Nr. »03 ©rfdjeittt tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt« Rotationsdruck u. Verlag der BrühNichen Untvers^Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erben- Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adreffe für Depeschem «nzeiger Gtetze«. Fernsprechanschluß Nr. 51. «MWWWMWMMM Erstes Blatt. 153. Jahrgang Montag 31. August 1903 M monatÜA75$t“ie*rteU Glthener Anzeiger UM f aw 9 WM ZetlenpretSr lokal 12 P^, Geueral-Aiyerger w «.^ä. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MWZ _______ -eigenteil: tzanS Beck. Bekanntmachung. Betr.: Gefechtsschießen 1903. In der Zeit vom 29. August bis 2. September L J§. findet im Gelände von Groß-Rechtenbach von vormittags 6 Uhr bis nachmittags 6 Uhr gefechtsmäßiges Schießen der 50. Infanterie brigade statt. Das in Betracht kommende Gelände wird von den Ortschaften Groß-Rechtenbach, Münchholzhausen, Allendorf und Lützellinden begrenzt. Vor dem Betreten desselben während der Schießübungen wird gewarnt. Gießen, den 1b. August 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Aus dem Hrimt. Die Pforte erklärt, der amerikanische Konsul in Beirut sei weder ermordet, noch Gegenstand eines Anschlages gewesen. Als der Kvnsull am 23. August abends im Wagen zurückkehrte, gab ein Teilnehmer an einer Hochzeitsfeier in der Nähe des! Konsulates, dem Gebrauche des Landes gemäß, einen Schuß in die Luft ab. Der Konsul glaubte, daß der Schuß gegen ihn gerichtet sei. Dieser Vorfall gab den Anlaß ~ zu den falschen Gerüchten. Das Ausnahme gerächt in Monastir verurteilte zweiBulga renzumT o d e. Aus Türken und Griechen, gebildete Kommissionen gingen von Monastir in das Innere des Landes ab, um die Bevölkerung zur Rückkehr in ihre Heimatsdörser zu bewegen. Aus Rache gegen das Treiben der Komitees zerstörten türkische Truppen mehre r e D ö r f e r in d en Bezirken Resjnä, Presta und Ochrida > Komtteebanden zerstörten dagegen türkische^ Meierhöfe. — Tie Pforte erhielt vertrauliche Mitteilungen, nach welchen bei der jüngsten Verteilung' der bulgarischen Truppen die Grenzgebiete insgeheim durch fünf Infanterie- und drei Kavallerieregimenter verstärkt wurden. Infolge der strengen Maßregeln des Tivisionsgerrerals Schlurft Pascha und des Gouverneurs hat die Disziplinlosigkeit bei den albanischen Rediefs aufgehört. Amtlich wird folgendes bekannt gegeben: Mit Rücksicht darauf, daß gewisse, jeder Menschlichkeit bare Leute jüngst mittelst Dynamits Verbrechen gegen Gisenbahnreisende und andere Personen zu verüben sich unterfingen, verbietet ein kaiserliches Jrade, um die polizeiliche lieber wachung wirksamer zu gestalten, die Verwendung von Feüer- werk anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans. Tas Jrade bestimmt, daß das Geld, welches dafür verwendet werden sollte, einer Spezialkonrmission übermittelt werde, welche den bei dem Airschlag auf den Orierch- zug Verwundeten und den Familien der Getöteten eine materielle Unterstützung angedeihen lassen soll. In Athen wurden fünf Bulgaren verhaftet, welche zwei Fässer mit Dynamit nach Dedcaghatsch schicken wollten. In einer gestern (Sonntag) in Belgr ad abgehaltenen von 800 Personen besuchten Versammlung, in welcher mehrere Reden von Serben aus Altserbien und von Montenegrinern gehalten wurden, ist eine Resolution angenommen worden, in welcher die Versanrmlung erllärt, Serbien wünsche auch fernerhin keine Verwicklungen im europäischen Orient heraufzubeschwören, könne aber gegenüber den Slaven bei der gefahrdrohenden Lage in Macedonien und Altserbien nicht gleichgiltig bleiben. Es hatte daher die 5) e r st e l l u n g der Ordnung in Macedonien am besten erreichbar, wenn damtt unter Wahrung der Souveränität des Sultans die interessierten Balkan staaten betraut würden, deren jedem nach erzielten Einvernehmen seine Rolle in dieser Angelegenheit zuge- wiesen werden würde. Mit dem Auftrage für die Verwirklichung der Resolution solle ein Ausschuß betraut werden. Während der Versammlung wurde ein Telegramm aus Vranja verlesen, nach welchem das Kloster Pro hör Psinski an der serbischen Grenze von türkischen Argonauten zerstört und die Bewohger getötet worden seien. Hauptsächlich wären Nizams darmr beteittgt gewesem Amtlich ist keine Meldung darüber ersolgr. Nach Schluß der Versammlung versuchten halbwüchsige Burschen felnd- liche Kundgebungen vor der türkischen Gesandtschaft, uv» dessen kam Lis infolge der Sicherheitsmaßregeln und des Eingreifens Besonnener zu keiner nennenswerten RuheNach einer Meldung aus Sofia haben dre Aufstandrschen nach schweren Känlpfen den Paß von Demirk apu, welcher den ganzen Verkehr zwischen dem Innern Ma.cedorn.ens und« Salonitt beherrscht, besetzt. • Uolitische Tagesschau. Eine neue Form landwirtschaftlichen Betriebs. In der nationalsozialen Zeit teilt der Führer der Bodenreformbewegung in Deutschland, Adolf Damasch re, einen bemerkenswerten Schritt der preußischen Domanen- verwaltung mit. c ... Im Kreise Rothenburg an der ^-ulda hegt das Dorf Reuters Hausen. Etwa 800 Einwohner sind merst Handwerker, Zwergbauern und Bergleute. -L-er seit dem 16. Jahrhundert bettiebene Kupferbergbau hat wegen Erschöpfung der Lager eingestellt werden urufien, und dre noch vorhandenen Schwerspatgruben sind beschrankt; deshalb ist die Gemeinde, die noch 1864 1200 Einwohner zählte, an Menschen mW Wohlstand ständig.zurückgegangen. In der Nähe dieses Dorfes liegt die königliche Domäne Dannenberg. Sie wurde an einzelne verpachtet, urw zwar "äetzt für 2516 Mark Jahrespacht einschließlich^ der ^zagd- pacht. Aber kein Pachter konnte sich bei diesem Preise halten, und die beiden letzten sind durch die Pacht leistz- ungsunsähig geworden. Nun hctt die Domänenverwattung zunächst 30 Hektar Acker und 2,5 Hektar Weide von der Domäne, die bisher 139, Hektar groß war, abgezweigt und samt dem Gehöft der Forstverwaltting obste Gegenleistung überwiesen. Den übrigblerbenden Teil oer Domäne aber hat sie, wie es heißt, auf Anregung des Oberpräsidenten Grafen v. Zedlitz auf 18 Jahre an die Gemeinde verpachtet. Der Staat macht dabei ein gutes Geschäft. Er hat zunächst, wie gesagt, der Forstver Wallung wertvolles Gebiet gesichert; er hat die Jagd für sich, behalten und erhält außerdem 3000 Mark Pacht, also etwa 500 Mark, mehr als früher für das ganze Gebiet. Größer und wichtiger aber ist der Vorteil der Gemeinde. Obwohl die Gemeinde einen Ausschlag zur Pacht von 400 Mark für Vermessungskosten ujw. genommen hat, konnte doch den einzelnen Einwohneren ein Morgen Land für 10 Mark Pacht gegeben werden, während der sonst übliche Pachtpreis um etwa 50 Proz. höher ist. Von entscheidender Bedeutung war die Art d e r V e r pa ch t - un g. Es wurde das Land nicht den Meistbietenden' gegeben, sondern der Preis von 10 Mark wurde festgehalten. Zunächst wurden die Ansprüche der lleinen Leute befriedigt und daun erst kamen die größeren Besitzer an die Reihe. Der Erfolg ist ein außerordentlich guter. Die Bergleute, die bisher nur 1 ß-is 2 Morgen Land besaßen, können jetzt 4 bis 5 Morgen bewirtschaften, sind demnach in der Lage, sich eine Kuh zu halten und so ihre Lebenshaltung außerordentlich zu verbessern. Die kleinen Bescher und Handwerker, 'die bisher 3 bis 5 Morgen besaßen, haben jetzt 15 bis 16 Morgen. Sie können vier Kühe hatten und sich durch, Milch- und Butterwirtschaft eine gesicherte Existenz erwerben. Deutsches Reich. Berlin, 30. Aug. Gestern abend trafen auf dem Anhalter Bahnhof der Groß Herzog und die Großherzogin von Sachsen-Weimar ein. Zum Empfang erschienen der Kars er, Prinzeß ^Friedrich Leopold, der Kronprinz und alle hier und in Potsdam weilenden Prinzen, die Generalität und die diplomatische Verttetung Weimars. Nach herzlicher Begrüßung begaben sich' die Fürstlichkeiten in das Schloß, wo sie von der Kaiserin empfangen würden. Nachher fand Familientafel statt. Heute mittag fand im Zeughause in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin, des Großherzogs und der Großherzogin von Sachsen-Weimar, des Herzogs von Koburg, des Fürsten von Waldeck-Pyrmont und der anderen hier weilenden Fürstlich ketten, der Prinzen und Prinzessnrnen die feierliche Nagelung und Woche der mit neuen Tüchern beliehenen Fahnen und Standarten des vierten und elften Armeekorps statt. — Einer Kieler Depesche zufolge meldet nunmehr das Kommando der Ostseestation amtlich, daß der Besuch des dänischen Geschwaders im'Kieler Kriegshafen ausfällt. Dresden, 30. Aug. Heute mittag fand die Enthüllung des Bi sm ar ck d en km als statt. In Verttetung des erkrankten Königs wohnten derselben der Kronprinz Friedrich August bei. Mannheim, 3(1 Aug. Der Verttetertag des Reichs- vepbandes der nationalliberalen Jugend nahm ein Erllärung an, nach welcher die Schaffung von Kaufmann sger ich teu, tunlichst unter Anschluß an die Ge- werbegerich.te, als dringende Notwendigkeü und berechtigte Forderung der Handlungsgehilfen betrachtet wttd, weil der bisher für Stteitfülle im kaufmännischen Dienstverhältnis vorgeschriebene orderttliche Rechtsweg seines um- ständlichen und kostspieligen Verfahrens"wegen nicht genüge. Der Vorstand soll dahin Sie nationalliberale Reichstagsfraktion auffordern, sofort nach Zusammenttitt des Reichstages eine oarauf bezügliche Interpellation einzubringen und, wenn nötig, den Initiativantrag zu stellen. Kcer und Ilotte. Der Kaiser hat den nachbenannten Offizieren die Erlaubnis zur Anlegrmg der chnen verliehenen Großh. Hess. Orden erteilt und zwar des Komturtteuzes 1. Klasse des Verdienstordens Phttipps des Großmütigen dem Generalmajor z, D. Bigge zu Koblenz; des Komturkreuzes 2. Klasse desselben Ordens dem Generalmajor Freiherrn von Maercken zu Geerath, Kommandeur der 79. Infanterie-Brigade; des Ehrentteuzes desselben Ordens dem Obersten John v. Frey end, Kommandeur des Infanterie-Regiments Prinz Moritz von Anhalt-Dessau (5. Pom- merschen) Nr. 42; des Rittertteuzes 1. Klasse mit der Krone desselbm Ordens dem Major Müller, Bataillonskommandeur im 2. Unterelsässischen Infanterie-Regiment Nr. 137; des Ritterkreuzes 1. Klasse desselben Ordens dem Hauptmann Freiherrn v. Tincklage im 3. Garde-Feld- Ärtillerieregiment; des Ritterkreuzes 2. Klasse desselben Ordens dem Oberleutnant v. Hirschfeld, Flügeladju- tanten Se. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Sachsen; des Silbernen Kreuzes desselben Ordens dem Musikdirigenten Drehmann im 5. Thüringischen Infanterieregiment Nr. 94 (Großherzog von Sachsen). , r r o — Nach einer Meldung aus Metz find rn Ars sechs T ep o t - A r b c i t e r, der De Pot-Feldwebel und ein Sergeant unter dem Verdachte verhaftet worden, eine int Depot fehlende Granate und einen Zünder neuesten Systems an Frankreich ausgeliefert zu haben. Eislebeu, 29. Aug. Bei den Division smaupf' Vern der 7. Division ist heute früh in der Nähe von Schraplau ein D r a ch e n b a l l o n der Manöver-Lustschiffer- abteilung infolge starken boeigen Mndes abgerissen. In der Gondel befanden sich zwei Offiziere. Beim Losreißen wurden zwei Soldaten schwer verwundet. Der Ballon landete um IO34 Uhr vormittags sehr glatt bei Treuen- britzen. Ausland. London, 29. August. Nach einer vom 28. August tatterten Meldung der „Times" aus Tokio beschäftigt sich die japanische Regierung mit dem Plan einer durchgreifenden Umgestaltung des Systems der Besteuerung des Nationalgettankes Sake und des Tabaks, durch welche die Staatseinnahmen um 50 Millionen 9)en, ohne Erhöhung der Lasten des Volkes, erhöht würden. Die hieraus bezüglichen Gesetzentwürfe würden dem Parlamente in der nächsten Session vorgelegt werden und der erzielte Ueber- schuß zur Herabsetzung oer direkten Steuern und für die össenttrchen Arbeiten verwendet werden. — Die Blätter erklären einstimmig, daß das von der Kriegskommission weiter veröffentlichte Beweismaterial den Eindruck der surchtb arenVorbereitungs- lojigkeit Englands und der Unfähigkeit der meisten verantwo rtlichen Persönlichkeiten nur erhöhen kann. Namentlich der damalige Kriegsminister, jetzige Minister des Aeußern Lord Lansdowne gttt als schwer kompromittiert. Die „Times" heben hervor, daß wahrscheinlich England .bei Ausbruch eines neuen Krieges genau ebenso für chtbar unvorbereitet sein würde, wie damals, wenn nicht das ganze System der obersten Kriegsleitung ge ändert wird. Paris, 30. Aug. Blättermeldungen zufolge erfolgt die Reise des Präsidenten Loubet nach Rom an den ersten Tagen des Februar n. I. Es unterliege keinem Zweifel, daß der Papst den Präsidenten empfangen werde. — Ter Generalrat des Jchone-Depactements hat ein- stirmnig derc Wunsch ausgedrückt, Pas französische Parlament möge sich mit den übrigen auswärttgen Parlameuten in Verbindung setzen zwecks Aufstellung eines Friedensprogramm s. Für dasselbe sollen folgende Punkte ins Auge gefaßt werden: 1. obligatorisches internationale^ Schiedsverfahren; 2. endgilttge Beschränkung der Armee- und Marineausgaben; 3. progressive Verminderung der Effektivbestände. Auch tritt der ehemalige Marineminister Lamessan für die Verminderung der Präsenzstärke ein und macht geltend- daß die Verringerung der Zahl das Material verbessere uud> eine höhere Lebenshaltung und modernere Ausrüstung ermögliche. Rom, 30. Aug. Gerüchte, daß der Papst cm Gicht leide und deshalb die Spaziergäng.e in den vatikanischen Gärten eingestellt habe, sind unbegründet. Er hat sich nur eine leichte Fußverletzung zu gezogen, befindet sich aber sonst ganz wohl und wird heute seine Sommerwohnung im Schloßrurnr Leos IV. beziehen. Budapest, 30. Aug. Fürst Ferdinand von Bulgarien ist heute abend hier erngettoffen und nach Sofia wettergereist. Belgrad, 29. Aug. Ter „Narotni List" richtet zum zweitenmale an den Minister des Aeußern die Anfrage, ob es wahr sei, daß ernt Tage nach derErmordungdes Königspaares einem serbischen Kaufmann, welcher offenbar eine Vermittlerrolle bei dem Attentat ge- spiett hat, 300 000Fv anks aus dem Dispositious»- fonds des Ministeriums ausgezählt worden seien. Petersburg, 30. Aug. Die russische Telegraphen- agentür berichtet aus Port Arthur vom 26. August: Muh- richten aus Japan zufolge ist der Handels vertrag zwischen England und China vom Kaiser von China bestättgt. Die Japaner dehnten die Schiffahrt auf dem Jantsekiang bedeutend aus und bedrohen erustlich die englis ch.eu Interessen. Durch das Zusammenstößen der Interessen wttd das englisch -japanische Bündnis geschwächt. In Korea wachst die Unzu- sriedenh eit gegen die Japaner im Volk' und bei öen1 Beamten. Die koreanische Regierung bittet den japanischen Konsul um Ausllärung, in welchem Verhältnis das in Korea umlaufende japanische Papiergeld zum tatsächlichen Ban^n- kapital stehe. Nachrichten aus China zufolge fielen in der Provinz Kuangtti einige Städte in die .Hände der Rebellen; der Ausstand breite sich auf das neue Gebiet aus. — In der Kommissttn des deutsch-russischen Handelsvertrages fand heute die erste Lesung' des Entwurfes statt. — Durch kaiserliches Reskript wurde gestern der Fincm-' Minister Witte zum Präsidenten des Mini ster- ko mite es ernannt. Ihm wurde gleichzeitig zur unverzögerten und erfolgreichen Beendigung der Verhandlungen über den russis ch-deutschen .Handelsvertrag, um seine nahe Bekanntschaft mit allen Bedürfnissen des Handels und der Jndusttie Rußlands fernerhin zu benutzen, die Weiterführung der im Finanzministerium statt- sindenden Verhandlungen mit Deutschland übertragen. Der „Regierungsbote" gibt die Ernennung des Verwesers der Staatsbank, Geheimrats Pleske, zum Verweser des Fi- nanzministeriums bekannt. — Großfürst Michael Nikolajewitsch verlor infolge eines Schlaganf alls die Sprache. (Der Großfürst, Geueralfeldmarschall und Präsident des Reichsrates, geb. 1832, ist verheiratet mit der Prinzessin Zäglie von Baden.), Ans Stadt und Kand. Gießen, 30. August 1903. - Von der Universität. Im Druck erschienen soeben: die akademische Festrede zur Feier des Jahresfestes der Landesuniversität, gehalten von Rektor Prof. Dr. Gustav Krüger, betitelt „Kritik und Ueberlieferung auf dem Gebiete der Erforschung des Urchristentums", und als Anhang dazu dre Univerfitätts-Chronit im verflossenen Jahre; ferner die Pro- arammarbeit des Prof. Dr. Sauer, Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog zum 25. August gewidmet, betitelt „Der Weber- Laborde'sche Kopf und die Giebelgruppcn des Parthenon". Mer Ansichten dieses Kopfes von den verschiedenen Seiten sind auf einer Tafel dieser Schrift beigegeben. - Zuchtvieh-Import. Auch in diesem Jahre hat oer landw. Verein für die Provinz Oberhessen einen Import von Zuchtvieh der Simrnentaler Rasse aus dem Hennats- gebiete dieses Wehes durchgeführt. Es waren von Gemeinden und Privatzüchtern bestellt: 14 Bullen und 13 Rinder, bezw. Kühe. Die Versteigerung der am Dienstag hier eingetroffenen Tiere sand gestern im Nebe'schen Gutshofe dahier statt und zeigte, welch hohes Interesse die Züchter an diesen Importen nehmen. Die Qualität des eingeführten Viehes war eine hervorragend gute, und wurde dies auch dadurch vor die Augen geführt, daß z. B. bei zwei Rindern der Steigpreis 1710 und 1700 Mark, bei einem Bullen 1600 Mark betrug. Im ganzen wurden für 13 Rinder 12 894 Mark oder pro Stück 990 Mark gelöst. Da der Einkaufspreis 9584 Mark betrug, so überstieg der Verkaufspreis um 8310 Mark oder 26 pCt. den ersteren. Bei Bullen betrug der Einkaufspreis 13 622 Mark, der Verkaufspreis 15 036 Mark. Es wurden also 1414 Mark oder rund 10 pCt. gegen den Einkaufspreis mehr erzielt. Der Durchschnittspreis der Gemeindebullen beträgt 982 Mark. Der Mehrerlös kommt den Steigerern zu gute. Da der Provinzialverein sämtliche Ankaufsunkosten und Transportkosten trägt und außerdem bei Bullen 15 pCt. des endgiltlg festgesetzten Preises aus seine Kosten übernimmt, so erhalten auch diesmal die Besteller von Zuchtvieh zu verhältnismäßig billigen Preisen vorzügliches Zuchtmaterial. * • Gießen-Hungen. Der seit ziver Monaten probeweise um 11 Uhr abends fahrende Sonntagszug Gießen- Hungen fuhr gestern abend znm letzten mal. Dieser regelmäßig namentlich von Hungener Bürgern stark besetzte Zug hat einem seitherigen Verkehrs-Uebelstande abgeholfen und wird hoffentlich für den Winter als ständiger Zug verkehren, damit auch den Bewohnern der Orte an dieser Strecke die Möglichkeit gegeben ist, den Konzert- und Theatervorstellungen anzuwohnen. * * Vom Manöver. Gegenwärtig haben die einzelnen Regimenter ihr Exerzieren und Gefechtsschießen mit scharfer Munition, woran sich Ende der Woche das Brigad e- exerzieren und die Brigadebesichtigungen schließen. Die 117 er hatten am Samstag Felddienst bei Großen-Linden, Klein-Linden und Lützellinden. Vom 10. bis etwa 14. September sind die Brigademanöver südlich der Linie Wetzlar- Leun. Die 118 er verlassen am 9. September die Kasernen in Gießen und beziehen bei Burgsolms und Oberndorf Quartier. Vom 15. bis 20. September finden die Divisions-Manöver statt. Diese werden sich auf dem Höhenzug zwischen dem Lahntal, Solmsbachtal und Dilttal erstrecken. Der Stab der 25. Division kommt nach Burgsolms, der Stab der 49. Infanterie- und 25. Feldartillerie-Brigade nach Wetzlar, der Stab der 50. Infanterie-Brigade nach Draunsels und der Stab der 25. Kavallerie-Brigade nach Ehringshausen. Wetzlar erhält vom 19.—20. September über 7000 Mann Einquartierung, darunter die drei Infanterie-Regimenter 115, 116, 117 ganz, ferner ein Bataillon 118 er, eine Batterie Feldartillerie 61 und das Sanitätskorps. Die übrige Infanterie kommt in und um Leun (168 er), Braunfels (118 er), die 61er Artillerie bei Laufdorf, die 25 er Artillerie auf der Linie Ehringshausen- Braunfels und die 23 er und 24 er Dragoner im Dilltal zwischen Greifental und Aßlar ins Quartier. Am 21. September ist allgemeines Divisions-Biwack, bei ungünstiger Witterung Notquartier; Wetzlar erhält alsdann ca. 18 000 Mann. Die Manöver erstrecken sich hierauf nach dem Kreise Biedenkopf zu in die Gegend Nieder-WeidLach. Die Korpsmanöver finden vom 21. bis 23. September statt und ziehen sich nach Südwesten nach der Gegend Westerburg-Limburg, wo die Regimenter am Nachmittag die Bahn besteigen und nach den Garnisonen befördert werden. Die Reservisten der Infanterie werden voraussichtlich am 25. und 26. September entlassen. * * Ueberfüll. In der vergangenen Nacht wurde ein hier in Stellung befindlicher junger Mann in der oberen Bahnhofstraße von einem bis jetzt Unbekannten überfallen und mit einem Hirschkrückenstock derart am Kopfe verletzt, daß er eine stark blutende klaffende Wunde davontrug. Dem Täter ist man auf der Spur, obwohl er nach der Tat sofort die Flucht ergriff. * * Besitzwechsel. Das frühere Ebel'sche Besitztum des Herrn Nachtigall in der Weserstraße ging für 16 000 Mark an Herrn I. Barnaß über. * * Sängerbesuch. Der Einladung des hiesigen Gesangvereins „Liederkranz" folgend, waren gestern die Mitglieder des Gesangvereins „Liederkranz" in Biedenkopf in unserer Stadt erschienen. Nach einem Frühschoppen in der Stadt begaben sie sich nach dem „Windhof", wo das Mittagessen stattfand. Der Nachmittag wurde durch recht anerkennenswerte Gesangleistungen beider Vereine ausgefüllt. Ungern trennten sich am Abend die Sangesbrüder mit der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen, aber auch nicht ohne den Wunsch zu hegen, bald ein gleich schönes Lokal wie der „Windhos" in Biedenkopf zu besitzen. ** Herbstpserdemarkt — Landwirtschaftliche Ausstellung. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, beabsichtigt die Pserdemarkt-Kommission im Anschluß an den am 14. September d. Js. aus dem Trieb stattfindenden Pferdemarkt eine Pserdeschau der im Prioatbesitz befindlichen Reit-, Wagen- und Arbeitspferde abzuhalten. Dieselben können unter dem Reiter, sowie im Geschirr vorgeführt, bezw. vorgefahren werden. Die Prämiierung findet vormittags 11 Uhr statt und sind Auszeichnungen und Ehrenpreise vorgesehen. Die Vorführung sämtlicher prämiierten Pferde und Gespanne (auch diejenigen der Händler und Züchter) wird nachmittags 3 Uhr, verbunden mit Konzert der hiesigen Regimentskapelle, stattfinden. ** Kaufmännischer Verein. Am Samstag fand sin Kaufmännüchen Vereinshaus eine außerordentliche Generalversammlung statt. Dieselbe war von 39 Mitgliedern, wovon 7 zum Vorstand zählten, besucht. (Der Verein setzt sich z. Zt. aus ca. 400 Mitgliedern zusammen.) Eine Er- aänzungSwahl des Vorstandes wurde dadurch hinfällig, da das seitherige Vorstandsmitglied, das sein Amt niederlegte, auf Bitten der Versammlung und des Vorstandes dieses Amt wieder annahm. Für die Bibliothek soll eine neue Einrichtung getroffen werden, durch die es ermöglicht wird, nunmehr auch Bücher an jedem beliebigen Termin schriftlich zu bestellen, die man dann zu beliebiger Zeit abholen lassen t’ann. Bestimmungen über die Feier des 10jährigen Bestehens der Fachschule sind dem Ermessen der Schulkommission überlassen worden. Zum 30jährigen Stiftungsfeste möchte man eine Festschrift erscheinen lassen, deren Bearbeitung schon im Gange sein soll. ** Das 3. Dünsberg -Wetturnen sand am Sonntag vormittag aus der Höhe des Dünsbergs bei schönstem Wetter statt. Der Bestiey war infolgedessen überaus groß, ca. 600 Turner und Turnfreunde waren anwesend; zum Wetturnen hatten sich 229 Turner angemeldet, von denen 204 erschienen. Fast alle Vereine des Gaues Hessen hatten ihre besten Turner entsandt. Geturnt wurden die volkstümlichen Uebungen: Steinstoßen, stemmen (50 Pfund einarmig), Freiweitsprung und Freiwerthoch. Dre Resultate waren überaus günstig. Bon den 204 Turnern erhielten 150 Preise, also rund drei Viertel. Alle Turner, welche 20 Punkte erreichten, erhielten Preise. Dre Leitung hatte der 2. Gauturnwart Lehrer Heußer-Bad-Nau- heim. Die Turner, welche die zehn ersten Preise errangen, erhielten außer dem Ehrendiplom Eichenkränze. Das Ehrendiplom des 1. Preises (Turner Münch-Wetzlar) wird im Schaufenster des Glasermeisters Hirz im Seltersweg ausgestellt. — Wir verössentlichen im folgenden die offizielle Siegerliste: 1. Alb. Münch, Wetzlar, 40 Punkte; 2. Earl Schwarz, M.-T.-V. Gießen, 39; 3. Ludw. Beppler, T.-V., 361-2; 4. Jul. Trapp, Friedberg, 351/2; Mich. Keller, 351/2. 5. Erich Jünge, Kirchhain, 35. 6. Wilh. Wiederstein, M.-T.-V. Gießen, 33; H. Hüttenberger, T.-V. Gießen, 33; Christoph Rössing, T.-V. Marburg, 33. 7. Carl Salzmann, Bad-Nauheim, 321/2; Carl Schneider, Lollar, 32i/2. 8. Herrn. Schmidt, T.-V. Marburg, 32; Carl Rees, Butzbach, 32; Hch. Schüttler, T.-V. Greßen, 32; Lud. Adam, T.-V. Gießen, 32. 9. Franz Riegel, Wetzlar, 3iy2; Moritz Oppenheimer, Anspach, 311/2; Wolf Feger, Anspach, 3iy2. 10. Joh. Frey, Klein-Linden, 31; Casp. Rinniusland, Lauterbach, 31; Max Günther, Lollar, 31; Ernst Wagner, Krofdorf, 31. 11. Carl Wenzel, T.-V. Gießen, 30i/2; Lorenz Schmalz, T.-V. Gießen, 301/2; Wilh. Mithoff, Friedberg, 301/2; Hch. Bi er au, Lollar, 301/2. 12. Hch. Gertz, T.-V. Gießen, 30; Curt Kaufmann, M.-T.-V. Gießen, 30; Fr. E. Henrici, Anspach, 30; Theod. Ernst, Anspach, 30; Herrn. Ilse, T.-V. Marburg, 30; Joh. Lippert, Butzbach, 30; Fritz Köhler, Lauterbach, 30. 13. Gg. Freitag, Butzbach, 29i/2; Phil. Horr, Launsbach, 29i/2; Äug. Eger, T.-V. Gieren, 29i/2; Pet. Bangert, Anspach, 29i/2. 14. Jean Hof, T.-V. Gießen, 29; Carl Hieronimus, Friedberg, 29; Adolf Eifert, Anspach, 29. 15. Äug. Adolf, Heuchelheim, 28i/2; Fritz Gerte, Wetzlar, 28i/2; Wilh. Schmidt, T.-V. Launsbach, 28i/2; Wilh. Henes, Bad-Nau- heim, 16i/2. 16. L. Dechert, T.-V. Gießen, 28; Hch. Unverzagt, T.-V. Gießen, 28; Ernst Koch, Alsfeld, 28. 17. Joh. Jost Keßler, Marbach, 27i/2; Lud. Noll, T.-V. .Gießen, 27i/2; Ant. Berghoff, T.-V. Gießen, 27i/2; Gg. Zörb, T.-V. Gießen, 27i/2; Rich. Schübecker, T.-V. Gießen, 27i/2; Otto Schleenbecker, Heuchelheim, 27i/2; Gust. Kurth, Wetzlar, 27i/2; Hch. Wagner I., Großen-Linden, 27i/2. 18. Hch. Pieper, T.-V. Gießen, 27; Lud. Löwe, T.-V. Marburg, 27; Friedr. Schwarz, Lollar, 27; Carl Walter, Nidda, 27. 19. Carl Beuder, Wetzlar, 26i/2; Alb. Hüter, T.-V. Marburg, 26i/2; Hugo Hellwig, M.-T.V. Gießen, 26i/2; Hch. Hartmann, Bad- Nauheim, 26i/2. 20. Jak. Otto, Wetzlar, 26; Th. Hahn, Obermörlen, 26; H. Rutz, Kirchhain, 26; Carl Wagner, Krofdorf, 26; Wilh. Weiß, Großen-Linden, 26; Carl Möller, Lauterbach, 26; Wilh. Frank, Lollar, 26. 21. Carl Euler, T.-V. Gießen, 25i/2 Gg. Fischer, T.-V. Marburg, 25i/2; Ferd. Hain, Friedberg, 25i/2; Herrn. Pfeiffer, Launsbach, 251/2; Fritz Wenzel, M.-T.-V. Gießen 251/2; Hch. Bauer, Lauterbach, 25i/2; Fritz Schmitz, Wetzlar, 25i/2; Wilh. Heß, Niederwöllstadt, 25 y2; Hier. Kraft, Lauterbach, 251/2. 22. Chr. Schmidt, T.-V. Gießen, 25; Carl Burgmann, Wetzlar, 25; Wilh. Weiß, M.-T.-V. Gießen, 25; Carl Germer, Heuchelheim, 25; Rhd. Zimmer, Lich, 25; Carl Amend, Großen- linden; Ludw. Faber, Großenlinden, 25; Wilh. Eichelmann, Bad-Nauheim, 25; Carl Bauer, M.-T.-V. Gießen, 25; Hch. Scheld, Großenbuseck, 25. 23. Carl Geitz, T.-V. Gießen, 24i/2; Alb. Bötz, M.-T.-V. Gießen, 24y2; Hch. Schn epp, T.-V. Krofdorf, 241/2 ; Karl Bender, T.-V. Krofdorf, 24i/2; Friedr. Sack, Heuchelheim, 24i/2; Hch. Hamel, T.-V. Gießen, 24y2; Earl Gries, Bad-Nauheim, 24y2. 24. Hch. Weber, Klein- linden, 24; Joh. Keßler, Marbach, 24; Leonh. Weisbeck, Schlitz, 24; Hch. Heuer, Bad-Nauheim, 24; Gg. Althenn, Leihgestern, 24. 25. Otto Wittkopp, Kleinlindeu, 23y2; Fr. Steger, Kleinlinden, 23y2; Lud. Kohlermann, M.-T.-B. Gießen, 23y2; Wilh. Pfaff, Launsbach, 23y2. 26. Ad. Möbus, Butzbach, 23; Carl Bormann, Wetzlar, 23; Gg. Löwer, Wetzf- lar, 23; Ludw. Mohr, Daubringen, 23. 27. Wilh. Weller, Kleinlinden, 221/2; Gg. Wedemeyer, Marbach, 22y2; Ludw. Mrnberger, Langgöns, 22i/2; Ludw. Gerlach, T.-V. Rodheim, 221/2; Joh. Kösser, T.-V. Marburg, 22i/2; Hans Krämer, Butzbach, 221/2. 28. Hch. Menges, Großenlinden, 22; Max Schmidet, Wetzlar, 22; Ed. Bender, T.-V. Rodheim; Adolf Muhl, Schlitz- 22. 29. Konr. Bücking, Alsfeld, 2iy2; Adolf Schmidt, T.-V. Gießen, 2iy2; Rob. Köhler, Wetzlar, 211/2; Lud. Grölz, Daubringen, 2iy2; Alb. Debus, Launsbach, 211/2; Hch. Weiß, Großenlinden, 2iy2; Wilh. Müller, Griedel, 2iy2; Carl Pfeffer, Leihgestern, 2iy2; Carl Reh, M.-T.-V. Rodheim, 21y2; Ludw. Schimmel, Heuchelheim, 2iy2. 30. Ernst Jung, T.-V. Gießen, 21; Joh. Heckervth, Kleinlinden, 21; Carl Schab, Butzbach, 21; Hch. Wagner II., Großenlinden, 21; Erw. Menzel, Nidda, 21; Aug. Artus, Langgöns, 21; Wilh. Frank, Marburg, T.-G, 21. 31. Hch. Nebeling, Nieder-Wöllstadt, 20i/2; Gg. Heller, Leihgestern, 201/2; H. Steinmüller, Kleinlinden, 20i/2; Hch. Zeiß, Griedel, 201/2; Hch. Hahn, Schlitz, 20i/2; Jul. Mudersbach, Ockershausen, 20y2. 32. Ludw. Schwaner, T.-V. Marburg, 20; Gg. Bruchmeier, Wetzlar, 20; Hch. Simon, Wetzlar, 20; Ludw. Hillberg, Daubringen, 20; H. Wagner, T.-V. Gießen, 20; Hch. Mootz, Großenbuseck, 20; Louis Valentin, M.-T.-V. Rodheim, 20; Fr. Rceh, M.-T.-V. Rodheim, 20. -y- Klein - Linden, 31. Aug. Die „Linnesser Kirmes" nu.jm den schönsten Verlauf. Wohl selten hat sich unsere Kirmes eines solchen Zuspruchs seitens der Gießener erfreut, wie dieses Jahr. Während seither fast an jedem Sonntag em Regenschauer niedergmg und die Städter zurückhielt, lud gestern das schöne Wetter zu einem Ausflug em. Die Straße von Gießen hierher glich einem einzigen Menschenstrom, der sich an der Wetzlarerstraße teilte. Der Name „Burg" hat schon von jeher eine große Anziehungkraft auf die Gießener ausgeübt, und so war es denn gestern vielen Gästen nicht möglich, einen Sitzplatz zu finden. Der schöne „Burggarten" glich einem Menschengewoge. Die „Deutsche Eiche" war nicht minder stark besetzt; hier bildete das Karussell den Sammelplatz der Jugend. Im Rinn'schen Garten, wo die Kapelle der 118er konzertierte, war ebenfalls kein Platz zu finden. )( Lollar, 30. August. Ein bedauerlicher Unfall er* eignete sich hier. Der Arbeiter Klingel hatte auf dem Schlackenberg der Main-Weser-Hütte durch Schüsse Schlackenmassen gesprengt. Nach einem Schuß rollten unversehens Schlackenmassen von oben nach und trafen den Arbeiter. Er rüg einen komplizierten Unterschenkelbruch davon. t. Reiskirchen, 30. August. Ein Apfelbaum hier hängt voller Früchte und steht dennoch im vollsten Blütenschmucke. — Eine hiesige Bäuerin, welche nach Gießen fuhr, bestieg einen Wagen vierter Klasse, der ziemlich besetzt war. Ein Reisender machte die Frau darauf aufmerksam, daß auf einer Bank noch Platz zum Sitzen da sei. Sie erwiderte jedoch: „Nein, das tu ich nicht. Wenn der Schaffner nichts zu mir sagt, dann setz ich mich auch nicht." Die Frau stand natürlich bis nach Gießen. -i- Grün berg, 31. August. Gestern sand die 50- jährige Erinnerungsfeier der Einweihung unserer Stadtkirche statt. Am Vormittag wurde die Feier durch einen Festgottesdienst eingeleitet und um Nttttag spielte die Stadtkapelle vom Turm der Kirche Choräle. Em Jugend- und Volksfest fand am nachmittag auf dem Wrarktplatz an der Gießener Straße statt. Der Jestzug wurde um 2 Uhr auf dem Schulplatz aufgestellt. Es nahmen daran teil die gesamte Schuljugend, Kirchen-, Schul- und Stadtvorstand und die hiesigen Vereine. Auf dem Festplatz hielt Pfarrer Schmidt die Festrede. Es entwickelte sich alsdann bei herrlichstem Wetter ein reges Treiben. Am Abend marschierte der Zug wieder nach der Stadt zurück. Die neue Stadtkirche wurde in den Jahren 1846 bis 1853 durch Oberbaurat Müller- Gießen erbaut und kostete mit Orgel, Uhr, Glocken u. s. w. naherzu 80 000 Gulden. Die Einweihung vollzog Superintendent Simon-Gießen am 28. August 1853. Die Stadtkirche ist an Stelle der im März 1816 eingestürzten Marienkirche erbaut. Sie wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts im Basilikastil erbaut. k- Niederklein, 30. August. Am Donnerstag abend brach in der Stallung des Landwirts Franz Schwink Feuer aus. Da fast sämtliche Einwohner wegen dringender Erntearbeiten auf dem Felde beschäftigt waren, konnte sich da- Feuer ungestört ausbreiten. In kurzer Zeit waren zwei Wohnhäuser mit Stallungen und Scheunen ein Raub der Flammen. Nur der günstigen Windrichtung war es zu verdanken, daß das Feuer nicht so große Ausdehnung annahm, wie am 9. Dezember v. I., an welchem Tage ca. 25 Gebäude hier niederbrannten. Man vermutet, daß einige vier- bis fünfjährige Kinder, welche in dem erwähnten Stalle spielten, das Feuer angezündet haben. R. Bl Darmstadt, 30. Aug. Die 40. Jahreshauptversammlung des Mittelrheinischen Gas- und Wasserfachmänner-Vereins ist heute vormittag im städtischen Saalbau unter sehr zahlreicher Beteiligung eröffnet worden. Am Mend zuvor fand eine gesellige Vereinigung statt, wobei u. a. Regierungsrat Noack eine mit köstlichem Humor gewürzte Rede über die Naturgeschichte der Gas- und Wasserfachtnänner hielt. Auch zahlreiche Damen wohnten dem Unterhaltungsabend bei, der durch den Gesang einer Reihe hübscher Lieder und eines poetischen „Willkumm, Gas- un Wasserleit in Darmstädter Mundartt^ von H. Enders, verschönt wurde. Die heutigen Verhandlungen leitete der Vorsitzende des Verbandes, Gas- und Wasserwerksdirektor Merz-Kassel ein. Namens der Großh. Regierung begrüßte Geh. Oberbaurat Klingel- Höfer die Versammlung. Regierungsrat Wick hieß die Versammlung namens der Provinzial- und Kreisbehörden willkommen, und Beigeordneter Eckert sprach die Grüße der Stadt Darmstadt aus. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht, aus welchem hervorgeht, daß der Verein, der zurzeit 198 Mitglieder zählt, sich sehr erfreulich entwickelt hat und mit gutem Erfolg für die Förderung der fachlichen Aufgaben eingetreten ist. Gaswerkdirektor Friedrich-Darmstadt gab einen Rückblick über die Geschichte der Gasfabrikation und besonders der Darmstädter Gasanstalt. Das alte Gaswerk warf in den letzten 22 Jahren mehr als 4 Millionen Ueberschuß ab. Ter Gas-- verbrauch hat in Darmstadts einen derartigen Umfang angenommen, daß unsere Stadt hinsichtlich des Gasverbrauchs pro Kops der Bevölkerung an erster Stelle steht und bezüglich der allgemeinen Durchführung des Auerlichts bei der Sttaßenbeleuchtung selbst den deutschen Großstädten vorangegangen ist. — Regierungsbaumeister Rudolph-Darmstadt besprach die neue Darmstädter Gasanstalt, die 1901/02 mit einem Kostenaufwand von 23/4 Millionen Mark errichtet wurde. Direktor Feh- mer-Darmstadt gab ein Bild von der Entwickelung des städtischen Elektrizitätswerks, der städtischen Straßenbahn und des Wasserwerks, worauf Privatdozent Dr. Kipp ler- Darmstadt Mitteilungen über seine im städtischen Gaswerk gemachten Erfahrungen bezüglich des Naphthalin- und Cyanwasserbetriebes machte. Dieselben hätten sich bisher sehr gut bewährt und Dr. K. glaubt, daß man statt des trockenen Reinigungsverfahrens in den Städten überall zu dem neuen Naßwaschverfahren übergehen werde. Nach einer längeren Frühstückspause fand eine Besprechung über das ganze Gebiet des Gas- und Wasserversorguugswesens statt. Bei der Vorstandswahl wurde der alte Vorstand wiedergewählt und zum Vorort, für die nächste Versammlung Bruchsal bestimmt. Am Nachmittag sand ein allgemeines Festessen und Konzert im Saalbau statt. k. Mainz, 30. Aug. Während der eiserne Oberbau an der Rheinüberbrückung für die neuen Bahnlinien^ Mainz-Wiesbaden und Mainz-Bischofsheim mit staunenswerter Schnelligkeit vorwärts schreitet und man an dem dritten Bogen in den linksseitigen Stromarbeiten schon damit beschäfttgt ist, die Schlußteile in das mächtige Eisenwerk einzufügen, sind die steinernen Oberbauten auf den verschiedenen Landpfeilern noch ziemlich im Rückstand. Wie wir erfahren, ist der Grund der Verzögerung dieses Teiles des Brückenbaues darin zu suchen, daß die Pläne für die Pfeileroberbauten, bei welchen auch fortificatorische Interessen mitbestimmend find, verschiedentlich weitgehende Aenderungen erfahren haben und von den ursprünglichen zum größten Teil hier entworfenen Plänen nur sehr wenig xur Ausführung kommt. Die neuen, jüngst dem Kaiser IN Homburg borgelegten Entwürfe sind von dem Geh. Bcmrat ^Schwechten in Berlin her gestellt und sollen sich hauptsächlich 'dadurch von den alten Plänen unterscheiden, daß sie dem Brückenbau äußerlich eine massivere Gestaltung verleihen. Nachdem die neuen Entwürfe jetzt die Genehmigung erfahren haben, dürfte dieser Teil des Brückenbaues wohl nun auch einen schnelleren Fortgang nehmen. Wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, werden bis 1. April kommenden Jahres die beiden neuen Bahnlinien sicher befahren werden können. — Ans Liebeskummer hat sich hier ein 16jähriges Dien st mädchen in den Rhein gestürzt und ertränkt. In einem hinterlassenen Briefe hat es eingehend seinen Kummer geschildert, welcher es zu dem verhängnisvollen Schritt veranlaßte. — In vielen Weinbau treibenden Gemeinden der Provinz ist Schluß der Weinberge angeordnet. Die Weinberge stehen vortrefflich da, doch allgemein wird nach Wärme und Sonne lamentiert. Kassel, 29. Aug. Die allgemeine Abschiedsfeier für den Oberpräsidenten Grafen Zedlitz im überfüllten Saale des Stadtparkes gestaltete sich zu einer herzlichen Kundgebung aller Kreise. Graf Zedlitz brachte das Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin aus. Die Festrede hielt Stadtverordnetenvorsteher Geh. Kom.-Rat Pfeiffer. Sein Hoch auf den Grasen Zedlitz fand stürmischen Widerhall. Der Oberpräsident sagte in seiner Dankrede, er habe der Provinz immerdar dienen, nicht herrschen wollen, und darin seine Aufgabe erblickt. Der Provinz, dem Hessenland und der Stadt Kaffel galt sein Hoch. Oberbürgermeister Müller verlas eine Widmungsadresse der städtischen Behörden. Kassel, 30. Aug. Der Krieger- und Militärverein bereitete heute mittag dem scheidenden Ober- präsidenten Grafen von Zedlitz-Trützschler eine großartige Kundgebung. Der Verein marschierte mit seiner Fahne vor dem Oberpräsidium auf. Hier erschien auf der Freitreppe, geleitet von dem Vorsitzenden des Kriegerverbandes, Gras Zedlitz, während der Ehrenvorsitzende des Kriegerverbandes für Hessen und Waldeck, Harnickel, eine Ansprache hielt, in welcher er der Förderung des Krieger- vereinswefeus durch den scheidenden Oberpräsidenten gedachte. Redner schloß mit einem Hoch auf den Grasen. Der Gefeierte erwiderte mit herzlichen Dankesworten, indem er die Bedeutung des Kriegervereinswesens hervorhob, dem er auch in seinem neuen Wirkungskreise dienen zu können hoffe. Er schloß mit einem dreifachen Hurra aus Den allerhöchsten Kriegsherrn. fc. Mainz, 30. August. Für die Eröffnung der internationalen Ausstellung für Photographie und Graphische Künste hier, ist der 8. September festgesetzt worden. S. K. H. der Großherzog wird bei der Eröffnung zugegen sein. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein Verein von Oberhessen, unter Vorsitz des Eisenbahnsekretärs Bauer, ist in Darmstadt ins Leben getreten. In der Hauptversammlung wurden die von einer Kommission zusammengestellten Satzungen mit einigen Abänderungen genehmigt und der Vorstand gewählt. — Der Bürgerverein Sprendlingen hat 100 Mk. Belohnung zur Ermittelung der Täter ausgesetzt, die, wie schon kurz berichtet, in der Nacht auf Mittwoch das Haus des Reichs- tagsabg. Dr. Becker in gemeinster Art und Weise beschmiert haben. — Der Verein für Förderung des Arbeiterwohnungs- roesens in Frank furt a. M. hat zur Erlangung von Ent- /vürsen für den Bau von ländlichen Anwesen für Kleinbauern und Industriearbeiter in der Provinz Hessen-Nassau einen Wettbewerb mit Preisen von 500, 300 und 200 Mk., sowie mit dem Recht des Ankaufs von Entwürfen ausgeschrieben. Kunst und Wissenschaft. Die Gräberfunde bei Traisa. Nachdem man bereits im vorigen Jahre die interessanten römischen Pfahlbauten unb mehrere Gräber aus der Hallstattzeit bei Traisa, dem kleinen freundlichen Luftkurort, em halbes Stündchen von Darmstadt, aufgedeckt hat, sind die Ausgrabungen jetzt unter Leitung des Ministerialrats i. P. S o l d a n mit bestem Erfolg weitergeführt worden. So hat man in diesen Tagen, wie schon kurz berichtet, unmittelbar neben der Anlage eines neuen Fahrweges zwischen Traisa und Oberramstadl eine neue Grabstätte aufgedeckt, die interessante Beobachtungen gestattet. Die Grabstätte bildete ein niedriger Hügel, der im Jahre 1868 mit Kiefern bepflanzt wurde. Vorher halte das ganze Feld einige Zeit als Kartoffelfeld gedient, nachdem die Gemeinde Traisa, um die Mittel für den Bau eines neuen Rathauses zu erhalten, den dortigen schönen alten Waldbestarid veräußert hatte. Der mit den Ausgrabungen in dieser Gegend be- ailftragte uub auf diesem Gebiet besterprobte Herr Franz Schäfer aus Butzbach entdeckte zunächst dicht unter der Oberfläche eine aus Sternblöcken von Diabas gebildete, kreisförmige Anlage mit 8—9 Metern Durchmesser, unb in deren Mitte dairil em aus demselben Gestein, das jedenfalls dem ganz in der Nähe befindlicheli alten Steindruck)'entnommen ist, gebildetes Grabmal. Tas darin befinbliche Skelett, dessen Schädel und rechte Seite gut erhalten sind, ruht auf einer Steinunterlage und zrr beiden Seilen des Kopfteils sind rechteckige Räume gebildet, in derrerr sich mehrere Vasen und em Tonbecken befinden. Auf der Brust des Skeletts lag- eine 10—12 Zentimeter lange Bronzenadel, ans deren Form mcm in Verbindung mit den Vasenscherben konstatieren konnte, daß die Leiche aus dem achten bis neunten Jahre v. Ehr. stammt, also der älteren Hochstattkultur angehört. Die Leiche war wahrscheinlich die eiiies junge» kräftigen Mannes, der durch einen Schlag auf den Kopf getötet worden war, wenigstens konstatierte ein Arzt eine durch Schlag hervorgerusene Schädelverletzung. Die Lüncst des Skeletts beträgt 1,70 Meter. Bei dein großen Umfang des Steinkranzes erscheint die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß die Stätte als W o h n g r u b e gedient und deren Besitzer darin begraben ivorden ist, ähnlich wie das bet einem prähistorischen Gräberfunde in Neuhäusel bei Koblenz konstatiert würbe. Handel und Uerkehr. Volkswirlschas!. Berliner Börse vom 29. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel unb Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 38/a Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit.... 203.75 Deutsche Bank . . • 211.75 211.37 Darmstädter Batik . . 136.00 136.12 Bochumer Guß ... 186.10 186.50 Harpener Bergbau . ♦ 182.00 ,, 181.90 Schluß-Tendenz: abgeschwächt. fc. Frankfurt a. M., 31. August. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notiertrngen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen Alk. 16.50—16.75, Kurhessischer Alk. 16.50—16.75, La Plata Alk. 16.75—18.00, Kansas Mk. 16.75—18.00, Roggen (hiesiger) Mark 13.50—13.75, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, Frankenfelder Alk. 00,00—00,00, Hafer All. 13.75—14.00, Mais Mk. 12.75—13.00, Weizenmehl 0 Alk. 25.75—26.25, 2. Qualität Mk. 23.75 bis Mk. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 Alk. 22.00—22,50.1. Qualität Mk. 19.25—20.25, Weizenklete Mk. 9.00 bis Mk. 9.75, Roggenkleie Mk. 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 bis Alk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—000,0. Alles per 100 Kg. ab hier. tc. Frankfurt a. M., 31. August. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zirm Verkaufe standen: 485 Ochfen, 196 aus Oestreich, 53 Bullen, 6 aus Oestreich, 752 Kühe, Fersen, Stiere utid Rinber, 00 aus Oestreich, 209 Kälber, 163 Schafe und Hänunel, 1291 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaslämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 70—72 Mk., 2. Qual. 67—69 Mk., 3. Qual. 64—66Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Alk., 2. Qual. 59—61 Mk.; Kühe 1. Qual. 66—68 Mk., 2. Qual. 64—65 Mk., 3. Qual. 53—55 Mk, 4. Qual. 50—52 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber: 1. Qualität82—84 Pfg., Lebendgewicht 50—52 Pf., 2. Qual. 78—80 Pfg., Lebendgewicht 46—48 Pfg., Schlachtgewicht 61—64 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 70—73 Pfg., 2. Qual. 66—69 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 61—62 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. Qual. 62—00 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Psg., 3. Qual. 55—57 Pfg,, Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: gut, Ueberstand unbedeutend. Gisenbahn-Zeitirng. Die „Nordd. ANg. Ztg." dementirt die Blättermeldung über eine nahe in Aussicht stehende R e f o r m der Personen t a ri f e der preußisch-hessischen Staatsbahn. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin, 31. Aug. Ein Herbststurm hat in Berlin und Vororten mannigfachen Schaden angerichtet und zahlreiche Menschenleben in Gefahr gebracht. So kenterten auf der Oberspree infolge des starken Sturmes vier Segelboote, deren Insassen nur mit großer Mühe gerettet werden konnten. Auf der nach Mariendors führenden Chaussee wurde durch den Sturm ein Fuhrwerk umgeworfen. Im Tiergarten wüteten die entfesselten Elemente besonders heftig. Sämtliche Wege und Plätze waren mit abgebrochenen Zweigen und Arsten förmlich übersät. Berlin, -31. Aug. Am Sonntag abend erfolgte in der Akkumulatorenfabrik und den Elektrizitätswerken, vormals Böse & Comp., in der Köpemckerstraße eine Explosion im Waschraum, wahrscheinlich infolge Selbstentzündung von Celluloid oder Säuren, wodurch die innere Einrichtung zerstört wurde. Es wurde ein großer Sachschaden angerichtet, aber niemand verletzt. Königsberg, 31. Aug. Der Parteitag der Sozialdemokraten Ostpreußens beschloß, die Freisinnigen bei den Landtagswahlen in ganz Ostpreußen zu unterstützen, wenn im Wahlkreise Konigs- bcrg-Fischhausen e in Landtags-Mandat den Sozialdemokraten überlassen wird. Könitz, 31. August. Im Manövergelände stürzte ein Kanonier des 36. Artillerie-Regiments mit dem Pferde und erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er auf dem Transport nach dem Lazarett starb. Göttingen, 31. August. Auf dem nationalsozialen Parteitage begründete der bisherige Parteisekretär Dr. Mauren- brecher seinen Uebertritt zur Sozialdemokratie. । ......... — ___ -A Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. Ji., 31. August 1903. 3*/2°/o Reichsanleihe . • 101.75 so/g do. ... 89.90 3'/,0/0 Kensols .... 101.40 3°/o do......89.95 31//2°/o Hessen .... 100 25 3*/2% Oberhessen . . . 99.20 456 Oesterr. Goldrente . . 102.60 4Vs56 Oesterr. bilberrente 100.60 456 Ungar. Goldrente , . 100.40 4°/j Italien. Rente . , . 102.80 4V356 Portugiesen . . .' 49.70 '6°Ij Portugiesen. .... 30.70 156 C. Türken .... 34 60 Türkenlose...... 128 40 4°/o Griech. Monopo>.-Anl. 43.90 41/-?56 äussere Argentiner 41.80 3% Mexikaner ... 27.30 ■iWVo Chinesen .... 92.20 Electric. Sohuckert . . . 98.30 Nordd. Lloyd . . . . 100.60 Kreditaktien ..... 204.50 Diskonto-Kommandit. . . 187.90 Darmstädter Bank . . . 136.30 Dresdener Bank .... 146.90 Berliner Handelsges. • . 154.10 Oesterr. Staatsbahn . . , 141.20 Lombarden . . . . 16.90 Gottbardbahn . . . . . 189.20 Laurahütte...... 230.00 Bochum . ...... 186.90 Harpener......181.50 Tendenz: fest. KfeW&r wird ihre Kinder mehr mit anderer Seife iJkölllv waschen, wenn sie nur einmal die Wirkung von Obermeyer's Herba-Seife, gegen spröde aufgesprungene Hauk, Wundsein, Hautausschläge und Sommersprossen gesehen hat. Z. h. i. all. Apoth., Drog. u. Parf. 5956 Daß eine Spekulation aus den möglichst Höchstgewinn der Gothaer Geldlotterie im Betrage von 125000 Mk. keine zu kühne ist, ergiebt sich aus der Thatjache, daß sogleich bei der ersten Ausspielung der Darmstädter Schloßfreiheitslotterie der mögliche Höchstgewinn von 250 000 Mk. von einem Spieler wirklich erzielt worden ist. Die Ziehung findet unwiderruflich vom 2. September ab statt.. Lose schon für 3 Mk. bei allen Loseverkaufsstellen. 6448 Bekanntmachung. Die Lieferung von 100 Ceutuer Korustroh (Ma,chinendrusch) für das städtische Schlachthaus ist zu vergeben. Angebote sind bis znm 5. September verschlossen nut entsprechender Aufschrift auf Zimmer Nr. 15 der Bürgermeisterei einzureichen. Gießen, den 27. August 1903. 6471 Der Oberbürgermeister: Mecum. Bekanntmachung. Die Feldberemigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn betreffend. Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Feldbereinigungs- konuniffärs 311 Friedberg bringe ich hiermtt zur Kenntnis der beteiligten Grundbesitzer. Gießen, den 28.'August 1903. 6470 Der Oberbürgermeister. M e c u in. Bekanntmachttug. Betreffend: Wie oben. . p In der Zeit vom 1. September d. I. bi§ emschüefalch 14. September d. I. liegen auf dem Büreau Großh. Bürgermeisterei Gießen die Arbeiten des UL Abschnittes von den Fluren 32 und 33, sowie von Teilen der Fluren 28, 29 und 30 obiger Gemarkung, nämlich: . z , 1. 1 Heft Zuteilungsverzerchms, 2. 4 Zuteilungskarten, 3. 1 Band Gütergeschoß, 4. 1 Heft Zusammenstellung der Gukergeschosse, 5. 1 Heft Geldausgleichungsverzelchms, 6. 1 Heft Verzeichnis der Dramagekosten zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Emwendungen hiergegen findet statt . . — Dienstag den 15. September l. I», vormittags von IO1/* bis 117» Uhr, im Büreau Großh. Bürgermeisterei Gießen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nlchterschemenden Mit Einwendungen ausgejchlosscn sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und aus Papier m Aktengrvße (mindestens V? Bogen) einzureichen. Friedberg, den 26. August 1903. Der Großh. Feldbereinigungs-Kommiffar: gez.: Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Am 1., 2. und 3. September d. I., von nachmittags 2 Uhr an, wird im hiesigen städtischen Hospital das dort befindliche Mobiliar (Betten, Schrüiike, Tische, Stuhle usw.), Haus°^und Küchengeräte, Kleidungsstücke, Weißzeug, Kinderzeug, Bettweik, Reinigungsmittel usw. öffentlich ineistbietelid versteigert. Gießen, den 28. August 1903. oo21 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Curschmanli. Bekanntmachung. An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Joh. Georg Hahn in Bellersheiin ist in der Generalversammlung vom 3. August 1903 Herr Friedrich Moog zu Bellersheim als Mitglied des Vorstandes der Spar- und Darlehnskasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, zu Bellersheim gewählt worden. Eintrag in unser Genossenschaftsregister ist erfolgt. Hungen, den 28. August 1903. 6512 GroßherzogUches Amtsgericht. Bekanntmachung. Lieferung von Aemenlplattm. Die Stadt Lich beabsichtigt, Samstag den 5. September 1903 die Lieferung und das Verlegen von ca. 200 Du.-Mtr. Trottoirplatteu aus Zement auf dem Submissionswege zu vergeben. Voranschlag und Akkordbedingungen liegen von heute ab auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen und müssen die Angebote ebendaselbst bis zum 5. September l. I., vormittags 10 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen eingereicht werden. Lich, den 28. August 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Heller. 6489 Keröst-Uferdemarkt zu Kicßen. Ani Montag dem 11 September d. I. findet im Anschluß an die landwirtschaftliche Ailsstellnng auf dem Trieb Pferdcmarkt statt. Außer der Prärniieruiig von Pferden von Händlern und '^üchterii findet auch eine Prämiierung von im Privatbesttz befindlichen Pferden nnd Wagen statt, wofür Auszeichnwigeri bezw. Ehrenpreise vorgesehen sind. Es können vorgeführt werden: 1. Reitpferde unter dem Reiter, , 2. Wagenpferde, einzeln oder paarweise (auch un Geschirr), 3. Arbeitspferde, einzeln, paarweise und vierspännig (auch Die 93orfS)riuigr^finbet vormittags 11 Uhr statt; die Preis- verteiluiig unb Vorführung der sämtlichen prämiierten Pferde unb Geschirre nachmittags 3 Uhr ^i Konzert. f s ^nbem wir Pferdebesttzer zur Beteiligung hiermit emlaben, bitten wir, Anmelbungen bis zum 12. September b. I. bet Herrn Weinhändler Augu st Schwaii bahier einzureichen. Gießen, ben 30. August 1903. Die stäbtische Pferdemackt-Kommisston. Jean Kirch. Asterweg 34. Nehme meine Praxis vom 1. September ab § wieder auf. Br, P6o©h. 6511 Znschneide-Leßranstakl Grünbergerstrake 14 a (Mittelbau). Maßnehmen, Musterzeichneu, Zufchueiden und Verarbeiten kann jebe Dame grünblich erlernen. WWk" Der Kursus beginnt am 21. September 1903. Anmeldungen vom 14. September an erbeten. 6469 Ijina Petri, geprüfte Lehrerin. Ei«- »er eilten Jeutschcu Lebens - Veesichernngs- GeseWssteN »camwigt für die «taöt Gictzeu ein- weitere 6436 selbständige Vertretung unter günstigen Bedingungen zu errichten. Herren, welche zu besseren, namentlich auch zu israelitischen Kreisen gute Beziehungen haben und selbst sich der Erwerbung von Versicherungen zu widmen bereit find, wollen schriftliche Anerbieten unt. F Ka 4534 an die Expedition d. Bl. einsenden. vber 75,000JinGebraycb FT6.H0VBEN SOHN CflRL,AACHENX Brospecte gratis-Vertreter an Fast allen Plätzen , HOUBEN S C GASHEIZOFEN nv5se!clorM902 -Golcl.Wcdfiille<3:V v.silbeme Staatsmedaillo äliuenns uinniou/cunmö > r ßachener K todeöfen Ä Bestellungen auf das Adreßbuch ZUM Vorzugspreise von Bll. Eden in unserer Geschäftsstelle und durch unsere Zeitungsträger- entgegen genommen. - Wir weisen wiederholt darauf hin, daß unser ttreir-Adrehbuch das gesamte Adrefsenmatenal der statt Netzen unb der fäiiitüdjcit Lmrdorte des Kreises in übersichtlicher und genauester Anordnung enthält. Verlag des Gietzener Zlnzeigers. Vvnhl'fche Druckerei Israelitischer Festball 04088] Schöne Mans.-Wohng., 2 Zimmer, Kabinett u. Zub., zum L Okl. zu verm. Hessenstraße 2. in Butzbach. Zu dem am Dienstag den 13. Oktober d. J. im großem Saale des Hotels Hessischer Hof slattftndenden w Festbaifl “W ladet ergebenst ein b514 Anfang 4 Uhr. Das Komitee. Die Musik wird von der Kapelle des 6. Ulanen-Regts. ausgeführt. Tas Aahrerfest des Gießener Zweigvereins der Gustav-Adolf-Stiftung oll Sonntag den 6. September, nachmittags 23/* Uhr, in Lang-Göns gefeiert werden. Festprediger: Herr Pfarrer Gußmann--Kirchberg. In der Nachversammlung werden verschiedene Ansprachen gehalten. Wir laden herzlichst zur Teilnahme ein. 6531 Der Kircheuvorstaud Der Borstand zu Lang-Göns. des Gießener Zweigvereins. T anzunterrscht Mein Tanz-Unterricht beginnt wieder Montag den 5. Oktober. Gefl. Anmeldungen erbitte möglichst vorher in meiner Wohnung, Souncnstraße 5, zu machen. Unterricht für Einzelne und Extra- Partien wird zu jeder Tageszeit erteilt. e zy528 Achtungsvoll Joseph Möh6s Tanzlehrer. Mittwoch den 9. September nachmittags 2 Uhr, werden im Pfandlokal, Seltersweg Nr. 11, gegen Barzahlung versteigert: 3 Wagen, IVertikow, Kommode Schränke, Sophas, Uhren, Tische 1 Nähmaschine, Spiegel, eine Partie Schwämme u. a. m. Gießen, 31. Aug. 1903. 6527 Johann, Gr. Pfandmeister. Versteigerung. Dienstag den 1. September, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 3 Pferde, 2 Wagen, 1 Break, 1 Hund, 1 Vertikow und andere Dtöbel. 6530 Born, Gerichtsvollzieher.^ pscWerIM Am 14. Septemoer d. I. finket der Verkauf von Karpfen aus dem Teiche bei Niedermoos statt. Bestellungen sind an öte unterzeichnete Stelle zu richten. Lauterbach (Hessen), 6535 den 29. August 1903. §reih. Riedesel'fche Rentkammcr. WWÄ Kulmbacher- Bier. Zwiedclkuchen Dienstags, Donnerstags und Samstags von morgens 9 Uhr it zu Haven bei 5179 Ät Schomber Walltorftraße 51.______ Prima Kognak | Spezialmarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literslasche 2 Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognaks unter Originalverschluß als die besten, welche der Markt bringt. E. Dort, Walltorstraße 45. Salat- uM Speise-Kartoffeln zum billigsten Tagespreis empfiehlt 5685 I. Hankei, LMMe ö. Morgen, Dienstag sind aus deni Brandplatz eine Sendung frischer Einmach gurken zu billigsten Preisen zu haben bei Frau Ferber. 04126 Tie zur Konkursmasse des verstorbenen W. 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