Zweites Blatt Nr. 51 154. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Nie ßtufißt Kummer umfaßt 12 Seiten. ein mit omit nicht Feuilleton 8. isen« i *61«5 g» Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Liehener Lamilienblättek" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der HSe|fl|d)t Landwirt" erscheint monatlich einmal. Dienstag 1. März 1904 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universitälsdruckerei. R. Lange. Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: SchuIstr.V, Del. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. legen und sich dann mit der Annahme der Autzschußantröge im Plenum zu begnügen; der Abgeordnete, der prinzipielle oder sonstige Gesichtspunkte dabei erörtern will, findet im Ausschuß genug Gelegenheit dazu; das Plenum und damit die Oeffrntlichkeit interesiieren sie in den vielen Fällen wenig. Bor allem aber dürfte es sich empfehlen, den ruhigen Gang derBerat ungen nicht durch das Dazmischenbringen von Interpellationen oder Erörterungen zu unterbrechen, die unnütz die Parteileide ns cha ften entfachen. ES wäre nach unserem Dafürhalten das richtigste, wenn man dem altbewährten Beispiel deS Reichstags folgend von Zeit zu Zeit sogenannte »Schwerins tage" abhielte, an denen nur Anträge ftuS dem Hause und vielleicht noch Petitionen erledigt würden. Da in unserer Kammer ja die Debatten über Hundesteuer und ähnliche Dinge eine so hervorragende Rolle spielen, so würden wir empfehlen, diese besonderen EihungStage kurz und treffend als „Hundstage" zu bezeichnen. Wir sind überzeugt, diese temporären Hundstage in der Kammer selbst in den kalten Wintermonaten viel Gute? stiften könntent Graf Oriola gegen Herrn v. Werner. Graf Oriola veröffentlicht folgende Erklärung: „Herr Akademiedirektor Anton v. Werner hat sich! bewogen gefunden, in einer Broschüre „Tie Kunstdebatte hn Reichstag am 16. Februar 1904" sich auch mit den Ausführ- Lttlichlj rtr zu 1,20 M. «eiert te -sät Jpie Klalsviraluntt in der Kammer. Man schreibt und aud Darmstadt: Als wir vor einigen Wochen an dieser Stelle über Überflüssige Reden und Zeitvergeudung in der Kammer redeten, taten einige empört darüber und eS wurde sogar mit der Anwendung von Gewaltmaßregeln gegen die Missetäter ge- droht. Tatsächlich sind auch Erwägungen darüber angestellt worden, auf welche Weise man den Blättern, die ein freies Wort über die Tätigkeit unserer Zweiten Kammer zu äußern Vw Kühnheit hatten, an den Kragen gehen könnte, — ein Beweis, daß dem stolzen Mond das Bellen deS PreßmopseS doch nicht „wurschtig" gewesen ist. Ja, daS Wort von den .eventuellen Konsequenzen', die man ziehen würde, ließ erkennen, daß die ruhige Wandelbahn deS guten MondeS einiger- «naßen ins Schwanken geraten war. Wie recht wir mit unserer Mahnung zur Eile in den Kammerberatungen hatten, zeigt sich schon jetzt in klarster Weise. Der Monat März ist herangerückt und wir stehen in den Etatsberatungen noch immer „mitten drin'. Nun muß man zugestehen, daß die Kammer seit ihrer viel zu späten Einberufung tüchtig gearbeitet hat; nach Einführung der einjährigen Budgetberatungen ist »aber auch die Redelust so manchen Parteigrößen ganz gewaltig in die Höhe geschossen t nb da erweist sich die Zeit von Mitte Februar ab zur Etats- euledigung als viel zu kurz. Der Kammerpräsident hat sich mm in letzter Zeit wiederholt bemüht, die Verhandlungen möglichst dadurch zu fördern, daß auch am Samstag oder cuent. am Nachmittag Sitzungen abgehalten werden. Für LiieseS Auskaufsmittel herrscht aber im Hause wenig Neigung, timb mit Recht. Denn einmal kann eS niemanden angenehm ft in, nach vier- bis fünfstündiger strenger Arbeit auch noch ebne fast ebenso lange Nachmittagssitzung mitzumachen, anderer- si its aber wird man auch denjenigen Abgeordneten nicht ganz umrecht geben können, die neben ihrer Tätigkeit in der Kammer noch VerufSgeschäfte zu erfüllen haben und für diese den § amStag freigehalten wissen wollen. Für letzteres spricht anch noch ein anderer Umstand, der Geldbeutel der Steuerzahler. Artikel 64 der landständischen Geschäftsordnung bestimmt, daß die Abgeordneten während ihres Auf- etvthalts an dem Orte der Versammlung 9 Mark Tage- gsld und 8 Mark Vergütung für Uebernachtung bk ziehen. ES ist nun Sitte, wenn am Samstag eine Kammersitzung stattfindet, die Diäten ohne Unterbrechung auch für Sonntag und Montag anzurechnen, sobald die weiter entfernt do'mizilierenden Abgeordneten ihren Wohnsitz nicht mehr am selben Tag erreichen. ES würde also durch die SamStagS- süjungen, die sich doch gewöhnlich nur mit unwesentlichen Dingen beschäftigen können, weil eine Anzahl Abgeordneter ihrer Berufstätigkeit wegen fernbleiben, auch eine nicht unerhebliche Mehrausgabe für Diäten verursacht werden. Wir möchten zur Beschleunigung der Beratungen einige andere Vorschläge in Anregung bringen. Man suche zunächst biee vielen sozialpolitischen Interpellationen möglichst zurückzudammen und, wenn daS nicht erreichbar, sie inhaltlich zusammenzufasien und die ein ähnliches Thema Behandelnden zur gleichzeitigen Beratung auf die TageSord- nwng zu stellen. Jetzt kommt eß vor, daß etwa bei Punkt 8 oder 9 der Tagesordnung noch einmal eine ganz ähnliche' Debatte sich entfpinnt, wie sie kurz vorher schon bei Punkt 2 ober 3 stattgefunden hat. Viel kostbare Zeit könnte auch ersipart und für bessere Dinge verwendet werden, wenn man rin nach der Geschäftsordnung durchaus zuläsiigeS abgekürztes Verfahren bei Erledigungen von Vorstellungen und Petitionen einrichtete. Man brauchte nur daS Schwergewicht auf die AuSschußberatung zu ingen > ennä^ Ausführung geknüpfte Kritik, welche ich auf sch-iedenste ablehne, hinfällig ist und mich fi trifft." |mi anwuchs. Die Aufführung unter Leitung des Hofrats be Haan war glatt und einwandsfrei. In der Darstell- Mg zeichneten sich besonders Frl. Kapust als „Maria", Frll. R ö d i g e r alS „Lieschen" und Frau T o l l i als „Sahin e", und die Herren Weber (Rappelkopff), Geßner l^enkänig) und Birrenkoven (Diener Habakuk) aus. ässe 58 , G. Freiburger ^■Lotterig £*^.3.30 Mo i lijJ 12,184 Mark 122500 niWwtnDe. yerk opooo gooo 20000 10000 ‘5000- 5000 *3000- 6000 *2000- 4000 *1000- 5000 1*500-10000 10-100-20000 0-50-10000 10-20-20000 0-10-20000/ ß-6-52500\ Är&Co. rmstadt, Bheimtrasee U »e in Giessen bei R'chard !haoker,Cig.,Neoenbäuell, lipp Weller, Markt 1, wllt liier, Cig, Seitenweg ä, Cirl Volk, Cig, Grti- Kobold". Ein paar Wünsche an die deutsche Musikkritik. Isadora Duncan. Von Schwind und Richter. Firmenschilder-Geschrei und Modernität. Der Kragenschoner. Neue Kunstwart-Unternehmungen. — Notenbeilagc: Anton Scandellus, Trinklied. — Bilder-Bei- laaen: Otto Greiner, An Max Klinger; Max Klinger, Brusd- bild einer Frau; Ein Bild aus dem Zyklus „Eine Liebe"; und Die Pest. * — Eine enorme Ueberschreitung des Voranschlags ist bei dem Bau der neuen Freiburger Universitätsbibliothek, dessen Leitung in den Händen >( des Heidelberger Schloßrenovators Oberbaurat Schäfer liegt, vorgekommen. Wie aus dem Berichte der Budgetkommission hervorgeht, beträgt der Bauaufwand, der nach den ursprünglichen Plänen 476 000 Mk. kosten sollte, jetzt nach Fertigstellung der Bibliothek 1005 600 Mk. Die vom Landtage jeweils bewilligte Exigenz wurde viermal überschritten, und es ist dabei beute noch sehr fraglich, ob die genannte Summe ausreicht. Die bei diesem Bau gemachten Erfahrungen veranlassen die Budyetkom- mission zu dem Antrag, die Regierung soll künftig btc Baupläne, so genau prüfen lassen, daß Ueberschrcitungen der genehmigten Bausumme nicht mehr als 10 Prozent derselben auSmachen können. Die Regierung soll künftig die Bauausführungen nur solchen Architekten übertragen, welche die erforderliche Garantie für rechtzeitige unb planmäßige Ausführung gewähren und die Bauausführung ständig überwachen lassen. — Dr. Behr end, Professor für laichwirtschaftlichie Technologie und organische Chemie an der landwirtschaftlichen Hochschule in H o h e n h e i m, erhielt einen Ruf an die in Danzig zu errichtende Technische Hochschule. Tem „Neuen Tagbl." zufolge wird Behrend dem Rufe folgen. Kolilische Talzesschau. Aus dem Reichstage. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 29. Febr.: ungen meiner Rede und mit meiner Person zu beschäftigen. Ich sehe davon ab, an dieser Stelle mich mit Herrn vott Werner über unsere allerdings sehr von einander abweichenden Anschauungen bezüglich der Förderung deutscher Kunst und der Vertretung derselben bei großen Ausstellungen auseinanderzusetzen. Nur eine mich persönlich betreffende Behauptung will ich richtigstellen, die Herr v. Werner kaum gemacht haben dürfte, wenn er vor Abfassung, seiner Broschüre den stenographischen Bericht der betreffenden Neichstagssitzung durchgelesen hätte. Herr v. Werner sagt auf Seite 15 der Broschüre: „Und nun! kommt Herr Graf Oriola, welcher mich seit seiner Gym- nafiastenzeit persönlich kennt, und spricht die ungeheuerliche, von dem Abg. Singer aufgestellte Behauptung nach, daß ich mich in die Zentraljury in Hamburg eingedrängt hätte, ohne derselben anzugehören!" Im stenographischen Berichte meiner Rede (84. Sitzung Seite 1009 B) steht indessen das folgende: „Aber charakteristisch ist . . . die Beschreibung, die Herr Sihmcmn von den Vorgängen macht, die sich in der Zentraljury abspielten, nachdem Herr von Werner, der gar nid# zur Jury gehörte, aber nach Hamburg als Negierungsvertreter gekommen war, seinen Einfluß geltend gemacht hatte, welche Bilder aus den Galerien mit nach St. Louis gehen sollten." Tie Auslegung meiner Worte, wonach ich von einem „Sich-Einbrängen" gesprochen haben soll, ist um so weniger zulässig, als ich! bei meiner Ausführung von der Voraussetzung ausging und aus Grund der öffentlichen Erklärung des Herrn Professor Hans Meyer ausgehen zu müssen glaubte, daß Herr Anton von Werner, welcher von dem Herrn Staatssekretär ersucht worden war, der Reichsvertretung beratend zur Seite zu stehen, nur in amtlickjer Eigenschaft an den Verhandlungen in Hamburg beteiligt war. Hiernach ergibt sich von selbst, daß die von Herrn Anton von Werner an meine f das ent* schau: Wilhelm Jordan. Felix. Dahn. Thomas Manns „Tristan". Nochmals „Herderfcicr". Berliner Theater. Münchener Theater. Dresdener Theater. Vater t/U* Um diese Stunde erschien (Mraf Bülow im Sitzungssaal. Er hörte Herrn Bebel sehr aufmerksam zu, der seinerseits nickt verabsäumte, das Interesse deS Reichskanzlers wackgubalten. So sprach er wiederholt von der „bis zur Selbstentwürdigung gehenden, atavistischen" Ireundickaft Deutschlands zu Rußland, was tumultuari- scheu Widerspruch auf der Rechten entfesselte. Tris Ereignis des Tages aber war da? rednerische Eingreifen deS Reichskanzlers. Gras Bülow war, wie er eingangs bemerkte, telephonisch in Kenntnis gesetzt worden, daß Herr Bebel eine donnernde Rede halten werde, und aus d e m K r a n k e n z i m m e r h e r b e 1 a e e i l t, um die Antwort auf der Stelle zu erteilen. Sie war in der Form glücklich und sachlich von größtmöglicher Schärfe gegen die Sozialdemokratie, „die Berater und Helfershelfer fremder Nihilisten", die er auf dem Gebiete der nationalen! Würde nicht für zuständig halte. Auf das entschiedenste aber wandte sich Graf Bülow peg-m die „impertinente" Protesterklärung der russischen Studenten in Berlin. „Mr sind in Deutschland noch nicht so weit, von Schnorrern und Verschwörern uns auf der Nase herumspielen zu lassen!" Lebhafter, immer neuer Beifall tönte zum Kanzler empor, der sich mehrfach auf Fürst Bismarck bezog, auch heute wieder die Waffe der Satire mit Eleganz handhabte und das Gefecht mit einem Schlage zu einem für die Sozialdemokratie verlorenen machte. Abg. Haase (Soz.) bemühte sich vergeblich, dieWirk- ung dieser Neoe abzusckwächen. Ebensowenig gelang es allerdings dem Abg. v. Kardorff (Np.) und den preu- ßischen Ministern, sie zu vertiefen. Ter Unmut, der auf der äußersten Linken am Schluß zum Ausdruck kam, war) nach alledem begreiflich. Tie Russendebatte gilt der Oefseicklichkeit, nach den dichtbesetzten Reichstagstribünen zu sckl'eßen, als eine parlamentarische Aktion ersten Ranges, den Abgeordneten keineswegs. Im Parkett zeigen sich große Lücken, auch die Linke, von der der Vorstoß gegen die Re- pferung ausging, war spärlich besetzt. Abg. Dr. M ü l le r- M einingen (fr. Vp.) leitete heute das Gefecht einer scharfkritischen Rede u. a. über den preußisch-russi- fducn „Auslieferungs-Vertrag", durch die er den Staatssekretär des Aeußeren Frhr. v. R i ch t h o f e n und die preußischen Minister der Justiz und des Innern, Schönstedt und Frhr. v. Hammer st ein, zur Erwiderung veranlaßte. Frhr. v. Nichthofen erklärte, daß die Fremdenpolizei speziell gegenüber rufiifdjen Staatsangehörigen heute genau so gehandhabt werde wie zur Zeit des Fürsten Bismarck. Von Auslieferung könne nicht gesprochen werden, es handle sich einfach um Ausweisung. Frhr. v. Hammerstein lehnte es bei dieser Gelegenheit rundweg ab, im Reichstag über die preußische Polenpolitik Rede und Antwort zu stehen. Abg. Fürst Nadziwill (Pole), dem dieser Bescheid galt, hatte aber die Genugtuung, daß der Minister die Tapferkeit der polnischen Soldaten als über jeden Zweifel erhaben bezeichnete. Tas wird Balsam sein auf die Wunden der „geknechteten" Polen. Im übrigen konnten die Ministerreden den Eindruck nicht verwischen, daß von der Aus- weisungsbefuanis gegenüber den russischen Studenten in besonderem Maße Gebrauch gemacht wird, wenn auch bei den von sozialdemokratsicher Seite angezogenen konkreten Fällen die preußische Negierung in der Lage war, ihr Verhalten zu rechtfertigen. Speziell ist der Vorwurf, die vreußischen Behörden hätten sich Gesetzwidrigkeiten zu schulden kommen lassen, nickt länger aufrecht zu erhalten. Auf keinen Fall aber darf man russische Studenten und russische Anarchisten in einen Topf werfen, hier muß mit großer Vorsicht unterschieden werden. Und was daS Fremdenrecht betrifft, so darf gegen die in Deutschland lebenden Ausländer polizeilich nur vorgegangen werden, wenn sie den in Teutscmand, nicht im Ausland, bestehenden Gesetzen zuwidergehandelt haben. Tarin waren auch die Redner der bürgerlichien Parteien einig, die Abgg. Schrader (fr. Vg.), Tr. Sattler (nl.) und Dr. Spahn (Ztr.), von denen im übrigen Tr. Sattler sich durchaus aus die Seite der Regierung stellte. Unter solchen Umstanden Ijatte Abg. Bebel (Soz^ mit seiner Rückzugskanonade keinen leichten Stand. Er bemühte sich mit dem vollen Aufgebot seines Temperaments, die Position seiner Partei zu decken und die „Liebesdienste" der preußischen Polizei gegen Rußland in bengalische Beleuchtung zu rücken. Ausstellungen auf von T. Klein Chevalier, Berlin und Carl Küstner, München. Eine reichhaltige Auswahl von Einzel- Werken unserer ersten Meister vervollständigt die umfangreiche Sammlung. Wir nennen neue Gemälde von T. A. v. Kaulbach, F. v. Lenbach, Ed. Grützner, A. Hengeler, M. Kusckel, Hugo Kauffmann, Franz Stuck, A. Lier f, W. Leibl T, Spitzweg f, Defregger ic. Tito Lessi, Florenz sandte zwei seiner sein durchgeführten Figurbilder. — Der Kunst wart. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg D. W. Nallwe in München. (Vierteljährlich 3 Mk., das einzelne Heft 60 Pfg.) — In einer Zeit, die, wie die unserige, in ihrer Hast so manches Gute und Edle vorschnell über Bord wirft oder aus Verständnislosigkeit unbeachtet läßt, andererseits aber auch so viel Wertloses und Embryonales hervorbringt, ist es nicht hoch genug einzuschö'tzen, daß es einem so ideal gerichteten Kunstblatt, wie dem Kunstwart, in nunmehr lüjähriger Tätigkeit gelungen ist, eine große Gemeinde um sich zu sammeln, die überzeugt von seinem Wert sich willig von ihm belehren und leiten läßt. Und die Leser sind gut beraten. ES muß immer wieder anerkannt werden, daß der Kunstwart seine Aufgabe, das ivahrhast Gute und Echte, das künstlerisch Erhabene, wo er es auch immer findet, zu fördern, dagegen alles Unwahre, Gemeine und Wertlose zu brandmarken und zu bekämpfen, stets in seltener Weise erfüllt hat. — Inhalt des zweiten F^ebruarheftes: Sehen und Schauen. Vom Herausgeber. — Zur Psychologie des Theaterprlblikums. (Schluß.) Bon Ferdinand Gregori (Mitalied be-> Wiener Hofburg-Theaters^. — Felix Draeseke. 4. (Schluß.) Von Georg Göhler. — Lose Blatter: Aus „Familie P. C. Behm" von Ottomar Enking. — Rund- Aus Frankfurt a.M. schireibt man uns: Die erneute - , ,. , . Kitz-Ausstellung im Kunst-Salon Hermes weist Sonder- Goethe. Gralsraub-Prozeß. Siegfried Wagners Oper „Der R. B. D a r m st a d t, 29. Febr. Als dritte Opernnovität Lrachte unser Hoftheater gestern Leo Blechs „Alpentön ig und Menschenfeind" auf die Bühne. Das von Dem Prager Schriftsteller Richard Batka verfaßte Libretto lehnt sich ziemlich eng an Raimunds altes gleichnamiges -jaubermärchen an, dessen packender biderber Znhalt in der ^per eine geschickte Bearbeitung fand. Das neue Werk des 1 jungen Komponisten, der sich mit seiner ersten Over „Das Ivar ich" recht vielversprechend in der deutschen Buhnenwelt kiivsührte, bedeutet, einen großen Schiritt aufwärts zur Be- Mmtheit. Zwar ist dem Tonkünstler der echte, volkstüm- ;i ließe Humor unb die schlichte, empfindungsvolle Melodie versagt, die für die graziöse Dichtung anaeme sen wäre, ebtr es fehlt der Musik nicht an reicher Erfindungsgabe rnb wilckt'ger, wirk mgs.'oller Instrumentation, die n ment- jidj in dem am besten gelungenen zweiten Akt glänzend lervortritt. Von einem einheitlichen Stil und originaler llu sgestaltung ist in der Oper noch wenig zu verspüren, der I o inponift arbeitet viel im Wagnerchiarakter und läßt auch säme Verwandtschaft mit Humperdinck oft mehr als gut hiukchblicken. Die Anforderungen, die Blech an die meisten ber zahlreichen Künstler stellt, sind außerordentlich hohe, ynfo das wird auch die Popularisierung des Werkes sehr | l.solhweren. Die gestrige Aufnahme war eine freundliche, luemn auch die beifällige Haltung des Publikums nur lang» aiAiai len Deutsches Reich. Berlin, 29. Febr. Der Kaiser hatte für den 7. und 8. Mär- Einladungen zu Diners bei dem sp^n'seben und russischen Botschafter angenommen. Infolge des Trauer- falls im kaiserlichen Hause hat er aber seine Teilnahme wieder absagen lassen. — In nnterrichiteten Kreisen gilt zurzeit eine Zusammenkunft des Kaisers Wilhelm mit König Vik - torEmanuelim Zusammenhonoe m't der bevorstehenden Mittelmeerfahrt nicfyt als unmöglich. Bon irgend welchen Plänen ist jedoch in dieser Hinsicht nicht die Rede, zumal t>i die Mittelmeerre-se des Kaisers dem Erholungszwecke dient. — D^r „Reichsanz." veröffentlicht das Gesetz betr. die Kontrolle des Reichshanshalts und des Landeshaushalts von Elsah-Lothringen und des Haushalts der Schutz- gebiete, sowie die Bekanntmachung betr. Vorschriften für Auswandererschiffe. — In der Mainzer Volksztg. svrach der Reichs- und Landtagsabg. Dr. David dem sächisischen Zentralkom'tee, das gegen die Kandidatur Göhres Protest erhoben hat, seine Mißbilligung aus. Das Vorgehen des Komitees sei durchaus unberechtigt, und er (Davids hoffe deshalb auch, daß Göhre, in dem die Fraktion einen außerordentlich kenntnisreichen und befähigten Mitarbeiter erhalten würde, nichit verzichtet, sondern dem Stufe der Parteigenossen des Wahlkreises Folge leistet. (Wir haben bereits in unserem heutigen Morgenblatte m'tgeteilt, daß Göhre auf die Kandidatur verzichtet. D. Red.) Straßburg, 29. Febr. Das reickiZländische Ministerium hat die Einführung und die Verbreitung der in Frankreich erschienenen französischen Übersetzung des Bilseschen Romans „Aus einer kleinen Garnison" für Elsaß-Lothringen auf Grund des § 2 des reichsländischen Paßgesetzes verboten._____________________________ Seer und Ätotte. — S. M. der Kaiser teilte am 29. d. M., wie ans Kiel gemeldet wird, den Offizieren des 1. Seebataillons mit, daß er S. K. H. den Großherzog von Hessen a la suite der Marine-Infanterie gestellt habe. Marinebefehl. Eine Sonderausgabe des „Marineverordnungsblattes" enthält folgenden Marinebefehl: „Aus Anlaß des Ablebens Meines Reffen des Sohnes Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen bestimme Ich hierdurch folgendes: 11 Die Offiziere Meiner Marine haben für 3 Tage Trauerflor um den Unterarm anzulegen. 2) Bei der Ueberführung des SargeS nach der Rikolaikirche sowie am Beisetzungstage ist der Sarg von Fähnrichs zur See zu tragen. Leutnants zur See des jüngsten Jahrgangs und Fähnrickis zur See haben den Ehrendienst in der Kirche während der Rächt zu Übernehmen. Truppen der Garnison bilden stehendes und wandelndes Spalier. Anzug: Paradeanzug. 3) Am Beisetzungstage, Montag, den 29. Februar, sind die Gaffelund Tovpflaggen aller in der Heimat befindlichen Schiffe sowie die Flaggen am Lande Halbstocks zu setzen. Vor der Kirche stellt die Marine-Infanterie eine Ehrenwache. Bei der stillen Ueberführung des Sarges in der Nacht vom Sonntag zum Montag bildet je eine Eskorte von 1 Offiziier und 30 Mann der 1. Matrosendivision die Spitze und den Schluß. 4) Mit Beendigung der Trauerfeierlichkeit in der Kirche feuert je ein Schiff des 1. und 2. Geschwaders und der Ausklärungsschiffe sowie das Wachtschiff in Kiel einen Trauerfalut von 21 Schuh. Sie haben diese Meine Ordre der Marine bekannt zu machen. Berlin Schloß, den 27. Februar 1904. Wilhelm. An den Reichskanzler lR^ichs-Marine-Amt.l Ausland. London, 29. Febr. Lord Lansdowne und der spanische Botschafter unterzeichneten am 27. Februar den Schiedsgerichtsvertrag, der dem zwischen England, Frankreich und Italien abgeschlossenen Schieds- gerichtsvertrage entspricht. Der Vertrag gilt auf 5 Jahre, vom Tage der Unterzeichnung an gerechnet. Brüssel, 29. Febr. Der Nordoeutsche Lloyd telegraphierte an seinen Antwerpener Vertreter, daß Kaiser Wilhelm der Trauer wegen seinen BesuchinVelgien auf den Sommer verschoben habe. Paris, 29. Febr. Das Datum der Ankunft des Präsidenten Lonbet in Rom wurde offiziell auf den 24. April festgesetzt. Das Programm umfaßt auch einen Besuch Lou- bets in Neapel. Rom, 28. Febr. Die „Tribuna" schreibt: Die deutsche und die italienische Regierung schlossen in verhältnismäßig kurzer Zeit ein Handelsabkommen, da beide überzeugt waren, daß ein Uebereinkommen auf diesem Gebiete notwendig sei und nicht in die Länge gezogen werden dürfe. Wie das Blatt hinzufügt, würden die Bevollmächtigten am Dienstag den Wortlaut des Vertrages feststellen, worauf die deutschen Delegierten nach Berlin zurückkehren würden. — In politischen Kreisen verlautet, zu Ostern werde eine Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler Grafen Bülow und dem italienischen Minister des Aeußern T i t t o n i in Venedig stattfinden. Weiter berichtet man, in diesen Tagen hätten die Dreibundmäcyte ein Uebereinkommen bezüglich der Balkan an g e- legenheit beschlossen, welches das von Venosta unb Prinotti mit Oesterreich-Ungarn geschlossene vervollständige, damit keine der mehr an Deutschland an der Balkanfrage interessierten Dreibundmächte irgendwie benachteiligt werden könnte. — Aus Neapel wird gemeldet, der Reichskanzler werde einen 14tägigen Erholungsurlaub auf Capri nehmen. __________________ Aus Klaöl uni) Land. Gießen, den 1. März 1904. — Kommers zu Ehren des Geh. Kirchenrates Prof. D. Kaltendusch. Gestern abend fand im Cafs Ebel ein KommerS der theologischen Fakultät zu Ehren deS Geh. KirchenrateS Prof. D. Kattenbusch statt, der mit Ende dieses Semesters, einem Rufe nach Göttingen folgend, Gießen verläßt. Eine große Anzahl früherer Schüler hatte sich eingestellt, um mit ihrem verehrten Lehrer noch ein paar Stunden zusammen zu sein und ihm Lebewohl zu sagen. In ernsten und heiteren Reden wurde es ausgesprochen, wie er Vielen entscheidende Anregungen für ihr ganzes Leben gegeben habe und wie er durch die warme Teilnahme, die er jedem seiner Schüler entgegenbrachte, im Laufe seiner 25jäh- vigen Wirksamkeit hier viele Herzen gewonnen habe, die in Dankbarkeit an ihm hängen. So gestaltete sich der Kommers zu einer Feier, die der herzlichen Dankbarkeit und Verehrung aller seiner Schüler den rechten Ausdruck gab. Sie hat ihm wohl gezeigt, daß er in diesen 25 Jahren Vielen zum Segen gewesen ist und ihm wohl deutlich gesagt, daß seine hessischen Schüler ihn und was er ihnen gewesen ist, nie vergessen werden. ** Kaiserpanorama. Wie au? dem Inseratenteile ersichtlich ist, hat sich der Besitzer des Kaiserpanoramas bemüht, die ungemein viel besuchte Serie „9(u§ den glorreichen Tagen von 1870/71" bi§ inkl. Sonntag, den 6. März, ausstellen zu können. Wer bisher das Panorama noch nicht besucht hat, hat damit Gelegenheit, es nachzuholen. Alsfeld, 29. Febr. Schon seit langer Zeit ist, wie die Alsf. Oberh. Ztg. schreibt, die Rede von der Erbauung eines Krankenhauses in unserer Stadt; aber leider haben sich die Worte und Wünsche noch nicht zur Tatsache verdichtet, lieber die Notwendigkeit der Erbauung eines Krankenhauses herrschen wohl kaum ernsthafte Meinungsverschiedenheiten; die Ursache der Verzögerung des Baues scheint auf finanziellem Gebiet zu liegen. Wie man hört, wird die vorliegende Frage gegenwärtig im Gemeinderat ernstlich erwogen. Mainz, 29. Febr. Bei einem Kollekteur der Mitteldeutschen Klassenlotterie ist eine interessante Briefmarken - fälschung aufgedeckt worden. Vor einigen Tagen erhielt der Kollekteur einen Bries aus Rußland, welcher als Einlage eine größere Anzahl russischer Briefmarken enthielt, mit dem Ersuchen, dem Absender des Schreibens für die inliegenden Briefmarken die entsprechende Anzahl Lose der Mitteldeutschen Klassenlotterie zuzusenden. Da aber die Briefmarken alle einzeln in dem Briefe lagen, so schöpfte der Kollekteur den Verdacht, daß eS mit den Briefmarken ein besonderes Bewandtnis haben müße. Die Marken — darunter solche im Werte von einem Rubel — wurden daraufhin einer genauen Besichtigung unterzogen, und nun konnte man erst auf allen Marken wahrnehmen, daß sie bereits im Verkehr gewesen waren und eine Abstempelung erfahren hatten. Die Stempelfarbe war aber mit einer chemischen Abwaschung so gut entfernt worden, daß dies bei einer oberflächlichen Besichtigung der Marken nicht wahrgenommen werden konnte. Nur dadurch daß einzelne Marken durch zu starkes Abstempeln einen zu tiefen Eindruck erhielten, konnte die Fälschung festgestellt werden. Nach dem Abwaschen der Stempelfarbe waren die Marken wieder geglättet und auch frisch gummiert worden, um denselben das vollständige Aussehen neuer Marken zu geben. Frankfurt a. M., 29. Febr. Das Verhör des Klaviertransporteurs Bruno Groß, der sich freiwillig der Polizei gestellt hat, dauerte länger als vier Stunden, bis 9 Uhr abends. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Vernehmung den Verhafteten belastet. Das Hans Zeil 69 war zur Abendzeit von Hunderten belagert, da sich das Gerücht verbreitete, daß Groß an den Thatort verbracht werde. Das soll aber nicht der Fall gewesen fein. Für den Fortgang der Untersuchung ist der Moment von Wichtigkeit, daß es der Polizei gelungen ist, ein Geschäft zu ermitteln, wo erst vor kurzem solche Schnur, die bei der Strangulation verwandt wurde, zum Verkauf gelangte. Frankfu rt a. M., 29. Febr. Während ihr Sohn und ihre Schwiegertochter auf einem Maskenballe waren, ertränkte sich die 73jährige Witwe Margarethe Bahlin in ihrer Wohnung in einer Badewanne. Auf dem Tisch hatte sie ihre Baarschast von 83 Mark nebst einem Briefe niedergelegt, in dem sie bestimmte, daß diese 83 Mark zu ihrer Beerdigung verwendet werden sollten. Ueber das Motiv ihrer Tat stand nichts in dem Briefe. Frankfurt, 29. Febr. Tie ehemalige Hauptwache soll an Herrn de Giorgi für jährlich 25000 Mark verpachtet werden. Der Pächter läßt die baulichen Veränderungen auf seine Kosten bis zum Betrag von 100 000 Mark ausführen. Er erhält em Stück des Cchillerplatzes und verpflichtet sich dafür, unterirdische Bedürfnisanstalten mit einem Aufwand von 80000 Mark herzustellen. Letztere Summe ist bei den erwähnten Baukosten einzurechnen. DaS Pachtoerin einer kleinen Gasse nahe der Kirche mit zwei ihm begegnenden Zivilisten in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete, wobei der Hauptmann seine Waffe gebrauchte. Zivilisten, Schutzleute, Soldaten und Offiziere kamen hinzu. Tie Menge zählte nach Hunderten. Der Kampf pflanzte sich durch mehrere Straßen bis auf di- Steinstraße fort. Lindner, der erhe bliche Verletz, ungen erlitt, wurde in das Haus des Kaufmanns Klemm aebracht. Die Pvli-ei zerstreute die aufgeregte Menge, lieber die Ursache des Streits gibt es zwei Lesarten: Nach der einen soll der Hauptmann von Zivilpersonen angerempelt sein, nach der anderen der Hauptmann den Streit provoziert haben. * München, 29. Febr. Die Stickereigeschäfts-Jnha- berin Frau Tb euer wurde heute innigen von ujrem Zimmerherrn, dem Magistratssekretär Georg Schlund durch drei Revolverschüsse getötet. Schlund tötete sich bann selbst durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Der Täter wollte mit Frau Theuer, welche an einen geisteskranken Arzt verheiratet ist, ein Liebesverhältnis anknüpfen, worauf sich die Ermordete jedoch nicht einließ. * Der Geisteszustand der Prinzessin Luise von Coburg. Auf Antrag des Wiener Kurators Dr. Feistmantel erfolgte in der HeilaichaT L^ederho' bei Dresden durch eine Sachverständ!g"nkommiss'on, d''e aus dem Wiener Professor Wagner von Jauregg, dem Berliner Professor Friedrich Jolly, dem Geh. Medizmalrat Dr. Guido Weber, dem Direktor der sächsischen Landes'rrenanstalt, Sonnen- stein, und dem belgischen Oberstabsärzte Dr. Leopold Melis zusammengesetzt war, abermals eine Untersuchung des Geisteszustandes der Prinzessin Luise von Coburg. Tas Gutachten erklärt, daß der Zustand der krankhaften Geistesschwäche unverändert fortbesteht und die Patientin un'ähig ist, ihre Angelegenhe't selbst zu besorgen, sodaß ein dauernder Aufenthalt unbedingt notwendig ist und daß in Piersons Anstalt Liederhof alle Beding"ugen gAgebm sind, welche eine zweckmäßige und schonende Behandlung der Prinzessin gewährleisten. Das kaiserliche Obersthofmarschallamt, das dieses Gutachten pub'iziert, erklärt, daß die Überprüfung des Gesundheitszustandes der Prin^'ssin Luise von Koburg keinen Anlaß zu einer kuratelsbehördlichien Verfügung geboten habe, das heißt, keine Aenderung im bisherigen Kuratelzustande Platz greife. Kerichlssaat. ko. Frankfurt a. M., 29. Febr. Vom Kriegsgericht der 25. Division sind in einer am 21. Januar in Gießen ab- gehaltenen Sitzung der Gefreite Winnecker und die Musketiere Hans, Werner, Albach, Kräher, Frey und Jllig von der 12. Komv. 116. Jnf.-Regts. zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie am Abend des 6. Dezember v. Js. den Musketier Schmidt von der 1. Komp, des genannten Regiments gemeinschaftlich mißhandelt zu haben, für schuldig befunden wurden. Hans, der dabei von seinem Seitengewehr rechtswidrig Gebrauch gemacht hatte, erhielt 7 Wochen, die anderen je 14 Tage Gefängnis. Gegen das Urteil hatten alle 7 Berufung eingelegt. Das Oberkriegsgericht sprach den Albach frei und ermäßigte die Strafe des Hans auf 4 Wochen Gefängnis. Im Uebrigen wurde das Urteil der ersten Instanz bestätigt. Ter Vorfall hatte sich auf der Straße in der Nähe der Kaserne abgespielt. L. Leipzig, 29. Febr. (R e i ch S g e r i ch t.) Wegen Beleidigung des Geh. Schulrats Tr. Schädel, der Direktor des Gymnasiums, ist bekanntlich am 26. August v. I. vom Landgerichte Gießen der praktische Arzt Dr. med. Klein zu einer Geldstrafe von 150 Mk. verurteilt worden. Man erinnert sich, daß eine Korrespondenz zwischen den beiden Herren wegen eines damals das Gymnasium besuchenden Sohnes des Dr. Klein Einlaß zu einer Beleidigungsklage gab. Die Revision des Angeklagten, der sich über die Nichtzubilligung des Schutzes des § 293 beschwerte, wurde vom Reichsgerichte als unbegründet verworfen. M ü nch en , 29. Febr. In der Untersuchung wegen Vergehens wider die Religion, begangen durch den „Si m p l i c i ss im u s", beschloß das Amtsgericht, das Haupt- verfahren nicht zu eröffnen, sondern die Angeschuldigten außer Verfolgung zu setzen. Paris, 29. Febr. Der Untersuchungsrichter verfügte die Einstellung des Verfahrens gegen den Armenier Louban, welcher ki'irzlich den Anschlag auf MaxNordau, den Präsidenten des Zionisten-Kongresfes, verübte, da er nach dem ärztlichen Gutachten für die Tat nicht verantwortlich zu machen sei. Lauban wird in eine Irrenanstalt übergeführt. Oppel ist, wie uns mitgeteilt wurde, nicht aus dem Ge° zuslandes gebracht worden war. — Der Turnverein in Krof darf hielt am 28. d. M. sein 2. Winterfest ab. VermiicVKi* werden. — Bei den im Anschluß an daS neue Scha uspiel- hauS erbauten drei Häusern an der Neuen Mainzerstraße arzt es soll unter gleichen Bedingungen wie vorher, also auf zwölf Jahre bei 8 000 Mark Gehalt und 4000 Mark Pension im Fall der Dienstunfähigkeit vor Ablauf des Vertrags, erfolgen. Der Magistrat beantragt ferner Bewilligung von 1000 Mark für einen weiblichen Arzt, der die Untersuchung der weiblichen Angestellten zu übernehmen hat. Homburg v. d. H., 1. März. Der Güterzug, der 1036 Uhr hier eintreffen sollte, entgleiste im Bahnhof Oberursel. Ein Wagen siel um, sodaß die Passagiere des Schnellzugs Frankfurt-Homburg und des Personenzngs um- steigen mußten. Niemand wurde verletzt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. Der in Wiesbaden verhaftetete Einbrecher läufige Nachbewilligung von 192 000 Mark für eilige Forder- ^Gefa^hr^ine? ungen beantragt. — Die Anstellung des neuen Stadt- , DaS neue Schauspielhaus zeigt nach vorläufiger Abrechnung znrückzuführen haben. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres 450000 Mark Ueberschre itung. Es wird die vor- war die Spekulation sehr zurückhaltend, weil der Geldmarkt allen - - -- ' — • -..... - »».»hovf.H) nmr. Als aber im letzten Drittel des Jahres , stärkeren Geldversteiferuug als beseitigt angesehen wurde, begann eine, zum mindesten sehr forderte Spekulation in Dividendenvapieren. Die Kurse dieser Papiere wurden auf ein Niveau geschraubt, das in einem ausgesprochenen Mißverhältius nicht allein zu der tatsächlichen Rentablität, sondern auch, und das war das bedenklichste, zu den Zukunftsschancen stand. So sah man im Oktober v. I. eine Reihe der ersten Spekulationspaviere so in die Höhe getrieben, wie in der besten Zeit der wirtschaftlichen Hochkonjunktur, als jene Effekten eine wenigstens einigermaßen den damaligen Kursen entsprechende Rente abwarsen. Dieses Treiben wurde so ziemlich bis Jahresschluß fortgesetzt. Nur als der russisch-japanische Konflikt begann, wurde die Börse stutzig, ließ sich jedoch bald wieder trösten und wie gründlich |te bis in die jüngste Zeit hinein getröstet wurde, und mit welchem Erfolg, das haben wir schalidernd erlebt und wird allen In- tereffenteii daueriid im Gedächtnis bleiben. Ein anderer Umstand ist an dem rapiden Kurssturz auch mit schuld und dieser ist, da« die Banken und das Großkapital zri sehr bei ausländischen Ge- ..., ।viv un» iiuujvicui iuuwh ...Wv w.H schäften interessiert sind. Nicht nur eine Menge Minenshares stecken fänaniS in G i - si -> n niiSnebrochcn sondern ans der leider heute noch in Deutschland, sondern auch andere ansländi che r « er .? f.abgebrochen, sonoern aus oer ^erte. Beweis dafür war, daß insbesondere Berlin beim jüngsten psychiatrischen Klimk, wohin er zur Untersuchung seines Geistes- QUg(änbtfcben Rentensturz, der von Paris ariSging, hineingezogen wurde. Dann kam der Fall Fritz Meyer, der nach der letzterwähnten Richtung beinahe etwas Typisches an sich hatte — es kamen noch einige andere kleinere Meyer zil Fall unb wie die Situation jetzt steht, ist es durcharls nicht ansgeschloffen, daß wenn ailch die Hochfinanz für den Augenblick vorgebengt hat, im März noch die eine oder die anbere Zahlungseinstellung nachfolgt. Kurz, bie Börse * Berlin, 29. Febr. Nach Unterschlagung von steckt setzt mitten in einer Krise unb es ist sehr fraglich, ob sie 10 000 Mark ist der 34 jährige Expedient Stahlberg eines ,d)nca ro cbcr herauskommt. hiesigen Vcrlagshauses flüchtig. Gießen, 1. März. Mark tbericht. Auf hentigem Wocbenmarkt B e r l r n , 29. Febr. ^er F e r n z u g Nr. 376, der heute kosteten: B.itter pr. Psd. 0,90-1.00 Mk., Hühnereier J St. 6-7 Psg- nacht aus Magdeburg abfuhr, 2,36 in Potsdam eintraf 2 Stck. 00—OOVfg., GänseeierOO— 00 Pfg., Enteneier8—0 Psg., Kafe und 3,5 Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof in Berlin an- vr.Stck. 6—8 Pf., Käsematte2 Stck. 5—6 Psg., Erbsen pr. Liter 21W, langen sollte, entgleiste heute morgen kurz vor drei Zinsen pr. Liter32Psg., Tauben pr.Paar0,80—1,00Mk., Hühner Uhr in der Nähe der Station Ncubabelsberg. Tie Loko- 1.30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0^80—1,70 Mk., Emen pr. Sn motive geriet auf Sand und legte sich aus eine Seite, so- l'70~2'1°: ?anse pr. Ad. «)—,0 M., Ochsenckeisch A: d daß der Zug mit einem plötzlichen Rucke h.elt. Tie Pasta- ®8e(fpr^Pfund giere erlitten heftige Erschütterungen, wurden jedoch, mcht % $ \ ^ld^isch^pr. Pfb.Ä-70 Pfg., HannUelsle.fch vr. Pfund verletzt. ^^ 64—74Pfa.,Karcofselnvr.lOOKgr.6,OO-O,O0Mk.,Weißkrautver ^Bautzen, 29. ^ebr. Hier gao es in der Sonntag nacht Stück 9—12 Psg., per Zentner O.Ou—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zeinner eine große Slagerei zwischen Offizieren, Sol- 7,00—10,00 A!k., Aiilch per Liter 18 Psg., 9lcyfe( per Zenmer 2U baten und Zivilisten. Haup.m. nn L i n d n e r geriet bis 26 Alk., in Körben 00—00 Pia. Nüjie 100 St. 8*—4<) Psg. bältniS ist auf zwanzig Jahre festgesetzt. Es soll ein feineres UNÜ Wtftdir NolKSwirisÜMft» Kaffeehaus mit Schokolade- und TeeauSschank eingerichtet &fUllUn UUV ... Die eigentlichen Ursachen der jüngsten KursrückgLnge. Der äußere Anlaß zur gegenwärtigen Börsenkrisis mag wohl in , , .. E . AAA an - < dem Ausbruch des ostasiatischen Krieges zu suchen sein, die inneren hat sich eine Kostenüberschreitung von 54 000 Mark ergeben. Ursachen aber wird man wohl ober übel auf UeberspekulcMon ak. ;• e?6m s.l’£fl8(ieriil 1. Januar tn ©iefeencS inetfer und die Bslrfe unb Jll'c, von der lä.fomp verurteilt worden, roeil ü- i Musketier Schmidt m t-- mnlchai'tlich mißhande!^ !rden. Hans, der d-ibei r. 'wuch qemacht hotte, er? ^elännnis. Keqen dos Urte 'as CberfrieqSteridjt fpra Taie des hnns oui 4®r- § Urteil dcr ersten Jusü >er Straße in der Mhi ir laeridit.) Wegenb r. Schädel, der firfc 6. 2Jii(]iifl o. 3- oom Dr meb. fllein °-i -iaZYr beriö»üff. ®c0t,: Ur$ einen gduP^H dem Berlin», 1QIraf 2r 5eb“”‘iÄ* h ' &butg9 £ Mir fnb| toe[ä 22J 3Aet?riwi’ H bie U'berprii^ $If;n2ut|e von M,. L/uhssn Verfügung c- Gerung im bisherig Hcucltr Meldungen. ^rtginaldrahtmeldnngcn des Gießener Anzeigers. R. B. T a r m st a d t, 1. März. Die 2 K'a mmer setzte heute die Beratung d e s l a n d w i r t s ch a f t l i ch e n G t a t. fort und bewilligte für Beiträge an unteritutzungsbedürf- tige Gemeinden für wasserwirtschaftlickM MelwraUonen 50000 Mark und zur Bekämpfung der Reb lau s ge s ah r 25000 Mark. Bei Kapitel Rindviehzucht, für welches 91 000 Mark verlangt wurden, kam es zu.emer langen, sehr erregten Debatte über die Frage der Zulassung der S i m m en t h a le rr as se im Vogelsberg. -^e Abg, Brauer Weidner, Bär und Wolf äußerten sich in absälliaer'Weisc über die Bestrebungen dcr Regierung auf diesem Gebiet, worauf Ministerialrat Braun erHarte bei solchen abfälligen Urteilen der Vertreter der Land wir. chaft werde die Regierung es ,ich sehr überlegen ob sie n nächsten Jahr noch einmal den Staatszuschuß für die Rindviehzucht gewähren werde. Tie Sitzung wurde um 1/22 Uhr abgebrochen; sie werd morgen um 9 Uhr fort* ^'^Wilhelmshaven, 1. Mä.z. Der Kaiser ist hier emgetroffen. . , Mentone, 1. März. Die auswärts verbreiteten Gerüchte, das Befinden des früheren Präsidenten Krüger sei besorgniserregend, sind unbegründet. Krüger ist völlig gesund. Pal ermo, 1.März. Die Luftschifferin Vlondeau unternahm vor einer Zuschauermenge einen Aufstieg' nut intern Ballon, als dcr Ballon aus beträchtlicher Höhe plötzlich rapid zu sinken begann. Er fiel auf das Dach eines Hauses. DaS Gas entzündete sich und der Ballon verbrannte. Die Luftschifferin konnte sich noch rechtzeitig auS der Gondel befreien und kam mit geringen Verletzungen davon. Bei dem Unfall gerieten die Zuschauer in große Aufregung. Bei dem entstandenen Gedränge wurden zwei Personen er* drückt. Vom Kriege. London, 1. März. „Daily Telegraph" meldet aus Inkan vom 29. Febr.: Morgens erschienen 15 japanis ch e Kriegsschiffe vor Port Arthur und eröffneten ein heftiges Feuer. Die Kreuzer" „92 0 b i t", „As- kold" und „Bajan" liefen aus dcm Hafen mit vier Torpedobooten aus, um die Japaner anzugreifen, wurden aber gezwungen, sich zurückzuziehen. „Askold" befindet sich im s i n k e n d e n Z u st a n d e, „Novik" wurde schwer beschädigt; ein Torpedoboot ist gc- sunken, „Retwisan" erlitt wieder Beschädigungen. Rach zweistündigem F-euer zog sich die japanische Flotte in voller Ordnung zurück. Die russische Artillerie ging nach der Pigeonbay ab. Rom, 1. März. Die „Tribuna" erhält aus Futschau folgende Meldung: Rach Nachrichten aus Eharbin richten sich die Operationen der Japaner auf die Einnahme von P 0 ß j e t, den Kreuzungspunkt der transsibirischen und der mandschurischen Bahn, aber cs scheint, als ob sie dazu nicht genügende Truppen gelandet hätten. Tie Regierungsbeamten wurden von Fuken nach Charborowsk be- I ordert. Ter russische Gesandte in Peking habe der chinesi- Bekanntmachung. Die Rechnung der Stadt Gießen für 1902. 03 nebft Berwaktunas* oericht, sowie die Rechnung des Stadterweiterungsfonds, des Hab- tischen Elektrizitätswerkes, sowie des städtischen Gas- und Mayer, werks für 1902 03 liegen in Gemäßheit des Ackikel 87 der Städte- ordnung während 8 Tagen aus dem Bürgermeisteret-Bureau — Jimmer 92r. 16 — zu Jedermanns Einsicht offen. Es rotrb dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Bemerkungen zu denselben in der gleichen Frist bet uns emgeretcht wer. den können. _A,_ Gießen, den 29. Februar 1904. "047 GrokherzvgUcye uraermeifterei Gießen. Mecum.______________ Vergebung*. Für das Großh. Provinzial * Arresthaus dahier soll die Lieferung der folgenden, für die Zeit nnm 1. April 1904 bis 81. März 1905 erforderlichen Verzehrung?- und Berbranchsgegenstände: Brot, Wecke, Ochsenfleisch, Schweinefleisch, Kalbfleisch, Hammel* fleisch, Frankfurter Würstchen, gemischte Wurst, Schweine* schmalz, Nierensett, Butter, KokoSnußbutter, Kaffee, Milch, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste, Mehl, Reis, Gries, Hafergrütze, Nudeln, eingemachte Bohnen, Gurken, Handkase, Häringe, Eier, Tee, Schokolade, Zucker, Mohnöl, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Nelken, Kümmel, Mußkatnuß, Essig, Petroleum, Zündhölzer, Seife, Schmierseife, Soda, Putz* pulver, Vitriol, Spiritus, Stroh, Tran, Wichse, Fensterleder, sowie ca. 600 Zentner reine Stückkohlen, ca. 800 Zentner gewaschene Nußkohlen, 30 biö 50 mm Durchmesser und ca. 600 rm Tanneu-Scheitbolz, ferner soll die Entleerung der Senk-- und Kchrtchtgruben während der angegebenen Zeit im Submissionswege vergeben werden. Versiegelte Angebote und — soweit tunlich — Proben sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine Mittwoch, den 16. März 1904, vormittags 10 Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justizgebäude, Zimmer Nr. 43 — mederzulegen. Bis zu diesem Termine werden auch Gebote auf die sich im Provinzial-Arresthause ergebenden Küchenabfälle, Lumpen und das abgängige Lagerftroh entgegen* genommen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerial - Erlaß vom 16. Juni 1893, das VexdingungS- wesen bett., enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft eingesehen und gegen Erstattung der Sch reib gebührerr bezogen werden können. Bezüglich der Kokosnußbutter kann bt*. Zuschlag erst nach stattgefundener Prüfung der vorzulegenden Proben durch den Anstaltsarzt erfolgen, im übrigen bleibt der Zuschlag 3 Tage Vorbehalten. Gießen, 26. Februar 1904. Der Großh. Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberheffen. Theobald. 2046 Holz - Versteigerung in den Waldungen der Gemeinde Ruppertsburg Donnerstag den 3. März l. I., vormittags 10 Nhr beginnend in den Distrikten Hohenberg, Buchwald und Röden: 210 rm Buchen-Scheiter, 172 „ Buchen-Knüppel, 30 „ Eichen- und Nadel-Knüppel, 257 , Buchen-Ast- und -Stammreisig (letztere in Schichthaufen), 73 „ Buchcn-Stöcke, 13 „ Nadel-Stöcke, 1 Eichen-Abschnitt mit 0,34 fm Inhalt, 105 Nadel-Stämme und -Derbstangen mit 13,77 fm Inhalt, 2 Buchen-Derbstangen mit 0,06 fm Inhalt. Eine Quantität Nadel- und Eichen-Reisig in Abteilungen. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Hohenberg, an der Kreisstraße Ruppertsburg-Wetterfeld. Freitag den 4. März l. I., vormittags 10 Uhr beginnend in den Distrikten Langenberg und Ziegenberg: 33 rm Buchen-Scheiter, 6 „ Lärchen-Nutzknüppel (3 m lang), 370 , Buchen-Stammknüppcl, 73 w gemischte Reiserknüppel, 147 , Eichen-, Eschen- und Aspen-Knüppel, 633 , Buchen, und Eichen-Ast- und -Slammreisig (letztere in Schichthaufen), 37 „ Buchen-Stöcke, 6 „ Eichen- und Nadel-Stöcke, 10 Eichen-Stämme mit 6,68 fm Inhalt, 253 Nadel-Stämme und -Derbstangen mit 5,78 fm Inhalt, 100 Eschen-Stämme und -Derbstangen mit 6,67 fm Inhalt, 6 Buchen-Derbstangen mit 0,12 fm Inhalt. Eine Quantität Eichen- und Nadel-Reisig in Abteilungen. Die Zusammenkunft ist in der Herzau, am Wender Heuweg. Das an den beiden Tagen zur Versteigerung kommende Brennholz wird teils vor- teils unvorgezeigt versteigert. — Nähere Auskunft erteilt Forstwart Steinbach dahier. Ruppertsburg, den 27. Februar 1904. Großh. Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. 2028 Holzversteigerung in den Waldungen Es sollen versteigert werden: a) Donnerstag den mittags 10 Uhr an: 24 rm Buchen-Scheiter, 2 , Eichen- „ 2 , Nadel- „ 127 , Buchen-Knüppel, 54 , Eichen- „ 27 , Nadel. b) Samstag den 5. mittags 1 Uhr an: der Gemeinde Londorf. 3. März d. I., von vor- 334 rm Buchen-Reifer, 144 „ Eichen- „ 18 „ Buchen-Stöcke, 30 „ Eichen- , 17 , Nadel- März d. Is., von nach- scken Regierung mitgeteilt, Rußland könne die NentralitätS- Erklärung Chinas nur beachten, falls dieses die Unterdrückung der Banden in der Mandschurei herbeisühren würde. In Peking habe man geantwortet, die bestehenden Zustände in der Mandschurei verhinderten jede Aktion der Souverenität. Wien, 1. März. An zuständiger Stelle werden die ursprünglichen Meldungen über die Bedeutung des japanisch-koreanischen Bündnisses wesentlich ab- geschwächt. Cs wird erklärt, Koren habe keineswegs die Verpflichtung, Japan militärisch zu iinterstützen, auf sich genommen. Alle Bestimmungen des Vertrages, dessen Wortlaut der hiesigen japanischen Gesandtschaft vorliegt, beziehen sich ausschließlich auf die innere Pol tik Koreas, das weiterhin seine 9?eutralstät bewahren werde. Telephonischer Kursbericht. 3Vnn/o Reichwanleibe . . 101 50 VIq do. ... 39.20 3V,0/ KohhoIs .... 101.50 3°/q do .... 39.50 31/?0/ Rpssen .... 100.00 3*/,% OhprhoRSPn . . . 00.00 X% O'*Rterr. Go'drerte . 100.70 4l5% Oesterr. Silbprronte 100 20 4% Untrer. Ooldrente, . . 93.40 4°/ haben Rente , . . 99.60 41 , % Portugieser , . . 57.00 °/ Portugiesen.....57.00 1 % C. Türken .... —.— Türkenlose .... 118.40 4% Grierh Monopo' -Anl 41.20 4* , % il'i«aero A rronf-no- 42 30 | innl. luri a i., 1, März. 3'»/<। Mexikaner . . 25.80 -*1/.'/ Chineson , . . 84 60 l-:irotr <-. ''c* uckert . . . 97.75 Nordd Lloyd . . . , 102 45 Kreditaktien . ... 196.40 Diflkonto-Kommandit. . 181.80 harmRtädt-r Bank . 133 50 Dresdener Bank .... 143.80 Ber iner Randelspes. . . 148 20 Oesterr Staatnbahn . . . 133.75 Lombarden ..... 13.90 Got.thardbahn .... 194.00 Laura kitte......214.00 Bochum.......182.00 llarpener . . . 182.80 Tendenz: ziemlich fest. Wm imii Erweiterte MäHeMule zu Kikßen. Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen — einerlei welchen 2(lter§ — sollen in Zukunft nicht mehr bei Beginn des neuen, sondern vor 9(bfauf des alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldungen haben bis spätestens zuin 20. März zu geschehen und werden im Schulhause, Schillerstraße 8, an folgenden Tagen von dem Unterzeichneten entgegen genommen: Dienstag, 8., Samstag, 12., Dienstag, 15., und Samstag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr. Vorzulegen sind: Impf-- und Geburtsschein, letzterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Kindern, die über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein dlbgaugszcugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1904. 1584 Der Direktor: Dr. Stoeriko. Ncllbalisirclke Marburg-Imhlillstll. Die Lieferung der für die Bahnhoishochbauten erforderlichen 1200 51 bin. Sandbruchsteine, 120 000 Lintermauernngs-Zicaelsteine, 28 000 Vorlnatlermiqs-Ziegelsleme, 17 000 Schwemmsteine, soll im Ganzen oder in Teilen vergeben werden. DerdingungS- unterlngen und von unterzeichneter Banableilung gegen gebührenfreie Einsendung von 1,50 Mk. zu beziehen. Ebendahin sind oer- schloffene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote bis znn^ Eröffilungstermin Mitttvoch den 9. März 1904, vormittags 11 Uhr, einzureichen. — Zuschlaasfrisl 3 Wochen. 1872 SDlurburg, den 23. Februar 1904. Bauabtetlung Marburg—Dreihauseu. I. Saathafer, Juwel von Erfurt. reift mittelfrüh, wächst ktirz aber stack in Stroh, verträgt die stärkste Tüngung of)ne zu lagern, liefert infolgedessen die höchsten Körnererträge. Ber der letzten Ernte wurden nuf einem Plane trotz der großen Trockenheit im Vorsommer 25,25 Ztr. Körner pro Atorgen geerntet. II. Ligowo. Frübhafer, reift bei rechtzeitiger Bestellung im Juli, verträgt infolge seiner Schnellwüchsigkeit starke Düngung. Bei der letzten Enrte waren 58 Morgen angebaut, hat bei 40 Pfund Aussaat 20 Ztr. Körner geliefert. Bei der letzten Landesausstellllng in Gießen, wo beide Hafersorten ausgestellt waren, ist mir ein Ehrenprels und die silberne Staatsmedaille zuerkannt worden. Beide Hasersorten werden doppelt gereinigt abgeaeben k 100 Kilo Mk. 16.— ab Hof oder gegen Nachnahme zur Bahn bei J. Schuch Schleifeld bei Nidda. Lacke werden mit Mk. 0.40 pro Stück berechnet angegeben, aber, nicht zurückgenommen. 1385 Stammho'z-Versteitzerung ÜM Samstag den 5. März d. IS., im Gemeindcwatd Altenkirchen: 2 Eichen-Stämme I. Kl., 9,42 fm, 10 ,, II* »» 15,38 ,, 171 „ Hl. und IV. Kl., 38,39 und 15,95 fm, 37 Kiefern-Stämme III. und IV. Kl., 8,96 fm, Eichen-, Fichten-, Erlen-, Birken- und Buchen-Stämme und -Stangen, 5,61 fm. Zusammenkunft um 10 Uhr vormittags an der Grundmühle, 20 Minuten von den Bahnhöfen Offenbach-Bischoffen. Hohensolms, den 26. Februar 1904. 2027 _______Der Bürgermeister: Huttel. HotliacrLeöensverstcherungslianlia.d). Dersicherungdbestand.........Mk. 840 000 000 Bisher ausbezahlte Versicherungssummen . „ 420 000 000 Bisher gewährte Dividenden...... „ 210 000 000 Neue Satzung vom 1. Januar 1904: Unverfallbarkeit vorn Beginn der Versicherung an, Unanfechtbarkeit und Weltpolice nach zwei Jahren. _ Verwendung der Dividende wahlweise zur Pramrcn- rrmätzigung oder - ohne neue ärztliche Untersuchung - zur Gr höhung der Versicherungssumme siahrltcher und selbst blut- den den berechtigter Sumineuzuwa ch s). 145 Heinrich Hochreuther, Steinstrasje 92. Londorf, den 29. Februar 1904. Großh. Bürgermeisterei Londorf. Au mann. 2029 11 Eichen-Stämme mit 3,11 fm, 19 Fichten- n 3,68 Q 30 Eichen-Derbstangen w 1,59 n 9 Buchen- „ n 0,33 ff 230 Fichten- „ u 19,58 V Waldeingang Zusammenkunft ist an beiden vor dem Distrikt Katzengeheeg. Tagen am Sekt Michael Oppmann Königl. Bayr. Hof-Schaumweinfabrik Würzburg 780 Allein-Vertrelung für Giessen und Umgegend: C. G. Kleiaheaa, Giessen Bahnhofstrasse 59. Telephon 66. Wegen Aufgabe meines Ladengeschäftes großer WlimgsDrlms in Uorz ssan-, Klas-, Stcingnt- u. Tö'plerwaren rc. zu bedeutend herabgesetzten Preisen, woraus ich ein geehrtes Publikum aufmerksam nwche. Sonnenstraße 5 C. Ranft am Kanzleiberg. NB. Schöne, praktische Laden-Einrichtung, fast wie neu, ist billig abzugeben. 1819 Düsseldorf 1902 - Goldmedaille ” .. - : Lauha G,+aKS*Sa&* \ Gesehäfts-Svoffnung. | ' Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum zur Nachricht, daß ich ♦ i $t|i|«i?riie 34.... SchiveMMtzgcrei I ; eröffnet habe und bitte um geneigten Zuspruch. 01033 5 Hochachtend BijijMt 34. Adam Oiste, I Hrtsgewerbeverein. Wirtschaft. * Sn einem gröberen Orte, Bahn- und Telegraphenstation, ist eine Mittwoch den 2. März, abenoS 8V2 Uhr: Diskussions-Abend in der Restauration Feidel. Tages-Ordnung: Neuregelung der Steuerverhältnisse in Hessen. Fragckasten. Verschiedenes. 2049 Hu recht zahlreicher Beteiligung ladet ein Der Vorstand. WiP-LeckWß nnö ^mchlslNg. Teile ergebenst mit, daß ich das seit 1882 am hiesigen Plage betriebene Kerrcn-KK'ider-Heschäft nach Maß (mit und ohne Stosslieserung) von Waüthorstraße 25 nach Plackst raste 12,!. verlegt habe. Für das mir seither bewiesene Vertrauen dankend, batte mich bei fernerem Bedars bestens empfohlen. 2036 ffiae©B’g Pfaff. Restaurant Stiickrath Marburgerstraße 27. Mittwoch den 2. März: Aletzrlsuppe. Morgens: 01017 Wellfleisch mit Kraut. Jedem ähnlichen Produkt vorzuzicheu sind 1 ür 2 gute Teller Suppe, weil von unerreichter Feinheit tm Geschmack. Stets frisch erhältlich bei 2026 Carl Elcbmanu, Ederstraße 1, Ecke Nordanlage. Gustav Belitz Dekorations-Maler- n. Anstreichergeschaft Steinstratze VS Gießen Steinstraße 65 hält sich zur Ausführung jeglicher in sein Fach etnschlagenden Arbeiten bestens empfohlen. 01036 Solide, geschmackvolle Ausführung. Pünktliche Bedienung. Civile Preise. Die Stelle der Kassiererin im (Siehener Dolksbad ist per 16. April neu zu besetzen. 2040 Schriftliche Anmeldungen mit Angabe des Alters, der seitherigen Thäligkeit und Beifügung etwaiger Zeugnisse sind bis spätestens 15. März bei der Expedition d. Bl. unter der Adresse .Gießener Voltsbad' abzugeben. «. Vorstand Mittwoch deu 2. d. Mts., mittags 11 Uhr, sollen am der Polizeiwache drei herrenlos ein- gefangene Hunde, ein gelber I Dachshund, ein rauhhaariger und ein grauer glatthaariger Rattenpinscher meistbietend versteigert werden. Der Polizeiwachtmeister ____________Lasver._______2048 Versteigerung. Mittwoch den 9. März d. I., nachmittags 2 Uhr, werben im Psandlokal, SelterSiveg 11, gegen Barzahlung versteigert: 1. 1 Blagen, 1 Vertikow, Sofas, Kommode, Tische, Uhren, Klet- derschränte, Spiegel u. a. m. 2. 1 Kassette und 1 Schreibpiilt. Die Versteigerung unter 2 sin. bet bestimmt statt. 2041 _______Johann, Piatidmeister. LMMlM.Z.Mzi.H., nachmittags 3 Uhr, werdeii im Bieker'schen Hose — Neustadt 55 — gegen Barzahlung versteigert: 1 fast neuer Landauer, 2 Pferde mit kompl. Ehaifengeschtrr. Tie Versteigerung findet bestimmt statu 2010 Geißler, Gerichtsvollzieher. Am Donnerstag den 3. März d. IS., nachmittags 2 Uhr, folleii mH Bahiihof Lollar 200 Stück alte, hölzerne Bahuschwcllcn öffentlich und inciiibieieub unter den im Termin selbst belannt zu machenden Bedirlgungen verkamt werden. 2030 Fronhausen, 1. März 1904. Bahnmeisterei 116. Sfilut! Amt! alle Gemüse sowie Blumenkohl, Stück 25—30 Pig., täglich frisch zu haben Liirdengasse 1, im Laden bei Frau Ferber. >01030 3it verkaufen ,8»! ohnhaus in feinst. Lage, 5--Z.- Wohniiiigen, kl. Garten, eine Wohnung frei rentier., bei niinb. 6000 Alk. Anzahl, sofort zu verk. Off, u. 0964 au die Exp. d. Bl. 09491 Großes Geschäftshaus in allererster Lage, Zentrum der Stadt, Famrlienvrrhält- Nisse halber unter selten günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näh, in der Exp. 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Df 3 /3. 1904, abend» 9 Uhr: Deretns-Abenö im Caf^ Ebel. 2034 A Sektion Giessen 0. 6l US. A. v. MMals- j)onnrr»tdg V den 8. Mär;, abends 9,, Uhr. Bortrag des Her-rn Zahnarzt Jaeger: „Meine Hochtouren im Sommer 1903.“ (Mit Lichtbildern.) 2021 Kaiser-PanoraBi Au» den glorreichen Tagen von 70/71 hat so allgemein gefallen, daß ich mich entschlossen habe, die Serie blS Samdtag den 0. März auszustellen. 01o3t Täglich bis 10 Uhr geöffnet. eeeeeeeeeeeews.