Dienstag 31. März 1903 153. Jahrgang Oersted Vlatt. deutete au r ch n l ft rckhe 7. tlbreflr für Trpd dxn: vuzciger • Ufern. nlprrd>anld)lu6 1h 51. tlppenbig au einer der ütaUpofitionea, der das tikjey aU solche» nut)t direkt berührt, eS wäre aber doch richtiger IJiiliiirdir Tagesschau. Ter bekannte Autifemlt lÄtaf Pückler ist, tme die „2ia| im fünften Berliner Reichs» tagswahltreiS jur Unterstützung der Kandidatur des ttntU fcmiten Bruhn geredet uno Dabei bedauert, daß eigentlich in Berlin gar nicht fo viele Antisemiten seien, als zu vermuten ivace. Im Anschluß hieran führte er nach dem Bericht der „StaatSb.-Ztg." über Die Antisemiten folgende- auS: „Ls gibt zwar viele Leute, Die Da sagen: Ich bin Antisemit, aber ivie wenig zuverlässig ist ihre Haltung! Zu diesen scheint neuerdings auch Dec Herr lieber- mannv. Sonnenberg zu gehören, Der mich in schmählicher Wei se beleidigt hat in seinen „Deutschsozialen Blattern". Graf Pückler meint die von Herrn Liebermann o. Sonnenberg oben erwähnte Sanatoriumgeschichle. Wenn Liebermann o. Sonnenbeig fortjahre, in so gehussiger Weise gegen seine eigenen Gesinnungsgenossen zu hegen, würde aus die Dauer „fein anständiger Man n" niehr mit ihm zu tun haben wollen. Wer angesichts des Feinde- die eigenen Gesinnungsgenossen angreift, ist schlimmer als das ganze Zudenpack. Wenn wir nur in die Versammlungen gehen und Hurra rufen, können wir die Fudenfrage nicht U)|cn, wir mus,en kämpfen, der eine mit Dem Sabel, der anucie mit dem Schnabel". Hierauf verglich sich Graf Püaier mu dem General Hork und forderte auf, zu beten für Ihre Majestät bie Kaiserin. Vorher hatte die Agilalionsversantmlung em Beileidstelegramm wegen des Unfall- der ftaifer in an Den Kaiser gesandt. 9?r. 76 erf Aftet täglich auferr Sonntag«. Trm Lietzener Anjerger werden tm Wechsel mit dem Hessischen tanbelrt die Oletzenek Samlllen» blätter viermal ut der Woche beigelegu Rota non«bvud u. Verlag bei Brühl'leben Unlveri.-Buch- u. Eiern- b rudert i (Bietsch lht>en) 5Ubafnon, (trpebinoe ^ntklguung des KliniKgeläudes vor dem Krovinjial-Ausschuß. Fortsetzung. Gießen, 30. Mär). Der Vorsitzende Provilizialdirckoor Dr. B r e i d e r t et* klärt, daß man nunmehr in die Verhandlung wegen der W« rrbeuiissung des fru enteignenden GeuuideS euureten könne. Bauinspeftor Becket protestiert dagegen, daß über die Frage der 9a>uvenbigteit deS zu enteLgnenben Gelände- md)t mehr verhandelt werden solle, er habe in der lebten tiiynng infolge der vorgeschrittenen Zeit in Hinsicht der 'Jlonuenbigteit der Enteignung des Geländes zwischen Wilhelm- und Klinikstraße für die Sache wichtige Ausführungen unterlaffen mujen. E» fei ihm auch heute möglich, wegen der baulichen OrientierunaStnöglichkeit zwei Gut- ad/ien von zioei Autoritäten zu überreichen, die er bann wenigstens zu verlesen bitte. ^ustizrat Hirschhorn erklärt fuß ganz entschieden, auch natnens feiner Kollegen, dagegen, daß man bie Frage der Notwendigkeit bet Enteignung noch einmal zur (£t* öcterung bringe. Nach bem Dafürhalten aller Vertreter Der Parteien, auch Dem des Vertreters der Staatsbehörde Geh. Zustizrats Södel, sei Die Frage Der ^Notwendigkeit der Lnteignung erschöpfend behandelt, und man sei sich einig gewesen, daß Die Verhandlung nun zum Schluß gebracht iverbcn solle. Würde man Dein Antrag des Vertreters Der Baubehörde seitens des Provinzialausschuffes fuiugeben, so habe er noch Anträge zu >reUen, welche die Labung weiterer «sachverständiger bczivecke. Der Vorsitzenoe Dcrfünbet, daß der Provinzial* ausschuß-Be schloß erlägt, bie Zeugen uno Sachverstänbigen zu Horen, und sich später schlaf,ig machen wirb, ob und in wie weit den gefüllten Anträgen slattzugeben sei. Ter Sauunt.nubmer Hrch. P h. Filz- Frankfurt a. M. erk.ä.t, daß bas Gelände zivischen Lümk- und Wi.h^lm- strage seiner ganzen Lage liach als Vilren-Baugelänbe anzusehen sei; er habe besonders von der Frankfurterstrabe sowohl als auch von der Wilhelmstraße aus leicht zu eröffne ab c Zugänge. Auf Befragen des Rechtsanwalts Katz bemerkt Herr Filz, daß Gabriels Haus gut und solid gebaut und ui jeder Weise gut unterhalten sei. Seine Garten- Aarmstadter Aries. Original-Artikel des „Gießener Anzeigers". Darmstadt, 29. März. Qu Ehren des am 2. März verstorbenen Dichttrs Go 1t- fried Schivab hatten die Freunde eine öebä^tni5fvier veranstaltet, die einen stimmungsvollen Verlauf nahm. Ter Saal der Freimaurerloge prangte in Traue rlchmuck. Ter ebur des RiännergejangvereinS „£umanita5" eröifnete bas ttroaramm nut einer Motette. Hierauf hielt Fcl. tt- J M e n s ch bie GcdäckMisrede, bie sich unter brei Gesichtspunkten die Würdigung des entschlafenen Dichters ange- leacn sein ließ, indem sie an Schwabs De,en hcrvorhob bie ideale Auffassung vom Berus des Dichters, sein warme-, echt deutsches Raturgefühl und endlich feine Begeisterung für hohe patriotische Ziele. Die Gedichte und die auf Schwab sche Texte komponierten Gesänge wurden in vornehmster künstlerischer Weise zu Gehör gebracht von Hosrat Hugo Edwards dem verdienstvollen Leiter der Luther- und Gustav Adolf-sprele, den 5^ofschauspielem L Wagner und H. n i s p e l sowie den Opernsängern Franz Har res und >:aii~ von Hesse rt. Ter letztere sarg das pieidjesollte tflotrenlieb. horch, der Seewind peift . . der $hmwD,uu>n deS Deutsch-Arncriainers Christoph Vach tn . .uwaukee, bte Derzeit beim Empfang des Prinzen tMur.ch von Preußen zu Marburg, der Prüfungskommission zu (Lafjel und der Icpuiaiüm des Trutschen Furiileniages. Von seinen Werten nennen wir: Heber Begriff und Wlrtung der Suspenstobedmgung und des AniangSlermiiis', .(Sari Friedrich von Lcwigny und die Richtung der neueren RechlSwiffemchaii', „Gin Hölerechl 'ur gellen", -RechlS- geschän, Bedingung und Anlangslernnn", „Tie ^Steuerreform in Preugen" (3. Ausl. 1M92), „Vermögens»euer, sundierle Etnkominen- steuer oder Ertrjcha'lL'ieuer", „Tas Bürgerliche Recht" Bd. 1, 2. Aust. 1901 (Bd. 2 mit Lehman). — 21 u s den 21 Universitäten des Deutschen Reich- smd tm eben abgelaufenen Wintersemester 1902 03 insgesamt 36 665 Llndieiende enigeichiieben geiveiciu Davon fallen am Berlin 7u91, Mimchen 4-7u, Leipzig 3704, Bonn 2214, Breslau 1755, yalle 1740, Heidelberg 1352, toomngcii 1335, Wurzburg 1302, Dubingeii 13ul, Freiburg i. Br. 1288, Straßburg 1193, Dtünsler 1153, -biarbuifl 1111, Greven 1018, Königsberg 976, Erlangen 969, Kiel 879, Grenswaio 706, Jena 697, Ronock 597 Stubierenbe. Za'u kommen noch d.e zum Horen der Vorlesilngen berechtigten, man förmlich eingeschriebenen 'Personen, nämlich 7862 männliche (baoon ui Berlin: 5757) uno 1271 werbliche (ut Berlin 552, ohne Hörerinnen sind nur Freiburg, Münster und Greifswald). — Die Lechmschen Hochichulett des Teulsaicn Reiches hauen mSgesamt 13 269 Llädierende, 2174 Hörer (Berlin 601), 1590 Hörerliiiien (Berlin 3dl). Tie einzelnen Zahlen smd für: Berlin 3396, München 2419, Karlsruhe 1601, 2:arm|iabl 1506, Hannover 1292, Dresden 9,;4, 3.:utiqari 998, 521, Braunschweig 1552 Studierende. Hui UiuDcuiiäien und Technischen Hochschulen zujannnen bestnden sich aho zur Zeit rund »0crer" abgeht, hier treten bie Genossen für kostspielige Bauten, für erhöhte Schulausgaben unb bie völlige Uebemuhnie berfeiben auf ben Staat ein, hier findet man sogar feine Gründe, um die bedeutenden Mittel für ein überflüssiges „katholisches" Amtsgeriäst ganz sans gene zu bewilligen und selbst bei der Entscheidung über bie erwähnten 32 000 Mk. bleiben vier von ben sechs Genossen ber Abstimmung fern, um nur ja niemand auf die Hühneraugen zu treten. Aus ber andern Seite ficht man teils das Zentrum, das doch im Reiche eine fo gute „Stütze von Thron und Altae' geworden ist und namentlich auch bie obeih.ssischen ©auemubgeorbnetin in scharfer Opposition, die 9laiionalliberalen marschieren in wichtigen Fragen getrennt unb stimmen ganz nach eigenem Belieben — kurz, rechter Hand, Unter Hand, alles vertauscht I Wenn bad so weitergeht, bann möchten wir doch dringend ben Vorschlag machen, baß man ben jüngst erst so stolz im Hause verteilten Situationsplan schleunigst noch einmal zurückziche unb ein allgemeines „Verwechselt, verwechselt das Plätzelein" arrangieren möge. Eine „reinliche Scheidung" täte bei dem jetzigen Parleikonglo- merat im Interesse des Publikums, wie der vielgcplagten Journalisten wirklich not Wir haben in Hessen bekanntlich keine eigenlliche konservative Partei, bie mit der Regierung durch dick und dünn geht Wie reizend würde es sch doch ausnchmen, wenn diese Lücke von den Herren Ulrich und Genossen ausgesülll und sie zur Zierde des rechten Flügels im Hause berufen würden? An chre Stelle könnte man ja mit Fug und Recht bie Herren Bahr, Köhler, Hirfchel, Wolf und vielleicht noch einige wirklich ganz parteilose Herren setzen, wenn man nicht „alle Reune" von der hessischen Bolks- partei diese fo bevorzugten Plätze einfach auvknobeln lassen will. Schon Schiller sagt im Don (Larios: Das lieber- rächende macht Glück! 3)attnfldbtrr Aries. Hschschalgelder, 1irlch»ta-ldiLte> nn> flemmrroppifillOTL K B. Darmstadt, 80. Dlürz. Die beiden Hüuser unsere- Landtags haben prompte Arbeit geliefert Die zweite Kammer hatte den Haupi- voranschlag für die Einnahmen und Ausgaben des Etats 1903/04 am 13. Februar in Beratung genommen und in vier Wocl^n fertiggefiellt Dann kam er an bie erste Stammet, bie sich in zwei Sitzungen bamit beschäftigte unb nachdem bie Anstände derselben wieder der zweiten Kammer boigetragcn, ist genau sechL Wochen nach Beginn, am 28. März, durch das zweite Volum der ersten Kammer der HaushaltSetat befimtü? verabschiebet worden. Die letztere bat, um weitere Verzögerungen in ber Fertigstellung des Etats zu vermeiden, der Ablehnung ber brei Positionen, 32 000 Mk. für bauliche Veränderungen am Refidenzfchlob, 4000 Mk. auf bem Hofe beS MarstallS und 14 700 Mk. für bie vielbesprochene Forsuvarleiwvhnung bei Offenbach zugestimmt, während bie zweite Stummer dem Beschluß bei ersten Kammer auf Bewilligung der 538 700 Mk. für ben Erweiterungsbau an ber Technischen Hochschule beitrat. Das geschah allerdings erst nach bar lern Kampfe und nachdem von der Regierung bas Versprechen abverlangt unb gegeben worben war, daß sie, um das Studium ausländischer StaatSaiigehöriger an der Hochschule etwas ein- zudammen und nicht durch Massenausbildung fremder Techniker ber brutschen Industrie Schaden zuzujügen, die Kollegien gelber für Ausländer beträchtlich erhöhen würde. Durch Die bereits im Wintersemester 1091/02 erfolgte Erhöhung Dieser Beträge für Ausländer — die Zahl derselben belief sich im abgeiaufenen Wintersemester auf 532 bei einer Gesamtfrequenz von 1859 — sind der Staatskasse bereit- rund 35 000 Mk. Meehreinnahnien zugestosscn, und die Regierung hat zugesagt, eine weitere Erhöhung schon für das demnächst beginnende Sommersemester cmtrcien zu lassen, sodaß fortab eine 3!kehreinnahme von 50—60 00t Mark erzielt werden wird. Wir müssen gestehen, bap wir bie von der Kammer an bie Bewilligung der Forderung geknüpfte Bedingung nur sehr willkommen heißen können. Das starke Hinzu- brängen ber Ausländer, namcnUich Russen, Polen, Böhmen, Ruma vier x. bat in hiesigen Kreisen längst zu lebhaften Bedenten Anlaß gegeben; man kann sie in vielen Lokalen der Stadt in ganzen Rudeln beisammen sitzen sehen, wobei sich die slavische Zunge mit ben prononz.erten schnurrigen Xönen meist so laut und euidringlich bemerfbar macht, daß einem das Anhörenmüssen der Gespräche geradezu unerträglich wird. Diese meist von wohlhabcnoen Fabrikbesitzern oder auf Staatskosten hierher gesandten lungen Leute, die auch ihre Studienzeit viel grünt)Ud)er als ihre deutschen Kameraden auszunutzen pflegen, zahlen jetzt 50 Prozent mch., als die reichSdeutschen Studierenden, deren ÄoUegiengtloer sich auf 80-100 Mk. belaufen. sJtan meint hier nun mit Recht, daß eine wesentliche Weitererhöhung ganz am Platze wäre, und statt der jetzigen 120—150 Mait selbst das Doppelte dieses Betrages nicht zu boelbe von ber ersten Kammer ebenso einstimmig abgelehnt worben, j-^se Beschlüsse bilden ja im Grunde genommen nur eine Jari vorgesührt wurde. Mit Silcher» ergreifendem Chor: „Stumm schläst ber Sänger, bessen Ohr gelauschct hat an anderer Welten Tor. . ." schloß Die ernste Feier ab, ber auch Gräfin zu Erbach-Schönberg nebst Tochter beigewohnt hatten. Ter Frauen-Schiller-Bund, ber feine öffentliche Tätigkeit in diesem Winter eröffnete durch Veranstaltung einer Reihe von Vorträgen, bic sich sämtlich auf Schillers geistiges Leben und Schassen bezogen, kann einen sehr nennenswerten Betrag an ben Fonds ber Schillerst istung abliefcm. Der gesch.ckte Vertrieb der Karten, die UeberlaHung der Aula der „Techn.scheu Ho^l^schule" seitens des Rektorats und das «Entgegenkommen ber Redner, bie auf jedes Honorar verzichteten, hat dies günstige finanzielle Resultat zu stände gebracht. Es haben im Verlaufe des März gesprochen: die Schriftstellerin Frau Elisabeth Mentzel aus Frankfurt a. Ää, Pros. Dr. Otto Ha mack von Darmstadt, Prof. Dr. Paul Hensel, Erlangen. Marburg, 29. März. Ter Senior der Jnristen-Faknltat, ordentl. Proi. für römisches unb bürgerliches Recht, weh. Fuflizral Tr. jur Kudwlg Enneccerus feien am 1. April seinen 60. Geburtstag. Zu Neustadt a. R. geboren, studierte Enneccerus m Göllingen zuerst Mathematik, später Jurisprudenz, vroinopierle und hädililicne sich dort im Früh,ahr 1870 als Privaldozenl. 1872 iolgre er einer Berufung als Extraordinarius nach Göllingen »mb" 1873 als Ordinarius nach Marburg. Proleffor Enneccerus ist Mitglied des Provüizialrats zu Easiel, der Unioersuärsbepulalion mit biefer Streichung einen gewissen Druck auf bie leitenden Berliner Streife au-üben wolle — wie man sich bie Wirkung bieses „Druckes" eigentlich vorgestellt hat, ist von den Herren in ber Kammer Iciber nicht verraten worden. In Der Sache selbst hat das Für und Wider bie Diäten an die ReichstagsabgeorDneten wenig zu bedeuten, denn bie Regierung hat ihre Stellung zu der Ftage bereits vorher durch bie Erklärung des Staatsministers Rothe dahin fest- gelegt, baß sie zwar bie Bedenken, bie gegen eine Diälen- beioilligung sprächen, nicht verkenne, aber aus allgemeinen Erwägungen heraus doch für bie Einführung derselben im BundeSrat zu wirken bereit fein werde. Tie allgemeinen politischen Verhältnisse in der zweiten Kammer bilden sich übrigens immer mchr zu einem Unikum in Deutschland aus. In anderen Bundes- SletzenerAnMeM General-Anzeiger 87 .::=,px v ben poIil unb allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MM an läge sei sehr schön gepflegt und die darin stehenden Obstbäume seien recht wertvoll. Er habe in Frankfurt häufig mitgewirkt und dort würden Obstbäume bei Geländeerwerb- ungeu besonders bezahlt. — Architekt Hamann kann über die Tatsache berichten, daß Kommerzienrat Emmelius für Baugelände an der Wilh.tmstraße den Quadratmeter mit 20 Mark bezahlt hat. — Archit'kt Meyer bekundet, daß die Firma Stein u. Mever oberhasb der Ludwigstraße vor ctL 6 Jahren das Katzenfteinsche G.'lände, etwa 10 000 Qm. groß, für 5 Mk. pro Qm. erworben habe. Es unterliege wohl keinem Zweifel, daß das Gelände heute mehr als den doppelten Betrag des dafür gezahlten Preises wert sei. Auf Befragen des Justizrats Hirschhorn bemerkt Herr Meyer, daß der in Rede stehende Geländ^kaus kurze Zeit später gemacht wurde, nachdem die Stadt Gießen das Rabenausche Gelände für einige 90 Psg. den Qm. gekauft hatte, welches von der Stadt teilweise für 10—12 Mk. pro Quadratmeter inzwischen weiter verkauft ist. Auf die weitere Frage, ob das Stein und Meversche G lande unterhalb der Schönen Aussicht heute wohl für 10—12 Mk. zu kaufen sei, bemerkt Herr Meyer, er könne sich hierzu nicht äußern, er glaube aber, der Preis sei zu gering, da es nicht zweifelhaft sei, daß der von ihm gekaufte Platz Baugelände an der zu verlängernden Ludwigstraße werde. Rechtsanwalt Katz richtet an Architckt Meyer die Frage, welchen Bauwert das Gabrielsche Haus habe und erhält die Antwort, das; ein solches Haus nicht unter 35 000 Mk. zu bauen wäre. (27 000 Mk. hat die Lokalkommissiön dafür zugebilligt.) Bauinsp^ktor Becker wünscht von dem Zeugen zu wissen, ob er den Wert des Gabrielschon Hauses als altes Gebäude, das es doch eigentlich sei, auch mit 35 000 Mk. veranschlage. Architekt Meyer bejaht diese Frage und motiviert seine Ansicht damit, daß das Haus baulich sehr gut unterhalten sei, und daher genau so viel wert sei als ein gleiches neu erbautes Haus. Weiter deponiert Herr Meyer, oaß er das Gelände, welches seitens des Staates für die Kliniken in Aussicht genommen sei, für Baugelände halte. Es sei ihm bekannt, daß der Stadterwciterungsplan, der die Fortsetzung der Ludwigstraße und deren Nebenstraßen enthalte, um deswillen noch nicht aufgestellt sei, weil man erst habe abwarten wollen, wie sich die Kliniksprojekte gestalten, da man nur im Anschluß an diese die Straßen- führung ?c. vornehmen könne. Daß früher die Absicht bestanden hat, die Hofmannstraße durchzulegen rc., ist dem Zeugen bekannt, allerdings waren dies nur Projekte, es handelte sich dabei nicht um schon genehmigte Straßen. Rechtsanwalt Katz beantragt, für den Nachmittag den Stadtgeometer Wißner zu laden, der im Auftrag des ehemaligen Oberbürgermeister Gnauth für einzelne Interessenten Stadtpläne angefertigt habe, in denen die Straßen, um welche es sich handele, eingezeichnet worden seien. Ingenieur Gutmann bekundet, er habe die Absicht, in einer Querstraße der Frankfurterrstaße einen Bauplatz mit 20 Meter Frontlänge zu erwerben und eS sei ihm von dem Besitzer für den Quadratmeter 40 Mk. ab- verlangt worden, und zwar unter der Begründung, ein sehr hoher städtischer Beamter habe das Land zu diesem Preise taxiert. — Dauinspektor Becker bemerkt dazu, daß es ohne nähere Angabe der Lage des Grundstückes, von dem Herr Gutmann gesprochen, nicht möglich sei, die von diesem gemachte Angabe zu prüfen. Herr Gutmann erklärt, die Straße, an der das fragliche Gelände liege, sei noch nicht da, aber dieselbe komme ganz sicher, und das von ihm erwähnte Grundstück sei als Bauplatz für Villen geeignet, er stehe deshalb noch im Handel und könne daher weitere Angaben, ohne sich zu schaden, nicht machen. Gutmann verweist dann auf die Preise, welche in letzter Zeit für Gelände an der Frankfurterstraße gezahlt worden sind, u. a. vom Staat an Prof. Boström 19 Mk. für den Quadratmeter, und erklärt, daß er das Gelände zwischen Klinik- und Wilhelmstraße für viel wertvoller erachte für Villenbauten als Gelände an der Frankfurterstraße, welche als ruhige Straße nicht zu bezeichnen sei wegen des starken Verkehrs, und die auch wegen des dadurch hervorgerufenen Staubes keine angenehme Lage für villenartige Gebäude sei. Ingenieur Poppe-Frankfurt äußert sich über die Möglichkeit, die Wasserförderung, welche heute für die Villa und Parkanlage der EknlS-Erbcn teilweise durch einen Windmotor geschieht, später, da dieser mit den Wasserreservoiren den Kliniksbauten zum Opfer fällt, durch den Gasmotor zu betreiben. Die Lokalkommission hat als Ersatz für die Reservoire die Aufstellung eines solchen von 8—10 Kubikmeter Inhalt auf dem Dachstuhl der Villa vorgeschlagen. Der Sachverständige ist der Ansicht, daß diese Möglichkeit, Ersatz zu schaffen, nicht vorhanden sei, da er nicht glaube, daß der Dachboden ein solches Reservoir tragen könne. Wenn es möglich sei, ein genügend großes Reservoir aufzustellen, so glaube er, daß der vorhandene Gasmotor genüge. Ob indessen der untere Brunnen genüge, wenn der obere durch die Enteignung wegfalle, könne er nicht angeben; und daß ohne Anschluß an die städtische Wasserleitung das Wasser für HauS und Park nicht beschafft werden kann. — Architekt Stein erklärt, daß er mehrfach den Versuch gemacht habe, bei der Stadt die Wetterführung ,er Ludwigstraße zu erreichen, um auf dem früher Katzen- teinschen Gelände bauen zu können. Es sei ihm aber auf »er Bürgermeisterei der Bescheid geworden, daß die Straßenfestsetzung für jene Gegend, da diese innig mit den Kliniksbauten Zusammenhänge, erst erledigt werden könne, wenn genau fcststehe, an welcher Stelle die Kliniken ihren Platz finden. Nach seiner Ueberzeugung, so erklärt Stein, wäre daS ganze Gelände links der Frankfurterstraße usw. längst zur Bebauung freiaeaeben, die Ludwigstraße mit ihren Nebenstraßen wäre längst durch- geführt, wenn die Kliniksprojekte nicht in der Lust gelegen hätten. Er habe seinerzeit einen Plan besessen, der vom Geometer Wißner aufgestellt war, worauf die verlängerte Ludwigstraße usw. eingezeichnet gewesen sei. ES sei nach seiner Ansicht aar kein Grund vorhanden, weshalb man die Bebauung oeS fraglichen Geländes nicht hätte freigeben können, außer dem Grund, daß man die Kliniken darauf habe bauen wollen. — An der Hand deS amtlichen Bebauungsplanes der Gtadt Gießen ent,pinnt sich zwischen Bauinspektor Becker und Architekt Stein eine Auseinandersetzung, inwieweit Straßen, die darauf eingezeick>net sind, nur als Projekte oder als feststehende genehmigte Straßen anzuseben seien und als solche auch erkennlich sind. ES ergiebt sich, daß der Plan darin nicht genau ist, indem einzelne schon genehmigte Straßen in derselben Farbe angelegt sind, wie die projektierten Straßen zwisck)en Wilhelm- und Klinikstraße, um welche die Parteien streiten. Mithin ist der Plan bezttgl. der inzwischen genehmigten Straßen nicht uackjaetragen. Architekt Kockerbeck weist darauf hm, daß für Ackerflächen an der Liebigstraße in der Nähe der Heyligen- städtischen Fabrik als Bauland 16 Mark für den Meter beyili sind. Er habe vor 6 Jahren für eine Ballgesellschaft das Gelände zwischen Wilhelm- und Klinikstraße kaufen und für den Quadratmeter bis zu 10 Mark geben wollen, falls dort Dauerlaubnis erteilt werden würde. Er habe aber auf der Bürgermeisterei den Bescheid erhalten, daß man vorerst nicht darauf rechnen könne. Dos Hintergelände der jetzt mehr und mehr ausgebauten Wilbelmstraße sei das schönste Baugelände, welches wir in oer Stadt noch hätten. Ehristoph Bieker erklärt, er habe seinerzeit für den Bauunternehmer Dinn für daS Plantsche Gelände hinter der Frankfurt erstraße für den Quadratmeter 10 Mark geboten, Plank habe jedoch dafür nicht verkaufen wollen. Später habe er nach Rücksprache mit Winn dem Plank 12 Mark für den Meter geboten, ohne diesen bewegen zu können, sein Gelände zu verkaufen. Ihm sei bekannt, oatz Winn später direkt mit Plank wegen Ueberlassung eines Teiles des Geländes vergeblich verhandelt habe, trotzdem dieser, wie er gehört habe, zwischen 14—15 Pik. pro Meter bot. Auf Befragen erklärt Bieker, er habe sein zwischen Klinik- und Wilhelmstraße liegendes Ackergelände freihändig für 5 Mark an den Staat verkauft, nachdem der Ortsgerichtsmann Keller ihm versichert habe, der Staat gebe nicht mehr dafür und die andern Eigentümer erhielten denselben Betrag. Wenn er, B., nicht verkaufen wolle für das Gebot, dann würde das Gelände enteignet. Einen Prozeß habe er nicht haben wollen, und um so mehr den freihändigen Verkauf vor- gezogcn, weil er nicht gewußt habe, daß ihm Kosten durch das Enteignungsverfahren nicht erwachsen würden. Hierzu sei gekommen, daß schon ftüher einmal für seine Familie bei einer Geländeenteignung auch nicht mehr herausgesprungen wäre, als was man bei freihändigem Verkauf hätte erreichen können. Er sei auch Geschäftsmann, habe für das Gelände sein Geld bekommen uno mit diesem wieder Geld verdient. Bieker erklärt aber, er sei sehr gern bereit, für das erhaltene Geld mit Zinsen sein dem Staat überlassenes Geländestück zurückzunehmen, wenn die Kliniken dort nicht hinkommen. Der Rentier Senner erklärt, er habe als stellvertretender Ortsgerichtsmann mehrere Male mitgewirkt bei ortsgerichtlichen Taxationen. Er halt das an der Ludwigstraße verkaufte Gelände von Heß-Erben für 19 Mark den Meter und das von Emmelius erworbene Terrain für 20 Mark für nicht zu hoch bezahlt. Zu dem Geländeerwerb des Rechtsanw. Grünewald zwischen Leihgesterner- weg und Wilhelmstraße (v. d. ev. Pfarrerei), das mit 10 Mark pro Meter bezahlt ist, äußert sich Herr Senner dahin, daß der gezahlte Preis nach seiner Ansicht sehr billig ist. Obergärtner Schildknecht und der Gärtner Earl Becker haben den Wert der Obstbäume usw. auf dem Gabriel'schen Besitztum taxiert und zwar im Auftrage des Eigentümers. Man sei dabei so Verfahren, indem man aus dem dreijährigen Ertragsergebnis den Durchschnitt genommen, 10 Prozent für Amortisation und Kosten der Pflege der Bäume in Abzug gebracht, und dann den so reduzierten Ertragswert mit 4 Prozent kapitalisiert habe, um dadurch den Kapitalwert der Pflanzung festzustellen. Beide Sachverständige erklären, daß man in dieser Weise überall verfahre, um den Geldwert von Obstbäumen festzu stellen. Schildknecht bekundet weiter, daß oie Obstbäume usw. im Gabriel'schen Garten überaus gut gepflegt seien und aus den edelsten Sorten beständen. Landgerichtsrat Dr. Schäfer wünscht zu wiflen, ob der Sachverständige bei der Annahme der Erträgnisse auch in Rücksicht gezogen habe, daß die Obstbäume nicht in der geschützten Lage, wie z. B. in Vilbel ständen. Herr Schildknecht bemerkt, daß nach seiner Erfahrung das Er- trägnis von Obstbäumen, welche in der Weise, wie die Gabriel'schen auf der Höhe stehen, viel gleichmäßiger sei, als dasjenige von Obstbäumen im Tal, z. B in der Lage bei Vilbel. Der Zeuge Gärtner Münzinger erklärt, er habe seinerzeit die Gärtnerische Anlage vor den neuen Kliniken angelegt. Hierbei habe er von dem staatlichen Banaspi- ranten Bopp die Weisung erhalten, die Bäume so zu pflanzen, daß diese bei Anlage einer Straße, von der Wilhelmstraße aus auf das Verwaltungsgebäude der Kliniken mündend, welche vorgesehen sei, nicht wieder entfernt zu werden brauchten. Ebenso habe er Anweisung durch jenen Herrn erhalten, der Direktor-Wohnung entlang nur Sträucher zu setzen, weil, wenn die Straße komme, dort entlang dieser eine TZ an er vorgesehen sei. Es werden dann noch die städtischen Dauakten betr. die Hoftaithe Gabriel, und zwar auf Antrag der Mitglieder des Provinzialausschusses, verlesen. Nach diesen hat der Vater des jetzigen Besitzers, Bahnhofs-Inspektor Gabriel im Jahre 1870, nachdem er auf Gas, Wasser und einen gepflasterten Weg Verzicht geleistet, die Bau-Erlanbnis erhalten. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Der Vorsitzende Provinzial-Direktor Dr. Breid er t verkündet den Beschluß, daß alle weiteren Beweisanträge abzulehnen seien, weil alle Momente, welche bei "ber Beurteilung Der zu prüfenden Fragen mitspielen, genügend erörtert und geklärt sein. Es folgen die Plaidoyers. Schluß folgt. Aus Stadt und Land. Gießen, am 31. März 1903. ** Von der Schule. An dem hiesigen Realgymnasium und der Realschule erhielten infolge ihrer ausgezeichneten Leistungen und guten Führung folgende Schüler Prämien: 1. Realgymnasium. Oberprima: Schelhorn, Kemmer; Unterprima: Sch laudraff; Obersekunda: Wild; Quinta: Roll off; Sexta: Schenk. 2. Realschule. Untersekunda; Feller; Obertertia: Franz, Untertertia: Röderer; Quinta: Troß, Marx; Sexta: GanS. "Evangelischer Bund. Der Familienabend deS hiesigen ZweigvereinS deS Evangelischen VundeS am Sonntag in SteinS ©arten war sehr zahlreich besucht. War ja doch auch die Persönlichkeit deS für den Abend gewonnenen Redners die beste Zugkraft. Professor Sell von Bonn entwickelte in einer wahrhaft musterhaften Rede die historische Entwickelung deS deutschen Volke» in seiner Beziehung zum Evangelium, und zeigte, wie erst durch die Reformation der Kern desselben auS der verzerrten Kirchengestalt heroorgehoben und Deutschland zum Mittelpunkt eine! neuen Geisteslebens gemacht wurde. Gespannte Aufmerksamkeit folgte dem Vortrage deS Redner- und mehrfach wurde der Wunsch laut, daß die tief durchdachte Rede im Drucke erscheinen möchte. — Im weiteren Verlaufe deS Abends teilte der Vorsitzende de» hiesigen ZweigvereinS nach einigen einleitenden Worten mit, daß dem Vorstande von verschiedenen Seiten nahegelegt worden sei, zur Jesuitenfrage Stellung zu nehmen. Der Vorstand sehe sich deshalb zur nachstehenden Erklärung veranlaßt: „Seitens des Vorstandes des hessischen Hauvwereins des Evangelischen Bundes ist in einer Eingabe an die Großh. hessische StaatSregieruna gebeten worden, sich jeder Aenderung des Jesuitengeseyes genenfiber durchaus ablehnend itu verbalten, und an das Grohh. Lberkonsistorium wurde die Bitte gerichtet, daß es sich in gleichem Sinne bei höchster Staatsbehörde aussprechen möge. Unter diesen Umstanden erachtet es der Vorstand deS hiesiaen Zweigvereins des Evangelischen Bundes für nicht mehr notwendig, noch weitere Schritte in dieser Sache zu hm. Der Vorstand wurde eine Aenderung des Gesetzes im Interesse sowohl der Evangelischen, sowie auch der Katholiken der Gefährdung des konfessionellen Friedens wegen auss tiefste bedauern, und es hegt zu unserer hessischen Staatsregierung das fefte Vertrauen, daß sie in jeder ihr möglichen Weise gegen die geplante Aenderung des Gesetzes wirken werde." Auch diesmal wieder hatte der tresstich geschulte Chor und Solistinnen deS Evangelischen Arbeitervereins unter Leitung ihres tüchtigen Dirigenten, deS Herrn MusiklehrerS Gernhard, zur Verschönerung deS Abends beigetragen. Weiter brachten Frau Professor Rahn und Fräulein Ida Stammler zwei MendelSsohn'sche Duette in vorzüglicher Weife zum Vortrage. — Sehr erfreulich war eS, daß tm Verlaufe deS Abends eine größere Anzahl neuer Mitglieder dem hiesigen Zweigverein beitraten. " Eine fa ft totale M ondfinstemiS steht am 11. April bevor. Der Anfang ist um 11 Uhr 35 Minuten, das Ende 2 Uhr 52 Minuten (mitteleuropäische Zeit). Der Höhepunkt ist um 1 Uhr 13 Minuten, wo 0,97 des Mond- durchmessers verfinstert ist. -o- Bieber, 29. Marz. DaS Fest der goldenen Hochzeit beging heute der Bergmann Johannes Schmidt von hier, welcher sich einer so seltenen Rüstigkeit erfreut, daß er noch jetzt in der Gebr. Stummschen Grube tätig ist. Es war ein ergreifender Anblick, als gegen Schluß des Gottesdienstes in der Kirche zu Rodheim das Jubelpaar, von dem Geistlichen an der Tür empfangen und von Kindern und Enkeln geleitet, unter den Klängen deS Posaunenchores zum Altar zog, wo eS nach einer Ansprache des Pfarrer Vömel aufs neue eingesegnet wurde. Alsdann wurde dem ehrwürdigen Paar die Ehejubiläumsmedaille nebst Schreiben auS dein Geheimen Zivilkabinet deS Kaisers, sowie als Geschenk der Kirchengemeinde eine schöne Bibel überreicht. Mit einem Loblied, von dem Posaunenchor vorgetragen, schloß die einfache und doch erhebende Feier. Möge dem Jubelpaare ein friedlicher und gesegneter Lebensabend beschieden sein! vermischtes. * Berlin, 30. März. In einem Hause der GerichtS- straße versuchte sich der 25jährige Kutscher Hamer- lin g und das 22jährige Dien stmädchen K ühn wegen unglücklicher Liebe durch Einatmung von Kohlengasen zu vergiften. Es gelang jedoch nach langen Bemühungen, dieselben ins Leben zurückzurufen. — Der früh?re Wucherer Stahl hat sich in dem Augenblick in einem Geschäftskontor erschossen, als er wegen verschiedener Vergehen durch die Kriminalpolizei verhaftet toerben sollte. ♦ Naumburg a. d. S., 30. März. Der Buchbinder Floeflel hat sich und seine zwei Kinder durch GaS- Vergiftun g getötet * Geestemünde, 30. März. Der Heringö- dampfer ^Georg Adolf" ist von seiner Fangreise nach Island bis jetzt, nach Ablauf von vier Wochen, nicht zurückgekehrt. Wahrscheinlich ist er mit der aus zwölf Mann bestehenden Besatzung untergegangen. *Da3 ist der siebente Fischdanrpfer, der in diesem Winter verloren gegangen ist. *London,30. März. Tie Leiche des Generals Mae» don ald, die gestern hier eingetroffen ist, wurde nach Edinburgh weiter transportiert. Wie über die Persönlichkeit Macdonalds noch bekannt wird, hatte derselbe sich im Jahre 1882, als er noch Unteroffizier war, mit einem Mädchen aus Porth verheiratet, jedoch nach seinen militärischen Erfolgen jegliche Beziehungen zu der jungen Frau abgebrochen. Von dieser Heirat des Generals hatten nur wenige Personen Kenntnis. * Paris, 30. März. Der Schriftsteller Marcel Prevost, der heute zum Vorsitzenden der Soeiete des qcn§ de lettreS gewählt wurde, (die besten seiner sehr amüsanten und kokett geistreichen Werke sind in guter Verdeutschung bei Albert Langen in München erschienen^, war auf dem Wege zum Vereinslokal der Gegenstand eines Attentats. Eine Dame, die behauptet, von Prevost verlassen worden zu sein, feuerte zwei Reoolverschüfsc auf ihn ab, ohne zu treffen. Wien, 30. Marz. Den Abendblättern zufolge wurden im 10. Gemeindebezirk Blättern-Erkrankungen konstatiert. Es handelt sich indessen um leichtere Falle. Die Erkrankten wurden ins Kaiser Josef-Hospital überführt. * Erdstöße. In Hechingen wurde am 30. März ein hastiger Erdstoß in der Richtung von Osten nach Westen verspürt, der von unterirdischem Getöse begleitet war. Auch tm Nagoldtale wurde ein Erdbeben verspürt. — Eine ähnliche Nachricht kommt aus Jerusalem. Dort wurde zur selben Zett ein plötzlich auftretender sta ker Erdstoß verspürt, der die gesamte Bevölkerung in Schrecken versetzte. Es ist nur geringer Schaden entstanden. ♦ Ehristian Allers. Einem Neapeler Telegramm zufolge ist der deutsche Zeichner Allers auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorGericht verwiesen worden. (Man erinnert sich, daß AllerS «während derKruppaffäre eine zweifelhafte Rolle auf Capri geffricü hat. D. Red.) * Zum Rothe-Prozeß. ES wird gemeldet, eS errege in ber ganzen Schweiz peinliches Aufsehen, daß der Präsident deS Züricher Kassationsgerichts, Sui* er, der bekanntlich im Prozeß gegen daS Blumenmedium Anna Rothe als Zeuge aufgetreten ist, der Rothe Glauben fck-enkte. Tie „Baseler Ztg." legt Herrn Sulzer den Rücktritt vom Richteramt nahe und diese Auflassung sofl mit der öffentlichen Meinung im Kanton Züricy tm Einklang stehen. Dr. W. Knecht’s Magenbitter „SÄMT8S“ ist bei Magen- und Darmbeschwerden das vorzüglichste und unentbehrlichste [ Hausmittel. Probeflasche 1 M. o et <*> E £ & s o O - 6> ca u c: o - «:§ e -o - c c x> E E o 8* c Ä » E «J ua Z •» ea C 5? CT- * E = Z c _. S E ’C ö Z) =O "cS Cä US S -O = c “e- o -r* s» - _ a — m r- — — . rt> Q » >-> s S> c « •J» Q Ss 3t ►C C c _ *e E C. o £ «— C 8 E -O c £ §6 L « *° E *. u ^-2 E E Cv =- *c >3 y M> C Ä c:8? s o 3 o ■=> -O -El O C ® _ >o Ä 3 tz « 55 = M g 3 o >S — § 'S 70 CSE 'S c ®£S ^—. -.1 -o o c — Ul ■= <2 CD C IS o o ■*3' jQ'S 5? cx$> -J5 « (r> Z i-> .‘? (3) c a- K ff - u E ß- 2g=® s _ ■O = . 3 — 7 . C w ero -:. tu 5 «ö 05 . c " sd 3. o C-o 05 — Ä E st r £ c tt= o o» •1 «o S .. *o E 3 ä -e e 1t — o *v o aa. v- CfC t«- s s Jt >o . -e - L 'S -Z @ 3 E.Ä = Sg5-- C? _ 5 © H «I« lei o 3 2-2 3 Ä S - 05 .- O S * *- L'S- -D 5 « ■s> E ~ o£ «-* .. s E v tt» O ä?»^’;5,ä ,— .3 C E w § E 4? 5 E ci 5 W 5 - o r a- o n jj oo ? 00 00 c S SD* 0Q* o o E E »s s o «< e cs 'S E Je- e 13 'S u ’S XD O • E «» ©• uo e c -L ® sg u oo CM 'O o ö e E CD *2 — O r- E ä o US K C K a: « jo er. V E - 5 g SÄ X> E .2 £ S E -Sn E2 s U? s Q . L 8 ^5 S «*■ tt= . *3 *£ L « 3 Z U ~ k ♦* *° E CD »•sw -M £» 18 ZLFZZ Z8 S ä -2 S o Q s y e>Q >tr - es t* ® c SD SD ^‘8' Derförüerei Slrupöach. Lchutzbezirke Königsberg und Bieber. Mittwoch den 8. April 1903, vormittags 9 Uhr. kommen in der Schlierdach'schen Gastwirtschaft zu Bieber aus den Distritten Rotestrauch, Roteberg, Schmittenberg, DünSberg re. zum AuSgebot: Eichen: 163 Stamme mit 83 Jstm., 99 Rm. Schichtnutz. Holz I. und 11. Kl., 96 Rm. Scheit und Knüppel, 200 Rin. Reiser. Eschen: 8 Stämme mit 2 Fstm., 10 Stangen I. u. II. Kl. Buchen: 14 Stamme mit 4 Fstm., 11 Rm. Schichtnutzholz I. und IL Klasse, 239 Rm. Scheit und Knüppel, 720 Rm. Reiser, 19 Rm. Stockholz. And. Laubholz: 3 Stämme mit 1 Film., 6 Nm. Knüppel. Nadelholz: 131 Stämme mit 37 Fstm., 621 Stangen I.—IV. Kl., 14 Rm. Schichtnutzholz 11. Kl., 10 Rm. Scheit und Knüppel, 21 Rm. Reiser. TaS Brennholz wird zuerst versteigert. Ter Verkauf de§ Nutzholzes beginnt um 12 Uhr.______________________21 \\ Höhere uni) Erweiterte Mädchenschule zu Hießm. TaS neue Schuljahr beginnt Montag den 20. April, fiei den Anmeldungen, die an diesem Tage von 10 Uhr ab im Schulhause in der Schilterstrabe entgegengenommen werden, sind GeburtS- und Impfschein vorzulegen. Kinder, die auS einer anderen Schule kommen, haben autzerdem ein Abgangszeugnis, uud wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung der zweiten Impfung oorzubringen. Kinder, deren Eltern in Gietzen wohnen, werden ttitv noch an Ostern ausgenommen. G lefcen, den 1. April 19u3. 2713 Großherzogliche Direktion. Tr. Stoerilo. 1379 Continental Beiter PNEUMATIC jtk Fahrrad and HuUmebiL r*» '1 Unserer werten Kundschaft, sowie den geehrten Damen Gießens die ergebene Alitteilung, daß wir mit dem L April ein PameHoiMtions-Geschäft eröffnen werden. Für guten Sitz und tadellose Ausführung wird 9ata“,,crL Hoch-chtend Geschwister Muhl. Dammstraße 41 (9lähe Nordanlage). 01337 Erlauben unS gleichzeitig daraus hinzuweisen, daß Empire-Kleider chic und kleidsam angeieriigt werden. —---- T 4 r apeten-Reste! und ältere Muster jerkanfe weit unter Preis. Sehr günstige Gelegenheit für Bauunternehmer, Hauswirte efr. Ernst Bloedner Telephon 367. Seltersweg. 1745 Mästu- „Trilby“ 3'/,, 4, s, 7 und 10 cm breite ganz neue Verläogerungsborden laufen n c >t mehr ein und geben, durch d -uernd tes e Appretur, dem Rock- Baum em stets piat.es Aussehen. Jede Farbe Ueterbar. „ a stu‘••Rockhalter (neu), waeebbar, rostfrei, tadelloses Verbindangsorgan zwiachei Rock und Taille, verdrängt alles andere. „Mästu“- Besenbordell mit oder ebne Ke'd" Isthote laufen niemals ein, veihüten durch »tei# härteren Beten das Darcteechlewsati svwee 4.e Smubaafoabme den Saumes, und benähen wie rtMästa--K'ag-neinlagen „Porps- und „Dicht’ „Mastu“-StüM mit und ohne Beten ”nästa*‘-Rockgaae „Mästu--Watt erle nen nach jeder Niuse. sobald getrocknet, ihre n’-rprCnghchr Härte und a-tzii 8 »«.tisept Mh. i 618 . nkate na- mit Stempel „Mästu“ verlange man te : Robert Haas Nacht., Seitersweg. .Trilbv” Kinder Sportongen Reizende Seabeiten hi reickhaltiger iiuffahL Gesetzlich geschützt! in den neuesten Fntjons, sowie 2367 Leiterwagen aller Grössen Grosse Auswahl. empfehlen Billige Preise. Moritz Gregors & Sohn W3HHMKÄMeÄ»sfleee66*doeeMeeeBeee6eeeÄHi Mein Geschäft und Wohnung befinden sich jetzt A-r'-U-Psscos-ksci UoniburLv.54o Aug. Schneider, Wfrwijiet. jtaematogen Marte: Lr. Hommel „ „Reich4adler" empfiehlt 9404 Adolf Bieler L^wria-Drogerie, Dtarttfiraße 5. Eis.rne oiom Schubkarren Speitzvögel ui zrsßer Aaswa-l entpfinhlt etäi* karl Gernirr, Heuchelheim bei Hießen. Carl Stückrath, McbeHabrik OG Asterweg 47 Giessen. Ederstrasse 8 Ce'™ic'luCa einzelne Mel, sowie Vollständige Mnirngs-LinricliiunM in jeder Ausführung zu billigsten Preisen stets am Lager. Abgepasste Gardinen in creme und weiss, das Fenster von Mk, an. Eigene Polster-, Dekorations- und Tischler-Werkstätten für Neuanfertigung und Aufarbeitung. Zeichnungen und Voranschläge bereitwilligst zur Verfügung. w.Kllbingei a Wiedervertaufer gegen Provision gesucht. igyjy'LW.^ Kaiserlack «US k« CQ 2592 CD s* Irisch eingetroffen bei 1983 empfiehlt 2452 Modeö i empfiehlt eu bekannt billigen Preisen 2527 S. Sammet. || r sptegejblank, sclimiert nicht v- a S 9 Prim RdljcS-Smiige Nene Milla-Kntssselii so nähme 20 Psg. mehr) Unerreicht bequem abgepasst und am Stück ▼erkaufen wir sehr billig. V. Bahnhofstrasse 8 ▼ia-i-via der KapLanegaaae. I S Sachen, die Im Schau- fen-ter gelitten, rar Hälfte de» Preßt es. Metall-Putzhnktur w in der 2597 Löwen-Drogerie, W. Eilbinger. empfiehlt [2676 in weiß und gelb Johanna Dietz. HaushaltungSgeschäsl,Akilkr»wk,80 in 8 verschiedenen Farben. Vorzüglicher Fussboden-Anstrich, besitzt bei schnellem Trocknen grösste Haltbarkeit und elegantes Aussehen. Dosen i 1 kg Inhalt DaS Eintreffen Georg Wallenfels, früher A & 6. Wallenfels, Marktplatz 581. Telephon 46. . Suchen mehr^M^ 8 kein 93er- Erfolg überraschend! Flaschen 4 20. 8u und 50 Pfg. 1 Liter Mk. 1.50. Alleiniger Fabrikant: W. Kilbinger. Inhaber der rlt, Löwen-Drogerle. g ist unser t * Welt freund^ V Rem langes? Aug. Montanus Nachflgr Marktplatz 9-10. Ofenlack wohlriechend, Flasche 80 u. 60 Pfg. Victoria-Drogerie Marktftratze 5. [2499 Kaffee wöchentlich frisch gebrannt, in vorzüglichen Qualitäten, per Pid. 100, 120, 140, 160, 180 A, Hüte werden elegant und billig garniert. Paula Zufall, Eberstr. 1. Kreuzplatz 4 im llaben. Mäntel« nenKeis Bleich-Soda Hocheleg-ante Neuheiten in Damen-Konfektion Teppiche^ Enorm billige Kauigelegenhelt ! Neuheiten in handgeknüpften Smyrna,«® Ufaban, ßoehara, Irl*, E Kojalplüschen, Velours, t Ajjuiuster. ■ Jeder Mensch muß einen ,Weltsreund* haben. Kein Portemonnaie mehr iwng. 1 Stück gegen Einsendung von 70 Pfg. (auch Briefmarken) frei ins Haus, 2 St. » L20 v*, 8 Stück 1.70 JL (Nach- s M- uti larmorwerfe, Zampsziegelei Aug. Gabriel jr., Gietzen. «?s MasteuFabrikatiou. Bahnanschlüsse. Werke: Abendstcr«. Saat- Kartoffeln, weiße Frühkartoffel, gelb, fleischig, gen. 9-Woche-Karloffel, große Er- hagsfähigkeit, sowie alle anderen Sorten Setzfartoffeln empf. bill. J. Weisel, 2217 Aelephon 235. Sonnenflraße 6. 5. wechseln deS «(Selbes, kein Herausfallen V des (Selbes. „Weltfreund" ist aus — ,--- ö « Atessing, hochfein vernickelt, bequem in der Wesieutafche zu n 8 tragen. — Neuester Hauptkatalog über Solinger Stahl- * » waren, Waffen, Lederwaren, Psetsen, Schirme, Stöcke, Fern- ® g rohre, Feldstecher, Haus- und Rüchen-Gegenstände, Uhren, n w Retten, Rmae, Broschen, Musikwaren versenden an jedermann g umsonst und franko Kirberg A C'omp. tu Fache bei r H Loltugcu. Alleinige Fabrikanten der berühnUen Solinger B Stahlwaren, fDlarte „K