Nr. 177 Srschetrrt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die Gießener Lamiiien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh lachen Untvert^Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) ,Redaktion. Expedlltoa und Druckerei; EchnlstraLe V. Adresse für Depeschen, Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 5L Erstes Blatt. 153. Jahrgang Freitag 31. Juli 1903 Wd ’vafiäf cev Bezugspreis; V W monatliches Pf^ viertel- Gletzener Anzeiger» w General-Anzeiger • ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen , L zeig enteil: van« Beck. Wow neuen Reichstag. Wie wir aus Kürschners Deutschem Reichstag 19 0 3“, herausgegeben von Hermann HMger (soeben lum Preise von 50 Psg. erschienen), entnehmen, werden in dem jetzt gewählten Deutschen Reichstag nicht weniger als 96 jetzige resp. frühere Offiziere sitzen. Gedient haben nach eigenen Angaben 156 Abgeordnete, studiert 206, davon allein 113 Rechtswissenschaft. An Adligen weist der jetzige Reichstag nur noch. 77 auf. Von den Landtagsabgeordneten der verschiedenen Landtage sind 173 im Reichstage vertreten. In ihren Wahlkreisen wohnen 192 Abgeordnete, mehr als die Halste also außerhalb derselben. Evangelisch sind 199 Abgeordnete, katholisch 140, mosaisch 4, konfessionslos 49. Außerdem sitzt ein Mennonit, der pfälzische Abg. Stauffer, im Reichstag. Ein Abgeordneter ist über 80 Jahre alt (von Winterfeld t-M en kin), zwei zählen erst 28 Jahre (Dr. Potthofs, Freis. Vereinigung, und Erzberger, Zentrum). Von den hessischen Reichstagsvertretern erzählt Kürschner solgendes: Louis Paul Kasimir Heyligenstaedt, Maschinen- fabrikant, Kommerzienrat, geboren 3. Februar 1842 zu Vacha in Sachsen-Weimar (res.), besuchte dort 1848—56 die Bürgerschule, dann in Offenbach 1862—68 die Gewerbeschule, lernte 1856—60 als Maschinenbauer in Gießen, machte sich 1871 selbständig, gründete 1876 eine kleine Werk- zeugmaschinensäbrik (jetzt 500 Angestellte), großes Exportgeschäft), ist Vorsitzender des Ortsgewerbevereins, des Aus- sichtsrats der Baugenossenschaft für Arbeiterwohnungen re., seit 1890 Stadtverordneter, seit 1903 Beigeordneter, seit 1888 Mitglied des Kreistages, seit 1890 des Provinziallandtages, seit 1894 des Provinzialausschusses, seit 1903 des Reichstags. Waldemar Gras Oriota, Gutsbesitzer in Büdesheim, wurde geb. 28. Aug. 1854 in Bonn a. Rh. (katholisch), besuchte das Friedrich Wilhelm-Gymnasium in Berlin und studierte dort 1874—77 Jurisprudenz, war 1878—90 Referendar an den Gerichten in Charlottenburg und Berlin, dann Regier- ungsreserendar in Wiesbaden, schied 1880 aus dem Staatsdienste aus und widmete süy oer Landwirtschaft, Mitglied des Hess. Landtages seit 1887, des Reichstages seit 1893. Dr. jur. Karl Eduard Wallau, Kreisrat in Lauterbach, wurde geb. 25. Nov. 1855 zu Mainz (prot.), besuchte dort das Gymnasium, studierte dann in Gießen und Leipzig, promovierte 1882, wurde 1879 Gerichtsasseisor, 1882 Regierungsassessor, 1886 Kreisamtmann, 1898 Kreisrat, ist Vizepräsident des landw. Vereins für Oberhessen und Dr- rektor des landw. Bezirksvereins und des Zuchtvereins' Lauterbach. Balthasar Cramer, Gastwirt in Darmstadt, geb. 1851, (konsessionslos), lernte als Zimmermann, übernahm 1882 das Geschäft des Vaters, seit 1901 Stadtverordneter, seit 1893 Mitglied des Hess. Landtags, seit 1898 des Reichstags. Dr. med. Jakob Becker, prakt. Arzt in Sprendlingen, wurde geb .1864 zu Ludwigshöhe in Hessen (katholisch), studierte Cameralia, dann Medizin in Berlin und Gießen, diente 1888—89 beim 116. Jnf.-Regt., Vorsitzender des Gewerbevereins, des Prüfungsausschusses für Gesellenprüfungen, Mitglied des Bezirkstages der Gewerbevereine. Hans Karl Friedr. Mlh. Haas, Geh. Reg.-Rat, geb. 1839 in Darmstadt, studierte 1857/61 die Rechte in Gießen, wurde 1869 Kreisamts-Assessor in Friedberg, 1874 Dirigent des staatl. Volizeiamts in Darmstadt, 1886/1900 Kreisrat in Offenbach, Präsident des Hess. Landwirtschaftsrats, seit 1883 Anwalt, seit 1900 lebenslänglicher Präsident des Verbandes landw. Genossenschaften, Ehrenbürger von Heppenheim und Isenburg, Mitglied des Hess. Landtages (seit 1897 L Präsident), des Reichstags seit 1898. Cornelius Wilh. Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Geh. Kommerzienrat, Ehrenbürger von Worms und Oppenheim, Inhaber des Fideikommisses Herrnsheim und Großindustrieller, geb. 1843 in Worms (evang.), besuchte das Gymnasium in Worms und höhere Schulen in Darmstadt und Neuwied, bereiste alsdann Europa, lebenslängliches Mitglied der ersten Kammer der Stände seit 1877 Präsident des Hess. Wohnungsvereins für Minderbemittelte und des Fischereivereins, Mitglied der Handelskammer und der Stadtverordueten-Persammlung in Worms, des Reichstags seit 1874. Reinhart Schmidt (Vertreter für Bingen), Fabrikant in Elberfeld, geb. 1838, rief 1869 die Firma Reinh. Schmidt in Elberfeld (Briefumschläge) ins Leben, Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses seit 1890, des Reichstages seit 1884, Vorsitzender der freisinnigen Volkspartei. Dr. pyil. Eduard David, Schriftsteller in Mainz, geb. 11. Juni 1863 zu Ediger an der Mosel (evang.), besuchte 1869/74 die Volksschule zu Krofdorf, dann die Gymnasien zu Gießen und Bielefeld, war 1881/84 als Kaufmann in Berlin tätig, studierte 1886/90 in Gießen Germanistik und Geschichte, promovierte 1891, war dann Lehramts-Assessor am Gymnasium zu Gießen, ist seit 1894 Redakteur der „Mainz. Volksztg", schrieb „Die einheitliche Organisation der deutschen Studentenschaft" 1888, „Sozialismus und Landwirtschaft" I. „Die Betriebsfrage" 1903, Mitglied des Hess. Landtags seit 1896, des Reichstags seit 1903. Aas Kardmatskoüegium. Rom, 30. Juli. Die Vorarbeiten zum Konklave sind fast beendet. Die Kärdinäle besichtigten bereits ihre Wohnungen, welche sie morgen abend beziehen werden. Die Ab stimmun g wird am Samstag beginnen. In vatikanischen Kreisen herrscht allgemein bte Ansicht, daß das Konklave von kurzer Dauer sein wird. Die Sixtinische Kapelle ist für das Konklave fertig. 64 Thronsitze sind errichtet, die violett sind, mit Ausnahme des Sitzes des Kardinals Oreglia, der grün ist. Das heutige Auftreten des amerikanischen Kardinals Gibbon war ein Gewitter, das die Situation klärte. Der Einfluß der ftemden Kärdinäle nimmt stetig zu; namentlich Kopp ist ein bedeutender Faktor im Konklave geworden. Die'nächste Folge wird sein, daß alle bis jetzt genannten Kandidaturen hinfällig werden. Obgleich di Pietro noch Aussichten hat, bringt er keinen römischen Kardinal dazu, ihn zu wählen. Jedenfalls wird der künftige Papst kein politischer sein. Uebrigens ist die jetzige Protestbewegung der fremden Kardinale nur der Anfang, aus dem sich wahrscheinlich noch mehr entwickeln wird. Die Optimisten wollen schon Kopp als Kurienkardinal sehen, was natürlich als Gegent- gewicht gegen die die Kirche monopolisierenden römischen Kärdinäle von großer Wichtigkeit wäre. Alle Tel eph on lei tun g e n zwischen dem Vatikan und der Stadt [inbi aufBefehl des Kardinals Oreglia durchschnitten worden. Das „Giornale d'Jtalia" will wissen, daß in einer der letzten Versanunlungen der Kardinale eine Verfügung, Leos XIII. für das bevorstehende Konklave bekannt gegeben wurde. Die Urkunde, 1882 in lateinischer Sprache geschrieben, erinnere zunächst an die früheren Bestimmungen für das Konklave, besonders für das nach dem Tode Pius IX., beklage sich sodann über die Lage des heiligen Stuhls und schlage vor, zehn Tage nach dem Tode Leos XIII. möglichst schnell zur Wahl des neuen Papstes zu schreiten und das Konklave in Rom abzuhalten, ausgenommen, wenn man chier den Kardinalen keine völlige Freiheit lasse. In dem Schriftstücke werde weiter daran ermahnt, die Rechte des heiligen Stuhles unverändert zu wahren und sich bei der Pappwahl nicht von persönlichen Gefühlen, sondern nur vom Wohle der Kirche.leiten zu lassen. Es folgen Bestimmungen für die Sedisvatanz. Es scheine, daß Papst £eo der ganzen Verfügung eine besondere Wichtigkeit beigelegt habe. Die Abschriften, die jedem Kardinal übergeben worden sind, enthielten die Aufforderung, über den Inhalt das strengste Schweigen zu beobachten und dieselben später zurückzugeben. Der verstorbene Papst beauftragte vor sechs Jahren den Grafen Soderini auf dessen Wunsch, die Geschichte seines Pontifikats zu schreiben. Das Werk darf erst ein Jahr nach dem Tode des Papstes erscheinen und weder einen lobenden, noch polemischen Charakter tragen. Der Verfasser darf sich nur aus die Dokumente beziehen, welche der Papst ihm selbst zur Verfügung stellte. Um Soderini vollständige Freiheit zu lassen, hat der Papst niemals den bereits vollendeten Teil des Werkes sehen wollen. Tie „N o r d d. A ll g. Z t g." sieht sich veranlaßt, gegenüber Behauptungen des Pariser „Figaro" sestzustellen, daß von keiner deutschen Stelle Einflüsse zu Gunsten oder zu Ungunsten irgend eines Kardinals aufgeboten werden. In Paris scheint man überhaupt ein besonderes Interesse daran zu haben, die Neutralität Teutschlands bei der Papstwahl anzuzweiseln — als ob nicht alle Welt wüßte, daß gerade von Frankreich aus alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um Einfluß auf die Wahl zu gewinnen und um dem Kardinal Rampolla, dem Freund Frankreichs, zum Siege zu verhelfen. Dem Zwecke der Verdächtigung Deutschlands scheint auch eine angebliche Unterredung des Pariser ,Lournal" mit Kardural Kopp dienen zu sollen. Cs ist nicht anzunehmen, daß Kardinal Kopp Mitteilungen über Aeußerungen unseres Kaisers einem französischen Journalisten gemacht hat. Ein entsprechendes Dementi dürfte kaum auf sich warten lassen. Roiitische Tagesschau. Staatliche Penfionsverficheruug der Prrvatbeamteu. Der Staatssekretär des Reichsamts des Innern, Graf Posadowsky, hat dem Ausschüsse für die Herbeiführung einer staatlichen Pensionsversicherung für die Privatbeamten erklärt, daß die Regierung der Forderung an sich sympathisch gegenüberstehe, zunächst aber der Begriff „Privatbeamter" bestimmt und der Umfang der Versicherung durch eine Umfrage festgestellt werden müsse. Der Ausschuß hat nun in Köln eine Sitzung abgehalten und den Begriff „Privatbeamter" wie folgt deftniert: „Privatangestellte sind alle in Diensten Privater bei staatlichien und Gemeindebehörden nicht pensionsberechtigte Angestellte, deren Beschäftigung höherer Art ist, und deren Arbeitsverhältnis nach den §§ 59 des Handelsgesetzbuches, 133 a der Reichsgewerbeordnung, 88 des Allgemeinen Berggesetzes und 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt wird." Die von der Regierung gewünschte Umfrage soll durch eine auf den 15. Oktober festgesetzte Versendung eines Fragebogens bewirkt werden. Ein weiterer Beschluß des Ausschusses geht dahin, Anfang Oktober dieses Jahres eine große Versammlung einziiberusen, in der Bericht erstattet und die Gründung eines Vereins vorgenommen werden soll, der sich ausschließlich mit der Pensionssrage zu beschäftigen hätte. Der neu zu gründende Verein für staatliche Pensionsversicherung der Privatbeamten soll in der Hauptsache den nicht in Verbänden oder Vereinen organisierten Privat- angestellten dienen und deren Interessen vertreten. Heer und Flotte. Der Kaiser hat der Familie des soeben verstorbenen Generalleutnants Reinhold Frhrn. Fuchs von Bimbach und Dornheim, Präses der Artillerie-Prüfungskommission, von Mo (iiöorwegen) aus ein langes Belleidstelegramm gesandt. Dieses schließt mit den Worten: „Der Tod hat hrer ein reich gesegnetes, arbeitsvolles Leben abgeschlossen, dessen Inhalt unermüdliche Tätigkeit für die Entwicklung der deutschen Artillerie war. Mit warmem Herzen und nie ermüdender geistiger Kraft hat der Verewigte seine reiche Begabung, sein ganzes Wissen imd Können in den Dienst ZemUeton. Roseggers 6 0. Geburtstag. Heute, am 31. Juli, feiert Petri Kettenfeier Rosegger, der Dichter der Steiernrark, seinen 60. Geburtstag. Die Freunde des Jubilars haben ein ^Geburtslagshest" der sonst von ihm selbst geleiteten Zeitschrift „Heimgarten" herausgegeben; seiner Fülle literarischer Beiträge entnehmen wir die folgenden: Dtit Uebermüt’gen hast du keck gelacht, Mit Tiesbelrübten hast du still geweint Und hast den Kuckuck dir daraus gemacht, Ob dem Herrn Nachbar Wanst das ratsam scheint So ist dir nun das Höchste voll gelungen: Ins Herz deö Volkes hast du dich gesungen. Friedrich Spielhagen. Wer im Volkstum wurzelt utib aus dem Volkstum blüht, der ist ein gesunder Baum: so eurer bist du, Peter Rosegger! Sei es dir vergönnt, deine Wurzeln immer tiefer in den Heimatsgrund zu versenken und die deutsche Seele durch das Wachstunr deiner Zrveige immer höher hineür verbreiten zu helfen in der; einen Naunr. Gerhart Hauptmann. Wiesenstein, Agnetendorf L, Riesengeb., 1. Juli 1903. Im Buch der Bücher es geschrieben steht: Noch keiner war im eig'nen Land Prophet. Nicht hat an dir das Wort sich je belvährt: Wie m der Fremde, so daheim geehrt, Von Groß und Klein, uait Reich und Arm gekannt, Prophet für alle du im Heimatland! Emil M a r r i o t. Eine weitere Ehrung dieses Tages hat der Gesamtvorstand der deutschen Dichter-Gedächtnisstiftung beschlossen. Er beabsichtigt, unter den Werken, die in diesem Jahr an 500 Volksbibliotheken zur Verteilung kommen sollen, in erster Linie auch Roseggers Schriften zu berücksichtigen; und zwar sind die Erzähllmgen, die in feinem dreibändigen Werke „Als ich noch der Waldbauernbub' war, in je 500 Exemplaren angekauft worden. Zusammen werden also 1500 Bände Rosegger an arme Volksschulbibliotheken, insbesondere in kleineren Dörfern, in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz verschenkt. TasWesen des Haschisch rausch es entwickelt Dr. Adolf Hagen in einem geistvollen Leitartikel, der uns soeben zugegangenen neuesten Nummer des „Magazins für Literatur. Er zieht beachtenswerte Schlüsse über den Unterschied zwischen abendländischem und morgenländischem Charakter und kvnstrurert daraus eine mertwürdige und fesselnde Weltanschauung. Dieselbe Nummer Vieser ältesten uiU) dabei doch modernen Literaturzeitschrift bringt eine gründliche Untersuchung über den Deynleljll)üler Alfred Mombert von Hans Reinhart, der der seltsamen Kunst dieses Modernsten unter den Modernen auf srrbtile Weise gerecht wird. Bon belletristischen Beiträgen seien die seinen Vier Fragmente von Richard Sck)aukal, eine jchwerrnütige 9W- velle der geschätzten Lu Volbehr und eine scharf satirische Erzählung, die sich gegen die Auswüchse der J^rauettbeweg- img richtet, von der Berliner Schriftstellerin Leonore Frei, genannt. Außerdem ist in den zwei laufenden Romanen von Uvette Gullbert und Jassv dem Unteryaltungsbedürfnis Rechnung getragen, und in der Beilage, die Gespräche über die Schönheit der Frauen von Agnoto Firenzuvla, einem Renaissancedichter, in einzeln beigehefteten Bogen den Lesern des Aöagazius für Literatur zugänglich macht, auch dem verwöhntesten Geschmack Genüge getan. Zu dem kommt noch eine kritische llebersicht über Neuerscheinungen des Büchermarkts, Gedichte rc. Wer das Alagazin für Literatur naher kennen lernen möchte, erhält Provenummern von der Geschäftsstelle des Magazms für Literatur in Leipzig- Reudnitz. Die „Freistatt" (Kritische Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst, München) wird ihrem Rus als vielseitigste Wochenschrift Süddeutschlands inuner mehr gerecht. So heben wir aus der neuesten 9tummer (29) folgende besonders interessante Essays hervor: Eatholicus: Leo XIII., Fred Brandes (London): „Präsident Loubet in London und die englisch-französische Allianz"; Dr. H. Platzer: „Die Bedeutung einer Erhöhung der R ei ch s b i e r st e u e r für Bayern". Den belletristischen Teil bilden eine psychologisch sehr seine Studie „Grete" von Erich Aiühsam und einige stimmungsvolle Gedichte von Paul Leppin. Wilhelm Holz am er bespricht die letzten musikalischen und literarischen Ereignisse der zu Ende gehenden Pariser Saison und Stefan Zwe.g macht in einem jchivungvolten ')lujsatz „Ein Dichter deutscher Hewe" aus Hans Benzmann aufmerC- sam. Aus dem kleinen Teil verdient bejonbere Beachtung ein Entresilet über den jüngsten Ponrmernbankprozeß, sowie einige geistvolle Apercus über die „Quadratstadt Mannheim". Paris, 30. Juli. Kapitän Gylden, Leiter der schwedischen Südpolar-Expedition, halle eine Besprechung mit Chareot und Gerlache, den Leitern der französischen Südpolar- Expedition, betreffs gemeinsamen Vorgehens ollv Auffindung N o r d e n f k j ö l d s. Vermischtes. ungen. Höchste Temperatur am 29.—30. Juli 18,4U C. Niedrigste „ „ 29.-30. w 11,6° C. Dr. A. Oetker, Bielefeld 5886 AUS Stu dl und Land. Gießen, 31. Juli 1903. Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße». der von ihm so geliebten Waffe gestellt, die ihm in Wm Mabe ihre leitgcmäße Vervollkommnung verdankt. Seen Andenken wird ui der Geschichte der Artilleric-Prufungs- kommission foitleben." _____ —. Gerichtssaat. Frankfurt, 29. Juli. Kriegsgericht. Wegen Kör» Wer Hurlien liebt möge bedenken, daß man auf je 5 Liter des Essigs oder des Salzwassers 1 Päckchen Dr. Oet.er's Salicyl a 10 Pig. glebt. Dann braucht der Essig nicht noch emuml aufgetochl 5lt lverden, die Gurken werden nicht kahmig, die Salzgurteil bleiben hart uni) der Geschmack bleibt'ein frischer, da femevlci unliebsame Gährungen entstehen. Rezepte auf Wunsch grcrlls vom Unterzeichnete»!. — Dr. Oetker s Salicyl u 10 Pfg. ist in den Geschäften vorrätig, welche führen Dr. Oetker s Backpulver. werden verschiedene Gründe zu Gunsten des Feldatal- vroiektes angeführt und zum Schlüsse daraus hingewiesen, I paß auch schon mit der vorläufigen Ausbauung der strecke Ehringshausen-Groß-Felda gedient sein wurde. Diese Strecke zeigt durchaus nicht den Charakter einer Gebirgsbahn, har absolut keine Terrainschwierigteiten zu überwinden und erschließt bei einer Länge von nur 11 Kilometer einen Bezirk mit 4000 Einwohnern. Zieht man noch in Betracht, daß eine Eisenbahn naturgemäß ein Anwachsen des Verkehrs un Gefolge hat, daß ferner die zu erwartende Verfrachtung der hier zu hebenden Bodenschätze eine starte Inanspruchnahme der Bahn bedingt, so darf man wohl mit vielem Recht dieser Eisenbahnstrecke Ehringshausen—Groß- T^elda eine bescheidene Rentabilität in Aussicht stellen. Eine Wetterführung der Bahn von Groß-Felda über Ulrichstein nack) Rixfeld konnte jederzeit vorgenommen werden Die Kammer wird gebeten, aus Grund des der Großh. Regierung vorgelegten Projektes, der Linie Ehringshausen— Groß-Felda—Ulrichstein—Rixfeld den Vorzug zu geben, bezw. den Ausbau der Teilstrecke ß^^ng‘^^au^en— Felda zu genehmigen. Landwirtschaft. Der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrats behandelte in Rietz die Frage des „wirtschaftlichen Zusammenschlusses der mitteleuropäischen Staaten bezw. die Reform unseres jetzigen Systems der allgemeinen Meistbegünstigung". Auf Antrag des Referenten Grafen Schwerin-Löwitz wurde dazu, wie die „Teutschc -ragesztg. erfährt, einstimmig der Beschluß gesaßt: In Erwägung, daß t , a. weder die Genehmigung irgend eines neuen Tarif» ' Vertrages durch den Reichstag, b. n o ch eine Erneuerung des am 31. Dezember d. Zs. ab- laufenden Handels-Abtommens zwischen dem Deutschen Reiche und Großbritannien , ohne vorherige Klarstellung der Frage angängig erscheint, m welcher Weise die allgemein - und anscheinend auch von den Berbülideteii Regierimgen — als notivelidig erkannte Reform un» ierer bisherigen M e i st b e g ü n st i g u n g sver t r a g e, insbesondere mit den Vereinigten Staaten von Amerika, erfolgen |oll, beschließt der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrats, dem Vorstände anheimzugeben, e r f o r d e r l t ch e n i a l l s zur Klärung der obigen Frage oder zur Beratung eines dem Reichstage vorgelegten Tarifvertrages eine außerordentliche plenar- verfammlüng'deS DeutschenLandwirtschastsrats imStoveniber oder Tezeiiiber d. IS. einzuberufen und zu derselben nach eigenem Ermessen auch Sachverstäiidige der Industrie urid des Handels I einzuladen. ___ Arbeiterbewegung. Odessa, 36. Juli. In den Fabriken der Firma Wahlkuch und in emer einem Franzosen gehörigen Fabrik ist wegen Lohndifferenzen ein Streik ausgebrochen. Auch die Führer und Kondukteure der Straßenbahn streiken, sodaß der Stragenbahnverkehr völlig stockt.^ 30, Juli. Tic russische Telegraphenagenlur meldet aus Tiflis vom 28. Juli: Auf der Station Michailowo, 112 Werst von hier, an der Strecke Tiflis—Batum, stellten die Arbeiter die Arbeit ein und führten Unordnungen herbei, inbem sie einen Güterzug anhielten. Der Aufforderutig der Eisenbahn- obriakeit, der Polizei tmd des Ehess des Atilitärkommaildos, aus- einanderztigeheii, folgte die Menge md)t. Als sie darauf einen anderen Zug aufzuhalten versuchte, rückte em 40 Mann starkes 5tom- malido nach mehrmaliger Warnung gegen die Menge vor, die sie mit einem Steinhagel und einigen Revolverschüssen empfing. Es erscholl das Komniando „Feuer". Z e h n A r b e i t e r s i n d t o t, 18 verwundet. Darauf wurde der Zugverkehr wiederhergestellt^ Fas KisenvatinkomiLee Oroß-Kelda und Umgegend hat eine Vorstellung, betreffend die bann na einer Eisenbahn E h r r ngshaus e n Groß- Felda—Ulrichstein—Rixfeld an die 2. Kammer ge richtet in bet folncnbcd luirb. . } Seit einer Reihe von Jahren bricht sich in der htc>,geu Gegenb beo Vogelsberges immer mehr d>e Erkenntnis Bahn, haft für ba-< Wohl beb Feldatals eine Eisenbahn unbedingt nötig sei. Bei einer Entfernung von 2—3 stunden von ber nächsten Eisenbahnstation verspüren bte umliegenden ^metnben sehr wenig von den Borteilen ber modernen Verkehrswege. Mit tiefem Bedauern wirb hier bemerkt, lute un er wirtschaftlich kräftig entwickelter Bezirk in jedem weiteren gedeihlichen Fortschreiten gehemmt ist, da die Verkehrsader, welche einen dichten und vorteilhaften Austausch der Produkte ermöglicht — die Eisen- ^^Reiche ^Bodenschätze harren hier noch der Ausbeutung. Mächtige B a s a 1 t l a v a l a g er — sogenannte Lung-1 keine — find bis jetzt noch nicht zwecks baulicher Verwertung in Angriff genommen. Kürzlich aus Anregung eines hervorragenden hessischen Geologen vorgenommenr. Schürfungen behufs Erschließung eines solchen Umbruchs ergabeu nach fachmännischem Urteil em günstiges Resultat. I Ob bei gänzlichem Mangel eines billigen Transportmittels die Ausbeumug derartiger Steinbrüche ratsam ist, erscheint ^ftruljer angestellte Bohrungen ergaben das Vorhanden, fein von reichh altigen Eisenerzen. Auch biefe müssen ungehobeu bleiben, da der kostspielige Abtransport mittels Achse die Rentabilität des Abbaues illusorisch macht. Weit ausgedehnte fiskalische Waldungen der Großh. Oberförstereieu Windhausen, Hainbach, Romrod und Ulrich- üein würden durch eine Eisenbahnverbindung EhrmgS- Hausen-Groß-Felda-Ulrichstein aufgeschlossen, und es wird sich die Holzverwertung für die Großh. Regierung bedeutend gewinnbringender gestalten, als dies seither der, Fall war. rllvei große Dampssägewerke m Groß-Felda tonnten sich bis jetzt kein Absatzgebiet nach autzen verschaffen. Es wird dies durch die bei der schon erwähnten Achsenfracht nach der nächsten Eisenbahnstation entstehende Verteuerung des Holzmaterials von vornherein unrnögliü) noch nicht bekannt. * Eine Reichskanzlerehrung von ganz besonderer Art wird aus Obernick gemeldet. Die Ortschaft Goscienjewo hatte, um dem Reichskanzler ihre Verehrurtg und Achtung zu bezeigen, bei der Regierung den Antrag gestellt, ihren Ortsnamen in „Bü 1 owta 1" um tauf en zu dürfen. Diesem Verlangen ist jetzt entsprochen worden. Die Tauffeier soll mit großer Festlichkeit vor sich gehen. * Grimsby, 30. Juli. Ein ausgedehntes, dem Transitverkehr dienendes Gebäude des hiesigen Docks ist Heutes in früher Morgenstunde abgebrannt. Da sick^ wertvolle Güter aus dem Lager befanden, wird der schaden aus mehr als 20000 Pfund Sterling geschätzt. * Der Uebersall aus den Fürsten Gagarin. Vor einigen Tagen wurde aus seinem im, Gouvernement | Riäsan gelegenen Gute der 71jährige Fürst Gagarin von Bauern überfallen und schwer verletzt. Eine ausführliche Schilderung der Revolte gibt die „Petersb. Ztg.", welche u. ,cu. folgendes ausführt: Fürst Gagarin hielt sich auf seinem Gute zu seinem eigenen Schutz vier Tjcherkessen, die I cmf dem weitläufig angelegten Gutshos direkt neben der Einfahrt ein eigenes kleines Häuschen bewohnten. Diese vier Tscherkessen sind seit langer Zeit bei den Bauern ver- haßt gewesen und das umsomehr, als sie bei jedem von ihnen entdeckten Uebergriffe die Knute nicht geschont haben sollen. Eines Tages faßte einer der Tjcherkessen einen V __ beginnt, dem ein Promenaden-Korso im Kurgarten folgt und das am Abend mit einem venetianischen Nachtsest, dessen Schauplatz Lahn und Kurgarten sind, abschließen soll. Kleine M i 11 c 11 n n g e n *a u 3 Hessen un d d eN Nachbarstaaten. Wie nmn aus Altenberg (bei Wetzlar) meldet, ist dort Musikdirektor Louis Seibert aus Wiesbaden nach Teilnahme an der Beerdigung seiner Schwägerin infolge eines Schlaganfalles plötzlich gestorben. S. war cm verdienter Komponist. — Die bei Bingen gelandete Leiche I ist nicht die des bei der Regatta in Mainz ertrunkenen August Freier. Es ist vielmehr dte Leiche eines Schiffsjiingen. ^emuch^ letzterem Grunde erleidet auch die hiesige L a n d -1 wirtschast jährlich eine sehr ansehnliche Einbuße an Zeit und Geld sowohl beim Versand ihrer Produkte als auch beim Bezug der hier unentbehrlichen und in großen 'Massen eingesührten Futterartikel und künstlichen Düngemittel. , . , , , , Große Summen wurden und werden noch fortgesetzt der hiesigen Gegend bei der Errichtung von Neubauten entzogen Tie Verteuerung der Buumaterialien durch die zwei ßis dreistündige Achsenfracht ist eine ganz ungeheure. Es ist einzig und allein dem gänzlichen Mangel an billigen Transportmitteln zuzuschreiben, daß sich in dem mit natürlichen Schätzen so aus gestalteten ^cldatalferne Industrie entwickelt und das jetzt schon Bestehende still steht! bezw. zurückgeht. Auch mag yieraus die langsam ober stetig | fortschreitende Entvölkerung der hiesigen Gegend zuruckzu- führen sein. .. < In dem vorstehend Ausgeführten möge zur Genüge dar- gelegt sein, daß es unerläßllcy erscheint, dem Feldatal mtt rare? Eisenbahn zu Hülse zu kommen Dieses Verlangen nach einer solchen kann kaum als ein unbilliges bezeichnet werben, wenn man bie Eisenbahnkarte von Oberhessen einer näheren Betrachtung unterzieht. Ein Blick aus biese lehrt, wie reichlich bie Wetterau, bie Sübost- und Sübwestjeite bes Vogels- beraes mit Mhnverbinbungen ausgestattet sinb, und wie hingegen ein großer Bezirk um Ulrichstein unb GroMll>a von solchen noch gänzlich entbldßt ist Mit Ausnahme, der weit abgelegenen Strecke Gießen—Fulda besitzt dieje «eite des Voqelsberges keine Bahn. Von allen anderen Bahnverbindungen ist unser Bezirk durch das hoch auftzeigende Vogelsgebirg getrennt. . Tie gleichen Bestrebungen der Segnungen einer Eisen, bahn tellhastig zu werden, regen sich wie im Feldatal^auch seit langer Zeit schon im Ohmtal U lr e ichp e in-aet- bertenrod—Ober ohmen—Ruppertenrod. Tie beiden Komitees des Felda- und Ohmtalprojeitcs waren auch bereits dieserhalb bei der Großh. Regierung vor>te lig geworden. Von hoher Regierung würbe bamals bie An- aelegenheit vorläusig zurüagestellt unb beit beiden Komitees anheimgegeben, ihre beiderseitigen Interessen zu ver- Couvert; mit Firma X Vrühl'sche Univeriitätr Druckerei. Sieben. Tie Rauchwolken bemerkten die aus der Fahrt befindlichen Herrschaften, der Fürst wendete und un scharfen Tempo ging es wieder dem Gute zu. Schon eine Viertelwerst von der Einfahrt war das infernalische Geschrei der lobenden Menge zu vernehmen, die beim Herannahen des Wagens ausgestoßenen Ruse: „Sie kommen, sie kommen! wurden deutlich hörbar. Tie Fürstin beschwor ihren Gc.mahl, nicht weiterzufahren, doch dieser kannte feine Furcht. Kurz vor der Hospsorte wurde der Wagen von einem -teu der grell > beleuchteten schwarzen Gestalten umringt — es war neun Uhr abends und es regnete —, und ein Steinhagel empfing den Wagen; zu gleicher Zeit wurde nach den Pferden und dem die Zügel führenden Fürsten Gagarin mll Heu-unb Mistg0ve 1 n geftoajen. Ter Fürst brach sofort zu sammen — die Fürstin, deren linkes Auge nichts mehr sah, uiiolae einer Biutwelle, die von der Stirn hmabstoß riß Die Pferde zurück, die, wild gemacht diirch Die entgegen stürmende Bande, scheuten uno scharf abbogen, ^den Weaaraben nahmen und in voller Karriere über das Feld ivcg stürmten. In diesem Moment Halle die Furstm die '-jünel dem nur roenig verletzten Fürsten ^chljcherbatow I uiqeworfen und ihren Gemahl, der aus dem Wagen zu Kürzen drohte, gehalten. Erst nach einiger Zeit (uniuen die Pferde aiigehalleu werden. Ter besinnungslose Fürst wuroe loiort in Die Wohnung des Geistlichen gebracht und ms Bett gelegt, luäljicni) man Dte Lichter im Hause verlöschte. Doch verfolgte der emprutc Hause seine Opfer nicht mehr, lonucrn bald trat tiefe Stille ein. * Ber 1 in, 30. Juli. Das neue R e i ch s t a g s p r a s i - dialgebäude, das jetzt auch im Innern semer Vollendung entgegengeht, ist an seiner nach dein Waffer zu gerichteten Houptfront mit einem grogeiP Giebetrelief geschmückt worden, das nach einer genauen <^lizze Wa 11 ols > gefertigt und von Professor Widemann geschaffen wurde. Unter deni malerischen Blatllvert eines Eichbaumes, der sich wie ein Baldachin über ihrem Haupte wvlbt, lagert eine Frauengestalt, die Germania, in friedlicher Ruhe. Während sie mit der rechten Hand ein Reh umfaßt, das sich ihr zutraulich genaht, stützt sich ihr linker Arm auf die Einfassung eines Ouells, der ;ich in reichem ströme ergießt. Zu ihrer Seite, etwas im Hintergründe fleht, ihres Winkes gewärtig, ein iraftvoller Jüngling, das adlergeschmückte Szepter in der Hcmd. Links hu et neben der Germania ein Genius, der ihr bic Kaiserkrone dor- bringt; Schwert und Schild, mit Lorbeer geziert, bilden den Abschluß. An den Seiten des Giebelfeldes stehen als Bekrönungen über den Halbsäulen allegorische Putten- gruprcn, die die Attika anmutig beleben. Den Schlußstein über dem Porlal an der ^ommerjivaße bildet ein weiblicher Phamasiekopf, auf dem ein von der Kaiserkrone überragter Adler mit seinen Schwingen sich ausbreitet. * Zn dem Todessprung zweier Schwestern aus demFenster in Berlin, über den wir in der gestri- |ÄÄ « ^."5.? *5= KÄfS”' - w malige Lehrerin Hebwig unb die 43fahrige Porträtmalerin Mara, die aus Stettin stammten. Dr sich vorgestern abend die Damen sehr lange im Fenster stehend I reigten und sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, so war allgemein der Ruf nach. Betten, die unter dem Fenster ausgebreitet werben sollten. Es gelang jebochl nur schwer, etwas Passendes herbeizuschafsen. Der Haus- portier brachte endlich ein pao.r Teppiche^ wegen der Ge- fahr fanden sich ledoch nicht genügend Leute bereit, bei Teppich ausgebrettet zu halten, um eventuell den Auß- fchlag der liörper beim Sturz zu milbern. In dem Nachlag ber Mädchen sanden sich weder Gelb noch Wertpapiere .Die Schwestern, die nun den Tod gefunden haben, sind den Behörden und vielen Zimmerverrnietermnen und Pensionsinhaberinnen Berlins aus vielen Unonnehmlich-1 feiten, die sie aller Welt bereiteten, bekannt. Dio Oesfent- lichkett haben die Sck)western beretts vor zwei Jill-ren I einmal beschäftigt, als sie sich im Juli 1001 ^ebenfalls aus dem Fenster einer Mietwohnung stürzten. £>ie kamen damals mit geringeren Verletzungen davon und wurden im Krankenhause geheilt. Sie waren wohl geistig stcu:f belastet und haben sich durck) allerhand schwindelhafte Manöver über Wasser gehalten. Unter anderem lebten sie unter beständiger krankhafter Furcht vor der Polizei und behaupteten, man wolle ihnen „wichtige Papiere" abnehmen. Solche besaßen sie aber garnicht. Was die I Damen seit zwei Jahren nach ihrer damaligen Entlassung aus dem Krankenhause getrieben haben, ist im einzelnen Juli 1903. oO‘ jNV Temperatur der Lull Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 30. 2™ 741,3 17,8 10,1 67 WSW. 2 Sonnenschein 30. 926 742,9 12,2 9,8 94 SSW. 2 bew. Himmel 31. r^lb 744,3 12,2 10,0 95 SSW. 1 Regen 8'2 cn- E 5-8 ost B p p CD P B o KN 5© E B «St E p ®5 Q® A2 3 N ^5 55 B ' <5 P OK «St B w E p S£)i§5 W Weller G3 P P P " p r* u B Q ':C Z 4»® ro-xr^ <53 P -B irf1 OÖ"?sP 03 E S5'>S\G'X) P P 5--* p 4Z .P o P jQ ö*2x> woKx BBQ ost Q 0342 o o B GQ 5$ ost B B ■°S? 03 OSt 2 2 b^B o 03 03-0 ■5 o p"b tQ>^ 03 :qCQ <53*1 3 (ISt tu 03 -SGb p _ -J5 2 (9 --- OS- ’ö' cn IWuuti ^'chenZu, :n Staaten ^gemeinen ?nRn Grasen )c Lagesztg.. L Wegen Kör- ) der (befreite $L r dem kriegöge- te Heimal Wie-- m Lekanmen bü ovozierie er mc w und verje.' Öen pi/tiaü meid, roä^ve:. > \tyoxi dox ba ixait l verurteilte 13 Seldsttase wegen LerurleÜten bad Hochrufe ausge- ieipla? erreichten, weuere üundged' bE £E »4 5> OSt P,-O O rr 4Q‘! pW o e B 5 Sonne” vew. P’1 Men E ° B* P*P B E o ost e .-g gqEct Lö2^R^ uen Taris» lbet > 3«. ob- zwischen dein l9 erscheint, in auch von den le Refonn un« a g e, ins-eson> - enotgen soll, wirlichasksrats, -nialls zur *- dem Reichs« nüche Plenap Rovemder oder 1 nach eigenem id des Handels elegraphenagert. mwn Michals ahur., ft*1* ;en »* * der SqwdiP itemmaiM iMtauie*® iann I«*8 junge vor, oie .jiyi empn11^ ,' r-tecli»??' - 2derMd^ L.«öco P °hr |qj 2«W ? 6ii ent, ! bei! u bas Wtinjfc ^ttbaton, A'ogen Junten ble 2 25 T ast iyirma Dabllucb ut wegen ÄJÖ1*5 jutirei und Son- lraßenbahnvM ä E.2. (ist B tu B E‘" E S3 (9H « f B tu O 5 E _p 62 P L vo o - O "L 036-0 pL^ZSQ ost E ost ost (ist OSt G s 051 03 h2) OSt (ist ost.' OS, ast CM (ISt (ist OSt ost ost . p P in OSt OSt (ISt E ost 03 E B P P «st ost".B- ast 4Gb OSt * ost 03 4Gb S B »SD e" 03 ast' Gaskoks urn Engel. 5758 Vorverkauf bei Ernst Cha liier 75 Pfg., an der Abendkasse 1 Mk, Rillet* im StückkokS . . Beginn des Konzert- 3 Uhr. Ohne Konkurrenz. Sonnenstraße 6, Telephon 235. WG7- billigst abzugeben. 2 1 1 1 5866 Hemden 5345 Beweis Deutsch-Kolonialen Jagd-Lotterie Stil- null Mlirmlwelst, IWsjiezcki Äug. Gabriel jr., Gicßcn. und Liste 25 Pfg. 1,15 1,15 1,25 Mk. 1,25 Nck. Ein heller Ltückloks . . Siubkok» srr. 1 Ruikok» Str. 2 = Mk. $8 000 Mk. <»OOO Mk. S OOO Mk. ÄOOO Mk. 8000 empfiehlt General-Debit. J. Sturmer, Strassburg i. Eis. NußkokS Nr. 1 . NußkokS Nr. 2 . Verkaufsstelle: 1,10 NU. 'Visitenkarten liefert rasch and billigst Brübl'sche Uotv^Üruckeref Mk. 40000 , 10000 . Mk. 1OOOO Mk. = Mk. «J OOO Mk. --- Mk. 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Hehmann-Lohnberq einen Dortrag hierüber halten wird. 5v64 Alle Freunde der Kaninchenzucht sind freundlichst eingeladen. fandwlrtsdiaftliclie * Attsstetlttog 1903 10.—14. September einslyl. auf dem Trieb zu Giessen. Die Bewirtschaftung der mit elektrischem Licht, Wasserleitung, Tischen und Banken versehenen Festhalle soll in öffentlicher Ausschreibung verpachtet werden. Geeignete Bewerber wollen ihre Angebote bis zum 3. August (einschließlich) verschloffen mit der Aufschrift „Pachtgebot auf die Festhallen- wirtschast" bei dem Unterzeichneten emreichen. — Die Verpachtungsbedingungen, welche zu unterschreiben und den Angeboten beizufügen sind, können in der Bahnhossrestauration eingesehen, auch gegen Zahlung von 50 Pfg. bezogen werden. Gießen, 28. Juli 1903. 5849 I. 2t: Jean Kirch. M-Rcmbch ZPchlah a. ö. Wt. Sonntag den 2. August, Anfang 4 Uhr: Großes Wettrennen. Pferd gegen Rad Vorher: Vorstellung und Vorführung von Mexikanern und Lioux-Judianeru unter Leitung des berühmten mexik. Eowboyü Texas-Tex. "dL 6890 NB. Solern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — aus die bett. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieh! dies ohne besondere Vergütung. Zm Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgender: hiesiger: Finnen der lltiiiotrimf der (Önskokä von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bacheuheimer & Schaumbcrger, Marburgerstraße 22, Andreas Euler, Slemslraße 11, Ioh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, o'ranksurterslraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, EmU Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marklstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckslraße 6, Georg Unverzagt, KaplEgasse 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch m Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Lktroirückvergütuug von 4 Pfg. mr den Zentner. 63 Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen. Für die Reise empfehlen wir unsere grosse und schöne Auswahl 300 Gew. bar ä, 10 Mk. 1600 Gew. bar zus.: 1 Gewinn Mk. 5000 i. W. 3 Gewinne „ 1OOO i. W. Nach Schluß der an: Sonntag dem 2. August stattfindenden Vorstellung von Texas-Tex wird im großen Saale von Tertors Kardt ein Tanz-Vergnügei» abgehalten, wozu freundlichst einladet "891 P. Schadeck Wwe. Alle Benutzer, mit Ausnahme der Studenten, haben die vor dem 25. Juli d. Z. entliehenen Bücher bis spätestens 10. August zur Musterung einzuliesern. Vom 15. August bis 17. Oktober ist die Un'.versttatS- Bibliothek täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Gießen, den 24. Juli 1903. 5754 Der Großh. Ober-Bibliothekar: Prof. Dr. Haupt. Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: - - •- — 1,— NU. Masten Fabrikation. 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Platz, Sitzplatz, 1 Mk., Sattelplatz 75 Pfg., Stehplatz 40 Pfg., Ntttitär und Kinder 25 Pfg. Vorverkauf: lloge 1.50 Mk., Tribüne 1.25 Mk., I. Platz, Sitzplatz, 75 Pfg., Sattelplatz 60 Pig., bei j». Aoll, Dläusburg, ^»charman«, ^indenplatz, Auüd, Zelters- " weg, ArieKleöru, Baynhosstraße, Sonntag, Steuenbäue. Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Gtück-Kok- : Nutz-KokS, auSschließllch trocken gelagert, m zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung m:d für weite und enge Oienschächte pafferst) verkleinert: rt, Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnttt- l:che Zrorngröße des Anchraeit, gangbar st e S o r t e • • , • Grüße Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des dlltthraeit...... ______________________ Sehet höret "ZT“ " " staunet Zwiebcikuihen Dienstags, Donnerstags und ber SamStagS von morgens S Uhr . an zu haben bei 5179 Frankfurter8 Bit» Schoniber Musikwerke Watttorstraße 5i. Friedrich ort 23o. Sonnenstrape o. f « 8313t und TMlhVllßkK Speise-Kartoffeln 1 von Ntk. 4.50 an per Zentner enipfiehlt 5685 I. Hnnkel, Tlhloßglljse 6. Zum neuen Saalbau Ssmstsg den 1. August, nbends 8 Uhr: Grosses Konzert des Berliner ' Tonkünstler Orchesters Leitung: Franz von B8on. Komponist von Blumengeflüster — Frauenliebe und -Leben — Unter dem Siegesbanner — Zug der Gnomen. Achtung! Nächster Tilge Ziehung! Achtung! am 11. August 1903 der 6345 Bleichstraße 18. Täglich von morgens 9 Uhr ab irische Keidelbeeren. 5492) I. Hankel, Schloßgasse 6. R w Di tvird n ab bis tzchen d 5 Linie -Wei We ntan( net öfferi zum sich misst Verh Ubeti habe verst des leidi folgt das ( Von gestel Glück Obstt Gr V ganz Kreis diel 9iW. Mßli bit W Auf Sza den Mie lin den Cin Reg Sufi dem Zwi! mibl Snljä N, m bei stellen Gesehk ersüllj Abgeo ichärsk L Gras; iischen beber Bestech tarsschj Nister Zimten Az "reinig «“laefaj ®ninb[i Mei' $ar er »rtt; p ge Ca“t< L (leg ^end. Nann । ein Joti ■ "£ J. der Milt