Nr 178 Erstes Blatt. IM Jahrgang Montag 1. August 1904 SSMÄ i4Ä A AM A *♦ A 4A 11 M A A A A A -M AHZKKS (n I ^kpTi pr zl li^pinpr W-W —ä kJ l v II v 11 v l «IljVIUVl bs!= =3E V . General-Anzeiger * VML Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Giehen MUZ Fernsprechanschluß Nr. 51. V f zergentell: Hans Beck. Are Yrutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Bekanntmachung. Betr.: Milzbrand in Hungen. Die in dem Gehöfte des Anton Müller in Hungen ausgebrochene Milzbrandseuche ist erloschen. Die angeordneten 'Sperrmaßregeln find aufgehoben. Gießen, den 30. Juli 1904. Großherzoaliches Kreisamt Gießen. I. B.: Haberkorn. 30. dem ver- Gefecht von Kuropatkin ausgedrängt wird, die weitere Offen- ive nicht ergreifen, bevor der Aufmarsch der Armeen OkuL und Nodzus beendigt ist. Spärliche Nachrichten. Vom Kriegsschauplatz liegen seit 48 Stunden wenig Nachrichten vor. Man schreibt dies dem Umstande zu, daß auf Seiten der Ruffen die Berichterstatter Befehl erhalten haben, die Front zu verlassen und andererseits die Japaner nur solche Depeschen durchlaffen, welche über Tokio gehen und dort so zugestutzt werden, daß sie ihren Zweck verfehlen. Daher unterlassen die Berichterstatter das Absenden von Depeschen. Aer Krieg zmisAen Japan und Mußland. Nusfische und japanische Meldungen. erwartet. Nnttschwaug. Aus Niutschwang in Tokio eingettoffene Flüchtlinge berichten, daß sämtliche Muren vor dem Hafen von Niutschwang zerstört feien. Chinesen benutzten die Zett zwffchen dem Abzug der Russen und dem Eintreffen der Japaner dazu, die Laden, namentlich in den Vorstädten, zu plündern. Nach Ankunft der japanischen Kavallerie wurde die Ordnung wieder hergestellt. Die Fremden hatten nm die Entsendung einer Wache gebeten. Die Japaner übernahmen am 27. d. M. die Verwaltung der Stadt, an deren Spitze Oberst Watonabe, Generalstabschef in Tientsing, gestellt wurde. Dieser ist ein erfahrener Offizier von europäischer Bildung, spricht geläufig englisch und französisch. Line Falle. Aus Niutschwang wird telegraphisch gemeldet, daß am 26. Juli 5000 Russen beim Anrücken der Japaner der Rückzug verlegt wurde, ehe sie das KorpS des Generals Stackelberg erreichten. Es sollen bei Ho-can von Okus Truppen gestellt sein und sich hier verschanzt haben. Die Abteilmrg wird als verloren angesehen. Die Straße von HaLtfchong nach Saupalmg. Nach Berichten von der ersten Armee hat Kuropatkin eine Barriöre von zwei Divisionen östlich von Liaojang die Straße von Haitschöng nach Kaupaling entlang ausgestellt. Diese durchquert die Hauptstraße nach Lraojanq bei Tang- hogen, wo sich das Hauptquartier befindet. Reserven stehen bei Anping. Die kürzlich von Haihogen vertriebenen Trrrppen sind jetzt bei Karrpaling ton$enh-icrt Diese Barriöre von zwei Divisionen deckt auch den linken Flügel bei Auschantten, wo Kuropatkin, wie man glaubt, dem nächsten Angriff standhalten wird. AuS Haitscheug wird vom 29. Juli depeschiert: Um 7 Uhr morgend begann auf dem rechten Flügel der Süd- Abteilung das Artillerrefeuer. Die Japaner marschierten die Eisenbahnlinie entlang auf. Das Feuer dauerte bis 11 Uhr morgens. Hierauf wurde der Aufmarsch eingestellt. Weiteres ist noch unbekannt. Eitler Privatmeldung anS Tokio zufolge erwartet man dort kaum vor Dritte August den konrbimerten Angriff der Armeen der Generale Nodzu und Oku gegen Haitscheug, .md rncht vor Ende August den unvermeidlichen Kampf um Liaujang. Kuroki« Vorposten sind nicht über Tscheliho aus balbem Wege zwischen Liaujang und Mukden hinauSgekommen. Eine ernste Bedrohung von Mukden erscheint also im Augenblick ausgeschlossen. General Kuroki dürfte, mcun ihm mcht ein Ivm Attentat auf Mlegrve. Zu der Ermordung des MdMerS Plehwe noch berichtet, daß der hinter dem Wagen' fahrende Myemi- Polizist cm den Attentäter hercrnAufahren versucht habe. Aber im selben Augenblick schleuderte der Attentäter seine Bombe rns rechte Wagenfenster und der Geheimpolizist kam §u Fall. Im nächsten Moment erfolgte die Explosion. Aus dem zertrümmerten Wagen fiel der leblose Körper des Ministers auf das Straßenpflaster und lag dort in der zerfetzten Uniform mit dem rotenBande des Alerander-RewM-Ordens. Unter dem toten Minister lag in unversehrtem Zufttrnde der Bericht an den Zaren, den der Sekretär sofort an sich nahm. Der Marquis BessaNv, der um dre Zer^alS das Verbrechen begangen wurde/ aus Gatschina zuruckrehrn'nno nur 50 Meter von dem Wagen Plehlves enkferrtt umr, erMlte, wie dem ^Dailh Expreß" berichtet wurde, folgendes: Ich hörte eine ungeheuere Explosion und sah, rme die Fensterscheiben aller Häuser in der Umgebung und das Glasdach am Warschauer Bahnhof Mhmrmenbrachan. Vor der Front des Warschaner HvtelN war alles drmhn emanbergcworfcn. Ich sah, Ivie dlc M^e erschrocken fort, stürzt., und nric eine Zrau, deren Schulter war und Btutete, ans einer Tragbahre fortgebracht wurde. Sie fctirtc laut vor Schmerz Hart daneben! war ein OMwr in Ohnmacht gefallen, die recht« Sette setnes <^sihbÄ war zerrissen. Dort lag ein schwerVeNwundeter Radsayrer. der noch sein zerschmettertes Rad fesMelt. M) meinem Wagen und ging rasch auf den Wigen beS WnrW mi, oder >vns von dem Wagen noch Übrig geblieben«war, denn derselbe war tatsächlich in Splitter zerschmettert, du über eine Entfernung von 40 bis 50 Mo ter ticrftreut i^aren. 92 ir bau vierte Rad war intakt geblieben. Herr v. Plelpve Um auf dem Rücken und hielt noch das Papier m bet Ein Telegramm Ssacharows an den Generalstab unter ___Juli lautet: Die japanische Gesandschast in London öffenckicht ein Teleyranrm General Okus über einen vom 24. Juli von der japanischen Armee unternommenen Angriff auf starke Befestigungen unserer Armee bei T a s ch i t s ch i a o.^ Unsere Streittttäfte waren darnach 5 Divisionen und 100 Geschütze stark. Nach mehreren Angriffen auf inrftre Stellungen hätten die Japaner vor Tagesanbruch unsere Stellungen genommen und uns nach Taschttschiao rnrückgedrärrgt. In Wirklichkett nahmen an dem Kampfe bebentatb geringere Streitkräfte teil. Unsere Stellung, die nur eingenommen war. um den Feind aufzuhalten, aber nicht, um uns auf ihr hartnäckig zu verteigen, hatte leine besonderen Befestigungen. Die japanischen Trrrppen unter» nahmen allerdings mehrere Angriffe, diese wurden aber bei Eintritt der Dunkelheit eingestellt. Das Gewehrfeuer dauerte atoar bis in die späte Nacht, doch behaupteten wir alle unsere Stellungen. Die Stellung wurde jedoch spater geräumt, weil es der Abteilungschef nicht für möglich hielt, am folgenden Tage eine ScAacht anrunchmen. Unsere 16 Werst lange Operattonslinie wurde daher geräumt: dies kam den Japanern völlig un- Uslitische Tagesschau. Eine außerordentliche Einberufung des Reichstags zum Zwecke der Genehmigung des deutsch-russischenHan- delsvertrages wttd in der „Post^ angeregt. Das Blatt meint, es verdiene ernste Erwägung, „ob nicht, ähnlich wie einst bei dem spanischen Handelsverträge, jetzt in möglichst naher Zeit eine außerordentliche Session des Reichstages lediglich zur Genehmigung des deutsch-ruisischen Handelsvertrages in Aussicht zu nehmen sein möchte." Dazu sagt die „Freis. Ztg.": Allerdings ist im September 1886 der Reichstag zu einer vier Tage dauernden Session einberufen worden, um der Verlängerung des deutsch-spanischen Handelsvertrages zuzustimmen. Damals haTldelte es sich aber nur um einen Handelsvertrag. Die damalige Einberufung war an sich ganz überflüssig, da die Zustimmung des Reichstags zur Verlängerung des deutsch-fpanr- schen Handelsvertrags gar keine Eile batte. Die Einberufung des Reichstags zum 16. September 1886 wurde damit zu erklären versucht, .daß Bismarck in jenen aufgeregten Tagen nach dem Sturz Alexanders von Bulgarien Gelegenheit haben wollte, seine Balkanpolittk im Reichstage zu verteidigen. Bismarck reiste dann frellich, noch ehe der Reichstag zusammengetreten war, Zach Varzin ab. Gegenwärtig legt die Reichsregierung Wert darauf, die Handelsvertragsverhandlungen erst mit allen Staaten zum Abschluß zu bringen, ehe neue Handelsverträge dem Reichstag zur Zustimmung unterbreitet werden. Roch nicht abgeschloffen sind u. a die Verhandlungen mit Oesterreich, der SÄveiz .und Rumänien. Der Handelsvertrag mit Italien ist bereits Ende Februar zustande gekommen. Mit demselben Recht, wie jetzt die „Post"" eine außerordentliche Zusammenderufung verlangt zur Genehmigung des ruffifchen Handelsvertrages, hätte sie vor einigen Monaten fordern können, daß, so lange der Reichstag noch desiammen war, der deutsch-italienische Handelsvertrag zur Zustimmung rntterirreitet würde. * Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden. Zu den sozialpvlittschen Aufgaben einer nahen Zukunft ge*- hört die gesetzliche Regelung der Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden. Durch das Gesetz vom 30. Juni 1900 wurde die bis dahin nur den Gemeinden erngeräumte Befugnis zur Erstreckung des DersicherungsHwanges auf die Hausgewerl^treiben- den auch dem Bundesrat für das ganze Reichsgebiet erteilt. Dabei wurden gewisse Normen aufgestellt, nach denen der Bundesrat oder die Gemeinden befugt sind, für solche Fälle, in denen Unternehm er bei der Beschäftigung von Hausgewerbetreibenden sich der Vermittlung von Zwischenpersonen bedienen, das Verhältnis der Unternehmer, der Zwischenpea-sonen, der Hausgewerbetreibenden und ihrer Hilfspersonen hinsichtlich der Beiträge besonders zu regeln. Der Brmdesrat veröffentlichte tm Sabre 1902 den Entwurf eines Beschiluffes, wonach alle Hausgewerbetreibenden in die Kranklmversichernng einbezogen werden sollten. Gegen diesen Entwurf wurden schwerwiegende Bedenken rechtlicher und praktischer Natur gellend gemacht, und es erwies sich, daß zur Durckfführung des allgemeinen VersichermrgszivangeK und zur Einftihrung der hierzu notwendig erachteten Ernrichd- ungen die dem Bundesrat verliehene gesetzliche Ermächtigung nicht ausreichend war. Es blieb bet dem Entwurf, und die Gemeinden zogen von neuem die ihnen zustehende Errnächttguug in Erwägung, die Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden für ihre Bezirke durch Ortsstatut cinzuführen und zu regeln. Hierbei erweist sich aber, .daß die Kommunen sich vielfach durch die mcht zu verkennenden Schwierigkeiten abschrecken lassen und die Angelegenheit vertagen, llm so dringender ist daS Bedürfnis nach einer Regelung der Frage* von Reichswegen. Eine Erhöhung der Di er steuer ist nach der „Freis. Ztg." geplant. Diese Erhöhung soll sich in “bet Form einer Staffelmrg der Brarrmalzstzwer vollziehen. Ta aus der neuen Braumalzstener beträchtliche Mehreinnahmen für die ReichSsimmzen erzielt werden sollen, werden die Stcrffelsütze nickst dertrrtig abgemeffeu werden, daß die lleinen Brauereien um so viel entlastet werden, wie die größeren an Mehrertrag von Bransteuer erbringen. DaS Endergebnis rvird vielmehr fein, daß die kleineren und mittleren Brauereien Murr günstiger weg- konnnen als die größeren, aber doch im Vergleich zu dem heutigen Einheitssatz von 2 Mark auf den Zentner Braumalz eine stärkere Belastung erfahren. hm, in welch«?in er ihn mit der t< beauftragt,, in der er dem uuttfiXty dop KqarckrLich jüh art» Hand, das er während der Explosion gelesen hatte. Das Papier war durch die Bombe nicht berührt worden. Hart neben ihm lag ein großes Portefeuille voll von Papieren. Der Körper des Herrn v. Plehwe Kuckte noch, aber das Gesicht war so entstellt, daß es nicht §n erkennen war. Das Kinn war fortgeblasen und am HÄs' hatte er eine tiefe Wutrde, aus der Blut floß. lleber die Persönlichkeit des Mörderß weiß man noch rnchts Sicheres. In Petersburg kursiert das Gerücht, der Mörder Plehwes sei ein Student des Bergkorps. Der „Daily Mall" zufolge macht die Petersburger Polizei alle Anstrengungen, um aus dem verhafteten Attentäter auf irgend eine Art Anhalts'nrukte zur Entdeckung der Mitschuldigen zu erhalten. Man hat ihm die stärksten Mittel gegeben, um ihn wenigstens für kurze Momente vernehmungsfähig zu machen. Da er im Dalbschlummer einige Namen aussprach, haben diese AnhaltSpuutte zu weitgehenden Nachforschungen geliefert. Die Poli-ei kennt die Kosten, welche dem sogenannten Kampf-Komitee aus der 1902 begonnenen Arbeit an Plehwes Beseitigung erwuchsen. Sie belaufen sich auf 75000 Rubel einschließlich der Errichttrng des Etahlissements zur Her- stellimg verbesserter Bomben. In einem geheimen Polizeibericht heißt es, haß diese Auslagen bis auf Kopeken genau verbucht seien, daß Nnterschleife dieser Gemeinschaft niemals Vorkommen, im Gegentell, jeder trachte von den bewilligten Reisespesen zu ersparen, damit der Fonds nicht geschwächt werde. In Paris wird stark für den Justizminister M u r a w i e w als Nachfolger Plehwes Stimmung gemacht. Man kann Mura- toieto nicht vergeßen, daß er afö Mitglied des Haager Schiedsgerichtes in der Venezuela-Sache sich dem französischen Standpunkte, wenngleich erfolglos, geneigt erwies. M^rcawiew würde der verla ßlichrn russischen Presse gewiffe Freiheiten einräumen und auch tolerant gegen die fremde Presse fein. Das Begräbnis PlehweS fand nach den Anordnungen der FamiLe am 31. d. M. nm 10 Uhr im Noroodewitschi-Kloster hiersÄst statt. Täglich.werden zweimal Totenmeffen hier abgehalten, an denen viele hochgestellte Persönlichkeiten tellnehmen Bekanntmachung. Betr.: Rotlauf zu Inheiden. Die Rottauffeuche nn Gehöfte de§ Karl AlbuS in Inheiden ist erloschen. Die anqeordnete Sperre ist aufgehoben. Gießen, den 3(X Juli 1904. GrvßherKogli ck es Kreis amt Gießen. I. V.: Haberkortt. Bekanntmachung. Betr.: Rotlauf zu Garbenteich. Unter dem Schtveinebestand des Heinrich WallbottIV. in Garbenteich ist der Rotlauf auSgebrocheu. Gehöst- sperre wurde angeordnet. Gießen, den SO. Juli 1904. Gwßherzagliches Kreis amt Gießen. I. 93. Haberkorn. Bekanntmachung. Betr.: Hauptkörnng der Faselttere — Bullen, Eber, Ziegenböcke — im Jahrgang 1904 un Körbezirk Grünberg. Wir bringen hiermtt zur Kenntnis der Beteiligten, daß die diesjährige Haupttörung in dem Körbezirk Grünberg an den nachstehend genannten Tagen in den einzelnen Gemeinden, jeweils vormittags 8 Uhr beginnend, von dem bei den einzelnen Touren zuerst aufgeführten Orte aus stattfinden wird: 1. Frettag den 12. August: Lauter, Queckborn, Ettingshausen, Münster. 2. Montag den 1b. August: Weickartshain, Stockhausen, Stangenrod, Grünberg. 3. Frettag den 19. August: RöthgeS, Villingen, Nonnen- roth, Ober- und Nieder-Besfingen. 4. Montag den 22. August: Göbelnrod, Saasen, Linden- struth, Hattenrod, Harbach. 5. Frettag den 26. August: Mendorf a. d. Lda., Treis, Climbach, Londorf, Keffelbach. 6. Dienstag den 30. August: Allertshausen, Beuern, BerSrod, Winnerod, ReinhardShain, Beltershain. 7. Donnerstag den 1. September: Lumda, Wettershain, RüddingShaufen, Odenhaufen, Gellshausen. Die Faselhatter (der Bullen, Eber und Ziegenböcke) sind seitens der Bürgermeistereien von den vorstehend angeordneten Terminen rechtzettig in KenntnrS zu setzen. Diesem gen Vreh- befitzer, welche Faselttere zur K^ung zu bringen beabsichttgen, haben innerhalb einer Woche nach dem Erscheinen dieser Bekanntmachung ihr Vorhaben dem Vorsitzenden der Kör- kommission, Herrn KreiSvetermärarzt Nenrrhöffer m Grünberg, anzuzeigen. Gießen, den 30. Juli 1904. Großherzoaliche^ .Yreisantt Gießen. I. SS.: HaVeirkorn. 5>er Aruch Arankreichs mit dem SatiLarr Das ^Journal 'OMctel"" veröffentlicht den zwischen der französischen Regierung und dem päpfilickwn Sttlhle gepflog-enen Schriftwechife-l betreffend die Bischöfe von Laval und Difon. Darunter befindet sich ein Bickef von Combos, tvorin er Delcaffö Mttellimg davon macht, daß der nächste Ministerrnt zur Wahrung der Mr de der Regierung die riötigen Maßregeln bcfpveck-en werde. St betont die Inffbrrckchett des Briefes de^ Mn4ttnals^a n u- telli an Herr Bischof von Laval, durch den er den Bischof unter Audrohnng der Entlobung vom Amte noch Rom beruft Canll'es legt dann bar, daß dieser Befehl uitb diese Dwhnn^i erneuert unkrpen. Er ist der Ansicht, daß lüese Trellxreien barsehre gesetzt habe, habe er den Schuß in den Kopf erhalten, worauf ec dewußloS zusammenstürzte. Als er toieber zu sich gekommen fei, habe er die Wahrnehmung gemacht, daß er vollständig cmögeraubt worben war; eS fehlte fein Portemonnaie mit 300 Mk. Die Polizei ist eifrig bemüht, in bie Sache Klarheit zu bringen. Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbar st aaten. In einem Teiche bei R 0 mr 0 b wurde gestern die Leiche eines jungen ManneS von Groß-Felba, namens Eißfeller, aufgesunben. Er war, erst 16 Jahre alt, in bem Bankgeschäft von Bücking unb LangSborf tätig gewesen. Momentane Geistesstörung hat ben BemitleibenSwerten in ben Tob getrieben. , 12. Kießencr Audtr-Megatta. Gießen, 1. August. Die gestrige Regatta auf dem Gießener Wasser lieferte wieder einmal einen glänzenden Beweis, daß das Interesse für den Rudersport in unserer Lahnstadt heute noch 'so lebendig ist wie früher. Die Gießener Rudergesellschast hatte gestern wieder gezeigt, daß sie es versteht, ihren Bootsplatz zu einem würdigen Festplatz umzuwaudeln^ welcher biS auf das letzte Plätzchen von Menschen gefüllt war, die mit Interesse den Wettkämpfen folgten. Die Pausen würben ausgefüllt von dem Konzert der Kapelle des Leib-Dragoner-Regts. Nr. 24 aus Darmstadt. Auch die Vorrennen am Bormittage waren, obschon sie ein besonderes Interesse nicht boten, recht gut besucht. Die Hauptrennen, welche pünttlich um Vr4 Uhr nach- niittags begannen, hatten folgendes Resultat: 1. Junior- Einer: Ludwigshafener Ruderver^in 8,3 Hegen Nuder- ciegc des Tum- und FcchtklubS (welche sich versteuert hatte) 8,7. — 2. (Großer Vier ep: (Stadtpreis): Frawk- furtcr Rudergesellschaft „Sachsenhausen" 7,46 vier Fünftel (gtna allein über die Bahn). — 3. Vierer (Preis von der Lahn) Wetzlarer Rudettklub (Seniomrannschast) 7,11 drei Fünftel gegen Limburger Ruderverein (Juniormcnmschaft) 7,23. Gießen hatte seine Meldung wegen Erkrankung einer seiner Leute zu dem Rennen zurückgezogen. — 4. Einer, Lahupokal: Hamburger Ruderverein 7,24 gegen Ludwigshafener Ruderverein, welcher total versteuerte. — 5. Zweiter Vierer: Würzburger Ruderverein 7,12 gegen Frankfurter Rudergesellschaft „Sachsenhausen" 7,18 zwei Fünftel. S-Hurra beglettete die Uebcrgabc des Lahnpokals cm Hamburg. Der Kesstsche Hchuhverein für entlassene Sträffinge genügen, obwohl man mit einer Ä rechne, wovon hielt seine diesjährige Mttglikder-Versammlung unter dem Vorsitz des Generalftaatsanwalts Dr. PreetoriuS am Samstag hier in Gießen int Sitzungssaale des Regierungsgebäudcs ab. Die Versammlung .war von Mitgliedern aller Landesteile gut beucht. Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung mit lierzliäien Worten, dabei auf .die eminente Bedeutung des Vereins hinweisend ,ber seinen jetzigen Titel mit gutem Rechte führe. Die Werbuna neuer Mitglieder habe einen großen Erfolg getobt, da bereit Zahl von 3800 im Vorjahre auf 5600 gestiegen fei. Allen Mithelfern, insbesondere den KreiSömtem, gebühre hierftlr besonderer Dank: die Verinchrung der Mitgliederzahl sei int übrigen auch notwendig gewesen; da sich die Zahl der Pfleglinge -tzr stark vermehrt habe und von 152 in 1901, auf 218 in 1902, 275 in 1903 gestiegen sei, während man in der Hälfte deS Jahres schon 1S3 Pfleglinge, also mehr mir im ganzen Jahre 1901 — Men Ansprüchen könne man freilich noch' nicht hl man mit einer Ausgabe von ca. 10 000 Mk . .. 1000 Mk. Staatsrnschuß seien. Leider fehle eS tm grossen Publikum noch an dem nöligen Verständnis von dem Wert des Vereins, Inder habe man sogar noch in manchen gebildeten Kreisen mit großem Vorurteil »n kämpfen das hoffrnt- flch bald beseitigt werte. Ms der vergleichenden Zusammen. ^Unng ergibi flch, dast Starkenburg mit einer Ausgabe von ca. W Mk. an der Sp.he steht, Mährmed für Rheinhessen nnr 2800 Mb llnd für Oterhelsen 1500 Mk. aufgrwentet werde«: tegegcn hat Main, mit 9b die meiste« Pfleglinge. Darmstadt 75, Buhbach 86 auch bezieht der Kreis Main, die grotzte Unterstütz. F*19 1^00 Mark., Der wichtigste Teil ter Pflege liege in b°n douteu dcr Be,staube und eS fei absolut notwendig, baft der Pfleglinge mit diesen b bt? Tatsachen bewiese«, «ach deren Entlassimg .meist zu spat sei. Denn es sei ohnedies ^°"^§teNen unterzukwmgen. Im . nn gedrucktes MitglicderverzeichniS er- maller gibt lnerauf den SRedxn- cito11 .'beiict.it pco 12'1)3 befemnt; bcinacb ilt eine ^teiorruuo 5er sich die Neuorganisation gut bewährt hat. Nr dm ^usdem Ausschuß ausgeschiedeuen Major vn- D. Rohde nnaetreten fSJ® fötgeuben Herren: Gcneral- ObettanbeSarrtchtäral Hrs^Darm- Elemnft-Bulütoch, Gefängnisdirektor Bor- manw Rockenberg, Provtnztaldtrettor Frhr. v. Gagern-Mainz Geheim rat Goldmann Erz.-Darmstadt, Provinzialdirrktor Jrbr' ^^^"Darmsta^, Oberbürgermeister Köhler-Worms, Supcr- tnteudeitt ^ctenen-Darmstadt, Pfarrer Schlosser Gießra, Toin kap^^uwr^r^Selbst)-^^^nz. Für den durch übcrlhiufte Tätia- teü lutsgeschtedcnen Schriftführer Mmisterialsekretär D Sternum fei tanrbe durch den GroßherAvg StrtiStantm errat MMer-Darm- stabt timt Schrift führ er ernannt. — Der Berichterstatter gibt hierauf ehre Reihe interessanter Zahlen über Geschlecht, Lebensalter, Orte der Vergehen usw. der Pfleglinge bekannt; danach fallen die meisten Vergehen auf Eigentumsdelikte mit Körperverletzung, danach folgen die Sittlichkeitsverbrechen. Für Unterstützungen wurden ausgegeben 7185 Mk., oder 1250 mehr wie im Vorjahre, und zwar für Starkenburg 3500 Mk., Oberhefsen 1496, Rheinhessen 2186. — Die Gesamteinnahme beträgt 10 99& Mark, die Ausgabe 9892 Mk.; Ueberschuß: 1105 Mk. gegen 2127 Mk. im Vorjahre. Das gesamte verzinsliche Vermögen beträgt 54 31.4 Mark, dazu unverzinsliches Vermögen 742 Mk. Sehr interessant ist die Statistik über die Besserung der Pfleglinge in den Kreisen und man darf nach den Durchschnitts- ergeburss'en der letzten drei Jahre Mnehmen, daß sich die Hälfte aller Pfleglinge gebeffert hat, ein Resultat, mit dem man zufrieden fein kann. Der Bericht findet einstimmig Annahme. Auch der dann vorgetragene Voranschlag für 1905 mit 10 300 Mark in Einnahme, 9200 Mk. in Ausgabe wird genehmigt. — Der nächste Punkt der Tagesordnung betrifft die Neuwahl des Ausschusses; dieser wird in seiner seitherigen Zusammensetzung einstimmig.wiedergewWt. Es folgt dann noch eine Besprechung einiger meist lokaler Angelegenheiten, insbesondere Verfügung über die Habe der Gefangenen, Voraus- setzungen bei Ernennung von Beiständen, Heranziehung der Gemeinden zu den Kosten, Abrechnrmg über besonderen tionssonds, Verkehr zwischen Vorstand und Strafanstalten usw. SrozeßWltte. Frankfurt, 30. Juli. Ju der Verhandlung gegen den Oberleutnant z. D. Witte .wegen Meineids und Mißhandlung begannen am Samstag um 9# Uhr vormittags die Pbndopers. Der Bertteter der Anklage, Kriegsgerichtsrat Bergmann, beantragte gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von einem Jahre, sechs Monaten, drei Tagen, Entfernung aus dem Heere, sowie fünf Jahre Ehrverlust Rechtsanwalt Richard Bruck plaidierte in lyafttinbigcr Rede für Freisprechung seines Klienten von der Anklage des Meineids und stellte bezüglich der Mißhandlung die Bestrafung anheim. Um *412 Uhr zog sich der Gerichtshof zur Beratung des Urteils zurück. Um 1 Ubr wurde durch den Vcrhandlungs- führer folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte Witte wird wegen Meineids und Mißhandlung Untergebener zn einem Jahre drei Tagen Zuchthaus, Ausstoßung aus dem Heere und zwei Ja hren Ehrverlust verurteiL — In den Urteilsgründen wird ausgeführt: Daß der Angeklagte einen Meineid Hegau gen hat, als er als Zeuge seine Schuldenlast verschwieg, hat das Gericht nicht feststellen können. Ferner soll er sich des Meineides dadurch schuldig gemacht haben, daß er auf die Frage des Rechtsanwalts, ob fdioH Klagen bei ihm. eingelaufen wären, verschwieg, daß das in zwei Fällen tatsächlich erfolgt war. Auch hier konnte ein Meineid nicht erwiesen werden, weil man im Publikum unter dem Begriff „Klagen" einen allgemeinen Prozeß versteht, nicht aber Klagen, wie sie in Versautnnisurteilen Vorlagen. Witte konnte sich also bei seiner Aussage im Irrtum befinden. Nun zu dem Verhältnis mit der Frau Oberleutnant Koch Trotz aller genauen Recherchen ist. das sei von vornherein bemerkt, nicht im geringsten erwiesen, daß Witte in ehebrecherischen oder unlauteren Beziehungen zu Frau Koch gestanden hat. Frau Koch ist viel ab und zu bei Witte gegangen. Llber nichts Verfängliches hat sich in dem Verkehr feststellen lasten. Der Friseur gibt wohl an, daß er Frau Koch efruital aus dem Schlafzimmer Wittes gehen sah, das kann aber ohtre schlimme Bedeutung gewesen sein. Wenn also auch ein Ehebruch nicht im mindesten zu beweisen war, so hat sich Witte doch eine wissentliche Eidesverletzung insofern zu Schulden kommen lassen, als er seinen häufigen gesellschaftlichen Verkehr mit der Frau Oberleutnant Koch entschieden abftritt. Es steht aber fest, daß Frau Koch in Witte verliebt war, daß sie hie und da zwei bis drei Stunden mit ihm zusammen toor^ W Zeuge« erklären anSdrkMchl, daß ste häufig bei ihm ge- wefat A nie aber sei etwas Ehebrecherisches vorgekommen. Selbst dre Burschen, .dre gewiß manchmal durch das Schlüsselloch gesehen haben, haben nicht bekundet, daß sie etwas Unanständiges rm Verkehr gesehen haben. Sie erklären aber auch aufs Be- strmmteste, daß Frau . Koch häufig — nicht bloß um ein Buch zu holen oder zu bringen — mit Witte gesellschaftlich verkehrt habe, daß fie zusamnren Kaffee oder Thee tranken usw. Hier hat fich Witte einer wissentlichen Eidesverletzung schuldig gemacht, indem er den gesellschaftlichen Verkehr als ganz gering bezeichnete, wahrend dies nicht der Fall war. Noch ein zweiter ?mll des Meineids wurde durch die Beweisaufnahme erwiesen. Witte hat als Zeuge behauptet, daß er seinen Burschen Lippert nre gcmißhandelt, sondern nur einmal zur Tür hinausgeworfen habe. Dies ist unwahr. Lippert, der einen glaubwürdigen Eindruck macht, erklärt, er sei erheblich zweimal mit der Reitpeitsche oder Fußtritten regaliert worden. Er erinnert sich bestimmt an mindestens zehn Falle. Auch zwei andere Burschen hat wiederholt Witte mißhandell, sodaß insgesamt vierzehn Fälle der Mißhandlung Untergebener uachgewieseu wurden. Bei der Strafabmessung kam in Betracht, daß Witte aus keinerlei unlauteren Motiven seine falsche eidliche Aussage erstattet hat. Es handelt sich um die Ehre der Frau Oberleutnant Koch, die inzwischen übrigens verstorben ist. Die Motive, warum er die häufigen Besuche ableugnete, finb edler Natur, da er vermeiden wollte, daß das in Forbach umgehende Gerücht über ein angeblich unsittliches Verhältnis zwischen Witte und der Frau Koch noch weiter um sich greife. Man kam daher wegen des Meineids auf die geringste zulässige (Strafe von einem Jahre Zuchthaus, wobei auch noch berücksichtigt wurde, daß die Aussage Wittes dem damaligen Angellagten Bilse nicht irgendwie hinderlich oder schädlich 'war. Der zweite Meineidsfall, die Burschennrißhandlung, wurde bei der Sttafabmessung als in einheitlicher Handlung erfolgt nicht berücksichtigt. Was die Mißhandlung der Untergebenen anlangt, so handelt es sich .um Ohrfeigen, an die Kehlefasten. Der eine Bursche sagt selbst, daß er die eine Ohrfeige redlich verdient hat. Bleibende Nachteile sind nicht entstanden, sodaß das Gericht wegen dieser Mißhandlungen auf eine Zusatzstrafe von drei Tagen Zuchthaus erkannt hat. Die Zuchthausstrafe hat das Ausscheiden aus dem Heere zur Folge. Ehrverlust wurde mit Rücksicht auf die edlen Motive des Angellagten nur in der Dauer von zwei Jahren erkannt. Von der Untersuchungshaft wurden sechs Wochen abgerechnet. — Der Angeklagte hat Berufung eingelegt. Herichtssaak. (th.) Gießen, 31. Juli. Der Immobilienmakler A. I. hier hat nach der Verwerfung der eingelegten Revision vorm Reichsgericht das Wiederaufnahme-Verfahren beim Landgericht Gießen durchgesetzt. Die Strafvollstreckung gegen I. wurde bis zur Erledigung der Sache ausgesetzt. Märkte? )(Grünberg, 30. Juli. Auf dem heutigen Wocbenmarkt wurden verkauft: Korn per Doppel-Zentner 15.— Mk., Hafer per Doppel-Zentner 14.25 Mk., Samen per Doppel-Zentner 20.05 bis 00.00 All., Kartoffeln 0.00—0.00 Mk. Gurken kosteten per 100 Stück 1.50—1.80 Mk. Butter per Pfund 0.95—1.00 Mk., Eier 6 Pfg. das Stück. fc. Frankfurt a. M., 1. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk.M.00—00.00, Kurhesfischer Mk. 00.00—00.00, La Plata Nck. 17.25—18.75, Kansas Mk. 17.75—18.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.00—13.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.00—15.50, Franken- felderMlll5,75—00,00,HaftrMk.l2L5—14.00,MaisMk. 11.50—12.00, Weizenmehl 0 Mk. 26.00—26.50, 2. Qualität Mk. 24.00 bis Mk. 24.50, 3. Qualität Mk. 22.00—22.50, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.50—20.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 9.25, Roggenkleie Mk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ko. Frankfurt i Ninder, 3 aus Oestreich, 191 Kälber, 187 Schafe und Hammel, 1475 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Psund Schlachtgewicht: Ochsen l.Qualttät72—75 SJäL 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 63—65Mk.; Bullen l.Qual. 64 btä* 66 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 69-71 Mk., 2.Qual. 66—68 Mk., 3. Qual. 60—62 Mk, 4. Qual. 48—50 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: l.Qual. 83—87 Pfg., Lebendgewicht 49—52 2. Qual. 74—78 Pfg., Lebendgewicht 43—47 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 58—60 Pfg., Schafe: 1. Qual. 70—72 2. Qu»!al. 62—64 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qucü. 60-00 Pfg., Lebendgew. 47 Pfg., 2. Qual. 59-00 Pfg., LebendqewiM 46—00 Pfg., 3. Qual. 53—55 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh gut, kein Ueberstand;" Geschäft bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.______________ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen ftir Dienstag, den 2. August: Zunächst heiter, noch wärmer, sehr schwül, später wolkig und vielerorts ergiebigere Gewitterregen, später Abkühlung. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Neueste Weldnngen. London, 1. August. Nach einer der hiesigen japanischen Botschaft zugegangenen Meldung hat der Sturm auf Port Arthur am Sonnabend begonnen. Die Japaner haben den Geschützkampf zu Lande mit 240 schweren Belagerungsgeschützen eröffnet, während die japanische Flotte die russischen Batterien am goldenen Hügel beschoß. Paris, 1. Aug. Soweit bis jetzt bekannt, haben die gestrigen Generalratswahlen einen großen Sieg für die Minstterielleu ergeben. Um 2 Uhr nachts waren im Ministerium des Innern 376 Resultate bekannt, darunter 240 ministerielle. In 25 Bezirken findet Sttchwahl statt. Der Kabinettschef Combes ist in seinem Wahl-Departement mit 1200 Stimmen Mehrheit gewählt worden. Die Ministeriellen gewannen 32 Sitze und verloren deren 12. Petersburg, 1. August. Gestern fand unter großem Pomp die Beisetzung PlehweS statt. Dec Zar, die Zarin-Mutter, der Thronfolger, die in Petersburg anwesenden Großfürsten und Minister re. wohnten der kirchlichen Feier bei. Eine große Anzahl Kränze waren auf dem Sarge niedergelegt. Die Leiche wurde alsdann zum Kirchhofe über» führt. Zwischenfälle sind nicht vorgekommen. Telephonäscher Kursbericht. 3x/2% Reichsanleihe . . 102.00 30/q do. ... 89.80 3V,% Konsole .... I0L95 3°/o do......89.75 31/2% Hessen .... 100.25 31/2 96 Oberhessen . . . —.— 496 Oesterr. Goldrente . . 101.60 4Oesterr. Silberrente 100.40 4% Un?ar. Goldrente . . 100.25 40/0 Italien. Rente , . . 103.80 4V, 96 Portu^iesei? , . . 62.10 8°/,. Portugiesen.....6L50 196 C. Türken .... —.— Türkenlose ...... —.— 4% Griech. Monopol.-Anl. 47.10 41/. 96 äussere Areentiner 43.30 3% Mexikaner .... 27.35 4,/2% Chinesen .... 89.50 Electric. Schlickert . . . 106,70 Nordd. Lloyd . . . . lOLOO Kreditaktien..... 200.70 Diskonto-Konnnandit. . . 188.20 Darmstädter Bank . „ . 137.90 Dresdener Bank .... 154.10 Berliner Handelsgee. . . 154.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.20 Lombarden . . . . . 17.40 Gotthardbabn ..... 189.00 Lanrahütte......251.50 Bochum . .... 205.75 Harpener ...... 207.50 Tendenz: fest. Für die Gesamt-Redaktion verantworllich: i. V. August Goetz. Färberei Gebr. Rover chem. 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