Nr. 179 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 2. August 1904 Erscheint täzNch mit Ausnahme de« Sonntags. Die „Giehener Zamilienblatter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessische randwtrt" erscheint monatlich einmal. K? . A AA X AA Rotationsdruck und Verlag d« Brühllchen 1 AM An Alt MW II Universttätsdruckeret. ».Lange. Gieß«. W’’1 f W ifl 111/ M M W - iS W^M 5&C, jgL Redaktion,ExpÄrUion«.Druckerei: Schulstr.7. ™ 8 d' Nr 'M KA V M M Tel. Nr. 5L Telegr^-Adr.Anzeiger Gießen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. ■■■ - ■ " -.......— - ----- — - ■ -" -------- ' ' ---■"•■ ' -----------------—--------—----------- Z>ie Zteöerlastung des Reichsgerichts. Wie die „Köln, Ata." dieser Tage mitgetellt hat, ist das RcichsgericA geirütigt, .die Verhandlungen über Revisionen der eingegangenen Zivilsachen zurzeit auf Cirde Mai 1905 anzu- beraunren, d. h. zwischen der Einlegung der Revision und dem Verhandlungstermin einen Zlvischenraum von 10 Monaten verstreichen zu lassen. Es liegt auf der Hand, daß dieser Zustand unhaltbar uni) Abhilfe dringend erforderlich ist. Die lieber» lastung des obersten Gerichtshofs, pie sie aus der vorstehend mitgeteilterr Tatsache hervorgeht, hat allmählich einen Höhe- pmttt erreichst, bei dem die wichtigsten Interessen der Recht- suchenden aufs schwerste geschädigt werden. Es bedarf in der Tat keiner besonderen Ausführung darüber, daß, lvenn der Revisionskläger oder der Revisionsbeklagte 10 Monate warten müssen, bis ilste Streitsache überhaupt nur verhandelt werden kann, die Verfolgung des Anspruchs ganz empfindlich an Wert verliert. Mit der wachsenden Bevölkerung, dem wachsenden Reichtum und Verkehr des deutschen Reiches ist die Geschäftslast der Zivilsenate des Reichsgerichsts ständig größer geworden. Im Jahre 1880 wurden 450, im folgenden Jahre 1315 Revisionen anhängig. Im Jahre 1887 hatte daS neue und daher zunächst wenig in Anspruch genonrmene Gericht mit 1786 Revisionen seine normale Aufgabe übernommen, die dann bis 1897 langsam auf jährlich 2500 eingelegte Revisionen anwuchs. Bis dahin hatten 6 Zivilsenate mit 50 Richtern diese Arbeitslast getragen. Schweren Herzens entschloß man sich, als die Kompetenz des Reichsgerichts auf Bayern erstreckt wurde, einen siebenten Senat mit 9 Richtern zu beschaffen. Inzwischen ist die Zahl der Revisionen im Jahre 1903 auf 3795 gestiegen. Für das Jahr 1904 veranschlagten die Atotive des „Entwurfs betreffend Aen- derungen der Zivilprozeßordnung", der dem Reichstag zugegangen ist, die Zahl der Revisionen auf 4300 einschließlich der 50—60 Berufungen in Patentsachen. Im Jahre 1903 sind 2873 Urteile ergangen! Man kann die Zahl der daneben bearbeiteten Gesuche und Beschwerden ganz außer Betracht lassen. Fraglos ist, daß die wissenschaftliche Bearbeitung so vieler umfänglicher Prozesse die Arbeitskraft von -59 Richtern übersteigt. Ob der dem Reichstag vorgelegte Gesetzentwurf geeignet ist, der Ueberlastung .des Reichsgerichts zu steuern, und eine Besserung .herbeizuführen, darf billig beztveifelt werden. Einstweilen ruht die Vorlage in der Kommission. Welähe Aussichten sie hat, par bei der ersten Lesung nicht mit Sicherheit zu beurteilen. Die Vorlage will in der Hauptsache die Provisionssumme von 1500 auf 3000 Mark erhöhen, um dadurch die Zahl der Prozesse, die vor das Reichsgericht gebracht werden, .zu üenniitbern. Ln weiten Kreisen des Volkes steht mau dem Vorschlag um deswillen ablehnend gegenüber, lveil er .eine antisoziale Tendenz hat und die Revision zu einem Rechtsmittel ausschließlich für die wohlhabende Bevölkerung maäst. Namhafte Juristen, Theoretiker wie Praktiker, halten den Entwurf .geradezu für verhängnisvoll. Vielfach herrscht die Meinung, daß er obendrein eine nennenswerte Entlastung des Reichsgerichts gar nicht bewirken könne, da bei sehr vielen Prozessen, deren Objekt bisher auf 1600 Mark angegeben wurde, jn Zukunft, einfach der Besuch gemacht werden würde, etwas über 3000 Mark einzuklagen. Bevölkerung, Reichtum und Verkehr werden in Deutschland hoffentlich auf lange Zell hinaus weiter wachsen, damit werden auch die Geschäfte des Reichsgerichts ständig zu nehmen, dessen Kompetenz auch sonst vielfach ausgedehnt werden muß. Geht man dann auf dem betretenen Wege weiter und erhöht das Revisionsobjell von 3000 auf 5000 Mark und schließlich auf.10 000 Mark, so wird das Reichsgericht schließlich das Gericht des Fiskus, der Beamten, der Grund- und Pfründen- besiher und aller reichen Leute, aber nicht jedes Rechtsuchenden im Volke geworden sein. Besondere Erwägung wird in den meisten Verhandlungen auch der wichtigen Frage zuzuwenden sein, inwieweit an der Ueber- lastung .des Reichsgerichts das Berufsmonopol der Rechtsanwälte am Reichsgericht beteiligt ist. Während sonst allenthalben die freie Advokatur durchgeführt ist, .ist die Zahl der Reichsgerichtsanwälte geschlossen und die Zulassung vom „Bedürfnis" abhängig, das die Änwaltskammer und das Reichsgericht anerkennen oder verneinen können. Dieser sonderbare, abnorme Zustand hat alles eher zur Folge als eine Beschleunigung und ErleiMerung der Rechtspflege oder eine Entlastung des Reichsgerichts. Eine Reform ist daher auch in diesem Punkte dringend geboten, wenn es wirklich zu jener notwendigen Beschleunigung der Rechtsprechung kommen soll, die von den Le- bensinteressen eines modernen Staates nicht zu trennen ist. Nolitische Tagesschau. Die Rechtschreibung in Württemberg. Eine sehr vernünftige Maßregel hat die württembergische Regierung in Sachen der Rechtschreibung von Ortsnamen ergriffen. Da auch jetzt, nach Einführung der neuen, vereinfachten Rechtschreibung, in Ortsnamen das ,h" bei Zusammensetzungen mit „roth", „ityxV usm. zum Teil noch geschrieben wird, während radikalere Reformer es analog der sonstigen Schreibweise dieser Orte weglassen, und somit ein Gemisch in die Schreibart solcher Ortsnamen kommt, aus dem man sich überhaupt nicht mehr herausftndet, setzte die Regierung eine Kommission ein, durch die eine endgiltige Regelung der Rechtschreibung solcher Ortsnamen herbeigesührt werden sollte. Auf eine Umfrage in den beteiligten Gemeinden entschieden sich nur wenige für Beibehaltung des „h". Die Kommission ordnete daher an, daß das neue Staatshandbuch die betreffenden Namen ohne zu verzeichnen hat. Außerdem soll, laut „Schwäb. Merckur", auch noch eine amtliche Bekanntmachung über die neue Schreibweise bevorsteheu. * Eine Fabrik-Inspektorin in Baden. Nachdem Baden vor emigen Jahren durch die Heranziehung von akademisch vorgebildeten Damen zur Gewerbeaufsicht allen übrigen Ländern vorausgegangen ist, hat es jetzt auf diesem Gebiete einen weiteren bemerkenswerten Schritt vorwärts getan; wie der Mannheimer General- Anzeiger hört, ist das bisher als Affistentin bei der badischen Fabrikaufsicht verwandte Fräulem Dr. Baum vom Großherzog als Fabrik-Inspektorin landesherrlich an- gestellt worden. Die erst 28 jährige Dame, die kürzlich bei dem internationalen Frauenkongreß in Berlin einen öffentlichen Vortrag übernommen hatte, war früher Affistentin an der Universität Zürich und bis vor zwei Jahren in einer Berliner Fabrik als Chemikerin tätig. Aus Stadt uud Land. Gießen, den 2. August 1904. ** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Werkstättearbeitern in der Heff.-Preuß. Eisenbahn- getneinschast Georg Weber in Arheilgen und Wilhelm Philipp Herrmann in Darmstadt aus Anlaß ihres Ausscheidens aus dem Staatseisenbahndienst das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" verliehen. — Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog haben den Oberlehrern Dr. Philipp Made am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Mainz, Peter Läufer am Ludwig-Georgs- Gymnasium zu Darmstadt und Adam Roth an der Oberrealschule zu Offenbach den Charakter als Profeffor erteilt. — Das Großh. Regierungsblatt Nr. 24 enthält: 1. Forststrafgesetz. — 2. Feldstrasgesetz. — 3. Gesetz zur Aenderung des Gesetzes, das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen betreffend. — 4. Gesetz, die Abänderung des Artikels 227 Absatz 1 des Polizeistrafgesetzes (Störung der Sonntagsfeier und des Gottesdienstes) in der Fassung des Gesetzes vom 1. Juli 1892 betreffend. — 5. Bekanntmachung, 3 I «<> cd er o OD 5 er nr en CD T3$» r» rr Gl tsv p e »$>' ■CS« o fX> U «V' D rf S S: CD 3 D a 2 K F er 3 72 §’ rr ro "o< pD to t-i ro IS» H 3, D § O" 3 <35 CO rt> 2. o D K CD . P S’ & « er __m ■ rr -615- f Sä’ % rt STP Uu reo» b g-'Sg-S 3 e* P e 2 ** 5 H3, rt 2 ± QO ECD 2» rt s S 5 ä'S S SoSgä g ~§ äs 3® « DD« L3 2- er d o 5 — c? 3 SÄ ' K an § « O g er D CD fs DZ CD n jj M _2.-n Sä . Ra0 ppp rt Qm D o'5'S' S'ÖÄ «• r* »t- -f- _P_ e£§, p *^cd rt ~ p _2*c CD Q. SS _ 2 <3" 33Zr »s:3 3 i ° o s iSSn "ÄH 1 Ö3< e-» LZ ' \ erDn 2’^ ,, K rv 8 5 s ■4? 53 Kauf, und HandelSltute und sonstigen Gcivcrbctrcibcndcn ist an Soun- und Festtagen während der für de» Haupt- a o t t c« d i c n st b e st l m in t - n Zeit untersagt. Dieses Desetz tritt mit dem Tage seiner Verkündigung im öicgicrungSbtatt in Kra11.__— «Landwirte, fleOf sparsam um mit Hurem guten Keu! Diese Mahnung im „Bahrftchen lan'ow. Wochenblatt cheint unS auch für die hessischen Verhältnisse mchjt unangebracht, sodaß wir sie hier wiedergeben: Wozu denn die Mahnung, gerade dieses Jahr, wo es o viel und so gutes Futter gibt, besonders sparsam mit demselben umzugehen? Die Heuernte 1901 ist ja in allen Teilen unseres Vaterlandes erfreulicherweise recht befriedigend, teilweise außerordentlich günstig ausgefallen und zwar nach Menge tote vielen Gegenden hört man, daß das Futter kaum alle/ unter Dach und in den Heustädclii draußen Platz indet, daß man da und dort gezwungen sei, dasselbe ins Freie zu setzen. ES ist eine alte Erfahrung, daß Produkte, die man in lleberfluß hat, nicht immer genügend geschätzt und zusammenaehalten werden; so geht's vielfach nut bcm Obst in obstreichen Fahren, mit Kartoffeln uni Ruben, wenn die Ernte besonders gut ausgefallen; man braucht nicht zu sparen, es gibt ja genug, sagen manche! So geht es auch mit dem Heu. Wir wollen nicht näher eingehen aus das allzuviele Verfüttern frischen Heues, das den Tieren schädlich werden kann; es sei auch nur nebenbei vor dem Verschleudern des Futters durch sorglose Fütterer gewarnt, die nicht alle daran denken, wie wertvoll es ist, das Heu zu sparen; eS kommt vielleicht ein früher Winter, der bie .^euvorräte halber anzngreisen nötig macht als man geglaubt hat, ober das Frühjahr nächstes Jahr läßt länger auf sich warten, als einem lieb ist. Wer weiß, wie im nächsten Jahre die Ernteaussichten sind? Ta ist es eine wichtige wirtschaftliche Maßnahme, an das sparen zu denken zu Feiten des lleberflusses, einen Vorrat für bas nächste Jahr zurückzuhalten; cs ist ja überhaupt eine 'ILotwendig- kit, in allen unseren Betrieben für ben sog. eisernen Bestand rechtzeitig zu sorgen. Wir wollen aber an etwas anderes noa) erinnern. Wie bekannt, sind in vielen Teilen Worb- unb besoiiders Ostdeutschlands die Futtererträge dieses Jahr keineswegs auch nur annähernd so gute gewesen wie bei uns, in einzelnen Gegenden ist direkt von einem Mangel an Futter die Rede. Es wird leicht der Fall eintreten, daß wir von unseren Futtervorräten an bie obengenannten Gegenden Tentschlands, die einen Bedarf, ja Mangel an Futter haben werden, etwas abgeben können. Ist da die Mahnung nicht am Platze, unsere Vorräte zusammenzuhalten, um von einem etwaigen lieber* j Inj je — aber auch nur von dem, und nicht vom für bie eigene Wirtschaft Röttgen — etwas verkaufen zu können? Aber nicht jetzt um billigen Preis an Aufkäufer Weggehen, bie dem Bauern wenig zahlen unb bann später ben Prosic selber machen! Der ^wsatz an Heu möglichst bireit, joferne sich Gelegenheit bietet, kann unb soll von ben Oeko- •* Gießener Volks bad. Durch die anhaltende Hitze hat sich daS Bad im Juli einer noch nicht dagewesenen Fre- aueuz ah erfreuen gehabt unb der verstossene Juli ist der stärkste Betriebümonat seit dem Bestehen der Anstalt. ES wurdeii verabreicht 16330 Bäder gegen 13107 ün Juni 1904 unb 12421 im Juli 1903 ober im Durchschnitt pro Tag 527 Bäder gegen 437 im Juni 1904 und 410 im Juli 1903. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 7921 Männer, darunter 1080 zu 10 Psg., r 2652 Frauen, „ 497 , 10 „ Wannenbäder 1. blasse 344 Rtänner, 153 Frauen, bw Verleihung der Rechtsfähigkeit an den Sparverein ,Biene" zu ßampertbetm betreffend. — 6. Bekanntmachung, bie Zu- teiltnra der Gemeinde Affhöllerbach mit Kilsbach unb Stier- . bad) zinn Ortsgencht und Standesamt Rieder-Kamöbach betreffend — 7. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen durch die $efftf$e Landes-Hypothekenbank betreffend. „ _ - Beim Ingendse st wird der Gießener BezirkSverem gegen Mißbrauch geistiger Getränke im Philosophenwald einen AuSschank alkoholfreier Getränke eröffnen. Der Verein will bannt dem Gastwirtsgewerbe keine Konkurrenz bereiten. Er wird darum — abgesehen von Limetta — kerne schon in ben Wirtschaften gangbaren Getränke verkaufen. Ur erstrebt auch nicht die dauernde Errichtung einer alkoholfreien Wirtschaft am hiesigen Platze. ES ist ihm vielmehr nur darum zu tun, daS Publikum bei dieser Gelegenheit mit einer Reihe solcher Getränke (Fruchtsäfte der Trada-Geselochast, alkoholfreie Weine der Firma Jung in Lorsch und der tfirma Gross u. Eo. in Auerbach), bie er erprobt gefunden hat, bekannt zu machen, um sie dann den Wirten zu empfehlen und darauf hinzuwirken, daß in allen Wirtschaften diese Getränke neben den alkoholhaltigen, und zwar zu mäßigen Preisen, geführt werden. In diesem Sinne wird das Piiblikum ein- geladen, beim Jugendfest einen Versuch machen zu wollen. •• Einquartierung. Bisher haben sich für btc Einquartierung nur 500 Quartiere gefunden. Man hofft zwar, daß noch Meldungen für einige Hundert entgehen werden, tragt sich aber schon mit dem Gedanken, daß man für ben größeren Teil der Mannschaften Massenquartiere beschützen muß. Wir hören übrigens, daß es bei den 2000 Mann nichi 5^' ird, daß seitens der Militärverwaltung die Abstch: beüti ür einige wenige Tage bc5 August 5 000 9)1 ann nach Gießen zu legen. DaS kleine Wetzlar hatte vor 2 Jahren mehrere Tage lang 8000 Mann m seinen Mauern euiquartiert, imb bie Geschäftsleute dort haben diesen vorübergehenden Zuwachs WetzlarS damals mit Freuden begrüßt. Zn Wetzlar lagen die Truppen sämtlich in Bürgerquartieren. Es ist übrigens seit längeren Jahren daS erstemal, das; fremde Truppen in nennenswerter Zahl bei unö in Quartier kommen, und auch in Gießen werden die Wirte, die Metzger. Bäcker, Kolonialwarenhändler und Zigarrenhändler merken, deß Einquartierung ihnen nur Verdienst bringt - Der heißeste Tag deS Juli dS. IS., am 15., mit einer Schattentemperatur von 32° C. ist in Gießen schon mehrfach übertroffen worden. So am 21. Juli 1865, am 20. Juli 1881, 3. Juli 1893 und zuletzt am 17. Juli 1897 nut einer Wärme von 34 0 C. im Schatten. Die Durchschnitts- temperatur deß Dlonats mit 19,1 • C. aber steht, soweit die Gießener Aufzeichnungen reichen, unerreicht da. - Ter III. VerbandStag der Blechner-, Flaschner-, Spengler», filempnermeifter und Installateure Süddeutschlands sindet am 6., 7. und 8. August d. I. in Darmstadt statt 2. „ 927 , 845 „ Dampf* und Heißlustbäder, sowie Massage zusammen 144 Männer und 31 Frauen, Brausebäder 2787 Männer und 526 Frauen. Die Personenwagc wurde von 360 Per- onen benutzt, daS Bad von 10 Personen besichtigt. •• Brieftauben p o ft. Bei der Gießener Regatta wurden die Resultate der Rennen, bei denen die Frankfurter Ruderer beteiligt waren, mittels Brieftauben nach orank- furt a. M. überbracht. Die Tierchen hatten zu dem Zweck ani linken Fuß eine aus dünnem Aluminium verfertigte !Kapsel, in ivelcher die 3)litleÜung, auf festem, starkem Papier geschneben, zusammengerollt ruhte. Rach hier eingegangener Nachricht find bie Tauben alle wohlbehalten am Bestimmungsort eingegangen unb die Vereine hatten nach burchschnittlich 32 Minuten baS Resultat in Händen. •• Lungentuberkulose unb VersichcrnngS - an ft alt en. Die Bekämpfung der gefährlichen Volksseuchc Tuberkulose belastet die Träger der reichSgejetzlichen Invaliden- füriorge in erheblichem und ständig steigendem 'Maße. Die Versicherungsanstalten haben auf Grund deS § 18 des Jn- valibenoersicherungSgesetzes im Jahre 1902 = 9 Millionen, im Jahre 1903 ----- lll/Ä Millionen Mark auSgegebcn. Von der Gesamtausgabe für beide Jahre von 20s a Millionen entfallen zwei Drittel, übet 13 Millionen Mark, allein auf die Bekämpfung der Lungentuberkulose. Im Jahre 1899 haben die Versicherungsanstalten für Behandlung und Pstege Tuberkulöser 2 400 000 Mk. verausgabt, die Kosten haben sich im Jahre 1903 auf 7 400 000 Mk., also in 5 Jahren auf mehr alS daS Dreifache, gesteigert. — Die Jnvaliden- Versicherungsanstalt G r o ß h e r z o g t u m H e ff c n, welche in liberaler Ausdehnung deS Heilverfahrens unb Fürsorge für ihre Versicherten unter den 31 deutschen Versicherungsanstalten ben dritten Platz einnimmt, hat im Jahre 1903 für HeilversahtenSzwecke etwa 422 000 Mk., hiervon für Behandlung Tuberkulöser etwa 270 000 SDIL, aufgewendet. ** Sonntagsruhe unb Handelsbetrieb. Tas Großh. Regierungsblatt veröffentlicht nachstehende Verordnung: Der Absatz 1 deS Artikels 227 deS PolizelstrafgesetzeS ^Störung der eonntagSjeicr unb beS Gottesdienstes) in der Fassung deS Gesetzes vom 1. Juli 1892 tRegierungsblatt Seite 153) wird durch nachstehende Vorschrift ersetzt: Dav Aushängen und AuSstellen von Waren durch bic <5? _ E w O 5 o o & E E 2 •* E — 2? *C = = -ZLL F- j-, c« E *c" c (£) = •£#>.5 - HG Z DL >e"S 7-7 GZ 2 C ea *tr JO c ’E • — E S S* CU ■ XE- e ** N *5 «2 - ’Z =ES "" «ä *o I ä ” eo s TS -0 -10 ° O P oQ c-° r = L s ~ jq:*C =-fc ■ Ä S O = s = o ? er. , -ZIL -« c , *;se 2 O «C E -'S - * y •E - V. =•- • ’Z - St® = ‘c 7<& - s E?? — o O TV N - - - ««p iH ci -1» % 2 -D ~ s c “* „ o — *55- Z^L **” ’Z .2* 2 g? - |b er- 5 M o "O a a ö *• S 8 cn CXi •S G E3 (D (ß o CÜ 5K •sa *3t O JZ, L L 5 = -2 D.'s Z «p g: o O £ = o **— :-7 TS ’Z V/ö E -C V» v- X va £ LKA^r g’g -5. 2-TD & -f r* . O 5 2 « - <55 2 5 -2 ä 2 .5 5 g cu Z E A 4? ^2. £ <55 «ft *-■ S <5 C=L d o u CO - 55 E O sXT- «ft r c ZT o •tl -S «v to e« — L8 8 2 ri C N E ' S5 c s «-’S g norncn selbst, oder durch die lanidw. Genossenschafter:, bte da gerne ihre hilfreiche Hand bieten, betätigt werden. Leiber ist zu befürchten, daß, nachdem neuere Nachrichten über, große Trockenheit aus so vielen Gegenden berichten, die Grmnmeternte-Aussichten sich verschlechtern, dann wäre die Mahnung erst recht am Platze: Landwirte, geht sparsam um mit Eurem Futter! Mniversitäts-Wachrichtcn. (hc.s Berlin, 1. Aug. Der Wirkliche Geheime Oberregier-- üngsrat, Professor Dr. phck. et jur. Wilhelm Foerfter, der veä>icnte Direktor der Königlick-en Sternwarte zu Berlin und Professor der Astronomie an der Berliner Universität, begeht am 5. August das 50jährige Doktoriubil aum. — Geh. Negierungsrat, Prof. .Dr. Phil. Ludwig C l a i s e n , bisher Direktor des chemischen Instituts an der Kieler Universität, tritt zu Ende des lauferrden Semesters von der Professur in Kiel zurück mtb übernimmt die ihm von der Unterrichitsverwaltung angetragene ordentlichie Honorarprosessur an der Berliner Universität. Zum Nachfolger Claiseus in Kiel ist der a. o. Professor der Chemie und Abteilungsvorsteher am ersten chemischen Institut der Berliner Universität, .Dr. .Carl H a r r i e s aus- ersehen. — Zum Rektor der Berliner Universität für das am 15. Oktober beginnende Studienjahr 1904/05 wurde heute abend Geh. Medizinalrat Professor Dr. med. ct phil. Oskar Hertwig, .Direktor des an a tom i s d>b io logischen Instituts und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, gewählt. Er ist am 20. April 1849 in Friedberg in Hessen geboren. Heidelberg, 1. Aug. Für die Studierenden der Rechtswissenschaft dürste es von Interesse sein zu erfahren, daß bei der Heidelberger juristischen Fakultät mit dem 1. Oktober d. I. eine neuePromotionsordnung in Kraft tritt, die Kandidaten aber, die sich spätestens bis zum 30. September d. I. anmelden, .noch nach der bisherigen Ordnung promovieren können. Letztere bietet insofern einen großen BorteU, als nach ihr an die Stelle eener Dissertation such 'bk Bearbeitung zweier von dem Dekan zu bestimmenden Textstellen treten darf. Die Bearbeitungen. die der Kandidat ausführen kann, po er will, sind binnen vier Dtonaten vom Empfang der Aufgaben cinzureichen. Sollte diese Frist nicht genügen, .so hat der Kandidat vor ihrem Ablauf eine Verlagerung beim Dekan nach-usucheu. Wird eine Bearbeitung ungenügend befunden, .so erhält der Kandidat sofort eine neue Aufgabe. Kerichtsjaai. fr. Bad-Nauheim, 29. Juli. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatten sich der Redakteur der „Mitteldeutschen Sonntagszeitung" Vetters aus Gießen sowie drei Einwohner aus dem nahen Rödgen wegen Beleidigung des Polizei- dieners und Flurhüters Fink in Rödgen zu verantworten. Dem Poli-eidiener hatten die Angeklagten vorgeworfen, daß er sich des öfteren in unberechtigter Weise Obst ungeeignet habe. Die Beleidigung .geschah in einer Versammlung, über die Vetters berichtet hatte. Das Gericht beschloß auf Antrag des Anwalts der Angeklagten, die Akten au die Staatsanwaltschaft nach Gießen einzureichen zur Untersuchung gegen Fink wegen Meineid. GU) Darmstadt, 1. Aug. Vor einigen Tagen hatte sich ein Kompagniechef vom Jnf.-Regt. Nr. 115 wegen Mißhandlung Untergebener in zwei Fällen vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Bei der ^koutroUierung der vorgeschriebenen Schießübungen auf dem Schießstand srug er zwei der Gardisten, die schlecht geschossen hatten, nach dem Resultat ihrer Schüsse und als ihm die Antwort zu teil wurde, gab er jedem derselben links und rechts einige Ohrfeigen vor ver- iamuielter Mannschaft. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände zugebilligt, da er für nervös leidend angesehen wird. Eine vor ca. zwölf Zähren wegen ähnlicher .Vergehen erlittene -Strafe kam erschsv-erend in Betracht. Er wurde zu 17 Tagen Stubenarrest verurteilt. Aröetterveweguug. Gera, 29. Juli. Der nunmehr nahezu ein Vierteljahr andauernde Streik der Maurer droht ganz bedenklichen Umfang anzunehmen. Nach einer nochmaligen Einigungsverhandlung vor der Bau-Innung Haden die Maurer in einer besonderen Versammlung beschlossen, auf die Vorschläge der Arbeitgeber nicht einzugehen. Sie verlangen vielmehr nach wie vor eine 26 prozentige Lohnerhöhung und einen Mindestlohn auch für den unfähigsten Arbeiter. .Die Arbeitgeber wollen nun, ‘ falls bis zum 15. August die Arbeit nicht aufgeuommen wird, auch die bis jetzt gemachten Zugeständnisse zurückziehen und mit den anderen Berufsgruppen wegen einer eventuellen Massen-Aus- ßperrung für d-as Baugewerbe im Frühjahr 1905 verhandeln. Der deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe hat für die weiteren Maßnahmen bereits die nötigen Mittel zugesagt. Von einer Aussperrung der übrigen hiesigen bau- gewerblichen Arbeiter in diesem Jahre soll zunächst noch ab- lgesehen werden. .(Frkf. Ztg.) Sport. — Der Erste Gießener Stemm" und Ring-Klub erhielt bei dem am 31. Juli stattgehabten Athleten-Wettstreit des Hessischen Athleten-Verbandes in Hersfeld folgende Preise in der 3. Klasse: Im Steinstoßen die Herren: H. Lorenz den 6., H. Feußer den 7., L. Sommerlad den 8...L. Süß den 9., K. Martin den 11. Preis: im Stemmen die Herren: L. Sommerlad den 3., L. Lorenz den 5„ L. Süß den 10., K. Martin und H. Feußer den 11. Preis; im Ringen die Herren: L. Sommerlad den 2., K. Martin den 4., H. Lorenz den 11., H. Feußer den 12. Preis. + Wißmar, 1. August. Gestern sand hier ein 12 Kilo- meter-Str aßen-Rennen statt. Nach einigen Vorläufen folgte ein sehr interessanter Entscheidungslauf; etwa 1000 Meter vor dem Ziel entspann sich noch ein spannender Kämpf. Endlich nahm A. Schaum-Klem-Linden mit einem schönen Endspurt die Spitze und wurde somit Erster; ihm folgte E. Lauer-Gießen als Zweiter, E. Seipp-Klein-Lind eil als Dritter und Schwalb-Lollar als Vierter. kus im Stfiuitsarotsngiflerii der Stabt EießkL. Aufgebote. Am 23. Juli. Philipp Gebhardt, Weinhändler dahier mit Elise Margarete Dorothea Engel in Alzey. Am 25. Juli. August Wilhelm Eschenauer, Kaufmann in Heidelberg mit Marie Philippme genannt Berta Kinkel dahier. Am 26. Juli'. Emil Heinrich Geis- mar, Kaufmann dahier mit Anna Alana Schmidt in Gütersloh. Am 27. Juli. Justus Ludwig Hoos, Polsterer dahier mit Teda Reinhardina Meyer hierselbst. Am 28. Juli. Otto Bischoff, Geometer 1. Klaffe dahier mit Lina Balser in Büdingen. Eheschließungen. Am 23. Juli. Heinrich Datz, Dialer und Lackierer in Langgöns mit Emma Emilie Berta Brunow dahier. — Christoph Ferdinand Heinrich Naujoks, Schlosser in Frankfurt a. M. mit Sophie Wahl dahier. Am 28. Juli. Nathan Grünewald, Kauf- marm in Offenbach a. M. mit Martha Rosenbaum dahier. Geborene. Am 16. Juli. Dem Sprachlehrer Henry Marie Joseph Hontzix de la Brousse ein Sohn, Camille Edmund. Am 23. Juli. Dem Schlosser August Heinrich Noll em Sohn, Walter Heinrich. Am 24. Juli. Dein Besitzer einer Wagnerei Heinrich Mühlich ein Sohn. — Dem Zigarrenmacher Konrad Heberer eine Tochter, Elisabeche. Gestorbene. Am 22. Juli. Sophie Ruckstuhl, geb. Noll, 83 Jahre alt, Witwe des Zimmermanns Georg Nuckstuhl dahier. Am 23. Juli. Wilhelm Johann Born, 3 Monate alt, Sohn des Viehhändlers Karl Johannes Born dahier. Am 25. Juli. Helene Geitz, 2 Jahre alt, Tochter des Hilfstelegraphisten Karl Geitz dahier. Am 26. Juli. Elisabeths Auguste Lenz, 8 Monate alt, Tochter des Zementarbeiters Heinrich Lenz 1L dahier. Auszug aus ötn KirÄnbiicherü der Stabt Gietzen. Getaufte. Matthau sgemeinde. 23. Juli: dem Reisenden Heinrich Schott ein Sohn, .Hans Ferdinand Walter, geb. den 7. Mai; 24. Juli: dem Fuhrmann Josef Bergener ein Sohn, Otto, geb. den 1. Mai; dem Fuhrmann Heinrich Leinberger eine Tochter, Elisabeth, .geb. den 6. April; dem Friseur Heinrich Insel eine Tochter, Marie Katharftre, geb. den 24. Juni. — Markus- gemeinde. 24. Juli: dem Schneider Georg Rieß eine Tochter, Paula Käthe Hermine, geb. ,ben 20. Juni. — Johannes- g e m einde. 24. Juli: dem Bäckermeister Karl Euler ein Sohn, Albert, geb. den 19. Juni. — Militärgemeinde. 29. Juli: dem Vizefeldwebel Otto Reitz ein Sohn, Otto« .geb. den 26. Juni. Getraute. Lukasgemeinde. ,23. Juli: Christoph Ferdinand Heinrich Paujoks, Schlosser zu Frankfurt a. M. und Sophie Wahl, Tochter des verswrbenen Schmieds Johann Wahl zu Diebach; 24. Juli: Heinrich Datz, Maler und -Lackierer zu Langgöns und Emma Emilie Bertha Brunow, Tochter des Eisendrehers Franz Brunow zu Gießen. Beerdigte. Matthäusgemeinde. 25. Juli: Sophie Ruckstuhl, geb. Noll, Witwe des Zimmermanns Georg Ruckftuhl, 83 Jahre all, starb den 25. Juli. — Lukasg emeinde. 25. Juli: Professor Dr. August Laubenheimer, Geh. Negierungsrat. zu Höchst am Main, 56 Jahre all, starb den 22. Juli zu Höchst a. M.; 26. Juli: August Joseph, Großh. Oberforstnreister i. P., 51 Jahre all, starb den 23. Juli zu HeppeulMm^ 27. Juli: Helene Geitz, Tochter des Hllfstelegraphisten Ztarl Geitz, 2 Jahre all, starb den 25. Juli. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse dcue 1. August 1904. (Mitgetelll von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/, ProzerU. Anfangs- u. Schlußknrse. Oe st. Kredit .... —.— 200.40 Deutsche Bank . 218.60 218.50 Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau . 137.00 . 205.60 . 206.60 137.12 205.25 207.10 Tendenz: Ziemlich fest Berlin, 1. Aug. In einer heute stattgebabteu Sitzung l^rben der Vorstand und der Aussichtsrat der Bergwerks- Gesellschaft Hibernia die der Gesellschaft vou der Staatsregierung geniad)te Offerte über die Abtretung des Unternehmens an den Staat geprüft und einmütig beschlossen, den Aktionären, die in einer auf den 27. August nach Düsseldorf einzuberufenden .Generalversammlung .über den Antrag zu entscheiden haben werden, Pie Ablehnung desselben zu empfehlen. Eine entsprechende Erklärung an die Aktionäre .wirb von den Verwaltungsorganen unverzüglich in den Tagesblättern erlaßen. — Reichsbank. Am 20. August d. Js. wird in G u 11 - stadt eine von der Reichsbankstelle in Allensteiu abhängige Reichs- banknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Markte. Gießen, 2. Aug. Marktbericht. Auf heutigen: Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St 6-7 Pfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg^ Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,80-1,00 Mk., Hühirer pr.St 1,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Wik., Enten pr. Stück 77,i—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochfeiifleisch pr. Pfuiid 00—80 Pfg., Kilh- unb Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Psund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—8,00 Ml., Weißkraut per Stück 9—12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 'Dit., Zwiebeln pr. Zentner £,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 00 bis 00 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00—00 Pfg. I Kirschen per Pfd. 00—00 Pfg. Marktzeit 7—1 Uhr. gpülplan der vereinigten Frankfurter Ztndttheater. Lchauspielhaus. Dienstag den 2. 2lugnft *): „Tie Fledermaus." Mittwoch den 3. August, abelids halb 8 Uhr: „Die Regimentstochter." Donnerstag den 4. August: „Fatnlitza." Freitag den 5. August: „Figaros Hochzeit." Samstag den 6. August: „Boccaccio." Sonntag den 7. August: „Mignon." Momag den 8. August, abends halb 8'Uhr: „Zar und Ziinmennanu." Dienstag den 8. August: „Fatinitza." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Spiclpian des Oroßh. Kurlyeaiers Akd-Nauhei« (Direktion S t e i n g o e 11 e r). Tieiistag deii 2. Ailgust, nachmittags: „Ter gestiefelte Kater/ Mittwoch deri 3. August: „Ter Veilcheiifresfer." Freitag den 5. August: Ter Vogelhändler." Eingesanöt (Für Form und Inhalt alter un.ü. di.- r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redallion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 30. Juli. Es möge an dieser Stelle auf etwas hingewiesen werden, was bei den Jugendfesten bisher vermißt wurde. Man sollle Fürsorge treffen, daß man an diesem Tage im Philosopherrwald auf dem Festplatze für billiges Geld auch etwas zu essen bekommt und nicht gezwungen ist, belegte Brote kaufen zu müssen. Es wäre zu empfehlen, einige der AussckMnkftellen an Wirte zu übertragen, welche gleichzeitig Metzgereien betreiben, und diese zu verpflichten, beim Jugendfeft Wurst zum Ladenpreise und die etwa dazu gewünschten Schnitte Brot billig .abzugeben. Man würde mit einer solchen Maßnahme den Dank derjenigen Ellern verdienen, welche zahlreiche Familie haben, und auch gewiß andere Teilnehmer am Fest würden gern von dieser Einrichtung Gebrauch machen. ahn- und Haarpflegemittel, Parfümerien und Toilette-Artikel liefern in bester Qualität an Jedermann zu Fabrikpreisen. — Preisliste umsonst M. Schneider & Co„ p^ri"g Strassburg i.L Die Ammen sind eine Plage für die F-amilie, da sie im Bewußtsein ihrer Wichtigkeil die Sorge des ganzen Haushalts für sich beanspruchen. Die Ernährung der Kinder mit Kufcke's Kindermehl macht, wegen der leichten Zubereitung, der Mutter nur geringe Mühe, und berührt den übriger: Hmrshalt garnicht Dabei ergibt diese Ernährung die günstigsten Resriltate, da das Kufeke- Kindermchl die in der Mutternulch enthaltenen Nährstoffe in^ richtigen Verhältnis enthält, stets gleichmäßig hergestellt wird und haltbar ist unb bas Körpergeivicht bes Kinbes sehr günstig becm= flußt. Tie mit Kuseke's Kinbermehl ernährten Ki'nber werben iveuiger von Magen- unb Tannkatarrhen heirngesucht, ba sie eine leichr verbauliche Nahrung erhalten, welche im Darm ben bort vor- hanbeneii Krankheitskeimen einen schlechten Mhrboben barbietet. ss1,. Praktisch, bequem und ” unentbehrlich für Gebirg, Jagd, Sport, Reise, sowie ™ für die See sind meine wasserdichten, wetterfesten Echt steirischen Loden-Fabrikate, wasserdi chte Wett er kragen 4T” I (mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifschlitz) in tadelloser jw» Ausführung von Mk. 17.— in 110 cm Länge aufwärts. Julius Fischer, Schulstrasse 6. Kunst und Litteratur. — Kölner T h e a t e r v e r h ä l t n i s s c. lieber die durch den Tod des Theaterdirektors Otto Purschi au geschaffene Lage der hiesigen Theaterverhältnisse schreibt die „Köln. Ztg.": Die Frage: „Was nun'?" macht angesichts ber bevorstehenden Eröffnung .der neuen Spielzeit und der Plötzlichkeit des eingetretenen Todes auch nicht vor dem offenen Grabe Halt. Es sind mehrere Auswege möglich. Das Theater kann der Witwe zur Weiter- fühcung übertragen werden. Ob sie sich dazu ohne^ sinanzielle Garantien seitens der Stadt bereit finden wird, scheint uns sehr zweifelhaft. .Einen geeigneten Pächter aufzutreiben, dürfte nahezu unmöglich .sein, ba die tüchtigen Kandidaten unabkömmlich sind. .Am Enbe wird die ötabt nunmehr nicht anders können, als aus der Not eine Tugend zu macken: eine geeignete Persön- leitenden Beamten anzuftellen, ber das Theater nach.Maßgabe des Lastenheftes auf .ihre Rechnuug weiterführt. Wir würben badurch vorläufig probetveise zu dem System gelangen, das wir stets als das ratsamste empfohlen haben und oem oie vereinigten Sladttheater unseres Erachtens über kurz ober lang unausweichbar zusteuern: der Intendanz. Soweit die „Köln. Ztg." Unterdessen bat die Stadl zunächst sämtliche Vertrage, die Purschian abgeschlossen hatte, formell übernommen und den Kapellmeister Otto Lohse zum provisorischen Oberleiter der vereinigten Stadttheater ernannt. — rn berühmter Sommergast in Berlin. Zu den vielen Kunstlenr, die einst gerade während des heißen Sommers Berlin besuchten, um hier trotz der schwülen Temperatur ihre.Slunjt auszuüben, gehörte Beethoven. Es war im Sommer des Jahres 1796, als ein 26 jähriger Jüngling in unsere Residenz leinen Einzug hielt. Er war als „Herr von Beethoven, Klavierspieler ans Wien" angekündigt. Klassisch Ivar er damals noch nicht, denn vom Tond.chtec Beethoven win noch lüfnig die Rede, uni so mehr aber vom Virtuosen. .Der durch fein überwältigendes Klavierspiel bereits allgemein bclaimtc Künstler wurde in Berlin nicht nur von den musikalischen Fachkreisen und dem kunstbegeisterten Publikum, smidern auch bei Hose mit großer Auszeichnung aufgeiiommen. Friedrich Fasch, der Begründer und erste Direktor der Singakademie, hebt in seinen Aufzeichnungen hervor, daß Beethovens Besuch das merkwürdigste Er^ bl i i)i ixi Äunftler auf (int > Konzerttour begriffen war, gab er in Berlin doch kein felbfL- ständiges Konzert, fonbein befchräulle sich auf das damals unter den Virtuosen, allgemein übliche Pyaittasieren. Oessenllich spielle er nur zweimal. Das erste Mal phrnttasierte er über die „Davidiana", eine von Fasch zusammengeftellle Sammlung komponierter Bibelsprüche. Fasch berichtet darüber: „Herr von Beethoven, Klavierspieler and Wien, lvar so gefällig, uns eine Phantasie hören zu lassen", und bemerft weiter, daß er nach einigen Tagen „auch so gefällig war, uns wieder eine Phantasie hören zu lassen". Die Singakademie, die damals in einem Saale der Kunstakademie Unter den Liirden konzertierte, wußte ben „Klavierspieler aus Wien" zu würdigen unb empfing ihn mit allen musikalistlfcn Ehren. Man sang ihm zu Ehren, als er in den Saal getreten war, einen Clforal von Fasch, luoraui sich Beethoven verneigte und, um sich zu revanchieren, sich ans Klavier setzte uni> die Plfantasie über bas Fugenthema: „Meine Zunge rühutt im Wettgesang des Herrn" aus dem 19. Psalm zum Besten gab. Die Zuhörer waren von dem Spiel bcs Meisters so ergriffen, baß sie zu applaudieren vergaßen und sich an ihn Ijcraiibrängtcn, um ihm mit Tränen in den Augen die Hand zu brücken. Der „Klavierspieler aus Wien" war aber mit dieser stummen und doch so beredten Huldigung nicht zuftieden, denn er war, wie wohl alle seine Nachfolger, am Klavier, ein fanatischer Freund des möglichst. stürmischen Beifalls, und so meinte er i>eim auch, alS er Bettina von Arnim jene Szene schilderte: „Das ist eS nicht, was wir Künstler wünschen, wir verlangen Älpplaus." Bei seinem Abschied von Berlin erhielt Beethoven, der auch pnederholl bei Hose, sogar gemeinschaftlich mit dem musikalischen König, gespiell hatte, von Friedrich Wilhelm II. eine mit Louisdors gefüllte Dose, auf bte er Zeit seines Lebens stolz war, benn er unterließ es nie, zu betonen, daß es keine gewöhnliclie Dose sei, foitbcm eine von der Art, lvie sie den Gesaubten gegeben werde. . — „Der Kunst wart". Rruidschau über Dichtung, Theater, Musik unb bilbcnde Künste. .Herausgeber Ford. A v e n a riuS. Verlag von Georg D. W. Callwey in München. (Vierteljährlich 3 Mk., das einzelne Hest 60 Pfg.) — Mit ungeteiltem Interesse führt uns der Kunslwart in geistvollen Aufsätzen und kurzen Kritiken über Literatur, Theater, Musik, Malerei usw. in ein Gebiet, daS unser amtzeS Interesse ausfüllen muß unb bet uns, lueiut wir ihn aufmerksam burchgehen, .in Sllutb setzt, ein gesundes unb gutes Urteil l-erausznbilden und uns auf einem Gebiet mit Wissen und Können besthenlt, bas wir in jeder Gesellschaft betreten können, vyne gegen Regel und Sitte zu verstoßen. Die Tendenz dieser Zeitschrift! Rundsck-an über Dicht uiig, Theater, Musik und biLixiibe Ktlnste, verbürgt einen In hall, brr ixizu aiujetan ist, die Mußestunden angenehm and- । zufüllen unb uns in die Lage versetzt, AngenelMes mit Nütz- I lidjem unb Gutem zu verbindet:. Aer Geschäftsmann, der Bureau- frat, der Mann der Wissenschaft, dem es an Zeit mangelt, unb oft auch an Gelegenheit, sich burch eigenes Anschauen eine ickl- gemeine Kenntnis unb ein Urteil über ^Neuheiten auf deut Gebiete ber Kunst zu bilden, greift gern und freudig zu einer Zeitschrist, die ihm das alles ersetzt, und die ihm Gelegenheit gibt, sich auch auf diesem Gebiete zu orientieren unb weiierzubilden. — Inhalt des e r ft e n I u l i h e f t e s: Anschaulichkeit und jeeli)d}er Gelfalt. Vom Herausgeber. — Kriegerischer Klang. Von F. Lebuoiv. — Tie ästhetischen Probleme an unsern Universitäten. Von Ehr. D. Pflannt. — Lose Blätter: Aus Siicharb Wagners Briefen an Mathilde Wesendonk. —■ Rundschau: Karl Weitbrecht. Max Kretzer. .„Der Meistertrunk". Wagnerliteratur. Wagner- Partituren unb Klavierauszüge. Magners Kompositionen für Frau Wefeudonl. Richard Wagners Pariser Albnuiblätter. Ter „Parsifal" in Amerika. Wagner Gräber". Ter Provinzler in Berlin. Berliner Kunst Die Ausstellung der Sezession. „Leben oder Tod des Heidelberger Sckstoffes". Wie s gemadti wird. Volkstracht schändet. — Notenbeilage: Richud Wagner, „Ter Eengel". Bilderbeilagen: E. Dörner, Mathilde Wefendvnk: Fidus, Wächterschar; Fidus, Lturdschaft — Die Ku nst. Alonatshefte für freie und angentanbte Kunst (Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. in München, vierteljährlich 6 Mark). .Juli-Heft 1904. Im Mittelpunkt des In teresses für ihinftfri'unbc stehen augenblicklich bie großen Ausstellungen, mit denen sich auch das vorliegende Heft der „Kunst" eingehend beschäftigt, und zlvar bespricht HanS Rosenhagen in zwei Aussätzen die bt'r Berliner Sezession und die Große Berliner Ausstellung, von denen der erste mit charakteristischen und vorzüglich ausgeführten Abbildungen reich geschmückt ist. Tas Heft bringt ferner den ersten Teil des Berichtes vorragciib gut gelungene erste Ausstellung des TeutscI en Künstler- bnndes, der zurzeit in München die Gastfreundschaft der Sezession genießt. .Georg Fuchs i|i mii einem beachtenSrmn:en Bei trag „Stil, .Kultur und Kunstl^darf" vertreten, in dem cr dem Khinstsinn der oft mit Unrecht verhöhnten „Biedermeierzeit" eine Ehrung euveist Anknüpfend an Lenlxichs Tod erörtert vm scharf geschriebener Aufsatz bic Frage „Wie steht e>> um München Kunftzemreu Teutsclstaud ' Einige Y-bb.mbli.ii ;cit, teilweise sehr reich illustriert, übti . (oratiu. ,v. i . sa-äftigen sich mit George Frampton ix >> '>' - amb sonne nut d in Kuiistgeioerbc den Aiisftellliiigeu in - iy>xVh uub St. Louis. Grösste Leistungsfähigkeit bei besten Qualitäten. 07. A. Holterhoft Söhne SelterSmeg 20. tztietzeu. etlitrtoeg SO. 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Anmeldungen nehme ich morgen, Sonntag, vormittag dis 1 Uhr persönlich entgegen. _________6W1 Schirme werden Ce/e schnell und aaehgemJUs repariert und neu überzogen. Casseler Schirmfabrik Giessen. Seitenweg 9. Eröffnung von laufenden Rechnungen. Vorschüsse auf Wertpapiere und Waren unter günstigen Bedingungen. Einlösung von Zins- und Dividendenscheinefl und verlosten Stücken. Annahme, von Geldeinlagen ohne Provisionsberechnung. Verwaltung von offenen and geschlossenen Depots. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen. Ausstellung von Kreditbriefen auf alle grösseren Plätze Arbeitsverfteigernng. 3ur Herstellung emeS Lattenzauncs am SchulhauS in Oppenrod sollen nachstehende Arbeiten Samstag vcu 6 SUtguit L 3^ nachmittag» 1 Uhr, aus Gr. Burger- Tuecherer daselbst, wo Boranschlag und Bedingungen offen liegen, versteigert werden. L Schlofferarbeu, veranschlagt zu 135.— Mk. 2. Zunmerarbell, , • 116.60 , 3. Wethüindevarbeir , , 42.40 , Hlerchzertrg soll hieran anschließend daselbst da» alle Lyr-itzeuhan» an» gesundem Eichenholz 5^0 auf 3,80 m groß und zu eurer Wagenremise oder bergt sehr gut geeignet, mix adern Material auf den Abbruch versteigert werden. Dießen, den 29. Jnlr 1904. 6617 Herrmann, KreiSsrraßenmeuter. Sc^'f Steppdecken werden neu angefertigt: In Daunen v. Mk. 3o.— an , Wolle , , 18.— , „ Baumwolle. , 10.— , sowie alle ausgearbeitet (o. 5 Mk. am. Alle Wolle zum Hammen wird angenommen. E. Schott, Ederstr. 14,III,Weitznäberm. Erntestricke genannt Garbenbande, sowie Kokosfaserstricke empfiehlt 6601 Edgar Borrmann, Eisenhandlung. le-V'a ti**6 Qeneral-Vertrlet für Westdeutschland C. KOCH — Berleburg. — Leichte Unterzengc für den Sommer und zum Schutze gegen Erkältung. Hervorragende Haltbarkeit! «orzüglich in der Wäsche! U Unn,rfa_ Damen- und Herren-Jacken "' T-'" mtroL85. 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Neues Sauerkraut empfiehlt 6608 Wilhelm Haas __Bleich str a ße 18._______ ^onkursversahmu In dem HonkurSverfahren über das Vermögen deS Dach- deckcrS Heinrich Lchmall IV. in Gießen ist zur Prüstmg^dcr nachträglich angemeldeten Forderungen, zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen dar» Schlußverzetchniö und zur Be- ichlußfaffung über die nicht verwendbaren BennügenSgegen. stände Termin auf Samstag deu 20. August 1904, vormittags 10 Uhr, Zimmer Nr. 18, anbcraumt. Gießen, deu 30. Zuli 1904. Droßh- Amtsgericht. B', Jagd Verpachtung. Die der Gemcmde B-iuncn (Är. Marburg) zustehende Feld- iagd soll am 13. August 1. I., rnlltagS um 1171 Uhr, in der Wohnung des Unterzeichneten auf weitere 9 Jahre (vom 15. August L I. ab) ver- pachtet werden. DaS Jagdgebiet liegt ca. 2 SUloni. von Bahnstation Allendorf <1. Lda. und ca. 3—4 Kilom. von Bahnst. Ebsdorf entfernt, [jd */, Wmnen (Str. Marburg), den 80. Jult 1904. Wißner, Bürgermeister. staatlich anerkannt als sicherstes Mittel zur schnellen und vollstSn- biqen Ausrottung. Packet 50 Pfg. Philipp Schwager Zwiebel Kuch en Montag, Mittwoch und Freitag von 9 Uhr ab 6600 J. Hahn Walltorstrahe 31. V-