausgeführt. Ein Mann aus dem benachbarten Merlau überfiel den Wächter und schlug auf ihn ein. Der Ueberfallene setzte die Gendarmerie von Ruppertenrod telgraphisch in Kenntnis, worauf diese noch in der Nacht den Täter feststellte. Es liegt ein Racheakt vor, der seine Beweggründe in einer Anzeige des Wächters wegen Holzdiebstahls hat. sd. Darmstadt, 2. Mai. Die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank hielt heute im Kaisersaale hier unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Geh. Regierungs- rats Haas, ihre 20. ordentliche Generalversammlung ab, die aüs allen Landesteilen gut besucht war. Zunächst erfolgte die Vorlage der Bilanz, der Verlust- und Gewinn- Rechnung, sowie des den Vermögensstand und die Verhältnisse der Bank entwickelnden Berichtes des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1903, woran sich der Bericht des Aufsichtsrates über die Prüfung der Jahresrechnung, der Bilanz und der Vorschläge des Vorstandes zur Gewinnverteilung und die Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 1903 schloffen. Sie fanden ohne Debatte einstimmige Annahme. — Es folgte der Antrag des Aufsichtsrats, betr. die Gewinnverteilung: Aus dem Geschäfts- erträgnis von 1903 = Mk. 64 815.61 ist 1. dem Reserve- sond laut Gesellschaftsoertrag mit dem 20. Teil — Mk. 3241.28 überweisen, so daß bleiben Mk. 61 584.33, hiervon sind 2. den Aktionären 4 Prozent zu geben, und zwar auf 1100 vollgezahlte Aktien 1. Serie ä Mk. 200 — Mk. 220.000 (Mk. 8 für die Aktie) = Mk. 8800, auf 780 vollgezahlte Aktien 2. und 3. Serie ä Mk. 1000 = Mk. 780 000 (Mk. 40 für die Aktie) = Mk. 31 200, auf 500 zu 30 Prozent eingezahlte Aktien 4. Serie — Mk. 150 000 für 1/2 Jahr = 6 Mk. pro Aktie = Mk. 3000, zu- sammen Gewinn - Anteil der Aktionäre Mark 43 000; ‘ ferner von dem alsdann noch verfügbaren Gewinn von Mk. 18 584.33, zuzüglich des Gewinn-Vortrags von 1902 mit Mk. 2625.89, also von dem verfügbaren Ueberschuß von: zus. Mk. 21210.22; 3. Den Reserven zu überweisen: 25 pCt. dem gesetzl. Reservefond, Mk. 5 302.56, 25 pCt. der Betriebs» rücklage, Mk. 5 302.56, zur Abrundung der Reserven auf Mk. 150000 dem Reservefond 8 524.16 Mk. — 19 029.28 Mark, von dem verbleibenden Betrag von Mk. 2 080.94 werden der Beamtemvohlfahrtskasse des Reichsverbands der Deutsch. Landw.-Genossenschaften Mk. 500 zugewendet und als Gewinn-Vortrag auf neue Rechnung überschrieben Mark 1580.94. Der Antrag sand ebenfalls Annahme. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wird einstimmig Entlastung erteilt. Die laut Statut ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats: Heuerling, Kaufm. Wimpfen, G. Kalbhenn, Guts» des. Vilbel, I. Schmidt, Gutsbes. Guntersblum werden wieder, und für den zurückgetretenen Oekonomierat Ramge-Ueberau Prof. Dr. Hönig-Michelstadt neugewählt. An die Verfamm- KT W# zivecke" 60 MW SK Ät MS«! ,-tps morbid st Km-d- c* kSÄ-- ftleine M ,ri. d°s M» jirftion Hcn Cü ««-der » st ** Mun M nod> "" höhe von ungesa langjähriger Anges Aach, Treutlem u.. jij der Firma von kn erlittenen gr 6000 Mk. eingezah ojcgler's über 20( dnd die Verhüll. Vorstandes sL ht des Aussicht?, der Bilanz und Teilung und die Jahresbilanz jü en ohne Debatte Antrag des Aus. - dem Geschastr. 1. dem Reserve. = Mk. 3241.29 33, hiervon sind und zwar m' = Mk. 220.000 780 vollgezablte = Mk. 780000 », aus 500 zu = Mk. 150000 Mk. 3000, zu. Mark 43000; :en Gewinn tun trag? von 1902 i Ueberschuß von: erweisen: 25 M »Et. der Beines, sn Reserven m ölt. = von Mk. 2 080,94 Sommersprossen! 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Co. zu Fechenheim sein 25jähriges Jubiläum feierte, überwies zu Wohlfahrtszwecken die Summe von 100 000 Mark, von der eine Stiftung von 60 000 Mark für die Unterbeamten-und Arbeiter der Fabrik, eine Stiftung von 30 000 Mark für die Gemeinde Kchenheim zu gemeinnützigen Zwecken und eine Stiftung von 10000 Mark für den dortigen Kriegerverein für Unterstützungszwecke bestimmt ist. Wetzlar, 2. Mai. Am Samstagabend hatte sich im „Gasthof zum Dom" eine Anzahl Herren zwecks Gründung eines Spar-und Bauvereins für Arbeiterwohn- ungen versammelt, nachdem schon lange vorher die Vorbereitungen dazu von Freunden der Sache in die Wege geleitet worden waren. Tie Gründung eines solchen Vereins wurde einstimmig beschlossen und ein provisorischer Vorstand gewählt, der oie Statuten bis zur nächsten Sitzung ausarbeiten soll. Schon jetzt sind 20 Mitglieder endgiltig für die Sache des Vereins gewonnen. Kleine Mitteilungen aus .dessen und den Nachbarstaaten. Von dem neuen Theater in Frankfurt, das im Bahnhofsviertel errichtet werden und dessen Direktion Herr Otto Neumann-Hofer übernehmen sollte, äst es wieder still geworden. Es fehlen noch einige hunderttausend Mark, und die Leute, welche diese Summe hergeben, haben sich noch nicht gefunden. — Unterschlagungen in Höhe von ungefähr 40 000 Mk. hatte Georg Ziegler, ein langjähriger Angestellter der bedeutenden Schweinehandlung Koch, Treutlein u. Hessel in Frankfurt a. M. verübt. Jetzt ist der Firma von Ziegler als teilweise Entschädigung für den erlittenen großen Verlust ein Sparkassenbuch, auf das 6000 Mk. eingezahlt sind, sowie ein Schuldschein des Bruders Ziegler's über 2000 Mk. übergeben worden. — Der Besitzer des »Hess. Hofes in Butzbach teilt uns mit, daß der plötzliche Tod eines Branntweinfabrikanten, von dem wir berichteten, nicht in seinem Hause vorgekommen sei. Universität Kietzen. Verzeichnis der neu immatrikulierten Studierenden. Medizinische Fakultät. G. Bähr, Tierhlk., Reoven, Frankfurterstr. 61. O. Becker, Med., Friedberg, Roonstr. 34. E. Böcker, Med., Gelsenkirchen, Wolfstr. 2L L. Dieffenbach, Med, Lich, in Lich. W. Ebel, Med., Lorsch, Grünbergerstr. 8. G. Fayet, Med., Gießen, Gartenstr. 26. F. Grüttner, Tierhlk., in Braunfels. W. Henn, Tierhlk., Braunfels, Hof Heisterberg. W. Höfer, Med., Homburg v. d. H., Stephanstr. 11. F. Hoth, Med., Berlin, Steinstr. 71. W. Jaeger, Tierhlk., Woltershausen, Crednerstr. 12. A. Kaufmann, Med., Morsbach, Crednerstr. 34. K. Kockerbeck, Med., Gießen, Wilhelmstr. 5. A. Kunst, Med., Höhr, Hofmannstr. 14. F. Lauterbach, Tierheilk., Burscheid, Frankfutterstr. 22. E. Lieske, Tierhlk., Guben, Nordanl. 31. A. Lotz, Med., Hechtsheim, Bruchstr. 5. F. Lucius, Tierhlk., Duisburg, Franksurterstr. 41. F. Meyer, Med., Oberbauerschaft, Bahnhofstr. 30. K. Molly, Med., Siegburg, Grünbergerstr. 3. K. Nordmann, Med., Gießen, Westanl. 5. H. Prediger, Med., pessen-Oldendott, Franksurterstr. 43. W. 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Er gibt an, vor einigen Tagen aus Berlin gekommen zu sein, seine jetzige Wohnung verschweigt er. Die Polizei ailaubt, daß er Mitglied einer Falschmünzerbande ist und fahndet nach seinen Komplizen. * Halle a. S., Unbekannte Einbrecher stahlen während des gestrigen Gottesdienstes aus einem hiesigen Juwelierladen 15000 Mark an Werts achen. Ter Bestohlene ist unversichert. Ein ähnlicher Diebstahl im Werte von 8000 Mark ist schon jüngst hier ausgeführt worden. * Jena, 2. Mai. Der Leutn ant Graf De hm hat infolge schwerer langer Krankheit seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht.__ — Schmidts = Patent-Wasch maschi nen D. R. P. mit Doppelboden und Metalldeckel sind allen voran —125 000 Stück im Gebrauch = Jedes einschlägige Geschäft führt diese Maschinen. Ochsensteisch 54 Pfg. [4053 war, ist und B illOX2 bleibt das beste Schutzmittel geg.Motten. 20Psg. Adler-Drogerie Seltersweg 39, Otto Schaaf. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Heffen für Mittwoch, den 4. Mai 1904: Schwach windig, bei kälterer Nacht tagsüber etwas wärmer, meist heiter, zunächst wieder trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Ilenelte Meldungen. Originaldrahtineldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 3. Mai. Ter nationalliberale Abg. Professor Dr. Friedberg hat die von ihm nachgesuchte Entlassung aus dem preußischen Staatsdienst unter Ernennung zum Geheimen Regierungsrat erhalten. Berlin, 3. Mai. Ter neue bayrische Verkehrsminister v. Frauendorfer hat beim Staatssekretär des Reichspostamtes die Einführung des Postcheck-Verkehrs von neuem in Anregung gebracht. F r a n k f u r t a. d. Oder, 3. Mäi. Jür Reichstagswcchl- kreise Frankfurt a. d. O.-Lebus kam eine Einigung aller bürge rlichenParteien auf den NationalliLs- ralen Bass er mann zu stände. Rom, 3. Mai. Wie das „Giornale d'Jtalia/" aus Bari erfährt, hat der dortige deutsche Konsul, um phantastisch en Gerü ch t en über den abgebrochenen Besuch des deutschen Kaisers entgegenzutreten, die Mitteilung gemacht, der Kaiser habe durch einen Kabinetts- Kurier wichtige Schriften erhalten, welche ihn veranlaßten, vor 4 sslhr morgens mit seinen Räten zu arbeiten und die sofortige Rückfahrt zu befehlen. Der Kaiser habe sein Bedauern über seine plötzliche Abreise geäußert und >die Hoffnung ausgesprochen, in Begleitung der Kaiserin wieder zurückzukehren. Rom, 3. Mai. In der Rumpelkammer eines MuseumS entdeckten zwei Kunsthistoriker ein seit Jahrhunderten gesuchtes Porträt des Kardinals Bembo von Tizian. Petersburg, 3. Mai. Obgleich die letzten Meldungen besagen, daß der Kampf am Jalufluß fortdauert, hat der Generalstab der Presse keinerlei Mitteilung zugehen lassen. In der Stadt verlautet, daß 2000 Russen getötet seien. Das Schweigen des Gienerab» stabes sowie die Privatnachricht, daß die Japaner eine bedeutende Uebermacht an Truppen, namentlich an Artillerie besitzen, gibt den Gerüchten neue Nahrung. Tokio, 3. Mai. Ein russischer Offizier, welcher in japanische Gefangenschaft geraten war, erklärte, das Ar- tilleriefeuerderJapanerseidenRussenmör- deri sch geworden. Die letzten Telegramme berichten, daß Offiziere und Mannschaften einen großen Enthusiasmus über den Sieg an den Tag legen. Bekanntmachung. In das Handels-Register Abt. B wurde heute bezüglich der Firma „Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Gießen" eingetragen: Die Prokura des Edmuth Henel und des Wilhelm Krönig ist erloschen. Max Magdeburg ist aus dem Vorstand ausgeschieden. Wilhelm Pfarrius, Darmstadt, ist als stellvertretender Direktor bestellt. [4033 Gießen, am 2. Mai 1904. Großherzogliches Amtsgericht. WMch den 4. Mai l. Z., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Möbel aller Arten, 1 Regulateur, 2 Jagdgewehre, 1 Pianino u. a. m. 4014 Geißler, Gerichtsvollzieher. JL rratten-Gift JL t „Ackerten“ L staatlich anerkannt als sicherstes Mittel zur schnellen und vollstän- diqeit Ausrottung. Packet 50 Pfg. Philipp Schwager Wwe., Gießen Kunst und Wissenschaft. — D i e Königin von Rumänien (Carmen Sylva) hat, wie berichtet wird, ein ihr gehöriges Schloß am Rhein zu einem Asy l für Sch ri s tst e l ter bestimmt, welche an ihrem Lebensabend nicht genügend Subsistenzmittel besitzen. — In dem Bericht über den Vortrag von Prof. Sommer bei der Jahresversammlung des deutschen Vereins für Psychiatrie (vgl. die vorige Nummer unseres Blattes) enthält der Schlußsatz ein Mißverständnis des Referenten, da Professor Sommer, wie derselbe uns mitteilt, von einer weitgehenden Anerkennung nicht gesprochen hat. Es wurden bei dem Vortrag eine Anzahl von Kurven durch Projektion gezeigt, welche die Anwendung der betreffenden Methoden in wissenschaftlicher und praktischer Beziehung erläuterten. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Die Aussichten unserer Industrie. Trotzdem die Börse gegenwärtig wegen der Börsengiesetzdebatte sehr verstimmt war und noch ist, totrb speziell in ihren Organen der weiteren Entwickelung der deutschen Industrie ein ganz ungewöhnlich günstiges Prognostikon gestellt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Interessengemeinschaft der beiden mächtigen Syndikate der deutschen Montanindustrie bereits große Resultate gezeitigt hat. Eine kräftige Belebung der Industrie sei unzweifelhafte Tatsache. Das Auslandsgeschäft hat sich so stark gehoben, sdaß im Export teilweise höhere Preise als im Fnlandsverkehr erzielt wurden. Viele meinen, daß die Tätigkeit der Syndikate noch in der ersten Entwicklung steckt und es fehlt sogar nicht an Beurteilern, die der De- ♦ Hamburg, 2 Mai. Nach einer von dem Bureau „Veritas" veröffentlichten Statistik sind in den März stürmen 68 Schiffe verloren gegangen, und zwar 44 Segelschiffe und 24 Dampfer, darunter drei deutsche. Außerdem wurden 512 Schiffe durch Unfall beschädigt, darunter 61 deutsche. * Bamberg, 2. Mai. Der Ren tamtssekretär Senf stürzte vom Ehrenbürgerfelsen in der fränkischen Schweiz ab und war sofort tot. * Straßburg (Elsaß^, 2. Mai. Nachts nach 12 Uhr 30 Min. wurde hier und in aer Umgebung ein 30 Sekunden andauerndes ziemlich heftiges Erdbeben verspürt, das in der Richtung von Osten nach Westen ging. Nach Blätter- meldungen soll sich das Erdbeben auch im Oberelsaß bis in der Colmarer Gegend bemerkbar gemacht haben. Hlniversttäts-Machrichten. — Professor Dr. Konstantin Höhlbaum. Mit Professor Konstantin Höhlbaum, der soeben in Gießen nach längerem Leiden gestorben ist, ist ein vornehmlich kritisch gerichteter Vertreter der deutschen Geschichtswissenschaft dahingegangen. Höhl- baum war ein Balte von echtem Schrot und Korn, zäh und hartnäckig in der Verfolgung dessen, was er als recht erkannt hatte. Seine ersten Forschungen galten der Aufhellung der älteren Geschichte seiner Heimat. Als der Hansische Geschichtsverein anfangs der 70er Jahre gegründet wurde, gehörte Höhlbaum mit seinem Freunde und Landsmann v. d. Rapp zu den ersten Mitarbeitern und erhielt den Auftrag, das Urkundenbuch der deutschen Hansa zu bearbeiten. Eine überaus große Zahl von Archiven hat er hierfür besucht und durchforscht. Drei Bände, deren erster 1876 erschien, sind von ihm selbst mustergiltig bearbeitet worden, während die Fortsetzung der Arbeit längere Jahre unter seiner persönlichen Leitung gestanden hat. Als Stadtarchivar zu Köln hat er in zehnjähriger Wirksamkeit seine Aufgabe in streng wissenschaftlichem Sinne aufgesaßt. Er schuf die neue Organisation der ihm unterstellten Anstalt und wirkte unverdrossen unterstützt von jüngeren Kräften an der Neuordnung und wissenschaftlichen Verwertung der ihm anvertrauten reichen Schätze. In den ^Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln" begründete er ein Organ, das die Ergebnisse der Ordnungsarbeiten und die daran anknüpsenden Studien den Fachgenossen erschloß. Weiterhin ermöglichte ihm die Gründung der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, bei welcher er sich neben Lamprecht und Mevissen ein hervorragendes Verdienst zuschreiben durste, eine fruchtbringende, zielbewußte Tätigkeit für die rheinische Geschichte. Seit dem Jahre 1886 Vorsitzender der Gesellschaft, hat er sich um die Verwirklichung ihrer Bestrebungen die größten Verdienste erworben. Diese belohnte ihn durch die Ernennung zum Ersten Ehrenmitgliede des Vorstandes. Die sorgfältige Ausgabe deS älteren Teiles des Buches Weinsberg, einer Kölner Chronik des 16. Jahrhunderts, ist die Frucht feiner aktiven Mitarbeit auf dem Gebiete der rheinischen Geschichte. Die beiden Bände des Kölner Hansa-Jnventars (1531—1591), deren ersten er unter Mitwirkung von Keussen herausgab, sind neben den drei Bänden des hansischen Urkundenbuches ein beredtes Zeugnis für seine unausgesetzte Arbeit aus diesem Felde. In den letzten Lebensjahren beteiligte er sich mit Eifer an den Bestrebungen, die hessische Geschichte auf eine ähnliche Grundlage zu stellen, wie sie der rheinischen Geschichte durch die .Gesellschaft" bereitet wurde. Höhl- baums Begabung lag in der Hauptsache auf dem Gebiete der kritischen Untersuchung, als deren Muster sein letztes soeben erschienenes Werk über den Kurverein von Rense gelten darf. Zu einer großen zusammenfassenden Darstellung aus seinem Studiengebiete ist er leider nicht mehr gelangt. Vorzeitig hat ihn, den Unermüdlichen, der Tod dahingerafft. (Köln. Ztg.) Freiherr v. Hertling, der Unterhändler zwischen dem Vatikan und der Reichsregierung, legt seine Professur an der Universität München im Herbst nieder Wie verlautet, soll er zum Lohn für seine Verdienste bei der Errichtung einer katholis chen Fakultät in Straßburg und Mitwirkung bei Beseitigung des Paragraphen 2 des Jesuitengesetzes zum Gesandten beim Vatikan ernannt werden. '?) Restamant Royal. Dienstag abend 8*/, Uhr und folgende Tage: Grosses Konzert der 02574 Höervayerischen Sänger- und Tänzer-KefeTschaft „D’Untersbergei1“ nnter Leitung des bekannten Komponisten und Zithervirtuosen A. Reinert. Programm. 1. Aus dem Kärnthnerland, Marsch, Koschat. 2. Die Freud im Gebirg, tiroler Volkslied. 3. Fliege, du Vöglein, Duett, Äbt. 4. Tas erste Herzklopfen, Gavotte, Eilenberg. 5. Heinzelmännchen, Polka, Nentwich. 6. Auf der Zwieselalm, Mazurka- Idylle, Kretlner. 7. Ein Traum, Alt-Solo, Braud. 8. Lenzfreuden, Humorist. Quadrille, Wolf. 9. Wer uns getraut, Duett, Strauß. 10. Steirer Tanz. 11. Die Mühle im Schwarzwald, Gavotte, Eilenberg. 12. Der Wasserfall, tiroler Volkslied, Schenk. 13. Haidegrab, Tenor-Solo, Heiser. 14. 's Kirta-Fest, Idylle aus den bäy- rischen Bergen, Brixner. 15. Schuhplattler-Tanz. Täglich punkt 7,10 und 11 Uhr: Echt Oberbayer* Schuhplattltanz* Zur Barg, Xldi-Dsdfli Sonntag den 8. Mai: Grosse Tanzmusik ausgeführt von der Gießener Feuerwehrtapeüe. Eintritt frei. 02573 Bier im GlaS 8/10 10 Pfg. 21 Ile Ingredienzen 2237 3um Anstreichern und wichsen der Fritz- böden, sowie zu allen sonstigen Anstrichen und Lnckierungen in größter Auswahl billigst bci Emii Fischbach. Lmmchrchn Mitesser, Blütchen, Pusteln oerimzieren jedes Gesicht, darum wasche man sich täglich mit „Jsma"-Lilieninilchseife. Stück 50 Pfg. Allein echt: Ph. Schwager Wwe., Drogerie Markt 8. [4022 TM- M Speiseklirtossel», Prof. Wohltmann u. Eeres, abzugeben per 50 Kilogr. 3 Atk. iiikl. Sack, größere Posten billiger. [4043 Ludloff, Hofgut Merlau b. Mücke, O.-H. 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Äebigung gebrach Krbings sm, w daß im Plenum n minion angenomm jullung bei vorlä her Unlersuchungs Enveiterung der iö geßelli werden, aV leil aller nicht t 6er in Aussicht jt eine erneute Prüfi rnig ist regierun bei Erweüerungs hriiibe bas Zusta würbe aber zu ungen finb schon Enlschädigungsps größeren Staate! i^biete besitzen, falls es zuslanbe bejirebung auf bi für bas Keichstal bare anzunehmen. AkiMug des Litzu