ffkr. 205 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe» Rotationsdruck und Verlag der BrÜh l'schen Untversitätsdruckeret. R. Lange, Gieße«. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.T. XeL Nr. 6L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gieße«. militärische und wirtschaftliche Unternehmungen gelten kann. Bei Waterberg gefallen Heinrich Paul Merbitz, geb. am 11. Dezember 1882, (Kopfschuß). Reiter Maier, 9. Kompagnie. Regt. 1, ist im Lazarett zu Waterberg cm Typhus gestorben. Im Gefecht am Waterberg am 11. August leicht verwundet: Leutnant Frhr. v. Reib- n i tz (Schuß in die rechte Hand). Vermißt wird seit dem 17. Juli Reiter Johann Freitag. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener FamMenblatter" werden dem »Anzeiger oiermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Fer Kufstaud tu Keutsch-SüdwestasriLa. Nach Dentsch-Südweftasrika sind soeben Techniker, Aionteupe und Bahnarbeiter abge- gereist, welchen sich, eine zweite Abteilung von Southam- ton aus mtt einem englischen Schnelldampfer am 3. September beigesellt. Das Reiseziel ist Swakopmund, der Aus- aangspuntt der neuen Otawi-Bahn, welche in einem beschleunigten Tempo nunmehr gebaut wird. Diese Trace führt nördlich der bestehenden Windhuker Bahnlinie bis Karibib, wo sie sich dieser bis auf einige Kilometer nähert, um dann nach Norden abzuschwenken. Sie erklimmt dabei eine mit kleinen Kuppen bedeckte Hochebene und erreicht über 1200 Meter Seehöhe. Etwa 150 Kilometer nördlich von Otawr wendet sie wieder schürf nach Osten um und endigt im Minengebiet. Auch von Otawi aus erstreckt sich ein solch.es in östlicher Richtung, voraussichtlich ist später hier noch eine Zweigbahn erforderlich Die ganze Bahnlänge entspricht bei 560 Kilometer ungefähr der Entfernung Mainz—Berlin. Nächst ihrer Bestimmung als Minenbahn wird sie vorerst militärischen Zwecken dienen, weshalb auch gerade jetzt mit dem Bau begonnen wird, da alle anderen wirtschaftlichen Unternehmungen dieser Kolonie zurzeit brach liefen. In strategischer Hin sich wird die Bahn von Karrbib aus sehr günstig liegen; denn der Höhenrücken dach sich nach West und Ost allmählich ab und bildet hier die Wasserscheide. Andererseits (üw auch genügend Wasserstellen vor- handen, sodaß die Bahn als sichere Operationsbasis für (Photographüre.) Vergessen. Von Wereschtschagin. Im Versteck. Von Wereschtschagin. — Notenbeilage: Vier Lieder von Franz Kugler. 1. Nachgefühl. Ged. von Goethe. 2. Mschiedslied Ged von Albert Graf Schlippenbach. 3. Ach über die falschen Zungen. (Deutsche Volksweise.) 4. Waldesnachr. Ged. von Paul Heysc — Talundbergs Perio, eine neue Weltsprache. „Schon wieder eine Weltsprache?" wird mancher halb entrüstet fragen, „wo Volapük und Esperanto, von den vielen weniger bekannten ganz zu schweigen, keine merkliche Verbreitung erlangen konnten und neues auf diesem Gebiete also recht über- flüssig erscheint?" Talundberg natürlich ist der Meinung, praktisches und brauchbares zu bringen, und zwar außer Einfachheit der Grammatik auch eine wlche des Wortschatzes in der Richtung, daß die Kenntnis eines Wortstammes die möglichst vieler anderer mitverbürgt. Tie anderen Weltsprachen haben in dieser Beziehung gewissermaßen nur Vorläufer cmfzmveisen, indem sic dem betreffenden Gruudwvrte schwersalligerwcise eine Vorsilbe zusetzen (z. B. granda groß, malgranda klein) und auch diese nur ganz vereinzelt anwenden können. .T^gen ist int Perio der ganze Wortschatz (mit Ausnahme natürlich der Eigennamen aller SM in verschiedenen Systemen untergebracht, deren umfassendstes auf l^ln,,Ablaut" beruht; so heißt nama groß, nima klein (s. Minimum), bana gut (franz. Bon), Buna mittelmäßig, 9 schlecht; bala schön (franz, bei), bula anmutig, bila näßlich; dal a süß (ital. dolce), do la fade, dula sauer, de la herbe, di la bitter; chano (ch spr. sich) Kette (franz, chaine, chono Draht, chuno Seil, ©eno Schnur, chino Faden usw. Auf weiteren Prinzipien dks Perio beruht cS, daß alle Stämme (selbstverständlich die meisten Eigennamen wieder ausgenommen' einsilbig sind und möglichst lvenig Kmrsoimnten cntöaven und ferner, solveit angängig, aus den in den fifcltiirfortdten verbreitetsten Wörtern gewählt oder gebildet morden sind (s. auch obige Beispieles Ueverhaupt baut sich das Perio auf Grund siitzen auf, die sich in anderen Weltsprachen, in der Gedächtnis* kunst, .der Stenograpbie usn l^währt baden. tal in Kopenhagen verlegt, soll eine vom Dichter selbst autorisierte deutsche Ausgabe erscheinen. Eine höchst erfreuliche Besserung in Ibsens gesundheitlichem Befinden yat es übrigens ermöglicht, daß ein nicht unbeträchtlicher Aeil der Korrespondenz unter des Dichters persönlicher Mitwirkuna gesichtet und für die Drucklegung vorbereitet werden konnte. Ibsens bekannte Delikatesse in Angelegenheiten des Mvaten Verkehrs und Meinungs- austausckres hat sich auch bei dieser Gelegenheit ui charakteristischer Art dahin gellend gemacht, daß er fernen Mitarbeitern die strikte Weisung erteilte, mit größter Peinlichkeit alle persönlich gearteten Einzelheiten aus den Briefen ausziunerzen damit feinerlei ftemde Gefühle verletzt würden — eine Maßregel, deren Befolgung den Hevausgebern ziveifellos manch böses Kopfzerbrechen verursacht haben dürfte, besonders wenn man sich die durchgehends temperamentvolle Tonart vergegenwärtigt, auf.die besonders die Briefe aus der Sturm- und Drangzeit des Dichters gestimmt zu sein pslegtmr.rmexu Monatsschrift für Gemjst und Geist. Herausgeber I. E. Freiherr v. GEhuß. Vierteljährlich (drei Helle) 4 Mk., einzelne Hefte 1,50 Mk. (Stuttgart, Greiner und Pfeiffer.) — Aus dem Inhalt des Augustbestes: Der Emanzi- patimtSkampf des deutschen Schauspielers. Von Heinrich Lindner. — Leben. Die frohe Botschaft eines armen Sünders. Don Peter Rosegger. (Fortsetzung.) — Goethes reltgiüfe Weltanschauung. Von Lh. AcheliS. — Der Mittag. Idylle von Henry Greville. — Neue Frauen-Lyrik. Von Dr. Max Friedrichs und Richard Zooz- mann. — Zwei Tote. (Wilhelm Jordan und Karl Weitbrecht.) Bon Fritz Lienhard. — Frauenkon-reß und Frau«rvewegung. Von Sfnmr a. .D. Krötschü?. — Die Weltausstellung in St. LouiS. Von Ernst v. Hesse-Wartegg. — Ludwig Feuerbach. Bon Dr. Otto Siebert-Fermersleben. — Bisinarck und die Bibel. Von Hans Priitz. — DeuMe Literatur und Wissen schäften Frankreich. — Gibt es eine Offenbarung? Bon Wilhelm Soltau und C. F. v. W — Tüi-mers Tagebuch: Konto Korruption. Optimismus oder Pessimismus ? Persönliches Regiment und polilisckse Bildung. Leben wir in einem Rechtsstaat? König Mammon. Ohm Paul f. —i Die 40. Trmkünstler-Versammlung. Von Wilhelm Matte. — Kunstbeilagen: Miß Haverfteld. Von Thom. Gainsborough. | Iie KroteftalionsLirche tu Speyer, n. Speyer, 31. August. Der große Festzug^ an welchem auch der Vertreter beS Kaisers, Prinz zu Sayn-Wittgenstein, die Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg und Reich i. L., Herzog Ernst von Meiningen und Graf Wedel als Vertreter für Weimar teilnahmen. langte um 10 Uhr vormittags vor der Protestationskirche an. Nach Begrüßung der Fürftlichteiten und des Regierungspräsidenten Neusser als Vertreter des Prinzregenten durch die Ausschu Mitglieder erfolgte die feierliche Uebergäbe des Schlüssels, der Einzug in die Kirche und die Weihe derselben durch Rat Decker. Die Festpredigt diell Oberhofprediger T. Dryander im Anschlüsse an Hebräer 10, 23 über „unsere religiösen, littlichen und kirchlichen Aufgaben". Um 12Uhr war die Einweihungsfeierlichkeit zu Ende, der sofort ein zweller Festgottesdienst folgte. Bei dem Festmahl verlas Regierungspräsident v. Neusser em Handschreiben des Prinzregenten von Bayern mit Ordens- und Titelauszeichnungen an das Feftkömllee in Speyer. Prinz von Sayn-Wittgenstein überbrachte Gruß und Dank des Kaisers. Oberkonsistorialrat Ney wurde der Kgl. Kronenorden dritter Klasse, dem Architekten Nordmann der Rote Adlerorden vierter Klasse verliehen. Eine länaere zündende Ansprache hielt der Regent deS oerz.gtums 5boburg-Gotha Erbprinz von Hohenlohe- Langenburg. Er sagte: „Wenn die deutschen Bundesfüftten zu der heutigen Feier ihre Vertreter entsandt haben, so wollten sie dadurch vor dem evangelischen Volke Deutschlands ihre feste Zugehörigkeit zu unserem teueren evangelischen Bekenntnis bekunden. .Muß doch ein deutsch fühlendes Herz höher schlagen in freudiger Begeisterung bei dem Bewußtsein, daß vor beinahe' 400 Jahren, in einem Zeitalter, in welchem das religiöse Leben unter dem Druck politischer Machtbestrebungen dancederlag, es dem deutschen Geiste beschieden war, für alle Mensch«: daL hellige. Recht zu erkäMen, frei von äußerem Zwange ihren Gott so zu suchen, wie es der tiefinnerliche Drang der Seele einem jeden gebietet. In diesem Geiste haben wir yor kurzem die deutschen Fürsten und freien Städte^ das Reichsoberhaupr an ihrer Spitze, die ersten Schritte zu einem engeren Zusammenschluß der evangelischen Landeskirche unternommen. Ein Anfang, aus welchem sich ein immer festeres Zusammenhallen entwickeln möge, ohne daß dadurch die Selbständigkeit der einzelnen Glieder gefährdet werde oder der religiöse Standpuntt unserer Konfession Angriffen ausgesetzt würde. Am heuttgrn Tage, wo wir die Erinnerung an treues, gemeinsames Einitehen für heiligste Güter in längst vergangener Zeit feiern, dürfen wir uns dankbar jenes Beweises der EinmüttAeit aus unseren Tagen freuen. Freilich, solange die menschliche Natur sich gleich bleibt, wird immer wieder die Verquickung religiöser Fragen mit politischen Machtfragen Mmpfe Hervorrufen, in denen jeder ernste Mann die Pflicht hat, Partei ;u ergreifen und furchtlos für das einzutreten, was chin das Heiligste ist. .Aber hoch erhaben über den Kampf der Parteien und Konfessionen ragt als pllen Christen gemeinsames Wahrzeichen das Kreuz auf Golgatha empor. Wie oft ist versucht worden, den Gekreuzigten unter Hohn und Schmähungen ans immer in seinem Felsengrab zu verschließen. Stets aufs neue i)t er erstanden und hat Millionen von Trost suchenden Menschen aller Zeiten, aller Länder, aller Stände, aller Konfessionen die Wundma^ gezeigt, aus welchen das göttliche Blut zum Heile der Menschheit dahingeflossen ist. Sein Geist hat unsere großen Manner bei ihren gewaltigen Taten gesehen. Im Aufblick zu ihm traten auf dem denkwürdigen Reichstage von 1529 die Fürsten und Städte zur Wwehr drohender Vergewaltigung zu- sammen. Der Gedanke an ihn begeisterte unser Volk in Zeiten höchster Not zu herrlichen Leistungen unvergleichlicher Kraft. Tenn überall, wo das überirdische Feuer selbstlosen Idealismus die Herzen unroiderstehlich ergreift, lebt, wenn auch dem Handelnden oft unbewußt, der Geist dessen, der viel verkannt und viel geschmäht in seiner wahren, unverfälschten Gestalt das Ideal echten Heldentums in sftl) vereinigt. Für das dentsck>e Volk, dessen innerstes Wesen von jeher den Trieb enthielt, die Schranken der engen Erdenwell zu durchbrechen, ist der immer erneute Sieg des Göttlichen eine Tatsache, welche den pefsimisttschen Zweifel jüngeren, ruhigeren Generation von Arbeiterführern werden. Weit mehr Gewicht ist indessen noch auf ein anderes, MM Teile mittelstandspvlitisches Moment M legen. Auf dem westlichen Europa ist es für den Arbeiter leichter möglich, als bei uns) in den Mittelstand hin* einzuwachsen. In Frankreich haben sich die Arbeitergymnasien als der beste Beförderer solcher Bemühungen erwiesen. Die große Zahl englischer Industrieller, die erst Arbeiter und dann Kleinunterneymtzr gewesen sind, verdanken die zu einer solchen Entwickelung erforderliche Bildung meistens dem Besuche der Arbeitergymnasien. Die Earnegie'schen Mbliotheksstiftungen erhalten ihre richtige Beleuchtung erst, wenn man bedenkt, daß sie überwiegend der Unterstützung solcher Anstalten dienen. Diese haben sich unzweifelhaft das Verdienst erworben, das Mfühl der Aussichtslosigkeit und Bedrückung in Arbeiterkreisen wesentlich zu verringern, und der Arbeiterschaft den Weg in einen neuen Mittelstand zu weisen) den wir in Deutschland sehr wohl brauchen können. In England gibt es fast keine Sozialdemokratie, in Frankreich trägt sie das unzweifelhafte Gepräge des kleinbürgerlichen Radikalismus. Der Staat hat die Arbeitergymnasien im Wesentlichen durch Gewährenlassen unterstützt, vereinzelt durch leihweise Ueberlassung von Gebäuden. Der Lehrkörper ist in Frankreich rneist freiwillig; in England, wo den Arbeitergymnasien sehr reichliche 'Geldmittel aus privaten Zuwendungen zur Verfügung stehen, halten die ersten Publizisten ihre Vorlesungen. In Australien sind die Lehrer meistens selbst ehemalige Arbeiter- ghmnasiasten. Denn in der Hauptsache handelt es sich nicht darum, Wissenschaft, sondern Gesichtspunkte und die Methoden wissenschaftlicher Arbeit sowie ihre Hllfsmittel mitzuteilen. Die Zulassung erfolgt auf Grund mündlicher Bewerbung vor einer Konunission. Mir der Zulassung ist die Gewährung eines ausreichenden Stipendiums verbunden. Manche Gymnasien bestreiten ihren Austvand größtenteils aus fteiwilligen Beiträgen der Arbeiter. Es ist ein sehr fruchtbares Stück sozialer Arbeit, das auf diese Weise geleistet wird, zumeist getragen vom Schwünge einer Idealismus und Realismus glückliche verbindenden Begeisterung. ES würde uns wundern, wenn bei der tatkräftigen Initiative, die sonst in sozialpolitischen Dingen bei uns herrsche nicht auch in Deutschland eine Bewegung zu Gunsten von Arbeitergymnasien sich durchsetzen sollte, wie sie sich ja trotz anfänglichen Kopfschüttelns auch für die Frauengymnasien durchgesetzt hat. Zwettes 184. Jahrgang Donnerstag 1. September 1904 Gietzener Anzeiger Feuilleton. — Maeterlinck über das moderne Drama. In einem neuesten Buche „Der doppelte Garten" (Verlag von Eugen Diederichs in Leidig), das eine Reihe sehr lesenswerter Essays über Tiere und Blumen und Menschen enthält, fprickfl Maeterlinck auch über das moderne Drama. Dieses besteht »nmer weniger in äußerer Handlung, immer mehr aus innerer Analyse. Die Tatsachen, die Stücken wie „ßear"t „stiomeo" und „Othello" zugrunde liegen, entsprechen den modernen Verhältnissen uiclü mehr, und die modernen Verhältnisse selbst sind weder abenteuerlich nock) poettsch. .Das neue Drama hat in Ermangelung der Packend spannenden Zufälligkeiten der Außenwelt sein Gebiet in der vertieften Psychologie gesehen. Jeder Konflikt entsteht nun aus einem Gegensatz zwischen Leidenschaft und Sittengesetz, Pflicht und Begierde. DaS moderne Drama nährt sich daher von moralischen Problemen. D-s beginnt mit Alexander von Dumas, der ganz elementare Fragen stellt, so elementare, daß ein wirklicher Moralist sie nie als „Fragen" betrachtet hätte. Am anderen Pole der dramatischen Well fteilich rücken Bjömson, Haupt' mann und Ibsen wirklich in unbekanntes Land vor. Jedoch flehen sie damit bereits am Ende ihrer Forschung; je tiefer man in daS menschliche Gewissen hinaysteigb, defw geringer wird die Zahl der Konflikte. Ibsens Briefwechsel. Dem „Literarischen Echo" wird au5 Christiania geschrieben: Eine vollständige ^luS- aabe von Ibsens Briefwechsel — die erste in ihrer Art — wird Don bc.it in Stockholm wohnenden Sohn des Sttllneisters in ?M')hi'fcung mit dem bekannten Literarhistoriker und Essayisten j»r( Naerup vorbereitet. Tie Sammlung wird neben bereits '^kannten Btftrfen vor allem auf Ibsens ältere Korrespondenz -i <*'greifen, auf die Jahre feinet Nlli-nchener Aufenthalts, gnö in. b.’n bi-r rastlosen Fürsorge der HerausKe!All ein un* i i i । ballige) literarhistorisch wie biographisch gleich fesseln :Ui'(.krial ;njammengelragen worden ist. Tie Veröffentlichung jüi mi Spätherbst zu erwarten fein; gleichzeitig mit der nrn-ch scheit Ausgabe, dir Ibsens langjähriger Verleger Gylden- Gießen, am 31. August 1904. döcfr.: Die Feier deS SedaniageS. Die Großh. Kreisschulkommisswn Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie hierdurch, uns bis zum 15. Sep. tcm&er lf. Js. zu berichten, ob die Feier des SedantaqeS in den Ihnen unterstellten Schulen gemSß den Bestimmungen des AusschrerbenS der vormaligen Großherzoglichen Oberstudiendirektion vom 26. August 1872 am Festtage selbst stattgefunden hat. Zu Ihrer Information lassm wir das Ausschreiben hierunter wörtlich folgen. I. B-: Dr. Wagner. Zu Nr. O. St. D. 6147. Darmstadt, am 26. August 1872. Betr.: Feier des 2. Septembers in den öffentlichen Schulen des Großherzogtums. Die Großherzogl. Oberstudien-Direktion an die Grokherzoglicheu Direktionen der Gymnasien, Realschulen und Schullehrer, Seminarien, sowie an die KreiS-Schulkommissioueu. Großherzogliches Ministerium beS Innern hat aus unseren Anttag genehmigt, daß am 2. September eine der Bedeutung dieses Tages entsprechende Schulfeier veranstaltet werde, bei welcher, unter Aussetzung der Lettionen, geschichtliche Erzählungen oder Vorträge über den Anlaß und den Verlauf des jüngsten 5ftiegs, daS Singen vaterländischer Lieder unb, wenn tunlich, gemeinsame Ausflüge unb Spiele im Freien bte wesentlichsten Bestanbterle sein bürsten, im Uebrigen aber die Anorbnung im Einzelnen Ihrem Ermessen anheim gestellt bleibt tmb namentlich etwa die Verbindung mit einer kirchlichen Feier von der Vereinbarung mit der kirchlichen Behörde abhängen wird, in welchem Bezug wir mit Großh. Oberkonststorium in Benehmen treten werden. F. d. A.: de Beauclair. Polttische Tagesschau. Arbeiter^öymu asten. Mau schreibt uns von geschätzter Sette: Es ist ein in den Sprachschatz der Nation überge- gcmgener Satz, daß der Schulmeister die Schlacht bei Mniggrätz gewonnen habe. Die Siege in den wellwirt- ichafiAchM Kämpfen verdanken wir ebenfalls der guten Schulbildung. Die Rolle hingegen, welche die Gelegenhett, eilte gute, über den tzerrunftsstand binausgehende Ausbildung zu erhallen, tn den sozialen Anseinandersetzungen jpieft ist noch nicht genügend in Deutschland gewürdigt worden. Andere Länder, die sozLalpolitsich wett Hütter uns zurückgeblieben find, haben sich lediglich durch den gesuuben Menschenverstand zu einer richtigeren Beurteilung führen lassen. Mr haben die Schule Vielzusehr als soztales Kampfmittel aufgesaßt, und zu einseittg an Volksschule und Fortbildungsunterricht gedacht: auch ist man zu einseittg von dem an sich gerechtferttgten Gesichtspunkte beherrscht gewesen, die Weiterbttdung obligatorisch zu machen. In diesem Rahmen haben Arbeitergymnasien, deren Besuch frei sein muß, ebenso wie die Wahl des Lernstoffes ziemlich frei gelassen werden muß, bisher keinen rechten Platz finden könrren. Das ist m einer Zett steigender sozialer Gereiztheit zu bedauern. Richttg geleitete Ar- bettergymnasien, die sich natürlich, weit mehr der realistischen als der humanistischen Blldung zuzuweuden haben, können für eine tiefere, sachlichere und also and) ruhigere Beurteilung unserer wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Arbeiterkreisen den größten Nutzen stiften. Sie können es sttmsomehr, als sich in anderen Ländern gezeigt hat, daß diese Anstallen die Bildungsstätten einer au uw cm 3uTunit nid* üuffomnttn lassen füllte Unser Kaiser Vut babcv büxs innerste Öebenßbebürfnia unseres Botrcs klar er- tdmtt, nx.ut er, unbekümmert um Missdeutungen, sich offen auS- olen sich Zeiten, wo -.V^enschen die Redensarten nicht mehr draucheri, sondern die Stimme twB Etingen im furd tbdivn Eni st zu.edler Lat ruft. Wenn Mir in solchem enlsäwidenden Augenblicke unsere Pflicht treu erfüllen, neu gegen und selbst und unseren CtoU, dann wird er uns würdigen, zum Segen für die Menschheit die höchsten zkulturaufgaben zu lösen, und nnr »»erden unverzagt das herrliche Wort sprechen hülfen: Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und ©affe. (Lang anhaltender Beifall.) Darauf gab der Erbprinz v o n R e u st j. L. seiner grosten Freude übet den Verlauf des Protcstationsftstes Ausdruck. Er bekenne ftdi voll zu der E^esinnung seiner Väter, die unter den ersten deutschen Fürsten in ihrem Landesgebiete die Reformation zur Durchführung gebracht hätten. ES nmitw »»eiter noch eine große Zahl Reden, besonders von herDorrageudcn Vertretern der Theowgie. gehalten und mehrere GlÜckwunfidtelegr^nnnre verlesen. .Aus d^is Lelegremm der Festversammlung tarn von dem Kaiser folgende A n l w o r t: S. M. der Kuscr und König haben allergnädigst sich über treue Gcdeiiken der am Vorabend des Weihelages der dortigen GedächtniÄirche der Prvtestation vereint genesenen Festvcrsamm- Timg sehr gefreut und lassen allen Beteiligten für die freundliche Kundgebung bestens danken. Seine Maiestät nehmen an der glücklichen Vollendung des hehren Werkes lebhaften ÄMeil und ivün- nfen, daß die heutige Feier einen guten Verlauf nehme und das neue Gotteshaus als Stätte treuen evangelisckren Bekennt- -iffeS ber evangelischen Kirche zu in Seaen gereichen möge. Auf allerhöchsten Befehl v. Lucanus. ♦ Aus Stadt und Land. Ätest en, den 1. September 1904. Sprechstunden der Redaktion: mittags von 12—1 Uhr, abends von »/,7—i/2e Uhr. — Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Grostherzog VrxV/n All^nädigst geruht, am 26. August den Pfandmeister - i ic:r. ’Jiü -suchen unter Anerkennung semec langjährigen ler kn Dienste nut Wirkung vom 27. Augml IN den > ij zu versetzen uno ihm ine Krone zum Silbernen Ferst fünfzig Jahre lang ist, in großer Stille, an der ßorfceqevnutg und der Ausführung d' ^hn umgeben He ^obannes und Paulus, sonne in den äußeren Fenstern Reiorrnm-renpa-re Luchei,Mel-mchth°n und ^tngIi.Ga titm ÄnS j«n Rnndtenstern in den Pässen über den koh^n 3.«^ ,k, r (■# t J .Sie tragen die 36181 Sfinber ün 4 Lebens- imrre. .Zwar wehrte der Kauer dem Borschlaae Wräe 'eine (inget ", doch die Katsrrm fand be: r^ntm rrtwrnb * uS ■ lieb Mütterck/.n stcgte auch im Kaiserhause/' nzeno, uno Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. ** Von der Internationalen Postwertzeichen- AuSsteNung in Berlin tvird uns geschrieben: Die Preisrichter erteilten u. a. die große goldene Medaille Herrn Georg Koch, Gießen (Madaille des Internationalen Post- tvertzeichen-HändlervereinS), die goldene Medaille der Frau SanltätSrat Dr. Herxheimer, Frankfurt a. M. (Medaille deö Briefmarkensammler-Klub ^PreußenSilberne QJlebaiÜcn wurden zuerkannt: Herrn Geh. SanitätSrat Dr. Emil Pfeiffer, Wiesbaden (Medaille des Germania-RingeS, Berlin und Medaille des Berliner Ganzsachensammler-VereiuS), die bronzene Medaille Herrn D. Schneider-Darmstadt. — O b e r l) e s s e n unter a ru e r i k a n i s ch e m G e s i ch t S- wi nkel. „From Broom to Heather, aSummei’ in a German Castle6 ist der Titel eineß stattlichen, reich mit Illustrationen versehenen GoldschnittbandeS, der kürzlich in der amerikanischen Stadt Cincinnati erschienen ist und str uns in Oberhefsen besonderes Interesse hat, da Schloß und Städtchen Staufenberg bei Lollar in erster Linie den Stoff zu dem Bliche geliefert haben. Verdeutscht bieße der Titel des Buches /Boni Ginster zur Erica, ein Sommer in einem deutschen Schlöffe^. Der Verfaffer, James Taft Hatfield, bat den Sommer 1903 in Staufenberg zu feiner Erholung zugebracht. 9llS er dort eintraf, blühte der Ginster, als er Abschied nahm, war die Haide mit blühender Erica übersäet, daher der etwas seltsame Titel des Buches, das wohl daß erste in englischer Sprache ist, baß sich mit unserem Oberhessen beschäftigt. ES ist geschmückt mit einer sehr großen Anzahl von Illustrationen. Wir sehen da zunächst eine reiche Fülle von Abbildungen auS Staufenberg und Umgegend, baß Stadttor, die Hauptstraße von Staufenberg, einzelne Teile deß Schloffeß, ferner charakteristische Bildchen von der Tätigkeit der Bevölkerung deß LandstädtchenS, dann ein Bildnis des Großherzogs ic. Hatfield besuchte auch fleißig die Nachbarschaft und bereicherte sein Buch durch Beschreibungen und Abbildungen des Inneren der alten malerischen Kirche zu Kirchberg bei Lollar, der Orte Mainzlar, Salzböden, Salzschlirf, Grünberg, Wermertshausen und RüddingShausen. Er machte auch einen Abstecher nach Berlin und einen solchen nach der alten, architektonisch so merkwürdigen und schönen Stadt Rothenburg a. T. Eins der 10 Kapitel des amüsanten Buches behandelt Leben und Sitten in Heffen, unb hier macht er dem hessischen Novellisten Alfred Boek in Gießen ein Kompliment. Er schildert hier ferner die fleißigen Erntearbeiten, die ansehnliche Vieh- und Geflügelzucht, die handwerkliche Tätigkeit der ländlichen Bevölkerung, entwirft ein Bild von dem Unterricht in den Dorfschulen rc. Man sieht, daß Buch beschäftigt sich sehr eingehend mit unserem Ober- heffen und legt ein sehr bemerkenswertes Zeugnis ab von dem Jntereffe, daß man in Amerika den einzelnen Gauen unseres deutschen Vaterlandes entgegenbringt und von der Achtung der Amerikaner vor deutscher Arbeit und deutscher LebenSgewohnheit im Kleinen. ** Für eifrige Zeitungsleser von Jntereffe ist daß Erscheinen eines SammelbucheS von Zeitungsausschnitten. Der stattliche, hübsch gebundene Band in Cuartfonnal enthält 288 Seiten zum Einkleben von Zeitungsnotizen. Mittellungen in Zeitungen von speziellem bleibendem Werte, also z. B. solche auS den Gebieten der Gesundheitspflege, deß Handels und Verkehrs, der Industrie und Technik, der Kunst und Wiffenschaft, des Theaters oder der Musik rc. rc., sowie Biographien und Porträts finden in diesem Sammelbuche die geeignetste Stätte als nie versagende Orientierungsquelle in allen Lebenslagen. Daß Sammelbuch ermöglicht eß jedermann, sich einen Schatz von dauerndem Werte zu schaffen. EL ist dazu bestimmt, ein Nachschlagebuch für den täglichen praktischen Gebrauch zu werden. Der Preis des im Evidentia- Derlage zu Groß-Lichterselde bei Berlin erschienenen BucheS ist nur 50 Psg. ** ötne quälende Frage. Im Mainzer Anzeiger hat der Duchdruckerkobold dieser Tage einen hübschen Salat angerichtet. Ta berichtet eine „vermischte Notiz" über Juwelen-Diebstähle in der NewyorLer Gesellschaft, und zuvr Schluß heißt eß: „Eine furchtbare Unruhe lief durch die festlich und heiter gekleidete Menge, die eben doch so lustig gelacht, geistreich geplaudert. All die Vergnüglitt)- keit hörte auf, jeder sah mißtrauisch auf den andern, und in all den angstvollen Blicken las man die quälende Frage: „Weshalb essen wir keine Insekten'?" — So gehts, wenn der Schluß einer Notiz fortfüllt und die Ueberschrist des nächsten Artikels sich dicht an die verstümmelte Stelle anreiht. am. Salzbö den, 31. Aug. Nachdem die Vereinöfeste nun so ziemlich ihren Abschluß gefunden haben, ist die Zeit der Kirchweihfeste herangekommen. Ailch unser Dörfchen rüstet sich, nächsten Sonntag nach altem Brauch und Sitte seine Kirmes zu feiern. Unb ein Fest ist eß auch fürs Dorf, wenn bie sonstige Stille unseres Dörfchens schon früh morgens burch bie lustigen Weisen bet Musikanten abgelöst wirb. Es ist eben nur einmal Kirmes im Jahr unb barum freut sich jung und alt an diesem Tage. R. B. Darmstadt, 31. Aug. Auf Wunsch der Kaiserin von Rußland war bekanntlich der Reinertrag von rd. 30 000 Mk. aus dem Anfang Juni d. I. zum Besten der russischen Verwundeten veranstalteten Bazar im alten Palais für die Schaffung eines vollständig ausgerüsteten Lazarettzuges bestimmt worden. Dieser ist inzwischen, wie wir schon meldeten, von der Wagensabrik Gebt. Hofmann in Offenbach angefertigt und ün Alten Palais ausgestellt worden, wo er heute vormittag von Sr. Kgl. 8)oheit dem Großherzog in ein- gehendster Weise vesichtigt wurde. Der Lazarettzug besteht im Ganzen aus 22 Wagen, 10 Zweirädrigen^ die mit Federn versehen sind unb Je zwei praktisch konstruierte Tragbahren zum Einschieben enthalten, 4 Jnstrumenten- Wagen, die auch in solidester Weise eingerichtete Apotheken, Veribandsmaterial usw. enthaltkn und acht Wagen Mr beii Transport des Lchzarettaepacks. Zu dem Lazarettzug gehören ferner zwei große Zelte aus döppeltem, imprägnierten Segeltuch mit ca. 280 Quadratmeter Bodcnslächk, welche Raum für 22 Krankenbetten bieten, und mit Koch- und Heizöfin vevsehen sind. Ein ettvas kleineres ZeÜ und zwei offene Verbands- rosp. -Operafionszelte vervollständigen die Lazaretteinrichtung. Die Zelle (bie von der ,',inna Fröhlich und Wolf m Kassel geliefert wurden) und bie Wagen nagen in russischen Lettern die Aufschrift: „l^roßherzoglich hissi' hes Feldlazandcs bcutfdKr Barbicr-ZnnnugeN, Pfeffer-Berlin, unter Vorübung folgender Rciolution WflrflnbcU; — *’ {J-J1"°" fr-Tb h ;nt^ ^tOUS. '.«n •t 7^.na9e^r )0ll9Ä 'tr> jL naaL 14. beml ^5* Utto. e ^Qlotti,, °^en tourb? ’^aftet ^uttnbeg von weit QrQn die Be, L;4 verdient, ..'EHe Ho»! Abzug J^abL $un in. -chner Oft mthnlwX 4ulw^cn ^NNüMtz^ 5*" ®«meuibt. *b«ütm^en ^ncnziat, unb ^W’jioQlibe tarholljchen 1 “u’-< 10. als ^5 behauptet t^ha Rechner dLM 12Q0t '^onk angeblich 1 Dü'lärpension rum Recht) ran 85 Jahren Ma. L grei. e -u Jestädi ? kurheffischet cmimng an Hessen imb ■*- Lor ^2Mgr M : txbelm er per'ömich b rjem, bete tkieg SzTüßen i von Eschwetz' guttBTi ecw: yn schon t l der sehr jL ?!^chüs! bti fc- ^dtr herrl« deutsche Jnnungs- und Handwerkettag spricht Reichsregiwung in Sachen einer vbli- Invalidenversicherung den dringend aus- *** solbitändigen Handwerker ein größeres (n S empfiehlt den Handwerkerverbänden, erm2d^?ft rerchsgesetzllche Regelung dieser Materie nicht zu Meliert auf privatem Wege die so notwendige zu^erchrn^sn^^"' Lnvalrbttät- und HinteMiebenenversorgung die ^^^^T?Ee^erg.(Schles.) Es ist eine Tatsache, daß Ar ban Posadowsky in der Frage 1 (11 8 im Widerspruch steht mit Sf™Sffi,? k liex ^lhelms L und mit den Ansichten standen $etöln aIte Staatsbürger gleich nahe ElMetzt baben (9^^eüt unvergängliches Denk- D/DejDarllm rufe er: Fort mit der jetzt toftdT mtohnh sm? J?e*^.,e,Fue< -i>ie uns Millionen S™ ^lL^|Cn^Kütlonen könnten menschliche Denk- E« geschahen weü>en m Form von F e i e r a b e n d h -t n s e r n UXrYxa.ye ^0 andwer ker. (Lebhafter Beifall'» , , (S u 1 er - ®en3bng: Wir vandwerker wollen selbfiandige «tnatsbürger bleiben, unb desA müssen ^u.a‘$Äl(Äbc ?1le s°lHe VmiHernn« E von S au* bie t » “fe 5?? um deswillen abweisen, well I) r Beamten, die Prrvatbeamten, die Kaufleute die 2U^?ttfä&üTtota™6 fCine B-Kchernng gegen Alter' und ÄHta^tUnfPfiS^T,tÖnn“' ?umit kommen mir in den ans Nm MÄrt unb es fefitt dann nur noch, ? ? oroße Bebelsche Erbsento Vf aufgestellt rmrd, aus dem ieder seine täalicbe Rate rmse.) Nachdem rch seit langen e^en eingetreteu bin, Mill ich nicht in meinem Mttt ans dir Obermeister ME er-Dortmund bittet, folgender Entschließ- aS^“: deutsche Jnnungs- und Handwettettag beschlreßt. I. erne Zwangsv erlicherung für das selb- ftändtge Handwerk fettens des Staates lehnen wir a an7 eLt-^ici>ennb’ '^brfall und Widerspruch.) 2. Ettre Selbst^ Versicherung.wollen wir eventuell vollkommen selbständig in tüe M^ -leiten, wenn die von uns geforderten Vorbedingungen erfüllt sind." Wenn em Redner vorher gegen die Denkmalsepidemie gesprochen habe, so wolle er doch um eine Ausnahme bitten. Ein Grab nuilfe emlt ein ganz besonders schönes Denkmal erhalten das nämlich, auf dem erngemeißelt stehen sollte: Hier liegt die unMchelme Gewerbefreiheit begraben! (Stürmischer Beifall.) Die Versammlung .nahm darauf den Antrag Möller unter Ablehnung ^der von dem Referenten vorgelegten Resolution einstimmig an. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Gründung des Mittelstandsbundes. Der erste Referent hierzu war der Obermeister der Berliner Tischleriunung-Ru Hardt-Berlin. Das deutsche Handwerk, so führte er aus, befinde sich in dieser Stunde in der Lage eines Kaufmanns, der seine Bücher abschließt und durch einen Revisor stststellen lasse, weshalb sein Geschäft fortwährend zurückgehe. Man befinde sich im allseitigen Einverständnis darüber, daß in erster Linie die Regierung, dann die Volksvertretung und schließlich die Handwerker selbst für den Rückgang des Gewerbes ver- antwvrllich zu machen seien. Wir haben in den letzten Jahrzehnten eine Krankenversicherung erhalten, zu der wir ein Drittel der Kosten beitragen, trotzdem aber ruhig zusehen müssen, daß die Krankenkassen einen Unterschlupf für sozialdemokratische Agitatoren bilden. Wir haben ferner die Jnvalidengesetze erhallen, zu denen wir die HÄfte der Kosten beitragen. Von welchen Ge- sinnumgen die Verwaltung dieser Versicherung beseelt ist, will ich lieber gar nicht sagen. Tlossen werden sollen, die die Forderungen des gesamten deutschen MttelstandeS naä-drücklichst zur Verwirklichung zu bringen haben." m Ter zweite Referent war der Düraervorsteher Baumeister Küster- Hannover. Er stellt folgende Forderungen auf: Regelung des SubmiffionsWest'nS, Sicherung der Forderungen der Bauhand- h ;r!er, ^Beseitigung der durch die Gefängnis- und ZudsthauS- arbeiten ben ftlbständvgest Handioerkern b reiteten Konkurs Ävfchasfung der Institution der Oekonvmiehandwerker, Heran- iü hung der Großbetriebe zu den Kosten für die Fachschulen und die sonstige Ausbildung der Lehrlinge, sowie für die Arbetttz- nadyiurife bet Innungen, Lehren darj nur derjenige, der ordnungö- gemäß gelernt und den Meistertitel ertvorben hat, gercdjtcre Ver- lejlung der burdj- die Zkranken-, ItwalidllätS- und Unfnllversidier uugsgesetzgebung entstehendeil Lasten. .Abschluß guter Ham vertrüge für den deutschen Mittelstand mrd Sdmtz der nationalen Arbeit. 0 lliischränkmrg der übermäßigen Koalitionsfreiheit unb Desetttgmkg Mi zum groben Unfug ausgearteten Streikposten- stehens, sowie der Verrufserklärung von Werkstätten und Betrieben, Aenderung .des § 34 des Unfallversicherungsgesetzes (Ansammlung eines Reservefonds von 650 Millionen), Beseitigung der Auswüchse der Konsum- und Rabatt-Sparvereine, (Anführung einer wirksamen Wareuhanssteuer. An der Debatte über die vorgelegte Resolution und die beiden Referate beteiligten sich 17 Redner in .zustimmendem Sinne. Bvbbe - Köln meint, daß alle Parteien bei dem Gedanken an die neue Gründung zitterten unb sie hatten auch allen Anlaß dazu. Ebenso sollte die Brest e erkennen lernen, daß sich etwas Neues, Großes anbahne, das vielleicht noch einmal die Sozialdemokratie ablösen werde. Tenn es sei doch keine Frage, daß.von den brrei Millionen sozialdemokratischer Stimmen über die Hälf te nur mit den heutigen Verhältnissen unzufriedene Mittelstands stimmen seien. .Hierauf nnwbe die Resolution mit allen gegen eine Stimme angenommen. Es folgt dann eine Besprechung der Arbeitslosenversicherung. Ter Referent, Obermeister Heinrich von der Berliner Schlosser-Innung, bittet, folgendem Anträge zuzustimmen: „Die zum Jnnnngs- und Handwerkertag vevsammelten deutschen Handwerker sind von der Notwendigkeit einer ausreichenden Fürsorge für .die Arbeiter durchdrungen. Tie Anwesenden sind jedoch der übereinstimmenden Ansicht, daß das deutsche Gewerbe bereits so große Opfer für das Wohl seiner Arbetter bringt, daß es an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angekommen ist, und gegen wettere chm zugemutete Opfer im Interesse seiner Selbft- erhattung und Konkurrenzsähigkett auf das allerentschiedenste Stellung nchmen muß. .Sollte die Königliche Staatsregierung trotz einer Arbettslosenversicherung entgegenstehenden gewichtigen Gründen an eine Verwirklichung dieser Versicherung. herantreten, so müßten die Kosten dieser Versicherung der Gesamthett der Staatsbürger und nicht nur den Gewerbetreibenden auferlegt werden." In der Debatte Mvde u. xa. geltend gemacht, haß die Ar- beitslosenv erficherung eine Prämie aus die Faulheit gewisser .Arbeiterkate gor ien daistelle. — Abg. Pauli führte aus, daß bei einer weiteren Belastung von Industrie unb Handwerk mit solchen Versicherungen die Leistungs- unb die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande gefährdet werde. . Hierauf wurde die Resolution, durch einen Zusatz des Abg. Pcmli mch erheblich verschärft, .einstimmig angenommen. Gegen die Konkurrenz des Militärs unb der Gefängnisinsassen wandte sich Obermeister Pfeffer-Berlin, .indem er folgende Resolution in Vorschlag brachte: „Bei bem freunblidjen Entgegenkommen, .welches der Kriegs- Minister ben Verhältnissen be> Handwerks gezeigt hat, ersucht der Allgemeine deutsche Innung^- und Handwerkertag die Innungen und handwerNichen Verbände, etwaigen Mißständen bei den Militärarbeiten ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und etwaige Mängel und Beschwerden zur Kenntnis des hohen Kriegsministeriums gelangen -u lassen." Sowohl dep Referent als auch Obermeister Möller- Dortmund und Malermeister Kruse-Berlin brachten eine Anzahl Fälle zur Sprache, in denen speziell dem Barbier-, Maler- und dem Schneidergewerbe arge Schädigungen durch diese Konkurrenz,zn- gefügt worden sind. Besonderv der letztere Redner betonte, daß in dieser Sache mit Bitten bisher absolut nichts erreicht sei. Man habe eben heute keine Zeit für das Handwerk, nicht einmal für seine Kongresse. .(Beifall.) Wenn es sich um Automobil- veranstaltungen handeft, sind gleich fünf Minister da! (Stürmischer Beifall.) Für uns hat mau nicht einen einzigen Regierungsrat übrig. Tas Handwerk wird eben auch erst einmal mit dem Automobil kommen müssen, dann wird es vielleicht besser. ^Lebhafter Beifalls Er stehe aus dem StandMnkte, daß jetzt die Zeit der hochachtungsvollen Ergebenheit vorüber sei. Er empfehle folgenden Anttag: „Ter Allgenreine deutsche jnnnngs- und Handwerkettag nimmt mit Bedauern davon Kenntnis, daß trotz der vielen Petttionen und Bttten der Handwerksmeister bis zur Zett die Konkurrenz der aktiven Mllitärpersonen und Gefängnisinsassen nicht aufgehört hat und erwartet vom Kgl. Kriegsministerium und dem Justizminister, daß diese daS Handwerk so sdMer sd)ädigende Tätigkett den Soldaten unb Gefangenen verboten wird." (Stürm. Beifall.) Die Resolution wird .einstimmig angenommen. Danach begründete Baugewerksmeister Burkhardt-Gotha noch folgenden, den Befähigungsnachweis im Baugewerbe forbernbeu Anttag: „Der Allgemeine deutsche Jnnungs- und Handwerkertag erachtet die gesetzliche Einführung des obligatorischen Befiähigungs- nad-weises für die Baugewerbe als eine Notwendigkeit, welche keinen längeren Aufschub mehr duldet, denn die Zahl derjenigen Personen, welche ein Bauhaudüverk felbständig betreiben und dasselbe niclst ober doch nur ungenügend erlernt haben, mefjrt sich von Jahr zu Jahr. .Es werben die Gefahren für Leben und Gesmüchett ber an Bauten beschäftigten Arbeiter unb der Bewohner ber Bauwerke 'durch die waästende Zahl der ungenügend vorgebildeten selbständigen Bauhandwerker neuerdings auch in Kleinstädten unb auf dem flachen Lande stark vermehrt und von ben in Bauwerken angelegten Kapitalvermögen gehen immer größere Summen durch Leute verloren, welck-e ein Baugewerbe betreiben, ohne sich die nötigen Vorkenntnisse ungeeignet zu haben. Auch dieser Antrag gelangte in der Form zur Annahme, daß der BefähigungänadMeis für das ganze Hanbwerk verlangt toirb. SchließlÄ gelangen noch folgende Anträge zur Annahme: Der Allgemeine deutsche Jnnungs- und Handwerkertag spricht sein "Bedauern aus, daß in der Gewerbeordnungsnovelle vom 26 Juli 1897 die obligatorische Gehttsenpruftmg. beseitigt ist und ernpftehll aus erziehlichen Gründen unb ün Interesse einer sozialen Besserstellung des Handwerks dringend die Wiedereinführung per oMigatorÄn Gehilfeiiprufung unmittelbar nach erfolgter Beendigung per Kehrzeit." In der Erwägung: 1. Daß durch die bisher gemachten Er- fabrunacn die Mitverwaltung ber Arbeitgeber bei ben Ortskrankenkassen dadurch vielfach illusornsch gemacht worbet ist, daß die sozialdemottatische Pattei es verstanden hat, als Arbertnehmer nur Angehörige ihrer polift chen Uche^eugung m ine Verwaltung tottimÄara, lixldje gnintifäytd) di° Stemungen der Arbeit- mbö 5 infolge ihrer Uebcrmricht im SttmmenverhLÜnis^nieder- stimmen und infolgedessen erwiesenermaßen durch viele Kranken- kasseilvettvaltungen ber Iozialbemottatisd)en durteiagitation Vor- fdiib aeleiftet wird. 2. Durd) ine Jnnungs-Kvankentassen vielfach ein verhältnismäßig -Ocdeihliches ^or)^^ ^^^,^eiftcr unb fest«® jmä sssre Allgemeine deutsche Jnnungs- unb Handwerckettag allen Innungen, soiveit sie eine genügende ÄnzaW versid)enlngspflid)ttger Personen besduäftigen, .Jnnmigskrankenkassen der im § 73 des Kranken- versidiernngsgesetzes bezeichneten Lltt zu errichten. Der Jnnungs- und Handtverkettag, erwartet, daß alle vorgesetzten Behörden den Besttebungen der Innungen, WJW von ihrem, ihnen burd) die Gesetzgebung gegebenen Rechte, ^nnungsttankenkassen zu gründen, Gebrauch mackx'N wolleii, eifrigste Förderung unb Unterstützung angobeiben lassen werben ^Der Jnnungs- und Handwerkertag ersudst ferner bcu Vorstand des Zentralausschusses vereinigter Jnnungsverbände TeutMands, Sdi-ritte zu tun, daß eine Gesetzesänderung erwirkt wirb, dal)ingehend, daß auch den Jnnungs- beschlässen das Recht gegeben werbe, geeignetenfalls gemeinsame htranlenMen im Sinne des 8 73 des Zlrankeiiversidierungsgesetzes Är die den Aussdstissen angehörenden Jnnmigeii errichten zu „Der Mgenleine deutsche Jnnnngs- unb Handwerkettag erklärt eine anderweitige Regelung deS § lOQqu ber Getoerbeord- nung für eine unumgänglid'C Notwendigkeit für bas Barbier- uitb Friseurgewerbe, weil die gegenwärtige Form des Gesetzes eine weitere Entwicklung der Zwangsinnnngen erheblich gefährdet. Der Handiverkertag Mt leben Aeißbranch dieser Abänderung für auSgeschlolsen, wenn bet PretSsestsetzungen Zweidrittekmehrhett mrd Zustimmung der oberen Verwaltungsbehörde vorgeschrieben würde," Damtt erreichten die Berhanblungen ihr Ende. 6. Internationaler Tabakarbeiterkougretz. IL . Amsterdam, 31. August Spater wurde die Debatte 'über den Anttag der deutschen Delegation auf Revision der Statuten fortgesetzt. Cooper-England spricht ben deutschen Tabakarbettern das Recht ab, die von ihnen geleisteten Unterstützungen an ausländische Verbände so stark hervorzuheben. Auch für sie habe vor nrcht allzu langer Zett v. Kim in England Hilfe erbeten unb erhallen. Zudem^ setze der englische Verband die sehr zahlreich zureisenden deutschen Kollegen sofort in das volle Anrecht auf die hohen Unterstützungen ein. Ter deutsche Vertrauensmann Junge versichert bemgegenüber, baß er unb seine Freunde nie daran gedacht hätten, einer anderen Nation einen Vorwurf zu machen. Der Sitz bes internationalen Sekretärs könne durckMus Antwerpen blechen, nur müsse der Sekretär ber Kontrolle des internationalen Verbandes und nicht der der Organisatchn in Antwerpen unterstehen, und er müsse eine kräftigere Jnitiatche entfallen. Nach weiteren Protesten gegen die Ausführungen der deutschen Delegation fettens Hollands und Schwedeiis, puf die Deichmann antwortet, wirb der deutsche Antrag auf Einsetzung einer Statutenkommission einftimmig angenommen. Sie soll die in der Diskussion geäußerten Wünsche berücksichtigen. Die Kommisswn legte ben neuen Statutenentwurf vor. Danach soll der wesentlichste Zweck des Internationalen Verbandes der Tabakarbetter" das Sammeln unb Veröffentlichen von Material über die soziale unb ökonomische Lage der Tabakarbeiter sein; Stteikunterstützung soll gewährt werben, wenn zwei Drittel der Vertrauensmänner zustimmen. Nachdem so ber Bericht des Sekretariats erledigt war, folgten die Berichte der einzelnen Natiorren. Die deutsche Tabakinduftrie. Deichmann-Deutschland verwies darauf, daß nach der Berufszählung von 1895 die deutsche Tabakindustrie 104 470 „organi* sationsfähige" Arbetter, darunter 61686 Frauen, zähll. Davon find im deutschen Labakarbeiterverband in 343 Filialen 18 271. darunter 6855 Frauen, organisiert. Mit den Sortierern zusammen sind das 19 Prozent der Fachgenossen. Tie Lohne für Handarbeit schwanken zwischen 5,80 Mk. .unb 40 Mk. pro Tausend, die für Formarbeit zwischen 2,70 Mk. und 21 Mk. Ter vom Verbände geforberte Minimallohn von 8 Mk. Joirb bereits in 531 Fabriken gezahlt. Die Arbettszett beträgt in den Fabriken 8 bis 12 Stunden täglich, in der Hausindustrie nach Stichtwcben in Bremen oft 16 Stunden unb darüber. Alle diese Zahlen bat die Organisation durch eine Enquete erhallen, deren Resultate sie in einer aufsehenerregenden Broschüre veröffentlicht bat. Ter Kassenbestand des Verbandes beträgt 120 000 Mk. ,Die politische Aktion hat der deutschen Arbetterllasse große Vottette gebracht. Tie Heimarbett und die große Ausbrettung der Zigarrenindustrie auch über das flache Land sind Hindernisse für die Ausbrettung der Organisation, die deshalb ihre polttische Tätigkeit in erster Linie auf die Besettigung der Heimarbett richtet. Nach Erledigung der Berichte faßte der Kongreß über die eingelaufenen Anträge Beschluß. Zur internationalen Krankenversicherung wurde eine Resolution angenommen, die in ben Ländern, in denen die Krankendersicherung nicht staatlich 'ist, .internationale Konventionen ber Gewerkschaften verlangt. In ber Lehrlingsfrage konnte trotz längerer Debatte eine Einigung nicht erzielt werden; besonders die Trntschen widersprachen einer Beschlußfassung, da die Organisationen noch zu schwach feien, um auf diesem Gebiete etwas M erreichen. Nach ihrem Wunsche wurde von der Annahme einer Resolution abgesehen unb der Sekretär beauftragt, dem nächsten Kongreß Material zur Beurteilung dieser Frage zu unterbreiten. Gegen die Heimarbeit faßte ber Kongreß nach einem Referat von Heising-Deutschland einstimmig eine Resolution, die ihr allgemeines unbedingtes Verbot in allen Ländern fordert Auf Antrag ber Belgier präzisiert ber Kongreß seine Stellung zur politischen Aktion: Ter 6. .internationale Zrgarrenarbetterkongreß kann nicht verlangen, daß" die Zigarren- und Tabakarbeiter sich einer bestimmten politischen Partei anschließen sollen, .aber der Kongreß ist überzeugt, daß neben der gewerkschaftlichen auch die polttische Aktion unb zwar die bewährte sozialdemottatische Polttik notwendig ist Er fordert darum alle Fachgenossen auf, an ber politischen Bewegung teilzunehmen, unb stellt fest, baß nur die gewerkschaftliche unb polttische Aktion die Mittel zur Verbesserung ber Lwens- lage der Arbeiter wie zur enbgiltigen Befreiung des Proletariats seien. .Nachdem diese von Teichmann-Bremen mrd Börner-Berlin formulierte Resolutton einstimmig angenommen war, wurde bestimmt, daß ber nächste Tabakcubetterkongreß zurzeit und am Ott des nächsten internationalen Soziallstenkoimresses abgehalten werden solle. Nach ben Üblichen Dank- unb Abschiedsreden wurden dann die Verhandlungen geschlossen. vermischte». * Berlin, 31. Aug. Heute vopmittag wurde in dem unbenutzten Keller eines Hauses in der FrnnsocLMaße die Leiche eines elfjährigen Mädchens in einem Sandhaufen versteckt Vorigefunden, die von Angehörigen als die am 23. Februar 1893 in Schwedt a. O. geborene Margarethe Koschoreek rekognosziert wurde, die seit vierzehn Tagen vermißt wurde. Die Mutter wohnt in Weißensee. Einer Lokalkorxespondenz zufolge ist der 18 jährige Kutscher Kohn f e st g e n o m m e n und verhört worden. Die Polizei setzte 1000 Mark Belohnung für die Unterstützung bei der Ermittelung des Mörders aus. * Montreal, 31. Aug. Unweit Richmond in der Provinz Quebec stießen zwei Passagierzüge der Grand Trunk-Bahn zusammen. 11 Reisende stnd umgekommen, 25 wurden verletzt. * Wer ist stärker, Kuropatkin oder Kuroki? In Warschau zirkuliert folgende Scherzfrage: „Wer ist stärker, der Generalissimus Kuropatkin oder der Chef des ersten japanischen Korps, General Kuroki?" „Nun selbstverständlich Kuropatkin, der doch mrnbeftenS noch einmal soviel Truppen unter feinem1 Kommando vereint als Kuroki", lautet gewöhnlich die Antwort. „Falsch!" entgegnete man, „natürlich sind die Hühnerhähne stärker als die Rebhühner, michin ist Kuroki der Stärkere und vorcntssichtlich auch der Sieger". In der polnischenS prache heißt nämlich: ten Kurok der Hühnerhahn mtb te Mroki die Hühnerhühne, während: ta Kuropatka das Rebhuhn und te Kuropatki die Rebhühner benannt werben. Also ist te Kuroki — die Hühnerhähne unb gleichzeitiger General des ersten japctnischen Armeekorps tatsächlich erheblich stärker als te Kuropatki — die Rebhühner und gleich- genannter Generalissimus des rusiischcn Heeres, und da der Sieg nach bem Naturgesetz dem Stärkeren zufallen muß, so kamt das Errde des blutigen Ringens nach dieser Erkläruirg nicht mehr fraglich erschettren. (Dieser nirb» liche Scherz hat nur den einen Fehler, daß „te Kru-oki" 'alsch übersetzt ist; dieses bedeutet int Polnischen nicht Hühnerhähne, fonbern H ähne non Gewehren. Doch auch so hat der Scherz seine Berech-ttgung, denn ein Gewehrhahrt bunt durch einen Drink eineni Rrütt^ihn den Tod bringen, ein Druckfehler dieser Art kann aber auch denr Schrillt geft'^ittich werden! In Warstt^rn zirkuliert diese ■ nicht, denn, ui Polen ist ein solchem iprachUcher Irrtum mruchglich. .D. Md. pes ^Gtt'ß. Aätz.") GÄnetiye Gewinnaussichten! VerhältnismÄssig wenig Lose! OOO SH55a mit 1 Mk. zu gewinnen! Kleiner Kinsiite! Bare Geldgewinne! Schnelle Entscheidung! — Gothaer Geldlose i\ l Mk. — w wv*g geg. Postanweisung. (Nachnahme 18 Pfg. mehr.) iajl _ Jrcik 3 tidV lÄfiK ■ hvö/e (Porto und Gewinnliste 20 Pf,. ortrL) W - Haupt-Kollektör Offenbach a. M. 6. Danksagung. Für btt ptelen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust« unsere» lieben, unveraeßlichen Sohne- und Bruders, sowie für die trostreichen Worte dcS Herrn Pfarrer Schulz und für die Blnmensperrden sagen roir htertnit unseren herzlichsten Donk. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: •Uft Günther Witwe und Kinder. Gleöett, den L September 190*» 7116 k* Bekanntmachung. Betreffend: Die Rabbiner Dr. Levi-Stiftung. AuS obiger Stiftung sind am 1. Oktober d. IS. die Jahreszinsen für 1903/04 mit 166 Mk. zu einem Drittel an zwei Arme der israelitischen Religionsgemeinde Dießen, zu einem Drittel an zwei arme Israeliten der Provinz Oberhesien, zu einem Drittel an zwei christliche Arme der Stadt Dießen zu verteilen und wollen sich Bewerber um dieselben innerhalb der nächsten vier Wochen schriftlich hierher wenden. Gießen, den 81. August 1904. B1/, Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. I. B.: N. Stamm. Arbeits - Vergebung. Die bei Erbauung eine- BadchauseS YIII zu Bad-Nauheim verkommenden Rohbauardeilen werden hiermit auf Grund de.) Mncherialerlaffe- vom 16. Juni 1893, jedoch vorbehalUtch der Genehmigung des Bauwesens durch dir Landstüudc, zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Zur Bergevung gelangen: L Erdardelteu, 2 Lose: je ea. 6600 cbm Trdau-Hub. 2. Mau re r ar b eilen, 2 Lose; je ca. 700 cbm Bruchstein-, IWO cbm Backslemmmierwerk ufro. 8. Stein ha uerarbetle«, 2 Lase: je ca. 53 cbm Werksteine auö Basalt und Ito obm ou8 Kalkstein (Dtuschelkalk) oder ähnlichen Gesteinen. 4. Berouardetten, 2 Lose; je ca. 100 cbm Fundamentbeton, 1200 qm Keüerftchboden, 1000 qm Decken io Effendelon, 200 qm Monierwände re. ö. Aiuuuerardeitru, 2 Lose; je ca. 180 obm Tannenholz, 1360 qm Deckenschalung, ferner 2 Lose je 200 ttd. Mtr. Bauzaun. 6. Eisenliefernng, 2 Lose; je ca. 14000 kg Walzeisen. 7. Grobschtofferarbeite», 2 Löss; je ca. 3500 kg Eifeakon- srrukrionen, 2500 kg verschiedene- Ltsenzeug. 8. Dachreckerarberreu, 2 Lose; je ca. 1800 qm Ztegeldeckung mit Nebenarbeiten. 9. eperrglerarvoiteu, 1 Lose; je oa. 360 Ifb. Mtr. Hängerinnen mit den zugehörigen Ablallro^eu, 80 qm Zink ar bett en. 10. Kapferarbeilr», 1 Lose; je ein Dachreuer von <20 Mtr. und ein solcher von 1 Mtr. Durchmesser. U. Blihabletler an lagen, 2 Lose; je 3 Auffangslangen, 8 Ausläufer, 150 Ub. Ma. Leitung, 2 Erdplatten. Alle Unterlagen sind auf unserem Zweigbüreau Ba Bektorüt. m VzX Veteranen - Verein. Freitag den 2. Sept., abends 9 Uhr V Sedan-Feiev v*/e bei Kamerad Bourgeois. Tie Tagesordnung zu der gleichzeitig ftattsindeuden Monats- Bcrsammluug wtrd abends bekannt gegeben. Der Borstaud. Warum ist Moskopfs Trauben-Senf mit der Traube als bester rheinischer Tssel-Seus bekannt? Weil der beste Senfsamen den dreifachen Preis des geringsten kostet, XoskopPs Trauben.Leus mit der Traube aber arrSschließlich auß den besten und besseren Sorten Senfsamen mü den feinsten Zutaten hergestellt wird, bie geringeren Uualitiüen dagegen ohne diese geschützte Signatur in den Handel kommen. Daher bietet diese geschützte Marke unbedingt Gewähr für Erhalt erstklassuger Qualitäten. In allen marktgängigen Verpackungsarten zu beziehen durch die meisten einschlägigen besseren LngroS- und Detail-Geschäfte. Lieferung seitens der Fabrik nur an Wiederverkäu^er. Rheinische Senf-und Weinessig-Fabrik Th. Moekopt, Fahr 'Rheinland). hvn;, tiitnrn;iid)tttDtinn für Siehei u. j!wg Versmnmluttg Sonntag den 4. Sept., nachmittags 3 Uhr, bei Bauer. Tagesordnung: 1. Erhebung der rückständigen Gelder. 2. Bericht über den Kursus in Ortenberg. 3. Ueber Vereinigung (Lehrer Ben der - Steinberg). 4. Bericht über die Wanderversammlung in Vilbel. [7109] Buß. Schlummerbruch. Morgen früh 6 Uhr: Verteilung der gmnMten Ulz-Uebers-nhe zur Benutzung durch die Moltkestraße. 049to Mehrere Musikfreunde. Butlerick’s Schnittmuster einzig and allein zuverlässig, ermöglichen spielend leicht Selbstanfertigung aller Kleider. Butlerick’s Modenblaif gratis I verabfolgt monatlich unsere Alleinvertretung | Firma: A. Holterhofi Söhne, Glessen. s,| Geschäfts-Eröffnung. Einem vcrehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum, sowie meiner werten Kundschaft die ergebene Mitteilung, daß ich 11 Nenenbäue 11 ein Laden-Geschäft eröffnet Hobe. Durch langjährige Tätigkeit bei nur ersten Firmen werde /ch in der Lage sein, allen Anforderungen Genüge leisten zu können. Um geneigten Zuspruch bittet Fr. Siever , Wodes, 7100 11 Neuerrbäue 11. Mein Bureau beendet sich von heute ab 7106 4 Bahnhofstrasse 44 S. Loeb, Immobilien-Geschäft. i HOUBEN'S "GASHEIZÖFEN ^J.G.HOUßEN SOHN CARL, AACHEN Prospecto gratis- Vertreter An fast allen Plötzen pVsseldorF1902 - Gold.Mednl v.sllbeme Staatsmedaillo ßachensr ladeöfen J Vbep 75,000 In? Gebravch Zur Saat empfehlen wir in bester, doppelt gereinigter Qualität: i. Kirschc'S Sqnarchcad.Weizcn | Gentner |0-_ a. Main Stand up-Weizen j 8. Petkuser Rogste» \ £entner L.zg M, 4. Schwedischer Schttee-!)»oggen J Nr. 1, 2 und 3 ist erste Absaat. Unser Getreide wurde mehrfach prämiiert; obige Sorten sind vom Hess. Landwirtschnftörat aus unserer Saatbaustelle angel ort und zum Samenwechsel, weil ui hoher Lage gewachsen, sehr geeignet. Versandt geschieht, soweit Vorrat reicht, unter Nachnahme ab Nixseld, Lauterbach oder Großen-Luder. Säcke werden mit 80 Psg. per Stück berechnet D36/, Kttih. Nitötstl'slhc tiiitsDcriBdllHn;! etoifijnniai (btücn). Meine Frau und Kinder wichsen ihre Schuhe nur noch mit Galop-CrAme Pilo, Schwedische Preiselbeeren in feinster, trockener Waare, Feinste Tnsel-Trnnben per Psund von 80 Psg. an, eingetroffen. 7045 Mtrttn im. J. M. Schulhof, Airlt-m- 4. UW IiilirriihtL Wegen vorgerückter Saison gebe den Nestbcstand meines Lagers tn Brennabor-Rndern zu sehr billigen Preisen ab. 7071 _________C. Herbes1, TklttrMjl Margarine. Teile hierdurch ergebenst mit, daß ich den Detailverkauf einer der größten Margarincsabriken, von Müller & (£o. in Eleve (Nhcinl.), übernommen habe und empfehle feinste Marte (Hero) in 1 Psd.-Packeten, sowie andere lose gewogen zu den billigsten Tagespreisen. Hochachtungsvoll! Karl Germann 7113 Wolkengasse 13. LahnkalkhtoiB toimta (Inh.: Carl Haas jr., Gtcßeu) Ringofen-Kalkwerke. Am- md Weih-AMalk..... Saflolf stet- vorrätig. D4/e Telephon: Kalkwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282. IMtlhkl für Jagd, Militär und Aeise in größter Auswahl empfiehlt Emil Schmidt 16 Neuenweg 16. 6704