Nr. 30h BWr" Z Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 31 De,zen-H'^ i 1)03 Erichen», täglich mtt Ausnahme des Sonntags. Di ..Gtetzener Somtltenblätter* werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessische Landwirt" erfchernl monaüid) einmal. GNtzeKsr Anzeiger verantwortlich füt den allgem-wL» I*Ü| P, gBlltCo; tot den Hryctflcnlttli & B«Ä iRoianonSömcf und vertag der BrL-ilch« Unwerftlätsdruclere» (Pirtlch ’&ibcn), #ubcn» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. j>ie Heutige Plummer umfaßt 16 Kelten. Deutsches Reich. Berlin, 30. Tcz. Der Kaiser empfing gestern den General der Infanterie Generaladjutanten v Plessen. Zur Frühstücks täfel beim Kaiserpaare waren geladen Drinz Rens;' XVIII., der Gesandte v. Müller, Gräfin Alvensleben die Gemahlin des Botschafters in Petersburg, und General der Infanterie v. Vlesten. Rach der Tafel empfing der Monarch d"n Vize Admiral Düchfel Hmte hörte der Ka ser den Boriraa des Chefs des Zivillabinetts Wirkt. Geh. Rots Tr. v. Lncanns. „ t , — Wie der „Reichsanz." meldet, ist dem General- lentnant z. T. Behm in Grfrr+, dem Generalmajor Dem- mes in Hannover und dem Gestütsdirektor in Gudwehlen Schlüter, der erbliche Adel verliehen worden. — König Eduard von England gedenkt in der ersten Aprilwoche Kaiser Wilhelm einen Besuch Kolouialpost. — Wie aus London telegraphiert w'.rd, besagen englische Meldungen aus Kapstadt, man befürchte dort einen allgemeinen Hottentotten-Auf st and auf dem! ganzen deutschen Gebiete gegen alle Europäer. Banden von Ein^bormen durchleben das Land und plündern die Europäer. Ein deutscher Posten zu Oaprs soll überwältigt und getötet worden fein.. Hierzu berichtet die „Post", daß amtlicherseits eine Bestatrg- una oder eine Richt'gitellung der Meldung nicht zu erhalten war, doch sei an unterricht"ter Stelle bekannt, daß der Aufstand eine weitere Ausdehnung genommen hat. Der aenannte deutsckE Posten Oa"üs dürfte mit der milttarsick)en Versuchsstation Nhabis identisch sein, die etwa 120 Kilometer nordwestlich von Warmbad liegt. nehmen. Braunschweig, 30. Tcz. Infolge Erkältung M der Regent in den letzten Tagen die gewöhnliche Ausfahrt unterlassen müssen und die Gratulationscour sowie das Galadiner am Neujahestage abgesagt; doch ist zu hoffen, daß der Erkältungszustand in einigen Tagen wieder vollkommen behoben sein wird. ti.ru -rr ^n - Hamburg, 30. Dez. Die B..rger,chaft bewilligte 8V4 Mill, zu einem neuen Kanal für den oberes a>en /ilustichisfsverkehr und eine neue C i s e n b a^)n-Verbi n d u n g nach dem Bahnhöfe Wilhelmsburg und 2 200 000 Mark für die Vertiefung der Hamburger Häsen. München, 30. Dez. Die große Cour Und das — Der Prinzregent empfing heute den nach Lissabon abberufenen hiesigen Nuntius Msgre. Maccht in Abschiedsaudienz, bei der auch Ministerpräsident Frhr. v. Podewils und Kultusminister v. Wehner anwesend tu ar en. Ter Prinzregent überreichte Macchi das Großkreuz des Verdienstordens der bairischen Krone. Hvfkvns^t, welche am Neujahrstage aüendv m den königlichen Residenz stattfindeu sollten unterbl' erb en auf Befehl des P r i n z r e g e n t e n, welcher noch an derr Folgen des während der dies öhrigeu a g d s a 1 s 0 n er- littenen leichten Unfalles leidet und auf Grund ärztlicher Anordnung längeres Stehen vermeiden muß Tas Befinden des Prinzregenten g bt indessen zu keinerlei^Besorgnis Anlaß. Der Hosball sotl Mitte Januar 1904 statt- Kirche urd Schule. Rom, 30. Dez. „Giornale d'Jtalia^ weiß über die gestrige Versammlung der Kardinale, die sich mit der Frage des Vetorechts bei der Papstwahl be- ckMigte, zu melden, daß-dieselbe unter dem Vorsitz Oreg- lias stattfand, 31/2 Stunden dauerte und von 18 Kardinalen besucht war. Oreglia befragte die Kardinale um ihre Meaw- ung darüber, 06 das Vetorecht heutzutage, während der Papst lediglich die -'üliäxe Gewalt besitze, anerkannt werden sollte 'und ob ein Kardinal der Dolmetscher und Ueber- bringer des Vetos sein dürfte. Agliardi sprach sich dahin aus, daß das Veto bei der gegenwärtigen L^ge d^s Papstes! nicht zu rechtfertigen sei. chotti und Serafino ^unuteur hatten sich ihm angeschlosseu. Ajuti wres auf die^ Notwendigkeit hin, herzliche Beziehungen zu allen Machten zu unterhalten, betonte aber, immerhin dürfe kein Einfluß geduldet werden. Von einigen Kardinalen wurde angeregt, _ augenblicklich von einer Beschlußfassung ahz-sehm. ^reglia 'timmte dem zu urtb teilte mit, daß er die heute wicht anwesenden Kardinäle bereits von der Versammlung unterrichtet habe. Das Blatt bemerkt noch, mebrere Kardinale hätten voraeschlagen, Kardinal Puz'ma solle aufgefordert werden, Erklärungen über seine Stellungnahme a^zngeben, indessen sei jegliche Beschlußfassung bis zur nÄchsten Zusammenkunft verschoben worden. Nach Schluß der Versammlung habe der Kardinalkämmerer dem Papste über den Verlaus derselben Bericht erstattet. Huslanö. Rom, 30. Dez. Das vorläufige Handelsabkommen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn wird morgen früh unterzeichnet. Brescia, 30. Dez. Der Sarg mit der Leiche Za- nardellis traf heute mittag hier ein. An der Porta Venezia erwarteten der Gral von Turin als Vertreter des Königs, Ministerpräs'dent GmWti, der Mariuemiuister Mirabello, die Präsidenten der Kammer und des Senats, der Bürgermeister von Rom s-wie der französische Konsul in Mailand den Trauerzug mit der Leiche. In der Stadt landels- ministeriums übernahm und seit 1880 inaktiv ist. Es folgen Graf zu Eulenburg und v. Maybach, die beide am 30. März 1878 Staatsminister wurden, Dr. Freiherr Lucius v. Ballhausen (13. Juni 1879), Dr. von Boetticher (13. Sept. 1880), und Dr. v. Scholz (28. Juni 1852). Es kommt alsdann ein Zeitraum von über fünf Jahren, ans dem kein inaktiver S aa sminister vorhanden ist. Tann folgen Fürst Herbert v. Bismarck, der am 22. April 1888 (unter der Regierung Ka;cr Friedrichs) Staatsminister wurde, Dr. v. Schelling (31. Jan. 1889), Freiherr v. Berlepsch (31. Jan. 1890), v. Heyden (14. Nov. 1890), Graf v. Z e d l i tz-T r ü tz s chl e r (1^Marz 1891), v. Thielen (ebenfalls 1891), v. Köller (29. Okt. 1894), Freiherr v. Marschall (30. Okt. 1894), Freiherr v. Hammerstein-Loxten (9. Nov. 1894), Freiherr v. d. Recke (8. April 1895), Brefeld (26. Juni 1896). — Das vom Reichstage neu bewilligte Handels- Provisorium mit England bezieht sich bekanntlich nicht auf Kanada. Jetzt wird ans London telegra phiert, daß wegen Kanada zwischen Deutschland und Eng land Verhandlungen schweben, aber keinen rechten Fort- aana nehmen, was mit dem Hinweis auf den Umstand erklärt wird, daß Kanada die deutsche Einfuhr ungünstiger als diejenige anderer Länder behandelt. — Der „Neichsanz." veröffentlicht das G.'sey, das den Birndesrat emiächtigt, dem britischen Reiche die Meistbegünstigung b's zum 31. Dezember 1905 weiter zu gewähren und eine Bekanntmachung, nach der der Bundesrat beschlossen hat, die Geltungsdauer der bestehenden Bestimmungen für die Zeit nach dem 31. Dezember 190o bis aus weiteres zu verlangen. — Ter Hauptvorstand des deutschen Ost markender ei ns richtete an das preußische Staafsminchterlum eine Eingabe, im Wege der G.setzgebung dahin zu wirken, daß in Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden, nur die deutsche Sprack-e für zulässig erklärt wird. — Der Deutsche Verein für Frauenstimmrecht hat an die Deutsche und die fteifinnige Volkspartei, dre freisinnige Vereinigung, das Zentrum, die naNonallide- rale und die beiden konservativen Parteien den Antrag gerichtet, die Erstrebung der politischen Gleichberechtigung der Frauen in das Parteiprogramm auszu- Keer und Kiotle. — Die Aendcr ungen i n Forbach^ Das. „Mil^ tar-Wochenblatt" meldet: v. Nathusius, Maivr des Tragonerregiments Nr. 6, ist zum Kommandeur des Trmn- bataulons Nr. 16 (Forb ach) ernannt, Ev, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 16, ist mit der gesetzlichen Penswn zur Disposition gestellt und zum Vezirksosiizher iw Gnesen ernannt, Gerpott, Rittmeister des Tram-Ba- taillous Nr. 8, ist in das Trainbataillon Nr. 16 versetzt, Freiherr v. L a r i s ch und Groß-Nimsdorfs, Hauptmann und zweiter Offizier des Traind^pots des 11. dlrmee- korps, ist ziwi ersten Offizier des Traindcpo's des 1b. Armeekorps ernannt, Fuchs, Major und Kommandeur des Trainbataillons Nr. 16, ist mit den Erlaubnis '.um Tragen der Uniform des Ulanenregiments -Nr. 12 und mit ber gesetzlichen PenOon d"r w 5 f rf) i e b bewilligt. Bandel, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 16, ist mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt, Koch, Oberleiltnant. beauftragt mit der Wahrnehmung der Stelle des ersten Offiziers des Traindepats des 16. Korps, ist als Halbinval'de mit der gefehTi^en Pension aus geschieden und zu den Offizieren der Landwehr des Tram übergeführt, Habenicht, Oberleutnant des Drain- bataillons Nr. 16, ist mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. geräumt ist? Zeugeneidlich wurde am 28. Filli d. I. vor Hofkonzert der Ferienstraftammer des Kgl. Landgerichtes Amberg fest- gestellt, daß Tr. Heim als Vorstand der genossenschaftlichen Zentrale Ansbach jährlich 2000 Mk. bezieht, seine Frau 1000 Mark für Buchführung. Ich stecke mich nicht hinter meine Immunität, sondern ich verlange, daß ich se.tens einps Kgl. Regierungskommissars vernommen werde; ich werde mich vernehmen lassen und auch das in meinen Händen besindlick)e Material zur Einsicht vorlegen; es ist das gleiche Verlangen, das seinerzeit Herr Tr. Heim gegen den Hofbräuhausdirektor Staubwasser stellte, welchem seitens d 9 Herrn Finauzministers sofort entsprochen wiirde. Ich werde von der gleichen Stelle aus aniworten, wo Herr Dr. Heim mich provo'iert hat — und auch allen jenen Zentrmnsabge- ordneten, die gegen mich die unwahrsten Behauptungen cnifstellten, ohne sie deswegen als Schurken, Verleumder und Ehrabschneider zu beschimpfen. Es muß endlich einmal Klarheit geschaffen werden — die Wortklaubereien des Herrn Dr. Heim können darüber nicht binwegtäuschen. Hat die Kgl. Staatsregierung eine Mitschuld an den unhaltbaren Zuständen, wie sie sich jetzt herausgebildet, dann soll sie auch zur Rechenschaft gezogen werden; fühlt sie sich keiner Schuld bewußt, dann muß sie endlich einmal Wandel schaffen; denn baß ein königlich bayerischer Iugendbildner, ein bayerischer Staatsbeamter in solchem Tone Regierung, Llbgeordnete wie überhaupt Andersdenkende behandelt, wäre in keinem anderen Bundesstaate möglich." froren ist, so wurde Ge^en gönnen. Lange-Dedekam, Werk des Berliner Künstlers F. Dan. aus beim Der des zur wurde für die hier oerbot* erlassen, weil bcmofrcitcn verkehren. ita- dein Hier und ans. Die Zahl der Toten wird auf mindestens geschaht. Tie Feuerwehr nimmt sog-ir an, daß 30 0 500 Leichen in der ersten 6 öl er e sich befinden. Eine spätere Depesche meldet: Chicago, 31 Dez. Amtlich wird die Zahl der Thealerbrand llmgekommenen auf 392 angegeben. Eine dritte Depesche berichtet ausführlich folgendes: der, wie auch dieses Kunstblatt beweist, jahrelang die lienische Frührenaissanee studierte. Das Blatt möge in neuen Jahre allen unseren Freunden in allen seinen meisterhaft charakterisierten vier Jahreszeiten viele schöne glückliche Tage zeigen. Der ärmste Kreis in Oberhessen, Schotten, brachte sehr vielen kleinen Beiträgen Mk. 1200 zusammen. ** Der Großherzog und der „Vorwärts*. „Vorwärts* bemerkt zu dem Weihnachtsbesuch Großherzogs in der Darmstädter Herberge Heimat: Gabe zu gering erschien. Die rohen Burschen wurden in den berüchtigten Personen der Taglöbner Zerb au§ Schwalheim und Naßeben aus Bruna durch die Polizei ermittelt und zur Anzeige gebracht. — Recht trübe Feiertage wurden durch den plötzlichen Tod eines 16jährigen Mädchens einer hiesigen beliebten Familie bereitet. Froh und gesund wurde in der Familie der heilige Abend gefeiert. Am nächsten Tage aber schon stellte sich bei dem Mädchen so heftiges Unwohlsein ein, daß außer dem Arzte noch ein sehr bekannter Professor zur Hilfe herangezogen wurde. Doch war es bereits für eine Operation zu spät. Die so plötzlich aufgetretene Krankheit entpuppte sich als eine schon weit vorgeschrittene Blinddarm- Entzündung und Darmverschlingung. Am nächstfolgenden Tage ist das Mädchen schon seinen Leiden erlegen. Anstatt am Neujahrstage Verlobung zu feiern, wie vorgesehen, wird der Bräutigam seine Braut nach dem Friedhöfe geleiten. -o-. Mainz, 31. Dez. (Telegramm.) Im Hause der Witwe Mösle in trug sich ein entsetzliches Unglück zu. Einer ihrer Söhne hantierte mit einer scharfen Patrone, die plötzlich explodierte. Am Boden des Zimmers wälzten sich alsbald drei schwer Verletzte, die ofort nach dem Rochushospital geschafft wurden. Das vierjährige Töchterchen starb dort gleich nach der Ankiinft. Der Mutter ist der Leib auf gerissen und ihr Tod ist stündlich zu erwarten. Der Sohn Karl ist gleichfalls schwer verletzt. sc. Mainz, 30. Dez. In der heute nachmittag stattgehabten Stadlverordnetenfttzung wurde mitgeteilt, daß der in Frankfurt Tie meisten der'Toten, die geborgen wurden, sind j u n g e M ä d a) e n von zwanzig Jahren und K iudex. Manm-e der für tot Gehaltenen sind noch am L.bm. Um 71/2 Uhr hielten sicy he z erreiß nde Szenen in der Nähe des Tl)eaters ab, wo Eltern nach ihren Kindern jammerten. Da die Nachmittagsvorstellungen besonders von jungen Mädchen besuchit werden, sind die Mütter in besonders großer Zahl Herbeigeström t, da die Männer erst pät vom Brande erfuhren, weil sost alle bis sechs Uhr in den GesckMen waren. Große Scharen vm Polizei sind auf geboten, um die Volksmenge von den Ruinen zurückzuhalten. Tas Theater in Chicago war ein prächtiger Bau, nachgebildet der Opera Comigue in Paris und vor kurzem eröffnet. Ter Brcnrd brach auf der Bühne au§, die nicht, wie bei anderen Th.atcrn durch einen feuersicheren Vorhang geschützt war. Tas Feuer sprang mit großer Schnel- ligkeit auf den Zuschauerraum über. Tie Thca'.erleitung erklärt, daß der Vrm.d auf der Bühne leicht hätte gelöscht werden können, daß aber jemand im Zuschauerraum „Feuer!" gerufen hätte, w.durch die furchtbare Katastrophe eingetreien sei. Tie Menschen nmrden vielfach totgetrampelt oder totgequetschl, indessen sind auch viele durch den 'Jlaud) umgekommen ober besinnungslos geworden. Grauenhafte Szenen müssen sich im ersten Rang abgespielt haben, wo man die Tote gesunden wurden, die sich, wahrscheinlich infolge des Kampfes um den Ausgang, fest umschlungen hielten. Viele Gesichter sind zerkratzt, die Kleidungen sind zerrissen. • • Noch ein viertes Telegramm geht uns kurz vor Schluß der Redaktion zu: Chicago, 31. Dez. Die Angaben über die Zahl der Toten lauten immer noch verschieden. Die Citq-Pol zei flieht fie auf 636 an. Die Blatter sprechen von 5 62 Toten. Außerdem werden 65 Personen vermißt. teilweise bereits mit der Eisernte be- die Wirtschaft „Zur Stadt Newyork" weilenden Soldaten ein „WirtschastS- in dem betreffenden Lokale viele Sozial- Der Wirt erleidet dadurch einen em- — Zwei Bettler haben in dem Hause pfindlichen Schaden. eines Arztes hier eine wertvolle bemalte Fensterscheibe zertrümmert aus Aerger darüber, daß ihnen eine dargereichte Aks Stadt und Lund. Gießen, 31. Dezember 1903. ** Als NeujahrSgruß übermittelt heute der „Gieß. Anz.E feinen Abonnenten den feit Jahren beliebten künstlerisch wertvollen Wandkalender. ES ist diesmal wieder ein frühesten Morgen an dem Sckweibtische. Ter Kaiser beabsichtigte, morgen allgeme-n 9Iubienten zu erteilen. Tas Gerücht von einem Sckflagansall ist vollkommen unge- aründet. . _ Budapest, 30. Dez. Im A b g e ord n e t e n h a n s e spielte sich eine ungewöhnliche Szene ab Die Obstruktion aegen die Welwgeseben«würfe und die hiermit verbundene Schädigung aller Landesinterellen hat viele arg verstimmt. Insbesondere die notwendig gewordene Em- berufung der Ersatzreftrvi''en zn cinmonatlichem Waffen- bienst? hat einen jähen Umschlag ber ö'f"ntlichen Meinunng zu Gunsten bes parlamentarisck>en Friedens und cpgen die Fortsetzung ber Obstruktion ltervorgernfen. Eben hatte ein Dauerredner ter Ob' r'ktion seine Rede — er hatte drei Stunden Stroh gedroschen — beendet, als sich auf ber für das Publikum bestimmten G a l l e r i e eine lange hagere st alt mit wallendem weißen Barte erhob und also zu spreck^en begann: „I m N a m e n des Vaterlandes und d e r V a t e r l a n d s l i e b e b i 11 e i ch S i e , m e i n e Herren, stellen Sie doch endlich die Obstruktion ein." Weiter kam er nicht; der Vorsitzende gab das Glockenzeick)en und gebot Ruhe; unter den Abgeordneten aber entstand große Bewegung. Mer Augen wandten sich dem zweiten Stockwerke zu, und ein Saaldiener eilte rasch« hinauf, um dem Redner begleiflich zu machen, daß im Parlamente nur gewählte ?ll>geordnete das Wort ergreifen dürfen. „Lassen Sie mich los", bat der Greis, „ich bin kein Irrsinniger, ich bin kein Narr: ich bin in einem Volks- Hause und hier kann jedermann frei seine Meinung äußern: mein ältester Sohn, der Ernährer meiner Familie, ist als Ersatzreservist jetzt zur Winterszeit einberusen worden; nun können wir zu Hause Hungers sterben." Es half dem alten, armen Manne jedoch nickfts, er mußte das Haus verlassen. Unten aber im Parlamentssaal war auf ber oppositionellen Seite hneber ein Ob^truktionsrebner aus- gestanden und begann eine endlose Rede. Konstantinopel, 29. Dez. Ter montenegrinische -Geschäftsträger lenkte die Aufmerksamkeit der Pforte darauf, daß die christlichen Schulen und Kirchen im Tistrikte Plava bedroht sind, niedergebrannt zu werden, sowie daß das fortwährende Sehießen an der Grenze zahlreiche Opfer fordert. Er empfahl die Entwaffnung der Mohammedaner des Distrikts Plava, da sonst große Gefahr zu befürchten fei Tie Pforte verspracht den Lokalbehörden entsprechende Auftrage zu geben. Ealcu11a, 30. Dez. (Reuter.) Die englische Tibet-Expedition hält sich immer noch im Chumbitale auf. Tie schweren Verluste der Expedition an Transporttieren dürsten zu einer wesentlichen Einschränkung der Begleitmannsck)aften führen, sobald ein weiterer Vormarsch erfolgt. Ter Gesundheitszustand der Expeditivnstruppen ist ausgezeickxnet. Lokodscha, 30. Dez. (Renier.) Der Akapoto- Stamm südlich von Venue ist aufständisch Ter britische Resident und ein P olizei 0 ffizter wurden getötet Es wird baldigst eine Strafexpedition ab» gesandt. Newyvrk, 30. Dez. In einer Unterredung äußerte Roosevelt, Rußland habe aus freien Stücken versichert, daß neue Judenverfolgungen ausgeschlossen seien. Fiutzland und Japan. Die „Nat-Ztg." schreibt zu den Vorgängen in Ost- aflen: Tie jüngsten Meldungen aus Tokio lassen feinen Zweifel darüber obwalten, daß die japanische Negierung ernstere Mobilisierungs-Maßnahmen getroffen hat sowie die Absicht erkennen läßt, ein Ultimatum an Rußland zu richten, falls dieses nicht auf die geltend gemachten Forderungen eingehen sollte. Nur erscheint durckmus nicht ausgeschlossen, daß die japanische Negierung ihre Absicht, die diplomatische Aktion durch die militärische zu ersetzen, zu dem Zweck betont, ihr diplomatisches Vorgehen zu unterstützen. Tie japanische Regieinlng hat den in Tokio beglaubigten Vertretern der auswärtigen Mächte die Mitteilung gemacht, die augenblickliche Lage der Dinge sei unhaltbar. Japan muffe zu schlag en, wenn Rußland nicht sofort die ihm gestellten Bedingungen akzeptiere. Es könne auch nicht länger auf die enbgittige Entscheidung Iiußlands märten. Auf der Berliner japanischen G-llandtschiast wurde er- Äärt, daß man auf eine derartige Zuspitzung der Rage, wie sie nach ber vorstehenden Meldung aus Tokio eingetreten sein müßte, an hiesiger Stelle keineswegs vorbereitet sei und es wurde ferner von einer maßgebenden Persönlichkeit der Gesandtschaft versichert, daß sie keine gleichlautende Nachricht von ihrer Negierung erhalten hätte. Eine ähnliche Erklärung gab der japanifcfye Gesandte in Wien ab. Der japanische Gesandte in Washington dagegen erklärte dem Staatsdepartement, die Situation sei äußerst kritisch Japan treffe Vorbereitungen für beit Ernstfall. Eine Depesche ber „Nowoje Wremja" aus Wlodiwosto empfiehlt, die Alarmnachrichten aus Japan nicht zu überschitzen. Tie Aussicht auf Erhaltung des Fri e dens sei noch nicht verloren Die japanische Regierung sei zweifellos bestrebt, gute Beziehungen zu Rußland zu erhalten. Die Mobilisienmg der japanisck^en Flotte könne veranlaßt fein durch den Ausstand in Südkorea gegen die Japaner, sodaß Japan zu Gunsten seiner Untertanen einfcfyreiten müsse. Ter Pariser Börsenbericht lautet: Ta die Besorgnisse hinsichtlich der Angelegenheiten im äußersten Osten an- halten, schritt die Spellilation zu Real'sa'ionen. Die Börse eröffnete träge. Später zeigte fürfn einige Tätigkeit, doch war wegen des Mangels an TranÄ ktionen eine Erholung nicht möglich Tie Bör^e schloß träge. läutet wurden Der Stadtturm ryt ja ein A-awzeiwen unserer Stadt, er ist übrig geblieben, als das Feuer die ehemalige Pankratiuskirckje vernichtete, deren Trümmer und Banreste 1808 weggeräumt wurden, um Platz zu schaffeu für die im griechischen Style erbaute heutige Stadtki"che. (!) Ettingshausen, 30. Dez. Dem Schuhmacher K. flog bei seiner Arbeit ehr Nagel ins Auge und verlebte dasselbe schwer, sodaß er sich in die A u g e n f (i n i f nach Gießen begeben mußte. D'r Nagel kmute ent ernt werden, doch hat das Auge die Sehkraft eingebüßt. — Gegen die Wahl des Ioh. O v p e r zum Beigeordneten wurde Berufung eingelegt. L. Friedberg, 30. Dez. Die seit einigen Tagen herrschende Kalte hat auch in hiesiger Gegend bei den Landwirten die Befürchtu ng hervorgerufen, daß die Saaten erfrieren könnten, wenn nicht recht bald die schützende Schneedecke niederiöllt und sich über Feld und Flur breitet, Ta bei dem starken Froste das Eis schon ziemlich dick ge- vermischter« • Breslau, 30. Dez. Rechtsanwalt Jahn aus Zoblin, der wegen Unterschlagung von 10000 Mark verurteilt und inhaftiert war, ist in die Nervenheilanstalt in Bunzlau überführt worden. • Hamburg, 30. Dez. In der Volksbank wurde ein Raub an fall auf einen Postbeamten aus geführt, der 500 Mark Ersparnisie einzahlen wollte. Ein Unbekannter warf ihm Pfeffer ins Gesicht, entriß ihm die Scheine und entfloh. Schließlich wurde der Dieb ergriffen. • Neustadt (Hardt), 30. Dez. Gestern abend ist in HeideSheim die weit über die Pfalz hinaus bekannte Weinhandlung deS Kommerzienrats Fritz Eckel völlig nieder- gebrannt. Wie der „Pfalz. Kurier" meldet, iit das ganze Anwesen bis auf den Erdboden ausgebrannt, nur ein Teil der wertvollen Gemäldesammlung, und das Kontorinventar konnte gerettet werden. Der Schaden ist enorm, jedoch durch Versicherung gedeckt. • Regensburg, 30. Dez. Ein großes Petroleum- tager steht in Flammen. Sehr gefährdet sind fünf benachbarte Petroleumtanks. • Rappoltsweiter, 31. Dez. Großfeuer äscherte in Jngersheim eine größere Anzahl Bauernhöfe ein. Ein Knecht wurde von einen ausbrechenden Stier getötet. * Zu den Fälschungen bei der Tarmstäbter Bank wirb weiter mitgbteilt, baß die Frau bes in Wien festgenommenen nngetreuen Bankbeamten Mar? Baltzer aus der'Hast entlaßen wurde; es konnte burch bas sftort ein» geleitete Crm'ttelllng^ve fehreu sest-estel t werden, daß ■ie von den Verfehlungen ihres Mannes nichts gewußt hat. Frau Paltzer ist zu ihren in Wien lebenden Eckern zurück- gekehrt. Tas Vorverfahren hat int übrigen ergeben, daß Paltzer den ersten Kreditbrief, der auf Par^S in Höhe von 50 000 Fr. au-gestellt wurde, am 19. Dezember in Berlin gefälscht hat. Da- Geld wurde am 22. Dezember von ihm in Parts erhoben. Die Reise nach Paris hat Paltzer allein unternommen; seiner Frau erzählte er, baß er einen kurzen Besuch bei seinen in Brüssel lebenden Eckern gemacht habe. Beide reiften bann am 25. b. M. nach Wien, wo ihre Festnahme erfolgte. * Furchtbare Szenen bei einem Brande spielten sich in Metz ab. Dort war in der Schreibstube des Kohlenhäuchlers Saillet in der Tränkstraße Feuer ausgebrochen, bas sich auf den neben dem Bureau liegenden Kohlenraum auSdehnte und bann mit so großer Sch:iellig- keit weiter um sich griff, baß nach kurzer Zeit bas gaicze „Der Großherzog von Hesien, der wiederholt die Spießbürger entsetzt hat durch sein vorurteilsloses Verhalten auch Sozialdemokraten gegenüber, dürste am Weihnachts-Heiligenabend wieder Anlaß zum Kopsschütteln bei allen alten Philistern gegeben haben. Wie uns geschrieben wird, hat der Gronherzog auf der Verberge zur Heimat an der Weihnachtsfeier der Haudwerksbur'chen tcil- genotnmen. Man denke: unter „Kunden", unter „Landstreicherlck ist ein regierender LandeSvater gewesen! Nachdem der (Äroßherzog die bescheidene Feier verlassen hatte, teilte d-r Herbergsvater mit, daß ein „wohltuender Herr^ für die Kunden 100 Mack gespendet habe. Die 91 -Vagabonden* erhieltet, je eine Mark ausgezahlt. Hesien dürste berjenige deutsche Bundesstaat sein, in dem am wenigsten „Ntajestätsbeleidigungen" — soweit sie den eigenen Landesvater betreffen — begangen werden. Alan muß in der Tat anerkennen, daß der junge Fürst seine Zeil gut cmzuwend>m versteht, wenn er sie benutzt, um mit eignen Augen das Elend der Aermsten zu sehen. Obendrein scheittt uns das christlicher ztt sein, als jene „(eutklige Sozialpolitik", die ein paar Taler oder Goldstücke am Weihnachtsfest „spendet", ohne im übrigen die Nase mit dem üblen Duft der Not zu beleibigcn.* ** Gießener Radfahrer-Verein 1885. Wie wir erfahren, feiert ber Gießener R'cksch erverein 1885 sein Wintervergnügen am 30. Januar 120-1 tin neuen Saalbau lSteinS Garten). Er beabsichtigt baS Fest im gleichen Charakter beS vorjährig von ihm gefeierten Kostümfestes, bas jedem Teilnehmer noch in anter Erinnerung geblieben sein dürste, ju halten und „Im Märchen reicht sowie „El sen- lanz" uub „Frühlingsreigen" zur Aufführung zu bringen. Wir wünschen bem tätigen Verein gleichten Erfolg wie bei seinen früheren Veranstaltungen. ** Tas üOjahri^e Jubiläum begehen heute die Glocken unseres Stadtturmes, welche im Jahre^ 1853 umaegossen uitb das erste Mal zit Neujahr 1854 ge- tz n fürchterlicher Töraterkravd. Mit einem entsetzlichen Brandunglück, das in feiner Ungeheuerlichkeit den schrecklichsten Katastrophen gleichkommt, von denen je die Zeitungen zu melden hatten, hat das alte Jahr seinen Abschied genommen. Heute in aller Frühe gingen uns folgende Depeschen zu: Chicago, 31. Dez. (Telegramm d es Gieß. An;.) Während einer Matinae im JroqnoiStheater brach ein Feuer 200 bis 3 E Wetter Z s fr* Dez. - 4 4 2 -b £ Sonnenschein Hell. Hinunel Dezember 1903. 4,6'0. 9,0* C. G a e c N 2 nicht ge()Ört<* verschlossen und sich beim Passieren der scharten Kurve von selbst öffnete. Eine von der »Süddeutschen Eisenbahngesell- schatt" von Hofmann Dcvlamite Entschädigung wurde von der Bahngescllschast nut dem Einwand abgelehnt, das; der Ver- imfl(ncfie selbst das Aistgehen des Verschlusses an der Perrontür des Wagens und somit auch feinen Sturz von dem letzteren verschuldet habe. Eine hieraus nepeu die ^Süddeutsche Eiseubahn- geseUschatt" angeslreugte Enlschädiqungsklage hatte langwierige Zeugenvernehmungen zur Folge. Das von dein Landgericht in Wiesbaden erlassene Urteil wies Honnaan mit seiner Klage a b, indem das Gericht Selbstverichuldcn des Klägers annahm. Wie iv ir höreii, hat Hosmaiin joiort gegen das Urteil Berufung bei dem LberlandesgerictU m Frauknirt ergriffen. Kirchliche Knchrichlen. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Sudanlage. Samstag, den 2. Januar 1904. Vorabend: 4.30 Uhr. Dtorgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterkläruug. Sabbathausgang 5L5 Uhr. bis 30. 30. NE. NE. NE. Meteor oiotztsa-e rveobachruugen der Station Gießen. Liligcsandt. Mr Form und Juha^ . ...... ^..ser Rubrik stehenden •21ttitel übernimmt öie Redattion dem Pnblitum gegenüber teinerlei Verantwortung.) Gießen, 31. Dezember. Die Reinigung der Straßen. In allen gröberen Städten ist die Einrichtung getroffen, daß die Straßen entweder in der Rocht oder ivenigsleus zu emer Zen gereinigt iverden, iuo die Pafianten keinerlei Belästigung dadurch eriahren löimcn. Hier in Gießen sind die mit der Straßenreinigung beauslragleu Leute bei helllichtem Tage am Werk, ja es fcheiut, dav mit BoUiebe die Stunden gewählt iverden, ,vo der lebhafteste Verkehr durch die Straßen flutet. Tas Publikum wird durch diese wenig rücksichtsvolle Art mld Weise außerordentlich b e l ä st i g t und auch die hygienische Seile der Sache verdient die größte Beachtung, denn gar mancher, der durch die Sraubivolkeii hindurchmarschleren muß, läuft Gefahr, etwas einzuatmen, was ihn an Leben und Gefundheit schädigen kann. Tie Klage über diese Mißstände ist so allgemein, daß es endlich an der Zeit iväre, e»ne Wandlung zum Besseren eintreten zu lassen. X. gniiiuuiitldjiifl. Deu tsch lando evorzugt. Eine große Liesernng Samen, Knollen und Pflanzen nir Washington, und die Vereuiigten Staaten, wurde in Teutichland durch den kaiserlichen Bolschasler in Auftrag gegeben. Tie Lleferung wurde Al. Peterseim's Blumgärtnereien m ^iimt zur Erledigung übergeben. Hottesdienii der israelitischen Aelitzionsgesellschast. Sabbathseier am 2. Januar 1904. Freitagabend 4.10 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Niedrigste Temperatur am 29. Dez. Höchste „ - 29. r Haus in Flammen stand. Tie im dritten Stock des brennenden Gebäudes wohnende Familie Basset schwebte in größter Lebensgefahr. Herr Bresset lvarf in der Verzweiflung seine Kruder aus dem Fenster hinab, seine Fran sprang nacl> Da geeignete Rettungsgeräte nicht zur Stelle waren, fing das Publikum die Kinder aus, die auch unverletzt vlieben, während die Mutter schwere 23er-- letzungen davon trug. * Nachklänge zum K i s ch i n e w p ro z e ß. Aus Odessa lviro telegraphiert: Hier ist das Gerücht verbreitet, daß gegen die BerieuRger im Kijchinewprozeß neue Gewalt tu a ß r e g e l n zur Ausführung gelangt sind. Dem R e ch t S a .t w a l t K a l m o n o w i t s ch soll' die Ausübuilg seiner Praxis für zwei Jahre verboten sein und der Mi tarb eiter des Rechtsanwalts soll auf ö Jahre in die Verbannung ge.'chiat jen. Tie Beunruhigung auch christlicher Kreise. >ei im Wachsen begrissen. — Emer Netvyorier Depesche zu,olge meldet die Newyorter Tribüne aus Wa.hincjMit, dag das Kabinett beschlos,en l)aoe, von Schritten in der Kijchinew-Angelegenh.ir aozuseyen. Im Kabmetlsrat l-ade Kriegs,et'.e.är b.v-ot darauf h.ngewiejen, daß namentlich augcf.ch.s der ge^arm.en Lage in Of.a.ien Rußlatid irgendwelche Bors.ei.ungen zu G..npen der K.schi- nelver Juden als eine unireunviiche H^noiung betrachten muß te. Kunst und yji||i?u|d)iDi. — Aus Frankfurt a. 9)1 schreibt man uns: Dienen arrangierte Januar-Ausstellung des Kunsisalons Hermes enthält Sonder-Ausstellungen des Frankfurter Proieffors Peter Becker und des Münchener Zügel-Schülers Rudolf Schramm-Zillau, dem dieies Jahr in Venedig neben Lenbach die große goldene 9)iebailie verliehen wurde. Eine reichhaltige Anzahl von Eiuzelwerken nuferer 9).uu- bigerve^ainnckung des in Konkurs beftnolichrm Ban t- gefchäftü S. Lederle in Ludwigshafen wurde von dem Kontursverwalter mitge^eilt, duß nach dem provisorisch ausgemachten Siarns öu Uüü SJLutt Aktiven 1 uuO lOj Mart Pas.iva gegenüb>.rpehen. ES wurde ein Gläubiger- aus schuß befallt and die tiächste Gen eraiv er, am ml-ung auf den 1. Februar 1b04 sestge.etzt. Tie Stadl Frunifurt a M. beabsich-tigt demnächst mit der Ausgabe einer neuen Stadtanleihe vorzugehen. Reue Deutsch e Reich sanleihen. Wenn die neue deutsche Zieichsanleihe von 215 Milt. Mark an den Markt bommeu wi.d, wird lvoht alles gejchehen sein, waS den veilen E^mg guLaimeu. TicS muß man weiiig- üenS nach all dem was man darüber liest, annehmen. Auf der einen Seite sott der unumfrogliche se>re Wicke bestehen, von den vielen erteilten Ra^chlägen nur die befielt auszuwählen und aus der anderen Seite sollen die nach Tugenden zahlenden Vorschläge jo ziemlich a.le gleich vortrefflich fein. Ter letzten einer stammt vom „Hann. Kurien' unb läuft daraus hinaus, tle Liiere Stüae ars bisher auszugeoen. Wenn einzettie 5).,pothekei.b'anken die kleinsten Stuae ihrer Pjandbrieje auf 75, ja auf VU Mart beineijen, dann fottten auai unjere Staarspapiere in solchen kleinen Stücken zu haben sein. K. La u b ach, 5U. Tez. Tas ehemals sehr berühmte Br a u n t o h t e n b e r gw e r k „He,senbrullerhammer" bei M ünster foll nächnes Frühjahr wieder neu erstehen, nachdem es vor ea. 12 Jahren feinen Betrieb emstetlte. Tie bisljerige Gesellschaft har die Mutung an eine Berliner AkliengeseUschQft für 3ü OOu Mark verkauft. Tie neue Gesettschajt l-ur 5o uuü Mark zu den Bo.arveilen und Auj- räumuiigSarbeilen vorgejehen. Tie Bevolterung begrugi dies mir Freuden. Tas alte Berg-verk hatte mehreren hunderr Ardenern Verdienst geboren, mußte jedoch wegen der hohen Transportkosten seinen Betrieb einstellen. Tie geplanre Bahn fr recte Lich-Grünberg wird in der sjuiije des Bergwerks vor bei führ en. Auch bei Wetterfeld ist man auf Braunkohlenlager gesroßen. Märkte. Glcßcn, 31. Tez. Mark tbe via)i. Aus heutigem Wockenmarkt fofieien; Butter pr. Pfd. 0,95—1.0b Ack., Hühnereier 1 St. 8—10 Big. 2 eia. 00-00 Pfg., Ganseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Maie pr. ^ta. 6—8 Pf., Kasematte2 Stct. b—0 Pig., Erdieu pr.Liier 21P|g., Linsen pr. Liter 32 Pig., Tauben pv.Paav0,8u—l,OU'JJlf., Hühtter pr. . L., 30. Dezember. F r n d) t m a r t l Lurch- schnmspreife pr. Malter-. Roter Welzen 13.40 Dit, altes Korn 0.00 Act., neues Korn 00.00 sJJif., Gevfie 8.82 Alf., Haier 6.o6 Alf., Haier aller 0.00 Alf., Erbsen O.Oo Alf., Kartoffeln 0.00 Alf. Gcriqibjuiu. k- Biebrich, 30. Tez. In später Abendstunde im Mai verfloßenen Jahres ist der Fabrikant Hofmann von hier, von Wiesbaden kommend, vor Awsbach in einer scharien Kurve von dem Perron eines Wagens der Lokalbahn Wiesbaden-Biebnd) h e r u ti t e r g e s ch l e u d e r t worden, wobei er |o unglücklich zu fallen kam, daß ihm der rechte Arm von dem Zuge abgefahren ivnide. Wadi der Angabe des Verunglückteti wurde sein Sturz dadurch verjd)uldet, weil die Gittertür an dem Perron des Wagens 30. 2“ 750,5 —4,7 3,0 61 30. 9” 749,6 -7,6 2,5 68 31. f? 16 747,2 —8,3 2,4 84 Sabbathausgang 5.15 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.10 Uhr, abends 4.00 Uhr. ^amiliriilliidfridftfii. Gestorben: Frau Anna Katharina Schmidt, geb. Freitag, in Butzbad). yrurjtr jtlrluniuiriu Originaldrahtmeldungeu des Gicbener Anzeigers- München-Gladbach, 31. Dez. Der Vorstand deS Verbandes rheinisch-westfälischer BatimwoUspinner erhielt em Telegramm der Spinnereiverelnigung in Manchester, ivonad) die englischen Baummollspinnec die Verkürzung der Arbeitszeit einstimmig angenommen haben. Budapest, 31. Tez. Bet einem Bankett im Kauf mannshause machte der Abg. Polonr)i die Aussehen erregende Aiitteilung, raß die Obstrultiotuiten sich von der Unfruchtbarkeit ihres Beginnes überzeugt und den Beschluß gefaßt hätten, die Obstrutlion e inzu sl e l l en. Petersburg, 31. Dez. 'Aus allen Landesteilen treffen Meldungen von rapidem Sinken der Temperatur em. Aus dem Norden kommen kolossale Eisberge nach der Küfte. Ehicago, 31. Dez. Nach dem Bericht des Leichenbeschauers sind bis jetzt 730 Leichen geborgen worden. Tie Herausschassung der Todlen aus den verkohlenden Theater- trünuiicrn dauert fort. Telephonischer Kursbericht. tnu>ktiiri ». j«.. 31. Dezember t«u3. 371% Reichttanleihe . . 102.10 3"/o do. ... 91.75 37.°/ Koneola . . . . 101.80 30/d do. 91.80 -l/8% Hvsaen .... 101 15 */, % Oberneiecn . . . 99.50 4% Oesterr. Go drente . 102.55 4' b% Ütisterr. iaiiberrente 101.00 496 Ungar. Goldrente . . 100.20 4U/ Italien Rente , . . 103-80 4‘s% Portag)edxrau. 1U2' Haunmum Huppet und grau. 103. Fadritant truaen Kann- „innn 104. Buchhalter Konrad Bramni. 10j. Galitied ittanheinier imö .Iran 106. Kaunnann tiouis Sund Heun. 107. Privaiüozent Dr jtocpve loS. Adott Fischer und Fran. 109. Maunnaim Sinti Hülcb und Fran. 110. vo-etvesiher Hett. 111. Haufnmnn yennann Ach und^Fran. 112. Stauimami Karl Walther und „rau. 113. Kaufmann Alex. Ringet und Frau. 114. Kaufmann Benner und Krumm. 115. Heinrich Himmelreich und Frau. 116. Gymnasiallehrer Haggenmüller und Frau. 117. Stadtverordneter Pirr und Frau. 118. Kommerzienrat Georgi. 119. Regierungsrat Dr. Heinrichs. 120. Architekt Gustav Hamanir. 121. Schloffermeister Julius Stohr. 122. Robert Haffe und Frau. 123. L. Bernhardt und Frau (Schuhgeschäft). 124. Frau Kart Reiber und Familie. 125. Kart Weidig und Faniilie. 126. Louis Lotz. 127. Architekt v. Seiling. 128. Weißbinderrneister Christoph Schmidt und Frau. 129. Philipp Schwlnn und Frau. 130. Oskar Gutmann und Frau. Auch flir die Gaben der Vorgenannten sprecheii wir uiiseren herzlichsten Tank aus. w , Die Flamen weiterer Spender von Reufahrsgaben sollen am 2. Januar n. I. veröffeiitlicht werden; auch die Angabe der Ge- samlsuniine aller Gaben. Gießen, den 31. Dezember 1903. Der Vorstand der Kleiukiuder-Bewahraustalt. l>r. Rauinann. Achtung! Achtung! Sskinsev ^os. Grob«» Prei$-o.XonKiirre6z$chie$$«i Elegante Preise. Erster Preis: Ein Bertikow. ES laden freundlichst ein 06299 Die Unternehmer. ZllöttPllvlltklligesche des Friedrich Frey in Wieseck, Privatklägers, gegen Heinrich Weller X. daselbst, Angeklagten, wegen Belobigung, hat da§ Großh. Schöffengericht in Gießen am 10. November 1903 für Recht erkannt: Der Angeklagte ist schuldig der Beleidigung im Sinne der §§ 18q, 200 St. G. B. und wird deshalb zu einer Geldstrafe von fünfundzwanzig Mark, eventuell fünf Tage Gefängnis, sowie in die Kosten des Verfahrens, einschließlich der vom PrwatklSger erwachsenen ndtiverrdigen Auslagen verurteilt. Dem Privatkläger wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil deS Urteils innerhalb einer Woche nach Rechtskraft desselben auf Kosten des Angeklagten einmal im „Gießener Anzeiger^ zu veröffentlichen. Das Plakat, durch dessen Anbringung die Beleidigung begangen wurde, wird ein^ gezogen. Die Richtigkeit der Ab« schrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt. Gießen, den 30. Dez. 1903. (L. S.) gez. Dosch, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Landgerichte. Für die Abschrift: Die Vertreter des Prwalklägers: Für die Rechtsanwälte H. 51atz und E. 51aufmann Katz, 9776 Rechrsanwalt. Donnerstag den 7. Jau. 1904. nachmittags 3 Uhr werden auf dem hiesigen Orts- gerietst die vor den 9lameii von Earl Senunler und Ehefrau gei. Gimdel m Gießen stehenden Grundstücke Flur 1 1294 = 216 qm Hofraum mit Stallung i. d.Zozelsgasse, Flur 1'1299 — 83 qm Hofrailhg in der Walltorslraße öffentlich meisibielend versteige^ werden. 9385 Gießen, den 15. Dezember 1906. Großyerzogl. OrlSgericht Gießen. Gros. 5 I 06302 Gießen (Bruchstraße 10), den 31. Dezember 1903. dieses Blattes. 9406 9556 Fra lUjurt a. M. hierdurch miiteilen. 9778 Gießen (Zonnenstraße 11), den 31. Dezember 1903. Grünberg. 9520 Herrenkleid., w.neu, Alant.,Rock, Hos.,Frackrc.blll.abz^Bahnhsst.5,II. 06293 9767 Mein-Linden Klein-Linden H. Bernhardt. Pohl-Göns. 9460 8543 täten. empfiehlt 9618 9593 zu haben bei Gießen, Selterslveg 53, Ecke Goetheslcaße, bei. 9764 Hi vrvhmtfcit «Offene Stfllni MWMM Rudolf Wolf. Familie Rahrgang. Familie Leun. Familie Echmalt. Namerrs der Hinterbliebenen: Frau Hohmc'.er. N D t k ^hlnes’.sctrerlhee Org. Pttctel a.Vß kg zu 50.65.80.Pf Ludwig Steinhäuser, Teleph.346. [8655] Neuenbäuel7. Gebr. Michel Walltoeftc. 29. Der Stadtauflage unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Großh. Hess. Hof- und llnwerjuäts-Buch- und Kunsthandlung August Frees in Die Beerdigung findet Samstag den 2. Januar, nachm. 31/2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 64771 Freundl. 3-Zimmer- Wohnnng nn 4. St^ m.Korridor, Wahecabipülg. u. all. Zilb., p. fof. od. |pal. zu verm. Alarmanlage 11. rößereo Äumejen m guniug. 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