Erstes Blatt. 154. Jahrgang Nr. ISS •rlticlut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische« Landwirt die Sietzever Familien. Blätter viermal in der Woche beigelegt. -rotationSdrnck u. Ber- Freitag 1. JrmiL804 GietzenerAi.zeiger ” ®«tral.ilni(iger " E™* §» Amts- und Anzeizeblatt für den Kreis Sichen 88 U -. 11 ___________________-eigenteil: Hans Beck. Aie Heutige Ummuer umfaßt 10 Sette«. Wieder 2 japanische Schiffe vernichtet vom Wladiwostok-Geschwader. laben und einen Dampfer unb ein Segelschiff , rund bohrten, dann wieder sich drei außerhalb des Hafens liegenden Schiffen anschlossen und verschwanden. Zwei Koreaner und zwei Soldaten sind leicht verwundet. Der an den Gebäuden angerichtete Schaden ist unerheblich. Tokio, 30. Juni. .(Amtlich.) Tie TaknschamArmee berichtet über die Besetzung von Tenschuiling: Die Armee begann, in drei Kolonnen geteilt, am 26. Juni vorzugehcn zwecks Besetz, Befesti Besetzung von Fenschuiling, wo die Russen eine Art dauernder Befestigungen mit Forts, Verschanzungen, Drahthindernissen und Verhauen errichtet hatten. Sie Russen leisteten hartnäckigen Widerstand. Schließlich wurde Fenschniling am 27. Juni von ihnen genommen. Auf der Landstraße wurden 90 gefallene Russen gefunden, lieber die weiteren Verluste der Russen war noch nichts festznstellen. Sechs russische Offiziere und 82 Mann wurden gefangen. Der Gesamtverlust der Japaner wird auf 170 Mann geschätzte Söul 30. Juni. (Reuters Nach einer amtlichen Meldung besteht das vor Gensan erschienene Wladiwostokgeschwader aus 3 Kreuzern, 10 Torpri) »booten und Torpcdobrotszer-- störern. Es feuerte 180 Schuß auf vie japanische Niederlassung ab. Tokio, 30. Juni. (Amtliche Meldung.) Aus Gensan wird berichtet, daß heute früh sechs russische Torpedoboote in den Hafen einfuhren, etwa 200 Schüsse auf die japanische Niederlassung abg " in den G Tokio, 30. Juni. Das japanische Geschwader, das in nördlicher Richtung ausgelaufen war, um dem Wladiwostok- Ge schwader zu folgen, kehrte zurück, da es dieses nicht getroffen hatte. Russisches Mißgeschick. Kronstadt, 30. Juni. (Amtlich.) Vergangene Nacht entstand im hiesigen Arsenal im Torpedolagerraum durch Explosion eines Dampfrohres ein Brand. Fünf oder sechs Torpedos alter Konstruktion sind zerstört. Petersburg, 30. Juni. Gestern abend gegen 11 Uhr gelang es, das gesunkene Torpedoboot „DelPhin" zu heben. Als das Boot in Höhe des Wasserspiegels kam, begann man das Wasser anszusckwpfen. Als ein Offizier und drei Matrosen sich der Treppenluke des Bootes näherten, um sich von der Wasserabnalpne zu überzeugen, entstand durch.unbekannte Ursache eine Explosion . wodurch die Genaimten leichte Brandwunden erlitten. Alle befinden sich außer Lebensgefahr. Japaner und Deutsche. lieber ein entschieden feindliches Verhalten der i a p a - Nischen Bevölkerung gegenüber Deutsä)en, die besuchsweise in Japan sich aufhalten, ist neuerdings von mehreren Seiten Klage erhoben tvorbcn. In einem Berliner Blatte berichtete ein Deutscher sogar von einem Uebersatl, dein er in Schimonoseki durch zwei anscheinend den gebildet'^ Ständen angehörende Japaner aus' gesetzt war. Wie wir hören, werden die Beschwerden die in dieser Richtung au unser Auswärtiges Amt gelangt sind — eß handelt sich, wie gesagt, um mehrere Vorkommnisse — der Prüfung unterzogen, um geeigneten Falles den Verletzten Ge nugtuung zu verschaffen. Aer Krieg zwischen Japan «nd Wvßland. Nachträglich«- vrm der letzten Schlacht bei Port Arthur. Tschifu 30. $intl (Reuter.) 50 Europäer, die Port Mrthur am 23. Jmn verlassen hatten, kamen heute hier von der Pigeon-Bai an, wo sie sich auf einer Dschunke am 28. Juni erngeschifft hatten. Sie erzählen, daß in einer Seeschlacht am 23. Ium die „Sewastopol" leichte Havarie gehabt hätte, die in 15 Tagen wieder in Ordnung gebracht sein würde. Der Streuminendampfer Jmuf wäre ziem- l.ichwer befch2digt. Die Europäer hörten nichts über em Nachtyefecht, in welchem die Japaner, wie sie behaupten, ein russisches Linienschiff zum Sinken gebracht hätten. L o u d o n, 30. Juni. Dem Bureau Reuter wird aus Nint- schwang yom 29. Juni gemeldet: Nachmittags kam der russische Torpedobootszerstörer Dubarow aus Port Arthur an. Er war um 3 Uhr in Sicht gekommen, lief zwei Stunden später in den Fluß ein uitb machte längsseits des Kanonenboots „Siwutsch" fest. — Dem Bureau Reuter wird aus Petersburg gemeldet: Ter in Niutschwang angekommene Torpedobootszerstörer berichtet, daß die Gerückte Dom Sinken oder Beschädigtsein russischer Schiffe nicht auf Wahrheit beruhen. Aus Petersburg meldet das Reutersche Bureau ferner: Tie Ankunft des Torpedvbootszerstörers „Bukarow" rief unter den Eingeborenen große Erregung hervor. Eine zahlreiche Menschenmenge war am Ufer versammelt. Tie Offiziere des Schiffes erklärten den Bericht des Admirals Togo über die Niederlage der russischen Flotte am 23. Juni für übertrieben. In der Mandschurei herrsche heftiger Regen, welcher die Wege unpaffierbar mache. Kaipi«g besetzt. London, 30. Juni. .Wie der „Standard" aus Tientsin and „Daily Telegraph" aus Tokio übereinstimmend melden, fand am 25. Juni bei Kaiping ein heftiges Gefecht statt, infolgedessen der Ort am 26. Juni besetzt wurde. Neue Gefechte. Petersburg, 30. Juni. Einem Telegramm Kuro- palkins an den Kaiser von gestern zufolge nahmen die Japaner am 27. Juni die Stadt Seniutschen ein. Die Russen zogen sich mit geringem Verlust nordwärts zurück. Am 28. Juni fand ein Vorpostengefecht bei Tamialgou statt. Am 26. Juni besetzten die Japaner S i a n d i a o. In einem Gefecht bei Siahotau am 26. Juni wurden die Japaner zurückgeworfen und von den Russen bis Siandiao verfolgt. Letztere verloren tot und verwundet: zwei Offiziere und 39 Mann. Am 27. Juni wurde der Kampf bei Siahotau erneuert. Die Russen drängten die Japaner zurück und brachten die japanischen Batterien zum Schweigen. Die Verluste der Russen betrugen etwa 50 Mann. Am 26. Juni besetzten die Japaner Tfcheguanttn bei Siahotau. Am 27. Ium fand ein Kampf beim Dalienpaß .statt, bei dem die Russen sich zurückzogen mit einem Verlust von etwa 200 Mann. Am 26. Juni besetzten die Japaner den K o u d i a l i n p a ß aus der großen Straße nach Liaujang. Seit dem 25. Juni rücken die Japaner auch auf ihrem rechten Flügel vor. Sie besetzten am 26. Juni morgens Saimatsi. Eine aus Saimatsi vorrückende Abteilung von Kosaken wurde zurückgeworfen. Politische Tagesschau. Mirbach und Hammerstein. Am Donnerstag nntrbe im preuß. AVgeordnetenyause daS Ansiedelunngsgesetz sowohl in der General- debatte wie in der Spezral^DiZkussion unter Ablehnung verschiedener polnischer Zusatzanträge und eines Zentrums-Antrages nach außerordentlich stürmischen Debatten unter ununterbrochenen Zischchören der Polen angenommen. Das Flei sch Vesch äuge setz wurde in dritter Lesupg gegerl die Stimmen der Freisinnigen und Nationalliberalen angenommen und dann noch verschiedene kleinere Gesetzentwürfe -erledigt. Diesen Dingen voran ging eine überraschende Ministererklärung. Auf dis Interpellation der freisinnigen Volkspartei über die Mirbach-Affäre erklärte sich zwar der Minister des Innern Frhr. v. Hammer stein bereit, die Interpellation sobald wie möglich zu beantworten, er bedauere aber, den Tag der Beantwortung noch nicht angeben zu können, da die umfassenden und schleunigen Erhebungen noch nicht zum Abschluß gebracht worden seien. Das Haus nahm diese Erklärungen mit fortgesetzter stürmischer Heiterkeit auf. Zur Geschäftsordnung beantragte der Abg. Fischbeck (fr. Vp.) die Vorlage betr. Vertagung des Landtages von der Tagesordnung abzusetzen. Der Antrag wurde nach längerer Geschäftsordnungsdebatte abgelehnt. Das Abgeordneten- haus vertagte sich sodann auf unbestimmte Zeit. lieber Frhrn. v. Mirbachs, des Oberhofmeisters, private Tätigkeit als Kirchenspenden-Sammler wird sich also das Abgeordnetenhaus einstweilen nicht zu unterhalten haben, und die Erörterung des Systems Mirbach wird bis in den Winter vertagt. Oder wie der Präsident mit ungewollter Satire feststellte, „der Gegen st and erledigt. Kommt Zeit, kommt Rat. Die Absicht der Opposition, nebenbei auch die verblüffenden Enthüllungen im Pommernbankprozeß, die großartige Wohltätigkeitspflege auf „Konto K." zur Sprache zu bringen, war auf die einfachste Weise von der Welt vereitelt. Der Argwohn, daß mit der Verschiebung der Antwort dieser Zweck gewollt werde, machte sich in pointierten „Hört! hört!" auf seiten der Linker: Luft. Um so vergnügter ja schadenfroh, zeigte man sich auf der Rechten ob des „Reinfalls" der Interpellanten. Zur Angelegenheit Mirbach liefert der „Vorwärts" noch folgende Beiträge: Gelegentlich eines Kirchenbaues in Hamburg wandte sich der dortige Bürgermeister an einige reiche Leute, legte ihnen nahe, das Portemonnaie möglichst weit zu öffnen, und stellte ihnen den baldigen Besuch "des Freiherrn v. Mirbach in Aussicht. Einer, übrigens ein Jude, gab 25 000 Mk., ein anderer, ein an» dem Judentum Ausgetretener, antwortete, daß er ablehne, einen Beitrag zu geben. Er würde seinerseits die Diskretion über den Schritt des Bürgermeisters wahren und stelle es dessen Takt anheim, wie er Herrn v. Mirbach von der Wsicht dieses Besuches abbringe. Darauf ein neues Schreiben, in dem das Interesse des Kaiservaares für Homburg im allgemeinen uNd flerabc für diese Kirche im speziellen betont wurde. Es handle sich um die Freilegung der Kirche, denn Barr und Ausstattung seien sichergestellt. Mso Herr v. Mirbach würde sich doch, die Ehre geben. Neue Ablehnung des Homburger Mirgers, er lege absolut keinen Mert auf Orden und ähnliche Auszeichnungen, sehe sich nicht veranlaßt, Gelder für die Zwecke dieser Kirche beizustenern und bäte, daß der Besuch des Herrn v. Mirbach unterbleibe. Der dritte Brief des Bürgermeisters teilte daraufhin in lakonischer Weise mit, wann Herr v. Mirbach sich die Ehre geben würde. Der Homburger antwortete, er sei an dem betreffenden Tage geschäftlich verreist und bäte, Herrn von Mirbach davon zu verständigen. Deutsches Reich. Berlin, 30. Juni. Der K a i ser hörte heute in Kiel die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des stellvertretenden Ellefs des Eivilkabinetts, Geh. Oberrogie-rungs- rat v. Dalentini. Zur Mittagstafel waren geladen: Earl of Lonsdale, die Kabinettchefs, der Gesandte v. Tier sch kp- Boegendorff, die Kavitäne zur See Franz, Ehrlich, Eoerper, Poschmann und Pohl. — Der Kaiser tyat seinem hoben Interesse für )ert Automobilsport durch die Entgegennatnne drs Klubschildes, das ihm Freiherr v. Mcmdenstein im Namen des deutschen Automobilklubs überreichte, er* neuten Ausdruck verliehen. Das Schild zeigt die Initialen des deutschen Automobilklubs mit der Krone darüber und ist für den dem Kaiser gehörigen Wagen bestimmt. — An maßgebenden Stellen sieht man den Verlauf der Z u s a m m e u k u n f t König Eduards mit K a i s e r Wilhelm als nach jeder Richtung bin miß-erft befriedigend an. Man ist überzeugt, daß der König den nngenebniffen- Eindruck von seinem Kieler Aufenthalt mitgenommen hat. Es hat daher das Gerücht viel für sich, daß die beiden Monarchen bereits im August einander wieder begegnen würden. — „Daily Expreß" wird aus Kiel gerneldet: D^rs in Kiel begonnene gute Werk »verde abgeschlossen werden, wenn Ka i s e r W ilhel m den König Eduard besuchen werde. Ihre nächste Zil sa m m en kn n f t werde, während eines vom Kaiser beabsichtigten Besuchs Englarids oder Schottlands, nurhrsebeinlich in diesem Herbst stattfiuden. Während König Eduard in Kiel war, habe Kaiser Wilhelm sein Bedauern ausgedrückt, daß er den König nicht in der Hauptstadt begriißen konnte: er versicherte dem englischen Herrscher, bafi ihm, wenn er nach Berlin käme, dort ein nxirmer Empfang bereitet wer den würde. Es sei jedoch nicht wahrscheinlich, daß ein Besuch in Berlin arrangiert werde. _ —.Reichskanzler Graf Bülow ist heute abend aus Kiel hierher zurückgekebrt. — Der Präsident der deutschen Kolonial-Gesellschaft, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, hat hier oie Abordnung der Ansiedler aus Deutsch-Südwest afrika empfangen. — Der Bundesrat stimmte den Aenderungen der Ausfuhrungsbestimmungen zum Schaumweinsteuergesetz und zum Salzsteuergesetz, den neuen Bestimmungen über dre Beförderung lebender Tiere auf Eisenbahnen und über die Beseitigung von Ansteckungsstoffen bei Beförderung» von Vieh un^ lebendem Geflügel auf Eisenbahnen zu. — Die „B. N. N." melden: Wie ein mit letzter Seepost eingetroffener Feldpostbrief aus Deutsch-Südwestaftika mitteilt, werden zum 1. Juli sämtliche Schutztruppe eingezogenen Reservisten und Landwehrleute entlassen. Bremen, 30. Juni. Die «rgerschäft lehnte das Pachtanerbieten der hessischen Lotterie ab und genehmigte die Offerte der Braunschweiger Lotterie, ^arlamentarisÄes. München, 3. Juni. Kammer der Reichsräte. Zu Beginn der heutigen Sitzung stellten sowohl der Vorsitzende des Finanzausschusses Fries wie auch der Präsident Graf Lerchenfeld fest, daß Reichsrat v. Auer seinerzeit vom Ausschuß ermächtigt war, im Plenum die bekannte Erklärung abjngeben, durch welche die in der Kammer des Abgeordneten unbeanstandet gebliebenen Angriffe des Abg. Dr. Heim auf den Grafen Crailsheim zurückgewiesen wurden. __________________________________ Ausland. Paris, 30. Juni. Die „Humanit^^ meldet: Der ner* hafte te Hauptmann Francois gestand, daß Ma räch al, der in den Büchern d'Autriches genannte Austerlitz sei. Hauptmann Maröchal gab zu,r er habe 25 000 Francs erhalten, sie aber an verschiedene Nachrichtenagenten verteilt. Letzteres wird bezweifelt, da die Quittung des ehemaligen österreichischen Beamten Przybororvski beweist, daß dieser, welcher mit Czernusky in Beziehungen stand, 25 000 Francs vom Generalstab erhielt, kurz ehe CzernuSky in Rennes die bekannten Aussagen machte. Um diesen Zusammenhang zu verheimlichen, habe d'Auttiche in dem Bucher- eintrag über die Auszahlung daS Datum auSradiert und abgeändert. Wien, 30. Juni. In einer Besprechung der Zusammenkunft in Kiel führt das „Wiener Fremüen- blatt cnrs: Die gehaltenen Trinksprüche in Mel itnb die Reden in Hamlmrg sind ein Zeichen des beiderseitigen Wunsches, freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Reichen herzustellen. Das' Pharttom von den deutschen Absichten eines Angriffes au.f die englische »Seeherrschaft wird durch den Ausspruch des deutschen Kaisers, in welchem er die deutsche Flotte als ein Werkzeug zur Aufrechterhaltung des Friedens bezeichnete, hoffenMch auch in England auf wirksame We:ise zerstört. Die Worte der beiden Monarchen lauten so warm, daß sie auf die öffentliche Mein- img Deutschlands und Englands tiefgehenden Einfluß ausüben müssen. Budapest, 30. Juni. Der Gemein berat nahm einen Antrag an, wonach das Abgeordnetenhaus ersucht werden soll, nicht nur die Erhöhung des Zivilliste, sondern die Zivilliste überhaupt abzulehnen, falls nicht ein nn- garischer Hofstaat in Budapest errichtet werde. 98 MivalLCagen gegen eine« ärztlichen Megiernngsvertreter. L (Original-Bericht des „Gieß. Arrz.") Wiesbaden, 30. Juni. Nach mehrmaliger Vertagung kam heute der Beleidig- ungsprozeß, den 98 Wiesbadener Aerzte gegen den Regier- uugs- und Geh. Medizinalrat Pfeiffer in Wiesbaden angestrengt haben, zur Verhandlung. Den Beleidigungsklagen liegt folgender Tatbestand zu (^runbe: Geh. Rat Dr. Pfeiffer steht seit fditgerer Zeit mit der Mehrheit der Wiesbadener Aerzte auf dem Kriegsftlße. Er soll als Dezernent der Regieiwng baS Aufsichtsrecht über die Aerzteschaft zu scharf gehandhabt und als Sach- vtwständiger vor Gericht, wie auch der Regierung gegenüber verschiedentlich die Wiesbadener Aer-zte desavouiert haben. Ganz besonders scharf aber soll Pfeiffer in dieser Beziehung gegen den hiesigen Arzt Dr. Fisch e n ick vorgegangen sein, was zur Folge hatte, daß sich der hiesige ärztliche Verein, dem von den ca. 200 Wiesbadener Aerztcn ettoa 120 angehören und dessen _ Vorstandsmitglied Dr. Fischernch ist, mit diesem solidmnsch erklärte. Daranfh-irr trat Pfeiffer aus dem Vel-ein aus und erstattete einen vertraulichen Bericht an bem ReHierungssnchidenten, in welchem er sich über den ärztlichen Verein höckist abfällig äußerte. Er führte u. a. aus, daß bei* Verein längst in den Augen öfter a n ständig denkend e n A e r 31 e Wiesbadens jedes A nsehen verloren habe und daß er aus dem Sfrrein nottredrungen ausgeschieden fei, weil diesen Mtglieder anaehörßen, mit denen er als Re» gierungsbeamter intrnögttrb verkehren könne. Mit Rück' sicht ferner darauf, daß bei einer Abstimmung über die Einladungen zum Stiftungsfest des ärztlichen Vereine die Einladung des Otdi. Regierungsrates Dr. Pfeiffer mit 11 gegen 3 Stimmen abgelelin! worden tpxir, beschul- digb o'eb. Rat Pfeiffer in dem Bericht den Vereiusvorstand der ..Taktlosigkeit" und bemerkte im Anschluß daran: Tfr 44 Swrrrn bic für feine Rlchtrinladung gestimmt hätten, »eien fvebl bie (ebermmtn bekannten uralter* einer ’T'-'i babenrr Arztes gewesen, mit dem er Pfenfcr znr>üt in Mage liege. Tiner Pcrtraulube ^crid't an den R^HenmgSpräsiden trn erlangte bitrd) einen Zufall in die Hände des Tr Fischen ich in brr Folge er Helten auch die übrigen Ver- ein^mitglieber Kenntnis von diesen sie beschimpfenden Vevßcrungen des Regierungsvertreters. Zugleich soll noch ein weiterer vertraulicher Bericht des Geheim ratS Pseisfer zur LeunNns des Greins gelangt fein, in welchem der hrimrat in ähnlidivm Redewendungen e i uzelne Mitglieder desselben in anderst verlepeuber Form der Regierung ge genuber als ^Tcnun*ianten“ usw. bezeichnet. Ein Arzt Tr. Rosen5berechnet haben soll. Ms Beamter batte er kein Recht, sich ein zu mischen. er tat dies jcdoäi im Interesse der bedrängten Fnemden und trat mit Tr. Fischen ich in einen Briestoechsel. Tr. Fischenrcb blieb dabei, daß seine Redinung nicht zu hoch fei, und gab Tr. Pfeiffer eine fpeufiuerte Änkstellung. Tanacf) waren für sechs Acsu ch'e 250 Mk berechnet, während die Russin nur 150 Mk. bezahlen wollte. Tr. Fisdienich schrieb auch an die Russin und svezifizierte ihr seine Rechnung, wonach ein Betraa für einen noch in Aussicht stehenden Besuch er- lchsen wird, falls der Besuch nicht erfolge. Tie Russin war inzwischen abgereist und hatte Tr. Pfeiffer die 150 Mk znrüch^'lassen, der sie bis zur endgiltigen Entscheidung über die Richtigkeit der Rechrrung auibewahren wollte. Ti. KorresvondeTrz spivte sich mehr und mehr zu und schließ fieß rechnete Tr. Pseisfer heraus, daß Tr. Fischenich nad) der Tore überhaupt im ganzen mir 190 Mk. zu fordern hätte. In einer Eingabe an den Regierungspräsidenten beschwerte sich Tr. Fischenich, weil Pf einen vertrauliche,. Brief über die Russin dieser mitgcteilt hatte. Er bean spracht die bei Tr. Pfeiffer hinterlegten 150 Mk. Au' die Beschwerde gab Tr. Pseifser ausführliche Antwort, in der er nritteilte. daß ihn die Russin ermächtigt habe, die 150 Mk. den Armen ui überweisen, wenn er davon überzeugt sei. daß Tr. Fischenich das Geld nicht zu fordern hätte Im übrigen bestritt er, den beleidigenden Brief der Russin gezeigt zu haben, und weiter betonte er, daß er vor fünf Jahren aus dem ärztlidien Verein ausgetreten sei, weil dort Elemente seien, mit denen er als Mehizinalheamter nicht verkehren sonne. Tie Beschwerde des Tr. Fischenid wurde vom Regierungspräsidenten abgewi^'en, worauf Tr Fischenich sich erneut an den Regierungsvrä'identen wandt»' unb betonte, eS bandle sich um rine prin-ipicUe Frage Gegenseitige Eingaben des Tr. Pfeiffer und Tr. Fisd-enul wedelten nun miteinander, wobei sich Tr. Pseisfer der in* Eingang des Artikels erwähnten Ausdrücke bediente, die schließlich zu den Beleidigungsklagen geführt haben. Be merkenswert ist, daß Tr. Pfeiffer dem ärztlichen Verein Kenntnis gab und habet die Beschwerde eine „Tenunzia Hon", Tr. Fischenich aber e nen Denumhinten nannte .Hierüber vom Regierungspräsidenten zum Bericht aufge fordert, hielt Tr. Pfeiffer seine Ausdrude aufrecht lieber fernen Austritt ent® dem ärztlichen Verein verlas Tr Pseisfer eine Erklärung, wonach der Verein uintr'ge gangen ufrd in her Pereins-citung eine nachteilige Aen berung hahin zutage trat, baß die wissenschaftlichen Fraget in den Hintergrund traten und mehr hie Standes- und materiellen Interessen betont wurden. Auch eine gewiss« Kleinlichkeit sei zutage getreten, und fo sei es zu Streitig- feiten und sogar zu Klagen gekommen. Mehrere Einlad ungen des ärztlichen Vereins zu Festlichkeiten schlug Tr Pfeisser aus, sodaß her Verein, nachdem die Streitigkeiten mit Tr. Fischenich eingetreten war^n, eine erneute Ein ladung Tr. Pfeiffers nicht ab uschiden beschloß Tiefer Vorgang scheint Tr. Pfei'irr falsch hinterbracht worden zu sein, sodaß er ihn als Beleidigung aufsassen mußte, auf die er dann mit einem scharfen Schreiben an den Verein antwortete. Eine bedeutsame Folge des Bekanntwerdens der Pfeifferschen Anschuldig mgen war u. a. der einstimmige Beschluß des ärztlichen Vereins, sich an den ärztlichen Forri bildungsknrsen, so lange Geheimrat Tr Pfeiffer BorsiHen her war, nicht zu beteiligen, gleichzeitig wurde das Zentral fomitec für das ärztlich" Fortbildungswesen in Preußen von diesem Beschluß verständigt. Tas Zentralkomitee, dem vor allem das Zustandekommen der Kurse am Herzen lag, — die (rutftehung dieser wird auf Initiative her Kaiserin zurüdgerührt — bat bann Tr. Pseifser ersucht, den Vorsitz niedcrzulegen. Ties ist dann auch geschehen. Eine Reso luHon des ärztlichen Vereins wendet sich gegen die Ansicht Tr. Pseisfers, daß 3 Mk. für eine Konsultation eine ge nügcnhe Bezahlung auch bei reichen Leuten sei und betont, daß mindestens .5 Mk. bei Bessersituierten in Wiesbaden üblich seien Zum Schluß mürbe eine letzte lange Eingabe des Aerztr- vereins an den Regierungspräsident verlesen, wegen deren Inhalt der Vertreter des Angeklagten Tr. Siebert Widerklage gegen sämtliche Privatkläger erhob. Tiefe Eingab" war von zwei Vorstandsmitgliedern unterschrieben, doch Tr. Siebert begründete seine Widerklage gegen alle Privatkläger damit, daß die Beschwerde auf einstimmigen Beschluß im ärztlichen Verein gefaßt worden ist. Ter Vorsitzen de riet unter diesen Umstanden ab, worauf Tr. Siebert die Widerklage nur gegen die zwei Unterzeichnenden, Tr. oecker und Blumen selb, aufrecht erhielt. Nach einer hirrn Pause begann hie Zeugenvernehm- anc Ern großer Teil davon drehte sich dann darum, ob bte Russin mit her B Wandlung Tr. Fischenichs zufrieden war' ober nicht. Tie Russin litt an einer akuten starken We»6ftttutto, die fte dem Tobe nah- gefrradjt halte. Die ^-dfrn fpred) aus, daß Tr Fischenich ihr bas Leben ge* tretet hab", hnrh b>* - ^'fiihl der Dankbarkeit hielt, tote der n fr f ' äellte, nur vor, PU die zweite Rechnung emrrn> 1 Sachverständigen Prof. Tr. Lndw. Recb und Tt aixtlts a i Frankfurt äußerten sich, daß sic die *idrtTThdz Hohe der Forderung von Tr. Fische- n ich nicht beanstanden. Daß Tr. Fischenich, der sich verrechnet hatte, natchräglich irodi einen Betrag forderte, hielten sie zwar für zulässig, wenn sie aud) selbst nicht daSseN>e getan Thibcn würden. Einem mthcrni Arzt hat die Russin für einen zweimaligen Tagesiesnch (30 Mk. ohne Einspruch lwzahlt. Des weiteren itnirbc sestgestellt, daß Tr. Pseisfer, als iTym die Beschwerde von Tr. Fischenich an den Reirierungsvräsident bekannt gewrwden war, ge- sprächöweise einem Vorstandsmitglied gegenüber hie Aus- stosmng des Tr. Fischenich aus dem Verein angeregt ha le. Amtsgerichtsrat Travers lestritt, fidi Tr. Pfeiffer gegen- über geäußert zu haben, daß er glaube, Fischenich hätte feine Bilcber zu seinen Gunsten geändert. Eine Frage, ob er seihst die Bücher für gefälscht hielt, erklärte der Zeuge ohne Erlaubnis seiner vorgesetzten Behörde nicht beantworten .ui können. Dagegen sei eS möglich, daß Tr. Pseifser ihm gegenüber geäußert hätte, bei einem Fall mit einer ruh'ifdkii Tarne scheine es auch nicht richtig gewesen zu fein, worauf Treiner..-, erwiderte, das könne vielleicht auch hier sein. Und daS stand ja zum Benxns. Ans SWM null Land. Gießen, den 1. Juli 1904. — DaSIabreSsest der Land cSuniversität sand beute vormittag 11'/. Uhr im Beisein zahlreicher geladener Gäste, darunter den Spitzen der Behörden, in der festlich geschmückten Aula der Universität in her üblichen Weise statt. Unter den Klängen dtS EinzuaSmarscheS auS „Tannhäufer* betraten der Rektor und daS Lehrerkollegium der Universität den Saal, um darin vorn aus besonderen Sitzen Platz zu nehmen. Ter akademische Gesangverein fang unter der Leitung von UnioersitätSmusikdircktor Trautmann ,0 frohlocket in dem Herrnan« ,Iubilate^ von Händel. Daraus hielt der Rektor Pros. Tr. SB raun 8 die Festrede, in der er nach einigen Worten, hie hes Landessürsten unb ferner her Regierung unb beS LanbtagS gebachten, welche her Universität unb ihren Einrichtungen ihre Fürsorge haben zu teil werben lassen, hie Entwickelung beS mi neralogischen Unterrichts an unserer Universität behanbclte. Tie Akten nom Jahre 1750 an vorher gab cS noch keine mineralogische Wissenfchcnt — haben ihm über diese Entwickelung, die recht rühmlich für unsere Universität ist, Aufschluß gegeben. Darauf verlas her Rektor bic Ehronik her Universität für baS abgelaufene Jahr, woraiif er zum Schluß hie Begrbeitungen her PreiSaiisgahen bieseS IabreS bekannt gab unb im Anschluß boran den Wortlaut her Aufgaben für baS neue Jahr vorlaS. In her theologifchen Fakultät sinh 2 Arbeiten preisgekrönt worben: ben vollen Preis erhielt Karl Meißinger, einen halben Preis Wilhelm Ti ebener. Pon her junftifdicn Fakultät bot niemanb bic Preisanfgaben hehanbeft. Bon her mebizinifchen Fa kultät erhielt Mar Ehmer ben vollen okobenii- fchen Preis, Ernst Weber- Frankfurt ben Baljer- PreiS. Die matbematifchen Aufgaben haben gelöst Clemens Thür (?) unb HanS Zwingcnbcrg. Für bic romnnifch-philal. Aufgabe erhielt ben vollen Preis Otto Deibel, z. Zi. in München, für bic griechisch- phil. Arbeit Cüß-Fricbberg. Den Preis her Dietz- Stiftung erhielt Rudolf Zöckler. Mit einem Gesang hcS akabemifchen Gesangvereins unb einem Marsch her Militärkapelle schloß bic Feier. • * Unsere La nbeSu nioersität steht vor einem neuen schweren Verluste. Ter Geh. Mebizinolrat Profeffor Tr. Gassky, her Direktor beS hiestgen hrrgienischen Instituts, hat einen Ruf an baS RcichSgesunbHcitSamt in Berlin als Leiter hcS kwgieniscben Instituts erhalten unb angenommen. — So wirb unS beftn eine her beroorragenbftcn Zierhen unterer Universität nach her Reich^bauptstobt entführt. Geboren 1850 zu Hannover, ftubierte Gaffty 1869—73 zu Berlin, trat bann als Militärarzt in bic preußische Armee unb kam bereits 1880 in haS ReichSgcsunhHeitSamt. 1883—84 nehm er an her unter Rob. Kochs Leitung ftebenben Erpehition zur Erforschung her Cholera in Egnpten unb Inbien teil. 1885 würbe er Re- gieningSrat imb Mitglieb hcS RclchsgcsimhHeitSamteS. Seit 1888 wirkt er als orbentlichcr Prosestor her Hygiene an unserer Universität. Auch von hier auS Hot er in ben Neunziger Jahren eine wissenschaftliche Reife nach Inbien gemacht. Er gehört zu ben bcbentcnbftcn Bakteriologen her Gcgcnwgrt. Doch nicht nur unsere Universität, sonbern auch bic Stabt erleibet in hem Fortgänge Geheimrat Gaffkntz einen uncn'etzlich schweren Verlust. Seit Beginn beS IahreS 1896 gehört er hem ©tabtverorbnctenfoQegium an; hier hat unsere Stabt ungemein viel profitiert von dem außerorbenilich reichen Wissen unb hem Scharfblick be3 hervorragenden Gelehrten. Geheimrat Gaffky dürfen wir ben intellektuellen Urheber unseres großen städtischen KanalisationS- werke? nennen, unb was in her Baubeputation BleibenbeS unb Tüchtiges geleistet worden ist, bas verbankt bic Stobt Gießen mit in erster Linie ihm. Erst im Jahre 19tO würbe fein Mandat für da? Stadtverarbnctcnkollegium ahlaufen. Nun bleibt im Saale her Stodtväter dieser Platz leer, von dem au9 man so wichtige unb wertvolle Anregungen, so kluge unb gute Worte jahrelang zu vernehmen gewohnt war. — Unter seiner Acgibe entstand hier auch bas Hygienische Institut unserer Universität, da? zu ben bestemgerichteten be§ Reiches gehört. Durch populäre Vorträge hat sich Gaffky hier in weiteren Kreisen eine Reihe von herzlichen Verehrern geschaffen unb auch m der Gesellschaft Gießens wirb er als em Mann von vornehmer Denkart unb vornehmen Formen eine schwer auSzusüllenbe Lücke hinterlassen. • • Die Zufuhr von Sch la chtochsen au§ Oesterreich- Ungarn für hie Gießener Fleischversorgung dauert an. In dieser Woche treffen wieder 20 Tiere hier ein. Von ben in den letzten beiden Wochen im Gießener Schlachthaus geschlachteten 36 Stuck ausländisches Vieh hat nicht ein einziges irgend welchen Anstand gefunden. - Die Geister des Alkohols. Ein Wächter vom diesigen Kanalbau, her ziemlich stark angetrunken war, siel cm einem her letzten Abende m ben in her IohcmneSstraße mehrere Meter tief ausgeworfenen Kanalgraben, her mit Wasser angefüllt war. Er rief um Hilfe unb wurde mm > inigen Feuerwehrleuten, die sich in her Nähe cmfhielten, '.litteIst eines Seiles, das MN ihn geschlungen wurde, herauS- ezogen. Außer einer Verletzung an her Nase hat er feinen Schaden genommen. • * Schwer verletzt. Gestern abend knrz vor 9 Uht wurde im hiesigen Güterbahnhofe der Rangierer Spengler zwischen zwei Geleisen auf einer Kiste sitzend schwer verletzt unb bewußtlos angetroffen. Auf welche Art bie Verletzung entstauben, konnte bis jetzt bei hem Mangel an Augenzeugen noch nicht festgestellt werben. Der Verletzte würbe altzbalb in bic chirurgische Klinik transportiert. Untersuchung ist eingeleitet. * * Verhaftung. Gestern abetib würbe ein lüberlicheS Frauenzimmer, baß sich in der Nähe her neuen Kaserne mit t>crm umhertrieb, wegen Uebcrketung der Kontrolloorschristen in Haft genommen. • • Feuer. Gestern nbenb gegen 10 Uhr entstund in einer Schreinerwerkstätte in der Licbigstraße Feuer, bciS durch ein kleines, zum Leimkochen benutztes Oefchen zum Ausbruch gekommen zu sein schien. DgS Feuer würbe als- bc.lb von ben Bewohnern der Ncichbgrschaft gelösdst. Feuerwehr. Bei her gestrigen Hauptübung her Gießener Freiwilligen Feuerwehr wurde dem Corps von einem Vertreter und Monteur her Firma MagiruS-Ulm eine mechanische Drehschiebelciter, wie eine derartige zur Anschaffung beabsichtigt ist (diese ist für Liegnitz bestimmt) vor» geführt. Sie läßt sich in einer Höhe von 22 Meter auS- ziehen und zwar ist hieß eine Arbeit von kaum 2 Minuten, welche von nur 2 Monn außgcfuhrt werben kann. Als bieseS Gerät gestern mit Pferben bespannt im raschen Tempo vom Bahnhof nach bem Depot gebracht wurde unb bei entgegen» fommenben Fuhrwerken unb bei Straßenübergängen bie schrille Glocke ertönte, glaubte man plötzlich in eine Großstabt versetzt zu sein. Heute morgen würbe diese Leiter dem Oberbürgermeister, den Stadtverordneten unb dem Branddirektor Traber auf dem Branbplah gezeigt. — VachtÜbernahme. Daß fürstlich BrounselSsche Hofgut HeibertShousen, bei Lollar gelegen (seitheriger Pächter Samcß), gebt in nächster Zeit auf ben früheren Pächter von Hohensolms, Herrn Güngerich-Gießen über. •• Tic Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großborstel, bic unseren großen Dichtern burch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal setzt unb auch bereits eine Anzahl hessischer Volkßbibliotheken mit Buchern unterstützt hot, hat in Anerkennung ihrer Bestrebungen von bem Großh. Ministerium beß Innern eine Beihilfe von 200 Mk. erholten, Eß ist ihr daburch möglich, noch eine Anzahl weiterer hessischer Volkßbibliotheken mit Büchern zu unterstützen, wofür nur für jeben Einbanb ein Ersotzpreiß von 40 Pfg. zu zahlen ist. Nähereß teilt bie Bibliotheks- Abteilung her Deutschen Tichter-Gebächtniß-Stistung in Hamburg-Großborstel mit, an hie Bewerbungen gerichtet werben können. Ta bic Stiftung inbeficn noch mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ha bie an sie gestellten An- forbenmgen oußerorbentlich große sinh, so ist eß ihr er» mün)d)t, wenn bic Volkßbibliotheken her größeren Gemeinden ihr einen kleinen Beitrag zahlen. Aermere Volkßbibliotheken sollen bagegen diesmal auf Grund her erwähnten Beihilfe des Ministeriums ohne Beitrag, nur gegen Ersatz her Ein- bonbßgelber, die Bücher erhalten. ff. Düdelsheim, 30. Juni. Ein komisches Rencontre mit Wilddieben trug sich in dem nahgelegenen Forst zu. Man war hort Wilddieben mif her Spur, ohne seboch bis jetzt einen zu erwischen. Auf baß Nachsuchen der 'vorftbchörbe unternahm bie Genbarmerie verschiebenemal Streifzüge in ben betr. Wälbem. Dabei erblickten bie Gen- barmen, eß war gegen 10 Uhr abenbß, an einer Waldlisöre eine Gestalt mit einer Flinte im Arm, anfcheinenb auf bem Anftonb ftehenb. Sie näherten sich bem vermeintlichen Wilberer behutsam von brei Seiten, um ein Entweid;en zu Dcrbinbcrn. Mit bem Zuruf .Gewehr herunter!* brangen sie mit vorgehaltenem Gewehr unb Revolver auf ihn ein. Der Angerufene ließ aufß tötlichste erschrocken baß Gewehr fallen unb ftanb leichenblaß mit schlotternben Knieen vor ben Gen bannen. Beim näheren Hinsehen sahen mm bie Angreifer, baß sie ben Jagbpächter selbst, einen Herrn M., gefangen hatten. Dieser hatte seinerseits bie Gendarmen, bic in Zivil waren, für Wilberer gehalten unb schon (ein letztes Stünblein erwartet. ff. Bübingen, 30. Juni. Von einem Gerichts diener würben vor einigen Tagen zwei auf bem Reibe bet Borbach herumstrolchenbe Jnbivibuen, bie stark verbächtig waren, an ben jüngst vorgekommenen Eisenbahneinbrüchen beteiligt zu sein, gestellt unb bem Potizeibiener von Borbach zur WeitertranSportiermig nach Bübingen übergeben. Aus bem Weg bahin entflohen sie. jeboch unb konnten trotz sofort aufgenommener Nachforschungen von her Bübinger Genbarmerie bis jetzt nicht ermittelt werben. Wetzlar, 30. Juni. Für bie Ausbringung der Kosten, welche bie Restauration unseres Domes veranlassen wirb, liegt nachstehenber Plan zugrunbe. Die Kosten, auf 1 Million veranschlagt, sollen wie folgt aufgebracht, resp. verteilt werden: Lotterie 650 000 Mk., Beisteuer der Provinz 170 000 Mk., Beisteuer beS FiSkuS 82 000 Mk., Dombauverein 44 700 Mk., Stabt Wetzlar 20 000 Mk., evangelische Gemeinbe 16 000 Mk., Kreiß Wetzlar 12 500 Mk., katholische Gemeinde 4000 Mk. Die Aufbringung dieser Summe soll, wie wir weiter hören, auf einen Zeitraum von 5 Jahren verteilt werben. ke. Kreuznach, 30. Juni. Der russische Baron Günzburg, her vor einiger Zeit bei Lebach einen Mann mit seinem Automobil übersu hr unb tötete, hat jetzt der Witwe eine Entschädigung von 30000 Mk. auß* bezahlt. Vertnifdtfc». * Köln, 30. Juni. In Kalk bei Köln schnitt ein Mann aus Eifersucht seiner Frau mit dem Brotmesser die Kehle bnrch. * Berlin, 30. Juni. Eine „P ü ckl er"*Versammlung, die gestern abend ftattfinbeu sollte, wurde polizeilich ausge- lö st. Graf Pückler sprach über „Wucherj u den". Er säiil- berte zunächst bas Treiben der M ä bchenhän bler unb meinte schließlich, die Berliner sollten tiuf bie Juden Jagd machen unb s i e erschießen wie Hasen und Kaninchen. Der überwachende Polizeileutnant löste darauf, nndubem Graf Pückler etwa eine Viertelstunde gesprochen hatte, bie Versammlung auf. * Kiel, 30. Juni. Heute vormittag br ad) der von dem Prinzen Heinrich geschenkte qroße Bär aus dem Zwinger im Werstpaike aus, verfolgte den Wärter und zerfleischte ihn derartig, baß seine lledersührung in bic akademischen Heilanstalten nötig würbe. Da es auch den übrige« Strom geeilten ipecfoncit nicht gelang, den Bären in den Zwinger -urückzubringen. mußte das Tier erschossen werden. Brunsbütteler Hafen, 30. Juni. An Bord des englischen Kreuzers „Inno" platzte nach dem Passieren der Schleuse auf her Elbe im Vorderschiff eine Rakete, wodurch die Feuerwerkskörper explodierten. Zwei Mann sind tot. Tas Feuer wurde durch die Mannschaften des Kreuzers gelöscht. Posen, 30. Juni. Bei dem Juwelier Dybizbaoski wurden durch einen Embrucbsdtebstahl für 12 000 Mar? Gold- und Wertsachen gestohlen. Die Einbrecher sind entkommen. * Chemnitz, 30. Juni. .In der Nähe von Gelenau überschlug sich gestern abend auf der abschüssigen Landstraße ein Automobil mit vier Insassen. Ter Fabrikant Lohs. aus Einsiedel wurde getötet, die drei anderen wurden schwer verletzt. * Falkenau, 30. Juni. Der Gendarmeriewacht- meister Storin wurde gestern abend im Lauterbacher Wald von Wilderern erschossen. * Paris, 30. Juni. Ter junge Maler Paillard, der Sohn des bekannten Restaurateurs, hat sich in seinem Atelier aus Liebesgram erschossen. * Wien, 30. Juni. Graf M ilewski, .welcher den Stud. Barber gestern angeschossen hat, wurde heute gegen eine Kaution von 80 000 Kronen auf freien Fuß gesetzt. * TarnoPol, 30. Juni. Im Gebäude des hiesigen ruthe- nvschen Gymnasiums stürzte eine in Reparatur befindliche Mauer ein. Ein Gymnasiast blieb tot, einer wurde tödlich verletzt. * N ewh ork, 30. Juni. Für die bei der „S l o c u rn"- Katastrophe Umgekommenen fand heute eine ergreifende Trau erfeier statt. .Die schwarz drapierte Halle war von einer weihevoll gestimmten Menge dicht gefüllt. Der Bürgermeister von Newyork hielt eine kurze, herzliche Ansprache, in der er den Verlust so vieler ausgezeichneter Staatsbürger betrauerte. * Tödliche Unfälle im Gebirge. Der Wiener Tourist Hahn, der eine Tour ins Gesäuse unternahm, ist zwischen dem Hochkegel und der Plattspitze abgestürzt und tot geblieben. — Der Turnlehrer Durböck aus München ist im Kaiser- gebirge in die Winklerschlucht gestürzt und tot geblieben. Die Leiche wurde aufgefunden. * Ein internationales Gaunergenie ersten Ranges, das auch schon Deutschland mit seinem Besuche beehrt und mehr als drei Jahre in einem deutschen Zuchthause zugebracht hat, ist jetzt der Mailänder Polizei in die Hände gefallen. Es ist der im Jahre 1843 in Holland als Sohn eines Nachtwächters geborene Adrian G o r d e r, der seit mehr als 30 Jahre unstät umherziehend, ohne jede Beschäftigung und reblicben, Erwerb, in der Rolle und dem Gewand eines Priesters oder Mönchs, ja selbst zeitweise mit dem Abzeichen der bischöflichen Würde geschmückt, die Mildtätigkeit von Geistlichen und Laien ausbeutet und Klöster und Stifte brandschatzt, lieber die Verbrecherlaufbahn dieses Menschen brachte seinerzeit der ,,P' taval der Gegenwart" einen interessanten Aussatz aus der Feder des Mainzer Oberstaatsanwalts Dr. Schmidt. 1896 kam er nach Malta, und in diesem und dem folgenden Jahre durchzog er Europa kreuz und quer als Priester und schädigte Geistliche und Klöster um viele Tausende, die er verpraßte, bis man ihn 1897 in Mainz erwischte und für drei Jahre unschädlich machte. Von 1900, an trieb er sich in Frankreich und Italien umher, bis ihn, jetzt in Mailand der deutsche Jesuitenpater Georg Fell als Fälscher und Dieb entlarvte und den Behörden auslieferte. Hoffentlich wird dem alten Gauner nunmehr für den Rest seiner Tage das Handwerk gründlich gelegt. Kunst und Wissenschaft. — Das Lessing-Theater in Frankfurt a. M. (Direktor Otto Neumann-Hofer) soll, wie bereits mitgeteilt, nach einem Plan des Baumeisters Sehring nahe am Bahnhof erbaut werden und über tausend Plätze erhalten. Die Erbauer sind e'nige Franksirrter Privatleute, von denen Neumann- Hofer das Haus zur Pacht erhält. An dem Unternehmen beteiligt ist auch der junge Schriftsteller Otto Ploecker-Eckbardt, ein Wiesbadener, der entweder in der Verwaltung des Lessing- Theaters eine beratende Stellung vertreten soll oder, falls gewisse Kombinationen eintreten, die zum Teil sogar nach Berlin hinüberspielen, als Direktor des in ein „Residenztheater" verwandelten Orpheums fungieren wird. Kommt das „Residenz- theater" zustande (was im wesentlichen davon abhangt, ob der Besitzer des Orpheums, Bruck, das von ihm in Berlin geplante Theater erbauen läßt), so wird es in ein KartellVerhältnis mit dem Frankfurter Lessing-Theater treten, insofern als das Personal Neumann-Hofers zum Teil auch die Bühne Ploecker-Eck- hardts darsteUerisch versorgt. Ueber das Repertoire des Lessing- Theaters verlautet noch nichts Gewisses. Zwar wird angenommen, daß neben dem feineren Lustspiel hauptsächlich das leichte Genre von Neumann--Hosrr gepflegt werden soll, doch erscheint es nicht 'ausgeschlossen, daß Neumann-Hofer auch Pläne von höherer literarischer Art hegt. In jedem Falle wird die neue Bühne wohl als eine Ergänzung, nicht als Konkurrenz des Stadttheaters zu betrachten sein. __________________ Kerichtssaal. "k- Mainz, 30. Juni. Im vorigen Frühjahr fand in Bingen die Explosion eines Pulvermagazins eines dortigen Eisenhändlers statt. Durch die Explosion wurden zahlreiche Gebäude geschädigt, Scheiben zertrümmert, Dächer zerstört usw. Die Eigentümer der beschädigten Immobilien erachteten die Stadt wie mich den Staatssiskus für den entstandenen Schaden für ersatzpflichtig, indem sie von der Ansicht ausgingen, daß die Explosion nur stattgeftmden habe, weil die gesetzlichen Vorschriften über die Lagerung von Pulver und sonstiger explosiver Stoffe nicht beobachtet rmd beaufsichtigt worden seien. 'Diese Ansicht vertraten 18 Hauseigentümer, die bei der Zivilkammer des lnesigen Landgerichts gegen die Stadt Bingen und den Fiskus klagbar geworden sind. Durch gestern verkündetes Urteil sind die Kläger von dem Gerichte kostensällig abgewiesen werden. Wie man uns mitteilt, werden die unterlegenen Kläger bei dem Oberlandesgericht in Tarmstedt B e r u f um g ergreifen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 5. Sonntag nach Trinitatis, den 3. Juli, tioffesbiettff« In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonstrmierten der Markus- gemeinde. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer D. Schlosser. . Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lnkasgemeinde. Vormittags 9V., Uhr: Professor P. Drews. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrasststent Schulz. Katholische Gemeinde. Samstag, den 2. Juli 19 04. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 3. Juli 190 4. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 67«? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. * rnn 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. * um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/, Ubr: Christenlehre; darauf Andacht mit Segen. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdrrntt in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 2. Juli 1904. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Schrifterklarnng. Sabbathmisgang 9.40 Uhr. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Diskontsatz der Deutschen Reichsbank. Seit dem 8. Juli v. I. ist in der Diskontpolitik der Deutschen Reichsbank keine Aenderung eingetreten, sie ist trotz aller Bewegungen auf dem Geldmarkt und trotzdem, daß in dem letzten halben Jahr sich zuweilen eine große Geldflüssigkeit bemerkbar machte, auf 4 Proz. stehen geblieben. Der Präsident der Bank hat in der jüngst abgehaltenen Sitzung noch ausdrücklich betont, daß die Banlleitung voraussichtlich noch für längere Zeit dabei bleiben werde. In erster Linie wird immer derselbe Grund, der nun schon seit Monaten gilt, angegeben: der Krieg in Ostasien, rmd dann, daß das Reich mit weiteren Ansprückren an die Bank herantreten werde. Die Bank selbst geht übrigens infolge deS Rückganges der Anlagen den Ansprückx'n des Halbjahresschlusses recht gekräftigt entgegen, sodaß dieselbe in ihrem nächsten Ausweis voraussichtlich nur mit einem geringen Bettag in der Notensteuer fein wird. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. 9 Witterung in Hessen für Samstag, den rTU 1 .. * ,Zenweise wolkig, etwas wärmer, nur im Norden stellenweise geringer Regen, sonst trocken. —Oberes durch die Gießener Wetterkarte.___________ Neueste Meldungen. R.-B. Darmstadt, 1.Juli. (Eigener Drahtbericht* Die heutige Kammersitzuug nahm nach langer Debatte den Artikel 4 der Wahlrechtsvorlage mit allen gegen vier Stimmen an. Artikel 3 wurde in der Regierungs- und in der Ansschußfafsung ab gelehnt, dagegen ein Kompromiß- an trag mit 27 gegen 10 Stimmen angenommen, demzufolge die von der Regierung verlangte Vermehrung der städtischen Mandate gewährt wird, dagegen die Privilegien der drei Städte Alsfeld, Bingen und Friedberg gestrichen werden. Sie sollen in die Landkreise neu eingeteilt werden. Wir haben also nun 12 ßädttsche und 42 ländliche Mandate. Berlin, 1. Juli. Zur bayerischen Regentschaftsfrage geht dem „Berl. Tagebl." von verläßlicher Seite folgende Nachricht zu: Professor Dyroffs, welcher in seiner Schrift die Aufhebung der Regentschaft fordert, legte vor der Veröffentlichung derselben diese einer hohen, einem Prinzen des bayerischen Königshauses sehr nahestehenden Persönlichkeit vor. Diese hatte gegen die Veröffentlichung der Schrift nichts einzuwenden, da man am bayerischen Hofe die Volksstimmung gegenüber dieser Frage für die Zukunft kennen lernen will. Magdeburg, 1. Juli. Das Kriegsgericht öerurteilte den Unteroffizier Peter vom 26. Infanterie-Regiment wegen Mißhandlung in 27 Fällen, darunter einen mit tätlichem Ausgang und wegen Verleitung zum Meineid zu 1 V2 Jahren Zuchthaus. Paris, 1. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß demnächst ein hoher Offizier im Zusammenhang mit der Dreyfus- Affäre verhaftet werden soll, der zur Zeit des Renneser Prozeffes das Vertrauen der Regierung genoß. Angeblich soll es sich um den früheren Kriegsminister Gallifet handeln. Paris, 1. Juli. Das Blatt Presse* meldet in einer Extra-AuSgabe rmd unter der Ueberschrift „©in Gewaltstreich*, der Kriegsminister wolle den aus dem Dreyfus-Proz eß in Rennes bekannten Hauptmann Cuignet ins Irrenhaus sperren lasten. Das nationalistische Blatt fugt hinzu, General Andre wolle dadurch einen der gefährlichsten Zeugen vor der neuen Dreyfus-Ver- Handlung unschädlich machen. Die Nachricht bedarf der Be- stättgung. Wien, 1. Juli. Der Kaiser emvfttr-g den neuen chinesischen Gesandten Pang Tscheng, der fein Be- glau'bigungsschreiben überreichte und dem Kaiser mitteilte, er sei in Begleitung einer großen Zahl junger Chinesen aus den besten Familien hierher gefonrmen, die zu. Studienzwecken hier blieben. Auch nach Berlin habe China junge Leute entsandt, da die chinesische Regierung gleich Japan nunmehr der eu.ro pü ischen Kultur E^ gang verschaffen wolle. Telephonischer Kursbericht» 3y3o/o Reichsanleihe . . 101.90 50/0 do. . . . 90.20 3V,o/o Konsole .... 102.00 3°/n do......90.30 37g% Heesen .... 100.00 37,96 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 100.80 4X/S% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 99.90 4% Italien. Rente . . . 103.60 41t% Portugieser . . . 61.40 i°/- Portugiesen. .... 60.75 1% C. Türken .... —.— Türkenlose ...... 128.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 48.70 47, % äussere Argentiner 44.20 [ 3% Mexikaner .... 27.50 4Vs’/g Chinesen .... 89.75 Electric, Schuckert . . . 102.70 Nordd. Lloyd . . . . 101 50 Kreditaktieu . . . . . 201.30 Diskonte-Kommandit. . . 187.30 Darmstädter Bank . . . 136.50 Dresdener Bank .... 150.60 Berliner Handelsges. . . 152.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 135.30 Lombarden.....16.90 Gotthardbahn ..... 187.00 Laurahütte......241.50 Bochum.......185.75 Harpener ..... 197.20 Tendenz: still. Alice-Tteetzsetzule. Der Einmach-Kursus beginnt 5642 Bienstag den 5. Juli. Anmeldungen nimmt die Lehrerin der Kochschule an. Warum ist es wohl notwendig gewesen, dass zu all den vielen Sorten in der Naumannia - Seife noch eine neue Kernseife in den Handel gebracht wurde? Sparsam, rein, n Weil eben darunter keine in so hohem Grade die für eine wirklich gute Haushaitungs- und Ktichenseife erfordert Eigenschaften besitzt, als gerade die Naumannia-Seife. d, neutral, billig. Wäsche und Hände nicht angreifend, für alle Waschzwecke gleich gut geeignet, sind die Eigenschaften, welche bei TMR nur 12 Pfjr. per Stück die Naumannia-Seife 5656 bei jeder einsichtigen Hausfrau beliebt machen. ßrWtnitt Psttde-PciMiWS- herein. Die halbjährliche Besichtigung der Pferde für die Orte des Buseckerthals findet zu Großen-Buseck am 8. Juli, vormittags 73/Ä Uhr, statt. — Auf § 21 des Statuts w»rd verwiesen. 5667 Grünberg, den 28. Juni 1904. Der Direktor: Georg Keil. Wette Schlafzimmer ™±ACo- T7TW I Seife 5655 la. Qualität mit höchstem Fettgehalt, ohne Füllung, Vollgcwicht bei 10 Psund 4 19% Psg. 5688 Bahtthofstrastc 27. Giesteu ^indenplatz 12. fr K- i- ■ Gießen, den 30. Juni 1904. Großherz »gliche '^iiraermeisterei Gießen. Mecum. bei 10 Psund a 2O‘/2 Psg. ein Harrpt-Konsrrnrartikel, ist bei 10 Psund a. 2I1/, Psg. la. Spar-Kernscise ist selbstverständlich auch ...... per Psund bei 5 Psund A 22% Psg. bei 10 Pfund A 22 P!g. Wir erklären dies fiter mit wiederholt und ausdrücklich. damit im Publikum die irrige Annahme schwindet, als fiandle es sich bei der Bezeichnung „Konsumscife" um etwas Minderwertiges. la. marmorierte Seife ist . per Pfund bei 5 Pfimd ä 20 Pfg. la. gelbe Harz-Kernseife ist ebenfalls per Pßlnd bei 5 Pfund ä, 21 Pfg. Ia. garantiert reine weiße Kernseife, per Pfund bei 5 Pfimd X 22 Pfg. Jeder Geschästsinfiaber, der auch nur über die kaufinännischen Elementarkemitnisse verfügt, weiss, daß dies nicht der Fall ist und es dürste sich als zivecklos erweisen, mit der willkürlichen und Irreführenden Benutzung des Wortes Konsum und zwar in Verbindung mit allen möglichen Wortbildungen, wie Bekanntmachung. Die Revaraturarbeiteik an der Wage an der Margareten- hütte sind beendet und die Wage kann von heute an wieder benutzt werden. 2Confitmu>are, Uo«s»n,.Artikel, Uonsnn,-Seife etc. krebsen zu gehen. Gebrüder Berdux Waschkörbe 2 Zimmer 5291 empfehlen 1542 tiebr. Adami. Giessen. 300 Meter empfiehl! billigst 5302 Georg Wallenfels Telephon 46. Markt 21. 5592 die Exped. d. Bl. 5674 Friedberg (Hesse»-. 5669 (La. 100 Pfund 5670 spazier türke ICm zuverläss. 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