Nr. 206 •rfftelnt ««glich außer GonntagL. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die Gießener KamMen- hlätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen UniverU-Buch-u. Stein- druckeret. 8t Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstroßs I. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen, Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. Freitag 2. September 1904 154. Jahrgang W Jäfcfr Aa ^e»aa»vrer»r ÄäKjW V fw W W monatlich75Pf^viertel. Giehener Anzeiger» ” iSeneral.WiS« " -"•* « Amt?- und Anzeigeblatt ßr den Kreis Sietzen WGZ IWWWiWrwTWTwnraiTniBiiiBiMiMIIIII hiiiiwih .....- zeigenteil: Hans Beck. Die Yeuttge Kummer umfaßt 10 Sette«. Wiröachs Knde. Gestern abend erhielten wir folgendes Telegramm, das wir sofort durch AuShang bekannt gaben: Berlin, 1. Sept. (W.B.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr von Mirbach 'st aus wiederholtes Ersuchen von den ihm nebenamtlich übertragenen Geschäften als Kabinettssekretär der Kaiserin und Oberverwalter der Schatulle entbunden. Die Geschäfte werden dem früheren Landrat Kammer- herrn Dr. von Behr übertragen. Mirbach legte seine Stellungen in den Vorständen der von ihm geleiteten kirchlichen und gemeinnützigen Vereine nieder. So hat denn also der Fall Mirbach, der sich seit mehreren Monaten wie ein brausender Strom durch die Presse der Welt ergoß, das Ende genommen, das man fast allenthalben längst sehnlichst erwartet hatte. „Stuf wiederholtes Ersuchen" erst ist ihm der Abschied zu teil geworden, längst also hatte er sich dazu entschloßen, seine Ehrenämter niederzulegen. Also hat den Herrn endlich doch der „Schmutz" erreicht, der nach seiner Behauptung in der Oeffenllichkeit gegen ihn ausspritzte, der nach anderer Meinung indes an mancherlei Dingen klebt, die mit seiner Person in unerfreulichem Zusammenhänge standen. Herrn v. Mirbach hatte dieses Sommers drückende Schwüle eine außerordentliche Popularität gebracht. ES war ihm gelungen, Monate lang alle Tage fast von der gesamten Presie genannt zu werden, und alle Tage hatte er das Vergnügen, seinen werten Namen beim Morgen- und Abendgebet gedruckt zu lesen. Freilich wurde von seinen Freunden emsiglich das Gerücht verbreitet, der Herr Baron sei mit seinen frommen Werken so außerordentlich beschäftigt, daß er überhaupt keine Zeit zu irgend welcher Lektüre finde. Wenige werden'S geglaubt haben. In der Art der Verabschiedung liegt so etwas wie eine Vertrauenskundgebung, und die weiße Weste seiner Ehrenhaftigkeit ist auch von niemandem angetastet worden. Was man unausgesetzt zu rügen gezwungen war, war das System. Das System Mirbach hat aufgehört zu sein. Dieses System bestand in der verwunderlichen Art und Weise, wie für die Kirch en bauten seit Jahren die Gelder eingesammelt und wie sie zum Teil verwendet worden sind, nicht um das einfache „Bedürfnis" der Gemeinden zu stillen, sondern um Prunk-Kirchen herzustellen. Ein epangelischer Kirchenbauverein sollte sich doch darauf beschränken, freiwillige, ohne jeglichen Nebenzweck gewährte Spenden nur aus evangelischen Kreisen entgegenzunehmen. Herr von Mirbach hat ferner wiederholt an öffentliche Korporationen, wie an Stadtverordneten - Versammlungen re. das Ansinnen gestellt, Gelder zur Erbauung des von Kirchen zu bewilligen. Besonders ärgerlich war die Art, tote er persönlich die Berliner Stadtverordneten-Ver- ,anTr^J; g Bewilligung zu bestimmen versuchte, wobei J.l7 ttucy ttidjit vor dem Besuch sozialdemokratischer und ' r Stadtverordneten scheute, und ebenso ärgerlich be- rtchrte e--» dann, wie er, als die Kommunalbehörden den Antrag abgelehnt hatten, sich, einer staatlichen Behörde gleich, an den Berliner Stadtverordneten-Vorsteher wandte und chm wegen der ablehnenden Haltung den Text lesen wollte. Im Pommernbank-Prozes; hatte sich Herr v. Mir- vach gerühmt, daß durch seine Hände Millionen gingen, die zu kirchlichen Zwecken verwendet würden. Um so auffallen- betoies^ 6tC geschäftliche Routine, die er dabei S^viel Anstoß aber auch die unter der Aegide des Frhrn. ö. Mirbach verübte Sammeltätigkeit, die Verwendung der emgetommenen Gelder und die seltsame Verwaltung erregen. m den Schatten gestellt wurden diese Dinge durch die m dwsem Frühjahr ans Licht gezogene Methode, Beiträge zu gew mnen zu einem Ehrengeschenkandas Kaiserpaar anläßlich seiner im Jahre 1906 bevorstehenden silbernen Hochzeit. Hatte es schon im Volke überall bis weit in die konservativen Kreise hinein Entrüstung erregt, das; ntf'ii Die große Masse des Volkes bei dreier Spende mit- w.rren uno daß kleine« Sammlungen, „die öfters nur Bei- trage von 12 bis 200 Ms, erbracht haben", verhindert werden sollen, so forderte e§ zu scharfer Rüge heraus, baß bei diesen sogenannten ft,eiwilligen Gaben die Autorität Anspruch genommen würde, Freiherr v, Mrbach hat sich nicht begnügt, auf privatem Wege die „Sammlungen einzuleiten, sondern er hat dnzu den Behvrdenapparat bc8 Staates in Anspruch genommen, Wie noch in aller Erinnerung ist, suchte eine Interpellation kurz vor der Vertagung des preuß. Landtages Licht in die Sache zu bringen und festzustellen, wie eS Freiherrn v. Mirbach möglich gewesen war, unter Umgehung des ver« cmtwortlichen Ministers des Innern die amtlichen Stellen für seinen Sammeleifer anzuregen. Der Minister Freiherr d. Hammerstein wich damals einer Antwort mit der Begründung aus, daß er noch nicht informiert fei, und die Konservativen deß Landtages unterstützten ihn im Widerspruch nut der Stimmung des Landes in seinem Bestreben nach einer Verschleppuug der Angelegenheit. Aber ans der Welt .geschafft ist die Sache auch heute noch nicht. Das Schluß- i ort wird zweifellos in den Parlamenten auch trotz dec> Rücktritts des Herrn v. Mirbach gesprochen werden. Oberhof meist er dec Kaiserin ist Herr v. Mirbach nach der obigen offiziösen Notiz allem Anscheine nach geblieben, wenigstens fürs erste. In besonderer allerhöchster Gnade aber steht er heute gewiß nicht mehr; das zeigt auch eine Meldung au8 Altona, daß nicht er, sondern ein ihm unterstellter Herr v. d. Knesebeck an. der Spitze des Hofstaates der Kaiserin steht, der sich aus Anlaß der bevorstehenden Kaisertage in Altona dorthin begiebt. Also es sind wohl auch seme Oberhofmeistertage gezählt. Im übrigen ist es eine ganz private Sache der kaiserlichen Familie, wie sie ihren Hofstaat zusammensetzt. Hier kann und darf ihr selbstverständlich niemand hineinreden. Darum klang durch den brausenden Entcüstungssturm auch immer nur der Wunsch im wohlverstandenen Interesse des monarchischen Gedankens, daß sich ein Oberhofmeister auf seine höfischen Verpflichtungen beschränken möge und sich für private Zwecke nicht der staatlichen Organe bediene. (Das wird in Zukunft wohl auch geschehen nach den üblen Erfahrungen des nun für die Oeffentlichkeit toten Herrn v. Mirbach. Der Krieg Mischen Japan und Iußlaud. Die Schlacht bei Liaujang hat deu Japanern neue große Erfolge gebracht. Wir erhielten gestern abend folgende Telegramme: Tokio, 1. Sept. (Reuter.) Der rechte Flügel und das Zentrum der die Stellungen südlich von Liaujang verteidigenden russischen Linien haben heute nachmittag den Rückzug angetreten. Die Japaner verfolgen sie. Petersburg, 1. Sept. General S s a ch a r o w berichtet: Der heutige (Bl. August P) Kampftag verlief für die Russen durchaus erfolgreich. Die Russen behaupteter: alle vordersten Stellungen gegen die Sturmangriffe der Japaner. Die russischen Verluste sind bedeutend. Generalmajor MrosowSky ist verwmrdet; Baron Stackelberg erlitt eine Kontusion, blieb aber bei der Front. Das waren zwei einander widersprechende Nachrichten, aus denen schlechterdings nichts zu folgern war. Heute früh dagegen traf folgendes wichtige Telegramm ein: Tokio, 1. Sept. Nach zweitägigen Kämpfen ist Lian« jang heute von den Japanern eingenommen worden. Die Japaner verfolgen die Ruffen. Tokio ist festlich geschmückt. Andere Nachrichten lauten: Petersburg 1. Sept. Ein Telegramm Ssacharotvs vom 1. September besagt: Heute setzten Teile der Armee Kurokis auf das rechte Ufer des Taitscho in der Gegend von Sakan und Kankwantun, wo der Fluß eine Biegung macht, über. Um fünf Uhr früh stellten unsere Streifwachen fest, daß eine Division Infanterie mit Artillerie und Kavallerie die Furt passierte. Flußabwärts zeigten sie sich noch nicht. Die Japaner gingen in zwei Richtungen,vor, nach Westen und in der Richtung auf Jantai. .Die übergesetzten Truppen begannen das Gefecht, um den weiteren Uebergang zu verbergen. — Auf unserer vordersten Stellung wurde der Kampf am 31. August außerordentlich heftig geführt, um acht Uhr abends bis zwölf Uhr nachts, wo er vollständig unterbrochen wurde. Wie der gestrige, endigte auch der heutige Kampftag für .uns durchaus erfolgreich. Wir haben ausnahmslos alle,unsere vordersten Stellungen behauptet. Einen besonders heftigen Kampf hatte die Division be£ Generalmajors Kondratvwitsch auszuhalten. Das Artilleriefeuer der Japaner war sehr heftig. Unsere Truppen, die den ganzen Tag mit Shrapnels überschüttet wurden, behaupteten die ihnen anvertrauten Sicklungen mit erstaunlicher Ausdauer. Nach den Vorbereitungen des Angriffs durch Artilleriefeuer gingen die Japaner mehrmals zum Sturm gegen unsere Stellungen vor. Einige unserer vor der st en Befeftig- ungen gingen nach hartnäckiger Gegenwehr in die Hände der Feinde über, wurden aber von uns immet wieder durch Bajonettangriffe z u r ü ck e r o b e r t. Bei diesen Angriffen ließen die Japaner eine große Menge Toter zurück. Vor einem Teil der Befestigungen war es gelungen, eine große Anzahl Wolfsgruben auszuheben, die teils bis zum Rande mit Leichen des. Feindes gefüllt waren. Die Verluste der Japaner müssen ungeheuer groß sein. Aber auch unsere Verluste die noch nicht annähernd festgestellt werden konnten, sind bedeutend. Verwundet ist Generalmajor Mrosowskp. Eine Kontusion hat Generalleutnant Baron Stackelberg erhalten, der aber an der Front bleiben konnte. Viele Waffen der Japaner sind in unsere Hände gefallen. Petersburg, 1. Sept. Aus der ganzen Umgebung von Liaujang flüchten d-ie Bauern-Familien, aber in ihrem Gefolge auck» viele Landstreicher nach Liaujang. .Es wurde eine aus hundert Köpfen bestehende cvinesisch-russische Frciwilligen-Polizei zum Schutze der Häuser besonders gegen Brandstiftung organisiert. London, 1. Sept. Ein dem. Reuterschen Bureau aus Shanghai zugegangenes Telegramm besagt, die Japaner hätten heute nach viertägigem schwerem Kampfe Liaujang besetzt. Von russischer Seite träfen zurzeit beträchtliche Verstärkungen ein. Tokio , 1. Sept. (Reuter.) In der Frühe des heutigen Tages machte der linke Flügel der Japaner mit Erfolg einen wilden Angriff auf die Höhen von Hsinlitun, westlich von dem Schenschan-Berge und d u r ch l/r a ch e n die russische Linie. Dieser Erfolg mauste wahrscheinlich den darauffolgenden Rückzug des Zentrums und des rechten Flügels der Russen notwendig. Hier glaubt man, K u rv p a t ki n sei völlig geschlagen. Oya m a telegraphiert, seine V e r - lüfte bei dein Sturmangriff auf Liaujang seien beträchtlich. Kurokis Verluste an den Tagen vom 24. bis 28. August waren 2 2 5 5 Mann. Tokio, 1. Sept. (Reuter.) Kuropatkin hatte alle verfügbaren Truppen bei Liaujang konzentriert und hat während der" letzten drei Tage den japanischen Angriffen iviedcrholt äußersteil Widerstand entgegengesetzt. Marschall Oyama warf die vereinigte japanische Armee gegen die russischen Truppen, lvrlche eine Reihe von ausgezeichnet befestigten Stellungen inne hatten, die sie hartnäckig verteidigten. Ten Japanern gelang es 'chlicßlich, den russischen linken Flügel zurück- zuwcrsen; lange Zeit jedoch vermochten sic gtoen die rechte Flanke keinen Erfolg zu erringen, da die Russen den Angriff wiederholt abschlug-en. Es hat also ungeheuer heiße Mrnpfe gegeben. Ungefähr die gleiche Anzahl von Klegern tote in der Völkerschlacht bei Leipzig, etwa eine halbe Million, stand W Feuer und — ein seltener Zufall in der Kriegsgeschichte, das! „lleine Japan" mit seinen 48 Milliorten Eirttoohnern stellte dem großen Rußland mit seinerr 130 Millionen Köpfen! eine überlegene Trüppentoacht gegenüber. Ea. 300 000 Japaner kämpften gegen 200 000 Russen. Die Japaner todesmutig heranstürmend, im Vollgefühl eines bisher fast ununterbrochenen Siegeszuges, von Generälen geführt, die im Angriff die beste Verteidigung sehen, toohlaegliedert und in trefflichen Stellungen — die Russen geführt von einem Kommandeur, der bisher im vorsichtigen Zurürb- weichen und in geschickter Verteidigung die die russische Sache allein rettende Maxime gefunden hat. Rußland, an Zahl unterlegen, mrtßteauch im Kampfe unterliegen. Kuropatlln ist geschlagen und aus Liaujang vertrieben worden. Da es sich für ihn nicht darum hageln konnte, auf die Dauer bei Liaujang stehen zu bleiben, vielmehr nur darum, diese Stellung so lange zu halten, um den Rückzug möglichst unter Mitfühtmng der Vorräte nach Mukden zu betoerkstelligen, so toar der anfangs gemeldete Rückzug des rechten Flügels an sich noch> keine Entsch^eidung des Schicksals der Armee Küropatkins. Dann aber kam die sehr bedenlliche Nachiricht, daß die schweren Geschütze der Zentrumsstellung der Japaner in die Stadt Liaujang reichten. Und dann tpaf die Meldung vom Falle Liaujangs ein. Damit toar es natürlich, daß die Japaner einen, wenn auch mit außerordentlich schweren Verlusten erkämpft ten großen Erfolg davongetraaen haben. Eine Ent- s ck> e i d u n g haben die Tage von Liaujang irides trotzdem ntcht gebracht. Vielmehr ist anzunehmen, daß Kurvst a t k i n, um einer Umktammerrtng zu entgehen, rechtzeitig den Rückzug auf der Str aße nach Mukden angetreten hat. Auf der Verfolgung dürften die siegreichen Japaner ihren Gegnern jedoch noch empfindliche Verluste beibringen. Die Einnahme Liaujangs dürste von größter Bedeutung für die weiteren Operationen in diesem Jahre sein und der für die Japaner siegreiche Ausgang des' gewaltigen Ringens zwischen annähernd einer halben Million Menschen wird nicht verfehlen, auf der ganzen Welt nachhaltigen Eindruck zu machen. Das Signal zum Beginn dieses fürchterlichen Kampfes scheint vom Mikado selbst gegeben zu sein. Er ist ungehalten, daß Port Arthur noch immer nicht gefallen ist Illtd da ihn die letzten mißglückten Sturmangriffe der Japaner auf die heldenmütig verteidigte Festung endlich überzeugt haben werden, daß eine rasche-Enffcheidung hier auch durch Hekatomben von Menschenleben nicht zu erzwingen ist, so wollte er, daß auf dem anderen Kriegsschauplatz endlich, ehe der Gegner immer mehr erstarkt, die Würfel fallen sollen. Der erste Schritt dazu ist jetzt getan, die nächsten' Wochen werden vielleicht eine Entscheidung bringen. Wo diese Entscheidung fallen wird, das hängt davon ab, ob Kllropatkin sich nur auf Mukden, oder auf das viel weiter nördlichere Eharbin sich zurückzuziehen für opporttrn hält. Die Schwierigkeiten des nun beginnenden zweiten Teils des Feldzuges werden sicherlich die Mühseligkeiten ersten noch weit hinter sich lassen. Von außerordentlicher Wichtigkeit ist oa nvjch folgende, kurz vor Schluß der Redaktion eingehende Meldung: Mukden, 1. Sept. 9 Uhr 27 Min. abnids. Der Eifen-- bahndienst nach Liaujang ist unterbrochen. Die Wege sind unpassierbar. Neue Kämpfe bei Port Arthm. London, 1, Sept. Dem Reuterschen Bureau wird aud Tschifu vom 31. August gemeldet, daß die Japaner um Port Arthur folgende Stellungen besetzt haben: Im Osten die Hohe in der Nähe von Fort V, im Süden Palin- tschang, im Westen Kukiatou und Japt.owang. Das Fort V ist nach Berichten von Chinesen, die am 28. August die Festung verließen, weder von den Ruffen noch von den Japanern besetzt. Von Tungkaitschian wurden die Japaner, die auf den benachbarten Höhen Geschütze auffahren, be- schossen. Es bestätigt sich, daß die Russen wieder Jtschau besetzten. Die Lebensmittel in Port Arthur sind knapp. Ein Sack Mehl kostet 11 Rubel. Tschifu, 31. Aug. (Reuter.) Ein Chinese, der Port Arthur am Abend des 29. August verlassen hat, meldet, daß am 27. August ein heftiger Kampf gewütet hat. Die Japaner hätten versucht, das FortPeluntschan zu nehmen, aber zwei schwere Angriffe wären zurückgeschlagen worden, und die Japaner hätten dabei 1045 Mann an Toten und Verwundeten verloren. Am 28. August hätten die Japaner das neue starke Fort Nr. 6 angegriffen, obgleich sie einem heftigen Kreuzfeuer von den benachbarten Forts ausgesetzt gewesen wären. Nach dreistündigem ununterbrochenem Kampfe wäre es ihnen gelungen, in Fort Nr. 6 ein- zudringen. Die Russen hätten sich in die benachbarten Forts zurückgezogen, von wo aus sie durch ein konzentrisches Feuer auf das Fort Nr. 6 die Japaner gezwungen hätten, eS wieder zu räumen. Tokio, 1. Sept. Im Volk meint man, der Fall Port Arthurs werde spät im September effolgen. Japan in Korea. London, 1. Sept. Die „Morning Posf meldet aus Washington vom 31. August: Die japanische Regierung c rn a w n t e den Offizin Steven S, Legationsrat der japansichc Gesandtschaft in Washington, zum Ratgeber deS Auswärtigen Amte« in Soeul. Steven« rst A'ncnkaner unb feit langem in japanischen Diensten. Die japanische Regierung weise daraus bin, das; die Ernennung nicht gegen die Unabhängigkeit Korea« verstoße. Der JUtflUutb in Dcutsch-Lntdwestasrika. Bom Kriegsschauplatz. Verlin, 1. Sept. (W. B.) Geneval v. Trotha meldet: Die Kompagnie Welk überraschte am 28. ?lugust eine Hererobande bei Oka nr uru unb erbeutete 400 GtückVieh. Die Hetero batten 16 Tote. Diesseits keine Verluste. Der Fein d räumte Otje- kongo und soll nach Nordosten, Osten und Süd osten ab- Vchcn. Die Hauptkräfte sind anscheinend ün Süd- feftek Otjomarv, Okorindombv und Qparakaue toerbeu ofS poch besetzt gemeldet, v. Hepbebreck ist mit der 5. Kompagnie, Regt. 2, und znx'i MnschrnerLrnonen am 27. Ang. von Windhuk über Otjibaenena-Epukiro abmarschiert. Deimling marschierte mit der Kolonne Wahlen (1. unb 3. Komp., Regt 2 und 7, und halbe erste Batterie) am 27. August von Owikokorero Über Otje-Knara-Okajainia^Karidona auf Oparakane, erreichte mit der Kolonne Meister (4. und 6. Kompagnie, Regt. 2, und 5. Batterie) und mit dem brS- Kc eigen Detachement WinklerS, der krank ist, Otjosondn ärnd geht über Oute-Okatsehonde vor. v. Re.izenstein (von Müblenfels ist erkrankt) ist mit der 9., 10. unb 11. Komp., «egt. 1, und der vorläufig 2. Komp., Regt. 2, der 6. Bad- tcrte, der Maschinengewehrabteilung Dürr und WitboiS -fm Dormar sch über Qrutfiva auf Otiekongo und Okahandja. v. Estorff mit der 1., 2, 4. und 7. Komp., Regt 1 unb 3, der vierten Batterie, der Maschinengewehr- abteikung Saurma und Bastards von Ombujo-Otjomaso- Okowindombo bat eine SeitenaLtrilung (von der 2. Komp, und BasrardS) Über Otjosondjou auf Epata entsendet &ur Aufklärung und mit Besetzung letzterer Wasserstelle. Volk» rnann mewet, baß der Bezirk Otawiminen, Groot- fontein und der untere Onruramb a-Flu ß frei vom Feinde sind. Er hofft, am 30. August Osondema zu erreichen. Fiedler bleibt, die Gegend säubernd und die Lazarette d ecken b, bei Vvterberg. Tte 7. Komp, des RvgtS. 2 rückt von Windhuk nach GobabiS unb befett OaS. DaS Hauptquartier begibt sich nach Otjosondu. Die neue Meldung läßt erkennen, daß die verschiedenen Abteilungen, nachdem es ihnen gelungen ist, einen Durchbruch der Hereros nach Westen zu verhindern, nun konzentrisch gegen den Oberlauf deS Eiseb westlich von Lpukirv voruurrschioren, denn dort scheinen die HereroS, nachdem sie Ctjdtongo geräumt haben, in großer Zahl Stellung genommen zu haben. Major von MühlenfelS und Oberleutnant Win k- ler mußten infolge Erkrankung ihr Kommando in Sudweftafrika ab gebe n. « Aus Sv»akopmund wird gekabelt: Trotz der bisher gemachten größten Anstrengungen sind die Landungö- verhältnisse hier noch immer die allerschwierigsten. Die gesamte Bahnstrecke nach Windhuk, ebenso der Bahntelegraph zeigten sich, da sie von Herero unbelLstigt bleiben, durchaus leistungsfähig. Die vereinzelten HererotruppS, die diese Verbindungslinie früher ab und zu störten, scheinen sich gänzlich zurückgezogen zu haben. Neuer Gouverneur k Wie in Berliner politischen Kreisen gerüchtweise behauptet wird, soll die Abberufung des Gouverneurs Leutwein von seinem Posten in Südwest-Afrika beschlossen sein. Als sein Nachfolger wird der Generalkonsul in Kapstadt v. Linde cm ist genormt Mit der Abberufung des Gouverneurs Leutwein war, wie unsere Leser wissen, schon seit längerer Zeit zu rechnen. Ob sie aber gerade jetzt erfolgen wird, wo die ersten Anzeichen eines Wiederbeginns der wirtschaftlichen Arbeit in Südwestafrika sich einzustellen beginnen, erscheint doch etwas zweifelhaft. Vielleicht hängt da- Gerücht lediglich mit dem llrtaubsgesuch zusammen, da? der Gouverneur vor einiger Zeit eingereicht hat. Ebenso wurde die Ernennung des Generalkonsuls Lindequist zum Nachfolger Leutweins nur die schon vor Monaten ausgesprochenen Vermutungen bestätigen: es ist deshalb wohl möglich, daß wir es auch hier lediglich mit einer Wiederholung jener Gerüchte zu tun haben. , Trau Sporte nach SLdvestasrika. Die Dörmann-L inie in Hamburg wird von dem Kampf um die Tarife nicht betroffen, den auch die zweite Konferenz der an der nordatlantischen Fahrt beteiligten Rheder nicht zum Abschluß zu bringen vermochte. Die Wyrnlannkinie macht jetzt daS glänzendste Geschäft feit ihrem Bestehen. Ihre eigenen Dampfer reichen für die Nachfrage nicht aus, sie muß Hilfsfabrzcuge chartern. 3*rt diese günstige Geschäftslage ist die Wormannlinie versetzt durch die Truppen- unb Materialientransporte nach Südwestafrika. Ihr fließen jetzt die außerordentlichen Einnahmen zu, die der Norddeutsche Slbpd und die Hamburger Paketfahrt-Geselffchatt anläßlich der China-Wirren zu verzeichnen hatten. Eine spezialisierte Rechnung über die Ausgaben für Südwestafrika ist dem Reichstag bisher nicht zugegangen. Sie durfte erst eingereicht werden im nächsten Nachtrag setat, unb ernennen lassen, wie hoch die Gebühren für den Seetransport sind. Doch nicht npr diese Summe fließt der WLrmannlinre zu: ihr steht auch aus dem Rücktransport der Truppen unb Gerätschaften ein beträchtlicher Gewinn in Aussicht. Zu gönnen ist ihr ein solcher, denn in normalen Zeitläufen bringt die Wkstafrikasahrt, bki der auch Reichsiuteressen in Betracht komwen, nicht entfernt so hohe Ertrüge, wie die nach Amerika oder Asien. Wenn mm auch der Ankaß, her HererostSdzug, der die Wörmann- danmser forlwshrenb in Fahrt hält, zu bedauern bleibt, so ist es doch andererseits erfreulich, daß für die so plötzlich und in solchem Umfange erforderlich gewordenen Seetransporte deutsche Schiffe zur Verfügung sbchen, und die Regierung der Notwendigkeit überhoben ist, fm Auslände Dampfer Mr diesen Zweck M chartern. KMische Tagesschau. Ein müßiger Streit. BouLin, 1. Sept. Der Streit um den preuf.ifdkit Zu ßizministe r Schönstedt kommt nicht -ur Ruhe. Es wird hin- und herorcrkelt, ob der Man Ker demnächst z u ruckt re t en werde ober nicht, unb da er tnt(e Gegner hat, kann er von Zeit au Zeit lesen, er [#*'*’■ an den Bewerben des Alters und lehne sich nach bei rSttlfe Brrvatl'-b-nS. Die Freunde des Ministers dagegen - v* s^en rnehr nach der Rechten hin — rühmen ihm „ungewühn- T^rrsche" nach unb enrflrtm zuversichtlich, daß er noch lang' **it brm preußisä-cn Ministerium als Senior anqehüren werd Tr S^onckept N'wmt beides zur Kenntnis und schwecht, wo' er bi*rr oHtbrr.rxn hat Warum HMe er auch ei» ,,cttltl)enlisä>e droanntum'' erteilen? Lrr hat due Schwelle des biblischen Alters seit twumtcr Zeit überschatten, und M6 da von einer langen Amtsdauer niÜ^t die Rede sein kann, ist mit Händen zu greifen. Ter Rücktiitt ist nur eine Frage kurzer Zeit, und einer wesentlichen Aendc'niug loerden die vollendet liegenden Narlmtfe schwerlich bedürfen Deutsches Reich. Berlin, 1. SM. Heute abenb um 6 llhr 30 Mu. fand bei dem Kaiser unb der Kaiserin im Elisabetl>-Saal des künigl. Schlosses Tafel statt, bei der das Kaiserpaar sich gegenüber saß. Neben der Kaiserin saßen muh rechts zunächst der Groß Herzog von Hessen, der Großhcrzog von Oldenburg, Pnnz.Joachim 9ttbrccfit unb Ser Erbgroßherzca von Mecklenburg-Strelitz; nach links der Großh^rzvü von Sachsen-Weimar, Prinz Eitel Friedrich, Friedrich Wimclm intb der Erbgrvßherzvg von Baben. Rechts vorn Mser die Großherzogin von MeckleMlrg-SchtMin und der Kronprinz, linkö Prinzeß Friedrich Leopold und der Grvß- bertog von Mecklenbnrg-Sei)tveritt. .Heute nbeiib wohnten der Kaiser und die Kaiserin mit ihren Gästen ber Vorstellung von DelibeS' „Coppelia" int Openchanse bei. Der Kaiser hatte der Großherzogin von Mecklenbnrg'-Schwerin den Arm geboten, her Großherzog von Hessen der Kaiserin. — Ter Kaiser gedenkt nach Beendigung der Kaisermanövcr vom 19. bis 21. September sich auf seiner GutSl-errschast Kabinen ausinhaltcn, intb wird von dort nach Jagdschloß R o - m inten reisen, wo er bi. zum 1. Oktober bleiben will. Ein Besuch deS Tawellnigker Forstreviers zur 'JlWilfitnn von Elchwildjagden ist von Rominten aus in Aussicht genommen, doch wird dieser AuSslng von der Witterung abhängen. Außerdem hat daS Kaiserpaar zu der Einweihung ber evangeliscl>en Kircl>e zu Dubeningken sein Ersclxinen zugesagt. Am 2. Olt. st dann die Rückreise beS Herrschers geplant, ber dann auf yerKlbcn die Marienburg besuchen will und am 3. Oktober den Eröffnungsfeierlichkeiten ber Technischen Hochschule in Danzig bettoobrnm sowie seiner Leib-Huiaren-Vrigadc in Sang* nhr einen Besuch abstatten wird. — Die „Nordd. Allg. Ztg." hört, baß die Abreise beS Prinzen Friedrich Leopold nach dem vstasiatischen Kriegsschauplatz auf russischen Wunsch verschoben worben ist wegen der zurzeit bestehenden Gefahr ber Zerstörung der Bahn bnrtb Ebunchusenbanben. Stadthagen 1. Sept Bei der heutigen ReichstagS- ersatzwahl im Wahlkreise Schaumburg-Sippe erhielten: Amts* gerichtSrat Dr. Bruustermann skons. KarteN) 3586, Ge- nossenscha-tsantnalt Dr. Krüger (fr. Bolksp.l 1452 intb Klingen- hagen (Sozd.) 2191 Stimmen. Es ist Stichwahl zwischen Brunstermann unb Klingenhagen erforderlich. (Bei der .Hcntptwahl im vergangenen Jahre hnirben abgegeben: für den nationalliberalen Kaichidaten Tenne 3328. für Klingenhagen (So;.) 2310. für Bendix (fr. VoWp.) 1256 und für den Antisemiten Raab 375 Stimmen. ber engeren Dahl siegte dann ber Natioualliberale mit 4552 Stimmen gegen den Sozialdemokraten, der 3241 Stimmen aus ich verernigtr.) K,er und Alotle. Sedan, 1. Sept Heute vormittag sanb eme GebächtniS- eier für die im Jahr' 1870 gefallenen Soldaten statt. Auf dem SÄachtselde hatten sich za b l re i che französische und deutsche Abordnungen cingcfunbcn, welche Blumen und Idrönze auf die Gräber ber im Jahre 1870 Gefallenen legten. Kolouialpost. Berlin, 1. Sept. N«l> einem soeben eingegcmgenen Tele- fromm be* Kommandeur- der Kameruner Schutztruppe, Oberst Rüller, ist der Aufstand im Großbezirk beendet. Die meisten Häuptlinge haben sich unterworfen. Bis alle Strafzahlungen geleistet sind, bleibt der Bezirk mit zwei Kompagnien besetzt. Oberst Müller begibt sich nach Sovpo zurück. AlS Truppensilhrer im Großbezirk bleibt Oberleutnant Schlosser. Sondon, 1. Sept. Ter „Tape Times" nnrb auS Karvnga in Dvitksch-Zentral-Afrika telegraphiert: Nach dort angeblich ein* getroffener offizieller Information errichtete ber Kongostaat bre gmrze toeillidx Küste vom Tangcrniika-See entlang geheime Forts von bedeutender Größe. Eine- von ihnen, das vollendet unb mit 20 modernen Geschützen versehen sei, liege nur zwei Tagemärsche von der deutschen Grenze. Am Tanganjika kam eine Karawane von 800 Träirern unter Führung eines Kongobeamten mit Material für die Forts an. Tie Kongobehörben ollen angeblich .'inen Einfall der Deutschen fürchten, welche da- Gebiet zwischen dem K i w u und Tanganjika annektieren wollten. Eine Anzahl Araber, Suaheli unb Händler der Ostküste, alles deutsche Untertanen, seien ungerecht- fertigtermeifc aus dem Kongogebiet auSgewiesen worden. Wichtige Verhandlungen schweben in Berlin und Brüssel. Aus Stadt und Sand. Gießen, den 2. September 1904. — Das Grsßh. Regierungsblatt Nr. 28, auS- qegeben am 31. August, enthält u. a. eine Verororbnung betr. die Veränderung einiger Vorschriften über die allgemeinen Staatsprüfungen im Forst fach und eine Verordnung, betreffend die Tagegelder, Reisekosten unb Gebühren ber Kreisveterinärärzte bei amtlichen Geschäften, sowie die Wänbcrung bc§ § 3 ber Verordnung vom 9. September 1879, bte Tagegelber, Reisekosten unb Umzugskosten ber Zivilbeamten betreffend. *' Selbstmord eines Soldaten. Heute morgen erschoß sich beim Wecken ein Soldat bc§ 116. Infanterieregiments mit seinem Dienstgewehr. Seine Vorgesetzten waren mit ihm sehr zufrieden. Der Grund, weshalb die Tat geschah, ist noch unbekannt. Der junge Mann stammt aus Gießen und gehörte einer kleinen Beamtenfamilie an. — Dazu wird uns von einem unserer Berichterstatter noch folgendes gemeldet: Der Soldat F. O. ist ber Sohn ehrbarer Eltern. Wie verlautet, soll Siebeskummer bie Ursache ber unseligen Tat gewesen sein. Er gehörte ber 7. Kompagnie an, mar 21 Jahre a(t und diente im ersten Jahre. ** Einquartierung. Das 1. Bataillon ber 115er aus Tarmftabt ist heute vormittag per Bahn hier eingetroffen unb hat in unfett?r Stabt StanbquarHcr bis zum 10. September bezogen. Einschließlich b£r 168er ist badurch bie Einquartterung auf nahezu 2000 Manu gestiegen. Dos 3. Bataillon der 115er hatte gestern zwischen Großen-Buseck unb 'Beuern Scharfschießen, daS 1. Bataillon heute. ** Die Versteigerung ber durch den lanbwirt- schaftlichen Pr ovinzialver ein aus dem Berner Oberlande eingeführten Zuchttiere fand heute vormittag in Gießen statt. Zu der Versteigerung wurden nur die Besteller der Tiere zugelassen unb sie gestaltete sich insofern fc^r günstig, als bie erlöste Summe weitaus ben Eiukaufs- vreis irberstteg. Es kamen 15 Simmentaler Bullen zur Versteigerung. Drei weitere Bullen, hervorragenb schöne Tiere, wupben als Stationsbullen un-ter bie Gemeinben Melbach, Laposdorf unb Niebemioos verloost. Langsbor hatte bas Glück, ben anerkannt schi-nsten Bullen, auf biasc Weise zu erhalten. Das Tier hatte an Ort unb Stelle 2600 Fres. gekostet. — Weggeworsenes Gelb, sagte Kiihler- Sangsborf im Sanbtage, heute schmunzelte er still vergnügt. — ES wurden außer ben Bullen noch 61 Ziegen unb Ziegenböcke versteigert, 6 bavon flammten aus der Megenzucbtstatton xfaurcroan), oo aus oem xxtner sltdct- lano. — Das eingeführte Zuchtmaterial wird zur weiteren Veredelung unserer Zuchtttere sehr wesentlich beitragen. Die Landwirte erTcnncn das selbst an, indem sie um iD-eiteu: Importe von Zuchtvieh ben Provinzialverein angehen unb dafür erhebliche Opfer bringen. r. Robhei m a. d. Bieber, 1. Sept. Gestern fand hier eine Vieh sch au statt. Die ökmetnben des Bezirks Nodheiirt hatten in erster Linie Zuchtbullen zur Schau bor- führen. Die Beteiligung war sehr rege. 90 Tiere waren zur Prämiierung angemeldet. Die dunkelbraunen Vogelsberger bewiesen zur Genüge, daß man auch hier im Biebertal ber Aufzucht biefer Tiergattung das größte Interesse entgegenbringt. Da für drei Bezirksschauen zur Prämiierung 1000 Mk. vorgesehen waren, so barf sich bie hiesige Schau rühmen, ben Löwenanteil mit 475 Mk. bavongetragen zu haben. sd. Darm stabt, 1. Skpt. Prinz Anbreas von G r i e ch e n l a n b folgte heute abenb einer Einladung des Offizierkorps des Garde-Dragoner-«.Negiments Nr. 23, in welchem er eine halbjährige Dienstzeit absolvierte und dem er Pont Gvoscherzog ä la suite gestellt ist. in dessen Kasino zu einer Feierlichkeit. Die Regimentsmusik fi'ihrte den musikalischen Teil cmS. Es kam u. a. auch ein vom Stabstrvm- ieter Schulz komponierter, dem Prinzen getoidmeter Prinz Andreas"-Marsch zur Aufführung. Die Partitur würbe dem Prinzen kürzlich durch den Komponisten persönlich bei einer Audienz in Jugenheim überreicht. — Demnächst wirb unsere Stabt um ein hübsches Bauwerk reicher werben. Die alte Synagoge in ber Dleichstraße wirb bemnäclxst fallen und an ihre Stelle ein nach dem Entwurf des Prof. Wiskop dahier auszuführender neuer vergrößerter Bau enkstehen. R. B. Darmstadt, 2. Sept. (Drahtbericht.) Die öffentlichen unb auch Privatgebäube tragen auS Anlaß beS heutigen Scban-GebächtniStageS reichen Jlaggenschmuck. DaS Denkmal des Großherzogs Ludwig IV., beS siegreichen Heerführers im Kriege, ist mit Palmen unb Blumen überaus prächtig geschmückt. In ben Schulen fiel heute zum Teil ber Unterricht auS, zum Teil fanden feierlich Akte statt. Vcrmifd>tes« * Berlin, 1. Sept. Auf der Station Grünewald verunglückte beim WageneinhängQu ein Rangierer und erlag den erlittenen Verletzungen. — Der Lokornotiv- ührer Keil wurde auf dem Potsdamer Güterbahnhose von einem Zug überfahren unb getötet ♦ Aachen, 1. Sept. Beim Dorf Hansel wurde ber Obsthändler Schönbrobt überfalle n unb geknebelt. Nachdem ihm 800 Mk. geraubt wurden, wurde ct in den Weiher geworfen. Die Leiche wies schwere. STopfwunbcn auf. Der Täter ist entkommen. * M ü n ch e n , 1. Sept. Die Witwe H er vermachte ber Stabt ihr Gesamtvermogen von 180000 M k. zur Einrichtung eines paritätischen Kinb^rasyls. — In Waldmünchen b rannten 30 Häuser nieder. Es liegt zweifellos Brandstiftung vor. Zwei Verdächtige wurden verhaftet. * Prag, 1. Sept Der Student Seidel aus Plauen ist in Asch ermorde t aufgefunden worden. Kirchliche Rachrichten. Evangelische Gemeinde. 14. Sonntag nach Trinitatis, ben 4. September1 Zugleich kirchliche Feier beS SedaufefteS. choltesdienll. In der Stadtkirche. Vormittag- 8 Uhr: Siehe Iohanneskirche. Vormittags 9‘/> Uhr: Pfarrer Schwade. In der Iohanuc-kirche. VormittaqS 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich letzte Christenlehre für bie Neukonfirmierten aus ber Iohaunesaemembe. Vormittag- 9 38 eine 4-Zmuner- <> wohnung im 3. Stock per 1. Oktober 04. 6999 Näheres Frankfurterstr. 62, II. | 3 Zimmer | Schöne 3-Zimmerwohnuug (Mansarde) nebst allem Zubet)ör per 1. 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Turnfreunde, den Extrazug Sonntag früh 8.15 ab Biebert Hal bahn, der bei jeher Witterung abgeht, benutzen zu ivollen. v', Der Anoschnß der Gießener Tur uerjchafi. F. Cr. F. Sonntag den 4. September er. Abfahrt nach Mainz 4 Uhr40Min. Zusammenkunft am Bahnhof um 4 Uhr Morgens. v1,,_______Dao Komma »do. Ltciiligraphtll-lSksküsltzast Gabelöterger. t'/. Lamstan »en 8. Scptemdcr abends 81/, Uhr im Philosophenwald: FMilieii-Abellö mit Tailj (veranftaltet vom Gabelsberger Stenographen-Berein). Infolge ergangener Einladung bitten rotr rnn recht rege Be- teiligung. Der Borstand. Gesangverein Heiterkeit. Samstag den 3. September bet Mitglied Kalbfleisch. Mittwoch den 7. September im «aiserhof. v8/, Wichtige Besprechung. Samotag den 3. September abeuvo 8l/i Uhr im Philosophenwald zur Feier des ^tiftmigsfestes des Vereins u. des Damenkränzchens Familieuabend. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. v’/9 Der Vorstand.