I end Sünents 1111 hll KM m Wm. «W uni Ack Ws« Getimt i dk« MiÄmch m werden muß und m völlige Enthaltung Lü, auch durch volksunterhallunaS. -chnen dabei oui die N, auch der Vertreter mttlung dringend en lüs: Georg Dahmn, Vor» Proiessor D. Drews. der OtiSfrantenfafie. lmaim Hechler. Rab- : drvjeßor D. Kallen- iaufmaM L Krumm. l Hotelbesitzer Äuslav . M Ploch. Land« bmam. pauptltbm: »her. Pmesior D. ior Traber. Prival- Lecharu M-rWer- edrzmallkUDr. Rouge- imberg.__W S ÜS iie en. Nr. 28 Erscheint täglich außer Sonnlag- Dem (Äteßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siehencr Kamillen- Hättet oievmal tn der Woche betflelegt RotatlonSdruck il Der> Urq Oer B r ü h l'schon UntDerl.-ibud)- u. Stern- krude tei (Prelich (fcrben) lUftof tton, LxvedrNoa und Druckerei: vchalstratze ?. ttbrefle für Depeschen, «uzetger Gtetzen. FrrniprrchonlckUutzNr 51. Mittwoch 3. Februar 1804 154. Jahrgang Erstes Blatt. ve»ngöpeet-, monatlrch75Vt^ otertel- sührllch Mk. 2.20, durch Vlbbole- u. Zweigstellen iiwnatltd) 65 Vi., durch Vie Post Mk.2.— otertel- |äbrl auSichi. Bestellg. Annahme von Anzeigen fn die Dagesnummer Jt6 vormUlagd 10 Uhr. > Ellenprrte. total 12 'ÖU awlwdctf K) Psg. Wetaei»•rilldb tüt den polU an» allgem. Teil V- ®Htto tüt .Stadt und txmö' und .Gerrchldtaaf August Götz Hh den An» teiaenlell van« ibed. GietzenerAnzeiger Genera!-Anzeiger ** ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ö hat Wilhelm. Wohlergehen nimmt. Berlin, 1. Februar 1904. Deutsches Keich. Berlin, 2. Febr. Der Kaiser empfing heute den Fürsten Pleß, hörte die Vorträge des Chefs des Militar- kabinetts und des Chefs des Admiralstabes und nahm mili- tärische Meldungen entgegen. Keer und Motte. — Eine Alarmierung der MünchenerGar- nison durch den Kaiser anläßlich der Jtalienreise stellt der „Nümb. Anz." in Aussicht und die partikularisttsche Presse, die zurzeit in München absonderliche Blüten treibt, ist mit Geheul über das gefundene Fressen hergefallcn. 2üls den Versailler Verträgen, die man dabei der Revision bedürftig erklärt, wird uachzuweisen versucht, daß der Befehl zum Alarm der Münchener Garnison nur vom Oberbefehls-- haber der bayerischen Armee ausgehen könne. In der Praxis hat der Kaiser, der die bayerische Empfindlichkeit zu schonen weiß, das Jnspektionsrecht noch niemals bis ,Mr Alarmierung irgend einer bayerischen Garnison ausgeuot, und so wird es, trotz der Gespensterseherei der Partrmla- risten, wohl auch bleiben, wenn der Kaiser auf seiner Reise über die Alpen Badern und München überhaupt berühren sollte. Denn es führen bekanntlich verschiedene Wege nach dem sonnigen Süden. Kolonialpost. — Paraden im Tschadseegebiet meldet mehrfach der Gouverneur v on Kamerun v. Pu1t k amer in seinem im „Kolonialbl." veröffentlichten Bericht über seine Reise in das Tschadseegebict. Am 18. September 1903 traf Gouverneur v. Puttkamer weit hinten rm Hinterland von Kamerun in Garua ein. Dort ist eine deutsche Militar- station eingeri^tet. Owuverneur v. Puttkamer beiickf t mm: Auf einem großen, freien Platz vor dem Stationstor erwartete mich die (Garnison in Paradeaufstellirng. 40 Reiter und 30 Mann, mit Oberleutnant Sandrock und Unteroffizier Handke, sowie der Lamido Buba mit seinem Gefolge, sämtlich beritten. Nach Begrüßung des Lamido und Besichtigung der tadellos gehaltenen Truppe „wurde alles entlassen". Einige Tage darauf entbot der Gouverneur die Fullahfürsten zu sich nach Garua. lieber die feierliche Versammlung der „Großen Adainauas" schreibt Gouverneur v. Puttkamer: „Vor dem von mir bewohnten Stätionshause zunächst unter dem Kommando des Oberleutnants Sandrock Aufmarsch und- — Auf die vom Magistrat der Stadt Berlin dem Kaiser anläßlich seines Geburtstages dargebrachte Huldigungsadresse ist nachstehende Antwort eingegangen: Dem Magistrat danke ich herzlich für die mir im Namen der Neicbshauptstadt zu meinem Geburtstage gewidmeten Glückwünsche. Es hat meinem Herzen wohl- getan, aus den mannigfachen festlichen Veranstaltungen, der Ausschmückung und Beleuchtung der Gebäude, den patriotischen Ausführungen de'- Berliner Tagespresse und den jubelnden Zurufen auf den Straßen zu ersehen, welchen freudigen Anteil die Berliner Bevölkerung att meiner glücklichen Wiedergenesung und meinem ferneren Klagen über die Geschäftslage des Reichstags kehren in der Zentrumspresse beinahe in regelmäßigen Zwischenräumen wieder. Daß sie in diesem Jahre besonders berechtigt sind, liegt auf der .Hand. Noch niemals, so sagt jetzt auch die „Deutsche Tagesztg.", hat der Reichstag bei der zweiten Beratung des Etats eine solche Hochflut von Resolutionen über sich ergehen lassen rumsen wie in diesem Jahre. Wenn wir recht gezählt haben, sind bisher allein zum Etat des Reichsamts des Innern annähernd drei Dutzend Resolutionen em- gebracbt worden. Sprechen zu jeder dieser Resolutionen nur drei Redner und ein Regierungsvertreter, so ergibt Mv etwa 150 Redner, und wenn jeder dieser Redner nur 20 Minuten spricht, so werden durch diese Reden allein 10 Sitzungstage verbraucht. Um die Zeitvergeudung zu hindern und die Geschäfte des Reichstages zu fordern, gibt es kein anderes Mittel, als eine zweckmäßige und vernünftige Abänderung der Geschäftsordnung und vor allen Dingen die Selb st z u ck» c der Abgeordneten. Avßnftrfrnieses Verhalten und forderte die polnische Bevölkerung in der Heimat und in der Fremde auf, sich diesem Protest anzuschließen. — Die „Freisinnige Zeitung", das Organ Eugen Richters, soll sich nach dem „Vorwärts^ in f inan - zi ellen Schwierigkeiten befinden. Wie der „Vorwärts" mitt eilt, handelt es sich um die Summe von 60000 Mark, die aufgebracht werden muß, um das Blatt zu halten. Es sind Bemühungen im Gange, das Geld in den Kreisen der freisinnigen Volkspartei zusammenzubringen. Posen, 2. Febr. Augenblicklich erfolgen in der Provinz zahlreiche Ausweisungen von Ausländern, darunter viele, welche bis zu 30 Jahren in der Provinz ansässig sind. Dresden, 2. Febr. Nachdem nunmehr das „Vaterland", das offizielle Organ der mit Zweidrittelmehrheit in der Zweiten sächsischen Kammer ausschlaggebenden Eon» servativep Partei gesprochen hat, ist an ein Zustandekommen der von der Regierung geplanten Wahlrechtsreform kaum noch zu denken. Das „Vaterland" erkennt zwar zögernd an, daß die Reformvorschläge der Regierung einiges Erwägenswerte und vielleicht Annehmbare bieten (Heranziehung der Vermögenssteuer bei der Klasseneinteilung, Vermehrung der städtischen Wahlkreise und größere Berücksichtigung von Industrie und Gewerbe in der Ersten Kammer), allein es perhorresziert auf das Aller entschiedenste den als das „Wesentliche" bezeichneten Teil der Vorschläge, der der Sozialdemokratie ,16 Mandate sicher zufallen läßt. Straßburg, 2. Febr. Die „Reveilles des Alpes" veröffentlichen einen Brief Delsors an eine befreundete Dame. Er schreibt u. a.: „Ich fühle, wie Ihr Herz alsElsässerin und Französin von der Schmach, die man mir angetan und die ganz Elsaß betroffen hat, zittert und deshalb weine ich darüber. Ich werde aber sicherlich nach Frankreich zurückkehren und mich nicht mehr ausweisen lassen, da ich mehr als Franzose fühle, wie diejenigen, die den Mut haben, solche Maßregeln zu ergreifen. _____________________ lich im Durchschnitt drei Millionen Mark Lohn fession mit einem Unterschied in der Wartezeit, der zeh an ausländische S o m m er ar b e i t er zahlt. Nur zwölf Jahre oder mehr beträgt. Herr Schönstedt h ein sehr geringer Teil dieser Summe kehrt in deutsche eine neUe Klasse von Rechtsanwälten geschaffen, . den öände zurück auf dem Wege der Bestellungen und Einkaufes Justiz rat ohne Notariat. Das ist der jüdische seitens der fremden Arbeiter bei den deutschen Handwerkern lIustizrat; denn wenn ein christlicher Rechtsanwalt so und Gewerbetreibenden. Tas Geld wandert in der Haupt- alt geworden ist, daß ihm der Justizratstitel verliehen fache über die Grenze, trägt also, da es sich meist um wird, hat er seit Jahren das Notariat. Woher kommt Slaven handelt, zur wirtschaftlichen Stärkung der Elemente es, daß jüdische Richter von der Beförder- bei, die dem Deutschtum den Kampf auf der ganzen Linie ung in höhere Stellen an § geschlossen sind? erklärt haben. Denn Sommer ist nicht die Ausnahme, die die Regel be- Wie in Mecklenburg, so verhält es sich auch in anderen stätigt. Sind sie als Juristen weniger tüchtig, als Menschen Gegenden des Vaterlandes, und der der deutschen National- weniger zuverlässig, als ihre christlichen Amtsgenossen? wirtschaft derart entstehende Schaden kann natürlich nicht I . Wer einen Kommentar zu Artikel 4 und 12 der wettgemacht werden durch einen billigeren Preissatz, zu preußischen Verfassung und zum Reichsgesetz von 1869 aus dem die slavischen Arbeiter sich vielleicht verdingen. Die Grund der preußischen Verwaltungspraxis schreiben wollte, Erkenntnis von der! Bedeutung dieser Gefahr bringt in immer fönnte die wunderlichsten Tatsachen berichten. Wie rnan- weitere Kreise und hat erfreulicherweise bereits den Ver- cher Assessor erhielt nicht vorn Personalrat und selbst vom such gezeitigt, deutsch-ungarische und vlämische Arbeiter für Präsidenten des Oberlandesgerichts die beste Aussicht auf die mitteldeutsche Landwirtschaft heranzuziehen. Die In- die Richterstelle, bis sich plötzlich ergab, daß er ,noch ftitulion der Sachsengängerei polnischer Arbeiter läßt sich Jude sei. Da wurden die Gesichter lang oder auch freilich nicht im Handumdrehen aus der Welt schaffen,! mürrisch, und es fiel wohl das Wort: ,Jch uns selbst aber wenn darauf hingewirkt wird, ihr Schranken zu ziehen, l sind die Hände mehr gebunden, als uns lieb isf. Oder der sie mehr und mehr einzudämmen, dann ift im nationalen Landgerichtsrat, dem Hoffnung auf die Direktorstelle ge- Jnteresse viel gewonnen. , . macht war, wird enttäuscht mit dem Bescheid entlassen: Hauptsächlich kommt es darauf an, für die slavischen ^Exzellenz bedauert, bei Ihnen doch das Prinzip nicht Arbeiter östlich der Elbe, wo'die Landwirtschaft überwiegt, durchbrechen zu können!' Oder der Richter, der sich um die Ersatz zu schassen. Zutteffend weist ein im Kampf gegen Stelle des Oberlandesgerrchtsrats bewirbt, wird ge- das Volentum in erster Reihe stehendes Blatt der Ostmark fragt, 0& Cr sich habe taufen lassen. >Er ver- auf die Möglichkeit und Notwendigkeit hin, eine Wander- neint; er könne das nicht, schon mit Rücksicht auf ung derjenigen in Rußland, Ungarn und Rumänien leben- seine alte Mutter. Und nach abermals Jahresfrist den deutschen Feldarbeiter nach Deutschland zu organisieren, richtet ein wohlmeinender Herr an den Bewerber bte die alljährlich über das große Wasser ziehen, dort als- Frage: ,Lebt denn die alte Frau immer noch? bald in die Reihen der Industriearbeiter eintreten und Ja, wenn der Jude getauft ist, dann ist es etwas an- so mittelbar zur Stärkung der neuen Welt irn.wirtschaft- pers. Dann kann er Direktor und Präsident lichen Kampf gegen Europa beitragen. Ohne Zweifel würden werde n." <_ , es auch die Regierungen Rußlands, Ungarns und Rumäniens $ie „Deutsckn Tagesztg." des Wundes der Landwirte lieber sehen, daß diese Feldarbeiter nach Deutschland gingen 15eTncrTt dazu folgendes: anstatt nach Amerika, wo sie gar schnell der alten Staats- „<£ie „Boss. Ztg." ist ganz entzückt davon, daß der angehörigkeit sich entäußern. Wenn also das Berliner Aus- jüdische Landgerichtsrat Tr. Sommer aus Frankftrrt a. M. wärtige Amt in Sachen der Organisierung der Feldarbeiter- ^m Oberlandesgerichtsrat in Kassel ernannt worden ist, Wanderung nach Teutschland sich mit den betreffenden Re- obwohl er nach den Worten des genannten Mattes „nichts gierungen in Verbindung setzen wollte, so würde es wohl getan hat, um zuvor den Nachweis guten Glaubens zu Entgegenkonunen finden. Ist doch auch die Leutenot weder erbringen." Ob die „Voss. Ztg." mit diesem Freudenerguste in der Landwirtschaft Rußlands noch in derjenigen Ungarns foem Herrn Tr. Sommer und den jüdischen Assessoren einen ober Rumäniens so brennend wie in Deutschland. Vor besonderen Gefallen tut, ist recht zweifelhaft. Wir haben allem kommt es, wie gesagt, darauf an, den slavischen keinen Grund, an dieser Ernennung Kritik zu üben, da es Elementen die Verdienstgelegenheit auf deutschem Boden ^ns verhältnismäßig gleichgilttg erscheint, ob ein jüdischer zu beschränken. Solange diele Notwendigkeit nicht genügend Richter an einem Landgerichte wirkt. Wir sind und bleiben berücksichtigt wird, helfen die großen Aufwendungen der er Ueberzeugung, daß nur christliche deutsche Polenpolitit auch nicht viel. An Stelle der abgeschlagenen Männer berufen sein sollen, in einem beut» Köpfe wachsen der Hydra flugs neue. Gelten diese Aus- sch^n christlich en Sta ate Recht zu sprechen. Wenn uhrungen in der Hauptsache der Landwirtschaft, so treffen aber dieser Grundsatz nicht durchgeführt worden istz so er» ie doch auch zu auf die deutsche Industrie, namentlich j^^nt uns ein jüdischer Richter als Kolleg! alrichter )en Bergb an, in dem zahlreiche polnische Arbeiter be-! tmmer noch erträglicher wie als Einzelrichter." chüftigt werden. Deren Ersetzung durch national ungefähr- Bon anderer Seite wird uns mitgeteilt, Dr. Sommer irfie Elemente, wenigstens im Westen, wird zwar fchwer i f^ auf dem Kasseler Gymnasium ein Schulfreund d es ' ...... Bei mehreren Gelegenheiten bargetan, daß er sich dieser KaMsche Tagesschau. 1erhmere. Die Stellung der Juden im preuß. Nichteramt Berlin auf der Stenersuche. wird von der „Boss. Ztg." behandelt: p Berlin, LFebr. der Verwaltung des Herrn Sch-nstedt ist etwas Ti- RetchShanptstadt befindet sich mrt h-rß-m Bemüben ocfcbeb-n was seinen sesten Ueberlieserungen widerspricht, aus der Stenersuche. Wre wir erfahren, rst iungst erne Kn ein leibhastiger, ungetanster Jude ist Ober- Anzahl von Personen, die en den Vororten Berlins ihren I^ndDsgerchtsrat geworden Ern Ereignis ohne Bei- Wohnsitz haben, aber ein Bureau oder dergl. m Berlin fhier feit der heutige Justizminister die Vorschläge für die halten, von der S.teuerdeputatiou mit der Aufforderung der Ricbterämter macht. Die Nachricht ist so beglückt worden, Mitteilung zu machen, wo und verblüffend daß sie niemand für wahr hielte, wenn sie Steuern sie entrichten. Ter Gedanke dabei durfte jetav amtlich veröffentlicht wäre Aber es steht wirklich falls sein, den einen und anderen Steuerpflichtigen ganz im^Ejüngsten JUsttzministeriaM?tt sc^arz aif weiß: der oder zum Teil für Mrlin zu reklamieren. Groß wird der Landgemchtsrat Tr. Sommer aus Frankfurt a. M. Erfolg dieses „Fischzuges-" schwerlich fern. ift -um Oberlandesgerichtsrat in Kassel ernannt worden. Und Dr. Sommer hat nichts getan, um zuvor den Beweis ,guten Glaubens' zu erbringen. Nach der preußischen Verfassung sind die ö ff ent lichen Aem ter unter Einhaltung der von den Gesetzen festgestellten Bedingungen für alle dazu Befähigten gleich zugänglich^ de, G'nuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte ist unabhängig vom rekigiös-n B-k-nntnrs. Mc aus der Verschiedenheit des Bekermtnisfes hergeleiteten Beschränkungen dieser Rechte süid obenein im Reichsgesetz vom 3. Juli 1869 aufgehoben worden. Schon der Bericht der Revisionskommission der zweiten Kammer über die Verfassung sagte, es sei der Sinn des Artikels 4 daß fein Standes-, Glaubens- noch sonstiger Unterschiede den Befähigten von der Bewerbung um die.öffentlichen Aemter und von deren Erlangung ausschließen soll. Gleichwohl hat der Justtzmiuister Schönstedt am 31. und 8 und 9. Febr. 1901 erklärt, daß er bei der bon Stellen in seiner Verwaltung, insbesondere auch bet dertänennung von Notaren, von einer Un te r scheid - una zwischen Christen und Juden nicht ab- ?eVen könne, und hat die Zurücksetzung der Juden auch damit" begründet, daß ,all° anderen Verwalt- iinaen' es ablehnen, ,jüdische Herren zuüber- n eh men’ was nicht ganz richtig ist. Nach den Grundsätzen, zu denen Herr Schönstedt sich bekannte, hat er reder- Ut gehandelt. Es gab vor ihm zwei Mische Oberlandes- iche Elemente, wenigstens int Westen, wird zwar schwer nuf dem Kasseler Gymnasium ein halten, ist aber ebenfalls anzustteben. Prinzen Wilhelm gewesen, und der Kaiser habe Paradeaufstellung der Garnison, rechts 32 Reiter mit Lanzen und sckpvarz-weiß-roten Lanzenflaggen, auf dem rechten 'Flügel der Standartenträger auf einem großen braunen Hengst, ein sehr stattlicher Anblick; links die Truppe zu Fuß. Auf dem freien Raum zwischen den beiden Truppen- abteilungen die sämtlichen in der Steuerliste aufgeführten 68 Lannoos und Häuptlinge mit Ausnahme eines Erkrankten; in einiger Entfernung das sie begleitende Volk, mehrere Tausend. Ich trat mit meinen Begleitern auf die Veranda hinaus, wobei militärische Honneurs erwiesen wurden: sodann erfolgte die Begrüßung der Versammelten, welche sich erhoben und ihren Salam machten. Darauf lagerte sich alles nach mohammedanischer Sitte auf den "Boden, wir nahmen auf Stühlen P"atz und ick, hielt mit Benutzung von zwei Dolmetschern (Haussa und Fullah) eine längere Ansprache." Ausland. London, 2. Febr. Tie Thronrede zur Eröffnung bes Parlaments besagt, die Beziehungen Mit den auswärtigen Mächten seien andauernd zufriedenstellend. Die Regierung schloß mit Frankreich ein Ueber- einkornmen ab, welches ir.'l dazu beitrogen wird, daß man in Fällen eines internationalen Streites zu einem Schiedsgericht seine Zuflucht nehmen werde. Die Rede erwäbnt das Uebereinkommen mit Portugal über die schieosgerichtliche Regelung der Grenze zwischen den portugiesischen und der südwestafrikanischen Besitzung und dem Baratseland und weist auf die Beilegung der Alaskagrenzfrage, auf die militärischen Maßnahmen im Somalilande und das herzliche Zusammenwirken Italiens und Abcsshniens mit England hin. Sodann fahrt die Thronrede fort: Ich habe mit Sorge die ganzen Verhandlungen zwischen Japan und Rußland bezüglich ihrer beiderseitigen Interessen in China und Korea beobachtet. Eine Störung des Friedens in diesen Gebieten könnte nur beklagenswerte Folgen haben. Jeder Beistand, den meine Regierung in der Richtung der Förderung einer friedlichen Löjung mit Nutzen leisten kann, wird mit Freuden geleistet werden. Ter von Rußland und Oesterreich-Ur «garn im Februar v. I. vorgeschlagene Plan betreffend Reformen in Makedonien ist in mehreren wichtigen Einzelheiten verbessert und verstärkt worden. Ter König hege die Hoff- nung, daß der Vorteil, den die durch den Dinier geschaffene Pause biete, ergriffen werde, um die praktischen Derbesser- ungsmaßnahmen durchzuführen, die jenen unglücklichen Ländern not täten. Unter diesen Maßregeln komme der Reorganisation der macedonischen Gendarmerie ein hervorragender Platz zu. Die Rede erwähnte sodann die vom ^Australischen Bund und von Neu-Seeland angenommenen Gesetze, wodurch die mit der Londoner Regierung getroffenen Abmachungen, betreffend Beisteuerung zur britischen Flotte, in Kraft gesetzt wurden und gedenkt auch der Annahme des Vorzugstarifs für englische Waren durch das Parlament in Neu-Seeland. Unter Mitwirkung der chinesischen Regierung habe sich eine politische Mission nach dem Gebiet von Tibet begeben, um die gehörige Einhaltung der Uebereinkunft von 1890, betreffend Sikkim und Tibet sicherzustellen. Unter den Vorlagen, welche die Thronrede ankündigt, befinden sich solche betreffend Mißstände bei der Einwanderung der Verbrecher und >Armen und Verbesserung des Haftpflichtgesetzes. — Tas Oberhaus hat die Adreßdebatte heute be- >reits durch Annahme der Adresse beendet. Lord Lansdowne legte den Standpunkt der Regierung ausführlich dar und nahm schließlich für die Regierung in Anspruch, daß ihre Haltung vollkommen verfccktbar und vollkommen logisch sei. Wien, 2. Febr. Auf den Beschluß des Wiener Gemeinderats, in dem die Regierung im Interesse der Fleis ch- versorgung Wiens zur Förderung der Einfuhr überseeischen, namentlich argentinischen Fleisches aufgefordert wird, hat der Ackerbauminister mit einem Erlaß geantwortet. Tarin wird hervorgehoben, daß zur zweckdienlichen Versorgung Wiens mit Fleiscv in erster Linie die Schaffung eines großen, allen Anforderungen des Verkehrs entsprechenden Marktes durch Umgestaltung des Wiener Zentralviehmarktes zu einem freien Handelsmarkt, ferner die Errichtung von Großschlächtereien und endlich eine ausreichende Vermehrung der Fleischverkaufsstände notwendig seien. Könne die Gemeinde diese Maßnahmen nicht ergreisen, so werde nötigenfalls die Regierung selbst für die Errichtung von Großschlächtereien sorgen, die dann von einer Teilnahme der gewerblichen Kreise absehen und mit den landwirtschaftlichen Organisationen unmittelbar verbunden werden würden. " 1 — ....... Außland und Japan. Ter „Agence Havas "wird aus Washington gemeldet: Dierussische Antwort an Japan wurde im wesentlichen mehreren Regierungen mitgeteilt. Sie rief einen Meinungsaustausch hauptsächlich zwischen den Vereinigten Staaten, Frankreich und England hervor. Tie Zugeständnisse, die in der Rote gemacht werden, sind gr ößer, als man allgemein erwartet hatte. Tie Gefühle der Gerechtigkeit und Loyalität, welche der Kaiser von Rußland in derselben zum Ausdruck bringt, riefen überall den Eindruck hervor, daß der Krieg vermieden wird imb führten zu der Ueberzeugung, daß Japan, wenn die Krise trotz der Genugtuung, die ihm im weitestgehenden Maße von Rußland gegeben wird, einen anderen Ausgang nehmen sollte, die ganze Verantwortung für seine Entschlüsse trägt und sich moralisch isoliert befinden wird. Tie Antwortnote soll nur noch chre endgiltige Fassung erhalten und wird Japan am Samstag übermittelt werden. . • Nach einer anscheinend aus dem französischen Ministerium des Aeußern stammenden Mitteilung seien die Gesichtspunkte, welche in der neuen Antwortnote Rußlands zum Ausdruck kommen, folgende: In Korea weitgehende Zugeständnisse, in der Mandschurei Bekräftigung der frü h e r e n Ve r p f l i ch tun g e n, welche Rußland gegenüber China einerseits und gegenüber den Mächten, welche mit China einen Handelsvertrag abgeschlossen haben, andererseits eingcgangen ist. Unter diesen Mächten befindet sich Japan aber nicht mehr. Insbesondere keine Spezialverpflicktungen betreffend die Mandschurei, welche eine chinesische P r o v i n r ift gegenüber Japan, einer Hemden Macht. Ter japanische Standpunkt sei, daß Rußland, wenn es wirklich entschlossen sei, Japan in betres Korea Genugtuung zu geben und die Mandschurei weder zu annektieren noch den Handel zu verschließen, sich nicht weigern dürfe, dieSbezüglicv auch die Verpflichtung zu übernehmen. Es handele sich also, so fügt die offiziöse Mitteilung hinzu, lediglich um die Formel, mittest welcher Rußland seine Versprechungen erneuern werde. Man könne unmöglich annehmen, daß es wegen einerbloßen Formelzum Krieg kommen könnte. Rach Meldungen ans Tsch'mulpo kauft Japan große Mengen Dynamit. In Tschemulpo sind 120 Kisten Patronen eingetroffen, das koreanische Zollamt verhinderte aber ihre Landung, worauf sich die Japaner an das Ministerium des Aeußern wandten und energisch die Oeffnung des S?arcn§ von Pongampho verlangten. Tie russische Telegraphenagentur meldet aus Wladiwostok: Tie im Hafen liegenden Kriegsschiffe „Gromoboi", „Rossija", „Bogatvr", „Rjurik" und dasTrans- lortschiff „Lena" wurden ausgerüstet und senkbar gemacht. Alle Holzteile wurden von ihnen entfernt. Sie tehen zu sofortigem Auslaufen bereit. Tie Hafenausfahrt wird durch Eisbrecher freigehalten. Aus Stadt und Kaud. Gießen, den 3. Februar 1904. ** Franz ösische Vorträge. In einer zweiten „Conference", die morgen 8 Uhr in der Universttätsaula stattfindet, wird Lektor Goetschy das Werk des größten modernen Dramatikers in Frankreich, A. Dumas fils, zu charakterisieren versuchen, mit besonderer Rücksicht auf zwei auch in Deutschland berühmte Stücke: ,La Dame aux camelias“ und „Le Demi-monde“. — Bei der gestrigen Beerdigung Sr. Exzellenz des Staatsministers i. P. Finger war die Universität Gießen durch ihren Rektor Professor Dr. Brauns, die Juristi- che Fakultät durch Geh. Justizrat Pros. Dr. Schmidt, die Medizinische Fakultät durch Prof. Dr. Sommer vertreten. Exzellenz Finger war Ehrendoktor der Juristischen und der Medizinischen Fakultät. Der Rektor legte im Namen der Universität einen Kranz am Grabe nieder. ♦* Tagesordnung für bie Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Donnerstag, den 4. Februar 1904, nachmittags 4 Uhr. 1. Mitteilungen. 2. Notstandsarbeiten. 3. Errichtung eines Häute- und Felllagers an der Krofdorfer Kreisstraße; hier: Dispens. 4. DispenSgesuch für das Grundstück Südanlage 20 (Sack u. Jughardt). 5. DiSpenSgesuch für Bahnhofstraße 26 (Möhl). 6. Gesuch des Bauunternehmers Heinrich Winn um Höherlegung des von der Bahnhofstraße nach der Wieseck ührenden Weges. 7. Uebernahme der Straße »In Löbers Dof* durch die Stadt. 8. Beseitigung und Ersatz schadhafter Bäume. 9. Friedhof am Rodberg. 10. Genehmigung von Holzversteigerungcn. 11. Bekanntmachung der Jahrmärkte. 12. Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Straßen. 13. Voranschlag des Polizeiamts für 1904. 14. Voranschlag des Elektrizitätswerks. 15. Voranschlag der Plock'schen Stiftung. 16. Erlaß einer Polizeiverordnung über den Wirtschaftsbetrieb mit Kellnerinnenbedienung. 17. Gesuch des Wilh. Amend um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Bahnhofstraße 66. 18. Gesuch des Wilhelm Balser um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Lindenplatz 12. — Die nächste Schwurgerichtsperiode beginnt am 7. März unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Müller. ** Die Gese llschaft für Erd- und Völker- 'unde veranstaltet ihren fünften Vortrag nicht am 3., ondern am 10. Februar. Prof. Dr. R. Hauthal wird einen Vortrag über Patagonien mit Lichtbildern begleiten. Wir verweisen noch auf das heutige Inserat. *• Hessische Geflügelzüchter-Versammlung in Frankfurt. Die zweite in diesem Monat tagende Ver- ämmlung von Geflügelzüchtern und Vogelliebhabern aus dem Großh. Hessen hatte einen noch stärkeren Besuch zu verzeichnen. Die Verhandlungen drehten sich um die Programmberatungen der Mitte März in Offenbach a. M. statt- indenden „Ersten Hessischen Landes-Geflügel- und Vogel- Ausstellung. Die Mitwirkung des rheinhessischen, deS ober- hessischen und des MaingauverbandeS, sowie fast aller an einen der Verbände noch nicht angeschlossenen Einzeloercine ist zugesagt. Der Leiter der Versammlung, Georg Winter- Offenbach, konnte mitteilen, daß dieser Ausstellung im ganzen Großherzogtum daS lebhafteste Interesse entgegengebracht werde und eine starke Beteiligung mit Sicherheit zn erwarten ist. Dem Ehrenausschuß sind bereits über fünfzig Herren auS den ersten Kreisen des Landes sowie der Ausstellungsstadt Offenbach beigetreten. Eine große Anzahl Ehrenpreise sind bereits zugesagt und in Aussicht gestellt. Um diesmal den Stand der hessischen Geflügelzucht feststellen zu können, und das Ausstellen allen hervorragenden Hess. Züchtern zn ermöglichen, was im Hinblick auf den zu gewinnenden Gesamteindruck von der Geflügelzucht im Großherzogtum erwünscht ist, wurde beschlossen, von der Berufung Hess. Preisrichter abzusehen und mir erste Autoritäten außerhalb deS Landes zu gewinnen. Einige Neuerungen kommen versuchsweise diesmal in Anwendung. Es sind dies die einheitlichen Stand- geldprcise für Hühner, Tauben, Wassergeflügel und Konkurrenzsänger (Kanarien), dementsprechend auch gleichwertige Preise vorgesehen. Geflügelhändler werden als Aussteller nicht zu- gelassen. Auf Antrag des rheinhcss. Verbandes erfährt die Sing- und Ziervögelabteilung eine Erweiterung und findet die Bewertung für diese Abteilung nach den Bestimmungen deS Deutschen Kanarienzüchtcr-Verbandes statt. Ausführliche Programme mit Klasseneinteilung versendet die Geschäftsstelle der „Ersten Hessischen Landes-Geflügel-Ausstellung in Offenbach a. M. (G. Winter, Bismarckstraße 86), wo auch weitere Auskunft erteilt wird. "Kommerzienrat Heyligenstaedts 6 2. Geburtstag wurde gestern vom Maschinenbauer-Gesangverein im Restaurant Kühnhold festlich begangen. Der Gefeierte wurde vom Vorstand feierlich abgeholt, worauf er bei vielen Ovationen und Toasten, wobei, wie wir Horen, besonders sein Altersgenosse, Herr Nagel, zündende Worte sprach, bis 1 Uhr im Kreise des Vereins, in dem recht animierte Stirn- mung herrschte, blieb. Die Gesellschaft ging erst um 3 Uhr auseinander. ♦♦ Kinematographische Vorführungen. Manch wunderbares Garn spinnt der Seemann, wenn er, von der Marine beurlaubt, den Genossen aus der Kinderzeit bon „draußen" erzählt. Tn laufen sie im Dorf zn- sammen und lauschen abends studenlang, mmrchmal wohl mit leisen Zweifeln, kaum jemals aber in der Lage, sich wirklich ein deutlicher Bild von dem Gehörten zu machen. Gar zu verschieden ist dar Leben im schwimmenden DauS von dem unseren, und eine neue Welt erschließt sich dem, der im lebendigen Bilde, wie sie der Kinematograph des Deutschen Flottenvereins uns nächste Woche bieten wird, den Tageslauf an Bord in seiner Mannigfaltigkeit sich abspielen sieht, der weitab von der Küste Zeuge wird, wie die stolzen Schlachtschiffe die Wog-rn furchen und die flinken Torpedoboote dahinschießen. Näheres über die bevorstehenden Tarbietnugen steht im heutigen Inseratenteil. — Der Zweigverein Gießen des deutschen Kellnerbundes hatte vorgestern im Cass Leib sein erstes, wohlverlaufenes Stiftungsfest. E§ erschienen dazu auch der Vorstand deS Gastwirteverbandes, woraus ersichtlich ist, daß ein gutes Einvernehmen zwischen Gehilfen und Prinzipalen hier besteht. Der Marburger Zweigverein war ebenfalls gekommen, um das Fest verschönern zu helfen. Alle Teilnehmer waren von der Veranstaltung hoch befriedigt und allgemein wurde der Wunsch geäußert, bald wieder in ähnlicher Weise froh versammelt zu sein. ** lieber die Frage der Umgestaltung des Bades Nauheim wird unserem Darmstädter Bureau von zuverlässiger Seite mitgeteilt, daß es sich bei den in Betracht kommenden Denderungen lediglich um ein Projekt resp. um Wunsche handelt, deren Realisierung noch in werter Ferne liegt: von einer Vorlage an die Kammer darüber kann vorläufig überhaupt noch keine Rede sein. Das Aufblühen des Nauheimer Badelebens ist namentlich in den letzten Jabren in fast überraschender Weise von statten gegangen, uno da die bisher erfolgten T weiter- ungen der Quell- resp. Badeanlagen rc. voraussichtlich nut auf wenige Jahre dem sich steigernden Bedürfnis genügen werden, so ist es selbstverständlich, daß die Großh. Regierung Die später erforderlichen Maßnahmen nach einem bestimmten, einheitlichen Plan treffen muß. Der Neubau oder Umbau von Badehäusern, die Zusammenfassung oder sonstige Veränderung bestimmter Quellanlagen kann nicht, wie eine diesbezügliche Nachricht in einigen Blättern glauben machen will, mit einem Schlage geschahen, sondern muß gerade „stückweise" vorgenommen werden, schon um das allgemeine Badeleben nicht zu stark zu beeinträchtigen. Die Erweiterung der Anlagen, wodurch besonders das vielfach unliebsam em- pfundene lange Warten der Badegäste beseitigt werden soll, muß in absehbarer Zeit erfolgen, soll aber durchaus nicht Überall geschehen. Und die Hauptsache ist, daß man auf keinen Fall daran denkt, — wie es nach der Notiz scheinen könnte — „mehrere Millionen" von den Steuerzahlern dafür aufbringen zu lassen, sondern daß die Kosten für die vorzunehmenden Umänderungen oder Neubauten aus den Ueberschüssen des Babes selbst, — die sich ja auch int letzten Jahre wieder in so erfreulicher Weise gesteigert haben — vielleicht auch mit Hllfe von Veräußerung bestimmter Salinengebäude, gewonnen werden sollen. Positive Bestimmungen sind aber, wie bemerkt, in der ganzen Sache überhaupt noch nicht getroffen worden. 0 Hungen, 1. Febr. Zu der am 7. April in Nauheim tagenden Vertreterversammlung deS hessischen LandeS- tehrervereins hat der Bezirkslehrerverein Hungen einen Antrag, betreffend Vereinfachung der Orthographie, eingebracht. Der Antrag wünscht: 1. die Entfernung aller stummen h und e aus deutschen und Fremdwörtern, 2. c ist stets durch k oder z, pH durch f zu ersetzen, 3. außer st werden auch mg, tz, cf, ps, sp nicht getrennt, 4. für jedes Wort gibt es nur eine Schreibform, 5. es ist anzustreben, daß alle Dingwörter außer den Eigennamen klein geschrieben werden. (Der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, wird dann wohl nichts Schleunigeres zu tun haben, als den Antrag deS Hungener Bezirkslehrervereins zn verwirklichen. Die Red. d. Gieß. Anz.) 8. Herchenhain, 2.Febr. Von vielen Höhenwanderern ist seither schon manchmal sehr bedauert worden, daß eine der bedeutendsten Erhebungen des Vogelsbergs, die Herchen- hainer Höhe, mit besonders schöner Aussicht nach der Rhön, der Wetterau, der Umgegend von Hanau u. s. w. insofern an Reiz verlieren mußte, als zu mächtiger Sturm ihren AnSsichtSturm vernichtete. Der Vogelsberger Höhenklub sah ein, daß bald Ersatz geschaffen werden mußte und in jedem der vergangenen Jahre wurde aus seiner Kasse ein ansehnliche Summe zum Neubau eines Gerüstes bewilligt, ebenso hat auch der besonders interessierte Zweigverein des V H.-K. zu Herchenhain einen besonderen DaufondS angelegt. Der letztgenannte Verein möchte nun das Gerüst schon dieses Jahr neu erstehen sehen und hat, um Mittel noch schneller zusammenzubringen, m der bekannten Gastwirtschaft Hch. Schmalbach zu HartrnannSharn, worin die meisten Höhenwanderer ja einkehren und vorzüglich verpflegt werden, eine Sammelbüchse für den Ban eines Aussichtsgerüst es auf der. Herchenhainer Höhe aufgehängt. Damit ist eS nun jedem Freunde und Verehrer des schönen Vogelsberges, den seine Schritte einmal hicrherfübren, ermöglicht, and) sein Scherflein dazu beantragen, daß em längst gehegter Wunsch und eiunbedingt notwendiges Bedürfnis ihre Veftiedigung finden. a. HartmannShain, 2. Febr. Heute morgen ereignete sich beim hiesigen Bahnbau im Schachte bei HartmannShain ein recht bedauerlicher Unglücksfall. Es kam nämlich an einer hohen Böschung eine Erdmasse in§ Rutschen, die leider einen der Arbeiter noch erfaßte. Ein mitgerutschter^ ziemlich schwerer Stein schlug dabei dem Manne, der au5 Schlitz gebürtig ist, so unglücklich aufs Bein, daß er dieses ganz zerquetschte und der sofort herbeigerufene Arzt eine starke Knochenzersplitterung konstatierte. Der Verunglückte wurde anfangs in sein Quartier, nach Anordnung des Arztes spater aber in da? Spital seines HeimattiädtchenS gebracht. R B. D a r m st a b t, 2. Febr. Der Gesetzgebungs- An s schuß der zweiten Kammer hielt gestern und heute Sitzung ab. In der gestrigen Beratung wurden die drei. Gesetzentwürfe, b'etr. das Forststrafgesetz, das ^eldstraf- gesetz und die Minderung des Gesetzes über das Versahen in Forst- und Feldrügesachen fast durchweg nach den ?Re* gterungsvorschlägen angenommen. Heut beschäftigte sich der Ausschuß eingehend mit der Erörterung der Frage bezügl. oer Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, bezw. die in her Vorstellung deS Oberbürgermeisters Mecum-Gießen gewünschte Aufhebung des Art. 227 Ms. 1 des Polizeistrafgesetzbuchs, der das Ausstellen von Waren in den Schaufenstern außerhalb der dem Gewerbebetrieb freige- geben er. Stunden verbietet. Der Ausschuß beschloß einstimmig, die Aushebung dieser Bestimmung zu b e f Ü r- Worten und das Ausstellen der Waren an Sonn- und Feiertagen zu jeder Zett außerhalb der Kirchstunden zu gestatten. Ferner wurde noch der Gesetzentwurf genehmigt, der sich mit der Reorganisation verschiedener Bestimmungen der Begräbnisordnung beschäftigt und in der Hauptsache darauf ausgeht, die näheren Rechte und Pjlichten über die Beerdigung von Gemeindemttgliedern, Henrik Kielmmaen. Telephonischer Kursbericht. . 26.85 3«/0 Mexikaner 31 /,% Konsole 8 o/o do 8>/eo/n Heesen -Anl. fest. ZurPUlvermÜllle facra DampMÄci lai chemische Wäscherei 20 Buchen, Eichen, 41 28 190 Stöcke w 103 „ Stammreiser „ 225 Eiche 0533 438 Buche, 35 SW. rchl-chch-m E-rv'°laL>,.rft Freibank. 3Ve% 3o/o 91.80 101 20 00.00 W/o Chinesen . . Electric. 8chackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . bürg versteigert: Scheiter rm: Prügel „ Stöcke _ , Stammreiser, Astreiser , Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . « . Harpener . . . Tendenz: ber Vertreter der Staatsbehörde auf Aufhebung des verurteilenden Erkenntnisses plädierte und den Angeklagten freizuspreckien beantragte, welchem Antrag der Gerichtshof au-cb entsprach._______________________ _ Eiche 19 fm, Sparren, Lerter- . 102.65 . 91.85 . 102.70 vauev - Gegenstände roerhrn fofott gefertigt Billigste Preise. Färberei hier am Platze, daher schnelle Rücklieferung. 4°/0 Griech. 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Zeitigt,werden soll ".soll aber durchs die Hauptsache ijt, 7" benlt, - ui ~ „mehrere ■ i)lcrn dafür aus B die Kosten für dir „Neubauten aus sich U auch im letzter e gesteigert haben - irung bestimmter & n. Positive Bestimm uizm Sache überhaup am 7. April in Aac. des hessischen Santo rerverein Hungen ichung der Ortdo« wünscht: 1. die ß»l< deutschen und pH durch f zu ersetzet, ps, sp nicht getan!, Schreibform, 5. es hi lußer ben ©gennamn tSftfrelär btS flnnern, ichts CchtamgereS zu er Beprkslehmvnms , Dielen höhennmdeM i worden, daß eine der Sbergs, die Herchen- iner Aussicht nach der trttfr die namentlich in Rheinhessen bisher vielfach recht unklare Verhältnisse herrschten, im allgemeinen auf die politischen Gemeinden zu übertragen. — Nachdem heute , vormittag die Finanzausschüsse beider Kam- , mern der-Landstände besondere Sitzungen abgehalten, scmd । heute nachmittag eine gemeinsame Beratung beider ; Ausschüsse statt. Es handelte sich nur um die Erledigung , unwesentlicher Meinungsdifferenzen über einzelne Positionen des neuen Haushaltsetats. R.-B. Darmstadt, 2. Febr. Die Beisetzung der sterblichen Hülle deS frt'cheren Staats Ministers Finger fand heute nachmittag aus dem neuen Friedhof unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Leidtragenden und Vertretern aus allen Landesteilen statt. Anwesend waren u. a. Oberhofniarschall v. Westerweller, Oberstkamwerherr Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Generaladjutant Generalmajor v. Wachter, General v. Schmidt, Stadtkommandant Generalmajor v. Lynker, ferner Staatsminister Dr. Rothe, Finanzminister Dr. Gnauth, Justizminister Dr. Tittmar, der Präsident der Zweiten Kammer Geh. Rat Haas, die Mitglieder der Ersten Kammer, Frhr. Heyl zu Hernsheim, Exzellenz v. Knorr, Geh. Kommerzienrat Michel, Oberst ä la suite Frhr. Max v. Heyl, der Gießener Universitätsrektor Prof Dr. BraunS, Oberbürgermeister Morneweg, Oberbürgermeister Köhler-Worms u. a. m. Auch der greife Amtsvorgänger des Verstorbenen, Staatsminister a. D. Freiherr v. Starck, wohnte der Trauerfeier bei. Die Gedächtnisrede hielt der Geistliche der Mennonitengemeinde zu Monsheim, welcher der Verblichene angehörte. Ter Geistliche führte aus, daß der zur letzten Ruhe versenkte Staatsmann einen langen und schweren, aber auch einen guten Kampf gekämpft habe und stets feinem Glauben und seinen Pflichten treu geblieben sei. Zum Schluß der Feier wurde ein prachtvoller Lorbeer- und Palmenkranz deS Großherzogs niedergergelegt. Weitere Kranzspenden erfolgten von den Gemeinden WormS, Alzey, Monsheim und Pfeddersheim, deren Ehrenbürger der Ver- storbene war, der Zweiten Kammer, der Universität Gießen und ihrer medizinischen Fakultät, der Technischen Hochschule und ihrer Studentenschaft, der hessischen Anwalts- kammer u. a. m. . r , R.-B. Darmstadt, 3. Febr. (Eigener Drahtbericht.) Der Groß Herzog gedenkt, wie wir vernehmen noch einige Tage in England zu bleiben. Es ist nicht auSgeschlosien, daß er der Vermählungsfeier am 10. d. M. des Herzogs von Teck und der Prinzessin Alice von Groß- britanien, einer Eousine des Großherzogs, noch ber- Holz-Versteigerungen der Gräfl. Oberförsterei Arnsburg. Mittwoch, den 10. Februar, nach Zusammenkunft 10 Uhr norm, am Steinbruch, werden aus den Distrikten Colnhäuserkopf, Große Seife, Feuerstätt des Reviers Orrainaldrahtmeld,engen des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 3. Febr. Die Vergiftungs- Affäre hat heute vormittag ihr elftes Opfer gefordert. Frl. Elise Schleuning, die sich in dem Pensionat in Privatpflege befand, ist gestorben, nachdem man gestern noch glaubte hoffen zu dürfen, daß sie mit dem Leben davon kommen ipiiröe. Frl. Schleuning war 53 Fahre alt. Berlin 3-Jebr. Ter Berliner Lehrergesang- erein sang heute Mittag im Schloß vor dem Kaiser. Bromberg, 3. Febr. Die Strafkammer verurteilte den Du cbd u " er ei b ? s itzer und Rcd'kteur ^oma,chewskr zu drei Monaten Gefängnis, weil er im Jahre 1903 eine polnische Liedersammlung herausge- qeben hatte, welche eine Anzahl Lieder mit dem kraßesten Fanatismus gegen das Deutschtum enthielt. Hamburg, 3. Febr. Der hiesige Kau fmannBun- n e r s ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem er bereits zehn Monate unschuldig im Gefängnis von Hanau u. s. w. in* i mächtiger Sturm ihm einiger Höhenklub loh n mußte und in jeb® seiner Kaße ein * rüsteS bewilligt, eto. veißvercin des D rusondS angelegt, rc Serüst schon ittel noch lchn§tt t we-d-n. -'N- s“* chtSz-ri"^ «ü * »mit » :e ir> 6r. >w SchA & kair ng *. ^'7 del * iSfflSS ji-tl ratung «ÄlbP* ’Äil bet ba? DlsM besur *in>«**8*< BefCfKn^u, 3. Febr. Die „Morning Post" meldet aus Taschifu: Die Vorbereitungen zur Räumung Werhar- we is durch die Engländer werden fortgesetzt. Dre Schiffe, die den Hafen anlaufen, um Kohlen einzunehmen, führen die dort aufgehäuften Munitionsvorrate mit fort. Baris, 3. Febr. Der frühere amerikanische Marine- minister Whitner, der hier an den Folgen einer Operation gestorben ist, hinterlaßt em Vermögen von 30 Millionen Dollar. Wien 3. Febr. Privatmeldungen, die hier aus wo» rokko eingelaufen sind, enthalten Mitteilungen über Gewalttaten gegen Juden in der Ortschaft StaL, die etwa 50 Km. von der Küste entfernt liegt. Als dort die Juden in der Synagoge versammelt waren, überfielen berittene Kabylen die Judenhäuser, plünderten sie uns verübten furcktbare Gewalttaten gegen die Frauen und Mädchen und schleppten sie fort, nachdem mehrere Juden getötet worden waren. Mehr als 300 Judenhäuser der ärmeren Bevölkerungsklassen sind verwüstet und geplündert worden. Die Kabylen verlange^ ein hohes Lösegeld für die Gefangenen L. New York, 3. Febr. Die berühmte Primadonna Lillian Nordica erhielt am 1. d. M. vom Gericht die Scheidung von ihrem Gatten, dem ungarischen Tenoristen Doeme, bewilligt. Ter Gerichtsbeschluß teilt lediglich mit, Doeme habe sich in einer Beige benommen, die für einen Gatten unpassend seü Buenos-Aires, 2. Febr. (Reuter.) Die Re gier- ungstruppen wurden bei Montevideo von Sarawas 5000 Mann starker Armee geschlagen. Ueberall herrscht, der G u e r i llakrieg. Alle (Mcbäfte ruhen. Fichtenbohnenstangen 26,5 . Donnerstag, den 11. Februar, aus Revier Feld- Seim und den Distrikten Scheibet, Tisch, Hinterwald nach Zusammenkunft 10 Uhr vorm. am Pflanzgarten: Scheiter rm: 322 Buche, 2 Birke Eiche XrrMla täglich frisch. Friedrich Wol!, Hosbäcker, Mäusburg. Buchweizenmehl BBmeizeilMe empfiehlt 1181 J. Schulhof. ööO€2>ODö€>a Roheit Stuhl Neustadt 23 bringt hiermit seine 790 gtbmulcll Kaffee s von hervorragender Güte unb wöchentlich irisch geröstet zu nach^ stehenden Preisen in empfehlende Erinnerung: per Pfand 100, 120, 140, 160, 180 Pfg. IQOOOOOOOOOQ Herichtssaal. w. Gießen, 2. Febr. Heute verurteilte die Strafkammer den 45 Jahre alten Kaufmann I. B. von Stockheim wegen Wechselfälschung und Betrugs, begangen in 10 selbständigen Fällen, zu einer Ges am t- gefängnisstrafevonzweiJahren und Verlust der bürgerlichen Ehrerrrechte auf die Dauer von 5 Jahren. B. hat in den Jahren 1893 bis 1903 auf 10 Wechseln ber» chiedene Akzepte gefälscht; in drei Fällen handelte es sich um sogenannte Prolongationswechsel, aber auch für diese Handlungen nahm der Gerichtshof eine fortgesetzte Sttas- tat als vorliegend nicht an. Die Summen der gefalschen Wechsel sind vom Angeklagten sämtlich gedeckt worden. Erst pater geriet dieser in Konkurs. Der Gerichtshof erkannte die Notlage, in der B. sich bei Begehung der Tat wohl befunden haben mag, dessen Uebestraftheit. sowie daß durch^ dessen Manipulationen direkt niemand gcschäd'gt worden ist, als mildernde Umstände an, erklärte aber dessen Tat als eine überaus gemeingefährliche gegen Treu und Glauben gerichtete, u'nd man habe im Interesse der Sicherheit rm Handelsverkehr doch auf eine empfindliche Strafe und aus Aberkennung der (Hrenrechte erkennen müs;en. — Der 36 Fahre alte, nicht weniger als 18mal vorbestrafte Taglöhner M. S. von Gießen wurde durch 2 Kanoniere der Darmstädter Garnison dem Gerichtshof vorgesührt. Er befindet sich nämlich in Darmstadt, wo er s'ch augenblicklich als Landwehrmann aufhalten muß, in Un'ersuäMngs- haft. S. hatte sich vor unserer Strafkammer wegen Betrugs im wiederholten Rückfall zu verantworten. Zuerst beantragte er nun Vertagung der Sache mit der Begründung, er könne sich bei der schweren Anklage, die gegen ihn gerichtet sei, nicht selbst verteidigen, er sei zu arni, um sich einen Verteidiger bestellen zu können und beantrage, daß der Staat ihm im Armenrecht einen Rechtsgelehrten zu seiner VerteUiigung zur Seite stelle. Durch Beschluß der Kammer wurde der Antrag abgelehnt. Der Angeklagte beantragte darauf erneut Vertagung der Hai'pwerhandlung, damit er erst die Angelegenheit wegen eines Rechtsbeiilandes vor dem Oberlandesgericht durchfechten könne. Natürlich hatte der Marm auch damit kein Glück. Es wurde ihm zur Last gelegt, daß er, für einen hiesigen Kohlenhändler tätig, sich, für das in den Kellerverbringen von Kohlen von dem Empfänger derselben und von seinem Auftraggeber den , Arbeitslohn habe auszahlen lassen. Es handelt sich dabei um 1.50 Mk. — Der Angeklagte bestritt, von dem Kohlenhändler Bezahlung für die fragliche Leistung erhalten zu haben, behauptete aber in demselben Atemzuge, er bekäme ' von diesem noch Geld, das er nicht erhalten könne. A.cr ! Gerichtshof sah noch einmal davon ab, den unverbesserlichen Menschen für seine Tat ins Zuchthaus zu schicken, biNiate ihm wegen der Geringfügigkeit des Obiekts mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. — Infolge eines achttägigen Verlobtsernv und der darauf erfolgten Entlobung war der 30 ^ayre alte Taglöhner H. Sch von Alsfeld, jetzt in Offenbach, vom Schöffengericht zu Alsfeld wegen B e s ch ä d i g u n g v o n Eigentum seiner entlobten Braut zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer unterzog heute als Berufungsinstanz dieses Urteil der Nachprüfung. Die Verhandlung ergab, daß der Angeklagte, der Witwer rst, eine 10 Jahre ältere Jungfrau heiraten wollte Diese zog infolgedessen sofort nach, gemachter Bekanntschaft mit Sack und Pack zu Sch's Mutter und erklärte, fte habe 800 Mark Vermögen. Der Bräutigam wünschte, daß die Braut ihm 200 Mk. von der Mitgift vorab aushändige, um damit lästige Schulden aus seiner früheren Ehe zu tilgen. Dre Jungfrau verfügte aber selbst über diese Summe nicht und so kam es nach achttägiger Brautschaft zwischen den beiden zum Bruch. Um die Entlobung wohl würdig zu begehen, hatte S. mehrere Bekannte zu einem Faß Bier eingeladen; hierbei kam'- es zwischen Braut und Bräutigam zu einer reinlichen Scheidung. Die Braut verlangte ihre Sachen zurück, wofür der Angeklagte sofort zu haben war, und bei der erfolgten Uebergabe soll S. absichtlich mehrere Tassen, Teller, Hemden und Bettbezüge :c. beschädigt und vernichtet haben. Der Angeklagte bestreitet vor der Strafkammer dies ganz entschieden. Er erklärt, die ehemalige Braut sei nicht ganz richtig im Kopf, fte fei schon mehrere Jähre im Jrrenhause gewesen, darum habe er sie nicht geheiratet, wozu noch gekommen sei, daß sie entgegen ihrer Behauptung, überhaupt keine 800 Mk. Vermögen besessen hat. Die bernommenen Belastungszeugen waren selbst für den Staatsanwalt nicht ausreichend, sodaß 6.50 Mk. kostet._______________——— Verrnischte». * Spandau, 2. Febr. Ein Arbeiter ist verhaftet worden, der aus dem kgl. Feuerwerkslaboratorium zahlreiche halbfertige Geschoßteile gestohlen und fte einem Spandauer Produktenhändler verkauft hatte. * München, 2. Febr. Ter unheilbar kranke pensto- nierte Oberstleutnant Peter erfch oß sich -m feiner ^♦^uTäbiiTg, 2. Febr. In Frankenheim in der Rhön wurde ein 70jähriger Bauer Namens Schannig nachts im Bette üb erf a llen und durch Beilhiebe f chw er verletzt und beraubt. Ter Täter wurde verhaftet. * Stuttga rt, 2. Febr. Ter bekannte Verlagsbuchhändler Robert Lutz ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Reinhold Thomas AnnahmeBokaEe: Schulstraße Nr. 5 Löwengasse Nr. 20. Färbereäs Steinstraße 31a. NcmM nuis Färbt» aller Jamen- »ab Herren-Kleiber, Tmaiet-Earberobe», «iiü'ereic», seibeae« Ni»S- nnü AtlchOn, All-, Mall- »ab 6i*toiiie». Feber», Uniformen, Lime» etc. etc. wohnen wird. Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Für den Bismarckturm auf bem Herzberg im Taunus wurden neuerdings von Privaten 700 Mk. gestiftet. — Der Gesangverein Viktoria in Garbenteich beabsichtigt, am 17. und 18. Juli d. Js. fein 25jäh- rige§ Stiftungsfest, verbunden mit 20jährigem Fahnenjukulaum ju feiern. — Die Bauersleute im Odenwald haben noch fortgesetzt über niedere Viehpreise zu Nagen, denn die Schweine allerbester Qualität werden immer noch nur mit 50 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht verkauft. Selbst das Großvieh ist im Preise etwas zurückgegangen, aber eS ist nnmer noch hochpreisig und gesucht. 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