Nr. 153 •rIAetnt täglich au bet Sonntag-. Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Zamtlien- Blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93er* lag der Brüh l'scheu Un tvefi.-Buch-u. Stein- drucke«i. 9t Bange, Redaktion, Erpeditto« und Druckerei: Schnlstratze 7, Übrefle für Depeschen: Anzeiger Dietzen. Fernlvrechanlchluß Nr 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 2. Juli 1904 GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen ye-ng-pretKr mono t l Ich7b Pf ^viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Avhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch "diePost Mk. 2.— viertel- jährt. auLschl. Bestellq. Annahme von Anzeige« für bte LageSnummer bi« vormÜlagS 10 Uhr. ßeilenpreiS: lokal 12 Pt. auswärts 20 Psg. verantwortlich für den oolit und allgem. Dell: P. Witlko: für , Stadt und ßanb* und »Gerichtsf aal": August Goetz - für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschau. DaS Urteil im Pommernbankprozeß. Im Pommernbmrkprvzefse wurden nach zweimonatiger Tauer tne AngeNagten Schultz und Romeick wegen zwei FäNen von Untreue und drei Fällen von Bilanzverschleierung ersterer zu 31/g Jahren Gefängnis und 30 000 Mark GeWrafe, letzterer zu drei Jahren Gefängnis und 6000 Mark Geldstrafe verurteilt. Beiden wurden je zwei Jahre Gefängnis auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Bon der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte wurde Abstand genommen. Ter Antrag des Staatsanwalts auf Wiederverhaftung der beiden Angeklagten wurde abgelehnt. Stadtbaurat Bohl wurde von der Anklage der Beihilfe zur Untreue freigesprochen. In der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende betreffs des allgemeinen Teils der Anklage aus: Was die Angeklagten gesündigt hätten, sündigten sie an unbebauten sogenannten Terrains. Bezüglich der durch den Zusammenbruch der Bank entstandenen Verluste spielen die Tränen und die Spargroschen des armen Mannes keineswegs die Rolle, die die Zeitungen ihnen andichtetem Verloren haben zumeist Aktionäre, asso wohlhabende Leute, die auf sehr große Dividenden rechneten. Bezüglich des Anklagepunktes ,datz die Angeklagten durch Entstellung fingierter Gewinne in die Bilanzen künstlich den Reingewinn erhöhten, sei das Gericht überzeugt, daß die Angeklagten dauernd den Status der Bank und die Bilanz bewußt fälschten. Bei dem Abschnitt „Indirekte Untreue" hält das Gericht die Schuld nicht für erwiesen. In diesen Abschnitt fällt der Fall Mirbach .Bei der Bemessung des Strafmaßes sprechen für die Strafmilderung folgende Puntte: Die Angeklagten gingen nicht darauf aus, die Bank zu ruinieren, und haben lediglich, als sie anders sich nicht mehr zu verhelfen wußten, zu verwerflichen und strafbaren Handlungen gegriffen. Hätten sie lediglich an cutt Ausplünderung der Bank gedacht, so hätten sie ganz andere Mittel anwenden können. Deshalb ist die Merkennung der bürgerlichen Ehrenrechte ausgeschlossen. Die eine Erschwerung muß ins Gewicht fallen, daß die Angeklagten burrf) die übermäßigen Terrainbeleihungen den Bestand der Pommembank in waghalsiger, gemeingefährlicher Weise gefährdet haben. Tas Urteil bleibt zwar für die beiden Hauptangeklagten wesentlich hinter den Anträgen des Staatsanwalts zurück, es erscheint aber in Anbetracht der langen Untersuchungshaft als eine ausreichenbc Sühne. Die Begründung wird im allgemeinen Zustimmung finden sie zieht scharf und klar die Grenze zwischen den erlaubten uns den unerlaubten gesetzwidrigen Handlungen der Pommembank- Seiter. Nur gegen eine Bemerkung der Begründung möchten wir uns wenden: Daß die Tränen und die Spargroschen der Armen hier keineswegs die RoUe spielen, die einige Zeitungen ihnen angedichtet hätten. Mit Verlaub: auch die Vertreter der Staatsanwaltschaft hatten auf diese Tränenflut hingewiesen. Erheblichen Schaden hatten, so meint die Begründung, nur diejenigen erlitten, die beängstigt ihre Pfandbriefe zu niedrigem Kurse veräußerten. Das sind doch aber gerade die zahlreichen höchst Bedauernswerten, die nicht in der Loge waren, den Sturm auszuhalten und bessere Zeit abzuwarten! Die Verurteilten, Schultz und Romeick, wollen sich bei dem Urteil nicht beruhigen, sondern gegen dasselbe das Rechtsmittel iber Revision anmelden. Der Kolonialist ist unter dem Vorsitz des Direktors der Koloniakabteiltmg Dr. Stübel am 1. d. M. in Berlin zusammengetreten. Auf der Tagesordnung steht die Vorberatung der Grundzüge zu den Etats für die Schutzgebiete pro 1905. An Stelle der ausgeschiedenen Mitglieder v. Pommer-Esche, Hansemann, Graf Schulenburg und Staatsminister Hoffmann sind in den Kolonialrat berufen Botschafter v. Holleben, Geh. See- handlungsrat Schoeller, Kommerzienrat Lenz und Tirektor Stark- Chemnitz. Kolonialdirektor Dr. Stübel wies auf den festen, unentwegten Entschluß von Regierung und Reichstag hin, den Ausstand in Südwestafrika, koste es, was es wolle, niederzuschlagen, um der Wiederkehr ähnlicher Vorkommnisse für alle Zukunft vor- zubeugen. Herzog Johann Albrecht dankte dem Reichskanzler Grasen v. Bülow unb der Kolonialverwaltung für das energische Eintreten zu gunsten der Bewilligung der A f r i ka b a h n e n. Es folgte eine Diskussion über die S ch ulen in den Schutzgebieten und das Verhältnis der Missionsschulen zu den Regierungsschulen und über die Frage des fremdsprachlichen Unterrichts. Der Antrag Bobsen, der Die Begründung eines Lehrstuhles für Kolon talrecht an der Un iversität in Be rlin für dringend wünschenswert erklärt, wird angenommen. Dann wird die Regelung derLandfrageinKamerun und Togo, die Behandlung ber Eingeborenen die Einführungen von Renten- und Altersversicherung in den Schutzgebieten zur Sprache gebracht. Professor Hans Meyer wendet sich gegen die Bevorzugung der Berliner Museen gegenüber den nichtpreußischen durch Zu- weisutm von ethnographischen Sarmnlungen aus den Schutzgebieten. Der Antrag wird angenommen, daß die Kolonialverwaltung auf Aufhebung des Bundesratsbeschlusses hinwirke, wonach Sammlungen, die aus den vom Reiche bezahlten Expeditionen herrühren, zunächst an bas Berliner Völkermuseum abzugeben sind. Tie Nachmittagssitzung beschäftigte sich mit dem Etat Süd-- weftasrikas. Nach längerer Erörterung der Frage der Ent- schäbigungen der durch den Aufstand in Südwestasrika geschädigten Ansiedler wurde folgende Resolution angenommen: Der Kolonialrat, von der Rechtsfrage absehend, spricht die Heber- Sng aus, daß den durch den Aufstand in Südwestafrika ge- gten Ansiedlern voller Ersatz für die von ihnen er* n Verluste zu gewähren ist, da andernfalls die wirtschaftliche Entwicklung der .Kolonie dauernd beeinttächtigt würde. Bei dem Kamerun* l^tat wurde u. a. die Frage einer genügenden inili- tärisch n Macht im Tsad-Gebiet, des Verbotes des Verkaufes von Hinterladergewehreu und der Entschädigung für die Verluste r nläßlich deS B u l i - A u f st a n d e s besprochen. Bei dem T 0 g 0 - Etat wurde der Antrag Hindors bezüglich der Erricfstung ein eß Botanff< aiteit 1 10 in Verbindung mit der Frage der staatlichen Baumwollprüfung erörtert und angenommen. Zwisten den Schlachten. ES ist berichtet worden, daß in >viel zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard ein Gedankenaustausch Über Yen ost asiatisch en Krieg stattgefunden hat Sogar von b r Erörternn ■ b r >d e einer FriedenSvermittlung, zu der Deutschland die Anregung geben sollte, war die Webe. Taß das Unsinn ist, nam-iittich in einem Augenblick, in dem der Zusammenstoß der japamfd>en mit der russischen Hauptarmee erst bevorsteht, unterliegt keiner Frage. Was die Zukunft bringt, ist ungewiß. ES würde aber dem Ansehen Teu-ffchkands keinen Abbruch tun, wenn es mit seiner Anregung tauben Ohren begegnete. .Denn auch der Versuch, der Humanität einen Dienst zu erweisen, heischt Anerkennung. Im übrigen aber ist Deutschland ,chaS Hemd näher als der Rock". Es hctt mehr Veranlassung, auf seine einen en Angelegenheiten bedacht zu fein, als auf russisch-japanische. .Deshalb wird man amte hm en dürfen, in den Gesprächen der beiden Herrscher sei vor dem ostasiattschen Krieg .der Feldzug in Südwestasrika berührt worden. Eine Friedensvermittlung freilich kommt hier nicht in Frage. Aber wie die Grenz- und Einssußverhaltnisse im dunklen Erdteil nun einmal liegen, kann dort der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem englischen Nackstmr nicht gefällt. Darüber gibt sich wohl kaum jemand einer Täuschung hin, daß das Ende des südwestafrikanischen Feldzuges noch weniger abzusehen ist, als das des Krieges in Ostasien. Die Kosten dieses Feldzuges werden sich auf Jahre hinaus am Reichssäckel fühlbar machen. Tie Hauptsache bleibt aber, daß den Aufwendungen der Erfolg entspricht, daß Friede und Ordnung in der Kolonie tatsächlich gesichert sind. Hierbei spricht nun das Verhalten des englischen Nachbarn mit. Ist es loyal, lassen die brittschen Behörden in Südwestasrika sich angelegen fein, auch ihrerseits Ausstands gelüste der Eingeborenenstämme an der Grenze energisch zu unterdrücken, anstatt solche „zu übersehen" ober gar ihnen Vorschub zu leisten durch Begünstigung von Wafsenlieser- ungen, bann erst kann Deutschland seines Besitzes in Südwestafrika froh werden. Man erinnere sich dock» nur der Schadenfreude Londoner Blätter beim Ausbruch des Herero-Aufstandes, und man halte sich ferner gegenwärtig, daß die im Besitz der Herero befindlichen Gewehre zum weitaus größten Teil englischen Ursprungs sind. England hat also, wenn dies auch nicht beabsich- tigt gewesen sein mag, die Herero erst in den Stand gesetzt, einen Feldzug zu führen, der Deosschland so schwere Opfer an Menschenleben und Geld kostet. .Wie in Südwestasrika, so kann es eines Tages in Ostafrika und Kamerun kommen. Das feinmaschige Netz des englischen Einfiusses umspannt eben ganz Afrika. Deshalb ist anzunehmen, daß in Kiel bei der Monarchenbegegnung auch die Frage einer Erörterung unterzogen wurde, was England tun Fann, um der gedeihlichen Entwicklung der deutschen Schutzgebiete in Afrika nicht Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Wmn König Eduards Worte, die deutsche und die englische Flagge möchten in Zukunft stets eintrachtlich nebeneinander wehen, im Sinne eines solchen Einvernehmens aufgefaßt werden dürfen, dann wäre eß erfreulicher, als alle Vereinbarungen über Oftasien. Schiedsgerichtsverträge und Friedensvermittlung. 3>er Krieg zwisHrn Japan vnd Außland. Vom Kriegsschauplätze. Petersburg/ 1. Juli. Tce „Nuss. Telegr.-Ag." meldet aus Mukden vom 30. Juni: Nach hier vorliegenden Meldungen näherte sich die japanische Flotte am 26. Juni morgens Hsiaupintau und beschoß die Gegend nördlich von der Bucht bis zum Ullselds-Berg. Sooann griffen die Japaner mit den an Land gesetzten starken Streitkräften die anliegenden Höhen an, welche unsere Jägcrkommandos besetzt hatten. Drei Attacken der Japaner wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Sodann zogen sich die rrrssischen Truppen ab teil- ungen in ihre Hauptsteuung bei dem Guinsan-Berge zurück. Der Gegner verstärkte seine Vorhut imb setzte seinen Anmarsch fort Nach mehreren erfolglosen Angriffen cnif Guinsan dirigierte der Gegrrer eine starke Kolorrne auf die aus Dalny nach Port Arthur führende mittlere Stt'aße, um unseren linken Flügel zu umgehen. Unsere Abteilung mußte infolgedessen sich zuÄckKichen. Wir verloren sieben Offiziere und gegen 200 Untermilitärs. Die Verluste der Javaner sind wahrscheinlich erheblich höher, oa während des Kampfes die feindlichen Truppen aus eine M ^n e gerieten, die rechtzeitig zur Explosion gebracht wurde. Tschifu, 1. Juli. (Reuter.) Die Japaner landeten am 24. Juni an ihrem Flottenstützpunkt auf den Elliotinseln eine selbständige Division von zehntausend Marm, die entweder zur Unterstützung des Generals Nodzu vor Port Arthur oder Okus bei der Freihaltung der Eisenbahnstrecken bienen soll. Die Japaner haben jetzt 180000 Mann i in Felde. Pefers'bur g, 1. Juli. Wie der „Rufs. Tel.-Ag." aus Lünrjan'g unter dem 30. Juni gemeldet ivirb, ließen die vereinigten Armeen derGeneraleOkuund Kuroki, welche die russische Mteilung in Hai t sch eng umgehen, um die Verlündung mit der Hauptmacht der Mandschurei'-Armee abztlsclmeiden und den strategisch wichtigen D a l i n - P a ß zu besetzen, an der 'Mmliiue nur eine kleine Schutzabreilrmg zuriick. Die H a tl p t m a ch t d e r I a P a n e r rückt gegen den D a l i n - P a ß vor. Ein energischer Angriff der russischen Vmchut unb das erfolgreiche Eingreifen des Generals Mifcittschetlko zwangen und} den letzten Meldungen die Japaner z 11 m R ü ck z 11 g. In der Sudmandsthurei begann die Regenzeit, die ieden Verkehr nmnoglich nMcirt. Die Zufuhr von LebenStnitleln unb Kriegst)orräten hört auf. Die Japaner, die besonders die Belagerunflsgesdchtze nicht befördern können, lausen somit Gcfalw, in eine kritische Lage zu geraten. Petersbu rg, 1. Juli. Ein Telegramm Kur opat- kinS io?n den Kaiser vom 30. Juni besagt: Am 28. Jüni ging in der Umgebung der Station Drsck»tsckao unb auf den von ihr nach Ziujan füfjrcnbeu We.gon ein Platzregen nieber, ber bie Ditvacks unserer Truppen unter Wasser setzte. Tie Japaner rücken in mehreren Richtungen gegen unsere ö ft* H d) c unb' südliche Fr ont langsam vor. Auf heT füblidren Front wurde festgestellt, daß i a p a u i s d) e T r u p p e n von Süden nad) Osten vorrücken, nm sich mit ber Mriuee Kuroki- zu vereinige n. Eine in der Richtung aus den Dalinpaß ausgeflthrte Rekogno< fierung ergab, daß die Japaner von den Stellungen, die sie gestern etnuahmeu, etwas znrück- geaangeti sind. Tie von den Japanern zurückgelchsenen Felowadlkti in Stärke von einigen wompagnien zogen sid) iidd) einem fleiucn Gefecltt zurück. A»is der ttmgcbung von Föngtvangtscheng wird gemeldet, daß am 29. Juni japanische Truppen nach Ufanguan, nach dem Fenscbui- gebirge und nach dem Liahvlinpaß im Fenschuigebirge ewer-gisch vorrückten. Das Regenwetter hält an Pet^rAburg, 1. Juli. Der „gtuff. Telegr.-Ag." wird aus Liaujang von heute gemeldet, die Japaner ziehen sich uu's ihren Stellungen in den Passen zurück. Der Zweck ihrer Bewegung auf Liaujang war offenbar, den Marsch der Generale Oku und Kuroki gegen Finschuantsch wan g zu decken. Durch letzteren Marsch fallt* die Operationslinie nach Korea zu zurückgeschoben werden, angesichts der von den Russen e> haltenen Verstärkungen, sowie angesichts der Gefahr, von den Russen in der Halbinsel Kwantung eirvgeschlossen zn werden. Petersburg, 1. Juli. Aus Shanghai wird gemeldet: Infolge des Untergangs japanischer Transportschiffe begatrnen in einigen Orten Ja-- pans Volksunruhen. In Kobe versuchte die Menge, das Haus des Vizeadmirals Kamrmuranieder- zureißen. Die Ausländer beginnen, Japan M verlassen. Paris, 1. Juli. Der „Matin" publiziert ein Telegramm aus Fnkau, wonach Rußland bisher, was die Zahl seiner in der Mandschurei versammelten Truppen betreffe, die Welt andauernd geblufft habe. Kuropatkiu habe nur ca. 70000 Mann. FriedenSvermittlllug? Das Rrutersche Bureau meldet aus Washington: Es besteht Grund zu der Annahme, daß von Washington aus sehr vorsichtige und diskrete Erkundigungen über eine eventuelle Möglichkeit eingezogen wurden, Vorschläge betreffs Herstellung des Friedens zwischen Rußland und Japan zu machen. Es verlautet, aus diesen Er»- kundigungen gehe hervor, daß rwch keiner der Krie^ führenden geneigt ist, Friedeusvorschlage irgend einer dritten Macht anzunebmen. Dem „B. T." wird geschrieben: Ein Diplomat, welcher mit Japan in beständigen Beziehrmgen steht, äußerte sich daß die japanische Regierung tatsächlich einer Friedensvermittlung nicht abgeneigt wäre und zu diesem Zwecke Bedingungen stellen würde, die von Rußland akzeptiert werden könnten. Japan würde sich mit einem gewissen Einfluß in Korea und der Wahruna seiner kommerziellen Interessen in der Mand schu- rei begnügen.' Nach der Meinung des Diplomaten würden die _ Russen naä) einem oder dem anderen großen Waffenerfolge trotz der bisherigen ablehnenden Halt- itng in eine Friedensvermittlung willigen, da sie bereits zur' Ueberzeugung gelangt fein müssen, daß ihre Armee sowohl als ihre Flotte einer gründlichen modernen Reorganisation bedürften, um den Japanern vollkommen gewachsen zu sein. Etwa in zehn Jahren würde sodann Rußlmid in einem neuerlichen Kriege mit Japan seine Ziele in Ostasien mit größeren Erfolgen als jetzt verfolgen können. Da8 Petersburger Torpedomiglück. Petersburg, 30. Juni. Wie sich jetzt herausge- fteilt hat, sind beim Untergang des Torpedoboots Delphin Von der aus 33 Untermilitars und 3 Offizieren bestehenden Mannschaft 23 Soldaten und 1 Offizier er- trunken. Dclüsches Reich. Berlin, 1. Juli. Der Kaiser unb die Kaiserin begaben sich, wie auS Kiel gemeldet wird, heute morgen mit dem VerkehrSboot zum Start der großen Dachten für die Wettfahrt nach Travemünde. Um 10 Uhr reifte die Kaiserin mit Sonderzug nach Sierhagen zu einem Besuch ber Gräfin Scheel-Plessen. Der Kaiser empfing heute vormittag auf dem Schonerkreuzer Meteorbte au8 Südwestafrika heimgekehrten verroun beten Offiziere Oberleutnant Hermann vorn Kanonenboot „Habicht", Oberleutnant Hanne- mann unb Leutnant Schäfer in Aubienz. Das Kaiseroaar wird morgen vormittag von Kiel abressen. — Der Kaiser begab sich heute mittag an Bord der Pacht „North Star", um bei Cornelis Vandcrbilt das Fnlhsttlck einzunehmen. Zur Ab end täfel nahm ber Kaiser die Einladung des Mr. Goelet auf der Pacht „Nabma" an. — Wie die , Kieler Nachr." melden, bat der König 0 on England dem Chef der aktiven Schlachtflotte, Admiral 0. Köster, das Großkreuz des Viktoriaordenö und dem Chef deS Stabes der aktiven Schlachtflotte, Kapitän z. S. Posch- mann, das Komturkrenz desselben Ordetts verliehen. Dresden, 1. Juli. Zwischen dem König ttnb Kaiser Franz Josef ist für den Herbst eine Znsammen- kunst geplant. Der Ort der Zufammenkunft ist noch nn- bekaunt. Stltttgart, 1. Juli. In drei stark besuchten sozialdemokratischen Protest versa mm tun gen gegen bte Erste Kammer wurde cinftiimnig bie vom Landesvorstand vorgeschlagcm' Resolution angenommen, rvelcher bie Abschaffung der Ersten Kammer fordert und jebe Ver- fassnngSreform ablelptt, ivelche nicht die Abschaffung bei Ersten Kammer bringt. Der Vorsitzende deS Stuttgarter sazialdemokrafischen Vereins bedauerte, daß die Sozialbemo* kmtie nicht von den bürgerlichen Parteien zu einem gemeinsamen Vorgehen cingelaben wurde.________________ ^rcr unb Glorie. Gera» 1. Juli ?irv teuy^de t buit umdrtc aitläij idi frttfribiinbctüiibriiKit Bestehen- des zrvetten Bataillons be# inl»cntrn fbüdmuWit tn OVra etm* IubiläumU- ft t r t u n g. Fünszedntausend Wittf feilen all jährlich an Unter* a" - Ziere verteilt nrrben Ne Feine So ldatenmißbanb- In n n n sich zu Sü'uldcn Lmunen ließen. Ter Snnbtag ge- !U,bmi,}t? b - t:"luia m den leyten Tagen in geheim er Sitzung. AuslanL. London. 1. Juli. König Eduard ist freute nachmittag hier einnctroffen. — Das liberale UntrrkauSnntglied Randall Cremer, der lebte Empfänger des Nobel schon Friedenspreises, erklärte in einet Unterredung, sämtliche politischen Kreise in England feien über das Resultat der Kieler Monarchen- Zusammenkunft leb da st befriedigt; eS sei offenbar, daß die Begegnung seine gute Wirkung in der Schaffung emeS wärmeren V erbältnisseS zwischen beiden Nationen bereits erzielt bnbe. Dies entspreche durchaus dem Wunsche der öffentlichen Meinung in England; eS cyi- niere feine antideutsche Strömung mehr. König Eduard bade stets den uneingeschränkten Wunsch gehegt, die denen Beziehungen zwischen Deutschland und England her- zuffellen und habe diesem Bestreben jetzt mit großem Takte praktischen Ausdruck verliehen. Stockholm, 1. Juli. Aus HelfinqforS wird gemeldet: Ter ehemalige Senator W. Schau man, der Vater des Attentäters Eugen Schaumann, wurde am Donnerstag vormittag einem Verhör nnterroorfen und ins Gefängnis abgeführt. Paris, 1. Juli. Die Vudgettkommiffion strich mit 14 gegen 10 Stimmen den Kredit für die Botschaft beim Vatikan. Pari S, 1. Juni. Kammer. Ganraud richtet an den NnterrichtSminister eine Anfrage betr. bei)en Weigerung, die Geistlichen zur Prüfung für die Gpmnasial- proreffur zuzulaffen. NnterrichtSminister Chaunuö erklärt, der Staat habe daS Recht, sich seine Beamten zu wählen. Die Geistlichen, die früher den Professortitel erworben hatten, erteilten an nichtstaatlichen Anstalten Unterricht in anti- republikanischem Sinne. Die Regierung wolle nicht, daß die Geistlichen in Zukunft zu solchen Zwecken den Proseffortite! erlangen könnten. — Gegen den vorgestern verhastetenOberstRollin, Hauptmann Francois und Hauptmann Ma räch al ist nach Art. 248 des MilitärsirafgesetzeS Beschuldigung deS Entwenden? militärischer Gelder erhoben worden. ES heißt, daß die Offiziere beim Verhör betr. die Schriftstücke. wofür angeblich einem österreichischen Spionageagenten 25 000 Franc? bezahlt inen, m Widerspruch gerieten. Sic führten verschiedene Schriftstücke an, darunter den Plan betr. em ausländische? Gewehr. Wegen dieser Widersprüche, sowie mit Rücklicht darauf, daß die angeführten Schriftstücke eine Ausgabe von FrrS. 25 000 nicht rechtfertigten, verfügte Hauptmann Cassel die Verhaftung. — Im heutigen Ministerrat berichtete Telcasiö über die neue mit Siam vereinbarte Grenzregulierung und teilte ferner mit, daß der Vertreter der Republik Haiti gestern die Ver* d^ter Frankreichs und Deutschlands m öffentlicher Audienz empfangen habe, um eine Entschuldigung wegen der jüngsten Affäre zum Ausdruck zu bringen. Nantes, 1. Juli. Der Liquidator der KongregationS- güter nahm heute unter Beistand von zwei Kompanien Infanterie, 1 y, Schwadronen Dragoner und 40 Gendarmen die A uSweisung der Kapuziner vor. Sämtliche Klostertüren mußten gesprengt und die Mönche einzeln gewaltsam entfern: werden. Zur Uebcrrvachung des Klosters ist Infanterie pirü cf getanen worden. Wien, 1. Juli. Wie eine Lokalkorrespondenz bestimmt zu melden weiß, wird Kaiser Wilhelm den in Sud - böhmen zwischen Protiwin und Strakonitz stattfindenden Kaisermanövern beiwohnen und am 1. September auf dem Schloß Stekna de? Fürsten Alfred Windischgräh eintreffen. 98 Vnvalklagrn gegen einen äijtlichen Aegicrungsvcrlreter. n. (Original-Bericht des „Gieß Anz/*) Bevor die Plaidoyers begannen, gab Dr. Siebert für den Angeklagten Geheimrat Tt. Pfeiffer die Erklärung ab, daß er auf Grund bet Beweisaufnahme ju der Hebet zeugung gekommen sei, feine Behauptung, der ärztliche Verein habe schon längst in den Augen aller anständig denkenden Aerzte WiesbaN ns jedes Ansehen verloren, zu weitgebend sei. Gleichzeitig bedauere er, daß ihm der Ausdruck „Zuhälter bt die Feder geflossen ist und betonte, daß er ibn nicht in dem landesüblichen beleidigenden Sinn gebrauchen wollte. Hierauf sprach Rechtsanwalt Dr. Hehner, als Vertreter des Dr. Fffchenich,^nnd wies darauf hin, daß m der Pfeifferschen Beschwerde die Sucht bemerkbar sei, Dr. Fischenich zu beleidigen und herabzusetzen, er stelle ihn als einen Mann hin, der zu allem fähig ifl und ferne Würdigung mehr verdient Dr. Hehner widerlegte dann tnuf Grunv der Beweisaufnahme und des Ent- lMtungsb.'wei''es, den er als vollüänbia mißglückt bezeichnete, im einzelnen die Beschuldiaungen Dr. Pfeiffers. Dieser stütze sich stets auf die ärztliche Taje, während bei dem Arzt gewohnheitsmäßig mir das ausgesprochene ober auch nicht ausgesprochene Ueber'-infommen maßgebend sei. Wer also gar zu einem Spezialisten geht, der weiß genau, daß er höhere Sätze zu zahlen hat. Dr. Fischenich leate Wert daraus, dafür be* kann: zu sein, daß et fein billiger Arzt ist. Er wolle nickst sein Sprech; rnnier mit armen Leuten füllen, sondern wissen, syarum er Arzt ist. und das farm ihm fein Mensch übel nehmen. Von diesem Gesichtspunkte müsse man seine Rechnungen betrachten. Im übrigen gebe es kaum einen Patienten, der nicht später auf d-n Arzt schimpft, während et ihn bei dt Krankheit als rettenden Engel betrachte: hat. Die Rechnung, die man sofort nach der Iranffreit gern buchte, finde man gewöhnlich je später, desto höher Tr. drnn vrn Dr. Pfeiffer in einem Prozeß gegen Dr. Fischenich abr g-b n t 1 u tackst en, daß drei Mark ein ausreichendes Honorar auch bei rooUhabenben Patienten sei, übte Dr. Hehner scharfe li tt! 7; ang blich dem Richter zur Verfügung gestellten ver- kra lrx n ' itteil -gen über die Buchführung Tr. Fffchenichs in ber ■ -<■* 7r Pfeiffers an den Regierungspräsidenten bedeute ?n~ <*b*r -ir n schwärm Vertrauensbtuch, wenn die Mitteilungen * ■ gemacht morden find Man falle einmal bedenken, der un rm "r ill läge vor und die schwer'n Beleidigungen seien r ■' • r ai gegen einen hoben Regierungsbeamten ge* ma^t r la fliege bet Beleibigcr in das GejangniS, und deshalb b r ' n : t r g e er auch gegen Dr. Pfeiffer auf eine Freiheits träfe zu erkennen. ' • ' • Tu ' r ’n schloß sich Dr Marr heim er an unr- - n, baß noch selten s*rn Wafrrheit«b weis mift- l wa " ’i bvr. Der An geklagt' habe seine von Beleidigungen streun • -n yp -N g rungsoräfid nten nicht ,n der Auf- r.-g-i a n v m t kalter U Zerlegung g s i neben, weshalb "ihm »le, e t n o n t>* zu versagen feien. Unrichtig habe sich Dr. Pfeiffer fdrott ^benommen, alS er sich in die Sache der Russin mit Dr. Fischenich mischte, obgleich er damals sckwn eine animofe Gesinnung gegen ihn batte. Auch sein weiteres Verhalten in dieser Angelegenheit zeige feinen vollständig einseitigen Standpunkt unter Verlegung ber kolonialen Grundsätze. Mit Entrüstung müsse man auch das Vovgelxm Dr. Pfeiffers betracksten, wie dieser Hobe RegierungSdeamte in den Privatverhältnissen von D r. Fischenich brrumfdinüffclte, um Material gegen ihn zu sammeln. Wenn Dt. Pfeiffer glaubte, daß sich Dr. Fiscktenich unwürdig benehme, so konnte er ibn dem Ehrcnrat anzeigen, nie aber durste er ilm dem Regierungspräsidenten anschwärzen, wo Dr. .Fischenich sich nickst verteidigen konnte. DaS waren vergiftete Pfeile auS dem gefilterten Hinterhalt und die brnftifrben Beweise einer gelxissigen Gesinnung. Darum bitte auch er, den Regierungsund Geh. Medizinalrat Dr. Pfeiffer mit einer Freiheitsstrafe zu belegen. Für 80. als PrivittNÜaer aufgetretene Mitblieder dcS ärztlichen Vereins, sprach ReckstZanurnlt Dr. Fleischer. Er erklärte, daß ieber Satz her Eingabe Dr. PfeifserS an den Regierungspräsidenten mit Mitteilungen über den Verein eine subjektive, undfastiederSatzaucheinehewußte Unwahrheit enthalte. Er erläuterte dies ausführlich auf Grund der in der BeweiSansnabrne gewonnenen ErgebniKe. Hier sei sckwn in öffentlichem Interesse, daS Gesetz durch Verhänguna der Freiheitsstrafe in seiner ganzen Strenge anzutrnrnden un» mildernde Umstände zu versagen. Gesck>ehe daS aber doch, dann müsse die höchste 0 . ldstrase cintteten. Die Widerklage bitte er abzuweisen, weil keine Beleidigung, sondern nur Wahrung berechtigter Interessen vorliege. Dr. Siebert, der den Angeklagten 6 er trat nahm im Falle Fisckxmich die Wahrung bereckstigter Interessen in Anspruch, die Sic Beleih gung vollständig decke. Er verteidigte die Vermittlung dcS Angeklagten zwisckvn der Ruffin und Dr. Fischenich und betonte, es sei nur ritterlich, daß er der fremben Dame feinen Schutz geliehen habe, bic in einem Briefe Dt. Fisckienich einen Betrüget nennt. ,T ftigen Sonntag in der nächsten mit) weiteren llmgogend unsever Stadt cckgehEen. Obenan stehen die unvermeidlichen Sängerfeste. Die Gesangvereine ^Germania^-Großen- 1 25jÖI)rige3 Jubiläum Die Zeit der .kirchweihfeste beginnt jetzt auch. Morgen findet solche statt in Trohe, in Trais- Horloff, m Göbelnrod und in Schwalheim. Der hiesige Mcrnnertilrnverei.u feiert im Neuen Saaldau sein Sommer- fest unb der Verein hunbesport veranstaltet im Philo- sopl-enivalb ein Preisschlicseu. In Bab-Nanheim stnbet eine C^eflügel- unb Kanincheu-Ausstellung statt und ir. Friedberg wirb bas Verbanbsfest bes Gabelsberger Steno- graplx'n-Der^banbs für Hessen unb Hessen-Nassau crbgehalten. In Hungen ist PreiSkegelu, in Homberg a. b. O. Feuer- ivchrfefl unb in Ms selb Rabfahrersest. Auf bem Hoherods- köpf verrmstaltet morgen ber V. H. 5t. bas Hoherobskops- fest. In Ober-Olmren finbet Dekanatsmissionsfest statt. § Großen- Linben, 1. Juli. Der geplante Bahnhof Sn m bau geht jetzt seiner Verwirklichung entgegen. Die Erdarbciten sind vergeben. Merkwürdig ist, daß zwischen den beiden interessierten Gemeinden Großen-Linden und Leihgestern noch keine Einigung über den Umbau zu Stande gekommen ist. Eine kürzlich stattgehabte Versammlung her beihen Gemeindevertretungen verlies ziemlich resnltatloS. Die Haltestelle Großen-Linden liegt nämlich in Leibgesterner Gemarkung. Da damals bei Errichtung her Haltestelle Leihgestern hie Uebcrnnhmc der Kosten ablehnte unb Großen-Linden sie übernahm, so wurde auch die Haltestelle »Großen-LindenE genannt. Infolge deS wachsenden Verkehrs unh ber Gründung mehrerer Indnstriewerke zeigt sich der Bahnhof zu klein. Bei dem nun erforderlichen Erweiterungsbau will Großen-Linden die Haltestelle in seine Gemarkung haben, womit die Eisen- bahndirektion einverstanden ist. Die GemarkungSgrenze zieht am westlichen Bahnkörper hin. Man ist gespannt, welche Gemeinde den Sieg dovonträgt. w. Bad-Nauheim, 1. Juli. Bis zum 30. Juni sind 1 1 8 0 4 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6759 anwesend waren. 139 471 Bäder wurden bis zum 30. Juni abgegeben. § Friedberg, 1. Juli. Die Errichtung einer höheren Mädchenschiile ist jetzt dennitio beschloßen. Die Stadt- oerorbnetenversammliing hat hnS früher Henkelmannsche HauS m her Burg für 42 500 Mk. gekauft. Ein langgehegter Wunsch hiesiger unb auswärtiger Familien geht dadurch m Erfüllung. :: Hungen, 1. Juli. Das Hungener Blatt, die ,Land- vofP, Buchbruckerei unb photographische Anstalt, ging durch Kauf von Konrab Holzinyer auf Karl Mößner auS Göppingen über. t. Lauter, 1. Juli. Heilte mittag fand eine hiesige Bauernfrau auf her Straße einen Jungen von etwa 4 Jahren. Auf Befragen gab biefer an, finiter, ober fireuter zu heißen. Etwas weiteres war au« ihm nicht herauSzubekornrnen. Man nimmt an, er sn auS hem benachbarten Grünberg, ha man einen Landwirt von da mit dem Heuwagen hier durchfahren unh gleich darauf den Jungen auf her Straße sah. Vielleicht bienen hiefe Zeilen bazu, um ben Eltern ihr fiinh wieher zuzufuhren. Mainz, 1. Juli. Für bas morgen nachmittag um 5 Uhr in ber ,Noueu Anlage" ffattfinbenbe Kvnzert zum Besten eine« Pflegerinnen- unb Krankenheims des hiesigen „Aliee-Fvaucn-Derems" zeigt sich, so schreibt freute baS ^M. Tgbl", in allen Kreisen bet Bevölkerung reges Iuteresse, das sich nicht allciit ben zu crnxirtenbeit frohen künstlerischeu, instrumentalen und vokalen Darbietungen zuwenbet, sondern besonders auch dem anyekün- bigten Irofren Besuch. Es ist dies der Gr oft Herzog, her zur Unterstützung ber guten Sache sein Kommen in Aussicht gestellt hat. — Mit der Entfestigung von Kastel ist in diesen Tagen begonnen worben; in ber Nähe deS Frankfurter ToreS haben Pioniere bereits Sprengungen vorgenommeu. Durch diese Maßnaahmc wird unleidlichen Zuständen, die ein volles Jalwbunbert bestanden haben, ein Ende gemacht. Es ist merkwürdig, daß man diese Zustande so lange hat bestehen lassen können, unb haft eS eist in ber jüngsten Zeit der energischen Initiative einiger Mitglieder ber hessischen Zweiten Kammer gelungen ist, Remehur zu schaffen. Küstel, freute noch ein unansehnliches, winkliges Stäbtchen, wäre gewiß hurch seine Sage am Rhein unb cnu Main längst zu großer Bedeutung gekommen, wenn bie FestungSumwatlung früher gefallen wäre. Die jetzt dem Untergange geweihten Festungswerke stammen ihrer ursprimglick>en Anlage nach aus ber Zeit bet französischen Herrschaft na eftber Invasion von 1792. (b.) Mainz, 1. Juli. Die Nachricht, daß ber flüchtige LotteriekoNekteur Döblin in Newvork verhaftet unb hierher ausgeliefert werbe, ist unrichtig. Der Aufenthalt D's. ist bis heute noch nicht ermittelt worben. Wenn es ihm gelang, nach Amerika zu entkommen, bann ist es auch mit einer Auslieferung nichts. Amerika liefert bei Unterschlagungen unb Betrügereien, wie sie von Dövltn verübt, gar nicht aus iv. Wetzlar, 30. Juni. Bei Gelegenheit her letzten Generalversammlung deS fireiSkriegerverhandeS wurde mit lebhaftem Bedauern bekundet, daß Lehrer AlthauS wegen seines vorgerückten Alters daS Amt deS fiassiererS niederzulegen gedenke. Eine besondere Ehrung wurde bem Nestor her Lehrerschaft zuteil, inbem ber Verbanhsvorsttzenhe Hauptmann Harbt-Großrechtenbach in Begleitung heS Vor- stanheS ihm ein Ehrenhwlom itnb eine Kaiserbüste überreichte. Hauptmann Hardt hob bei dieser Gelegenheit mit besonderem Nachdruck die Pflichttreue hervor, mit welcher Herr AlthauS sein Amt so lange begleitet habe. Der Vorstand deS KriegerveremS Münchholzhausen war gleichfalls Zeuge dieser Ehrung. ■■-l."---- ..... .-L_!E±!--LJ—1 .■------'L.■'■■■----JUJ.. .s vermUchte«. * 'Brüssel, 1. Juli. In der Ortschaft Baelen sind 185 Personen infolge Genusses schlechten TrinrwasserS unter Vergiftungssymptomen erkrankt. * Paris, 1. Juli. In der Gemeinde Arnage erkrankten fünf Personen nach dem Genuß von Entenfleisch unter Vcrgiftungserscheinungen; eine derselben ist bereits gestorben. * Budapest, 1. Juni. Dex Professor an der Eperieser Reckcksakadenrie Dr. Julius M a u r i tz drang heute in bic Wolmung seiner gewesenen Braut, der Tochter dcS Real- schulproseffors Kremer, feuerte zwei Revolverfchüsse iregcr das noch rm Bett befindliche Mädchen unb jagte sich sodann eine 5ruflel in ben .Kopf. »Mautitz, sowie daS Mädchen sind tot. Der fcknver kranke Kremer ringt infolge der Aufregung mit dem Tode. * Eine Wettfahrt lenkbarer Luftschiffe sollte airf der Weltausstellung in St. Louis stattfinden. Doch wurde sie vereitelt, als man entdeckte, daß an dem Luftschiffe Santos Dumonts die Stricke zerschnitten waren. Nun muß dieser Hifrnf Franzose Reparaturen vornehmen, unh daun erst kann hie Wettfahrt vor sich gefren. Der Verdacht der Täterschaft lenkt sich auf einen Arbeiter Santos Dumonts, der hierzu bestochen worden sein soll. AuiverfitSts-Machrichtei». Hannover, 1. Juli. Eine Studentenverscmttn'lung, die sich heute mit der Frage der konfessionellen Verbindungen befaßte, beschloß, den Rektor der technischen Hochschule zu ersuchen, daß er die Gründung konfessioneller Verbindungen (katholischer, protestantischer, jüdischer) nicht zu lasse und die &e* stehenden Vereinigungen dieser Art auflöse. Kerichtssaal. Breslau, 1. Juli. Nach viertägiger Verhandlung verurteilte das Kriegsgericht der vierten Divrsion den Hauptmann Schotte vom 140. Infanterieregiment in Jnowrazlaw wegen von ihm begünstigter Unregelmäßigkeiten, die beim Schießen seiner Kompagnie um den Kaiserpreis vorgekommen sind, zu einem Jahr vier Monaten Gefängnis und Ausstoßung aus d e m H e e r e. Tie Verhandlung fand unter Ausschluß der Oessentlicbkeit statt. Sport. Der Verein „Hundesport für Gießen und Umgegend" hat auf seinem prachtvoll gelegenen Schliesplatze em großes Zusch-auerzelt errichtet, worauf anläßlich der morgigen Ver- anstaltung hiermit ganz besonders hingewiesen sei. Es bietet vollkommenen Schutz bei guter Witterung und gestattet gleichzeitig genauen Ueberblick über den ganzen Schliefplatz. Außerdem sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß in dem reizenden Waldhäuschen ans dem Platze auch Telephon-Verbindung vorhanden und daß die Restauration bewährten Kräften anvertraut ist. — Tie Mitglieder haben, soweit sie mit Vereinsabzeichen versehen sind, mit ihren Damen freien Eintritt, während von Nichtmit- gliedern em rfrr mä^'ig-n ^inttittsyr^is lt Inserat erhoben wird. " "------ Märkte. Gieße«, 2. Juli. Marktbericht. Aus heutigem Mockenmarkt kosteten: Butter vr. Pfd. 1.00—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 5—6 Pfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21Pfg„ Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80 -1,00 Mk., Hühner pr.St. 130 140 Mk„ Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stück 77 j—2,20 9ÜL, Gänse vr. Pid. 00—70 Pfg., Ochsensteisch pr. Pstmd 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Psg., Schweinefleisch pr. "Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—76 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7 00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00—00 Psg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Kirschen per Md. 15-20 Pia. Marktzeit 7—1 Uhr. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. I« der Stadtkirche. Nächstkünftiqen Sonntag, den 10. Juli findet im Hauptgottes- dienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus- Gemeinde gemeinsam statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Sonntag den 3. Juli 1904: Starkenburg und Rhein besten : Meist heiter, bei etwas kühlerer Nacht tags wärmer, fortdauernd trocken. Oberhessen: Zeitweise wolkig, bei kühlerer Nacht tags Temperatur kaum veränoerl, ttocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. LriefKasten der Uedaktian. Karl R. Ob man im Jahre 1876 das Wort Grobherzog mit einem oder mit zwei s schrieb ? —Selbstverständlich schrieb man auch damals „großuud Großherzog*. Ihnen fiel wohl eine Münze mit dem Bildnisdes Großherzogs und der Umschrift ,Gro»herzog in die Hände. Dasist von Alters her ein Münzbrauch in allen deutschen 6 o Herzogtümern. Uenefle Mewungen. Berlin, 2. Juli, lieber die Bedeutung der Begegnung Kaiser Wilhelms und König Eduards in Kiel behauptet das „B. T." aus guter Quelle zu venhinen, in Kiel hatte Graf Bülow eine anderthalbstündige Unterredung mit König Eduard, in welcher alle zwischen England und Deutschland schwebenden Differenz- Punkte zur Sprache kamen. Sowohl auf englischer wie auf dorischer Seite hat die Begegnung jede Spur etwa vorhandener Mißstimmung beseitigt und zu einer freundschaftlichen Aufllärung geführt. §3' ergab sich besonders eine völlige Ue herein ft immung wegen Aufrechterhaltung und Festigung des Weltfriedens. Es wurde in dieser Beziehung eine Annäherung ei^iett, die bald in Wirksamkeit treten dürfte. Auch auf englischer Seite ist man von dem Ergebnis der Kieler Begegnung sehr befriedigt. Haag, 2. Juli. Der frühere Präsident des Oranje- staateS, Stein, ist gestern hier eingetroffen, wo er einige Wochen bis zur vollkommenen Wiederherstellung seiner Gesundheit verbringen will. Messina, 1. Juli. Durch einen mit Hagel verbundenen wolkenbruchartigen Regen wurden in der Stadt und auf dem Lande arge Verwüstungen an- gerichtet. Soweit festgestellt, sind hierbei eine Person ge- t 5 tet, eine andere verletzt worden. Wien, 2. Juli. Ta§ Olmützer erzbischöfliche Kapitel hat sich geeinigt, die Pension des ehemaligen Erzbischofs Dr. Kohn auf 5 0 000 Kronen festzusetzen. Dr. Kohn stellte seine Forderungen auf 200000 Kronen. Athen, 2. Juli. Zwischen dem Unterrichtsminister Stais und dem Deputierten Hadjipetros hat ein Duell stattgesunden, wobei letzterer ums Leben kam. Der Minister hat seine Entlassung gegeben. Kiew, 2. Juli. Der Student Jasinski, Sohn eines Geistlichen, verübte auf den Professor derTheologie, Arsenje, ein Revolver-Attentat. Der Professor ist schwer verwundet, der Attentäter wurde verhaftet. L. S t. L ou i s, 2. Juli. Auf Grund der jüngsten Enthüllungen über den Korruptions- und Bestech- ungsska ndal im Delegiertenhause des Staates Missouri ist der Politiker Eduard Butler ange- llagt, den früheren Sprecher des Delegiertenhauses Kelly mit 50 000 Doll, bestochen zu haben. Kelly wollte nach Europa fliehen, wurde aber imterttjegS verhaftet. Butler wurde vorläufig gegen eine Bürgschaft von 10 000 Doll, auf freiem Fuße belasten. * Vom Kriege. Petersburg, 2. Juli. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an .den Kaiser vorn 30. Juni besagt: Wie der zeitweilige Chef des Geschwaders in Port Arthur in einem heute erhaltenen Berichte meldet, sandte er in der Nacht auf den 23. Ium acht Torpedoboote zum Schutze der Reede aus. Diese Torpedoboote zwangen die feindlichen Torpedoboote sich zurückzuziehen. In dem Gefechte wurden ein Kapitän, ein Leutnant und zwei Mann leicht verwundet. Gegen morgen kehrten alle Torpedoboote zurück. Ilm 8 Ubr morgens gingen nach einander der Nowik, Tiana, Askold, Sewastopol, Poltawa, Zestarewitfch, ^objeda, Peresswjet, Rettvisan, Baban und Ballada auf. bte Reede. Tie Schiffe ankerten, da man auf der Reede zwei japanische Minen schwimmen sah, und blieben siegen. Während dessen sanden andere kleinere Schiffe auf der östlichen Seite der Reede gegen z"hn Minen und brockten dieselben zur Explo- -twu.. TavmcTc «raten, wie durch' die Untersuchung sestgesteln wurde, wahrscheinlich nachts von zwei feindlichen Torpedobooten gelegt worden. Um 2 Uhr nachmittags ging das .Geschwader, dem Torpedoboote und der Kreuzer „Nowik" voranfuhren, in Kiellinie in See und wandte sich, nachdem es ohne Unfall acÄ Meilen zurückgelegt. hatte, nach Süden. Während der ganzen Zeit waren zwei japanische Aufklärungsschiffe vor dem Geschwader sichtbar, sowie eine Torpedobootsabteilung. 10 bis 12 Meilen vom Ufer wurde das japanische Geschwader gesichtet, dessen Kurs den des russischen Geschwaders kreuzte. Es bestand anscheinend aus vier Schlachtschiffen erster, einem Schlachtschiffe zweiter Klasse, vier gepanzerten Kreuzern erster, sieben Kreuzern zweiter Klaste, fünf Kreuzern dritter Klasse, einem Aufklärungsschiff, einem Dampfer, und 30 Torpedobooten in zwei Abteilungen. Beim Näherkommen dieses Geschwaders wurde klar, daß der.Feind eine Kreuzerabteilung und die Torpedoboote zwischen die Küste und die Russen zu bringen beabsichtigte, um nachts mit den Torpedobooten die russischen Schiffe anzugreifen, und am T a g e mit seiner gesamten Streitmacht den Kampf aufzu- N ehm en. Mit Rücksicht auf die Stärke des Feindes, der den Russen weit überlegen war, beschloß der russiscke Geschwaderchef nach Port Arthur z':rückzukehren. um den Verhältnissen entsprechend zu handeln und größere Verluste zu vermeiden. Um 7 Uhr abends kehrte das Geschwader um. Der Feind versuchte weder sich ihm zu nähern noch es am Rückzüge zu verhindern. Gegen 10 Uhr abends traf das Geschwader wieder auf der Reede ein und ging vor Anker. Während der Fahrt wurden auf die letzten Schiffe noch zwei Torpedoangriffe ausgeführt, die zurückgewiesen wurden. .Auf der Reede unternahm der Feind trotz der mondhellen Nacht bis zum Tagesanbrüche Tottxdoangriste, die erfolgreich zurückgeschlagen wurden. Morgens sand man 'm der Nähe der Schiffe heim Ufer 12 Whiteheadtorpedos, die der Feind aus weiter EMfernung gbgeschossen hatte, da die Torpedoboote nur bis auf 12 Kabellängen herangelassen wurden. Sie gingen in einzelnen Gruppen zmn Angriffe vor, mindestens zwei wurden in den Grund gebohrt. Morgens wurden die Leichen eines japanischen Offiziers und zweier Matrosen ans Ufer gesckwennnt. T-ie erfolgreiche Zurückweisung der Torpedoangriffe, woran mehrere Batterien teil? nahmen, wurde dem Geschwader durch die Scheinwerfer auf dem Ufer erleicktert. Morgens gingen alle Schiffe bei hohem Wafser- stande in den Hafen. Pe ter sburg , 2. Juli. Aus Haitscheng wird von fürchterlichen Regengüssen berichtet, bei denen viele russische Soldaten umgekommen sind. Der Uebergang über die angeschwollenen Flüsse ist gefährlich. Die völlige Unterbrechung der Kriegsoperationen ist tatsächlich. Auch die Bewegungen der Japaner sind unterbrochen. Sie haben sich vom Dalny-Paß und anderen Positionen zurückgeUogen. Nur auf den Höhen von Liau- fang wird ein weiterer Vormarsch bemerkt. Telephonischer Kursbericht» Frankfurt a. 3.. 2. Juli. 8l/«% Reichsanleihe . . 102.15 3 /o do. ... 90.25 3V,o/g KobsoIs .... 102.00 do 90.40 3*/te/n Hessen .... 100.40 8Vt% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.00 4x!6% Oesterr. Silberrente 100.40 4% Uncrar. Goldrente . . 100.00 40/- Italien. Rente . . . 104.00 41/, % Portugieser , . . 61.70 8°/ Portugiesen 60.75 1% C. Türken .... —.— Türk en lose 130.00 4e/0 Grieeh. Monopol.-Anl. 49.40 41'. % Süssere Arpentiner 44.50 3% Mexikaner .... 27.75 4,/sn/n Chinesen .... 89.50 Electric. Sohackert . . . 102.80 Nordd. Lloyd . . . . 10150 Kreditaktien .... 20210 Diekonto-Kommandit. . . 187.20 Darmstädter Bank . . 136.90 Dresdener Bank .... 150.40 Berliner Handelsgee. . . 152 40 Oesterr. Staatsbalm . . . 135 40 Lombarden 16.90 Gotthard bahn . . . . . 187.00 Laorahütte ..... 243.00 Bochum . .... 186.00 Harpener ..... 138.50 Tendenz: fest Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer 9hr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen 9lrbettgebem und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dieuftbote« und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermittelm An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bll 6 Uhr geöffnet. Es können eingestellt ^vcrden: 5747 1 landw. Arbeiter, 1 Gärtner, 1 Spengler, 1 Kesselschmied, 6 Wagner (auswärts'», 2 Schreiner, 1 Friseur, 3 Schneider, 20 Arbeiter hier und auswärts, 8 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Buchbinder, 1 Tapezier, 2 Bäcker, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Heizer, 1 Wäsckerm, 1 Flickerin, 1 Putzfrau, 1 Büreaudiener, 1 Fahrburscke, 1 Lauffrau, 1 Bureauqebilfe.________________________ MW» WmMMciS Wehci. Gartcnstraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 20 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 1 Zimmer zur Lagerung von Möbeln oder Bibliotheksgegenständen, 1 möbliertes Zimmer. Zn mieten gesucht: 62 Wohnungen von 2—11 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebl'chr zu entrichten und /war für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.: außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un- mtgeltlich. 5748 Bilanz « 31. IcjmSer 1903. Vermögen. Mk. Schulden. Mk. Darlehen gegen Hypotheken . . 537707.04 Darlehen gegen Schuldscheine . 241454.69 Bestand an Staatspapieren (CotirS vom 31. Dezbr. 1903). . . . 15600.— Ledirte Güterkauf- gclder . . .113685.45 Immobilien . . 13265.96 Kassevorrat u. rückständige Forderungen . . . . 76830.17 998543.31 Geschäftsanteile . 9942.36 Aufgenommene Kapitalien . . . 949497.05 Reservesond. . ♦ 26965.83 Gewinnsaldo, einschließlich der JahreSerübrigung pro 1903 . . 12188.07 998543.31 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1902 116 Während 1903 gingen ab .... . 9 = 107 Während 1903 gingen zu .... . Daher Stand der Mitglieder Ende 1903 9 T16 Hungen, den 27. Juni 1908. 5711 Der Vorstand der Spar- und ^eihkaffe zu Hungen cingctc. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Fendt- Cbr. Jokesi Gustav Kohlheyer. Vergebung von Aauarbeiten. Zur Erbauung des medieo ° mechanischen Instituts in Gießen werden die folgenden Arbeiten unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893, öffentlich ausgeschrieben: Los I. Glaserarbeiten ca. 100 qm Fenster auS Eichenholz. Los II. Innere verpntzarbeiteu darunter ca. 830 qm Putz auf massiven und Holzdecken, 2000 qm Wandputz. Los HI. Veton- und Terrazzoarbeiten darunter ca. 500 qm Ausgleichbeton, 70 qm Terrazzobelag. Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbürealk, Frankfurterstraße 83, eingesehen, Angebotsformulare (keine Zeichnungen) dorther bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen, sind auf genanntem Zweigbürecm, bis SamStag den 16. Juli, vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, einzureichen. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Gießen, den 1. Juli 1904. Baubehörde für die Universitäts-Nenbauten, Gießen. Becker. 5752 Submission. Für unsere Klinik soll die Lieferung von Wcistzeng- und Kleidungsstücken auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Bedingungen und der Mi- nisterialerlaß vom 16. Juni 1903 liegen nachmittags von 3 bis 5 Ühr auf dem Ver- waltungSbureau offen. Angebote, versiegelt und mit der Aufschrift ^Angebot auf Weißzeugliefenmg" versehen, sind mit den Mustern bis zum 30. Juli, vormittags 12 Uhr, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnung der Angebote statt- finden wird, auf dem Ver- waltungS-Bureau abzugcben. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. 5690 Gießen, den 27. Juni 1904. Großh. Verwaltungs-Direktion der Universitäts-Augenklinik. VossiuS. Flaschenbier aufl der Brauerei Bickler empfiehlt Gg. Lauer Ww., Neuenweg 86. Verdingung von (tzrabenarbkitcn. Die Herstellung eines Ent- wäfferungsgrabens in den Wiesen oberhalb der Holzmühle, Ge- mcrrkuilg Lollar, veranscklagt zu 504 Mark, soll nächsten Dienstag den 5. b. Mts., vormittags 9 Nhr, auf Gr. Bürgermeisterei Lollar öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen ebendaselbst zur Einsicht auf. Gießen, den 30. Juni 1904. Hrotzy. Auttnrinlptütlo« Hießen. W i ß nr a n n. 5699 Versteigerung Dienstag, den 5. Juli d. I., nachniittagS 2 Ubr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: a. 70 Gtenhtftangen, 20 Dielen, 1 neuen Handwagen, 3 Speis- kästen, 5 Bütten, */» Faß Frch- boden-Oker; b. 7 geschnittene Eichenstämme, 90 Mille Zigarren, 1 Kaffa- schrank, 1 Ladeneinrichtung, 1 Billard, 11 Kippwagen, 100 Sack Zement und Möbel aller 9lrt; o. um 4'/« Uhr nachmittags 1 Vertuow. Versteigermig M k und c bestimmt. 5787] Born, Gerichtsvollzieher. vekanntmachung. In das Handels - Register Abt. B wurde heute eingetragen: Schuhfabrik Arminia Gesellschaft m. b. H. (früher in Wißmar) jetzt in Lollar. Gegenstand des Unternehmens ist die Fabrikation von Schuhwaren, der Ein- und Verkauf von Leder- und Schuhwaren, und aller zur Schuhfabrikation notwendiger oder verwendbarer Gegenstände, sowie endlich der Betrieb aller mit Vorbenannten in Zusammenhang stehender Geschäfte. Stammkapital: 34 900 Mark. Der Gesellschaftsvertrag ist am 6. Oktober 1902 errichtet. Die Gesellschaft wird durch den Geschäftsführer Kaufmann Friedrich Hemmer zu Lollar vertreten. 5693 Gießen, am 27. Juni 1904. Großherzogliches Amtsgericht. Freiwillige Bersteigernng. Montag, den 4. b. M., nachm. 2 Uhr sollen dahier Marktplatz 20 im Adler: Ein Vnffet, eine größere Partie Tischdecken, Tischtücher, Servietten, Rouleaux und Vorhänge, eine Podium- treppe, eine Waschmangel, ein Trichter für Küfer gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet ganz bestimmt statt. 5740 Gießen, den 2. Juli 1904. Seipel, Gerichtsvollzieher. Die ausgenommenen Kapitalien bei der Spar- und Vorschuß- Aktien'Gesellsckatt Großen-Bllseck werden vom 1. Januar 1904 mit ®Vt°A vevi’nf^ die ausaeliekenen Kapitalien a,ff Hnpotbek zu 41/?0 0 auf Schuldschein zu 5®/0. 5694 Der Borstaub. Alchans. Schutt dt. W^igner. Neue Kartoffeln Pnma Ware. 50 Kilo iukl. Sack Vier Mark 25 Pfennig versendet ab Friedberg-Frankfurt n. M. gegen Nachnahme L W Ltrri-Limsn Äi 5708] Fricbberg i. Hessen. Versteigerung. Montag, bett 4. b. nachm. 3 Uhr sollen dahier Marktplatz 20 im Adler: 1. Haus- und Küchengeräte aller Art, 2. eine Nähmaschine für Schuhmacher, 3. eine Ladeneinrichtung, 2 Pferde, Kleidungsstücke und v. A. 5739 gegen bar versteigert werden. Gießen, den 2. Juli 1904. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung Mittwoch, bett 6. Juli b. nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dabier gegen Barzahlung: 5738 15000 Verbandbmden, 13Rollen Ledertteibriemen. 13 Rollen Waffer- und Hockdrucksckläuche, 2800 Pefare, 121 Kilo Schnur und Asbestsäden, chirrmgische Instrumente und Bestecke, sowie einen Jnftnrrnentenschrank. Born, Gerichtsvollzieher. Weinfäffer frisch geleerte, m allen Größen bet L. Kohlennann IV., 12 Bleichstrake 12. Reparaturen prompt. 5722 _______Beeren presse zu verleihen. Inpsnialkttti Gicht« Jnc. Persyn. 5714 Schmrzcustr. 4 und Lindenplatz 8 TägNch frisch: zarte Häsematte rägll» frif»: Buttermilch. (hfl ne Wunden eeee an Deinen. Geebrtester ven* Dr. Muck! Kann Ihnen berichten, daß meine Frau durch Jbre briefliche Be- handttmg von ibivm so lästigen Nebel mm gänzlich gedeilt ist. Ick danke Ihnen von Herzen für Ihre Atü he, denn ich batte uürklick an kerne Heilung mehr gedacht. Stött, Post Frasdorf (CbcvlmnenO, den 28. August 1903. Andreas Kaiser. Für dieRicktigkeit der llnterfcbnft: Der Bürgermeister Mayr. Man wende fick an O.Mück» prakt.Artt 5151] in t^larub 75. (SckweizL T/istten karten befert rxeob and bdh|n»i Bf ohl erbe Carl Stückrath, Möbelfabrik 47 Asterweg 47. Gegründet 1868. 8 Ederstrasse 8. Einfachste wie reiche Wohnungs-Ausstattungen 5U4 03750 den Alle Freunde des Gesanges werden hiermit freundlichst eingeladen. Der Fest-2lurschutz A. Plath (Ofinnlagr 30 Gießen 5751 5733 Dr< von 2. Ll< li John. Brahma. Dr. Meyerhof! von der Reise zurück. Li OQ Max Bruch. walter Storck im KoUegiengebkude. 5520 Bei ungünstiger Witterung im Post- wieder eingetroffen ist. 5725 Der Vorstand. Springmann s Schuhwarenhaus 38 BahnhHraße 38 Hieben 38 Bllhiihosstme 38 Veste nuv billigste Bezugsquelle für sämtliche Lchuhwaren. 5707 Der Vorstand 5726 Sonntag, den 3. Juli Es ladet ergebens! ein Carl Sommerlad. Redinungsformulare > (asfans Panopticum Ein heller verwendet stets | Backpulver IVanlllln-Zuoker ^1 m Kichard Wagner. Jul. Spengel. Richard SuauM. Robert Schumann. von der Bahnbrücke, keller. 25.i3iinhrof eilte In telnlfer und lauberlter Husfilhrung bllllglt, Slehener Anzeiger, BröhlTdie Druckerei F. Bischoff II Gr. Geometer 1. Klasse. Vom 1. Juli ab befindet sich meine Wohnung Crednerstrasse 10, part. a 50 Pig. beansprucht werden formen), b) Eiszcllarreu 1 ÜJtf. 25 Psg.______________ Gesangverein Coneordia Fellingshausen. Sonntag, den 8. Juli grift dcs 15 jäOrigen Stiftungsfestes in den Garteulokalitätcn 03739 von PH. Weber. Frankfurt a.M., Kaiserstr. 67/69, eine Minute v. Bahnhof Im Theat^rsaal: Peter Varadi, der Kolossal-Junge, 18 Jahre alt, 372 Pfd. schwer. 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Abmarsch 3 Uhr L jt,-r - Eintrittspreise. rngefkarten: für Samstag 30 Psg., für Sonntag L— iür Momag 50 Psg., Schülerkarten an beiden Tagen je 20 Psg. Xanertaricu, nar im Vorverkauf erhältlich, giltig für die drei Kesriage: a) Kamilieutarleu iur 4 Personen 3.— Mf. (Haupltarte mit 3 Beikarten, zu denen auverdeui noch bis zu 2 Beikarten 3. Saenie, für gemischten Chor......... 4. Lieder am Klavier: a) Abenddämmerung ........ b) 0 liebliche Wangen........ (Herr Kohmannl 5. Rhapsodie aua Goethe s Harxreiae im Winter, ftlr eine Frauenstimme und Minnerchor.............. 6. Prei&Ued aus *1)1« Meistersinger“ (Herr Kohmann) 7. Zwiegeaaag in der Sommernacht, ftlr sechastimmigen gemischten Chor 8. Lieder am Klavier: a) Ständchen b) Der Hidalgo 9. Damajonti. Svenen aus der Indischen Dichtung: Nalu und Damajonti. Für eine Frauenstimme, gemischten Chor und Männerchor . . . Giessen Anerkannter Verein, gegr. 1873. Mitglied des Deutschen Vortrags- verbandes, des Deutsch Verbandes Kaufrn. Vereine, des Stellen vermittel ungs-Bundes u. des Vereins iür Verbreitung von Volksbildung. Vereinshaus Nordanlage 15. Lesezimmer stete geöffnet. Zahlreiche illustrierte Zeitschriften und Zeitungen Grosse reichhaltige Bibliothek. Preisermässigungen für Theator- und Konzert-Billette usw. 14545 I« AnI. Iür reisende HOSpiZ Damen evang. Schwesternhaus, (liessen, Juhannesstr. J, verbunden mit Fahnenweihe des Gefangvereins Grünberg am 9., 10. und II. Juli 1904 Zum Holländischen Hof Beuern. 03734 1. Frohlocket in dem Hem, für eine Frauenstimme und 5stimmigen gemischten Chor..................G. F. Händel. ZN Grünberg. Sn demselben beteiligen sich außer 12 VuudcS. Vereine« mit 426 Länger« noch 9 NichtbnndeS. Vereine mit Mit Mk. 300.- - W monatlkchen testen Bezügen ausgestaltete Halwtvertretung Ä : einer ersMassigen Versicherungsdank für den Platz Gießen X und Umgebung ist an Herrn mit guten Verbindungen — ” X Rkklükr und plilsmllltk grämte t bevorzugt — zu vergeben. 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Letztere sind in der Festschrift enthalten, die -um Preise von 40 Psg. an den Vorverkaufsslellen und an der Kasse zu haben i|t.