Nr. 205 •*!»•«*« ««glich außer Sonntags» Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Kamillen. Hättet viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck tu Verlag der Brühl'schen Univers^Buch-u. Stein- druckerei. 9t Langs. Redaktion. SrpedMon und Druckerei: SchuEstratze T, Adresse für Depeschen: «uzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 1. September 1904 Giehener Anzeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den weis Gießen Vsrna»-re1»r monatlich75P^vierte!- jährlich Mk. L20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.-viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZellenpretS: lokal 12 Pt» auswärts 20 Pfg. verantwortlich für den pout und allgem. Deilr P. Wittko: für .Stadt und Land^ -Gerichtesaal": August Goetz; für den An- zeigentell: HanS Beck. Die heutige Wummer umfaßt 8 Seiten. r t -f d> r i t f b f 8 T c u t f schlesischen Jndustrtebe-te« '-äte und viele Wagen. e 0 Volttische Tagesschau. Schlechte Zeiten für die rechnenden Hausfrauen sind inr Anzüge. Ans dem Lebensmittelmarkt drängen die Preise aufwärts. Der Mangel an frischem Gemüse zwingt grvsie Teile der Bevölkerung, den Gemüseverbrauch einzuschränken und dafür mehr Kartoffeln und Mehl zu konsumieren. Küchen, die zu einem bestimmten Sähe eine Anzahl Personen zu beköstigen haben, sind ohne Vermehrung her Mittel nicht iit bet Lage, beut Gemüse die Rolle im Speisezettel anzuweiscn, die cs im Sommer einzunehmen gewohnt ist. Cr§ hält auch smwer, Konservengemüse für beit Winterdebarf zu erstehen. Viel- fach lehnen es btt- Konservenfabriken überhaupt ab, setzt schon Mchlüssc für Lieferungen im Winter zu machen. 'Die Preiserhöhungen auf dem Gemüsemarkt sind besonders schwer zu verfolgen, weil oft bei gleichbleibendeui Preis Qualität und Quantität erheblich zurii.kgehen. Immerhin sei für eine Sieihe mitteldeutscher Städte festgestellt, das, wahrend des «ionnts August im Kleinhandel der Preis für das Pfund grüne Bohnen von 15 auf 25, für den Kopf Blattsalat von 7 auf 10, bei ims iu Giefien sogar auf Deutsches Deich. Berlin, 31. Aug. Heute unternahmen der Kaiser unb die Kaiserin einen Spazierritt. Der Kaiser hörte später den Vvr- tmg bcS ChefS hes ZiVilkabinettS Tr. v. Lucanus und begab sich bann nach Berlin, um einer Probe von „Copclia" im kgl. Opernhaus beizuwohncn unb das Frühstück beim GeneraliMen- dcrnten v. Hülsen einzrmehmen. — Lord LonSdale reiste heute von London nach Berlin, um als Gast deS Kaisers an den Manövern teilen* nehmen. — Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: In Serbien, wo bisher Paßzwang bestand, ist kürzlich die Patz frei h eit ein geführt worden. Diese Berstlnserleirbierung bleibt indessen, für Reisende, die ans dem Wege von und nach Ungarn die scrckusmc Grenze überschreiten, biS auf weiteres praktisch wertlos, ^.enn narb dem am 1. August in Kraft getretenen Otesetz, über das Patzwesvn und den AuSftthrungSbesrimwnMen zu demsewen blecht der PaßzNNNg mit Serbien und Rumänien bestehen. CS sind insolaeddssen in der letzten Zeit ntcbtfad* Reisende, du» mau mit Pässen versehen waren oder deren Pässe nicht auSdrücnim auf Serbien anSgestcllt hxrrcn, auf ber inttTtinnd^it Grenzstation Semlin angehalten und an der Wefterreise verbmdett worden, selbst iv-enn sie durchgehende Fahrkarten nach Softa. Konstantinopel nsw. hatten. Umyrkebrt sMn süb R/ts>mde, die von und durst» Serbien kommend olMe Pan ungarisches Gebiet betreten w-ollen, her Gefahr anS, nickst nach Unstarn berewae tchen zu werden. CS ist also nack, wie vor zu empfehlen, zur Reise nach Serbien sich mit einem ordnungsummücn P ässe zu per Krieg zwischen Japan und Außland. Die Schlacht bei Liaujang. Um die russischen Stellungen vor Liaujang tobt noch! ftrtmer der Kampf. Kuropatkin ist es nicht eingefallen, die seit längerer Zeit mit allen Mitteln der Feldbefestigung hergerichteten Positionen ohne Widerstand zu räumen, wie ihm schon mehrfach nach-gesagt wurde. Ebensowenig lag es wohl in seiner Absicht, hier sich zur Entscheidung desl Feldzuges für die nächH Zeit zwingen zu lassen. Die erstrebt er nach Ankunft der drei noch unterwegs be- ftndlichen Armeekorps. Er wollte wahrscheinlich die Schlacht abbrechen und nach Norden abmarschieren, sobald er glaubte, durch den Widerstand bei Liaujang die Japaner derartig aufgehalten zu haben, daß sie zu einem weiteren Vormarsch erhebliche Zett gebrauchen. Jetzt aber scheint es, als wenn die Tage von Liaujang die Pläne K'uropat- kins vielleicht boch durchkreuzen werden. Japanischerseits werden atterbingg keinerlei Kunstbewegungen gemacht, sondern die gegen diesen Punkt vereinten Armeen greifen die russischen Stellungen mit allen ihren Kräften an, wie bisher Menschenopfer nicht scheuend, und suchen sie mit Sturm zu nehmen. Ohne große, sehr große Verluste wird sich das jedenfalls nicht durchführen lassen, ja es ist immerhin fraglich, ob überhaupt ihre Angriffsbewegungen sie zum Ziele sichren. Mas die Zahl der Streiter anbelangt, die auf beiden Seiten eingesetzt werden, so können die Ruffen, von deren acht Apmeewrps der Mandschurischen Armee drei noch nW eingetroffen sind, vor Liaujang raunt mehr als 150 000 Mann versammelt haben, da die Sollstärke der fünf Korps kaum 200 000 Mann erreicht. Die Japaner können wohl erheblich starker au [treten, denn von den Kräften ihrer Gesamtarmee geht nur das Belagerungskorps vor Port Arthur ab, dessen Stärke verschieden angegeben wird, immerhin 60 000 bis 70 000 Mann betragen dürfte, und bann — die Verluste, die trotz aller Beschönigungen sich, doch so um die 25 — 30000 belaufen. Dennoch könnten gegen Liaujang immerhin weit über 300 000 Mann eingesetzt werden, sodaß dort der Angreifer um sehr viel mehr als die Hälfte stärker aufzutreten in der Lage ist wie dar in der Defensive sich schlagende Gegner. Wenn es den Japanern nicht gelingt, bte Russen zur Räumung der Stellungen und zum Abmarsch auf Mukden zu zwingen, dann ist der japanische VorMcrsch zum Stehen gekommen, und an Rußland ist es, vorzugehen. Gelingt es den Japanern, Liaujang zu nehmen, sp bedeutet das für sie lediglich — weiteren Vormarsch in das Innere nach Norden und neue Schlachten mit der immer stärker werdenden feindlichen Armee. Nach den bisherigen Ereignissen, auch nach einer Räumung Liaujangs, denkt Rußland an keinen Frieden, sondern erst recht an den Krieg. Es liegen heute folgende einander wieder sehr widersprechende Meldungen vor, je nachdem ob sie russisch oder japanisch-offiziös sind! Liaujang, 31. Aug. (Reuter.) Die Schlacht nimmt chren Fortgang. Das Geschützfeuer war heute nicht so heftig wie gestern. Die Iapa n er;machten eine Be we gun g um die russische linke Flanke. Auf beiden Seiten sind zusammen über eine halbe Million Mchnn un b 1300 Geschütze beteiligt. Es befinbet sich so gut wie die gesamte Macht beider Heere in der Feuer- linie. Mukden, 31. Aug., 4 Uhr 15 Min. nachts. (Ruff. Tel.-Ag.) Während der letzten Nacht kam hier ein Zug mit über 200 gestern bei Liaujang gefangenen Japanern Uurch ntnb fuhr nach Norden weiter. Wieitete Transporte werden heute erwartet. Es heißt, die Javaner hatten mehrere Bajonettkämpfe auszuhalten, alle ihre Angriffe auf der ganzen Front wurden zurückg esch la gen. Der Feind hatte g r oße Verluste unb ließ über 40 Kanonen zurück. Die 15 Pfg., für 10 Stück Gurken von 4k> auf 50, für den Kopf Mrsing- und Weißkohl je um 5 Pfg. stieg. Im Getreidegeschäft haben zunächst die Groß- handelpreise scharf angezogen. An den deutschen Frucht- märkten betrug der Durchschnittspreis für den Doppelzentner Weizen im Juli 17.20 Mk. In Schlesien, Bayern und Württemberg ging der niedrigste Preis noch bis' zu 10 Mk. herab. Ende August war auch die geringste Qualität nicht Mter 15.50 Mk. zu haben, und für gute Qualität wurde bis zu 20.50 Mk. bezahlt. Noch fräftiger war die Preissteigerung bei Roggen. Hier schwankte für den Juli der JBretä zwischen 10 und 16.10 Mk. pro Doppelzentner. Ende August war die niedrigste Notierung 1L20 Mark. Im allgemeinen standen die Brotgetreidepreise wahrend des August höher als' im Vorjahre, aber bei Roggen doch noch niedriger als im August 1902. Die Karto ff elpreise sind im Laufe des August etwas zurückgegangen, allerdings' viel weniger, als es sonst von Juli auf August der Fall zu fein pflegt. Namentlich sind die Preise für die geringsten Sorten relativ ziemlich hoch. Butter, Milch und Eier haben durchweg im Preise angezogen; am stärksten in Rheinland-Westfalen unb in Schlesien, wo namentlich die Erhöhung des Milchpretses stark ins Gewicht fällt. Weit günstiger bewegten ich für den Konsum die Viehppeise. Ter Futtermangel drängt schon gegenwärtig zu stärkerem Verkauf, was aus dem erhöhten Angebot von Schweinen und Kälbern auf den Märkten hervorgeht. Die Kälberpreise sind weiter gesunken, während die seit Mai beobachtete Preissteigerung ür Schweine einer Preisermäßigung Platz gemalt bat. Für die Konsumenten kommt allerdings die Verbilligung des Schlachtviehs in den Detailpreisen für Fleisch noch Nicht zum Ausdruck. Mit bemerkeuÄoerter Entschiedenheit wird neuerdings von offiziösen Organen — und solchen, die sich den Anschein geben, Sprachrohr der Regierung zu sein, — der Gedanke einer Vermittlung zurückgewtestn. Rußland will danach unter allen Umständen fest bleiben und seinem Gegner in einem zweiten Feldzug. der in Vorbereitung ist, die errungenen Erfolge wieder abnehmen. Unter diesen Umständen könne der Eifer für baldige ssiüedensstiftung nur der geheimen Llbsicht entspringen, eine über kurz oder lang mögliche Wendung des Schlachtenglücks zu verhüten und rasch ein Siegel auf Japans Sieg wie auf Rußlands Niederlagen zu drücken. Interessant ist, wie zu verstehen gegeben wird, daß nicht einmal in dem mit Japan verbündeten England der Vermittlungseifer, mit den gekennzeichneten Zielen, so lebhaft sei, wie in Frankreich. Deleassö, der französische Minister deS Auswärtigen, lasse in London und in St. Petersburg seine Botschafter auf. dem Sprunge stehen, um die leffeste russische Friedensanwandlung im Sinne der französisch- englischen Ännöherungspolitik auszunützen. Mit anderen Worten, Herrn Delcassä ist ein FriedenSschlutz auf Kosten Rußlands gar nicht unwillkommen. Noch mehr, /r arbeitet darauf hin., Del- eassö wird dabei wohl noch mehr int Auge haben, als die Absicht, nach Beendigung des Krieges Rußland mit, England friedlich zusammen zubringen. .Delcass^, der nickst leicht eine ihtn angetane Kränkung vergessen soll, ist während der Valkanwirren von Petersburg aus wiederholl scharf zur Ordnung gerufen worden, wenn seine Politik der russisckien zuwiderlief und fast wie eine Ermunterung der Aufständischen-Bewegung aussah. DelcassS mutzte den Tadel einstecken. Es läßt sich also denken, daß er, olMhm mehr Freund Englands wie Rußlands, die Demüttgung Ruß- lands mit einiger Genugtuung empfinden tvürde. ____ versetzen. BreSlau tumS in der St. LouiS. Der Fehlbetrag im Reichshaushalt f£r 1903, den wir gestern schon rnitgetellt hüben, ist nicht jb groß, als man hrer und da erwartet hatte. ÄerhältnrA- mäßig bescheiden erscheint z. B. die Etatsüberfchreitmrg von unaefähr 500000 Mk bei der Marin ev er wakt- un g, insofern, well gerade hier das Unvorhergesehene efote Rolle zu spielen pflegt. Daß aber für, die Wel tau s stelL- un g in St. Louis, für bte offizielle deutsche BedelliA- ung, 743 000 Mk. über den Anschlag und die Reichstags- bewllligung hinaus erforderlich gewesen sind, wird die Zahl' der Ausstellungsgegner verrnichren helfen. Der po litt s ch e Wert solcher Beteiligungen des Reiches ist kaum! beträchtlich, obschon et hauptsächlich geltend gernkcht wird. Die deutsche Abteilung stellt sich ja nach den Schll- demmgen verläßlicher Beurteiler als höchst gelungen unb glanzvoll bar; aber in Zeiten wie den jetzigen, wo das Reich allenthalben Geld braucht und allenthalben Sparsamkeit gepredigt wird, muß man sich eben nach der Decke strecken und die Repräsentation mehr den privaten Ausstellern überlassen. Daß diese Letzteren im allgemejnKn sehr hoffnunasfreudig in Bezug auf Bestellungen zurückkehren, ist leider nicht anzunehmen. Der Besuch der Ausstellung hat die Erwartungen nicht erfüllt, und das Publtz- kum drängt sich mehr und mehr um die Stätten, die beim Nnterhaltungsbedürfnis entgegenkomtnen. In diesem Jahre sind die Vergnügungen zum Dell noch besondets grobkörniger Art, entsprechend dem Geschwack der amerikanischen Bevölkerung. Sensation mit Roheit gemischt. Wir haben' Bilder gesehen aus dem häuslichen Leben der „malarischen" Bolksstämme, deren Vertreter die AuSstelltmg mit ihrer Anwesenheit beglücken, daß einem die Haut schaudern konnte. Es fehlt schließlich nur noch daS naturgetreue Schauspiel eines Lynchjustizakt e s, um die Vielseitigkeit der „Landeseigentümlichketten" vollständig zu illustrieren. — Die Schaustelümgen mögen ein notwendiges liebet fein, um den Massenbesuch anzulocken; andererseits ist unverkennbar, wie sie mit jeder neuen Ausstellung mehr dazu beitrvgen, daß die Säle mit den Erzeugnissen der Industrie und des Gewerbes, den Schöpfungen der Kunst veröden. Der Reichstag wird jedenfalls die Etatsüberschreitung von St. Louis nich^ ohne weiteres hinnehmen. L i au j an g, 81. Aug., abends. (Reutet.) Die Russen Nückten längs der Eisenbahn nach Süden vor. Liaujang, 31. Aug. (Reuter.) Die Japaner ntachten gestern einen letzten Angriff gegen 7 Uhr abends auf dem Wege von Fonghwangtscheng. Ein un- reaelntäßiges Gewehrseuer dauerte bie ganze Nacht. Heute bei Tagesanbruch begann die Schlacht wieder. London, 31. Aug. Die Abendblätter veröffentlichen eine Liaujanger Dpahtung, naich zvelcher die Japaner bereits im Besitz einer Vorstadt von Liaujan g sind. Die Schlacht dauert fort. Es kommen beständig "rische japanische Truppen an. Rom, 31. Aug. Am 16. TagederKämpfe^umLiau- jaug sind die Japaner in 13 Kämpfen Sieger geblieben. Zwei Angriffe der Japaner wurden zurückgeschlagen. Die ganze russische Armee ist ca. 20 Kilometer zurückgeschlagen worden. Die Japaner strengen alle Kräfte an, um Liaujang einzuschließen. — In der Südftont erlitten die Russen furchtbare Verluste. Pie Stellungen für die Artillerie suchte Kuropatkin selbst , aus. Der Rückzug der Russen am 26. erfolgte anfangs in guter Ordnung. Als aber schließlich heftiger Regen eintrat, lösten sich die russischen Kolonnen in wilder Flucht auf. Um eine russische Fahne erfolgte ein luftiger Kampf, wobei die Russen in furchtbarer Weise von den Japanern niedergemetzelt wurden, biS die Fahne schließlich zerfetzt in iapanifche Hände fiej. .(Derartige Privatmeldungen sind mit größer Vorsicht aurzunehwen. Daß man in Rom besonders gut vom Krstgsschauplatze orientiert werde, hat man bisher jedenfalls noch nicht betnerft.) Liaujana, 31. Aug. Tje Japaner drangen unaushaltiam gegen die russischen Stellungen vor, und zwar besonders gegen die Ostfront. In großen Mengen setzten die Japaner über den Bensokvff-Fluß, baitd) ihre Artillerie gedeckt. — Bei dem gestrigen Artilleriekampf schossen die Japaner ganz methodisch auf bestimmt abgegrenzte Quadrate, die sie mit allen Geschützen auf einmal beschossen. ,Trotzdem waren die russischen Verluste verhältnismäßig gering. Nach vierstündigem Artilleriefeuer erfolgte eine Attacke fettens der Japaner in der ganzen Ausdehnung der russifckwn Front. Allmählich ließ däS Artilleriefeuer der Japaner nach, ohne daß diese ihr Vorrücken aufgaben. Heute sind bte Japaner in einer Stellung, die einen allgemeinen Infanterie augriff ermöglicht. Tie Ruffen hielten bis jetzt den japanischen Angriffen stand. Port Arthur. Petersburg 31. Aug. Aus Dschifu wird gemeldet, daß die Iapaner an der Westfront von Port Arthur bie Quar an- täne-Baracken und das Do rfDajangou besetzt haben. BiS zum 29. b. M. sind alle japanischen Stürme erfolgreich abgeschlagen. Kein Fort von Bedeutung fet in-japanischem Besitz. Eia hetzender „Prophet". Petersburg, 81. Aug. Aus Bijsk (Gouv. Tomsk) wird gemeldet, daß der vor einigen Wochen im Mtaigebiet aufgctauchte „Prophet" Airot verhaftet und die unter den Kalmücken eingetretene Gärung unterdrückt morben ist. _ Der Prophet, dessen Anhängerschaft mehrere tausend Mann erreichte, soll kal- mücsischer Herkunft sein und lange in der Mongolei gelebt haben. Er behauptet, daß sich die Bewegung um eine Agitation gegen die Russen handle, bie von Anhängern der Japaner oder direft von den Japanern auSging. Zurückweisung der Vermittlung. russischen Verluste sind unbefamtt Tokio, 31. Aug. (Amtlich.) Heber die Kümpfe am 25., 26. und 27. August in der Richtung auf Liaujang wird berichtet: Die erste Armee begann am 25. August den Angriff auf den Frind, der eine starke Stellung auf einem der steilen Bergzüge 23 Meilen südöstlich von Lrauzang inne hatte. Am Spätabend des 25. August gelang es dem japanischen Zentrum1 nach einem Baj onettangrtf seiner Infanterie, die Stellung der Russen an dieser Stelle zu nehmen. Aber der rechte unb der linkeAlügel setzten den hartnäckigen Widerstand fort. AM 26. August wurde der erbitterte Kampf wieder aufgenommen, aber der Widersta nb der Russen blieb ungeschwächt. AM Spätabend warf der rechte Flügel der Japaner natch blutigem Kampfe die linke Flanke der Russen und erbeutete acht Geschütze. Am 27. August nahmen alle japanischen Kolonnen den Kamp wieder auf, und bei Sonnenuntergang war die ganze Linie der feindlichen Stellungen in dre Hand der Japaner gefallen^ Diese hatten ungefähr 200 Mann verloren. Zur gleichen Zeit marschrerten die anderen japanischen Armeen auf MnsckMntschang »l öün wo sich bet Feind ohne «r d er sta nt> zU tu ck z o g. Die Japaner verfolIten bett Urb, wähtend anbete japanische OTMtutigett ihm bett West aMmtien. Det darauf in «ußerstet Äetwirtnnst in her Nwliunst auf Liaujang, wobei et anscheinend be- t r a di 11 i cl) c Net lüfte durch das Feuer bet Japauet , liitt Tiefe erbeuteten acht Feldgeschütze, Munitionsvot. ermittln >n rattum. ist leiten« her Regierr , in Oppeln eine ^errüquna -TltT^nt worden. bufc jede-inal »' n ersten Juli die SvincbvernSltnifse der Schulanfänger — ob b ntsch, polnisch oder zweisprachig — .anzugeben sind. Münzen 31. v?luer Groß Herzog ist heute früh rur Teilnahme an der Parade des GaiLc du Corps auf dLm Tempethofcr Felde nach Berlin abgereist und trifft dort heute nachmittag um 4.56 Uhr ein. In feiner Begleitung befinden sich Oberftall- nreister Frhr. Riedesel zu Eisenbach, Generaladjutant Generalmajor v. Wachter und Flügeladjutant Rittmeister Krämer. — Staatsminister Rothe ist, wie die „Darmst. Ztg." meldet, von feinem Urlaub zuÄckgekehrt und hat die StaatS- geschäfte wieder übernommen. Mainz, 31. Aug. Oberbürgermeister Dr. Gaßner, Bürgermeister Dr. Göttelmann und Obersekretär Schäfer besichtigten dasjenige Gelände auf der GustavSburg, das zur Gemarkung GinSheim gehört, auch wurden die Hafenanlagen besichtigt. Auch in GinSheim selbst sanden Besich- tigungen statt. Die Differenzen sind soweit ausgeglichen, daß eS nur noch einer gemeinsamen Aussprache der Vertreter der interessierten Gemeinden bedarf, um dann die ganze Eingemeindungsangelegenheit der Stadtverordneten- Versammlung von Mainz und dem Gemeinderat in GinSheim zur Annahme zu unterbreiten. — Vor Kurzem wurde hier ein Mann beim Betteln festgenommen. DaS Verhör ergab, daß der Bettler vor kaum zehn Jahren über ein Vermögen von annähernd 100000 Mark verfügte und in einer benachbarten Großstadt noch wohlhabende Verwandte besitzt. Nachdem er aber fein Geld durchgebracht hatte und von seinen Verwandten fallen gelaßen worden war, ging es mit ihm immer mehr bergab, so daß er jetzt mit Betteln fein Leben fristet. (Mz. Tgbl.) Kleine Mitteilungen au5 Hessen und den Nachbarstaaten. Zu dem Au t o m o b i l u n al ü ck .das sich am Tage vor dem Gv rbon Bon n e t t-Rennen bei Dornholzhausen ereignete und nwvei der Besitzer deS „Hotel be Rome" in Berlin, Mühling, bekanntlich so schköer verlebt nnirbe, daß er zwei Tage darauf im Homburger Krmikenhaus starb, erfahren wir, daß die Witwe des Verunglückten gegen den Besitzer des Automobils, den Hotelbesitzer Uhl aus Berlin, eine Entschädigungsklage im Betrage von 1 Mi Ilion Mark angestrengt hüt. — Ant Sonntag sand auf dem Weiler Zipfen eine gut besuchte Zusammenkunft älterer und jüngerer Angehöriger des Korps „H aff i a" von Gießen statt. Es spracl^en Regierungsakzessist Scriba-Langstadt, stud. jur. Daudt-Metz, stud. meb. ct rer. uat. Houy-Hanau, stud. jur. Sesier-Offenbach. — In Alsfeld starb am 29. v. M. der kgl. Postmeister a. D. Ludn^'iceb im ^pensjahre. _ vermischter. * Prinzessin Lu isc von Sl ob n r9 verschwunden. Tie Prinzessin, die seit zwei Jahren in der Heilanstalt Lindenhof in Coswig untergebracht und i-it zwei Wochen sich in Bad Elster zur Kur aufhielt, ist von dort in her vergangenen Nacht spurlos verschwlmden. Die Prinzessin soll nachts mit zwei Herren und einer Begleiterin durch ein nach einer stillen Landstraße hin belegeneS Fenster ihrer Wohnung mittels Leitern hinabgestiegen sein. Unten auf der Straße wartete bereits ein einem im Bade ansässigen Herrn gehöriges Automobil. ES wird vermutet, daß die Flüchtlinge über die österreichische Grenze gefahren sind. Bis jetzt waren die angestellten Nachforschungen ohne Erfolg. — Wie bekannt, hat Prinzessin Luise von Koburg vor längerer Zeit mit dem ehemaligen österreichischen Ulanen-Oberleutnant Grafen Gäza Nlatta chich-Keglevich in Beziehungen gestanden. Graf Mattachich ist bann wegen Wechselfälschungen mit Zuchthaus bestraft, die Prinzessin für geistig nicht normal erklärt und in der Heilanstalt untergebracht worden. Schon im Sommer deS vorigen Jahres weilte sie für einige Wochen zur Kur in Bad Elster. Weitere Nachrichten über baß Verschwinben der unglücklichen Frau werben abzuwarten sein, ehe man ben in Dresden umlaufenden Gerüchten von einer Entführung der Prinzessin Glauben schenken darf. Prinzessin Luise ist bie Gemahlin deö Prinzen Philipp von Sachsen-Koburg und Gotha, eine Tochter beß Königs der Belgier und steht im 47. Lebensjahr. Die einzige Tochter, Prinzessin Dorothea, ist seit sechs Jahren mit dem Herzog Ernst Günther w Schleswig-Holstein, einem Schwager des deutschen Kaisers, verheiratet. * Essen, 31. Aug. Bei einem wegen Geschäftsdifferenzen ausgebrochenen Streit erschoß der Zigarrenhändler Schäfer den Friseur Kutsch. Der Mörder wurde verhaftet. — In Hüsten in Westfalen nahm der Handlanger Schtotmann in einem Deliriumanfalle nachts ein Dolchmeffer und zerfleischte drei sch la f en d e Kollegen in entsetzlicher Weise; einer von ihnen ist bereits tot. * Remagen, 31. Aug. 9liif einer oberrheinischen Tour begriffen, fuhr ein reicher Holländer mit einem Automobil in schnellstem Tempo durch Remagen. Hierbei wurde eine Frau überfahren und tätlich verletzt. Der Automobilist wurde verhaftet. • JoachimSthal (Nm.), 31. Aug. Ein Familienleben in beschleunigtem Verfahren schildern die standeSanttlichen Nachrichten in der hiesigen Zeitung. Das Standesamt veröffentlicht bie Anmeldungen in der Zeitung nur immer monatlich. AuS dem Juli wird diesmal u. a. folgendes bekannt gemacht: Aufgeboten am 2. Juli: der Malermeister W. Stegemann mit Karoline Kaffube, beide in JoachimSthal. Eheschließungen am 16. Juli: der Malermeister W. Stegcnmnn mit der Schneiderin Karoline Kaffube, beide in JoachimSthal. Geboren am 18. Juli: dem Malermeister W. Stegemann in JoachimSthal ein Zwillingspaar, Lina und Meta. Gestorben am 18. Juli: Lina Stegemann, 4 Stunden alt. Dieta Stegemann, 15 Stunden alt, beide in JoachimSthal. • Göttingen, 31. Aug. Bei den Manöverübungen in der Umgegend von Moringen wurden heute zwei Artilleristen überfahren und getötet, ein dritter lebensgefährlich verletzt. * Straßburg i. Els., 31. Aug. In Kneuttingen wurde durch eine Dynamitzündkapsel ein Knabe tätlich verletzt. — Der Geflügelhändler PrenterSheim in Hagenau erstach im Streite seinen 22jährigen Sohn. • K openhagen, 31. Aug. Bei der Großsirma Holger & Petersen wurde heute ein Diebstahl von 15000 Kronen entdeckt. Daß entwendete Geld bestand in neuen Zehnkronenscheinen. Alß der Kassierer heute die Gehälter auSzahlen wollte, wurde baß Fehlen der Summe festgestellt. Die Polizei visitierte sofort baß gesamte Personal, aber ohne Erfolg. Eß wird angenommen, daß der Dieb, da der Diebstahl ohne Anwendung von Gewalt verübt wurde, mit den Lokalitäten vertraut gewesen ist und einen Nachschlüssel besessen hat. • Paris, 81. Aug. In Sermatze zerstörte gestern eine Feuersbrunst 14 Wohnhäuser. Der angerichtete Schaden beziffert stch auf mehrere hunderttausende Francs. * Wien, 31. Aug. Wie tschechische Blätter melden, sollen bei den Hebungen an der sächsischen Grenze vom 21. Infanterie-Bataillon 16 Mann infolge der erlittenen Strapazen gestorben und zirka 160 schwer erkrankt sein. • Kiew, 31. Aug. In der letzten Nacht ereignete sich in dem Gepäckwagen eineß von hier nach Odessa abgegangenen gemischten Zugeß nicht weit von hier eine Explosion, bei der ein Schaffner verwundet und der Wagen zerstört wurde. Unter den Trümmern wurde ein Korb aufgefunden, der anscheinend Pulver enthalten hatte. Der Korb war Eigen- htm deß verletzten Schaffners. * St. Louiß, 31. Aug. Sieger bei den Versuchen mit lenkbaren Luftschiffen blieb Tom Linson. Er landete 320 Kilometer von Washington. • Ein Haftbefehl gegen die Frau Major von Sydow, die, wie wir seinerzeit ausführlich berichteten, wegen mehrfacher Mißhandlung ihrer eigenen Tochter von der Strafkammer in Braunschweig zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, war von der dortigen ersten Ferienstrafkammer erlassen worden. Der Verteidiger der Verurteilten ethob jedoch hiergegen Einspruch bei dem Ober- landeßgericht, baß baraUshin jetzt bie Aufhebung beß Haftbefehls gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 15 000 Mk. verfügt hat. Frau von Sybow befinbet sich, dem Vernehmen nach, zur Zeit in einer thüringischen Nerven-Heilanstalt, ein Fluchtversuch ihrerseits wurde daher als nicht vorfiegenb erachtet. Im übrigen hat bekanntlich Frau von Sydow gegen baß Urteil bie Revision beim Reichsgericht in Leipzig einlegen lassen; bie Verhandlung vor dem höchsten Gerichtshof wird schon in nächster Zeit ftattfinben. • Ein wahrer Rattenkönig vonProzessen wird dem Antwerpener Petroleumbrand folgen. Die Firma Eiffe u. Co. verklagt die American Petroleum Company und diese wieberum die Hollanda Beige (Rothschild). Die letztere wird gegen die Gesellschaft Metallurgiquc klagens bie die Felbschmiede hat aufstellen lassen, in der sich daß Petroleum entzündet hat, und die Metallurgique wiederum macht den Unternehmer Markhienne vor Gericht verantwortlich, dem die Arbeiten anvertraut wären. Eß ist wahrsche« ®ttb ?,ö^l9«n 4e Tratet. qe. s®* < y°‘ *• I ä s *. «5? s- on 0 u«bin v &* «* in “Stuben bft ü">" btn j. ??> b, ;ui,e» w '"İS unb ,~niL IW im ■ ^-Orothxg ^"nther zu " •n Ka is^ ; grenzen ^mbler Wbt ‘ft e 3 am 30.—81. , 30.—31. 2V> 986 7** August September 1904. Habt nur Geduld, es muß sich alles doch zum Gluten wenden/ Die Bahnverwaltung hat später den Regenschirm mit Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgeseklschaft. chottesdieust. SamStag, d e n 3. Septemb er 1904. Freitag abend: 6.45 Uhr. SamStag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. SabbathauSgang 7.56 Uhr. Wochengottesdienst: Sonntag morgen 6.00 Uhr; an den anderen Tagen 5J5 abends 6.80 Uhr. Giessener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 2. September: Zeitweise heiter und trocken, bei kühlerer Nacht tagsüber Temperatur wenig verändert. Näheres durch die Gießener Wetterkatte. 31. 3L 1. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Seit Ostern werden die Bewohner des Tiesenwegs durch die Kanalisationsarbeiten behindert. Erst, durch die Kanalisattonsarbeiten selbst und fett Monaten sind die Kantinen der Arbeiter aufgeschlagen. Durch den Schmutz, Qualm und die verschiedenen Dünste, die durch das Kochen und namentlich durch das Ausgießen von Spülwasser verursacht wird, ist es mitunter kaum möglich, die Fenster offen %m lassen. Da nun die Arbeiten sich mehr nach Oswaldsgarten hin ziehen, wäre es doch am Platze, wenn auch die Kantinen dorthin verlegt würden, da dieser Platz gewiß für derartige Zwecke sich besser eignet, als der enge Mieten- weg, der sowieso durch die Gerbereien durch Gerüche leiden muß. Kerichtssaal. n Marburg 31. Ang. Mit einer Frage, welche besonders Vieh Halter interessieren dürste, beschäftigte sich die Fetten- sttaskcnmner des hiesigen Landgerichts. Ein Landwirt Schwieder in Frankenberg hatte sich seinem etwa 20 Köpfe zählenden Viehbestände einen Simmentaler Bullen zugelegt und überließ diesen auf Ansuchen auch anderen Biehhaltern. Man bedachte ihn mit einer Polizeistrafe von 60 Mk., weil er den Bullen ohne behördliche Genehmigung nicht weggeben dürfe. Der Mann beantragte gerichtliche Entscheidung und gab sowohl beim Frankenberger Schöffengericht tote auch in der Berufungstnstanz vor dem Landgericht an, daß er den Bullen nicht gegen Bezahlung, sondern nur aus Gefälligkeit abgegeben habe. Daß man seinem Knecht dafür Trinkgelder gebe, könne er nicht hindern. Da durch Zeugen disse Angaben Bestätigung fanden, wurde Schwieder frei gesprochen und sämtliche Kosten, einschließlich der ihm erwachsenen Auslagen, der Staatskasse auferlegt. Neisse, 81. August. DaS Kriegsgericht der 12. Division batte, wie seiner Zeit gemeldet, zwei ZengleutnantS vom Artilleriedepot wegen „BeleidigungihreS Vorgesetzten" zu je drei Monaten Festungshaft verurteilt. Auf Berufung der Verurteilten hob das KriegSgerichk nach vierzehnstündiqer Perhandlung daß Urteil auf und erkannte nur auf drei Wochen Stubenarrest. Arbeiterbewegung. -k. M a i n z, 31, Aug. Ende dieser Woche treten die Küfergesellen hier in Ausstand. Die Vorschläge der Prinzipale habm feilte Annahme gefunden, ebensowenig tote bei den Pttn- zivalen die Vorschläge der Lohnkommtssion. In allen Betrieben soll gleichzeitig die Arbeit nieoeraelegt werden. Familien-Nachrichten. Gestorben: Frau Katharine Herchenröder in Büdingen. — Herr Postmeister a. D. Ludwig Neeb in AlSfeld. — Herr Karl Damm im Heimertshausen. — Herr Dr. phil. Wilhelm Reuß, Herr- Jakob Sommer, Herr Ferdinand Freiherr v. Eronenbold, K. u. ft österreichischer Feldzeugmeister, sämtlich in Darmstadt. lich, daß auch in der Kammer eine Interpellation darüber erfolgen soll, inwieweit mit Benzin gemischtes und daher feuergefährliches Pettoleum durch die Regierung in den Tanks zugelassen wird. ♦ Schwanengesang einer Zeitung. Eine in Wladiwostok erscheinende Zeitung veröffentlichte unlängst folgende Notiz,: ,Mlr konstatieren das Nicht Vorhandensein von Parier in Wladiwostok und haben ertnittelt, daß keine Möglichkeit vorhanden ist, aus FMttsk oder sonst wvhier Parier zu erhalten, es' sei denn bei Zahlung von Preisen, die den AbonNements- preiZ weit übersteigen. Wir sehen uns daher — in Anbetracht unserer geringen Mittel — genötigt, das Erscheinen unseres Blattes einstweilen einzustelleir." * Mancher blamiert sich gern, so gut er's kann. Ein Militärkapellmeister hat der Redaktion der „Deutschen Musikerhtg." folgendes kräftige Schreiben zugehen lassen: „Die Nummer 31 Ihres Käseblattes enthält einen Schrnntzariikel, Momentbilder .aus dem Gewerbebetrieb (?) der Militärmusiker, in dem mein guter Name besudelt wird. Auf diesen Blödsinn näher ernzugehen, verbietet mir der Anstand. Falls Sie sich erfrechen sollten, meinen Namen noch einmal zu beflecken, werde ich Ihnen die Spitze meines Degens zu kosten geben. Ich werde Ihnen zeigen, wie man anarchisttsche Schandbuben Ihres Gelichters züchtigt." * Einen aufgespannten Regenschirm als Bahnhofswartehalle konnte man am Sonntag in dem kleinen Orte Saaringen an der Kleinbahn Brandenburg a. H. —Röthehof sehen. Kürzlich war darüber gemeldet worden, daß diese Station keine Wattehalle besitzt, sondern nur eine Tafel mit Aufschrift ihr Dasein anzeigt. Ein Spaßvogel hatte nun an dieser Tafel den aufgespannten Regenschirm mit fol- Kunst und Wissenschaft. — Gerhard Hauptmann hat außer seinem Lustspiel: „Die fröhlichen Jungfrauen am Bischofs berg" seinen , Florian Geyer* einer von ihm längst geplanten Umarbeitung unterworfen, welche ebenfalls am Lesiingtheater zu Berlin im Laufe des Winter« zur Aufführung gelangen soll. Der Dichter beabsichtigt, sein Drama aus dem Bauernkrieg zu einer Tttlogie zu erweitern und dem Flottan Geyer zwei weitere Bühnen- werke folgen zu laffen, die, ebenfalls zur Zeit der Bauernkttege spielend, sich an jene« Drama anschließen. Die Deutsche Bank und der Hibernia-Kampf. Am Dienstag und auch gestern war an der Berliner Börse die Version verbreitet, daß die Deutsche Bank, die sich in dem Hibernia- Kampf bisher zurückhaltend zeigte, zwischen den beiden Gruppen vermitteln wolle. Auch die Dresdner Bank habe die Absicht, einen tiefergehenden Konflikt zu vermeide und suche der gegnerischen Gruppe entgegen *u kommen. Sei dem wie ihm wolle, so macht ich doch bestimmt das Bestreben geltend, die Angelegenheit auf Mlichem Wege zum Ausgleich zu bringen, wobei aber selbstver- ländlich die Verstaatlichung der Hibernia zur Durchführung kommen müßte. Wie mitgeteilt wird, sind attd) bereits bei dem Land- gettchte Bochum, Kammer für Handelssachen, durch den dortigen Rechtsanwalt Heitmann die in der Generalversammlung vom Samstag eingereichten Proteste durch eine Anfechtungsklage geltend gemacht worden und ist die Hiberniagesellschaft zur mündlichen Verhandlung geladen. Sämtliche Beschlüsse der neulichen Generalversammlung sollen für nichtig erklärt werden. Märkte. Limburg a. d. L., 31. Aug. Fruchtmarkt. Durch- chnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 15.00 Mk., weißer Weizen 14.50 Mk., Korn, altes, Mk. 0.00, neues 10.60 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 7.25 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Denn Scraringen hat, wie ehemals auch Lütte, Es noch nicht gebracht zu einer Bahnhofsbütte. Bin ich auch klein und kann viel Schutz nicht spenden, gendem Vers befestigt: .Ich fitze hier zu einem guten Zweck, Drum holt mich nicht leichtfinniger Weise weg; Neueste Meldungen. Origiualdrahtmeldungen des Giessener Anzeigers. Berkin, 1. Sept. Auf Befehl des Kaisers fällt aut 2. September anläßlich dep Kafferpcwade in allen städtischen Schulen dep Unterricht aus. Berkin, 1. Sept. Die „Kolonial-Zeitschrift" bringt Enthülkungen über die Zustände in der südweft- afrikanischen Station BethaNien. Nach dem Bericht eines Herrn Geffert sind von einer auf 21 zu schätzenden Gefangenenzah'l in Bethanien 12 gestorben. Diese Ziffer ist nadj, einem Durchschnitt von 3 Jahren berechnet, denn in diesem Zeitraum sind insgesamt mindestens 36 Gefangene int Gefängnis Bethanien gestorben. Berkin 1 Sept. IN der Lustmordaffäre an der kleinen Koschoreck fanden eine Reihe von Vernehmungen statt doch führten die Aussagen der vernommenen Zeugen noch zu keinem Ergebnis. Kohn wurde vor die Leiche geführt war aber vollkommen ruhrg und gefaßt. Er bestritt daß er irgendwelche Schuld an dem Morde tragen Inzwischen hat sich! eine AnzM von Kindern gemeldet, die behaupten, daß Kohn ihnen Geld snr unsittliche Hand- lunaen versprochen habe. Hieraus erfolgte die I^rhaftung des Kohp, der auch die neuen gegen1 ihn erhobenen Beschuldigungen bestreitet. . Dortmund 1 Sept. Der ZreseleWMer Johannes Pe- ters ist nach verÄmng Mr>ß^Wc»^lfülschungen flüchtig, geworden. Hiesige Banken stnd an den Verlusten, die sich auf 100 000 Mark belaufen, nicbt beterlrgt. Trier 31 Aug. Heute nachmittag 6 Uhr 30 Mm. wurde auf der Nebenbahn Ghrang-Contz auf dem Ueberwege bei Km 12 ein Muhrwepk von emer keerfahrenden Lokomotive üb er fachPen. Hierbei wurde der Führer des Wagens verletzt und ferne MitfahpeMeSchwe sterg e- töteL Der Betrieb ist nicht gestört. Wen dre Schuld- trifft, ist noch nicht festgestelld Klauen i V, 1. Sepr. 'Dem „Vogtl. An?." tvrvd be* ftütit daß bue Prinzessin Luise von Koburg in der Ächt zum MtttnLch aus Mrd Mster, too sie seit drei Wochen im Wettiner Lose zum Kumebrauch Werlte, entflohen ift chrch-Keglevich entführt worden ift Dre Untersuchung wird von Wien aus geleitet. , Bad Elster, 1. Sept. V^uzessrn Lurse von Kob'u rg hat einen Scknnua von hohenWette mttgmommen. Ter Flncbtplan war vorbertttet rmd mit SchlaulM daktlMührt. Tie Behövdim an der Grenze nadj Frantterch und der SWverz wurden verständigt. In Dresden glaubt man daß sich dre Prm- z ess in nach ihrer Flucht nach Asch bereit habe, um dort über die Grenze nach Bavern zu gel-en rmd sich dann entweder nach der Schweiz oder narb Frankreich zu begeben. ES gilt als auö- geschlossen, daß fiel) Oberleutnant Keglevrch selbst, rn Bad Elster aufgehalten und sich direkt an der «ttucht der.^wzesstn b.tätigt hat. Tie Prinzessin w-olmte tu Bad Elster rn Gescllschirft der . . 204.30 . . 223.90 . . 143.20 . . 207.25 . 217.60 Tendenz: fest. K r i e g s a u s s i ch t e n. In der letzten Zeit konnte man der Börse und auch In den Blättern deS Oeftern der Ansicht begegnen, daß mit dem Fall von Port Arthur die Mächte, insbesondere Frankreich und England, mit Friedens- oder doch Verrnittlungs-' Vorschlägen an die kriegführenden Mächte berantreten würden. Daß diese Vorschläge bei Rußland kein Gehör finden werden, wird sich wohl jeder sagen, der die Verhältnisse ohne Optitnismus beurteut und etwa« von großer Politik versteht. Wie weit wir vorn Frieden entfernt sind, geht daraus hervor, daß den russischen Trans- iwrtunternehmnngen offiziell die Mitteilung zugeht, daß die sibirischen Eisenbahnen noch lange Zeit mit dein Transport von Truvven und MNitärgütern beschäftigt sein werden und daß die Abfertigung von Gütern ans den FndilstrierayonS nach (Sibirien erst spater als di.- Fnteresfenten ermüden, beginnen dürste. Darum empfehlen die Iransportagemuren die Beförderung von Gütern auf dem Sport. ^adsport. Die großen Motor- und Radfahrten auf unserer Rennbahn an der Hardt, welche am Sonntag ftattfinden, versprechen einen hochinteressanten und fbannenden Verlauf. Für das. Eröffnungsfahren liegen so zahlreiche Meldungen vor, daß zwer Vorläufe nötig werden. Im Gautoanderpreissahren werden dre besten Fahrer der mitteldeutschen Renn-Elite ihre Kräfte messen. und dem Meisterschaftsfahrer Struth - Mainz, bem Sieger des bongen Jahres, den Sieg streittg machen. Das vauptfahren ift den Meldungen nach am stärksten besetzt. FÜnf- zehn Fahrer werden in diesem Rennen in drei Vorläufen statten, von denen die Besten in die Entscheidung.kommen. .Die heißesten Kämpfe werden die beiden Motorfahren leinsputtge Maschine) zeitigen, an denen sich elf Fahrer beteiligen. Neu sirr die Gießener Renubalyr ist das zuletzt auszufahrende Ausscheidungsfahren, zu dem 15 Meldungen vorliegen Esl sind fünf Runden L 400 Meter zu fahren, bei denen der Fetzte einer jeden Runde iedesmal ausscheidet. Ter Rest der Fahrer macht bann in der letzten Runde die Entscheidung. Man erwartet durch diese Anordnung. daß dieses Rennen von Anfang an eine scharfe und lebhafte Resse gibt, da sämtlime Fahrer bei jeder Runde danach streben werden, vor der Entscheidungsrunde nicht zum Ausscheiden ui kommen. Handel und Uerkehr. Nalkswittschast. Berliner Börse vom 31. -luguft 1004. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Hofdame Fraulein von Gebauer im Wettiner Hof. Sie wurde nicht streng überwacht und gebrauchte Bäder, die ähnlich ben* wenigen in Fvanszensdad zur Kur gegen Frauenleiden und Hysterie dienen. Im Wetttner Hof hatte dre Pttnzessm sieben Zimmer der: ersten Etage gemietet. Ein Wächter wachte nachts ununterbrochen auf dem KorvÜ>or. Schon seit einigen Tagen war beobachtet worden, daß einige Herren, wahrscheinlich 'Abgesandte von Keglevich, sich lebhaft bemühten, mit der Prinzessin zu korrespondieren 'ober ihr Papiere in die Hände zu spielen. Tie Aussicht wurde daher verschärft. Es war aber ooch möglich, per Prinzessin einen Brief zuzustecken, und sie muß mittelst eines .Nachschlüssels bie Tür ihres Hotelzimmers geöffnet haben, das sie um zwei Uhr nachts verließ. Im Besitz der Pttnzessin be- ftnden sich ihre sämtlichen wettvollen Schmucksachen sowie Bar-< geld. Der Führer des Automobils, dessen Besitzer verhütt wurde, aber nichts auszusagen wußte, ist noch nicht zurückgekehtt. Die Be- gksttung der Prinzessin ist noch nicht abgereist Petersburg. 1. Sept. Wie der „Rujsssose Slowo" gedrahtet wird, ist das Gouvernement Samar amtlich für cho l e ra- bedroht erklätt worden. Petersburg, 1. Sept. Der „Russkoje Slowo" meldet aus Odessa ein dott kursierendes Gerücht, es bestehe die Absicht, Odessa auf einige Jahre zum Freihafen zu machen. ♦ Vom Kriege. Petersburg, 1. Sept. In einem Telegramm an den Zaren veranschlagt Kuropatkin die Verluste auf beiden Seilen während der letzten Kämpfe bei Liaujang auf je 10 000 Mann. — .Nach einer Depesche aus Mukden erzählt man dott, daß in den Kämpfen um Liaujang am 30. August viele iapanische Geschütze durch das Feuer der Russen unbrauchbar gemacht worden seien. 43 von diesen Kanonen seien den Russen in die Hände gefallen und stünden jetzt neben dem Eisenbahnzuge des Oberstkommandierenden. Auch heißt es in Mukden, General Samssonow habe in der Schlacht zwei japanische Bataillone in voller Stärke gefangen genommen. — Den letzten Nachrichten zufolge ist am 29. August bei Port Arthur wieder heftig gekämpft worden. Tschifu , 1. Sept. Die Japan erhaben das Fort Tung- kaitaschang durch Geschützfeuer zerstört. — Wie au# Port Arthur berichtet wird, sollen dort die Lebensmittelpreise eine ungewöhnliche Höhe erreicht haben. DaZ Fott 5 ist immer noch nicht eingenommen. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 8fM L September. 102.50 129.60 47.60 44.25 W/o S"/o 8V,% 3% «72% 37,% 102.10 89.95 100.10 Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oderhessen 4% Ungar. Goldrente . < 40/o Italien. Rente . . . 4Portugiesen , . . SO/,, Portugiesen, . . . . 1% 0. Türken . . . < Türkenlose 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4XU% äussere Argentiner 100.20 104.50 62.00 61.45 80/0 Mexikaner , . 41/a% Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandii. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesherr. Staatsbahn , Lombarden • * • Gotthard bahn . . - . Laurahütte . . . . Bochum . . , » . Harpener . . Tendenz: fest. . . 27.25 . . SOLO . . 117.40 . . 103.00 . . 204.40 . . 191.10 c . 143.00 . . 155L0 . . 160.70 . . 136.70 . . 18.50 u. . 190.00 . . 25L50 . . 208^0 . . 217.80 4% Oesterr. Goldrente . . 101.75 4i/i% Oesterr. Silberrente 100.80 Bekanntmachung. Die unterm 26. Mai L IS. angeordntte Sperre der Wagengasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 31. August 1904. Großherzoglilsies Volizeiarnt Gießen. Herberg. Kekmmtmachung. Am 1. Oktober I. I. ist bet der unterzeichneten Behörde eine Schutzmannsstelle mit einem AnfangSgehalt von 1320 Mk. steigend jährlich um 30 Mk. bis zum Höchstgehalt von 1800 Mk. zu besetzen. ? Geeignete Bewerber, die wahrend ihrer aktive« Drenst-j zeit beim deusschen ReichZheer oder der deutschen Marine mindestens 3 Fahre Unteroffizier gewesen sind, wollen^ sich unter Vorlage selbstgeschriebener Gesuche, denen die Militärpapiere, sowie Führungszeugnisse anzuschließen sind,' bis 20. September l. I. melden und sich vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. Gießen, den 31. August 1904. Großherzo glich es "Nolizeiamt Greßen. /_>____. _____________________Herberg._____________ ’ ' Arbeits - Vergebung. Die bei Umgeftaltrtng der Terrasse am ZtnrhauS z« Bad- Nauheim vorkominettden Arbeiten sollen auf Grund des Minssterial- erlaffes vorn 16. Juni 1893, jedoch vorbehaltlich der Geuehmig- nng des BanweseuS durch die Laudstände, im Wege öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden und zwar: 1. Erd- und Maurerarbeiten. Los I ca. 650 cbm Evdanshub, 330 cbm Fundament» und Bruchsteinmauerwerk mit Verblendung, ca. 290 qm Steinplatten zu verlegen. Los II ca. 650 cbm Erdaushub, 160 cbm Fundamentmauerwerk , 460 cbm Backsteinmauerwerk, 115 qm Backsteingewölbe. 2. Steinhauerarbeiten. Los I ca. 95 cbm Kalkstein (Muschelkalk), 450 Baluster. Los IE ca. 10 cbm Basalt, 145 cbm Kalkstein (Muschelkalk), 200 Baluster. 3. Lieferung von Plattenbelag. Los I ca. 290 qm Steinplatten Basalt, Granit oder Marmor. Los II ca. 125 qm desgleichen. 4. Bctonarbeite«. LoS I ca. 300 qm Eementbeton. L08 II ca. 210 qm Asphaltestrich, 150 qm Monierdecken re. 5. Zimmerarbeiten, ca. 26 cbm Tannenholz. 6. Eisenlieferung, ca. 3500 kg Träger. 7. Grobschlasserarbeiten. ca/llüö k§ Eiserrzeug, 40 kg Broneeklammern. 8. Dachdeckerarbeiteu. ca. 220 qm Ziegel- ob. Schieferdecknng. 9. SPenglerarbeiteu. ca. 60 lfd. Mtr. Hängekairdel, 50 tfbj Mtr. Abfallrohre usw. 10. rveißbinderarbeiten. ca. 900 qm Wand- und Gewölbeputz. 900 qm Leinffarbe-Anstttch. 280 qm äußeren Putz usw. Alle Unterlagen fiitb auf unserem Zwoigbüreau zu Bad-Naubeim, BadehanT IV, eiffzufeben. Bedingungen lutb ArbeitSbeschreibringen werden zürn Selbstkostenpreis dort adgegeberr. Der Zrrschlag kann für die verschiedenen oben genamrten Arbeiten rrach einzelnen Losen gettrmrt oder für beide Lose gemeinsam erteilt roerberu , Die Angebote sirrd verschloffen und portosi-ei an btc unterzeichnete Behörde, Bad°«aubeim, BadedattS IV. vis spätestens Sambtag den 1. Oktober d. $., voruttttagd 10 tthr, eMpl- senden, wo sie sofort in Änweseubeit etwa erschienener Bewerber eröffnet werden. — Z»lschlagSfrist 0 Wochen. Friedberg, den 1 i Verwend, in d.Mediziii, wie auch alsGenich- mittel nur beftenß etiips. iverden kann. 9. 10. 1897. D1/, aez. Dr. Amsel, Preise: Literfl. 3.—, */t ÖiterfL 1,70 Aecht nur zu Haden bei Phil.Herr«au«,SelterSweg. Gg. Wallenfels, Marktpl.Ll. Feinste Vogelsberger Tafelbutter p. Pfund Mk. 1.20, stets frisch, empfehlt 6698 Georg Wallenfels Marktvlau 21 Telephon 46. Flufr- und Seefische Telephon 119. Prompter Versandt «ach ausrv. 6702 Ia.Weisswein “5^1 la. 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