“SS** RrfiSr S: Verricht u ft/ vt, m, £>k ’ u* ^onver. $M/yUnlet 00835 :ihct»«&iS*^ Xä« '°nd in GW Q^re Zu mieten gefacht Qu* iPdieten tenen mhL- Qu'^ surt a. U E^bangabe ck. ^hemstr. 29, _________8862 Äeberxj *7ä. S~ se* j 0 Stark jUÄ andiveöer !&.^lcn SM be- •Wflung. Oss. me> • «• «M an die h >n ds. BlaiteZ. Mr Not^ef gtiu* Cjen Er an die tzxped. b. L id) uniy 8*" bilipPu ritt MW ff' MeB S.M SS^MchK etcBhtie in «ntw« Netter in W Ileichsmße V-. *«§s ^JS* »W‘* "1B * ®*fl ___—'^7nnei6t(,9 bL7 dw«bSsS-»'' ** f i Ä**3f ning. «öbe#®^ stä'W 3 oren..,." «-ZI. Nr. 281 Erscheint füglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche dergelegt. Rotationsdruck u. Der» lag bei Brü h l'schen Untvers.-Buch- u. Steindrucke rei (Pietsch Erbens Redaktion. Grpcbttion und Druckereir Gchalstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gtetzerr. Fernsprechantchluß Nr. 61. *dt. h «2 P M L • M ■ K Zweites Blatt. 153. Jahrgang General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Montag 30. November 1903 — Ve-ngSpretS, O monatlich 7b Ps^ viertel- jährlich ML 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2.—viertel- sährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die LageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeUenpretS: total lLPl^. auSwüct- 20 Psg. Teil, P ölttCe: für , Stabt und Land^ und .GerichtLsaalE: August Gütz' für den Anzeigenteil: $>an« Beck. Ale heutige Wummer umfaßt 10 Seiten. Bekanntmachung. BeLr.: Das Meldewesen in der Provinzialhauptstadt Gießen. Nach pos. III, 2 der Melde-Ordnung für die Provinzialhauptstadt Gießen vom 10. Mai 1890 haben die dorten des Näheren bezeichneten Meldepflichttgen, mit Ausnahme der Dienstboten, die vorgeschriebenen An- und Abmeldungen persönlich oder schriftlich zu erstatten. Für schriftliche Ateldungen sollen vom 1. Dezember L Js. ab eigens dazu eingeführte Formularien zur Verwendung kommen. Wir ersuchen die Meldepflichttgen, sich dieser Formularien bedienen zu wollen, und machen darauf aufmerksam, daß solche außer auf unserem Meldebureau auch an den Oktroierhebestellen des Selters-, Neustädter- und WaÜthors unentgeltlich verabreicht werden. Gießen, den 26. November 1903. Großverzoglicdes Pottzeiarnr Gießen. Hechler. Iie ZLijchofswM in Mainz. (Eigener Bericht des Gieß. Anz.) d. Mainz, 30. Nov. Die heutige Wahl des Bischofs der Diözese Mainz wurde gestern abend 5 Uhr durch feierliches Glockengeläute der Kathedrale und sämtlicher Pfarrkirchen der Stadt an- .gekündigt. Heute, am Wahltage selbst, wurde in der Domkirche um > Uhr zum erstenmal, um 9x/2 Uhr zum zweitenmal und um 10 Uhr mit allen Glocken geläutet und zum Hochamt in den Dom geladen. Um 9j/3 Uhr versammelte sich das Domkapitel in dem großen Saale des bischöflichen Hauses, um den landesherrlichen Kommissar, Geh. Oberjusttzrat Lor- i acher-Darmstadt, zu begrüßen, welcher das Allerhöchste Beglaubigungsschreiben überreichte und alsdann von dem Domkapitel zum hohen Dome geleitet wurde. Die Anfahrt des Domkapitels und des Kommissars erfolgte am Markt- mortale des Dornes. Der landesherrliche Kommissar nahm ,ben auf dem hohen Chor zu Seiten des Hochaltars bereiteten ^Sitz ein. Domdekan Dr. Raich hielt das Votivamt de Spiritu Sancto, welchem die Stadtgeistlichkeit, die Pfarrer aus den benachbarten Dekanaten und die Alumnen des Priesterseminars und eine große Menge Katholiken beiwohnten. Nach beendigtem Hochamte wurde der Hymnus „Veni creator Spiritus“ angestimmt, worauf sich nach der ersten Strophe die gesamte Geistlichkeit erhob und unter fortgesetztem Gesänge bis in die sogenannte Memorie zurückzog, worauf Las Domkapitel nebst den zur Wahl gehörigen Personen sich in die Nikolauskapelle begab, um die Wahl vorzunehmen, während die übrige Geistlichkeit sich wieder in das Chor zurück begab. Nach vollzogener Wahl kehrte der Sekretär Domkapitular Dr. Bend ix in die Kirche zurück, bestieg die Kanzel und verkündigte der Geistlichkeit und dem katholischen Volke, daß zum Bischof der Diözese Mainz vom Domkapitel Domkapitular Georg Hch. Maria Kirsteiu gewählt worden sei. Unter den Klängen der Orgel ward der landesherrliche Kommissar von dem Domdekan Dr. Raich und dem Senior Capituli zum Marktportal begleitet, von wo seine Abfahrt erfolgte. Die Wahl des neuen Bischofs bleibt der Bestätigung des Apostolischen Stuhles vorbehalten. Der neugewählte Bischof Dr. Gg. Hch. Maria Kirstein ist am 2 Juli 1858 zu Mainz geboren und entstammt einer angesehenen Beamtensmnilie. Sein Vater, war hier lange Jahre Bezirksgerichtsrat und ist in Pension am 6. Marz 1898 im Alter von 85 Jahren gestorben. Seme Mutter war eine geborene Blanck. Der Neugewahlte hat die Priesterweihe am 14. November 1880 in Eichstätt erhalten; er war mehrere Jahre Kaplan in Darmrstadt, am 26. Januar 1899 wurde er Pfarrer in Gau-Algesheim, im Jahre 1902 wurde er in das Domkapitel als Domkapitular berufen. In seinem Wirken als Pfarrer in Gau-Algesherm wurde er zum Dekan des Dekanats Ober-JnMlheim ernannt Bischof Hirstein ist ein außerordentlich beliebter uno hochcuige- schener Kanzelredner, dabei ist er mr Umgang em äußerst liärenswürdiger Charakter. Sem Ruf als gewandter und angenehmer Prediger ist weithin bekannt. Die Kandidatenliste war'von der hessischen Regierung umgehend und unverkürzt nach Mainz zurückgelangt. Dazu schrieb die „Köln. Volksztg.": , r , . . Diese Nachricht kann nur als eine hocherfreuliche bezeichnet morden und zwar nach zwei Richtungen hm. Einmal ist die ISromptbeit bemerkenswert, mit welcher von beiden beteiligten Seiten eine möglichst baldige Neubesetzung des verwaisten Bischoys- ft il hl es ermöglicht wird. Bischof Brück ist am 5. November uer° Hieben. Danach hatte das Domkapitel nach der als ntaatsgesetz vniblizierten Bulle Ad Dominici gregis custodiam eine emmonat- ft che Frist, um der Regierung seine Kandidaten zu benennen. Es oat diese Frist nicht voll ausgenutzt, wndern bereits am 18. November die Kandidatenliste eingereicht. Danach hatte die Regie- ? na eine dreimonatliche Frist, um biejenigeii Kundigen zu bezeichnen, welche ihr .minus grati“ fein wurden und somit nicht zu wählen seien. Auch die Regierung hat nur einen X kleinen Teil dieser Frist in Anspruch genommen und schon ach d r e i T a g e n die Liste z u r u ck g e s eh t ck t, so bay, wofür "Sier Monate vorgesehen sind, in zwei und einer halben Woche erledigt worden ist Da nun die Bischosswahl bereits am 30. November ftattfmdet, so ist das eine Beschleunigung der Neuwahl, wie sie wohl noch nie seit der Geltung der heutigen Rechtsverhältnisse stattgefunden hat: die Neuwahl des Bischofs m demselben Monat, in welchem der frühere Bischof gestorben ist! Man sieht, was bei gutem Willen erreichbar ist, und es ist kein Wunder, daß man in Preußen auf solche Vorgänge mit einem gewissen Neide hinblickt. . . . Ebenso erfreulich ift es, daß die Regierung die Kandidatenliste zurückgegeben hat, ohne einen der auf ihr bezeichneten Kandidaten als minder genehm zurückzuweisen. . . . Von den sechs Kandidaten, welche das Mainzer Domkapitel nach dem Tode des Bischofs Haffner vorgeschlagen hatte sWeihbischof Fischer (Köln), Prinz Max von Sachsen, Pfarrer Forschner (Mainz), Domkapitular Brück, Dekan Dr. Engelhardt (Heppenheim a. d. B.) und Propst Fehr (Worms)s, hatte die hessische Regierung die drei ersten gestrichen. Alan muß anerkennen, daß das jetzige Verfahren der hessischen Regierung nicht entgegenkommender fern kann; es „geht eben auch so", wenn man nur nicht dem sehr beliebten, aber auch wenig berechtigten Mißtrauen gegen die katholische Kirche fröhnen wollte. Es würde überhaupt manches besser gehen, insbesondere in Preußen, wenn die unbefangenere und freimütigere Haltung der hessischen Regierung gegenüber den katholischen Bischofswahlen Nachahmung fände. Die Mainzer Bischofsliste lautete: Domkapitular Dr. Bend ix, Geistlicher Rat Dr. Elz in Darmstadt, Domkapitular Dr. Engelhardt, Dompsarrer Goedecker, Domkapitular Kirstein und Bistumsverweser Dr. Selbst. Deutsches Keich. Berlin, 29. Nov. Der Kaiser hörte gestern den Vortrag des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes und des Chefs des Marinekabinets. — Der „Schles. Ztg." ist ein Bries aus der Umgebung des Kaisers zur Verfügung gestellt, in dem die folgende Stelle von Interesse ist: „Der Kaiser muß strenge Diät halten. Milch und wiederum Milch, Bouillon, Tee und manchmal etwas Rührei ist so ziemlich alles, was er genießen darf. Am meisten scheint ihm das Rauchen zu fehlen, und jedesmal nach der Konsultation fragt er, ob er schon eine Zigarette rauchen dürfe". Wie die „Kl. Pr." hört, besteht über den Gesundheitszustand des Kaisers eine Auffassung, die sich mit den offiziellen Kundgebungen nicht völlig deckt. Der Kaiser sei sehr angegriffen. Prinz Friedrich Karl von Hessen und seine Gattin, eine Schwester des Kaisers, werden, so heißt es, demnächst zum Besuch des Kaisers nach Berlin reisen. — Der polnische Reichstags- und Landtagsabg. von Glebocki ist infolge eines Schlaganfalles gestorben. — Der Vorstand des Rheinischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes übermittelt uns eine Erklärung worin er seine „schmerzliche E ntrüstung darüber ausspricht, daß bei der letzten Landtagswahl in dem heißumstrittenen Wahlkreis Altenkirchen-Neuwied der evangelische Pfarrer Heckenroth in Altenkirchen durch eine Gefolgschaft mit nur 27 evangelischen Wahlmännern gegen 261 nicht ultramontane, fast durchweg evangelische Wahl- männer ein Wahlbündnis mit den Ultramontanen geschlossen hat, durch das er sich selbst sein Mandat gesichert und ein zweites Mandat dem Zentrum ausgeliefert hat." — Es hieß anfangs, Dr. O e r t e l, der Chef-Redakteur der agrarischen „Deutschen Tagesztg.", würde von konservativer Sette als Kandidat für die Reichstagsersatzwahl in Stallupönen aufgestellt werden, und man wunderte sich als plötzlich Verbandsdirektor Kreth auf den Schild erhoben wurde. Kreth hat nun in einer Versammlung in Stallupönen erklärt, die Kandidatur sei Dr. Oertel in der Tat angeboten worden, Dr. Oertel habe aber die Kandidatur wegen zu groberUeberbürd ung abgelehnt. — Gestern abend fand anläßlich der hier stattgehabten Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag ein größeres Diner bei dem russischen Botschafterpaar statt, an demtteilnahmen die Minister Frhr. v. Richthofen, Graf Posadowsky, Frhr. v. Rheinbaben, v. Podbielski, Möller, Baron Stengel, die russischen Bevollmächtigten Geheimrat v. Timirjasew und Departementsdirektor des Ministeriums des Aeußern Malewsky-Malewitsch, Geheimrat Raffalowitsch, Finanzagent in Paris, Goloubew, Finanzagent in Berlin, und andere. — Der Bundesrat stimmte den Ausschußberichten über die Vorlage, betreffend den § 12, Absatz 3 des Gesetzes betreffend Schlachtvieh und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900, und über den Entwurf des Etats des Reichsheeres zum Reichshaushalts-Etat für 1904 zu. — Ter Senior des Reichstags wird in der bevorstehenden Session der konservative Abg. v. Winter- s etdt-Menkien sein, der 1823 geboren ist, also das 80. Lebensjahr überschritten hat. Trotz seines hohen Alters war Herr v. Mnterseldt imnrer einer der fleißigsten Besucher des Reichstags, wenn er auch an den Beratungen nicht tätigen Anteil nahnr. Als Senior wird er die erste Sitzung zar eröffnen und zu leiten haben, bis die Wahl eines Präsidenten erfolgt ist Das jüngste Mitglied des Reichstags findet fid) in den Rethen des Zentrums: der Abg. Erzberger, der am 21. September 1875 geboren wurde. — Bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen zur ztveiten Abteilung wurden särntliche 18 liberale Kandidaten gewählt. — Tie „Nordd. Allg. Ztg/' veröffentlicht heute einen Auszug aus' dem Kolonialetat. Dieser schließt in Einnahme und Ausgabe mit 38483120 Mk. (mehr 2 061478 Mark) ab, davon Ostasrika 9036 720 (mehr 1175 220), Kamerun 4186000 (mehr 420 500), Togo 1605 000 (mehr 510000), Südwestafmka 8136 000 (weniger 295 400), Neu- Guinea 1016 000 (mehr 26 000), Karolinen, Palau und Marianen 328600 (weniger 100 000), Samoa 586 000 (mehr 45 000), Kiautschau 13 088300 Mk. (mehr 280158 Mk.). Köln, 29. Nov. Der „Germania" zufolge hat die Zentrumspartei hei der Stadtverordnetenwahl in der 2. Klasse über die liberalen Kandidaten gesiegt und damit die Ätajorität im Stadtverordneten-Kolle- gium erhalten. Bon 45 verfügt das Zentrum über 23 Sttmmen. München-Gladbach, 29. Nov. Unter allgemeiner Teilnahme der Bürgerschaft wurden hier heute in Anwesenheit des Prinzen Eitel Friedrich ein Kaiser Friedrich-Denkmal und eine Kaiser Friedrich-.Halle enthüllt. Ausland. Christiania, 28. Nov. In der heutigen Sitzung des Storthing warnte der Ministerpräsident vor Bestrebungen, die Ausgaben für die Landesverteidigung herabzusetzen, da diese dine Lebensvedingung für die Nation sei. Er hob auch die 9tt)twendigkeit hervor, eine Verteidigung des nördlichen Norwegen zu organisieren. Der Vorsitzende des Budgetausschusses betonte^ daß, wenn nichit eine Herabsetzung der Ausgaben für die Landesverteidigungi vorgenrnnmen würde, man eine der Landesverteidigung feindliche Bewegung Hervorrufen werde. Die Finanzen müßten in gute Ordnung auch mit Rücksicht auf die Landesverteidigung gebracht werden, denn was helfees, wenn man gerüstet dastehe und die Rüstung allzu drückend werde. Paris, 28. Nov. Eine Nachricht aus Tokio besagt: Tie Verhandlungen zwischen Japan und Rußland sind seit etwa 10 Tagen wegen der Krankheit der Kaiserin von Rußland, die der Kaiser nicht verläßt, unterbrochen. Tiefe Verzögerung erregt die öffentliche Meinung, die eine rasche Lösung fordert. Genua, 29. Nov. Der „Corriere Ligure" aus Bordi- ghera meldet, Kaiser Wilhelm beabsichtige das Schloß Grimaldi in Ventimiglia zu kaufen und dort den Winterzuverbringeu. Durch einen Kurier des Potsdamer Hofes wurde eine Persönlichkeit in Ventimiglia mit dem Ankauf des Sch-losses beauftragt (Wolffs Tel. Korr.- erfährt hierzu, daß die Nachricht erfunden ist.) Skierniewice, 28. Nov. Das heute über das Befinden der Kaiserin ausgegebene Bulletin lautet: Die. gestrige Abendtemperatur betrug 37,3, Puls 64, die heutige Morgentemperatur 36,8. Tie letzte Nacht verbrachte die Kaiserin gut. Der lokale Entzündungsprozeß verläuft normal. Petersburg, 28. Nov. Die Rufs. Telegr.-Ag. meldet aus Port Arthur: Das chinesische Blatt „Sinwenbao" schreibt, Tibet, das bisher zu China in Lehensverhältnis^ stand, könne nun der Schauplatz großer Wirren werden. Um dem vorzubeugen, schlägt das Blatt vor, Tibet entweder China einzuverleiben oder unabhängig zu erklären oder für den internationalen Handel zu öffnen. — Aus Tasahitschao wird ein heftiger Zusammenstoß zwischen Russen und Chunchusen gemeldet. Dabei sind vier Russen gefallen, neun Gemeine und ein Offizier schlwer verwundet. — Wie aus Tsinwendao gemeldet wird, sollen dorck Truppen des Generals Mah erschienen sein, welche friedliche Chinesendörfer plündern, die Nähe europäischer Truppen aber meiden.. Es verlautet auch, daß ;ich. Boxer gezeigt hätten und daß die chinesische Regierung den Chunchusen, welche den regulären Truppen beitreten, volle Amnestte verheiße. — Alle Behörden der westlichen Provinzen erhielten strikten Befehl, umfassende Sicherheitsvorkehr- ungen zu treffen, da sich neuerdings eine heftige sozialistische, regierungsfeindliche Bewegung unter der Arbeiterbevölkerung dieser Provinzen bemerkbar mache. — Die Enthebung des Generalgouverneurs der Weichselprovinz Czerttow von seinem Posten steht unmittel-' bar bevor. Sofia, 29. Nov. Der deutsche Kaiser spendete zur Linderung der Not der aus Macedonien nach Bulgarien geflitchteten Frauen und Kinder eine Gabe von 20 00 Frs., nachdem solche Zuwendungen auch vom Sultan, der Kaiserin-Mutter von Rußland und Kaiser Franz Josef gemacht worden find. Die Spende Kaiser Wilhelms wurde durch einen Bries der Prinzessin Clementine von Coburg veranlaßt, in bem um einen Beitrag zur Unterstützung der 9iotleidenden gebeten wurde. Konstantinopel, 28. Nov. Der hier gefangen gehaltene Prinz Lutsullah wird beschuldigt, anläßlich des Ramazanfestes ein Attentat auf den Sultan geplant zu haben. Kapstadt, 28. Nov. Hier sind Nachrichten eingelaufen, wonach ein d e u t s ch e r O f f i z i e r, in' der Farmerkolonie am Oranjefluß wohnhaft, die Mitteilung machte, daß die Deutschen das Land der Bondelzwarts annektieren und ihren Namen als Volk nicht länger anerkennen würden. Die Uebergabe der Bondelzwarts wird erwartet. S t e i n k o p f, 27. Nov. Im letzten Gefecht in der Nähe von Landsvntein wurden die Hottentotten geschlagen. Sie flüchteten in die Stege. Der Kampf wird fortgesetzt. Newyork, 28. Nov. Zu dem gesttttgen Zwischenfall, der den Präsidenten Roosevelt beim Verlassen einer 5t1 ir che betray, wird noch berichtet: Bei dem Verhör jagte Teming aus, er habe vergebliche Versuche gemacht, sich an den deutschen Kaiser zu wenden, damit dieser jein Heilmittel gebrauchen, dann habe er es den Aerzten DieLahn tritt aus. Zwischen den Orten Heuchel- Nun habe er Mwsevelt ersuchen deS Kaisers einp fohlen. nichts Böses im Schilde geführt. Reichelskeuner Eisenbahn überfahren. Ministeriums, 312 903 für Anlegung neuer Grundbücher. Der Gesamtvoranschlag balanziert mit 76 712 174,35 Mk. zwecke, 1 580 088 Mk. für Erweiterungs- und Neubauten im Geschäftsbereich des Ministeriums des Innern, 4 347 000 in dein des Justizministeriums, 439 460 in dem des Finanz- Nachbarstaaten. Aus Worms meldet die ,Frks. Ztg.":; Der hier um halb 7 Uhr abends ankommende Personenzug von Mannheim ist bei der Station auf den das Einfahrts-^ signal erwartenden Arbeiterzug aufgefahren. Drei Wagen des Ärbeiterzuges wurden demoliert und die beiden letzten Wagen des Perjonenzuges entgleisten. Menschen wurden nicht ocr* letzt. — Irr Marburg war am Samstag im Wehrdaer Weg 2 ein Brand entstanden, der aber bald, ohne daß er grogen Schaden verursacht hatte, gelöscht wurde. — In Butzbach sand gestern die Eröffnung deS Lchrlmgsheims statt. — In Kirch-Beerfurth wurde ein lOjähriger taubstummer Junge namens Katzenmaier von der Remheim— licher Sänger und Sängerinnen des Damen- und Herrenchors überreicht. Offenbach, 29. Nov. Das Zentral-Wahlkomite der sozialdemokratischen Partei hat sich zur Einreichung eines Protestes gegen die Giltigkeit des Dr. Becker- jchen Mandats ausgesprochen. If. Frankfurt, 27. Nov. Nach dem Tode des Burenkäiiipfers Obersten Schiel hat sich ein Komitee, be- stehend aus Prof. Dr. Eornet, Generalmajor z. D. Leeb, Oberst a. D. Körbler und Buchhändler Wahrendorff, die Aus Stadt und Lund. Gießen, den 30. Noveniber 1903. •• Personalien. Se. Kgl. Hol;, der Groß Herzog haben dem Hermann Scharf, seither Vizewachtmeister im *2, Großh. Feldartillerie-Negimcnt Nr. 61, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. - Der Steuereinnehmer Wilhelm Freymann zu Viernheim wurde mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts zum Hauptsteueranitsassistenten bei dein Hauptsteueramt Offenbach und der Finanzaspirant Jakob Philipp Olff ails Nordheiin zum Hauptsteueranitsassistenten bei deni Hauptsteueranit ^.iainz ernannt. — Der Kanzlist bei dem Ministerium der Finanzen Johann Alb ohn wurde zum Kanzleiinspektor bei der Haupt- Ncgenwetters Hochwasser. ..... v . " 9t e u e F ü n f z i g p f e n n r g st ü ck e werden demnächst geprägt werden. Bei der Etatsberatung der königlich bayerischen Münzanstalt im Finanzausschüsse der Abgeordnetenkammer teilte dec bayerische Fiuanzinmlster mit, daß cm neues Modell für 50-Pfennig-Stücke angenommen worden sei und die Neuprägungen demnächst beginnen werden. Die neuen Fünfziger sind stärker legiert und etwas kleiner, aber dicker als die alten Stücke, sodaß eine Verwechselung nut den lO-Pfg.-Stückcn nicht mehr Vorkommen kann. 15 Millionen Stück Nickel-Münzen und 65 Millionen Mark Silbermünzen sollen in den nächsten zwei Jahren geprägt werden; die^Neu- prägung von 20-Pfg.-Stücken sei eine noch offene ^rage, event. seien 25-Psg.-Stücke in Aussicht genommen. 04» Klein-Linden, 29. Nov. Unser Kriegerverein feierte heute den Geburtstag des Großherzogs durch eine Kirchenparade, an der sich ca. 60 Kameraden beteiligten. Eine weitere Feier wurde mit Nücksicht auf das plötzliche Hinscheiden der Prinzessin Elisabeth abbestellt. w. Darmstadt, 30. Nov. (Drahtbericht). staatskasse ernannt. ** Beerdigung Die sterbliche Hülle des am 26. x>. Mts. unerwartet aus beiit Leben geschiedenen ^abrit- besitzers Earl Klingspor sen. wurde gestern vormittag i/312 Uhr auf dem neuen Friedhöfe zur ewigen Auhe gebracht. Es war vorauszusehen, daß dieser Truuerakt den vielen Freunden, Mitbürgern und allen, die mit dem d^ause in geschäftlicher Verbindung stunden, Gelegenheit ^lüch müroe, dem Dahingesll)iedeueu aufrichtigen Herzens die lehre Ehre zu erweisen. Zahlreich und kostbar waren die Dielen Blumen spenden, die den vor dem Altar aufgc|teilten Sarg bedeckten und nach Beginn der Feier niev^rgelegt wurden. Die Trauerfeier wurde eingeleitet nut dem von der Regimentsmusik intonierten Choral „Jesus meine Zuversicht". Pfarrer D. Schlosier zeichnete herauf in seiner Gedächtnisrede ein treues Bild des Dalstngeschiedenen al^ Mensch, Familienvater, sowie in seiner Eigenschaft als Geschäftsmann und Vertreter der ihm durch das Vertrauen seiner Berussgenossen übertragenen Ehrenämter. — Unter* den Klängen eines Trauermarsches wurde der Sarg zur Gruft geleitet. Die erste Kranzspende ließ hier die Arbeiterschaft der Rudhardtschen Gießerei in Offenbach, deren Inhaber Herr Klingspor war, uiederlegen; es folgten die Vertreter des Geschäfts- und Bureaupersona.s der Gießerei. Treffliche Worte begleiteten die Kranz, penden, die namens des Handelsgerichls Landgerichtspräsioent Kulimann und namens der Handelskammer deren Präsident, Kommerzienrat Koch, niederlegten. Das Offiz-iertorps des ^nsanterie- Regiments Kaiser Wilhelm halte vorher einen Manz in der Trauerkapelle niedergelegt. Mit dem Choral: „Wie sie so sanft ruhen", schloß die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlassende Feier. ** Der „Sängerkranz" feierte gestern abend von 5 Uhr ab im Reuen Saalbau sein 40jühriges Bestehen. Das Programm wies natürlich in erster Linie bemerkenswerte und interessante Darbietungen der Gesangeskunst aus, die von dem Dirigenten Herrn Franz Bauer in muster- giltiger Weise vorbereitet waren. Er versteht es in hohem Maße, seine Sänger für ihre Sache zu begeistern und zu den höchsten Leistungen anzuspornen. Das zeigt sich besonders bei größeren Tonwerken: der Männerchor, der außer verschiedenen .Volksliedern gestern „Salamis", । den Siegesgesang von Gernsheim mit Or-1 chesterbegleitmig vortrug, fand außerordentlichen Beifall. Der Damenchor erfreute durch den herrlichen Gesang »iveier Lieder mit Orchesterbegleitung. Der geschätzte Gast aus Wiesbaden, Fräulein Else Koch, hat mit ihrer Kunst, ihrem gut ausgebildeten Organ, sehr wesentlich zu dem Erfolg des musikalischen Programms beigetragen, ebenso Herr Julius Hahn, der die Klavierbegleitung feinsinnig aussührte. Rach den musikalischen Darbietungen, denen ein Prolog, gesprochen von Frl. Else Plank, die chre Aufgabe mit hinreißendem Schwung erfüllte, vorauging, setzte man sich um 7 Uhr zu dem von Trescher u. Schroedel hei gerichteten Feil- mahl. In fröhlichster Stimmung büeb man bis nachts 3 Uhr gesellig beisammen. Dem verdienten Präsidenten Karl Berg, der dem Verein feit 16 Jahren vorsteht, wurde aus diesem Anlaß ein einfach S.Ä beim, Ä ®0d«r, W=fen und Mnn-Lindm m Me nulChen. Deming fügte hinzu, er habe gegen den sMjidenten Lahn über ihre Ufer getreten und beginnt das Lahntal z nichts Böses im ' Schilde geführt. überschwemmen. Auch die Wieseck zeigt infolge des anhaltenden •* Aus dem Bureau des Stadttheaters. In der morgigen einmaligen Aufführung von Philipps wirksamen Schauspiel „Wohltäter der Menschheit" werden die Hauptrollen von den Herren Direktor Steingoetter, Siegmund Haag, Pichler, Achterberg, Tamke und den Damen Kellermann und Hellberg gegeben werden. Die Darstellung des Stückes hatte in Marburg am Totensonntag einen durchschlagenden Erfolg. — Der Berliner „Salon für alle Kunst" — früher Dr. Heine- Ensemble — der Donnerstag den 3. Dezeinber hier mit „Salome" und „Die Gefangene" ein einmaliges Gastspiel absolviert — hat auch an den Theatern in Bremen, Stettin, Kiel und in Braunschweig so eminenten Erfolg gehabt, daß zum Teil die Gastspiele überall verlängert werden mußten. — Auf verschiedene Anfragen wird mitgeteilt, daß das Gastspiel der Nachtasyl-Tournöe bestimmt nachgeholl wird; über den Termin schweben Unterhandlungen, da derselbe mit den bereits kontraktlich festgelegten anderen Gastspielen der Tournee in Einklang gebracht werden muß. ** Kaiserpanorama. Seit einigen Tagen ist hier, Kirchenplatz 15, ein Kaiserpanorama eröffnet. Diese Woche ist die hochinteressante Serie Italien ausgestellt. Den Be-1 such können wir Jedem empfehlen, zumal der Preis für die Darbietungen mäßig ist. ** Bcsitzwechsel. Professor Luley kaufte das in der Nähe der neuen Bibliothek gelegene Haus von Herrn Julius Wenzel, Stephanstraße 18, für 40 500 Mk. ** Zu den Einbruchdiebstählen wird und noch mitgeteilt, daß die Langfinger bei M. Levy in der erbrochenen Ladenkasse zwar fein bares Geld, wohl aber etwa ein Dutzends schwere, echte silberne Schirmgriffe vorfanden, die sie aber emfach an die Erde warfen, wohl m der Annahme, sie seien unecht. •• Ein scheues Pferd, das mit einem Wägelchen das verdienstliche Austragen von Backwaren ermöglichen sollte, brannte heute früh in der Crednerslraße kie§- und fünfen* stiebend durch, gerade als sein Herr, der Bäcker, aus emem Hause wieder zu ihm gehen wollte. Kinder, die zur Schule gehen sollten, verfolgten das mit regem Interesse. Das Tier wurde feftaebcilten und dem Besitzer zugeführt. Neimikchles. • Frankfurt, a. M., 28. Nov. Senator Dr. von Oven, der älteste noch lebende offizielle Vertreter der früheren freien Reichsstadt Frankfurt, der niehrsach Bürgermeister war und 66 Jahre in städtischen Diensten stand, ist tm Alter von 87 Jahren gestorben. • Berlin, 28. Nov. Nach einer Depesche des Berliner Tageblattes aus New - Port begründete der frühere Präsident Cleveland m einem Schreiben an eine Zeitung m Brocklin, weshalb er definitiv auf eine Präsidentschasts- Kandidatur verzichte. * Berlin, 28. Nov. In der heutigen Nachmittags* Ziehung der 5. Klasse der preußischen Lotterie wurde die Nr. 102 968 mit 1000 Mk. und der Prämie von 300 000 Mk. gezogen. Der gestern gezogene Hauptgewinn von 500 000 Ml. bleibt in Berlin und auch die heute gezogene Prämie bleibt in Brandenburg. * Boch u m , 29. Nov. Heute früh wurde der Zechen» beamte Schellenberg von der Zeche „Constantin" in einer Blutlache liegend auf einer Wiese in der Nähe der Zeche, seiner Uhr beraubt, erstochen aufgefunden. — Der Bahn^ arbeitet Bernhard Dahne wurde auf dem Bahnhof Bochum- i. Den Süd beim Rangieren leerer Wagen von einem Schnellzug Landständen ging laut Darmst. Ztg." der Entwurf Hamburg, 28. Nov. An der Elbemündung sind des Staatsvoranschlages für 1904 mit einer 5 Fischotter mit 15 Mann Besatzung verschollen. Denkschrift des Finanzministeriums zu. Darin * Eisenach, 29. Nov. Der Einjährige Clan- wird eine Wendung zum Besseren konstatiert. Die s e n au§ £amburg oon t)cr 6. äompagnie be3 94. 3nfanteric wuo eme ^enoung z " Millionen mehr als Regiments hat sich erschossen. Die Grunde sind an- yauptannatjmen konnten nut rund 2,8 Millionen mehr a dienstlicher Natur. im laufenden Voranschlag eingestellt werden. Die -mittel * Falkenau, 29. Nov. Auf der St. Anton- und zur Deckung des Defizits für den ersten Teil des Vor- Agneszeche wütet ein für ch tb a r e r Br an d, dessen Ent- Vermögen entnommen werden, ^yur 1905 bleibt em ^oerichtet hat. Der Betrieb der Zechen ist eingestellt, mögensrest von 400000 Mk. Der Fehlbetrag in * München, 29. Nov. Gestern nachmittag griffen d-r Verwaltung des lach°nd°n Jahres war l'trcngitcr Sparsamkeit von rund 2,3 Millionen auf 1,0 jjiu* aiig?fegt hatte, wurde von diesem durch erneu Schuß lionen herabminderbar. Zur Deckung des Fehlbetrages Lu ven Kopf sehr schwer vernetzt, der zweite wurde fest- ! der Rechnung für 1902 brauchten nur rund 160 000 Mk. genommen mid üt die Fron feste nach Mnchen einge- gegen vorgesehene 670 000 Mk. aus dem Vermögen ent-1l^sert.yg. Nov. Der in Deutschland verbotene nommen werden. Im diesmaligen Vermögensetat befinden Roman^ des Leutnants Bilse „Aus einer kleinen sich u a an Forderungen: 5 380 900 Mk. für Eisenbahn- Garnison" liegt bei hiesigen Buchhändlern aus und 11 J ° ■ I findet rechenden Absatz. r , * Pilsen, 28. Nov. In der Station Schonwehr stteß ein Personenzug mit einigen leeren Waggons zusammen Ern Reisender aus Prag wurde verletzt. * Budapest, 29. Nov. Auf dem neuen Friedhöfe haben drei Mädchen im Alter von 11, 12 und 15 Jahren seit längerer Zeit die Gräber frisch beerdigter Kinder geöffnet, die Schmucksachen und Kleider der Leichen geraubt, dieselben dann verkauft und dafür Näschereren erstanden. Die Kinder sind verhaftet. * Oran, 28. Nov. Eine 65jährige Frau, welche als Marketenderin am deutsch-ftanzösischen Kriege 18'0/71 teil- genommen hatte, wurde von zwei hiesigen En^woynern überfallen, ermordet und ihrer Ersparnisse in Hohe von 6000 Francs beraubt. Oberst a. D. Siovoier uno «ucgganoiei ^uijidiuuin, vici * Buenos Aires, 28. Nov. In den Provinzen Aufgabe gesetzt, dem dort fern von seiner zweiten Heimat Cordoba und Santa Jö richtete ein H a g e l st u r m großen Ruhenden einen einfachen Denkstein auf das Grab zu setzen. Schaden an. Diese Absicht zu fördern sind nun auch hier m Frankfurt, * Vom Wetter. Nach einer Meldung der „Frtf bei- Vaterstadt Schirls eine Anzahl Herren zusammengetreten Ztg." aus Kreuznach führt die N ahe und's und richten einen Aufruf zur Mithüfe an alle Freunde Sch.el-Irnvachdem Stergen »egr i en - £« to a 6« und alle ^überhaupt, die Sympathie für die von ihm Lin uzr atb ar er ©tui-m. Tie Schiffahrt wurde ein- fochtene Sache hegen. Gaben für leinen Grabdenkstem werden Mehrere fällige Dampfer sind äusgeblieben. - erbeten an Fabrikant Richard Appel, Frankfurt a. M.-Bocken- der „Voss. Ztg." aus T e plitz (Böhmen) gemeldet heim, Adalbertsttaße 17. wird, ist der 22 Meter hohe Aussichtsturnn bei Hauska Kassel, 29. Nov. Mit dem Frankfurter Schnellzug Sturm umgeworfen worden. — Der Sturm hat traf auf dem hiesigen Bahnhof eine kleine Reisegesellschaft im &afen von Cherbourg (Frankreich) furcht- ein: „Er" ein junger Mann, sehr brünett, sehr elegant, 6ar gehaust." Eine Frau wurde vom Sturm in den Hafen „sie" eine gut konservierte kleine Frau; Zubehör: Drei qefAieubcrt und ertrank. — Im Hafen von Baionne- Kindlein im Alter von 3—8 Jahren. Man logiert s^ch! wurde ein Fahrzeug gegen einen Felsen geschleudert. ^ie - ------ । in einem Hotel ein. Jrn Jr:emdenouch ist zu lesen: ^.,P ho- 5 Mann bestehende Besatzung ist ertrunken, aber vornehm aus gestattete^ Album mit den Bildern samt- ^gravh nebst Frau und Kindern auS W., einer otabt, die • «n P; einer Mensur tödlich verletzt, starb ©änaet und Sanaeruwcn des Mmren- und verren-!;,^ £ Die Flitterwochen- A,^° f7nburq der Studierend der f-rstlichen Hoch. Zärtlichkeit des Paares erregt beim Hotelpersonal cmrges 'n Ajchaf -nvu-g «er «inmerenoe , Qn Äusfehcn. Hochzcitsreiscnde mit drei Kmdern un Schleppran ichule ft ö n 'gsdorscr dem Koqjä ) S ist man noch nicht gewöhnt. Uebrigens scheinen btc Klemen -Am vorletzten Freitag sand die Mensur statt. Ler oegner erwas gedeckt. Am nächsten Tage tri,ft wieder mit dem Lorenz, dem Korps „Hcrcynm" angehörig und ebenfach Frankfurter Schnellzug ein junger Mann ein, der sehr über- Studierender der forstlichen Hochschule, hat sich nach -vetannl- nächtig, sehr aufgeregt aussiehr, in eine Droschke fällt und niec^en Todes Königsdorsers der Staatanwaltschaft gciicut. zehn Minuten darauf bei der Kriminalpolizei stürmisch die » Streik der Stadtverordneten droht Heine Reisegesellschaft reklamiert. Er müsse sie finden — , Stadt A l sf e l d a. d. Leine. Wiederholt ist es dort bot oder lebendig. „Sie" sei seine drau, „er mit uncrauicflichen Zusammenstößen zwischen Magistrat dem sie dur chge brann t sei, sem er ,t er Ge hilfe in y Büraeruoritebern ^Stadtverordneten) gekommen, und jetzt , feinem photographischen Atelier, die Kinder seien die seinen, und -durgervorsteyein ^taorveroron / u Büraervoriteber Eirriae Recherchen folgen, endlich gi'bt's ein Wiedersehen, scheint sogar em allgemeiner Ausstand der Burgervorney Der Gemahl tobt wie ein Berserker, aber die kleine Frau cmsgebrochen zu fein. Die unmittelbare Jcianlammg hierz bleibt ruhig und kühl bis ans Herz hinan. Er droht hat nach der ,Volksztg." das Verhalten des 4>urger- mit Verhaftung, gewaltsamem Rücktran s- ist e rs in der gemeinschaftlichen Sitzung der ftadtychen Port, sie lacht ihn einfach aus. Jetzt verlegt er Kollegien am 18. Nov. gegeben. Der den Vorsitz führende rich aufs Bitten: Alles soll vergessen sein. Umsonst bleibt Dr. Hottenrott hatte einem Bürgervorstehtt fern Flehen, nichts rührt das harte Herz der Treulchen. Ordnungsruf erteilt und später, angeblich ohne be* Ta greift er — nicht zum Revolver, sondern zu bwem Veranlassung, ihn aus dem Sitzungssaale verwiesen. iebaft bleiben. Tas wirkt. Es folgt Versöhnung und Ausdruck ihrer E n t r ü st u n g mit dem ^lusgewiesenen g iich gemeinsame Rückreise im besten Einveruehmem Das Schild zeitig den Saal. Vorher soll der Bürgermeister dem be* des Photographen in W. aber soll eine kleine Aenderung treffenden Bürgervorsteher sogar noch mit Verhaftung erfahren. Hinter des Firmeninhabers Namen werden unb einer Ordnungsstrafe gedroht und ihm dann nachgerufen fortan die inhaltsschweren Worte prangen: L Co. — Am I ^aßen. Macken Sie, daß Sie herauskommen; Sie sind nur 28. d. M. ist hier der Generalmajor z. D. Olof v. Lin de- \' gV Z f u [ b i g geblieben, denn ich bin bei quist nach langem »engjeftorben ber vE 1862 !bis von Alsfeld und habe hier die Gewalt!" Auf kleine Mitteilungen aus Hessen und den Sitzung der städtischen Kollegien emberusen, aber oon 1 " ..... ~ - gesamten Dutzend der Burgervorsteher erschien fein einziger. sodaß die Sitzung nicht stattfinden konnte. • D i e Zahl der GeboreneninPreußenbe^ lief sich nach dem neuesten Hefte der „Zeitschr. des Kgl« Statist. Bur." im Jahre 1902 auf 1 295 914 gegen 1 3011- im Jahre 1901, 1 275 859 i. I. 1900 und 1 265 927 tm I. 1899. ES hat also gegenüber den voraufgegangenen Jahre eine Abnahme (um 5277) stattgefunden, wie die- als F o l g e er s ch e i n u n g w i r t s ch a s t l ich s ch l echte Zeiten schon öfter beobachtet ist. Irgend etwas ^ben ttches hat ein derartiger Rückgang der Geburten nicy, und zwar im Jahre 1901 um so weniger, aU m ! Jahre auch die Zahl bet Sterbefälle eine Abnahme K Ion p. Qc en°n t,ne ' 3'ä’9'ie fern ,"e °°» ? “■*>«;?; tef* »:’sF mcm Schnellz^ ’i(c***** h 1 n 1 at)rioe (n. "$*“!*■ 3.1.5 Xle ^be sind a„ "i d°r St Mn« m .er $rand, dessen U Lch-dr -6«h-n t|t emgM n°chmtL L barm-n M-i Wilden- 'r “t -men Stnbaia* lB1. bnich einen Sh, oer zweite wurde ie- lu nach Mnchxn eiip n Deutschland verbck /.Aus einer tleir Buchhändlern aus a ■ Station Sckvnlve'yr D n:en Waggons zusamm verletzt. dem neuen Zritbfojt )n 11, 12 uns Vollen ijd} beerdigte:- Üinta geileider der Lckn ge« ft und daftr Kschmm iastet. adrige Frau, welche all ischeu Lriege 1870/71 0 vei tjiejtyn kukwohncr (rrjpainiije in Höhe fr slav. ^tor a ha^elfturm D einer Mdung der > >)lahe hvchtvasl'er wH - Ire Newa bei W larncto Men) >B Zu LchissaP wurde ® -ier sind ausgeblleben.- nLtti Mmn) geMu Lus'ftchtstum bei» -Ter sturm N "'«SSS • ■sSSw»; ■ Cm,_5a' Jort U j m 5*Ä mg ljl eu- . . ‘VSÜSt’«* ?? fi»' 31inl"rt unb ' Än^Sefa* »,.,r°rdn-t°nd» a ist -s * r'15, .(tommen. *; bet »ürgctvofl» Bcranlast« * Nhalto- d°s r°r Bülgkw^' Ä- «% ' embetül«"- (iin *■ ‘L ersch"" „ tortnte-. e(td"f:. »ecn-n^cht. l(ll . 1 . J/fl " e Telephoniscsfier Kursbericht 456 Oesterr. Goldrento . 41 '656 Oesterr. ßiIberrente 101.20 Tendeoe: ruhig. 1(1) 2 1 Kl) 1 1 Kl) 2 1 KD 1 1 . 102.00 . 90.15 . 100.90 . 90.10 . 100.70 . 100.00 . 102.90 3u/o Mexikaner 4,/25/o Chinesen . Electric, bcbuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktion . . Diskonio-Kominandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berdner Handelsges. Oeeterr. ßtaatebahn Lombarden . . Gotthard bahn . . Laura.lütte . . . bucnum .... Harpener . . . 3Va% 3O/o 3V,% 0% Lebensschwäche Lungenentzündung Atrophie Es starben an: Tuberkulose der Lungen Herzleiden Altersschwäche 456 Ungar. Goldrente . . 4*/c Italien. Rente . . , 4% 56 Portugieser . , . j6/ Portugiesen..... 156 C. Türken . . . . Lückenlose . . . . , 4% Gneoh. Monepol.-AnL 4,/»56 äussere Argentiner Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 30. November, abends 8 Uhr: Bibelstund im Konfirmandensaat der Johanneskirche. Text: Jak. 1, 18. Pfarrer Euler. AneMsten. M. W. Ihr kleines Gedicht „Erkenntnis", das mit den guten Worten beginnt: „Wer mcht gern und freudig schenkt — soll es lieber lassen", ist hübsch empiunden und zeugt von einer schlichten lyrischen Anlage. Doch fehlt es Ihnen noch an der Ausdrucksfähig- feit, Eie können nicht nnmcr die rechten Worte finden iür Ihre Gedanken. Darum ist dieses kleine Gedicht noch nicht druckreif. Fahren Sie aber nur fort, sich im Ausdruck zu üben, dann kanns mal noch werden. I. in E. Ihre Einsendung mußte als unwichtig wiederum dem Papterkorb übergeben werden. Pr. Ter zum Wirtlichen Geheimen Rat ernannte Arzt des Kaisers Professor Johann Friedrich Moritz Schmidt flammt aus Umoersttüts Nachrichten. Wien, 29. Nov. Gestern versammelten sich in der Aula der hiesigen Universität italienische Studenten aller hiesigen Hochschulen, um für die Errichtung einer italrenischen Univ ersität in Triest zu demonstrieren. Ihnen schlossen sich die sonst mit den Italienern auf Kriegsfuß lebenden Südslawen an, um für die 'Errichtung einer flämischen Universität zu demoustrieren. Dem 'Eingreifen des Rektors gelang es, die Kundgebungen in ruhige Bahrien zu lenken. Wien, 29. Nov. In der gestrigen Sitzung der Borsen- Aammer kam auf Veranlassung der Frankfurtere Handelskammer ibie dringende Notwendigkeit einer Telegraphenverbind- ung Wien-Frankfurt a. M. zur Sprache. Die Borsenkammer beschloß, sich an das Handelsministerium zu wenden. Bon ausländischen Plätzen sind bisher Berlin, Hanrburg und Dresden -an das Wiener Telegraphennetz angeschlossen. Gerichtssaal. Offenbach, 28. Nov. In 97r. 122 vorn 28. Mai 1963 des „Offenbacher Abendblattes" befand sich eine Notiz aus Jügesheim, d urch die sich der katholische Pfarrer Flath m Jügesheim beleidigt fühlte. Es hieß darin u. a., daß der „jugendliche Herr Pfarrer", der früher auch in Bieber „Unfrieden stiften yasi", das auch in Iüges- lEiuk fortzusetzen scheine. Der wegen Beleidigung ange- Nagte verantwortliche Redakteur des „Abendblattes", . 26.20 . 91.35 . 111.00 . 105 40 . 215.20 . 197.90 . 148.10 . 159.25 . 165.10 . 144.80 . 17.05 . 189.50 . 238.00 . 187.50 . JW4J5 Sumina: 7(2) 4(1) 3(1) — Anui.: Tie in Klnminern gesetzten Ziffern geben an, wie viU der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen g0brachle Kranke kommen. Reiohsanteihe do. Konsole . do . . Hessen Oberhessen zeigt, die wesentlich größer war, als die der Geborenen. Es kamen nämlich einschließlich der auch bei den Geborenen ! berücksichtigten Totgeburten 717 521 Sterbefälle" vor gegen ‘ 754 459 i. I. 1901 und 785 516 i. I. 1900. Die natürliche Volksvermehrung d. h. der Ueberschuß der Geborenen ' über die Gestorbenen betrug hiernach im Jahre 1902 578 393 gegen 546 732 und 490 343 in den beiden Vorjahren. Eigentümlich ist es, daß der Rückgang der Geburten viel mehr auf die männlichen als auf die weiblichen Kinder entfällt; es sind nämlich 665 813 männliche und 630 101 weibliche Kinder geboren gegen 670 239 männliche und 630 952 weibliche im Jahre 1901. Unter den Geborenen befanden sich 40 228 Totgeborene gegen 40 718 i. I. 1901. Unehelich geboren wurden 92 175 Kinder gegen 93 643 im I. 1901. Der Anteil der unehelich Geborenen an der Gesamtzahl der Geborenen nimmt erfreulicherweise von Jahr zu Jahr a b. 1898 betrug er 7,76 v. H., 1899 7,55, 1900 7,34, 1901 7,20, 1902 7,11 v. H. Die Zahl der Mehrgeburten betrug 16 424 gegen 16 267 i. I. 1901. Zwillingsgeburten kamen 16 250, Drillings- geburten 172 vor, einmal fand eine Vierlings - gebürt und einmal sogar eine Fünflingsgeburi statt. Sondert man die Geburten nach dem Religionsbekenntnis der Väter, so fällt fast der ganze Rückgang auf die Evangelischen. Es wurden nämlich 694 590 (1901 699 508) Kinder evangelischer, 487 795 (494 599) katholischer, 3731 (3790) sonstiger christlicher und 7623 (7572) jüdischer Väter geboren. * Abnahme des Bier Verbrauchs in Bayern. Nun haben Statistiker ausgerechnet, daß der Biervcrbrauch in der Hauptstadt des Ganibrinus, München, und in allen anderen großen Städten Bayerns in den letzten Jahren ganz bedeutend zurückgegangen ist. Allerdings hat noch jeder Münchener einschließlich der Frauen und Unmündigen im Jahre 1902 durchschnittlich „lumpige" 298 Liter des edlen Gerstensaftes vertilgt; wie klein erscheint aber diese Zahl, wenn man berücksichtigt, daß der Durchschnittsverbrauch noch in den Jahren 1886—90 nicht weniger als 487 Liter betrug. Von da an ist es stetig rückwärts mit ihm gegangen. 1891 bis 1895 kommen auf jeden Münchener bloß noch 412 Liter, 1896 nur mehr 401 Liter und in den folgenden Jahren ging es weiter abwärts auf 395 rcsp. 391 resp. 364 resp. 356 und 341 Liter, bis dann von diesem Jahre 1901 zu 1902 wieder ein großer Rückschlag um 43 Liter durchschnittlichen Jahres-„Vertrunks" folgt. Von ungenügender Leistungsfähigkeit unserer Brauereien kann unmöglich 'gesprochen werden. * Eine allerliebste Geschichte von den: Stuttgarter Aesthettker Friebricl) Visa)er: „Bischer hatte während seiner Tübinger akademischen Wirksamkeit von der württembergischen Regierung wegen eines Vortrages ein Tadelsvotum bekommen, und an dem gleichen Tage war er glücklicher Vater Geworden. Er kam nun ein wenig zu spät ins Kolleg, und die Studenten empfingen ihn deshalb mit Murren und Schurren. „Entschuldigen Sie, meine werten Herren, daß i zu spät komme" — begann er da sein Kolleg — „i hab" heut von der Regierung einen kleinen Wischer und von meiner Frau einen kleinen Vischer Dekornnre!" * Berlin, 26. Nov. Es bestätigt sich, daß die Ernennung des aus dem KWilecki-Pr0zeß bekannten Staatsanwaltsassessors Tr. Müller zum Staatsanwalt in Elberfeld mit diesem Prozeß nichts zu tun hat; sie war tatsächlich schon am 17. September erfolgt und war lediglich deshalb noch nicht perfekt geworden, weil Dr. Müller den Kwilecki-Prozeß zu Ende führen wollte. Der „Lok.-Anz." versichert, daß Dr. Müller ein Abschiedsgesuche bisher nicht eingereicht habe; er scheint sich aber mit dieser Absicht zu tragen, weil nach Angabe desselben Lokalblattes ihm ein glänzendes Anerbieten gemacht sein soll, die Leitung eines der ersten englischen Welthäuser zu übernehmen. Vielleicht eignet er sich dazu besser als zum Staatsanwalt. Uruojte ItlrlDii 1113m. Originaldrahtmeldungen des Gießener 'Anzeigers. Berlin, 30. Rov. Wie das ^Kl. Journ." erfährt, hat Graf Hektor Kwilecki seine Zustimmung zur Aufnahme einer neuen Hypothekar-Anleihe auf Wroblewo gegeben, die in den letzten Tagen unter seiner persönlichen Garantie abgeschlossen worden ist. — Der Kaiser hat den Fürsten Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode zu den am 4. und 5. Dezember stattfmdenden Hosjagden in Letzlingen eingeladen. Berlin, 30. Rov. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem Zuckerspeicher der Gülerabsertigungs- stelle. Mehrere hundert gefüllte Zuckersäcke waren dort zu einem hohen Stapel aufgeschichtet, kamen ins Wanken, und begruben zrvei Steuerbeamte unter sich. Einer derselben war auf der Stelle tot, der andere, der einen Bruch der Wirbelsäule erlitt, wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Berlin, 30. Rov. Im benachbarten Tempelhof tötete am Sonntag früh ein Gastwirt seine Frau durch Beilhiebe und dann sich selbst durch einen Sturz aus dem Bodenfenster. Berlin ,30. Nov. Aus sicherhettspolizellichen Gründen wurde eine von Berliner Anarchisten einberusene öffentliche Versammlung verboten, deren Tagesordnung lautete: Vortrag und Diskussion über Herrschaft, Volks- Herrschaft und Herrschaftslosigkeit. Erschienen waren zu dieser Versammlung zahlreiche Personen, auch von außerhalb, da bereits vor länger als achi Tagen in mehreren Anarchistenorganen aus diese VersEmlung aufmerksam gemacht worden war. — Im Zirkus Busch ist der Kunstjahrer Mündner bei der Todesfahrt gestürzt. In dem Moment, wo sein Rad die Schjleifenbahn verlassen sollte, um in vollem Schwung die sechs mächtigen Elefanten zu üverjpringen, verlor der Fahrer oie Richtung, Er kam zu Fall und überschlug sich mehrnmls, trug aber zum Glück kerne lebensgefährlichen Verlegungen davon. H i r s ch b e r g i. Schl., 30. Nov. In Erdmannsdorf ist die Fabrik von Böhm & Haros ke mit sämtlichen Warenvorräten bis aus den Grund nieder gebrannt. Hierdurch werden 275 Arbeiter ihre Beschäftigung verlieren, ganz abgesehen von der großen Zahl der Hausarbeiter, die sich auf die ganze Gegend von Hirschberg bis Warmürunn verteilen. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt. Bautzen, 30. Rov. Das Schwurgericht hat den Zimmermann Philipp wegen Tötung seiner Kinder und des Kindes seiner Geliebten durch Schwefelsäure zu 15 Jahren Zuchthaus verurtellt. London, 30. Rov. Die Blätter melden noch immer Einzelheiten über den Schaden, welchen die heftigen Regengüsse in den letztenTagen angerichtet haben. Das Themsetal hat besonders schwer gelitten. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Pfund geschätzt. Aus den Hafenstädten wird gemeldet, daß zahlreiche Schiffe vermißt werden. Wien, 30. Rov. Die Polizei verhaftete den 27jähngen Hörer der technischen Hochschule, Paul I a g 0 d i s ch, weil derselbe seinem eigenen Geständnis zufolge mittelst Einbruchs in Agram Bargeld und Wertpapiere in Höhe von 66000 Kronen entwendet hat. Interessant ist, daß der Diebstahl in Agram noch nicht entdeckt wurde und die Polizei die Verhaftung nur deshalb vornahm, weil sich Jagodisch durch Verkauf der Wertpapiere verdächtig gemacht hat. L. Rewy0rk, 30. Nov. Zwei Direktoren der Darmstädter Bank haben, wie der New Port Herald meldet, eine Beteiligung an einer leitenden Newyorker Handelsmaklerfirma erworben, zu dem Zweck, den Einfluß der Bank in Amerika auszude hnen. Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr WreWe. erklärte mm nach der „O. Z." vor dem SchSffen- gerrcht, daß er die ftagliche Notiz rnchi selbst geschrieben, daß er aber den betreffenden Gewährsmann für vertrauenswürdig gehalten habe. SMer habe sich allerdings ge- : zeigt, daß der Gewährsmann nicht gut unterrichtet gewesen sei. Das Urteil lautete gegen Wiehle aus 100 Mk. Geldstrafe, sowie auf Publikation rm Offenbacher Abendblatt" und in der „Offenbacher Ztg." d. Mainz, 30. Nov. Um eine „Geri chts^ r tz- ung" abzuhalten, waren am 24. August drei hiesige gerrcktsbekannte Taglöhner in ,den Sitzungssaal der zweiten Civilkammer im Justizgebäude eingedrungen und zogen dort die Talare und Baretts der Richter an. Nun wurde allerlei Unfug getrieben, sämtliche gefüllte Trnten- behälter aus dem Gerichtstische entleert und von den Fenstern aus den weiblichen Gefangenen im Provinzial- arresrhaus zugerufen. Als die Angeklagten ihre „Arbeit" verrichtet hatten, legten sie auf den Richtertisch erneu Zettel, auf den sie die Worte schrieben: „Die Anarchie lebe hoch!" Aus der Straße rempelten sie nachher einen Gefangenenausseher an urtd beleidigten ihn. Die „drei Richter" wurden vom Schvssengericht zu je 2 Wochen und 4 Tagen Gefängnis und je 3 Tagen 5)vft verurteilt. — Vor der Strafkammer hatte sich der 14jährige Schüler Johann Meinhardt aus 5)errnsheim zu verantworten, der am 18. Juli auf der Eisenbahnstrecke Worms- Gundheim Steine z)vischen die Weichen gelegt hatte, um zu sehen, wie die Steine durch den Zug zerdrückt würden. Es kant alsbald ein Güterzug, der die Weiche durch fuhr, und entgleiste. Der leichtsinnige Mensch wurde wegen Gefährdung eines Eifenbahntransportcs zu 14 Tagen Ge- fängnrs verurteilt. Beut he n, 29. Nov. Die Strafkammer verurteclte den Verleger Kowalczyk und den verantwortlichen Redakteur, Schriftsetzer Zielpak, von dem polnischen Blatte „Gornos- lazak" wegen Vergehens gegen das Preßgesetz zu sechs beziehungsweise vier Wochen Gefängnis. Kowalczyk hatte es zugelassen, daß Zielpak verantwortlich zeichnete, obwohl ihm bekannt sein mußte, daß dieser nicht die für euren Redakteur erforderliche Bildung besaß. — Streikende Geschworene. Zum Beweise, daß sich die Geschworenen in den wenigsten Fällen von dem Staatsanwalt oder dem Gerichtshof beeinflussen lassen, führt die „Berl. Volksztg." folgenden Fall aus Halle an: Bei emer Schwurgerichtsverhand- lung gegen einen der Brandstiftung Angeklagten beantragte der medizinische Sachverständige, den Angeklagten auf Grund des § 81 der Strafprozessordnung zur Vorbereitung eines Gutachtens 6 Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt unterzubrmgen. Der Staatsanwalt sagte, der Angeklagte sei ganz gesund, auch das Gericht lehnte den Antrag ab, da es zu der Ueberzeugung gekommen wäre, daß der Angeklagte nicht nach § 51 des Str.-G.-B. in einem Zustande von Bewußtlosigkeit gehandelt habe. Der Ankläger beantragte nun das Schuldig unter Verneinung mildernder Umstände. Der Verteidiger wies darauf hin, daß es die Geschworenen mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren könnten, unter solchen Umständen ein Schuldig auszusprechen. Als man bis abends V, 7 Uhr verhandelt hatte, zogen sich die Geschworenen in das Beratungszimmer zurück. Sie erschienen aber bald wieder und ließen durch ihren Obmann verkünden: „Wir lehnen dieBeantwortung derSchuldfragen a b". Nunmehr mußte dem Anträge des Sachverständigen stattgegeben werden. _ „ . . L . Zu dem Kisch ine wer Prozeß wrrd g-emeldet, der VizLpolizeimeister habe zugesttrnden, daß es den Christen ae statt et wurde, Revolver zu tragen,, während das den Juden verboten wurde. Der Gouvernementsarzt Tr. Prejatatbowttsch gab an, daß die ihm unterstellten Aerzte 22 Leichen gesehen hätten, die nicht verstümnfelt waren, darauf sei die 9öachricht der „Birschew. Wjsd." zu- rückzuführen, welche die Meldungen von den barbarischen Verstümmelungen der Leichen als unwahr bezeichnet. Hchlsisnachrichton. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 24. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Toppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kronprinz Wilhelm", Kapitän A. Richter, vom Norddeutschen Lloud in Bremen, ist heute 4 Uhr morgens wohlbehalten in New-Pott angekommen. Bremen, 25. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Postdampfer „Neckar", Kapitän A. Harrassowitz, vom ^Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr abends wohlbehalten in Newyork angekommen. । Kunst und Wissenschaft. Saint Etrenne, 29. Nov. Gestern ist hier unter dem Vorsitze Casimir Periers der K 0 n g r e ß f ü r s 0 z i a l e H y g i e n e Äusammengetreten. Heute nachmittag sand eine Plenarsitzung statt. In dieser empfahl Casimir Perier in längerer Rede das Zusammenwirken aller Gesellschaften, die die Tuberkulose und den A'lko ho lism us bekämpfen, mit allen Gesellschaften zur Erbauung billiger Arbeüerwohnungen und mit allen mutualistischen Gesellschaften. Wciynachis-aUtteratur. — Der „Hessische Kalender" für 1904, der soeben in der Hofbuchhandlung von E. Hüber in Kassel erschienen ist, eignet sich für den Weihnachtstisch in hervorragender Weise. Er besteht aus 12 Originallithographien nach Studien aus Heßen-Na sau und dem Großherzogtum pesten von H. Wleyer-Kassel tn München. Diese Lithographien in Folioformar sind kleine Kunstwerke von dauerndem Wert. Der Künstler hat nicht nur etnen treffsicheren Blick für das Malerische, sondern frisch zu packender Kraft und belebenden Schwung. Da sehen wir u. a. das hoch ragende stolze Diarburger Schloß, dann unser Lahntal vom S t a u f f e n b e r g aus gesehen mit Lollar, Gleiberg und Vetzberg, deii Feldberg und den Blick vom Auerbacher Schloß im Odenwalde, Eppstein im Taunus rc. re.. Ter Kalender kostet 2 Nik. Fr-mksurt a. M.und hat das 65. Lrbenßiahr vollendet. Er studi-rt- m Göttingen. Wien. Berlin, Utrecht, in England und " Pans. Von 1862-1886 praktischer Arzt, widme,- er sich dannausichieb- lich der Largnqologie. 1892 erhielt er den Professor tel, 1898 wurde er («ch. Aledizinalrat und Ehrenmitglied des.^»ltituts sur experimentelle Therapie in Franksurl a. M. Er ichriev eines Reih« gedi-geii-r Arbeiten, z. B. über Kehlkopsschwmdsucht und über di- sirankheilen der oberen Luilwcge. _____ ——■ MchtllUiPe Wttjitzt der €oörsfülle in Ser Siadt Bietzen. 46. Woche. 'Vom 8. bis 14. November 1903. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Alaun Militär.) ' Sterblichkeitsziffer: 13,53, nach Abzug von 2 Ortsfremden: 9,66 Vco. Kruder Sport. — D i e Strecke des Gordon-Bennet-Auto- m o b i l r e n n e n s, das 1904 in Deutschland stattfindet, wiirde gestern abend von der eingesetzten Kommission festgesetzt und zwar, wie lauge projektiert war, für die Umgebung von Homburg v. d. H. _________________________________ Handel und Nerlrehr. V^liiswirtschast. Frankfurt a. Öl., 28. Nov. Infolge des schlechten Geschäftsganges hat, wie der „Frkf. Gen.-Anz." meldet, die Z u ck e r f a b r i k in Hattersheimjämtlichen Arbeitern gekündigt. Märkte. fc. Frankfurt